14.
Joscan Hellmut und Bjo Breiskoll verfolgten aufmerksam die Geräusche, die durch die Wände zu ihnen drangen. Die Buhrlos erholten sich noch immer in den Strahlen der Kunstsonne, und Gavro Yaal saß dumpf vor sich hinbrütend auf dem Boden und kaute missmutig auf einem Konzentratwürfel herum. Von Zeit zu Zeit informierte der Mutant den Kybernetiker über das, was er verschwommen aus Atlans Gedanken lesen konnte.
»Er ist mit diesem merkwürdigen Zwyll in einer großen Halle, in der fremde Roboter alle Anlagen demontieren. Diese Roboter verursachen die Erschütterungen und Geräusche.«
»Sie sind offenbar auch hier, Bjo«, antwortete Hellmut. »Hör dir das an.«
Tatsächlich lärmte es nun auch dicht vor den Toren ihres Verstecks. Ein Schott glitt zur Seite.
»Vorsicht!«, rief Breiskoll. Er zog seine Waffe.
Da er sich nun ganz auf dieses Ereignis konzentrieren musste, konnte er Atlan nicht weiter mit seinen Psi-Sinnen verfolgen.
Eine grüne Kugel rollte durch die entstandene Öffnung. Dann fuhr ein einzelner meterlanger Metallarm aus dem Objekt und schwenkte einmal durch die Luft. Sofort waren auch Gavro Yaal und die Buhrlos auf den Beinen. Eine Deckung besaßen sie nicht.
Der Arm des Kugelroboters verschwand schnell wieder, und die Kugel selbst rollte nach draußen. Unmittelbar darauf schloss sich das Tor.
Gavro Yaal begann erneut zu fluchen. »Was sollte denn das nun wieder?«, schimpfte er laut.
»Sei still!«, herrschte ihn Breiskoll an.
Der ehemalige Botaniker warf Bjo einen bösen Blick zu, aber er schwieg. Kurz darauf wurden an allen Eingängen der Halle zischende Geräusche hörbar. Bjo Breiskoll rannte auf das nächste Tor zu, blieb jedoch davor stehen.
»Hier ist es auf einmal eigenartig heiß«, rief er zurück. Dann schloss er seinen Raumanzug und ging weiter.
Die Automatik des Eingangs reagierte nicht auf seine Annäherung. Er versuchte es an den anderen Toren, aber das Ergebnis war das gleiche. Eine genaue Untersuchung, an der sich auch Joscan Hellmut und die Weltraumgeborenen beteiligten, ergab, dass alle Tore zu der Halle von außen verschweißt worden waren.
Gavro Yaal, der das schlechteste Nervenkostüm besaß, begann laut schreiend auf und ab zu rennen.
»Was macht Atlan?«, fragte Joscan Hellmut, doch der Katzer hatte den Kontakt zum Arkoniden verloren.
Hellmut schaltete sein Helmfunkgerät ein. Bjo sah sein schmerzverzerrtes Gesicht, das sich kurz darauf wieder entspannte, als der Kybernetiker das Gerät deaktivierte.
»Ein einziger Wellensalat«, erklärte Hellmut. »Die Töne machen einen fast wahnsinnig. Zum Glück hatte ich meinen Finger noch auf dem Sensor und konnte früh genug abschalten.«
Die Buhrlos blieben nicht untätig. Das Gefühl des Eingeschlossenseins trieb sie an. Sie ließen sich einen Thermostrahler geben und versuchten, eines der Tore mit Gewalt aufzubrechen. Das Material widerstand ihren Bemühungen jedoch. Alles, was sie erreichten, war eine immer unerträglichere Hitze, die sich in der Halle staute.
»Wir sitzen in der Falle«, sagte Gavro Yaal dumpf. »Jetzt können wir nur noch auf unsere Henker warten. Wenn Atlan nicht an Bord der SOL gekommen wäre, läge ich wenigstens noch im Tiefschlaf und könnte auf bessere Zeiten hoffen.«
»Falls du es nicht bemerkst: Du redest Unsinn, Gavro«, meinte Hellmut trocken.
Der Kybernetiker schaltete diesmal nur den Sender seines Helmfunkgeräts ein. »Ich versuche Atlan zu informieren. Allerdings habe ich Zweifel, ob das etwas nützt, denn wahrscheinlich leidet er unter den gleichen Empfangsstörungen.«
Er schilderte mit kurzen Worten die Situation, in die sie geraten waren. Noch während er sprach, erlosch die Kunstsonne an der Decke. Die Gläsernen drängten sich ängstlich zusammen, als die drei Schläfer ihre Helmscheinwerfer einschalteten.
»Man will uns hier verrotten lassen«, brüllte Gavro Yaal.
Er rannte wie von Sinnen gegen eines der verschlossenen Tore und brach dort zusammen.
»Ich gebe ihm etwas zur Beruhigung«, bot sich Breiskoll an.
Joscan Hellmut lauschte unterdessen noch einmal in den Empfänger des Helmfunks. Aber dort herrschte noch immer ein unerträgliches Chaos auf allen Frequenzen.
Der Mutant kam mit dem erschlafften Yaal zurück und legte den Mann vorsichtig auf dem Boden ab. Der ehemalige Rädelsführer der Solaner lallte leise vor sich hin.
»Unsere einzige Hoffnung ist Atlan«, sagte Bjo, »aber ich empfange nicht einmal einen Gedankenfetzen von ihm. Ich werde den Raum noch einmal absuchen. Vielleicht gibt es doch noch einen anderen Ausgang.«
»Die Mühe kannst du dir sparen«, antwortete Joscan Hellmut. »Die Buhrlos haben alles überprüft. Wir sitzen hier fest.«
Als Atlan erwachte, lag er auf dem Boden. Um ihn herum standen dicht gedrängt die Roboter. Sie bewegten sich unruhig.
In unmittelbarer Nähe des Arkoniden warteten die beiden grauen Kastenroboter. An der Unterseite des Körpers hatte der eine drei blaue Streifen, der andere zwei blaue und einen gelben.
Das Funkgerät war abgeschaltet oder defekt. So herrschte wenigstens Ruhe.
Langsam kam der Arkonide auf die Beine. Er blickte sich um. Die Szene hatte sich nicht verändert. Nur der kleine Mond draußen war ein Stück weitergewandert. Lange konnte er nicht besinnungslos gewesen sein.
Noch während er etwas hilflos und unsicher dastand, hob der Roboter mit den drei blauen Streifen seine vier Arme. Sofort erstarrten alle anderen Maschinen in absoluter Regungslosigkeit. Eine Signallampe und ein leises Rauschen machten Atlan bewusst, dass sich der Helmempfänger erneut über einen Impuls aktiviert hatte. Das bewusstseinsraubende Getöse blieb jedoch aus. Stattdessen erklang eine klare und saubere Folge von einzelnen Signalen.
Mehr als drei unterschiedliche Impulsfolgen konnte Atlan nicht unterscheiden. Der Sinn der Nachricht, und nur um eine solche konnte es sich handeln, blieb ihm verborgen.
Er schüttelte langsam den Kopf. Vielleicht verstanden die Roboter diese Geste. Gleichzeitig registrierte er erfreut, dass man einen friedlichen Kontakt mit ihm suchte. Noch hatte er seine Zweifel, ob es mit diesen Maschinen zu einem vernünftigen Informationsaustausch kommen konnte.
Auf sein Kopfschütteln änderte sich die Art der empfangenen Impulse. Dennoch blieb ihr Sinn auch jetzt völlig unklar.
»So geht es nicht, Freunde«, sagte Atlan laut.
Sofort erstarben die Impulsfolgen. Die beiden rechteckigen Roboter gerieten in Bewegung. Für Atlan sah es aus, als ob zwischen ihnen eine lautlose, aber heftige Diskussion stattfand.
Dann erklang plötzlich die eigene Stimme in seinen Ohren, die die gerade von ihm geäußerten Worte wiederholte.
»Das ist der richtige Weg.« Atlan nickte. »Ich werde euch mehr Worte meiner Sprache anbieten, damit ihr sie übersetzen könnt.«
Er redete weiter. Dabei berichtete er über allgemeine wissenschaftliche Dinge, die insbesondere das Fachgebiet der Robotik betrafen. Das würden die Maschinen am schnellsten verstehen. Das einseitige Gespräch dauerte mehrere Minuten an. Dann hob der Roboter mit den drei blauen Streifen seine Arme. Atlan schwieg.
»Wir danken dir.«
Der Blaugestreifte stellte sich dicht vor Atlan auf. »Wir heißen dich herzlich willkommen. Verzeih, dass wir zu Beginn alle gleichzeitig auf dich einredeten, aber vielleicht wirst du unsere Freude und Verwunderung verstehen, als wir dich fanden. Niemals hatten wir mit einem so glücklichen Umstand rechnen können, und nun ist er doch eingetreten. Wir sind überwältigt.«
»Ich bedanke mich für den freundlichen Empfang.« Atlans Gesichtszüge entspannten sich. »Mein Name ist Atlan. Ich habe viele Fragen an euch.«
»Ich bin Quadram-1876«, antwortete der Roboter. Er zeigte auf die neben ihm stehende Maschine. »Das ist Zulfrigh-962. Da ich dich zuerst gesehen habe, steht mir die Ehre zu, dich zu führen und mit dir zu sprechen. Abgesehen davon ist ein Zulfrigh nicht in der Lage, eine fremde Sprache so schnell zu erlernen, wie es ein Quadram kann. Es genügt übrigens, wenn du Quadram zu mir sagst, Atlan.«
Bevor Atlan antworten konnte, mischte sich eine andere Stimme in das Gespräch.
»Warte, Quadram«, beeilte sich Atlan zu sagen, denn er hatte Joscan Hellmut erkannt. Er schaltete seinen Sender ein und rief den Kybernetiker, dessen Stimme erregt geklungen hatte.
»Wir sitzen in einer Falle«, berichtete Hellmut. »Die Halle, in der wir uns versteckt haben, wurde von draußen abgeriegelt. Sämtliche Tore wurden verschweißt. Die Kunstsonne ist abgeschaltet, und die Sauerstoffzufuhr funktioniert nicht mehr. Wir brauchen dringend Hilfe.«
»Hast du das verstanden, Quadram?«, fragte Atlan den Roboter, nachdem er den Empfang bestätigt hatte.
Quadram antwortete nicht sofort. Der Arkonide las aus seinem Verhalten und den kleinen Bewegungen seiner Arme, dass er sich mit dem anderen Kastenroboter unterhielt. Nach etwa zwanzig Sekunden sprach er wieder über das Helmfunkgerät zu Atlan:
»Ich bin sehr erstaunt zu erfahren, dass noch andere Lebewesen an Bord sind. Diese Erkenntnis musste ich erst verarbeiten. Außerdem habe ich nachgeforscht, was passiert sein könnte. Es war sehr leichtsinnig von euch, in diese Halle zu gehen. Da keine Maschinen in ihr waren, hat ein Vorauskommando die Türen verschweißt. Wir haben kein Interesse an leeren Räumen.«
»Hat denn euer Vorauskommando nicht gesehen, dass sich Menschen in der Halle befanden?«
»Nein«, bedauerte Quadram. »Vorerkunder sind sehr einfache Maschinen, die keine Sensoren für organisches Leben besitzen. Aber das ist alles kein Problem. Ich habe bereits einen Trupp in Marsch gesetzt, der alles Notwendige veranlasst.«
Atlan war vorerst beruhigt. Er sprach kurz mit Joscan Hellmut, berichtete ihm über seine Begegnung mit den Robotern und informierte ihn darüber, dass Hilfe unterwegs war.
»Wir brechen unsere Arbeiten hier ab«, erklärte Quadram. Inzwischen hatte er es irgendwie fertiggebracht, ein künstliches Sprachwerkzeug herzustellen, sodass er ohne Hilfe des Funkgeräts mit Atlan reden konnte. »Die Ereignisse verlangen es, dass wir euch auf den Planeten bringen.«
Der Arkonide horchte auf. »Von welchem Planeten sprichst du, Quadram?«
»Natürlich über die siebte Welt dieses Sonnensystems. Sie ist unsere Heimat.«
»Mausefalle VII«, staunte Atlan. Damit war endgültig klar, dass der Quader am Ziel seiner unfreiwilligen Reise angekommen war. Der SOL würde es in wenigen Tagen, vielleicht auch nur Stunden, nicht anders ergehen. Bis dahin musste er eine Möglichkeit gefunden haben, die Katastrophe – sprich: die Demontage des Hantelraumers – zu verhindern. Außerdem galt es, das Geheimnis von Mausefalle VII zu entschleiern.
»Du nennst den Planeten Mausefalle VII?«, fragte Quadram. »Der Name gefällt mir.«
»Namen sind unwichtig. Ich möchte mehr über euren Auftrag und eure Auftraggeber erfahren. Das wäre mir sehr wichtig.«
Der Roboter antwortete nicht. Atlan vermutete, dass er wieder in Kommunikation mit den anderen Maschinen stand. Er musste gleichfalls annehmen, dass die Existenz der Solaner bereits nach Mausefalle VII gemeldet worden war.
»Du musst warten«, kam schließlich eine ausweichende Antwort. »Ich bin nicht befugt, dir schon jetzt alles mitzuteilen, was du wissen willst. Im Übrigen gibt es ein anderes Problem. Einer deiner Begleiter in der Halle weigert sich, den Raum zu verlassen. Vielleicht ist es besser, wenn du dich persönlich darum kümmerst.«
Atlan runzelte die Stirn. Er rief über Funk nach Joscan Hellmut.
»Gavro macht Theater«, erklärte ihm der Kybernetiker. »Er legt sich mit den hilfsbereiten Robotern an und beschimpft sie wüst. Außerdem will er im Quader warten, bis die SOL eintrifft.«
»Ich komme«, entschied der Arkonide. Dann bat er Quadram, ihn zu begleiten. Der Roboter willigte sofort ein. Er ließ ein kleines Fahrzeug kommen, das einer terranischen Antigravplattform ähnelte. Die anderen Roboter strömten auseinander.
Während Atlan mit Quadram aufbrach, sah er, dass die übrigen Roboter geschlossen durch die Energieschleuse in der Außenhülle des Quaders entschwanden. In der Halle, wo er seine Begleiter zurückgelassen hatte, traf er nur noch Joscan Hellmut und Gavro Yaal an.
»Bjo ist mit den Buhrlos schon weg«, erklärte der Kybernetiker. »Die Roboter führen sie zu dem Raumschiff, das uns nach Mausefalle VII bringen soll. Die Gläsernen waren sofort einverstanden. Nur Gavro weigert sich. Er will keinen Planeten betreten, sondern hier auf die SOL warten. Bjo hat ihm schon eine Beruhigungsspritze verpasst, aber sie scheint nicht viel zu helfen.«
Gavro Yaal stand mit hochrotem Gesicht an einer Wand. Er hielt seine Waffe in der Hand und ließ keinen an sich heran. Mehrere Roboter in verschiedenen Ausführungen standen ratlos um ihn herum. Bevor Atlan etwas unternehmen konnte, ging Quadram auf den Solaner zu. Yaals Waffe fuhr in die Höhe.
»Keinen Schritt weiter!«, schrie er laut. Ihm war deutlich anzusehen, dass er die Nerven verloren hatte. »Ich schieße ohne weitere Warnung.«
»Du befindest dich in einer schwierigen Lage«, sagte Quadram sanft. »Wir wollen dir nur helfen. Hier kannst du nicht bleiben, denn dieses alte Raumschiff wird komplett demontiert.«
Während Quadram sprach, ging er immer weiter. Die Waffe in Yaals Hand schien er gar nicht zu sehen.
»Bleib stehen, Blechkasten!«, brüllte Gavro noch einmal.
Quadram reagierte nicht darauf. Als er sich Yaal bis auf fünf Schritte genähert hatte, feuerte dieser. Der Strahl verpuffte wirkungslos an einem schwach aufleuchtenden Energieschirm, den Atlan zuvor nicht bemerkt hatte. Dann stand Quadram vor Gavro Yaal und entwand ihm seelenruhig die Waffe. Einer seiner anderen Arme fasste behutsam nach dem Mann und zog ihn mit sich.
Atlan hatte das Geschehen aufmerksam verfolgt. Er hatte nach seinen bisherigen Erfahrungen die Roboter nicht als Gegner eingestuft. Schließlich hatten sie keine Anstalten getroffen, ihm oder den anderen die Waffen und die Ausrüstung abzunehmen.
Die Selbstverständlichkeit, mit der Quadram nun handelte, gab dem Arkoniden jedoch zu denken. Der Schutzschirm, der entweder die ganze Zeit unsichtbar vorhanden gewesen war oder blitzschnell aufgebaut werden konnte, bewies zudem, dass sich die Roboter vor den Menschen nicht zu fürchten brauchten. Atlan zweifelte nicht mehr daran, dass es neben dem Abwehrsystem der Roboter auch Angriffswaffen gab. Er musste also äußerst vorsichtig sein.
Joscan Hellmut schienen ähnliche Gedanken zu bewegen, denn er warf Atlan einen bedeutungsvollen Blick zu.
Quadram führte unterdessen den zeternden Yaal zu der Plattform. Höflich bat er Atlan und Hellmut, ebenfalls aufzusteigen. Während sie durch die Gänge des Quaders fuhren, unterhielten sich Atlan und Joscan Hellmut leise. Der ununterbrochen schimpfende Yaal beschäftigte Quadram so sehr, dass die beiden Männer hoffen durften, dass der Roboter ihr Gespräch nicht verstand.
»Das sind höchst skurrile Maschinen«, flüsterte der Kybernetiker. »Für sie scheint das alles hier ganz selbstverständlich zu sein. Sie sind uns außerdem turmhoch überlegen. Ihre Unterwürfigkeit könnte nur gespielt sein.«
»Ich sehe das ähnlich«, stimmte Atlan zu. »Wer weiß, was uns bevorsteht. Ich habe versucht, etwas über die Auftraggeber im Hintergrund zu erfahren, aber man ist mir ausgewichen. Also müssen wir vorerst abwarten und die Augen offen halten. Im Moment zählt nur, dass wir mithilfe der Roboter aus dem Quader entkommen können.«
Quadram lenkte sein Fahrzeug in eine andere Richtung als die, aus der er mit Atlan gekommen war.
»Ich bringe euch zu unserem Raumschiff«, erläuterte er. »Eure Begleiter sind schon dort. Übrigens habe ich soeben erfahren, dass noch ein weiteres Lebewesen gefunden wurde. Es hat sich gelohnt, dass wir den ganzen Quader noch einmal gründlich abgesucht haben.«
»Er kann nur diese komische Wallga-Wallga meinen«, vermutete der Arkonide.
Sie erreichten die Außenhülle des Quaders an einer Stelle, an der ebenfalls mit Gewalt eine Öffnung geschaffen worden war. Durch eine Energieschleuse flogen sie nach draußen.
»Keine Sorge«, meldete sich Quadram. »Ein Hüllfeld um meine Plattform sorgt dafür, dass ihr atmen könnt. Ihr seid völlig sicher.«
Eigentlich war es merkwürdig, dass die Roboter so großen Wert auf eine atembare Atmosphäre legten. In der großen Halle, in der Atlan auf Quadram gestoßen war, hätten die Maschinen ihre Tätigkeit sicher auch ohne Sauerstoff durchführen können. Der Arkonide schloss daraus, dass hinter den Robotern wahrscheinlich Sauerstoff atmende Herren standen. Er teilte Joscan Hellmut seine Vermutung mit.
»Vielleicht war das früher einmal so«, mutmaßte der Kybernetiker. »Diese Roboter machen einen höchst merkwürdigen Eindruck auf mich. Ich weiß noch nicht genau, was es ist, aber etwas stimmt hier nicht.«
Atlan konzentrierte sich nun ganz auf die neue Umgebung. Vor ihm lag endlich wieder der freie Weltraum, und seine Vermutungen wurden weitgehend bestätigt. Mausefalle-Sonne stand als leuchtende Kugel vor dem schwarzen Hintergrund des Alls. Der Planet Mausefalle VII war deutlich zu erkennen. Er ähnelte der Venus im Solsystem. Dichte Wolken verbargen fast die gesamte Oberfläche.
Auffällig war eine große Anzahl von Monden. Atlan konnte auf Anhieb über zwei Dutzend erkennen. Einige davon besaßen so unregelmäßige Formen, dass der Arkonide einen künstlichen Ursprung vermutete. Die anderen Planeten des Systems waren mit bloßem Auge nicht auszumachen.
Quadram lenkte die Plattform an der zernarbten Außenhülle des Quaders entlang. Schon kurz darauf kam ein Raumschiff in Sichtweite, das über mächtige Verankerungen am Quader befestigt war. Das Schiff hatte die Form einer zu kurz geratenen Zigarre. Seine Länge schätzte Atlan auf 25 Meter. Damit stand fest, dass die Roboter die bereits demontierten Teilstücke des Quaders an einen anderen Ort gebracht haben mussten.
Sie glitten durch eine Schleuse in das Innere des Schiffes. Quadram forderte seine Begleiter auf, ihm zu folgen. Als Erstes führte er Atlan in einen Raum, in dem die Buhrlos auf bequemen Liegen lagen. Von der Decke erstrahlte ein sanftes warmes Licht.
»Das ist genau das, was sie brauchen«, sagte Quadram. »Ihr eigenartiger Metabolismus wird sich schnell erholen. Legt eure Raumanzüge ab. Ihr werdet sie nicht mehr benötigen.«
Auf dem Weg zum nächsten Raum kam ihnen Bjo Breiskoll entgegen.
»Sie haben auch Wallga-Wallga an Bord geschafft.« Dem Mutanten war anzusehen, dass er darüber nicht besonders glücklich war. »Natürlich wird sie von Zwyll begleitet.«
»Du kannst mit in den Kommandostand kommen«, sagte Quadram zu Atlan. »Dort wirst du einen ersten Eindruck von diesem Sonnensystem erhalten. Vielleicht werden die meisten deiner Fragen dadurch schon beantwortet.«