ANHANG C
FRAGMENTE EINES HELDENGEDICHTS ÜBER ATTILA AUF ALTENGLISCH
Diese Verse in altenglischen Stabreimen wurden zu einem unbekannten Zeitpunkt verfasst, aber ich halte es für zumindest sehr wahrscheinlich, dass sie derselben Periode angehören wie die anderen Gedichte in diesem Buch, nämlich den frühen Jahren meines Vaters in Oxford nach seinem Weggang aus Leeds.
Nach Inhalt und Verlauf sind beide Stücke der altnordischen Atlakviða recht genau nachgebildet. Von beiden gibt es mehr als ein Exemplar, mit geringfügigen fortlaufenden Verbesserungen. In beiden Fällen habe ich eine Übersetzung und erklärende Anmerkungen beigegeben.
I
Dieser Text entspricht den ersten acht Strophen der Atlakviða, die viele Schwierigkeiten und Zweifelsfälle enthalten, und es ist denkbar, dass mein Vater die Stelle schlicht deswegen auswählte, weil das nordische Lied damit anfängt. Vielleicht trug er sich mit der Absicht, es irgendwann einmal im ganzen auf diese Weise umzuarbeiten. Die entsprechende Passage im Gudrúnlied sind die Strophen 37–44 (S. 407–411).
beornas ymb heorðe beore gefægon. |
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Druncon dryhtguman on dreorsele, |
5 |
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Huna heteþanc hæleþ ondreordon. |
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Secg suðlendisc sliþan reorde, |
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Cneofrið ciegde cuma on healle: |
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»Hider on ærende Ætla mec sende |
10 |
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mearh ridendne midlbætedne; |
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het inc gretan wel, Guðhere, beodan |
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þæt git helmum þeahte to his ham cwomen. |
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Þær git sceld sculon agan ond sceaft smeðne, |
15 |
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helm goldhrodene, Huna mænigo, |
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sadol seolforweredne, serc scynestan, |
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blancan betstan bitolhæbbendne, |
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wæde wealhbeaswe, ond wacne gar. |
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20 |
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weald þone widan on geweald sellan, |
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ofer giellendne gar ond gylden stefn, |
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maðmas micle, mearce Dænepes, |
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ond þæt mære holt – Myrcwudu hatte.« |
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Đa heafod hylde helm Burgenda, |
25 |
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Hagenan sægde: »Þa wit hyraþ swelc, |
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On Gnitanhæðe ic gold ne gefrægn |
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þæt wit oþres ne ahten efnmicle sped. |
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Wit seld agon seofon sweordum gefylled, |
30 |
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þára sint hiltu gehwilces heawen of golde; |
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mearh is mín mærest, mece betsta, |
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ahyþed of horde hean Caseres – |
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þonne ealra Huna an is min betera.« |
35 |
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Hagena |
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Þy ic wriðen fæste þær wulfes hær |
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wylfen, þæs ic wene, bið uncer waþ heonan.« |
40 |
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am Herd labten sich Krieger an Bier. |
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Die Gefolgsleute tranken in der düsteren Halle, |
5 |
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die Krieger fürchteten den Hass der Hunnen. |
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Der Mann aus dem Süden rief mit grimmiger Stimme, |
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Cneofrið, der Fremde in der Halle: |
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»Mit einer Botschaft sandte mich Ætla her |
10 |
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auf gezäumtem Pferd. |
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Grüßen soll ich euch, Guðhere, und bitten, |
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dass ihr behelmt zu ihm kommt. |
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Schilde sollt ihr dort haben und glatte Speere, |
15 |
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vergoldete Helme, eine Menge Hunnen, |
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versilberte Sättel, hell glänzende Brünnen, |
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die besten gezäumten Pferde, |
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welsche rote Kleider und schlanke Spieße. |
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20 |
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in eure Gewalt geben den weiten Wald, |
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singende Speere und goldene Steven, |
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und den berühmten Wald, der Myrkwid heißt.« |
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Da wandte der Herr der Burgunder das Haupt |
25 |
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und sagte zu Hagena: »Da wir solches hören, |
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Ich wüsste nicht von solchem Gold auf der Gnitaheide, |
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dass wir zwei nicht genauso viel besäßen. |
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Wir haben sieben Säle, von Schwertern voll, |
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deren Griffe alle aus Gold sind. |
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Mein Pferd ist das berühmteste, mein Schwert das beste, |
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mein Helm der glänzendste und mein Schlachtschild |
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vom Hort des Kaisers genommen – |
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mein einer ist besser als die aller Hunnen.« |
35 |
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Hagena |
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Fest an den Ring geknüpft fand ich ein Wolfshaar |
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Wölfisch, glaube ich, wird unser Weg dorthin sein.« |
40 |