KAPITEL 11
Lüge und Wahrheit
An diesem Abend kam Zauberer Hawionn in Balmacann an. Er hatte gehört, dass Ariac gefangen worden war, und war daraufhin im Eiltempo abgereist, um den Jungen befragen zu können. Brogan begrüßte den Zauberer, der von der Reise reichlich erschöpft aussah.
»Was habt Ihr herausbekommen?«, fragte Hawionn streng. Brogan seufzte. »Nicht sehr viel, er redet eigentlich nur mit Rijana.«
»Können wir ihn auf unsere Seite bringen?«, entgegnete Hawionn.
Brogan seufzte erneut. Das war genau die Frage, die König Greedeon ihm schon seit Tagen stellte.
»Das weiß ich auch nicht. Wenn, dann können es nur Rijana und die anderen – falls er wirklich der Siebte der Sieben ist.«
Hawionn runzelte missbilligend die Stirn. Der Test mit dem Schwert funktionierte nur an einem einzigen Tag, am Tag der Jahreswende, wenn die jungen Leute siebzehn waren. Danach gab es keine Möglichkeit, etwas herauszubekommen.
»Sein Schwert war übrigens das von Saliah«, fuhr Brogan fort und meinte besorgt: »Ihr geht es nicht sonderlich gut. Der junge Mann, in den sie verliebt war, ist während der Schlacht getötet worden.«
Hawionn winkte ab. So etwas interessierte ihn nicht.
»Wenn die Sieben vereint wären, hätten wir einen großen Vorteil gegenüber Scurr«, murmelte er vor sich hin.
Brogan runzelte missbilligend die Stirn. Hawionn ging es wie immer nur um Macht und Vorteile.
»Ich werde ihn morgen befragen«, sagte Hawionn bestimmt.
Dann kam König Greedeon herein, begrüßte den Zauberer überschwänglich, und die beiden zogen sich zu einer geheimen Besprechung in die Gemächer des Königs zurück.
 
Rijana saß nachdenklich in ihrem Zimmer. Sie konnte es noch immer nicht fassen, dass Ariac tatsächlich ihren Stein all die langen Jahre aufgehoben hatte. Das bestätigte doch nur, dass er nicht wie die anderen von Scurrs Soldaten war. Er hatte also doch etwas in sich bewahrt, das nicht grausam und brutal war. Rijana grübelte lange darüber nach. Sie wusste, dass Falkann eifersüchtig war, was ihr auch leidtat, aber Ariac war nun einmal vor langer Zeit ihr Freund gewesen, und er hatte sie gerettet. Sie musste ihm doch helfen. Da sie nicht schlafen konnte, ging sie hinunter in die Bibliothek. Sie sah Saliah allein am Feuer sitzen und in die Flammen starren.
»Willst du lieber allein sein?«, fragte Rijana vorsichtig.
Doch das blonde Mädchen schüttelte den Kopf, und Rijana setzte sich neben sie. Die sonst so hübsche und strahlende Saliah sah bleich und müde aus. Die Haare hingen ihr strähnig ins Gesicht, und ihre Augen schienen allen Glanz verloren zu haben. Rijana hatte plötzlich ein schlechtes Gewissen, dass sie sich durch die ganze Sache mit Ariac gar nicht um Saliah gekümmert hatte.
»Vermisst du ihn sehr?«, fragte Rijana leise.
Saliahs Augen füllten sich mit Tränen. Sie nickte stumm. Rijana nahm sie in den Arm. »Das tut mir so leid, das tut mir so furchtbar leid.«
Saliah nickte und schluchzte leise. »Wir wollten heiraten.« Rijana schluckte und runzelte überrascht die Stirn. »Aber König Greedeon hätte das doch bestimmt nicht erlaubt.«
Saliah holte ein Taschentuch heraus und schnäuzte sich.
»Dann wären wir fortgegangen«, sagte sie fest.
Rijana nickte und streichelte ihr über die Haare, doch Saliah hob plötzlich den Kopf und fragte bissig: »Warum setzt du dich eigentlich so für diesen Ariac ein? Vielleicht hat er Endor getötet.«
Erschrocken holte Rijana Luft: »Nein, das glaube ich nicht.«
Saliah schnaubte und blickte sie wütend an. »Trotzdem, es waren Scurrs Leute, und er gehört nun mal dazu.«
Rijana schüttelte den Kopf. »Er wurde von Scurrs Leuten verschleppt, als er noch ein Junge war. Er ist nicht freiwillig gegangen.«
»Trotzdem, Scurrs Leute sind alle nicht bei klarem Verstand«, beharrte Saliah. »Er ist an Endors Tod genauso schuld wie seine Kumpane.«
Rijana wollte wütend etwas erwidern, aber sie wusste genau, dass die Freundin nur furchtbar traurig war und nun die Schuld bei irgendjemandem suchte.
Rijana nahm Saliahs Hand in ihre und blickte ihr tief in die Augen.
»Du hast sicherlich irgendwie Recht, aber wir haben auch Männer getötet, du genauso wie ich. Glaubst du nicht, dass deren Frauen jetzt auch am Feuer sitzen und weinen?«
Saliah wollte etwas erwidern, doch dann nickte sie und umarmte Rijana, die sie fest an sich drückte.
 
Brogan stand in der Tür, er hatte das Gespräch der Mädchen belauscht.
Rijana ist sehr viel erwachsener, als ich dachte. Der Zauberer wandte sich leise ab und ging in sein Schlafzimmer.
Am nächsten Tag wurde Ariac, der nun in einem hohen, schwer bewachten Turmzimmer untergebracht war, zu Hawionn geführt. Dieser versuchte ihn zu befragen, doch Ariac schwieg beharrlich, was den Zauberer sehr verärgerte.
Rijana erzählte währenddessen ihren Freunden, dass Ariac behauptete, König Greedeons Soldaten und die Krieger von Camasann hätten die Steppenleute ermordet.
»Ich habe nichts davon gehört«, sagte Rudrinn, und auch die anderen schüttelten die Köpfe. Falkann sah schon wieder aus, als würde er gleich in die Luft gehen, so wie immer, wenn der Name »Ariac« fiel.
»Vielleicht war das nur eine List von Scurr«, meinte Tovion nachdenklich, »um ihn bei uns einzuschleusen.«
»Scurrs Soldaten dienen alle aus freien Stücken, weil sie alle keinen Funken Verstand mehr haben«, warf Falkann verächtlich ein.
Rijana funkelte ihn an. »Ariac hat sehr wohl Verstand, und wie du gesehen hast, hat er sich Scurrs Willen widersetzt und mich zu euch gebracht.«
»Das muss nicht unbedingt gegen Scurrs Willen gewesen sein«, widersprach Falkann wütend.
»Jetzt hört auf zu streiten«, sagte Rudrinn energisch. »Wir sollten uns alle mit ihm unterhalten, vielleicht bekommen wir mehr über ihn heraus.«
»Ich will nichts mit ihm zu tun haben«, verkündete Falkann und verließ wütend das Zimmer.
 
In der folgenden Zeit versuchten Rijana und die anderen immer wieder, auf Ariac Einfluss zu nehmen. Er zeigte sich sogar zunehmend empfänglicher, aber er konnte noch immer nicht glauben, dass Scurr ihn in Bezug auf die Steppenleute angelogen hatte. Schließlich erzählte Rijana Brogan davon. Zauberer Hawionn war bereits wutschnaubend abgereist, nachdem er nichts aus Ariac herausbekommen hatte.
Brogan suchte Ariac in seinem Turmzimmer auf. Dessen Gesicht verschloss sich, als er den Zauberer sah.
»Ich möchte mit dir reden«, begann der Zauberer.
»Aber ich nicht mit Euch.«
Brogan setzte sich und begann trotz allem. »Rijana hat mir erzählt, dass du denkst, dass König Greedeon und die Krieger von Camasann die Steppenleute getötet haben.«
Bei der Erwähnung von Rijanas Namen drehte sich Ariac um, und schließlich nickte er.
»Du hast vielleicht nicht unbedingt Anlass, mir zu trauen«, fuhr Brogan fort, »aber soweit ich weiß, ist nichts dergleichen geschehen. Und ich sehe auch keinen Grund, warum König Greedeon so etwas hätte tun sollen.«
»Niemand mag die Steppenleute«, sagte Ariac hasserfüllt. »Sie wollten sich nicht Greedeons Regeln unterwerfen, und deswegen hat er sie ausgelöscht.«
»Und das hat Scurr dir erzählt?«
Ariac nickte. »Sie haben einen von Greedeons Soldaten gefangen, und der hat es mit eigenen Worten gesagt.«
»Das mag sein«, gab Brogan zu, »aber woher weißt du, dass es ein Mann war, der auf Camasann ausgebildet wurde?«
Ariac ballte die Fäuste. »Er hatte genau diese verfluchte Kleidung an, wie ich sie jetzt tragen muss. Es widert mich an!« Verächtlich blickte er auf die blauen Hosen und das weiße Hemd.
Brogan hob die Augenbrauen. »Und weil du diese Kleidung trägst, bist du einer von König Greedeons Männern?«
»Nein!«, rief Ariac empört, doch dann runzelte er die Stirn. »Worauf wollt Ihr hinaus?«
Der Zauberer seufzte. »Ich bin mir ja auch nicht sicher, aber es könnte doch sein, dass es einer von Scurrs Leuten war, der sich nur verkleidet hatte.«
»Warum hätte er sich in eine solche Gefahr bringen sollen?«, fragte Ariac.
»Ich nehme an, du kennst Scurrs Methoden«, sagte Brogan nur. »Der fragt nicht lange.«
Ariac wurde nachdenklich. Er wusste jedoch nicht, ob er das wirklich glauben sollte.
Brogan packte ihn am Arm. »Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich dir trauen soll. Ich kannte dich als Jungen, und ich weiß, dass du damals mehr Ehre und Stolz gehabt hast als alle von Greedeons Soldaten zusammen. Aber ich weiß auch, dass die Ausbildung in Naravaack jeden bricht. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir Lugan vertrauten. Deswegen fällt es uns ja auch bei dir so schwer.«
Ariac blickte den Zauberer überrascht an. Er wunderte sich, dass er so offen sprach.
»Lugan war ein mieses Schwein«, sagte Ariac, doch dann nickte er. »Ich verstehe, dass ihr mir nicht vertraut, auch ich war oft kurz davor, den Verstand zu verlieren.«
Brogan blickte den jungen Mann an und konnte keine Lüge in seinen Augen erkennen. Aber er durfte nicht so leichtgläubig sein, das konnte er sich nicht erlauben.
»Rijana vertraut dir, und sie ist ein wunderbares Mädchen. Was auch immer du vorhast, tu ihr nicht weh, sonst wirst du es bereuen«, sagte der Zauberer ernst und verließ den Raum.
Ariac blickte ihm verwirrt hinterher. »Das würde ich niemals tun«, sagte er zu sich selbst.
 
Auch König Greedeon versuchte eindringlich, Ariac davon zu überzeugen, dass seine Leute niemals Menschen aus der Steppe getötet hatten. Aber Ariac wusste nicht, was er glauben sollte. Allerdings begann er gegen seinen Willen freundschaftliche Gefühle für Rijanas Freunde zu empfinden, selbst für Falkann, der ihn noch immer mehr als feindselig behandelte.
Oft dachte er, dass das wohl daran lag, dass er einer der Sieben war. Er hatte König Greedeon vorgeschlagen, in die Steppe zu reiten, um sein Volk zu suchen. Sollte sich herausstellen, dass Scurr tatsächlich gelogen hatte, würde Ariac sich den anderen anschließen.
Aber König Greedeon wollte ihn nicht gehen lassen. Nun waren alle Sieben in seinem Haus vereint, und er sah sich schon als den Herrscher über alle Reiche. Er konnte es sich nicht leisten, Ariac gehen zu lassen. Sollten die anderen ihn doch überzeugen. Mit wachsender Begeisterung sah der König, dass sich wirklich eine Art Freundschaft zwischen den Sieben anbahnte, außer zu Falkann, der konnte Ariac nicht ausstehen. Aber das lag wohl mehr daran, dass Rijana sich für den Steppenkrieger interessierte.
 
Hawionn hatte Brogan aufgetragen, genau zu beobachten, wie sich alles entwickelte, und dieser bemerkte schnell, dass Ariac sich tatsächlich veränderte. Aber dennoch würde man vorsichtig sein müssen. König Greedeon hatte ihm schließlich sogar ein Pferd geschenkt, und Ariac hatte sich einen schwarzen Hengst mit rötlichen Stichelhaaren ausgesucht. Es war ein wunderschönes und sehr ungewöhnliches Tier.
Eines Tages ritt er mit Rijana aus, wobei er selbstverständlich aus der Ferne von Soldaten beobachtet wurde. Rijana saß auf ihrer hübschen braunen Stute und genoss die Wärme, welche die Spätsommersonne verströmte.
»Bist du glücklich hier?«, fragte Ariac plötzlich.
Rijana runzelte die Stirn. »Wie meinst du das?«
Ariac seufzte. Seine Haare waren inzwischen nachgewachsen und wehten im Wind. Er war froh, zumindest hier nicht zu geschorenen Haaren gezwungen zu werden. Daran hatte er sich nie gewöhnen können.
»Es ist ja alles sehr komfortabel hier«, begann er unsicher und grinste halbherzig, »ich habe niemals besseres Essen bekommen. Aber trotzdem, man ist doch hier eingesperrt, oder nicht?«
Rijana nickte unsicher. Häufig hatte sie das gleiche Gefühl. Sie hielten auf einer Lichtung an, auf der lilafarbene Herbstblumen blühten, und setzten sich nebeneinander auf einen Baumstumpf.
»Möchtest du mir von Naravaack erzählen?«, fragte Rijana plötzlich. Bisher hatte sie dieses Thema vermieden.
Ariac seufzte, und seine Augen schienen in eine andere Welt zu blicken. »Als ich ankam, war es besonders übel. Worran hat mich tyrannisiert, und die anderen Kinder haben in die gleiche Kerbe geschlagen.« Er blickte wütend um sich. »Irgendwann bringe ich Worran dafür um.«
Mehr wollte er dazu nicht sagen, und Rijana fragte nicht weiter nach. Sie machte ein mitleidiges Gesicht und nahm seine Hand.
»Es tut mir leid für dich«, sagte sie. »Es wäre schön gewesen, wenn du mit mir nach Camasann gekommen wärst.«
Er lächelte halbherzig. »Ich weiß nicht.« »Brogan hat Wort gehalten. Wer nicht eines von Thondras Kindern war, der durfte gehen, wohin er wollte«, sie lächelte, »aber viele sind geblieben. Es ist schön auf Camasann.«
Ariac runzelte die Stirn. »Scurr lässt niemanden gehen, aber er war zumindest immer einigermaßen fair zu mir.«
»Glaubst du uns noch immer nicht, dass wir nichts mit den Morden an deinem Volk zu tun haben?«
»Dir glaube ich schon«, antwortete Ariac zögernd, »und vielleicht sogar den anderen, aber diesem König Greedeon traue ich nicht über den Weg. Oder warum lässt er mich sonst nicht gehen?«
»Ich weiß es nicht«, antwortete sie unsicher, sie konnte es selbst nicht begreifen. Dann blickte Rijana zur Sonne. »Komm, wir sollten zurück zum Schloss reiten, unser Training beginnt gleich.«
Ariac seufzte. »Termine, Regeln,Vorschriften, ich habe das so satt!«
Rijana nickte halbherzig und ging zu ihrer Stute. Ariac beobachtete sie aus dem Augenwinkel. Er hatte Rijana wirklich gern, viel mehr, als für ihn gut war, aber er würde sie verlassen müssen. Schon seit einiger Zeit suchte er eine Fluchtmöglichkeit, doch die Grenzen der weiträumigen Schlossanlage waren streng bewacht.
An diesem Tag musste Ariac mit Falkann trainieren, doch bald wurde aus dem Training ein realer Kampf. Falkann schlug so hart zu, dass Ariac nur noch mit Mühe ausweichen konnte, sodass Brogan, der mittlerweile das Training übernommen hatte, immer wieder eingreifen musste.
»Schluss jetzt, Falkann, beruhige dich, du sollst ihn nicht umbringen.«
Eine kurze Zeit hielt Falkann sich zurück, doch dann, als Brogan gerade mit Tovion und Broderick eine bestimmte Kampftechnik übte, ging es wieder los. Falkann schlug hart zu und traf Ariac an der Schulter. Bei dem kam nun plötzlich das harte Training von Worran durch. Er wehrte sich gnadenlos, und innerhalb kürzester Zeit waren die beiden in einen brutalen Kampf verwickelt. Irgendwann hielt Ariac Falkann am Boden fest, sein hölzernes Schwert an seiner Kehle. Ariacs Gesicht war wutverzerrt, und seine Augen funkelten gefährlich. Er sah aus, als wollte er gleich zustoßen.
»Schluss jetzt«, schrie Brogan und riss Ariac zurück, der erst ganz langsam in die Wirklichkeit zurückzukommen schien.
»Ihr sollt euch nicht umbringen, verdammt«, sagte der Zauberer mit seiner durchdringenden Stimme und funkelte die beiden an, die sich nun gegenüberstanden. »Gebt euch die Hand, und vertragt euch.«
Beide zögerten kurz und reichten sich schließlich widerwillig die Hände.
Rijana, die gerade mit Saliah geübt hatte, hielt inne. Sie betrachtete Falkann und Ariac, die sich schwer atmend gegenüberstanden. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können. Falkann, gutaussehend, hochgewachsen und kräftig, mit blonden Haaren. Er war wohlerzogen, gebildet und an sich sehr fröhlich und ausgeglichen. Ariac, der junge Mann aus der Steppe, dagegen war wild, ungezähmt und geheimnisvoll. Er hatte dunkle Haare und etwas dunklere Haut als die anderen. Die Tätowierungen an seinen Schläfen wirkten fremdländisch, zudem war er immer misstrauisch und ein wenig angespannt. Außer Rijana vielleicht, schien er niemandem wirklich zu trauen. Trotzdem wusste Rijana nicht, zu wem sie sich mehr hingezogen fühlte. Falkann war aufmerksam und liebevoll und bemühte sich mehr denn je um sie, aber für Ariac fühlte sie etwas ganz anderes.
Rijana seufzte, und Saliah, die ihre Gedanken gelesen zu haben schien, sagte ernst: »Eines Tages wirst du dich entscheiden müssen.«
Rijana zuckte zusammen und blickte die Freundin mit großen Augen an, antwortete jedoch nichts.
 
Flanworn war wieder einige Zeit in Staatsangelegenheiten unterwegs gewesen, doch nun kam er zurück und sah den fremden jungen Mann zum ersten Mal.Von Ariacs Gefangennahme hatte er bereits auf seinen Reisen gehört.
Ariac zuckte zusammen, als er dem merkwürdigen Mann über den Weg lief. Plötzlich fiel ihm ein, wo er ihn schon einmal gesehen hatte. Er ging zu Rijana und erzählte es ihr.
»Ich habe ihn auf König Scurrs Burg gesehen«, sagte er nachdrücklich, doch Rijana konnte es kaum glauben.
»Flanworn ist ekelhaft, aber soll er wirklich ein Spitzel sein?«
Ariac hob die Schultern. »Ich bin mir auch nicht vollkommen sicher. Damals hatte ich eine ganze Menge Gift von einer Feuerechse in mir.« Bei dem Gedanken daran verzog er das Gesicht. »Aber ich glaube schon, dass er es war.«
Rijana nickte ernst und versprach, mit König Greedeon darüber zu sprechen. Doch der war sehr empört über die Anschuldigungen.
»Was nimmt sich dieser junge Mann heraus?«, fragte der König entrüstet. »Er soll froh sein, dass ich ihn überhaupt aufgenommen habe. Viel wahrscheinlicher ist doch, dass er der Verräter ist.«
Rijana widersprach leidenschaftlich, aber König Greedeon wollte nichts mehr hören. Schließlich beließ sie es dabei, und auch Ariac bohrte nicht weiter nach, denn er war sich ja selbst nicht ganz sicher. Aber er würde diesen merkwürdigen Berater ein wenig im Auge behalten. Zumindest, solange er noch hier wäre.
 
Das Fest des Jahreswechsels kam, und es gab eine Feier in der großen Halle.Viele Lords und Ladys waren zusammengekommen, die Ariac neugierig musterten. Doch der stand nur mit finsterem Blick in einer Ecke und antwortete kaum auf irgendwelche Fragen. Aus Camasann kam die Mitteilung, dass kein neuer Junge sich als Sohn Thondras herausgestellt hatte, was kaum jemanden wunderte, denn alle bis auf Falkann waren sich bewusst, dass sie sich in gewisser Weise mit Ariac verbunden fühlten, dass er der Siebte war, auch wenn er nach wie vor misstrauisch blieb.
Es wurde Winter. Erneut fegten Stürme über das Land, und hin und wieder erschütterte ein Erdbeben den Boden. Da sich nun alle wieder überwiegend im Schloss aufhalten mussten, begann Berater Flanworn wieder verstärkt, Rijana nachzustellen, die sich seiner kaum noch zu erwehren wusste. Der schleimige Berater passte sie immer dann ab, wenn sie gerade allein war.
An diesem Abend lief Rijana gerade einen Gang entlang, als sie aus einem der Zimmer schon wieder die Gestalt des Beraters kommen sah. Rasch drückte sie sich in die Tür, die zur Bibliothek führte. Sie sah Tovion, der in einem der dicken Bücher las. Seitdem Nelja wieder nach Camasann abgereist war, fand man ihn meist in der Bibliothek. Rijana setzte sich auf die Lehne seines großen Stuhls.
»Was liest du denn?«, fragte sie lächelnd.
Wie aus einer anderen Welt gerissen blickte er zu ihr auf und lächelte dann ebenfalls. »Es geht um die letzte Schlacht der Sieben.«
Neugierig blickte Rijana in das Buch hinein und sah Bilder von einem grausamen Gemetzel von Orks und Menschen. Ein Schauder überkam sie.
»Was meinst du, wer wir damals gewesen sind?«, fragte sie nachdenklich.
Tovion zuckte die Achseln. »Das weiß ich auch nicht. Na ja, bei dir ist es einfach«, sagte er lächelnd. »Du warst wohl entweder Nariwa oder Celina. Bei uns Männern ist es etwas schwerer.«
»Warum kann man sich denn nicht erinnern?«, fragte sie grüblerisch.
Tovion seufzte. »Ich weiß nicht, manchmal sehe ich sogar ganz kurze Ausschnitte aus den früheren Leben vor mir. Geht es dir nicht so?«
»Doch, schon«, gab sie zu. »Besonders, als ich das Schwert in Camasann berührt habe. Aber es waren immer nur ganz kurze Augenblicke.«
»Wahrscheinlich wäre es wohl zu grausam, wenn wir uns an alles erinnern würden.« Er verzog das Gesicht. »Wir sind nie sehr alt geworden, und zumindest in den letzten Leben wurde immer einer von uns zum Verräter.«
Rijana war sofort wieder auf Verteidigungsposition. »Ariac wird uns nicht verraten.«
Tovion lächelte beruhigend. »Das habe ich ja auch nicht gesagt.« Dann blickte er sie ernst an. »Du magst ihn, oder?«
Rijana wurde ein wenig rot, dann nickte sie.
»Das ist ja auch in Ordnung«, versicherte er, »aber lass Falkann nicht zu lange im Ungewissen, falls du dich gegen ihn entscheidest, ja?«
Rijana versprach es, allerdings war sie sich selbst noch nicht im Klaren darüber.
Tovion wandte sich wieder dem Buch zu. »Zwei der Schwerter waren nach der Schlacht verschwunden«, sagte er nach einer Weile.
Rijana beugte sich über das Buch. »Hat jemand überlebt?«
Tovion schüttelte den Kopf. »Nein, nachdem Slavon die anderen verraten hat, nicht.«
»Das ist grausam«, regte Rijana sich auf, die sich kaum vorstellen konnte, dass einer ihrer Freunde, und sei es auch nur in einem anderen Leben gewesen, so etwas tun konnte. »Warum ist denn alles so gekommen, ich meine, ursprünglich haben doch alle zusammengehalten?«
Tovion stimmte zu, er kannte sich in der Geschichte gut aus. »Als Thondra die sieben jungen Krieger«, er hielt inne, »uns eben, damals mit der besonderen Gabe segnete, rechnete er wohl nicht mit der Gier der Menschen. Es ging bei einigen Schlachten gut, doch nachdem bekannt wurde, dass wir immer wiedergeboren werden, nutzten die jeweiligen Herrscher das eben aus. Sie machten Jagd auf uns und versuchten, uns für ihre Zwecke zu missbrauchen.« Tovion seufzte. »Und das ist ihnen wohl auch einige Male gelungen. Als junger Mensch ist man noch formbar, und so wurden wir eben hin und wieder bei Schlachten eingesetzt, in denen es nur um Ländereien und Reichtum ging. Das hat Thondra wahrscheinlich erzürnt, und deswegen wurden wir wohl auch lange Jahre nicht wiedergeboren. Das vermute ich zumindest.«
Rijana hatte aufmerksam zugehört. »Wird es wieder passieren?«, fragte sie ängstlich. »Ich meine, dass uns einer verrät oder dass wir in einem sinnlosen Krieg kämpfen müssen?«
Tovion blickte sie ernst an. »Ich weiß es nicht, aber manchmal habe ich schon den Eindruck, dass wir zu sehr unter König Greedeons Einfluss stehen. Ich meine, er hat die Schule unter seiner Kontrolle, versorgt uns mit allem und kontrolliert uns genau.«
»Das hat Ariac auch schon gesagt.« Rijana biss sich auf die Lippe. »Was sollen wir denn tun, Tovion?«
Der seufzte und nahm sie in den Arm. »Auf unser Herz hören und versuchen, den richtigen Weg zu finden.«
 
Ganz langsam ging der Winter zu Ende, und Ariac hatte noch immer keine Möglichkeit gefunden, aus dem Schloss zu fliehen. Allerdings wurden seine Bemühungen auch ein wenig unentschlossener und weniger dringend. Nach und nach hatte er ein wenig das Gefühl, wahre Freunde gefunden zu haben. Besonders, wenn er Rijana sah, schlug sein Herz höher. Sie war jetzt achtzehn Jahre alt und eine wirkliche Schönheit. Auch Saliah war wunderschön, aber an Rijana war etwas Natürliches, Wildes, das ihm besonders gefiel. Aber Ariac konnte sich noch nicht binden. Erst musste er wissen, wer sein Volk auf dem Gewissen hatte.
Es war ein stürmischer Frühlingstag. Schon seit Tagen regnete es, und kaum jemand ging vor die Tür. Rijana war in der Nacht aufgewacht und durstig, aber ihr Wasserkrug war leer. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich ihr Kleid anzuziehen und sich auf den Weg in die Küche zu machen, wo frisches Wasser stehen würde. Müde ging sie durch das nächtliche Schloss. Die Fackeln warfen unheimliche Schatten, als sich aus einer Nische plötzlich eine Gestalt löste. Rijana ließ vor Schreck beinahe den Krug fallen – Berater Flanworn. Er starrte sie mit gierigem Blick an.
»Na, junge Lady, so spät am Abend ganz allein unterwegs?«
Rijana nickte und wollte rasch weitergehen. Doch der Berater stellte sich ihr in den Weg. »Nicht so eilig, du wirst doch nicht vor mir davonlaufen.«
Rijanas Kehle war wie zugeschnürt, sie wusste nicht, was sie tun sollte. Flanworn kam immer näher, sodass sie seinen fauligen Atem riechen konnte. Sie schubste ihn nach hinten.
»Lasst mich in Ruhe, Flanworn!«
Der Mann kam näher und drückte sie so plötzlich gegen die Wand, dass der Krug zu Boden fiel. Plötzlich war sein falsches Lächeln verschwunden. Zu lange war Flanworn jetzt schon hinter Rijana her, und sie war ihm immer aus dem Weg gegangen. Jetzt hatte er sie vor sich, und er konnte seine Erregung nicht mehr zügeln.
Rijana trat nach ihm und wollte ihn erneut wegschubsen, doch Flanworn schlug sie so hart ins Gesicht, dass ihr Kopf gegen die Mauer knallte und sie beinahe das Bewusstsein verlor. Anschließend zog er sie nach oben und riss ihr Kleid auf. Er konnte ihre kleinen festen Brüste sehen und zitterte vor Erregung. Endlich ließ der Schrecken etwas nach, und nun erinnerte sich Rijana an ihre Ausbildung als Kriegerin. Gerade wollte sie ihn angreifen, da wurde Flanworn von einem Schatten angesprungen. Zunächst wusste Rijana nicht, wer es war, und sie zog sich in eine Ecke zurück. Doch dann erkannte sie Ariac, der wütend auf den kleineren Mann einschlug. Schließlich lag Flanworn blutend am Boden und zuckte nur noch leicht.
Ariac kam vorsichtig näher und blickte Rijana unsicher an. »Ist alles in Ordnung?«
Sie nickte stumm, und als er sie vorsichtig an der Wange streichelte, umklammerte sie ihn wie eine Ertrinkende.
»Bitte, ich will hier weg«, flüsterte sie.
Ariac half ihr auf. Dann ging er noch einmal zu Flanworn, der sich mühsam aufrappelte »Schau sie nur noch ein einziges Mal zu lange an, und ich bringe dich um«, drohte er.
»Du hast das falsch verstanden«, stammelte der Berater, doch Ariac trat ihn nur in die Seite, woraufhin Flanworn leise fluchte.
»Komm«, sagte Ariac und führte die noch immer verstörte Rijana weg.
Als sie an ihrem Zimmer angekommen waren, fragte Rijana ängstlich: »Kannst du bei mir bleiben?«
»Natürlich«, erwiderte er und trat mit ein.
Sie setzte sich zitternd auf das Bett. Ariac nahm eine Decke, legte sie ihr um die Schulter und nahm sie in den Arm.
Vorsichtig streichelte er über die kleine Beule an ihrem Kopf. »Soll ich eine der Kräuterfrauen holen?«
Sie schüttelte den Kopf und klammerte sich an ihm fest.
»Flanworn hat mich schon die ganze Zeit verfolgt, er ist so widerlich«, sagte sie kaum hörbar.
Ariac hob ihren Kopf ein wenig an. »Warum hast du denn nie etwas gesagt?«
»Ich habe es Falkann schon im Sommer gesagt, aber der hat mir nicht geglaubt. Und dann hat Flanworn sich auch ein wenig zurückgehalten.«
»Ich lasse nicht zu, dass er dich noch einmal anfasst«, versprach Ariac ernst. »Du solltest mit König Greedeon reden, damit er ihn fortschickt.«
Rijana schüttelte den Kopf. »Nein, er wird mir nicht glauben. Ich habe einmal versucht, so etwas anzudeuten, aber der König ist von seinem Berater sehr überzeugt. Als ich damals erzählt habe, dass du gemeint hast, du hättest Flanworn schon mal in Ursann gesehen, wurde er ganz wütend. Greedeon wird mir nicht glauben.«
Ariac streichelte ihr über die Haare. »Dann pass ich eben besonders gut auf dich auf.«
Es dauerte lange, bis Rijana einschlief, und sie war froh, dass Ariac bei ihr blieb. Bei ihm fühlte sie sich sicher und geborgen.
 
Am nächsten Tag wollte Ariac trotz allem mit dem König reden, doch scheinbar war Flanworn ihm zuvorgekommen. König Greedeon hob abwehrend die Hand, als Ariac beginnen wollte.
»Warte, ich weiß es bereits. Flanworn hat mir alles berichtet. Es war ein Missverständnis. Er hat Rijana in der Dunkelheit nicht erkannt und ist gestolpert. Dabei hat er sich an ihr festgehalten, und ihr Kleid ist zerrissen. Die Kleine hat das wohl missverstanden.«
Ariac machte ein wütendes Gesicht. »Das ist überhaupt nicht wahr. Er hat sie bedrängt und wollte sie sich nehmen.«
»Jetzt mach dich doch nicht lächerlich, Junge«, erwiderte der König kopfschüttelnd. »Berater Flanworn ist ein Mann von Ehre, der so etwas niemals tun würde. Ich bin übrigens sehr empört darüber, dass du ihn niedergeschlagen hast.« Der König hob kritisch die Augenbrauen. »Was hast du eigentlich mitten in der Nacht im Schloss getan?«
Nun wurde Ariac ein wenig verlegen, denn er war auf der Suche nach einem Geheimgang gewesen, wie es sie normalerweise in Schlössern gab, doch er hatte nichts gefunden. Er hatte gehofft, so aus dem Schloss zu entkommen.
»Ich wollte mir etwas zu trinken besorgen«, log er schließlich. Etwas Besseres fiel ihm nicht ein.
Der König blickte ihn misstrauisch an, sagte jedoch nichts weiter dazu. Ariac durfte sich zwar innerhalb des Schlosses mittlerweile frei bewegen, aber er stand trotz allem noch unter genauer Beobachtung.
»Also, ich hoffe, das Missverständnis ist damit aus der Welt geräumt«, schloss der König ernst mit einem Blick, der keinen Widerspruch duldete. In diesem Moment ging die Tür auf, und Flanworn, der ein blaues Auge und eine aufgeplatzte Lippe hatte, humpelte herein.
»Wenn er sie noch einmal anfasst, dann bringe ich ihn um«, drohte Ariac und verließ mit einem kalten Blick zum Berater den Raum.
König Greedeon schüttelte nur verständnislos den Kopf, doch Flanworn meinte mit einem falschen Lächeln: »Ja, ja, die jungen Leute, sie sind einfach zu heißblütig.«
 
Auch die anderen hörten von dem Vorfall. Natürlich glaubten sie Rijana, doch irgendwie konnten sie sich kaum vorstellen, dass Flanworn wirklich wagen würde, sie mitten im Schloss zu belästigen.
Einige Tage vergingen, und Rijana ging dem ekelhaften Flanworn, so gut es ging, aus dem Weg.
Es war ein dunkler Frühlingsabend, als Falkann von einem langen Ausritt zurückkam. Er stieg müde die Treppen hinauf, als er aus den Augenwinkeln heraus etwas bemerkte. Berater Flanworn stand hinter einem abgehängten Bild in einer Ecke des Flures und blickte angestrengt durch ein Loch in der Wand. Falkann kam leise näher, und als der Berater ihn hörte, fuhr er erschrocken herum, und ein verlegenes Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Er wollte rasch verschwinden, doch Falkann hielt ihn am Hemd fest und blickte durch das Loch. Erschrocken sah er, dass Rijana beinahe unbekleidet im Zimmer stand. Falkann packte die Wut. Er zerrte den Berater ins nächste Zimmer, drückte ihn dort an die Wand.
»Du hast tatsächlich versucht, sie zu beschmutzen, nicht wahr?«, fragte er mit bebender Stimme.
Der Berater wand sich verlegen. »Nein, gar nicht, ich wollte nur …«
Doch Falkann packte ihn und knallte seinen Kopf gegen die Wand. »Gib es zu, du Ratte!«
Flanworns Augen weiteten sich entsetzt, doch dann setzte er ein überlegenes Gesicht auf. »Na und, sie ist das Eigentum des Königs.«
Falkann unterdrückte einen Aufschrei und schleuderte den kleineren Mann durch den halben Raum. Der kam hektisch auf die Knie.
»Lass mich, ich bin der Berater des Königs, du darfst mir nichts tun. Schon gar nicht wegen dieser kleinen Schlampe.«
Falkann zog ihn wieder auf die Füße und funkelte Flanworn an. »Nenn sie noch einmal eine Schlampe, und ich bringe dich um!«
Der Berater verzog spöttisch das Gesicht. »Was ist sie denn sonst, schließlich ist sie ja ständig mit diesem Wilden zusammen. Wer weiß, ob sie sich ihm nicht schon hingegeben hat?«
Für einen winzigen Augenblick hatte sich Falkann nicht mehr unter Kontrolle. Er zog seinen Dolch und rammte ihn dem Berater in den Bauch. Flanworn riss entsetzt die Augen auf und gab ein gurgelndes Geräusch von sich, bevor er blutend auf dem Boden zusammenbrach.
Falkann torkelte fassungslos zurück. In seinem Kopf drehte sich alles. Was hatte er nur getan? Für einen Augenblick überlegte er, einen der Hofheiler zu holen, aber da gab Flanworn ein letztes gurgelndes Geräusch von sich, und seine Augen erloschen. Falkann schluckte ein paar Mal heftig und betrachtete entsetzt seine blutverschmierten Hände. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass er jemanden getötet hatte, aber normalerweise geschah dies im Kampf. Doch das, was er jetzt getan hatte, war eindeutig Mord.
Einige Zeit blieb Falkann fassungslos am Boden sitzen. Sollte er den widerlichen Berater einfach verschwinden lassen? Sollte er König Greedeon alles gestehen? Zunächst zog er letztere Möglichkeit in Betracht und ging aus dem Raum. Alles war still im Schloss. Doch dann sah er einen Schatten durch die Gänge huschen – Ariac.
In Falkann kochte der Zorn hoch, der für ihn die Entscheidung traf. Er schlich in Ariacs Zimmer, zog sein eigenes, blutverschmiertes Hemd aus und versteckte es unter Ariacs Bett. Anschließend schlich er sich leise in sein eigenes Zimmer und wälzte sich die ganze Nacht schlaflos im Bett.