Dieser zweite Text entspricht Versen, die viel weiter hinten in der Atlakviða stehen und mit Strophe 24 beginnen: Hló þá Högni … »Da lachte Högni …« Im Gudrúnlied sind es die Strophen 127–130.
Nach Vers 19 verwarf mein Vater offensichtlich eine Stelle in seinem Gedicht, denn im fertigen Exemplar taucht sie nicht mehr auf. Das altenglische Gedicht setzt wieder ein und schließt mit Atlakviða 31: Lifanda gram … »Den lebenden Fürsten …«
Þa hlog Hagena þe man heortan scear |
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blodge on beode to his breðer gæf. |
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»Her is me heorte Hagenan frecnan, |
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bifaþ heo lythwon nu on beode liþ, |
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efne swa lyt bifode þa on breoste læg. |
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Swa scealtu, Ætla, ealdum maðmum, |
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leohte life samod beloren weorðan! |
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Her æt anum me is eal gelang |
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hord Niflunga, nu Hagena ne leofað: |
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a me twegra wæs tweo on mode; |
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untweo is me, nu ic ana beom. |
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Rin sceal rædan readum golde |
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wrohtweccendum, wealcende flod |
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blican on burnan beagas wundene, |
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nealles on handum Huna bearna!« |
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Leod lifigendne on locan setton |
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Huna mænigo. Hringbogan snicon, |
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Slog þa Guðhere gramhycgende |
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hearpan on heolstre. Hringde, dynede, |
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25 |
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heaðotorht hlynnan þurh harne stan |
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feondum on andan. Swa sceal folccyning |
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gold guðfrea wið gramum healdan. |
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Da lachte Hagena, als sie das Herz herausschnitten |
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dem lebendigen Krieger – er klagte kaum. |
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Blutig brachten sie es seinem Bruder auf einer Schüssel. |
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Da sprach der Speer-Niflung Guðhere: |
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»Hier habe ich das Herz Hagenas des Kühnen, |
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ungleich dem Herzen des feigen Hella. |
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Es zittert wenig, wo es jetzt auf der Schüssel liegt, |
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so wenig zitterte es auch, als es noch in der Brust lag. |
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So sollst du, Ætla, der alten Schätze, |
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des Lichts wie des Lebens, beraubt werden. |
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Nur noch mir allein gehört |
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der Niflungenhort, wo jetzt Hagena nicht mehr lebt. |
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Als einer von zweien zweifelte ich immer, |
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jetzt zweifle ich nicht mehr, wo ich allein bin. |
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Der Rhein soll hüten das rote Gold, |
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das streiterweckende, die wallende Flut [soll hüten] |
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das riesenentstammte Erbe der alten Niflungen. |
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Im Fluss sollen glänzen die gedrehten Ringe, |
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nicht an den Händen der Hunnensöhne.« |
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Den lebenden König in ein Gehege setzte |
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die Hunnenschar. Schlangen krochen, |
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Ringelwürmer in den Wänden. |
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Da schlug Guðhere grimmen Herzens |
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Saite an Finger. Seine Stimme drang |
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hell wie ein Kriegsschrei durch den grauen Fels |
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vor Wut auf seine Feinde. So soll ein Volkskönig, |
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ein Kriegsherr, sein Gold gegen Feinde behaupten. |