Pohl Frederik

Titan 01

TITAN ist ein Versuch: der Versuch, eine Sammlung der besten Science Fiction‐Erzählungen – Kurzgeschichten, Novellen und Kurzromane – aus nahezu einem halben Jahrhundert zusammenzustellen, um eine kleine Bibliothek für den Kenner dieses Genres aufzubauen. TITAN wird mit vier Bänden pro Jahr, die im Rahmen der Serie Heyne Science Fiction Classics erscheinen, zunächst einen Grundstock legen mit einer Auswahl aus der bekannten und erfolgreichen STAR‐Serie, die Frederik Pohl in den fünfziger Jahren herausgab und die immer wieder nachgedruckt wurde. TITAN ist nicht Novität um jeden Preis. Die Kriterien sind vielmehr Qualität und bibliophile Rarität, das heißt: TITAN wird auch Erzählungen enthalten, die schon in anderem Zusammenhang in Deutschland erschienen, aber zumeist schon seit langem nicht mehr greif bar sind. TITAN wird aber ausschließlich Erzählungen in ungekürzter Fassung und sorgfältiger Neuübersetzung enthalten. TITAN ist etwas für Sammler, für Kenner – und für alle, die Spaß an einer gut erzählten phantastischen Geschichte haben.

Pohl Frederik

Titan 02

Das Mädchen war in der Nische des Verkaufsautomaten angekettet. Die meisten der schläfrigen Flugpassagiere von Kansas City, die aus der warmen Wüstennacht in die Ankunftshalle traten, starrten das Mädchen an, als sei es eine Art Ungeheuer, und hasteten weiter, doch Pip Chimberley wurde bei dem Anblick schlagartig munter und blieb stehen. »Ich heiße Ginevra und würde Ihnen gerne gefällig sein, aber Sie müssen mich leider zuvor kaufen.« Die Ketten klimperten, als sie hoffnungsvoll die Hände hob, um ihr kupferfarbenes Haar zurechtzustreichen. Ihr schlanker, gebräunter Körper glitt geschmeidig in eine Pose, bei der ihr hauchdünner Chemistik-Büstenhalter zu bersten drohte. Auf Pips Handflächen brach kalter Schweiß aus. Vor seinen Augen flimmerte es. Die leuchtenden Buchstaben zerspritzten zu einem Feuerwerk tanzender Lichtfunken, die erneut zu flammenden Worten verschmolzen. Ginevra, der neueste Konsumartikel, ein makelloser Körper, von automatischen Maschinen geschaffen, garantiert nie mit Menschenhand in Berührung gekommen, absolut jungfräulich, durch psionische Prozesse ausgebildet, sanftmütig und friedfertig. Eine Kostprobe aus Jack Williamsons »Konsumartikel«; dazu 8 weitere Erzählungen von Arthur C. Clarke, Lester del Rey, Chad Oliver, Cyril M. Kornbluth, Jack Vance und Philip K. Dick.

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Titan 03

Als die Türen des Lifts sich öffneten, schlug ihr ein Geruch von Fäulnis entgegen. Die Braut fuhr angewidert zurück, aber dann trat sie entschlossen aus dem Lift. Der Raum war einst ein phantastischer Mechanismus gewesen, ein Mutterleib aus rostfreiem Stahl. Er war kaum größer als die riesige Luftmatratze, die auf dem Boden lag, und vollkommen automatisiert. Temperaturregler sorgten für gleichmäßige Wärme. Die Nahrung kam durch Schläuche direkt aus den Verarbeitungsräumen herauf, ganz ohne menschliches Zutun. Eine Sprühdusche an der Decke wusch das aufgedunsene Wesen auf der Matratze. Rundum an der Wand war die Steuerkonsole angelegt, eine fast kreisförmige Klaviatur mit zehntausend Tasten. Über der Matratze war an der Decke ein Bildschirm angebracht. Vor langer Zeit war – ein Wasserrohr undicht geworden. Durch den winzigen Riß mochte Wasser ausgetreten sein und hatte den Boden aufgeweicht. Es roch nach Moder und Schimmel. Auch die Duschanlage funktionierte offensichtlich nicht mehr, und der Bewohner des Raums hatte entweder Angst, Fremde zum Reparieren des Schadens hereinzulassen, oder es war ihm längst gleichgültig geworden. Auf dem Boden lag verfaulende Nahrung, lagen leere Verpackungen und andere Abfälle… Soweit eine Kostprobe aus James E. Gunns „Die Unsterblichen“; dazu 6 weitere Erzählungen von: Isaac Asimov, Henry Kuttner, Alfred Bester,Catherine Lucile Moore, Arthur C. Clarke, Judith Merril und Richard Wilson.

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Titan 04

Eines Morgens im Juli, zwei Monate nach der Landung, sammelte sich in der Nähe des Raumschiffs ein mit galaktidischen Werkzeugen bewaffneter, aufgebrachter Mob von Einheimischen. Während der vergangenen zehn Nächte hatten sich wiederholt derartige Haufen gebildet. Gerieten diese Wilden in Verzweiflung, verloren sie auch noch das bißchen Verstand, das sie besaßen. Der wachhabende Offizier stand unter der offenen Schleuse und sah der Menge, die sich näherte, geringschätzig entgegen. Es bestand keine Notwendigkeit, Verteidigungsmaßnahmen einzuleiten; die Wilden würden, wie stets, versuchen, ihn mit den Werkzeugen niederzudreschen, damit keinen Erfolg haben und sich wieder zurückziehen. Der Eingeborene an der Spitze der Horde, ein großer stämmiger Kerl, hob sein Werkzeug wie eine Mistgabel. Der Offizier musterte ihn erheitert. Im nächsten Augenblick war der Galaktide tot, in blutigen Brei verwandelt, der den Boden der Luftschleuse besudelte… Eine Kostprobe aus Damon Knights „Einer muß der Dumme sein“; dazu weitere sechs klassische Science Fiction‐Erzählungen von Algirdas Jonas Budrys, Isaac Asimov, Hal Clement, Henry Kuttner, Jerome Bixby und Robert Silverberg

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Titan 05

Amos hörte, wie Doktor Miller neben ihm wieder zu atmen begann, sich das weiße Haar aus der Stirn wischte und verwundert ein einziges Wort murmelte: »Gott!« Einer der Mikhtschah‐Priester hob den Kopf und blickte suchend umher. Plötzlich begann Smithton zu schreien. Ein langgezogenes verrücktes Kreischen brach von seinen Lippen, während seine Lunge keuchend aus‐und einatmete. Mit stierem Blick wankte er steif wie eine Holzpuppe geradeaus. Er erreichte die Stufen vor dem Eingang. Einer der Priester brachte die Pistole in Anschlag und feuerte durch die Türöffnung. Smithton zuckte zusammen; er versuchte fortzulaufen und taumelte mit langsamer werdenden Bewegungen auf die Straße hinaus. Die Zielsicherheit der Mikhtschah war unglaublich und hatte auch diesmal nicht versagt. Smithton war bereits tot, obwohl er sich noch bewegte, wenn auch immer langsamer, als ob sich ein letzter Rest von Lebenskraft wie die Spannung in einer entleerten Batterie erschöpfte. Eine Kostprobe aus Lester del Reys „…denn ich bin ein eifersüchtig Volk!“; dazu weitere sechs frühe Erzählungen von Arthur Sellings, Tom Purdom, Algis Budrys, Rosel George Brown, Gordon R. Dickson und Cordwainer Smith

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Titan 06

Herrschaften, das war eine Fortbewegungsmethode! Mit einem Sprung legte er gut fünfzig Meter zurück, schoß ausgestreckt durch die Luft wie ein Speer und landete auf dem Schnabel. Mein langsames Dahinstapfen schien ihn zu verblüffen, doch nach einigen Augenblicken paßte er sein Tempo an – nur alle paar Minuten legte er einen von diesen Sprüngen ein und bohrte sich ein gutes Stück vor mir mit der Nase in den Sand. Dann kam er mit einem Satz zurück – anfangs machte es mich nervös, wenn er mit seinem langen Schnabel wie eine Lanze auf mich zugeschossen kam, aber er traf immer zielsicher den Sand neben mir. Auf diese Art arbeiteten wir uns quer durch das Mare Chronium. Es war so eintönig, daß ich fast froh war, am Abend des zweiten Tages die Wüste Xanthus vor uns zu sehen. Ich war ziemlich erschöpft, doch Tweel schien frisch wie eh und je zu sein. Ich glaube, er hätte das Mare in ein paar Stunden durchqueren können, mit seinen Riesensprüngen, doch er blieb bei mir. Ich bot ihm ein paarmal Wasser an; er nahm den Becher und saugte die Flüssigkeit mit seinem Schnabel auf, sprühte dann sorgfältig alles wieder hinein und reichte mir den Becher feierlich zurück. Soweit eine Kostprobe aus Stanley G. Weinbaums entzückender Mars-Odyssee. Der Band mit den berühmtesten Erzählungen älterer Science Fiction enthält darüberhinaus Geschichten von John W. Campbell, Lester del Rey Robert A. Heinlein.

Volo Fabio

Zeit für mich und Zeit für dich

Kurzbeschreibung

Lieben und sich lieben lassen – Lorenzo fällt beides schwer. Doch kann man es lernen? Als die Menschen, die ihm am wichtigsten sind, sich von ihm abwenden, versucht er es.

Über den Autor

Fabio Volo, geboren 1972 bei Brescia in der Lombardei, ist ein Multitalent. Und alles, was er macht, hat Erfolg. Er ist Autor mehrerer Bestseller, Schauspieler und er hat eigene Sendungen in Radio und Fernsehen. Fabio Volo lebt in Mailand, Rom, Paris und New York.

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