16.
»Hinterher!«, rief Atlan, als die Alte draußen war. Kurz darauf hatten alle den Transportroboter verlassen. Wallga-Wallga war mit dem Erreichten wohl noch nicht zufrieden, denn sie wütete weiter an dem Wrack Treiburs herum, bis sie erschöpft zu Boden sank.
Atlan blickte sich um. Sie standen in der Ebene, die er schon beim Anflug gesehen hatte. Bis zum nächsten Gebäude waren es zwei oder drei Kilometer. Bei der hohen Schwerkraft waren lange Fußmärsche für die Buhrlos eine unvertretbare Strapaze. Auch Joscan Hellmut und Gavro Yaal würden wahrscheinlich schnell erschöpft sein.
»Du brauchst nicht zu grübeln, Atlan«, sagte der Katzer. »Ich sehe dir an, welche Gedanken dich beschäftigen. Meiner Ansicht nach werden wir nicht lange allein bleiben. Auch wenn hier eine Menge verrückter Roboter herumgeistern, so wird man doch irgendwo den Ausfall Treiburs bemerkt haben und entsprechend reagieren.«
Atlan nickte. Die Frage war nur, ob man sich durch das Verhalten Wallga-Wallgas nicht den Zorn der Roboter zugezogen hatte. Die Lage war also mehr als ungewiss. Trotzdem war der Arkonide überrascht, als sich plötzlich eine Stimme über sein Helmfunkgerät meldete.
»Hier ist die Zentrale der Phanos«, hörte er. »Wie wir erfahren haben, ist euch ein Missgeschick passiert. Wir bedauern das zutiefst. Leider können wir solche Unglücksfälle nie ganz ausschließen. Die Prüflinge werden gebeten zu warten. Ein Ersatzroboter ist unterwegs.«
Auch die Schläfer hatten den Anruf mitgehört.
»Wer sind die Phanos?«, frage Gavro Yaal, der wie üblich neues Unheil witterte.
»Phanos ist wahrscheinlich die Bezeichnung für die Roboter oder zumindest eine Gruppe von ihnen«, vermutete Atlan, der dieses Wort schon im Quader von Zwyll gehört hatte.
Die Funkverbindung wurde sofort wieder unterbrochen. Atlan, der eine Frage hatte stellen wollen, erhielt keine Gelegenheit mehr dazu.
»Ich bin dafür, dass wir uns nichts mehr gefallen lassen.« Yaal fuchtelte wild mit den Armen. »Diese ganze Geschichte ist doch eine Zumutung. Was soll ein Mann wie ich auf einem Planeten wie diesem?«
»Das werden wir gleich erfahren.« Joscan Hellmut deutete in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Zwei Robotgleiter, die Treibur entfernt ähnlich sahen, hielten auf die Gruppe zu. Die beiden Fahrzeuge näherten sich hintereinander in schneller Fahrt. Sie verringerten ihre Geschwindigkeit auch nicht, als sie näher kamen.
»Vorsicht!«, rief Joscan Hellmut. »Die halten nicht an!«
Nun sahen auch die anderen, dass der zweite Robotgleiter auf den ersten feuerte. Dünne Flammenstrahlen schlugen in das Heck des ersten Gleiters. Dort flackerte ein grüner Energieschirm auf.
»Sie halten genau auf das Wrack Treiburs zu.« Atlan erkannte, dass es unweigerlich zu einem Zusammenstoß kommen musste, wenn die Robotgleiter ihren Kurs nicht änderten.
»Weg hier! Beeilt euch!«
Er rannte los, die anderen folgten ihm. Nur Wallga-Wallga blieb apathisch an ihrem Platz. Sie waren noch keine dreißig Meter von dem Wrack entfernt, als die beiden Gleiter dieses erreichten. Der erste rammte Treibur und wurde nach oben geschleudert. Mit donnerndem Krachen landete das Fahrzeug wieder am Boden.
Die ehemalige Quaderkönigin wurde zur Seite geworfen. Der Sturz machte ihr anscheinend nichts aus. Sie war schnell wieder auf den Beinen. Vorsichtig entfernte sie sich aus der Nähe der beiden Maschinen.
Der zweite Robotgleiter stellte sein Feuer ein, bremste scharf ab und kam hinter dem Wrack Treiburs zum Stehen.
Atlan und seine Begleiter hielten an und verfolgten verwundert das weitere Geschehen. Aus dem zweiten Gleiter fuhren lange Arme aus, die sich sofort daranmachten, den beschädigten Treibur zu reparieren. Zuerst wurde das Wrack waagerecht ausgerichtet. Aus dem Innern des Robotgleiters erschienen Ersatzteile, die zu dem Wrack gehievt wurden.
»Er versucht eine Reparatur«, staunte Joscan Hellmut. »Ob das bei diesem Trümmerhaufen sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.«
Der erste Roboter war unterdessen auf der anderen Seite Treiburs angekommen. Auch er fuhr lange Arme aus, an deren Enden grell leuchtende Strahlenkränze sichtbar wurden. Diese begannen das verformte Material Treiburs in kleine Stücke zu zerschneiden. Ein weiterer Arm transportierte die Trümmer ins Innere des Roboters.
»Die ticken wohl nicht richtig.« Studia St. Felix drängte sich keuchend an Atlans Seite. »Der eine will das Wrack reparieren, und der andere will es zerlegen und abtransportieren.«
Es kam genau so, wie es die Buhrlo-Frau vermutet hatte. Die beiden Roboter trafen sich exakt in der Mitte des Wracks. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die vordere Hälfte Treiburs gar nicht mehr vorhanden. Sie war fein säuberlich in Einzelstücke zerlegt worden und im Bauch des ersten Roboters verschwunden.
Dafür hatte die zweite Maschine vom Heck aus Treibur bis zur Mitte wieder voll hergestellt. Die beiden Roboter stellten ihre Arbeiten für einen Moment ein.
Dann schnitt der Demontage-Roboter ein Stück einer gerade frisch eingebauten Außenwand ab und schob es in seinen Körper. Die ausgefahrenen Arme des Reparatur-Roboters schwenkten leicht hin und her. Als sich der leuchtende Strahlenkranz erneut dem halbierten Treibur näherte, packten sie zu. Es gab ein knirschendes Geräusch. Kurz darauf polterte der Metallarm des Demontage-Roboters auf den Boden. Der Strahlenkranz erlosch.
Wallga-Wallga, die dicht bei den Maschinen stand, hob das Trümmerstück auf und schleuderte es zurück. Der Reparatur-Roboter fuhr aus seinem Körper einen neuen Arm aus, der dem gerade abgerissenen exakt glich. Diesen versuchte er nun dort anzubauen, wo er ihn kurz zuvor noch abgerissen hatte.
Gleichzeitig begannen andere Montagearme an Treibur weiterzubauen. Das rief wiederum den Demontage-Roboter auf den Plan, der sich zwar die eigene Reparatur gefallen ließ, jedoch eindeutig dagegen war, dass Treibur wiederhergestellt wurde.
Wallga-Wallga brach plötzlich in lautes Gekreische aus. Sie rannte auf den Reparatur-Roboter zu und prallte mit der Wucht ihres mächtigen Körpers gegen die Maschine. Der Roboter kippte zur Seite.
»Eines muss man ihr lassen: Die Alte hat ungeheure Kräfte«, staunte Bjo Breiskoll. »Ihre Gedanken sind allerdings völlig wirr.«
»Na und?«, schimpfte Gavro Yaal. »Hier ist doch buchstäblich alles wirr. Da passt dieses Riesenweib perfekt dazu. Es wird Zeit, dass die SOL kommt und hier gründlich aufräumt.«
Durch das Eingreifen der Alten geriet der Reparatur-Roboter auf die Verliererstraße. In rasender Eile setzte sein Gegner die Demontagearbeiten fort. Er arbeitete gleichzeitig an dem Fragment Treiburs wie auch an der Reparatureinheit.
Diese war durch den Angriff Wallga-Wallgas so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr einwandfrei funktionierte. Nach wenigen Minuten hatte der Demontage-Roboter alles in Teilstücke zerlegt und in seinem Innern verstaut.
Er schwebte noch einmal kurz über der Stätte seines Wirkens, so als wolle er sich vergewissern, nichts vergessen zu haben, dann drehte er ab und flog davon. Wallga-Wallga drohte ihm mit den Fäusten hinterher.
Die Gläsernen hatten das eigenartige Schauspiel aufmerksam verfolgt. Nun standen sie da und diskutierten heftig.
»Wenn unsere Lage nicht so aussichtslos wäre«, meinte Lyskus Hernoki, »dann könnte man über diesen Unsinn direkt lachen.«
Joscan Hellmut sah die Sache etwas anders.
»Ich glaube, ich begreife allmählich, was hier los ist«, erklärte er. »Diese Roboter hier und auch die Gärtner und Putzer und all die anderen haben einmal vor langer Zeit koordiniert zusammengearbeitet. Jeder versah eine sinnvolle Aufgabe für die Erhaltung des Ganzen. Dann muss etwas geschehen sein, was diese Koordinierung beendet hat. Seit damals handeln die Roboter weitgehend aus eigenem Antrieb.«
»Es steht noch nicht fest, dass diese Theorie alle Roboter auf diesem Planeten umfasst. Aus irgendeinem Grund muss der Zugstrahl existieren. Irgendjemand muss die gewonnene Energie verbrauchen.«
»Ich bin mir in diesem Punkt nicht mehr so sicher, Atlan«, sagte Hellmut. »Wenn sich die Dinge im Großen so abspielen sollten wie im Kleinen, dann sind auch der Zugstrahl und die Energiegewinnung die Folgen einer früher womöglich einmal sinnvollen Tätigkeit.«
»Wir werden es herausfinden. Jetzt müssen wir uns auf etwas anderes einstellen. Dort kommt eine neue Maschine geflogen.«
Der Roboter, der sich diesmal näherte, glich dem zerstörten Treibur aufs Haar. Er landete dicht vor der Gruppe.
Aus seinem Heck löste sich ein etwa fünf mal fünf Meter großer Kasten, der sofort auf Wallga-Wallga zusteuerte. Die Alte stürmte auf den Kasten zu, dessen Vorderseite sich öffnete. Sie hatte ihre Fäuste erhoben und erwartete den Gegner.
Diesmal waren die Roboter jedoch vorsichtiger. Die ehemalige Quaderkönigin sackte plötzlich unter dem Einfluss eines Energiefelds in sich zusammen. Der Kasten hatte keine Mühe, die Alte in sich aufzunehmen.
Die Vorderseite schloss sich, und der Teilroboter nahm Fahrt auf. Er kehrte nicht in den großen Gleiter zurück, sondern machte sich selbstständig auf den Weg. Während der Kasten davonschwebte, erklang eine Stimme aus dem Robotgleiter: »Ich bin Treibur-291. Ich heiße die Prüflinge willkommen und wünsche viel Erfolg. Bitte steigt jetzt ein.«
An seiner Seite öffnete sich eine Tür.
»Sollen wir?« Bjo Breiskoll blickte Atlan fragend an.
Der Arkonide nickte und stapfte auf den Roboter zu. Die anderen folgten ihm. Den Schluss bildete Gavro Yaal, dessen anhaltendes Schimpfen zeigte, dass er wieder einmal mit allem nicht einverstanden war.
Treibur-291 nahm sofort Fahrt auf, war allerdings wesentlich schneller als sein Vorgänger. Vielleicht wollte er die durch den Zwischenfall verlorene Zeit wieder aufholen. Die Fahrt dauerte nicht lange, da tauchte vor ihnen ein Gebäudekomplex auf.
Es waren sieben Kuppeln von identischer Größe, die so angeordnet waren, dass eine Kuppel in der Mitte lag und die anderen sechs sich gleichmäßig um sie herum verteilten. Die Außenwände gingen an den Berührstellen ineinander über. Die ganze kreisförmige Anordnung hatte einen Durchmesser von etwa 300 Metern.
»Wir sind am Ziel«, verkündete Treibur-291.
Der Roboter zog nach oben und schwebte zwischen zwei Außenkuppeln auf die zentrale Kuppel zu. Dort schob sich dicht über dem Boden eine Wand zur Seite. Treibur landete in einer kleinen Vorhalle, in der er gerade noch Platz hatte. Der Ausstieg öffnete sich.
Atlan trat nach draußen. In der Wand direkt vor dem Ausstieg begann ein kurzer Gang, der in etwa fünf Metern Entfernung von einem altmodischen Vorhang abgeschlossen wurde. Atlan blieb nur dieser Weg, denn der Gleitroboter stand so dicht an der Wand, dass ein seitliches Passieren unmöglich war. Die anderen folgten ihm schweigend.
Der kurze Gang war indirekt beleuchtet. Das Licht besaß einen leichten Grünschimmer. Die Wände waren glatt und schmucklos. Der Boden wurde von einem weichen, teppichähnlichen Belag bedeckt, der die Geräusche ihrer Schritte dämpfte.
Als sie alle in dem Gang standen, schloss sich hinter ihnen mit leisem Summen eine Tür. Gleichzeitig trat ein Roboter hinter dem Vorhang hervor. Seinem Typ war man bislang noch nicht begegnet. Die Maschine war nur etwa zwanzig Zentimeter groß und besaß viele kleine lange Arme. Der eigentliche Körper, der von zwei Beinchen getragen wurde, ähnelte dem eines Menschen. Auf ihm saß ein winziger, kugelrunder Kopf.
»Willkommen, Prüflinge«, piepste der Kleine. »Folgt mir bitte in den Hauptraum der zentralen Kuppel.«
Er machte mit mehreren seiner Ärmchen einladende Bewegungen. Gleichzeitig glitt der Vorhang zur Seite. Der dahinter liegende Dom erstreckte sich praktisch über die gesamte Kuppel. Das Licht von Mausefalle-Sonne schimmerte schwach durch die teiltransparente Wölbung.
Der Dom strahlte eine fast andachtsvolle Stille aus. Langsam trat Atlan näher. Seine Begleiter folgten ihm.
Die erste Überraschung war die Anwesenheit von Wallga-Wallga. Die Alte stand mit leicht nach vorn gebeugtem Oberkörper da und starrte auf den Boden.
»Was ist das?«, flüsterte Gavro Yaal. Die eigenartige Atmosphäre ließ ihn seine Stimme unwillkürlich dämpfen.
Die Grundfläche der Halle war gitterförmig von farbigen, leuchtenden Linien überzogen. Die Linien teilten gleichmäßige Quadrate ab. Auf jedem so entstehenden Feld hielt sich ein kleiner Roboter auf. Die Roboter sahen sich sehr ähnlich. Ein einziges Feld in der vordersten Reihe war frei. Auf dieses stellte sich nun der Roboter, der sie am Eingang empfangen hatte.
»Dieser Raum hat keinen Ausgang außer den, durch den wir gekommen sind«, sagte Joscan Hellmut. »Mir gefällt die ganze Sache nicht. Etwas stinkt hier zum Himmel.«
»Dann lasst uns abhauen«, pflichtete ihm Gavro Yaal bei. »Ich zumindest habe die Nase voll.«
Der Solaner drehte sich um und schritt auf den Vorhang zu, doch bevor er diesen erreichte, krachte ein schweres Schott herab und versperrte ihm den Weg. Yaal stieß einen Fluch aus und zog seine Waffe. Er feuerte auf das Hindernis, erzielte jedoch nicht die geringste Wirkung. Erst als die entstehende Hitze zu groß wurde, stellte er das Feuer ein. Ratlos wandte er sich wieder den anderen zu.
Ein dumpfer Gong dröhnte durch den Dom. Als der Ton verklungen war, hörte man eine laute Stimme.
»Verehrte Prüflinge! Willkommen in der zentralen Kuppel. Es gibt für euch nur einen Weg, diesen Ort wieder zu verlassen. Der rettende Ausgang befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds. Ihr braucht nichts weiter zu tun, als das Feld zu überqueren.«
Die einzelnen Quadrate begannen in wechselnden Farben zu leuchten. Dabei erzeugten die kurzen Schatten, die die kleinen Roboter warfen, seltsame Muster.
»Merkwürdig«, sagte Atlan. »Diese Stimme hat einwandfreies Interkosmo gesprochen.«
Lyskus Hernoki starrte den Arkoniden an. »Du irrst dich, Atlan«, widersprach er. »Das war die Sprache der Solaner. Sie ist dem Interkosmo ähnlich, aber doch anders.«
In diesem Moment schickte sich Wallga-Wallga an, das Feld mit den Robotern zu betreten.
»Sie hat die Stimme auch verstanden«, folgerte Joscan Hellmut. »Also hat jeder von uns die Sprache gehört, die ihm am geläufigsten ist.«
Bjo Breiskoll nickte. »Die Stimme war halbtelepathisch«, behauptete der Katzer. »Und mit hoher Wahrscheinlichkeit technischen Ursprungs.«
Atlan trat kurz entschlossen auf die ihm am nächsten gelegenen Quadratfelder zu. Wallga-Wallga stand nur wenige Schritte neben ihm und starrte auf die kleinen Roboter. Als der Arkonide seinen Fuß auf das erste Feld setzen wollte, hörte er einen Warnruf Bjo Breiskolls. Gleichzeitig erklang eine wispernde Stimme:
»Chybrain! Chybrain!«
Das Kristallei schwebte durch die Kuppelwölbung, als wäre sie nicht vorhanden. In einem eleganten Bogen flog es zur Seite und hielt dicht vor Atlans erhobenem Fuß an. Der Arkonide konnte das erste Quadrat nicht betreten, ohne Chybrain zu berühren.
Langsam zog er den Fuß zurück.
Sofort eilte das schwebende Glitzerei weiter. Diesmal war Wallga-Wallga sein Ziel. Es tanzte vor den Augen der Alten herum und zog sich dabei immer tiefer in das Spielfeld zurück. Die kleinen Roboter standen starr und unbeweglich auf ihren Quadraten und reagierten nicht auf den geheimnisvollen Eindringling.
Wallga-Wallga geriet bei dem Anblick ihres verhassten Gegners in Wut. Sie versuchte nach Chybrain zu greifen, aber das Ei wich ihren Händen geschickt aus.
»Er lockt die Alte auf das Feld«, vermutete Joscan Hellmut. »Was soll das werden?«
Die vier mächtigen Füße der ehemaligen Quaderkönigin trampelten auf den ersten Roboter. Augenblicklich öffnete sich das Quadrat unter der Maschine, und die Alte sank bis über das Knie ein. Nur die Tatsache, dass sie noch drei weitere Beine besaß, half ihr, wieder aus dem Loch herauszukommen.
Auf dem nächsten Feld glühte der Boden bei der ersten Berührung grellrot auf. Wallga-Wallga stieß einen gellenden Schrei aus. Sie machte einen Satz nach vorn und versuchte dabei erneut, nach dem Kristallei zu schlagen.
Wieder wich Chybrain geradezu spielerisch aus.
Erst jetzt schien sich die Alte zu besinnen. Sie stellte sich mit allen vier Füßen auf ein weiteres Quadrat, ohne dabei den kleinen Roboter zu berühren. Plötzlich stöhnte sie laut auf und sank langsam in die Knie.
»Erhöhte Schwerkraft«, vermutete Atlan. Allmählich begann er zu verstehen, welche Bewandtnis es mit den Quadraten hatte. Jedes Feld stellte eine eigene Falle dar. Das Durchqueren der Kuppel war eine Art Test. Irgendjemand im Hintergrund des Geschehens wollte dadurch die diversen Fähigkeiten der Prüflinge ausforschen.
Wallga-Wallga rettete sich unterdessen mit einer finalen Kraftanstrengung auf das nächste Feld. Hier geschah nichts. Auch als die Alte den dort befindlichen Roboter mit ihren mächtigen Pranken packte und quer durch den Dom schleuderte, blieb jede Reaktion aus.
»Es gibt also auch harmlose Quadrate«, folgerte Joscan Hellmut.
Wallga-Wallga schien das ebenfalls verstanden zu haben. Sie blickte sich unruhig um. Für einen Moment schien sie den Weg zurück nehmen zu wollen, aber da baute der Roboter auf dem angrenzenden Feld eine flimmernde Energiewand auf.
Chybrain stieg unterdessen in die Höhe und verschwand durch die Kuppeldecke.
»Atlan«, sagte Bjo Breiskoll erregt. »Ich habe von dem Ei eine Nachricht empfangen. Zumindest glaube ich das. Sie lautet: Chybrain geht, vielleicht werden andere kommen.«
Atlan hatte nicht die geringste Ahnung, was er damit anfangen sollte.