32
Trents lange, schwarze Limousine fuhr an den Randstein, ein sanftes Gleiten in der Dunkelheit. Sofort packte Ivy den Türgriff. Die Beifahrertür öffnete sich, und dann stand sie schon auf der Straße, die Augen auf den Kirchturm gerichtet. Sie warf einen Blick zurück und schaute erst zu Quen, dann zu Trent, der zusammen mit mir und Bis hinten saß, Lucy auf dem Polster zwischen uns.
»Danke fürs Herfahren, Trent. Quen?«, sagte sie, leise, aber aufrichtig. Und damit war sie verschwunden. Ihre Absätze klapperten auf dem kühlen Zement, und sie schüttelte ab, dass sie zu lange nicht zu Hause gewesen war. Vampire waren wirklich die Stubenhocker der Inderlander-Gesellschaft, und die Reise war ihr auf eine Art schwergefallen, die ich mir nicht vorstellen konnte. Dass Trent einen speziell für Tiefflüge gebauten Jet gechartert hatte, um uns in Stunden, nicht Tagen, nach Hause zu bringen, war ein Geschenk des Himmels.
»Sag deinem Piloten, dass seine Druckkontrolle trotzdem stinkt«, sagte Jenks vor dem offenen Fenster zum Abschied, dann schoss er zu Ivy. Mit einem breiten Grinsen sprang Bis durch das offene Schiebedach und warf sich hinter ihnen her in die Dunkelheit.
Ich legte mir eine Hand auf den Kopf, um zu verhindern, dass meine Haare flogen, und Lucy verzog im Schlaf das Gesicht, während sie mit den Armen wedelte, als würde sie fallen. Zusammen erklommen Jenks, Ivy und Bis im Dunkeln die Stufen und schoben die schweren Eichentüren auf, so dass eine Welle von Licht und Pixies sich nach draußen ergoss. Ich warf einen kurzen Blick auf die Wolke aus Seide und Stoff, dann lehnte ich mich im kühlen Leder zurück. Ich wollte nicht aussteigen — auch wenn ich froh war, wieder nach Hause zu kommen.
Ein Blitz aus flüssigem Licht verwandelte sich in Jenks, der zum Glockenturm schoss, um den wachhabenden Pixie zu kontrollieren. Ich hörte ein hohes Flügelzirpen, und dann startete eine hochfrequente Tirade. Jenks war über irgendetwas nicht glücklich. Ein Grund mehr, noch eine Weile einfach sitzen zu bleiben.
Mit einem Klicken löste Quen seinen Gurt und stieg aus. Irgendwo in einer nahen Straße schrien Kinder, und ein Motor heulte auf. Der Kofferraum öffnete sich, und ich zog meine neue Tasche auf den Schoß. Ich wusste nicht, was mit meiner alten passiert war. Mein Handy war mal wieder verschwunden, aber zumindest hatte Vivian mir meinen Beschwörungsspiegel zurückgegeben — was auch immer mir das half. »Danke für die Heimreise«, sagte ich leise zu Trent, um Lucy nicht zu wecken. »Hör nicht auf Jenks. Der Luftdruck war in Ordnung.«
Mit einem Lächeln steckte Trent die Decke mit Disney-Aufdruck unter Lucys Kinn fest. Sie bewegte sich, wachte aber nicht auf. »Gern geschehen. Der Honig schien zu helfen.«
»Jau.« Ivy schrie Jenks an, der den Geräuschen nach zu urteilen wieder in der Kirche war — irgendwas darüber, dass er seine Kinder in Ruhe lassen sollte und sie es gut gemacht hatten. Engel und Arschlöcher schienen auch eine Rolle zu spielen. Seufzend starrte ich auf den Lichtfleck vor der Kirche. Ich war müde, und aus dem Auto auszusteigen wäre wieder anstrengend.
»Ich weiß, dass ich es schon gesagt habe, aber danke. Für Lucy«, sagte Trent.
Ich drehte mich zu ihm um, dann lächelte ich das Mädchen an, das im Schlaf die Lippen schürzte. Schließlich glitt mein Blick wieder zu ihm, und ich verinnerlichte die Liebe zu ihr, die ehrlich und unleugbar in seinem Gesicht geschrieben stand. Er hatte sich verändert, war weniger selbstbewusst und weicher. Oder vielleicht sah ich ihn nur jetzt erst so. »Sie ist wunderschön«, sagte ich und zog ihre Decke zurecht.
Das Zuschlagen des Kofferraums war deutlich, und ich griff nach der Tür.
»Bei Ceri kann es jeden Tag so weit sein«, sagte Trent, und ich fragte mich, ob er mich noch einen Moment länger hierbehalten wollte. »Aber nachdem Lucy als Erste geboren wurde, wird Ceris Baby nur das Zweitgeborene sein.«
Ich ließ mich neugierig in den Sitz zurückfallen. »Lucy ist die ranghöchste Elfe der nächsten Generation? Nicht Ceris Baby?«
Seine neue Sanftheit verschwand, und er warf mir einen festen Blick zu. »Ich habe es ernst gemeint, als ich sagte, dass du ein Mitspracherecht hast.«
Ich zog meine neue Jacke enger um mich und versuchte, es herunterzuspielen. »Du meinst, ich muss babysitten?«
»Ich dachte eher an eine Patentante.«
Meine nervöse Heiterkeit schlug in Schrecken um. Oh Mann, eine dämonische Patin — das Gegenteil der guten Fee. Mir wurde leicht schlecht. »Okay. Ja, das würde mir gefallen. Danke. Es ist eine Ehre«, sagte ich.
Ich war mir nicht sicher, ob es eine kluge Idee war, aber trotzdem gab es mir ein gutes Gefühl. Ich genoss Trents Vertrauen, und das war offensichtlich eine Sache von Alles oder Nichts. Und wahrscheinlich ... genoss er auch meines.
Ich zuckte zusammen, als meine Tür aufschwang. Quen stand mit meinen zwei Koffern und der Kleidertasche am Randstein. Sie hatten die Hochzeit meines Bruders abgesagt, nachdem meine Mutter im Gefängnis saß, während San Francisco tobte. Robbie würde mir das nie verzeihen, und zu der neuen Hochzeit nächsten Monat war ich nicht eingeladen.
Ich schenkte Trent ein letztes Lächeln, berührte noch einmal kurz Lucys Zehen und stieg aus. Quen half mir dabei, mir eine Tasche über die Schulter zu hängen, und legte mir dann die Kleidertasche über den Arm, die ich auf der gesamten Reise nicht einmal geöffnet hatte. »Danke, Quen«, sagte ich, als sein vernarbtes Gesicht sich zu einem Lächeln verzog. »Sag Ceri schöne Grüße.« Ich lehnte mich vor und flüsterte: »Und tut mir leid wegen der Ranghöheren-Geschichte.«
Er lachte und sorgte damit dafür, dass die dunkle Straße behaglich wirkte. »Es ist ihr egal«, antwortete er. »Die beiden werden als Schwestern aufwachsen, auch wenn sie keinen Tropfen Blut gemeinsam haben.« Er zögerte und schaute zur offenen Kirchentür, durch die Lärm nach draußen drang. »Soll ich dir dabei helfen, das reinzubringen?«
Weil ich davon ausging, dass Trent nach Hause wollte, schüttelte ich den Kopf. »Geht schon. Danke dir.« Ich lehnte mich vor und grinste Trent durchs Fenster an. Er war über die Bank gerutscht und saß jetzt auf meinem Platz. »Danke für alles.« Ich hob eine Hand, und das Band aus verzaubertem Silber glitzerte im Licht. »Du bist, ähm, ein Lebensretter.«
Oh Gott. Ich hatte es gesagt. Und was viel wichtiger war, ich meinte es auch.
Trent wurde rot. »Danke. Das weiß ich zu schätzen.« Und dann, als hätte er auf die Gelegenheit gewartet, griff er in die Innentasche seiner Jacke und streckte mir einen Umschlag entgegen.
Ich beäugte ihn misstrauisch und verschob meine kleine Reisetasche auf der Schulter. »Was ist das?«
»Wenn du es nicht willst ...«, sagte er, und ich griff zu. Manchmal war in Trents Umschlägen Geld. »Er ist von den Withons«, sagte er, als ich den Umschlag aufriss und einen Scheck entdeckte. Einen schönen Scheck. Einen Scheck für mindestens sechs Monate. Verdammt, damit konnte ich mir ein neues Auto kaufen, um das zu ersetzen, das ich auf der Brücke geschrottet hatte, und noch einiges anderes.
»Es ist ein Ausgleich für den Ärger, den sie dir verursacht haben«, sagte Trent. Ich hob den Blick und entdeckte, dass er ziemlich hinterhältig grinste, bevor ich den Umschlag in meine Hosentasche schob. Das würde mir sehr helfen. Ganz abgesehen davon, dass es wahrscheinlich der einzige finanzielle Ausgleich dafür war, dass ich San Francisco von Ku'Sox befreit hatte. Natürlich hatte der Dämon ein gutes Stück der Innenstadt zerstört, aber die Gegend hatte sowieso mal eine Modernisierung nötig gehabt.
»Hast du sie dazu gebracht?«, fragte ich und verzog das Gesicht, als eine schrille Pixie-Tirade aus der Tür drang. Aaaah, es ist schön, zu Hause zu sein.
Trents Miene wechselte von verschlagen zu dankbar. »Du hast es gut gemacht«, sagte er und legte die Hand leicht auf Lucys Bauch. »Hast du nochmal darüber nachgedacht ...«
»Was, du willst immer noch, dass ich für dich arbeite? Ich bin ziemlich nutzlos«, sagte ich und fühlte das verzauberte Silber schwer an meinem Handgelenk.
»Das?«, fragte Trent und starrte auf das silberne Band. »Ich habe dir doch gesagt, es ist eine Wahl. Sag nur ein Wort, und ich verrate dir den Zauber, der es löst. Wir können uns auf Lucys Geburtstagsparty unterhalten. Magst du Clowns?«
Mir fiel die Kinnlade runter, und Quen zog sich ein wenig zurück. »Du setzt dieses süße kleine Mädchen nicht Clowns aus!«, rief ich.
Mit einem leisen Lachen lehnte Trent sich im Sitz zurück. »Pass auf dich auf, Rachel«, sagte er, als das Fenster schon nach oben glitt. »Und zögere nicht, mich anzurufen. Wir können Lucy das Reiten beibringen.«
Reiten. Genau. »Pass auch auf dich auf ... Trent«, sagte ich und war mir nicht sicher, was sich seltsamer anfühlte: dass ich es aussprach oder dass ich es auch so meinte. Die letzten zehn Tage waren sehr lehrreich gewesen. Der Mann war clever, intelligent, und ihm fehlte definitiv jemand, mit dem er sich einfach ... unterhalten konnte. Er war niemals er selbst, nicht mal bei Ceri. Es musste ein einsames Leben sein.
Aber es war nicht mein Problem. Ich winkte Quen kurz zu und drehte mich zur Kirche um. Ich wartete nicht darauf, dass sie losfuhren, sondern hob einfach meine letzte Tasche hoch und setzte mich in Bewegung. Jenks traf mich auf halber Strecke. »Fairys!«, kreischte er. »Im Garten!«
»Jetzt?«, stammelte ich, und mein Herz raste.
»Ja! Ich meine, nein!«, schrie er und flog rückwärts vor mir her, als ich an den Stufen zögerte. »Sie haben vor zwei Tagen angegriffen!«
»Sind alle in Ordnung?«, fragte ich, und mein Blick schoss zum Kirchturm, wo ich Bis entdeckte. Seine Augen leuchteten rot, und seine entspannte Haltung verriet mir, dass alles in Ordnung war.
Trent fuhr das Fenster wieder nach unten, lehnte sich heraus und fragte: »Gibt es ein Problem?«
Besorgt antwortete ich: »Jenks sagt, wir wurden vor zwei Tagen angegriffen.«
Quen zögerte mit der Hand an der Fahrertür und wechselte einen Blick mit Trent. War der Hexenzirkel immer noch hinter mir her? Sie hatten mich begnadigt, und auch wenn sie wütend auf Trent waren, weil er Ku'Sox freigesetzt hatte, würden sie in dieser Richtung nichts unternehmen, weil sie Angst hatten, dass Trent etwas noch Schlimmeres nachschob.
»Ich habe verschissene Zuckerwatte gegessen, während Fairys meine Kinder angegriffen haben!«, sagte Jenks in einer Wolke aus rotem Staub.
Ein leises Lächeln erschien auf Quens Gesicht, und mit einem Nicken stieg er ein. Trent allerdings hing immer noch aus dem Fenster. »Vielleicht sollte Quen das Gelände kontrollieren, bevor wir fahren«, sagte er, bevor er den Kopf zurückzog.
Quen schien genauso überrascht wie ich. Er saß bei noch geöffneter Tür hinter dem Lenkrad. »Sa'han?«
Jenks war ein leuchtender Ball aus Wut. »Meine Security ist in Ordnung«, knurrte er.
Aber Trent sprach bereits mit Quen. »Es kann nicht schaden, sich mal umzusehen«, hörte ich ihn leise sagen. »Ich komme gleich. Lucy braucht noch etwas.«
Er will reinkommen? Quen stieg aus dem Auto, nicht gerade verwirrt, eher ... duldsam. Es konnte nicht schaden, wenn Quen mal unter mein Bett schaute. »Okay. Sicher. Ist mir egal«, erklärte ich, und Jenks schoss beleidigt nach oben.
»Rache!«, kreischte er.
»Wir waren fast zwei Wochen weg«, sagte ich, als ich mich wieder daran machte, die Stufen zu erklimmen. »Was kann es schon schaden?« Aber was ich wirklich dachte, war: Was will Trent?
Quens Tür schlug zu, und ich wartete auf der Türschwelle auf ihn. Dann warf ich die Tür hinter uns zu und ließ die Koffer im dunklen Foyer fallen. Ivy stand lässig am Billardtisch und sortierte die Post von fast zwei Wochen, und ich entspannte mich. Aber trotzdem fehlte etwas. Pierce.
»Uns geht's allen gut«, sagte Jenks, während mir Quens Geruch in die Nase stieg. Er schien umso stärker, weil es im Foyer so dunkel war. »Wir brauche keine Hilfe.«
Quens Zähne blitzten auf, als er lächelte. »Mr. Kalamack möchte, dass ich das Gelände kontrolliere.« Sein Blick wanderte zu Ivy, als wolle er sie um ihre Erlaubnis bitten. Kluger Mann. »Ist das für die Damen in Ordnung?«
Ivy sah nicht einmal von den Briefumschlägen auf. »Tu, was du nicht lassen kannst. Aber bleib aus meinem Zimmer raus.«
Als Nächstes drehte sich Quen zu mir, und als Jenks beleidigt davonbrummte, fragte ich: »Wonach sucht er wirklich?«
Wieder lächelte er, aber diesmal war es sanfter. »Ich glaube, nach einer Ausrede.«
Super. Einfach nur fantastisch.
Quen schob sich an mir vorbei, und ein winziger Hauch von Zimt und Wein blieb zurück. »Ich sage dir doch, es ist alles prima!«, schrie Jenks aus dem Flur, als Quen sich in diese Richtung aufmachte, und dann kam der Pixie zu mir geschossen. »Rachel!«, jaulte er mich an, und seine langen Haare fielen ihm in die Augen. In der gesamten Kirche war nicht ein einziges Pixiekind — nicht ungewöhnlich, wenn ihr Dad auf dem Kriegspfad war.
Ich sammelte meine Sachen wieder ein und stapfte weiter. »Begleite ihn doch, wenn du willst.«
Jenks schwebte hoch und runter, als hinge er an einem Gummiband, aber als er hörte, wie die Hintertür sich öffnete und wieder schloss, blieb er bei mir und flog sauer rückwärts vor mir her.
»Was will er?«, fragte Ivy milde, als ich an ihr vorbeikam.
»Ich habe keine Ahnung.« Hatte ich nicht, aber ich ging davon aus, dass seine Behauptung, sich um Lucy kümmern zu müssen, eine Ausrede war, damit ich nicht sah, wie er sich mit seinem Gips die Stufen hochkämpfte. Er konnte es, aber seinen Bewegungen fehlte die übliche Eleganz, und ich wusste, dass ihn das störte.
»Was ist passiert?«, fragte ich Jenks. Meine Taschen schlugen immer wieder gegen die Wände im Flur.
»Die Kinder haben sie zurückgeschlagen«, gab Jenks zu, und langsam ließ sein Staub ein wenig nach, als er mir in mein Zimmer folgte. »Sie und dieses Fairymädchen.«
Das letzte Wort hatte er fast ausgespuckt. Ich schlug mit dem Ellbogen gegen den Lichtschalter und entdeckte, dass sein Gesicht zu einer scheußlichen Grimasse verzogen war. »Belle?«, fragte ich, weil mir einfiel, dass Sidereals Tochter hiergeblieben war, um mich zu beobachten. Die Luft in meinem Zimmer war muffig, und ich legte die Kleidertasche und den kleinen Koffer aufs Bett, um das schmale Buntglasfenster zu öffnen. Nachtgeräusche, der Duft von Ringelblumen und der Gesang von Pixies drangen in den Raum. Ich stemmte die Hände in die Hüften und seufzte, weil ich einfach glücklich war, zu Hause zu sein.
»Sie hat einen Namen? Du wusstest, dass sie hier ist?«, kreischte Jenks, und eine Staubwelle erhellte meine Parfümflaschen.
»Na ja. Ja.« Ich zog meine Jacke aus und hängte sie über den Bettpfosten. »Du nicht? Mann, Jenks. Sie ist seit Monaten hier.«
Er kochte vor sich hin, und sein kleines Gesicht verzog sich, als ich ihn auch noch damit aufzog. Ich wurde weich, öffnete meine Schranktür und hängte die Kleidertasche auf. Als ich den Reißverschluss öffnete, drang der Geruch nach sauberem Stoff hervor. »Alle sind in Ordnung, oder?«, fragte ich und überlegte, ob ich mehr Sorge empfinden sollte.
»Ja, schon ...«, gab er zu. »Aber ...«
»Dann entspann dich.« Ich zog das wunderbare Kleid aus seiner Tasche und hängte es nach ganz hinten. »Bis!«, schrie ich und spürte ihn auf dem Kirchturm. Wahrscheinlich konnte er mich nicht hören, aber er würde trotzdem kommen.
»Dir ist es egal!«, rief Jenks, und zwei Pixies stiegen vor dem Spiegel an meiner Kommode auf. »Wir sind angegriffen worden, und dir ist es egal!«
»Natürlich ist es mir nicht egal«, sagte ich, dann schlug ich die Schranktür so fest zu, dass sein Staub verwirbelt wurde. »Aber ich war fünf lange Stunden mit dir in einem Flugzeug gefangen. Niemand ist verletzt, und du musst dich abregen!« Er starrte mich böse an, und ich senkte meine Stimme. »Lass mich erstmal verschnaufen, okay?«, flehte ich.
Ein leises Kratzen am Türsturz ließ mich den Kopf heben. Es war Bis, die Ohren aufgestellt und erwartungsvoll. Er war in den letzten paar Tagen, in denen wir uns an der Küste erholt hatten, bevor wir nach Hause geflogen waren, nicht ganz er selbst gewesen. Zwischen uns gab es Unsicherheiten, die vorher nicht da gewesen waren, ein Gefühl von neuen Erwartungen und Verantwortung.
Keiner von uns wusste, was es bedeutete, gebunden zu sein, aber ich konnte meistens spüren, wo er war, und ihm ging es mit mir genauso. Und nachdem wir weder Al noch Pierce fragen konnten, welche Verantwortung ich ihm gegenüber und er mir gegenüber hatte, würden wir es einfach nach und nach herausfinden. Dass er mir beibrachte, wie man durch die Linien sprang, war kein Thema mehr, also war die Frage vielleicht hinfällig.
»Hi, Bis«, sagte ich, während Jenks auf meiner Kommode vor sich hinkochte. »Willst du dein T-Shirt?«
Sofort wurde er munter, glitt in mein Zimmer und ließ sich mit angelegten Flügeln auf meinen Nachttisch fallen. »Ich wollte gerade darum bitten«, sagte er, und ich spürte einen sorgenvollen Stich. »Können Sie es mir anziehen? Ich will es den Kindern zeigen.«
Er wollte es den Kindern zeigen. Subtil formuliert, aber wichtig. Er sah sich selbst nicht mehr als Kind, sondern als Erwachsenen. Ich hatte es schon im Flugzeug gesehen, als er sich wachsam mit einem Magazin beschäftigt hatte und daran, wie er im Flughafen die Leute beobachtet hatte, statt sich von den startenden Jets ablenken zu lassen, oder davon, dass alle ihn anstarrten. Erwachsen werden war nicht schlimm, aber irgendwie vermisste ich den alten Bis und sein Staunen über so gut wie alles. Er hatte immer noch seine neugierige Gutmütigkeit, aber jetzt wurde sie von dem Wissen beeinflusst, dass das Leben nicht fair war und schlimme Dinge passierten, selbst wenn man wachsam war.
»Aber sicher«, sagte ich, legte meinen kleinen Koffer aufs Bett und öffnete die Verschlüsse. Immer noch schmollend, landete Jenks auf dem offenen Deckel. Bevor wir nach Hause gekommen waren, hatten wir einen Tag in Disneyland verbracht, und Jenks war ein wenig ausgeflippt, hatte einen Souvenirladen leergekauft und sich generell benommen wie ein Streifenhörnchen auf Brimstone. Bis hatte sich mit einem T-Shirt zufriedengegeben, aber Ivy und ich hatten fast eine Stunde vor dem Laden gesessen und darauf gewartet, dass Jenks aus der Tinkerbell-Ausstellung kam. Seitdem hatte er nicht einen einzigen Fluch mit dem Namen der »Inderlander-Pionierin« ausgeschmückt, wie er sie jetzt nannte.
Ich zog Bis' T-Shirt heraus und faltete die bunt gemusterte Tüte mit Tinkerbell darauf sorgfältig zusammen, nachdem Jenks kleine, leidende Geräusche von sich gab, als ich sie zusammenknüllen wollte. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich da jemand in eine Schwärmerei hineinsteigerte. Schließlich schüttelte ich das leuchtend rote Shirt aus, um die Falten zu glätten, und hielt es Bis entgegen. »Ich glaube nicht, dass wir Flügelschlitze machen müssen«, sagte ich. In seiner Begeisterung über das Bild der Charaktere aus dem letzten Gargoyle-Streifen konnte ich ein wenig von seinem alten Selbst entdecken.
»Zu cool«, sagte er und streckte die Arme nach oben. Ich streifte ihm die weiche Baumwolle über den Kopf und zog vorsichtig, um sie über seine Ohren zu bekommen. Ich versuchte, mir ihn in meiner Größe vorzustellen, schaffte es aber nicht. Er war immer noch ein Kind und meine Verantwortung. Verdammt, wie hatte meine Mom das geschafft?
»Belle sagt, der Kampf war am Sonntag«, erklärte Bis, und seine Stimme drang nur gedämpft durch den Stoff. »Nachdem ich gegangen bin.«
»Ach ja?«, blaffte Jenks. Seine Flügel bewegten sich, aber er hob nicht ab.
»Flügel«, sagte ich, und Bis hob sie hoch genug, dass ich das Oberteil über sie hinwegziehen konnte.
»Sie sagt, ein vorbeiziehender Clan dachte, Jenks wäre gestorben, also haben sie angegriffen«, fuhr Bis mit glühenden roten Augen fort. »Sie wussten nicht, was sie tun sollten. Die Kinder, meine ich. Jih war auf der anderen Straßenseite, und es war Mittag. Aber Belle war wach, und sie hat sie gesehen. Hat Alarm geschlagen. Sie hätten den Garten übernommen und alle getötet, hätte es Belle nicht gegeben.«
Ich trat zurück und stellte fest, dass das Shirt perfekt war — auch wenn es an ihm etwas seltsam aussah. Ich hörte leise, wie sich die Eingangstür öffnete, dann murmelte Ivy etwas, bevor Trents Gips auf den alten Eichendielen klapperte. Meine Anspannung stieg. Trent war in meiner Kirche. Warum?
»Sie hat den Garten gerettet«, sagte Bis, während er sich im Spiegel an meiner Kommode betrachtete. Meine Parfümflaschen standen um seine Füße herum, und er warf nicht eine einzige um, als er sich umdrehte. »Hat den Kampf aufgenommen. Allen gesagt, was sie tun sollen. Hat die Verteidigungslinien aufrechterhalten, bis Jih helfen konnte. Niemand außer Belle wurde verletzt. Sie hat einen Pfeil ins Bein bekommen.«
Beunruhigt drehte ich mich zu Jenks um. »Du hast doch gesagt, niemand wurde verletzt!«
»Eine Fairy?«, fragte er ungläubig. »Seit wann machst du dir Sorgen um eine Fairy?«
»Seitdem eine davon das Leben deiner Kinder gerettet hat«, sagte ich, gerade als Trent vor meiner Tür stehen blieb. Ich sah ihn kurz an, dann knallte ich meinen Koffer zu. »Jenks, du bist ekelhaft, wenn du so bist«, sagte ich, dann drehte ich mich zu Bis um, um kurz zu zögern, als ich ihn in seinem leuchtend roten Hemd sah. »Wo ist Belle?«, fragte ich und vor meinem inneren Augen stieg ein Bild auf, wie sie verletzt und blutend irgendwo im Garten lag.
»Ähm, in der Küche«, antwortete er mit einem Seitenblick zu Jenks, als erwartete er, dass der Pixie protestieren würde.
Mit einem letzten bösen Blick zu Jenks trat ich in den Flur. Trent stand mit Lucy in den Armen vor mir, die nach frischem Puder roch. Seine verletzte Hand tätschelte sie, während er sie in den Armen wiegte. Ich hielt an, als er mir nicht schnell genug aus dem Weg ging, und senkte den Blick auf den Boden, während ich rot wurde. »Komm rein«, sagte ich leise. »Ich glaube nicht, dass ich dir außer Wasser etwas anbieten kann, aber das gebe ich dir gerne.«
Mühsam wich er ein wenig zurück, und ich atmete auf. »Ivy?«, rief ich, als ich in die Küche stiefelte. »Belle ist verletzt worden!«
»Belle?«, schallte es aus ihrem Zimmer. »Ist sie okay?«
»Ich glaube schon. In einer Minute sage ich es dir.«
Jenks klapperte mit den Flügeln, und Bis krabbelte als heller Punkt über die Decke, als er sich beeilte, vor mich zu kommen. Mit besorgtem Gesicht staubte Jenks neben meiner Schulter, aber er landete nicht dort, wie er es sonst getan hätte. »Ivy wusste es auch?«, fragte er, und mir wurde klar, dass seine finstere Stimmung nicht daher kam, dass er sich schlecht fühlte, sondern weil er der Letzte war, der davon erfahren hatte.
Ich schaltete das helle Küchenlicht an und blinzelte. Bis hatte gesagt, dass er mit ihr geredet hatte. Sie musste wach sein. »Jenks, wenn eine Fairy sich drei Monate lang in deinem Garten verstecken kann und dann so großmütig ist, deinen Kindern dabei zu helfen, einen Angriff zu überleben, findest du nicht, dass du deine Einstellung nochmal überdenken solltest?« Ich drehte mich zu ihm um, und seine Trotzhaltung geriet ins Wanken. »Du wirst vierzig Jahre alt werden. Du wirst erwachsen werden müssen. Schließlich ist die Welt klein, oder warst du doch nicht mit uns auf dieser Reise?«
Mit geräuschlosem Flügelschlag schwebte Jenks genau in der Mitte des Türrahmens, vollkommen ratlos. Trent schob sich um ihn herum und betrachtete die Küche, als er zwischen Ivys Holztisch und der Kücheninsel zum Stehen kam. Meine Verärgerung über Jenks verschwand, als eine Erinnerung aufstieg: die Erinnerung an Trent, wie er in meiner nicht realen Küche stand, verwirrt, verärgert und unglaublich attraktiv, während er versuchte, meine Seele mit einem Kuss zu retten. Und dann der Kuss selbst, der sich durch mich brannte und mein Chi wieder zum Leben erweckte. Ich hatte mich gedemütigt gefühlt, als ich aufgewacht war und feststellen musste, dass der Kuss real gewesen war — was nichts daran änderte, dass er sich gut angefühlt hatte. Aber das brachte mich wieder zu Trent, der mit Lucy im Arm dastand und die Augen durch meine Küche gleiten ließ, als würde er sie mit seinem Gedächtnis vergleichen.
Nervös drehte ich mich um und schaute auf den Kokon unter dem umgedrehten Brandyglas, wo einst Mr.Fish gestanden hatte. Mein Beta war immer noch bei Al im Jenseits, und ich konnte nur hoffen, dass der Dämon daran dachte, ihn zu füttern. Vielleicht würde Pierce es tun — wenn er noch am Leben war.
Vollkommen überraschend traten mir Tränen in die Augen, und ich drehte mich um, bevor Trent es bemerken konnte. Um etwas zu tun zu haben, öffnete ich das Fenster hinter mir weiter und ließ die Nachtluft und die Rufe von Pixies in den Raum. Jemand mähte eine halbe Stunde vor Mitternacht seinen Rasen. Es gibt nicht umsonst Aufsitzrasenmäher mit Scheinwerfern. Ich wusste nicht, ob meine plötzliche Erleichterung damit zusammenhing, dass ich zu Hause war — wirklich zu Hause -oder dass ich mich von allem im Jenseits für immer verabschiedet hatte.
Eine leichte Berührung an der Schulter ließ mich zusammenzucken, und ich versteifte mich. Dann entdeckte ich Bis neben der Spüle, die Augen besorgt aufgerissen, weil etwas, worüber er keine Kontrolle hatte, mir Schauer über den Rücken jagte. Aber auch seine Sorge half mir nicht. Er berührte mich, und ich konnte nicht das Geringste fühlen. Nichts erschien in meinen Gedanken, und ich fühlte nur das entfernte Vibrieren der Elfenmagie von meinem Handgelenk. Und ich vermisste die Kraftlinien, auch wenn ich die Freiheit genoss, die mir nun vergönnt war.
»Mir geht's gut«, flüsterte ich ihm zu, dann nahm ich die Schultern zurück und drehte mich langsam um. »Belle?«, fragte ich wackelig, und Jenks starrte mich an, als wäre ich verrückt geworden, als ich mir mit dem Handrücken über die Augen fuhr. Trent sagte nichts, sondern setzte sich nur vorsichtig auf den Rand von Ivys Stuhl, seinen Gips von sich gestreckt.
Ein Geräusch über der Kücheninsel zog unsere Aufmerksamkeit auf sich, und Jenks wurde rot, fluchte und verlor verlegen roten Staub, als ein weißhaariger, winziger Kopf über meinem kleinsten Zauberkessel mit der Beule erschien. Ich wusste immer noch nicht, wie sie dahin gekommen war. Die Beule, meine ich.
»Willkommen zurück, Rachel«, erklang Belles seltsam zischende Stimme, die ein wenig klang wie eine Grille. »Hattest du einen schönen Urlaub?«
Meine Augen schossen zu Trent, weil ich an die flügellosen Fairys denken musste, die er jetzt im Garten hatte. Wenn er noch nicht gewusst hatte, dass sie von mir kamen, wüsste er es zumindest bald. »Ich hatte schon bessere«, erklärte ich und reckte den Hals. »Bist du okay? Jenks hat gesagt, es gab einen Kampf.«
Jenks gab ein leises Grunzen von sich, als ein dünnes Seil aus dem Topf geworfen wurde und Belle sich daran herunterließ. Sie wirkte seltsam in dem hellrosafarbenen, zu kurzen Pixiekleid. Ich warf Jenks einen Blick zu. Er stand mit verschränkten Armen fast seitwärts auf dem Wasserhahn, um sie nicht direkt anschauen zu müssen.
»Mir geht's gut«, sagte sie und schlug auf ihr nacktes Bein, an dem sich ein Verband befand. »Es wird noch ein paar Tage dauern, bis ich meinen Langbogen wieder voll spannen kann, aber es wird heilen. Es spielt keine Rolle, ob ich lebe oder sterbe. Wir haben unser Territorium verteidigt.« Ihre Augen glitten zu Bis, der auf dem Kühlschrank saß, und lächelte. »Das Hemd gefällt mir.«
»Danke.«
Ich war vollkommen überrascht von der schüchternen Weichheit in seiner Stimme. Jenks hatte es auch bemerkt und räusperte sich, so dass Bis vor Scham tiefschwarz wurde.
»Dein Territorium«, berichtigte sich Belle, weil sie dachte, dass Jenks darauf reagiert hatte. Ich war mir da nicht so sicher.
Mit klappernden Flügeln landete Jenks neben ihr und musterte erst ihren Verband, dann ihr Gesicht. Neben ihm wirkte sie wie eine langarmige, sehnige Amazone. »Ähm, danke«, sagte er widerwillig und mit einem nervösen Seitenblick zu Trent. Aber der Mann schien mehr an den Zauberkesseln über der Kücheninsel interessiert zu sein, während er sanft Lucy wiegte, die in seinen Armen schlief. »Ich hätte es gleich sagen müssen.« Belle zog die bleichen Augenbrauen hoch, und er fügte hinzu: »Danke, dass du ihnen gesagt hast, was sie tun müssen. Sie sind gute Kinder, aber ...« Er setzte wieder an. »Du hast ihnen das Leben gerettet. Bitte ... bleib in meinem Garten. Wenn du möchtest.«
Obwohl er es zögerlich und besitzergreifend angeboten hatte, sah ich doch erstaunt zu Bis. Der Gargoyle grinste breit und akzeptierte Jenks' Meinungsumschwung mit einer Schnelligkeit, die nur ein Kind aufbringen konnte. Ich hätte das Ganze ja skeptischer betrachtet, aber Jenks würde nichts sagen, was er nicht auch meinte.
Belles langes Gesicht war bleich und wirkte im Kontrast zu der Pixiefarbe ihres Kleides fehl am Platz. »Deine Haare werden lang«, sagte sie plötzlich, vollkommen ausdruckslos.
Jenks strich sich eine Strähne aus den Augen. »Ja, na ja, ich habe niemanden mehr, der sie schneidet.«
Ich fragte mich, ob diese zwei Krieger einen Weg finden würden, nebeneinander zu existieren. Belle nickte als Antwort auf seine Entschuldigung, aber es war offensichtlich, dass sie noch kein endgültiges Urteil gefällt hatte.
Mir war unbehaglich zumute. Ich öffnete den Kühlschrank und wand mich innerlich. Jau, wir hatten nur noch Wasser, Ketchup und ein bisschen Butter. Vielleicht konnte ich Trent eine Virgin Mary machen — wir hatten noch Worcestersoße. »Will jemand Pizza bestellen?«, fragte ich leise und überlegte, wie lange Quen wohl brauchen würde, um den Friedhof zu kontrollieren.
»Ich!«, rief Bis, und ich duckte mich, als Jenks' Kinder aus dem Garten und dem Flur geströmt kamen und alle nach ihrem Wunschbelag schrien. Ihre hochfrequenten Stimmen weckten Lucy, und sie fing verängstigt an zu schreien. Bis legte die Ohren eng an den Kopf und sprang auf den Kühlschrank. Trent versuchte mit gerunzelter Stirn, Lucy zu beruhigen, aber einige Pixiemädchen schwebten über ihr und machten ihr nur noch mehr Angst. Offensichtlich hatten sie gelauscht, aber die Verlockung von Pizza hatte die Angst vor ihrem Dad überwogen. Brunnenkresseblüten?
»Jenks!«, schrie ich, als ich den Kühlschrank schloss, und er zuckte mit den Achseln.
Belle hatte sich hingesetzt, und ihr gelangweilter Gesichtsausdruck verkündete deutlich, dass sie das nicht als ihr Problem ansah. »Ihr hattet seit einer Woche nichts anderes als Pizza«, beschwerte sie sich, ihre Stimme laut genug, um über den Lärm gehört zu werden. »Man sollte meinen, ihr wärt sie inzwischen leid.«
»Pizza?«, rief Jenks. »Was ist mit dem ganzen guten Essen, das ich zur Seite ...« Er verstummte. »Vergesst es«, sagte er dann mit einem bösen Blick zu Bis, und der Gargoyle wurde vor Verlegenheit um einiges dunkler. »Ich will, dass ihr alle verschwindet!«, schrie er, und der Lärmpegel sank um die Hälfte, nachdem jetzt nur noch Lucy schrie. »Raus, und beobachtet diesen Elf im Garten!«
»Aber, Papa«, beschwerte sich eine seiner jüngeren Töchter. »Er sitzt einfach nur im Auto.«
Das passte. Ich warf Trent einen langen Blick zu. Mein Grundstück kontrollieren, hm? Sicherstellen, dass alles in Ordnung ist, hm? Was willst du, Trent? Ich seufzte, als mir aufging, dass dieser ganze Mist genau so angefangen hatte: als ich in meiner Küche stand und mich gefragt hatte, was Trent wollte.
»Raus! Alle!«, sagte Jenks und zeigte mit dem Finger auf das Fenster. Sie wirbelten aus der Küche und zogen eine Mischung aus Beschwerden und Pizza-Wunschbelägen hinter sich her. »Schlafen, wenn der Garten angegriffen wird! Ihr wärt alle tot, wäre Belle nicht gewesen. Was habt ihr die ganze Woche gemacht? Ferngesehen?«, nörgelte Jenks, während das letzte Kind verschwand.
Lucys Decke war nach unten gerutscht, und ich wollte sie wieder um sie herum feststecken. Trent hatte ihr einen Schnuller gegeben, und Lucy saß mit weit aufgerissenen Augen auf seinen Armen und saugte leise, aber heftig daran, fast schon wütend. Der Anblick zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht.
Ivy kam mit klappernden Absätzen in den Raum. Sie hatte sich umgezogen und trug jetzt massenweise Leder. Eine Hand in die Hüfte gestemmt und voll anzüglicher Dominanz musterte sie Trent von oben bis unten, der auf ihrem Stuhl saß. Das wütende, frustrierte Baby auf seinem Schoß schien ihm eine gewisse Immunität zu verleihen. Ihre Pupillen waren nur ein winziges bisschen geweitet, als sie sich abwandte. »Ich gehe aus. Bei dir alles okay?«, fragte sie.
Am anderen Ende der Küche schien Trent sich zu entspannen, während ich mich verkrampfte. Er wollte allein mit mir reden. Super. Wir hatten gerade erst fünf Stunden in einer kleinen Blechdose in der Luft verbracht. Hätte er es nicht da ansprechen können?
»Geh.« Ich deutete auf die Pizza-Gutscheine am Kühlschrank hinter ihr, und sie gab sie mir.
»Wenn du dir sicher bist ...«, hakte sie nach. Ich suchte ihren Blick, und in diesem Moment verstand ich. Wir waren zu Hause, und obwohl sich alles verändert hatte, war immer noch alles in Ordnung. Vielleicht sogar besser.
»Willst du wirklich nicht bleiben und Pizza essen?«, fragte ich, und sie trat einen Schritt zurück. Sie lächelte, um mir zu sagen, dass sie es auch wusste.
»Nein. Wir sehen uns nach Sonnenaufgang. Ciao, Trent«, rief sie schon aus dem Flur, dann lauter: »Jenks? Kann ich mal kurz mit dir über unsere Security reden?«
Ein Knoten löste sich in mir. Bei uns war alles in Ordnung. Mit einem Grinsen hob Jenks ab. »Ich komme, Mutter!«, spottete er.
Ihre Schritte hallten im Altarraum, und ich beobachtete, wie Belle auf den Boden kletterte und mit gezücktem Schwert einen Angriff von Jenks' Katze riskierte, um nach draußen zu kommen.
»Ich bin froh, dass Sie wieder da sind, Ms. Rachel«, sagte Bis scheu. Dann zog er das Hemd aus und ließ es auf dem Kühlschrank liegen, bevor er an die Decke sprang und Belle nach draußen folgte. Ich hörte ein leises Kratzen aus dem hinteren Wohnzimmer und ging davon aus, dass er durch den Kamin geklettert war, statt die kleinere Katzentür zu benutzen.
Ja, es war ein seltsames Leben, aber es gehörte mir, und ich hätte es gegen nichts auf der Welt eingetauscht.
Trent bewegte seinen Gips auf dem Boden und mein Unbehagen kehrte zurück. Ich ignorierte ihn, wischte den Staub vom Telefon und setzte mich auf die Anrichte, während ich versuchte, mich daran zu erinnern, wie er seine Pizza mochte. Nur für den Fall, dass er blieb.
Das Armband an meinem Handgelenk klimperte, und ich atmete tief den leisen Hauch von verbranntem Bernstein ein, der immer noch an mir hing. Das Silberband schien Funken durch meinen Körper zu schicken, und ich schauderte. Ich konnte Pixies in der Nacht spielen hören und andere Geräusche des Lebens da draußen. Ich erinnerte mich an die Herrlichkeit des Kollektivs in meinem Geist, die Macht in meinen Händen und das Wissen, dass ich aus dem Nichts etwas erschaffen konnte. Das war jetzt vorbei. Für immer.
»Du könntest das auch alles haben, Trent«, sagte ich und hörte die Unzufriedenheit in meiner Stimme. »Du musst nur deinen Job aufgeben, die Vampire und die Werwölfe wütend machen, dann noch einen dämlichen Menschen, der schwarze Magie wirken kann, und einen Dämon auf eine Großstadt loslassen. Oh, warte, das hast du ja schon getan.«
Er lachte, aber sein Lächeln verblasste schnell. »Du musst es nicht behalten«, sagte Trent plötzlich, und sein Blick wanderte zu meinem Handgelenk. »Ich habe es dir gegeben, damit du eine Wahl hast, nicht, damit du dich vor ihnen versteckst.«
Ich wand mich innerlich, weil mir nicht gefiel, dass ich so viel verraten hatte. »Ich habe meine Wahl bereits getroffen«, erklärte ich, aber ich konnte ihm dabei nicht in die Augen sehen.
Er schwieg und erkaufte sich Zeit, indem er Lucys Decke wieder feststeckte, die sie absichtlich wegstrampelte. »Das ist eine unglaubliche Menge Macht, die du dadurch aufgibst«, sagte er. Kurz stieg Wut in mir auf, aber dann verpuffte sie wieder.
»Es war auch eine Menge Ärger, die sie ausgelöst hat«, antwortete ich und starrte unbehaglich auf die Gutscheine. Sie waren abgelaufen, aber die Lieferanten scherte das nicht, wenn man nur genug Trinkgeld gab.
»Ich weiß nicht, ob ich mich so verletzlich machen könnte, nachdem ich mir so viele Feinde geschaffen habe«, sagte er, den Blick auf die Kücheninsel gerichtet, wo wir Plätzchen ausgestochen hatten.
Ich sah auf und fragte mich, ob er mir seinen Schutz anbieten wollte und ob ich es wohl schaffen konnte, ihm Lucy wegzunehmen, bevor ich ihn in den Hintern trat. »Feinde sind nichts Neues«, erklärte ich ruhig. »Zumindest stehe ich gerade auf keiner Abschussliste. Und ich kann immer noch Erdmagie wirken.« Er schaute auf die staubigen Töpfe, die an ihrem Regal hingen. »Vielleicht entspanne ich mich für eine Weile. Rette zur Abwechslung ein paar Vertraute aus Bäumen.«
Sein Gesicht entspannte sich und wurde zu einem Fast-Lächeln. »Ich glaube, das war der Grund, warum du bei der I.S. gekündigt hast, oder? Langweilige Aufträge?«
Ich schnaubte und nickte, während ich auf die Gutscheine schaute. Sie waren alle für weiße Pizza, dem Geschmack der Menschen angepasst. »Sei vorsichtig mit deinen Wünschen.«
»Sie könnten in Erfüllung gehen.« Trent starrte in die Nacht hinaus.
Die Erinnerung an den Kuss hob sich wieder in meinen Gedanken, und ich verzog das Gesicht. »Es wird schon werden«, sagte ich leise.
»Ich bin mir da nicht so sicher«, widersprach Trent und hob eine Hand. Es war die mit den fehlenden Fingern, und ich zögerte. »Du bist nicht hilflos«, fügte er hinzu, »aber ich habe deine Situation mal von meinen Rechtsanwälten überprüfen lassen, und sie ist nicht so klar, wie du es dir wünschst.«
»Meine Situation«, spottete ich. Aufgewühlt glitt ich von der Arbeitsfläche, um die Gutscheine wegzuwerfen. Pizza erschien mir im Moment ungefähr so verlockend wie Pappe. »Es gibt keine Gesetze für Dämonen«, sagte ich nervös. »Und wenn es keine Gesetze gibt, kann ich auch keine brechen. Ich brauche keine Lizenz, um Magie zu wirken. Ich bin nicht gebannt. Jetzt kann ich Dinge verkaufen, und Leute können mir Dinge verkaufen.«
»Aber werden sie das tun?«, fragte er. Seine Stirn war gerunzelt, während er meine größte Sorge laut aussprach.
Wahrscheinlich nicht. »Die I.S. lässt mich jetzt in Ruhe und auch die Vamps. Verdammt, Trent. Zum ersten Mal ist niemand hinter mir her, inklusive dir!«
»Das gestehe ich dir zu.« Trent lächelte, während Lucy auf seinem Schoß wieder wegdöste. »Aber nicht nur gibt es keine Gesetze für Dämonen und ihre Magie, es gibt auch keine, die dich beschützen. Falls Rynn Cormel es wollte, könnte er hier auftauchen, dich in seinen Kofferraum werfen und von dannen fahren.«
Ich lehnte mich gegen die Kücheninsel und verschränkte die Arme. »Das ist das Letzte, was er tun wird«, sagte ich, ohne mir sicher zu sein, ob ich das wirklich glaubte.
»Wahrscheinlich, aber er könnte es tun.« Trent schaute auf Lucy herab, aber er sprach mit mir. »Jeder könnte es. Ein streunender Hund genießt mehr gesetzlichen Schutz als du.« Er suchte meinen Blick, und ich unterdrückte ein Schaudern, weil ich wusste, dass er Recht hatte. »Dieses Silberband macht dich fast hilflos und jeder, der clever genug ist, wird das wissen. Es gibt keine Gesetze, die sich direkt mit Dämonen beschäftigen, und bis es sie gibt, bist du verletzlich.«
»Verletzlich.« Da war das Wort wieder, und es hallte in mir nach wie eine Warnglocke. Je stärker ich wurde, desto verletzlicher war ich.
»Du nimmst Gefallen von mir an«, fuhr er fort, »aber du stehst nicht auf meiner Gehaltsliste. Du behauptest, unter dem Schutz eines Meistervampirs zu stehen, aber du hast keinerlei Blutsbande zu ihm, und du hast gesehen, wie weit Cormels Wort gereicht hat, als der Hexenzirkel ihn unter Druck gesetzt hat. Ivy kann dich auch nicht vor allem beschützen. Du bist das Alpha-Weibchen eines Werwolfrudels, aber du lebst nicht mit David und weigerst dich, dich tätowieren zu lassen, um deine Zugehörigkeit zu verdeutlichen.«
»Was, wenn ich mich tätowieren lasse?«, fragte ich, weil ich die Wahrheit in seinen Worten erkannte. »Ich habe es vorher nicht gemacht, weil es keinen Verwandlungsfluch überlebt hätte, aber darum muss ich mir ja jetzt keine Sorgen mehr machen.«
»Eine Tätowierung wird die Sache auch nicht ins Reine bringen«, sagte er und sah mir direkt in die Augen. »Du bist ein Dämon, aber du kannst keine Magie wirken, um dich selbst zu verteidigen. Ich sage nicht, dass du das verzauberte Silber abnehmen musst, um zu überleben, aber ich bitte dich, dich für eine Weile aus Schwierigkeiten rauszuhalten. Halt für ungefähr sechs Monate die Füße still. Ich versuche, eine Gesetzgebung durchzudrücken, die dich schützt, aber das wird eine Weile dauern.«
Wie betäubt starrte ich ihn an, wie er mit einem Baby auf dem Schoß in meiner Küche saß, mit zerknitterter Hose und einem Hemd, das schon fast aus dem Hosenbund hing. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Er half mir? Umsonst? »Warum?« fragte ich. Er stand auf und fing an, aufgeregt mit der schlafenden Lucy im Arm auf und ab zu gehen.
»Nur sechs Monate«, sagte er, ohne mir zu antworten. »David und ich können nicht ständig das Chaos aufräumen, das du hinterlässt. Allein die Klagen ...«
»Klagen?«, fragte ich überrascht. »Von wem?«
»Das spielt keine Rolle ...«, sagte er ausweichend.
»Von wem?«, wiederholte ich lauter. »Ich will wissen, wer versucht hat, mich zu verklagen«, schob ich leiser hinterher, als Lucy sich unruhig bewegte.
Trent verschob Lucy an seine Schulter und fing an, sie zu wiegen, ohne seine Füße zu bewegen. Für ihn war die Bewegung neu, aber gleichzeitig war sie alt wie das Feuer und hatte die Eleganz von Jahrtausenden. »Eine kam von einer Frau wegen Diebstahl ihres Hundes«, erklärte er ruhig. »Und dann noch ein paar von meiner Hochzeit. So wurde ich in die Sache reingezogen. Jemand in einem Bus war der Meinung, du hättest ihm Unglück angehext. Zwei Leute haben dich verklagt, als du auf der Brücke dein Auto zu Schrott gefahren hast.«
Ich ballte die Hände zu Fäusten und drehte mich zum Fenster um, weil ich ihn nicht merken lassen wollte, wie sehr mich das beunruhigte. Ich schuldete David ein großes Dankeschön. Ich wusste, dass er meinen Anwalt bezahlt hatte, aber mir war nicht klar gewesen, dass ich ihn so gut beschäftigt hatte. Und wie passte Trent in die ganze Sache?
»Die Klage wegen dem Fisch der Rays' ist im Sand verlaufen, nachdem ich es auf einer Party erwähnt habe», fuhr Trent fort und beantwortete damit meine stille Frage. »Die Klage wegen Belästigung von den Howlers, weil du ihr Spielfeld verzaubert hast ... Das war schon schwerer. Diese Frau mag mich nicht.«
Ich zuckte mit den Achseln. »Sie wollten mich nicht bezahlen«, murmelte ich.
Trent seufzte. »Es hat David mehrere tausend Dollar gekostet, dass du deine fünfhundert bekommst«, sagte er. Er wiegte immer noch Lucy, seine verletzte Hand an ihrem Rücken, um sie an sich zu drücken. »Er bereut es nicht, aber es unterstützt, was ich sagen will. Ich habe Leute darauf angesetzt, Gesetze für dich durchzubringen, aber bis sie es geschafft haben, lebst du mit allen Nachteilen, die es mit sich bringt, kein Bürger zu sein und keinerlei Schutz zu haben. Und dabei ist noch nicht mal mit eingerechnet, dass auf jede Person, die finanziellen Ausgleich haben will, mindestens zwei kommen, die sich dir entgegenstellen, weil du berüchtigt bist.«
Ich riss den Kopf hoch. »Was?«
Er zuckte mit Lucy auf den Schultern mit den Achseln. »Ein Dämon ohne Magie? Du bist unwiderstehlich, und die Idioten, die beweisen wollen, dass sie stärker sind als die große Rachel Morgan, Dämonenbannerin und Retterin von San Francisco, werden vor deiner Tür Schlange stehen.«
Mir gefiel sein spöttischer Tonfall nicht, aber was sollte ich sagen? »Ich verstehe«, presste ich hervor. Ich hatte keinen Schimmer, wie ich diese neuen Probleme bewältigen sollte. Sechs Monate. Für ein halbes Jahr konnte ich mal nichts tun.
Trent entspannte sich und wippte langsamer. »Gut. Danke. Das weiß ich zu schätzen.«
»Welche Wahl habe ich schon?«, fragte ich, die Augen auf mein Silberarmband gerichtet. »Der Scheck von den Withons?«, riet ich, und er nickte.
»Und falls du je doch für mich arbeiten willst ...«, setzte er an und zerstörte damit den Moment.
Ich atmete tief durch, weil ich jetzt verstand, warum er die ganzen Klagen abgewendet hatte. Er wollte immer noch, dass ich für ihn arbeitete.
»Halt den Mund, Trent, bevor ich dir die Fresse poliere«, sagte ich gelassen. »Willst du zum Pizzaessen bleiben?«
Trent schnappte nach Luft, und ein entsetzter Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. »Guter Gott, nein!«, sagte er und brachte mich damit zum Lachen.
Er rückte Lucys Decke zurecht und machte Anstalten zu gehen, aber plötzlich wollte ich das nicht mehr. »Danke«, sagte ich, während ich verloren neben der Spüle stand und nicht wusste, was ich mit meinen Händen anfangen sollte. »Für alles.« Er sah mich prüfend an, und ich wedelte hilflos mit der Hand. »Ich nehme an, ich hätte auch ohne die Freilassung von Ku'Sox auskommen können, aber danke, dass du die Teile aufgesammelt und mich wieder zusammengesetzt hast.«
Trent ging Richtung Tür, aber sein Gips machte ihn langsam. »Gern geschehen. Ähm, und wegen dieses Kusses«, sagte er mit zögernder Stimme.
Ich erstarrte, weil ich es einfach nur ignorieren wollte. »Vergiss ihn«, sagte ich. »Das tue ich auch.«
Er zögerte für eine Zehntelsekunde. »Ich wollte eigentlich nur sagen, dass es mir leidtut, dass ich dich getäuscht habe.« Er wandte sich ab und ging mit gesenktem Kopf Richtung Flur. »Gute Nacht.«
Das hatte er nicht sagen sollen. Plötzlich verstand ich, als ich wieder seine Einsamkeit sah, den Abstand, den er zwischen sich und der Welt hielt. Ich wusste, dass er Lucy lieben würde, aber selbst da würde er einen Teil von sich zurückhalten. Ich hatte ihn angsterfüllt gesehen, ich hatte ihn verletzlich gesehen und am Ende seiner Weisheit. Er hatte nicht nur mein Leben, sondern auch das seine riskiert, um mir eine Wahlmöglichkeit zu geben. Und es störte mich, dass er so ... allein sein würde. Als Kind wollte er Schneider werden, weil die in seinen kindlichen Augen stärker waren als sein Dad.
»Trent?«
Sein Name war über meine Lippen gerutscht, noch bevor ich gewusst hatte, dass ich ihn aussprechen wollte. Er hielt im Türrahmen an und drehte sich schnell wieder zu mir um.
»Ja?«
Es klang hoffnungsvoll, und mein Herz schlug heftig. Aber dann breitete sich Angst in mir aus, gefolgt von einem Adrenalinstoß. »Schon okay«, flüsterte ich. »Gute Nacht.«
Er drehte sich um, aber nicht schnell genug, dass ich nicht gesehen hätte, wie das Licht in seinen Augen verblasste. Und das machte mir noch mehr Angst. »Dir auch«, sagte er, und jetzt war seine Stimme wieder klar und kontrolliert. »Ich finde selbst nach draußen.«
Steif trat er in den Flur. Ich schluckte schwer und fühlte mich irgendwie unwirklich. »Bye, Trent«, sagte ich. Meine Hände zitterten leicht, als ich um die Kücheninsel ging, um mich auf meinen Stuhl zu setzen und auf den Tisch zu starren. Ein neues Gefühl breitete sich in mir aus und brachte mein Herz zum Rasen. Es war mehr als nur die Tatsache, dass Trent nicht mehr hinter mir her war. Genauso wie die Hexen und, wenn ich nach dem Gespräch im Van ging, die I.S. Sicher, ich war ein unter der Sonne wandelnder Dämon und konnte Ohio oder Kentucky nicht verlassen, ohne der I.S. Bescheid zu sagen, aber bald würde es Gesetze geben und außerdem war ich nicht mehr gebannt. Es war auch nicht die Befriedigung, San Francisco vor Ku'Sox gerettet zu haben oder die Tatsache, dass ich endlich frei von Al und dem Rest der Dämonen war oder auch dass ich die dämonische Patin von Trents Tochter geworden war und auch meine Samstage wieder mir gehörten.
Die Mischung aus Angst und freudiger Erregung, die mich erfüllte, kam unleugbar von der Tatsache, dass Trent unser Kuss gefallen hatte. Dass er ihm nicht nur gefallen hatte, sondern er auch hoffte, dass es mir genauso ging.
Und das war wirklich gut zu wissen.