KAPITEL ACHTZEHN

Eine Gruppe von schwer bewaffneten Männern in den unverwechselbaren blauen Uniformen der Federales bildete einen defensiven Bogen um den hinteren Eingang der Notaufnahme des Krankenhauses. Der Nachmittagsdunst von Verschmutzung und Staub hing über dem Tal wie eine Käseglocke und verdeckte die Umrisse der hohen Gebäude nur wenige Kilometer entfernt. Ein schwarzer Ford Explorer fuhr zur blauen Rollstuhlrampe heran, und ein Beamter tauchte auf, der eine sitzende Gestalt vor sich herschob, die eine Sonnenbrille und Baseballkappe trug und in eine Decke gehüllt war, die Schultern und Vorderseite bedeckte. Die Männer schlossen die Reihen, und der Gestalt wurde in den SUV geholfen, bevor der Wagen, gefolgt von mehreren Polizeiautos, davonfuhr.

Cruz beobachtete die Farce aus seinem Fenster. Jemand, der auf seine Entlassung wartete, bekam gerade eine schöne Show geboten und würde jetzt einer Kolonne folgen, die eine Stunde lang rund um die Stadt fuhr, bevor es zum Hauptquartier zurückging. Er zog behutsam die lockere Hose hoch, die Briones für ihn mitgebracht hatte, und betrachtete sich im Spiegelbild. Wenn man bedachte, was er durchgemacht hatte, war es nicht so schlimm. Er steckte seine neue Waffe in den Hosenbund; eine Glock 21, die ACP-Kugeln vom Kaliber .45 abfeuerte. Sie war leicht, präzise und hielt dreizehn Schuss, mit einer zusätzlichen Kugel in der Kammer – viel Einschlagskraft, selbst wenn man von einem Nashorn angegriffen wurde. Er würde ein Nylon-Schulterholster dafür bekommen müssen, aber vorerst funktionierte die Improvisation.

Mit einem letzten Blick rund um den Parkplatz, ohne etwas Verdächtiges zu sehen, rollte er seinen Stuhl zum vorderen Eingang und rief Briones an, der am Ende des Platzes wartete. Er fuhr bis zur Rampe, wo ein Begleiter Cruz in den kleinen Ford Focus half.

»Das ging, glaube ich, gut«, sagte Cruz und schüttelte Briones die Hand.

»Das war sehr überzeugend. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass da nur eine Nummer abgezogen wurde, hätte ich es ihnen abgekauft«, stimmte Briones zu.

»Hoffen wir, dass jemand, der nach mir Ausschau hielt, es auch so sah.« Cruz zog seine Pistole heraus und hielt sie hoch. »Ich brauche dafür ein Schulterholster. In die Hose zu stopfen mag im Film funktionieren, aber in Wirklichkeit tut es höllisch weh.«

»Ich habe eines auf dem Rücksitz für Sie. Sind Sie bereit, in Ihr neues Zuhause zu gehen?«

»Sicher. Es muss nur jemand schnell für mich einkaufen gehen und ein paar Kleider und Schuhe besorgen und auch zu mir nach Haus fahren und meine Uniformen und ein paar Hygieneartikel holen.«

»Ich werde jemanden draufsetzen. Sie werden wahrscheinlich für einige Zeit weg sein, Sir, deshalb arrangiere ich, dass jemand jede Woche dort vorbeigeht, um die Toiletten zu spülen und die Wasserpumpen laufen zu lassen«, sagte Briones.

»Ja. Ich nehme an, ich werde zumindest für eine Weile im Trockendock liegen, zumindest, bis wir El Rey haben.«

»Der Gipfel ist in drei Wochen, sodass es nicht so schlimm sein sollte. Das Apartment, das ich gemietet habe, ist schön. Eingerichtet mit Geschirr und Gläsern, einem gut bestückten Kühlschrank … fast wie der Aufenthalt in einem First Class Hotel«, versuchte Briones, es ihm schmackhaft zu machen.

»Wie sieht es mit der Sicherheit aus?«

»Mit verschließbarer Haustür und einem großen Foyer mit einer Wache, die ich mit ein paar Beamten aufgepeppt habe. Dezent, in Zivil, aber bewaffnet und für alles bereit.«

»Gut. Und was gibt es Neues von Los Cabos? Irgendwas? Ich kann nicht glauben, dass ich fast eine ganze Woche verloren habe. Das Timing dieser Bastarde beim Versuch, mich zu töten, hätte nicht ungünstiger sein können«, klagte Cruz.

»Wir haben heute weitere sechs Männer in einem Flugzeug nach Los Cabos geschickt, und wir halten uns an das Protokoll, das wir übereinstimmend beschlossen haben. Bisher keine Treffer, aber man weiß ja nie. Wir könnten jede Minute Glück haben. Es ist nicht so eine große Stadt, obwohl sich die Stadtviertel endlos hinziehen. Wenn er sich also in einem versteckt hält, ist er so gut wie unsichtbar.«

»Ich hatte gestern Abend ein paar Gedanken. Ich denke, es lohnt sich, einen ernsthaften Blick auf die Mannschaften zu werfen, die die Bauarbeiten im Tagungszentrum für das Ereignis durchführen. Wenn ich er wäre, wäre ich daran beteiligt, wenn auch nur als Tagelöhner, damit ich mit dem ganzen Kommen und Gehen am Ort und dem umliegenden Gelände vertraut werde. Niemand würde zweimal auf einen Bauarbeiter schauen, der sich gründlich umschaut. Verstehen Sie, was ich meine?«, fragte Cruz.

Er hatte versucht, wie El Rey zu denken, und kam wieder auf die Bautätigkeiten zurück. Das wäre der Ort, der ihn anziehen würde.

»Ich verstehe. Wir wollen Sie jetzt erst mal an Ihrem neuen Wohnsitz ankommen lassen, sicherstellen, dass das Internet funktioniert und dass Sie zurechtkommen, und dann werde ich einige Männer darauf ansetzen.«

»Ich kann laufen. Es ist nur ein wenig schmerzhaft. Aber der Arzt hat gesagt, wenn ich es langsam angehe, wäre es kein Problem«, sagte Cruz.

»Ich weiß. Ich habe Ihnen ein paar Unterarmgehstützen aus Alu in die Wohnung gestellt und einen Stock. Sehr sportlich.«

»Zu schade, dass Sie nicht ein fünfziger Kaliber daraus machen konnten. Dann wären sie wenigstens nützlich«, sagte Cruz.

»Das war leider keine Bestelloption.«

Das kleine Auto entkam nur knapp einem Zusammenstoß mit einem Lkw, der eine rote Ampel missachtet hatte. Dadurch musste Briones heftig auf die Bremse treten und drückte dabei auf die Hupe.

»Ihr Fahrstil ist noch gefährlicher als die Kartelle«, bemerkte Cruz.

Briones schüttelte den Kopf, knallte den Gang wieder rein und sauste den verkehrsreichen Boulevard entlang.

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Der Mann fuhr auf den Parkplatz für die Subunternehmer, der alte Toyota Camry ächzte, während er über die holprige Schmutzfläche schlingerte. Er parkte am Ende des Feldes, alle anderen Plätze waren um sieben Uhr morgens bereits belegt. Das Tempo der Arbeiten stieg mit dem näher rückenden Gipfel stetig an. Es schien, als ob jeden Tag noch mehr Ankömmlinge auf das Problem losgelassen würden, in dem Versuch, den Termin einzuhalten.

Er hatte sich ein Mittagessen eingepackt – eine Torta, den Inbegriff eines mexikanischen Sandwichs, bereitet aus einem großen Brötchen und belegt mit Schinken, Käse, Chorizo und einer Vielzahl anderer Köstlichkeiten. Er schwang fröhlich die Plastiktüte, während er in Richtung Baustelle ging, um seine Arbeitsaufträge für den Tag zu holen. Die explosiven falschen Leuchten wären in einer Woche fertig, deshalb half er jetzt tatsächlich am Bau des Convention Center mit, was ihn ohne Ende amüsierte. Er war noch motivierter, das Projekt rechtzeitig fertigzustellen, als alle anderen der Crew, und deshalb hatten seine Männer routinemäßig die ihnen zugeteilten Aufgaben vorzeitig erledigt. Es war schade, dass er nicht das gesamte Projekt leiten konnte. Die Inkompetenz war typisch, weil viele müde Männer sich lustlos dem Trott einer undankbaren Aufgabe hingaben, ohne Interesse an der Qualität ihrer Arbeit zu haben. Man sollte ihm zwei Wochen mit den Teams geben, und er hätte das verdammte Ding fertig. Andererseits hatte er wichtigere Dinge zu erledigen.

Er näherte sich dem Bauwagen, wo sich jeden Morgen das Elektriker-Team versammelte, und stapfte die provisorische Holztreppe hoch, stieß die Tür mit seiner rechten Hand auf, während er sein Sandwich mit der linken umklammerte. Er rückte seine Sicherheitserkennungsmarke zurecht – mit Nummer und seinem Foto drauflaminiert – und wünschte der Gruppe beschäftigter Ingenieure einen guten Morgen. Einer von ihnen sah von seinem Arbeitsplatz zu ihm auf, warf einen Blick auf seine Marke und verglich sie mit der Liste.

»Ich nehme an, Sie haben es noch nicht gehört, was?«, fragte der Techniker, ohne aufzublicken.

»Was denn?«

»Ihr Unternehmen arbeitet nicht mehr am Projekt. Es wurde abgeschlossen«, sagte der Ingenieur unbeteiligt. Schließlich sah er hoch und streckte seine Hand aus. »Ich werde Ihnen Ihre Baumarke abnehmen. Bitte.«

El Rey stand einige Augenblicke unbeweglich da, bis er sich wieder gesammelt hatte.

»Das ist unmöglich. Könnten Sie das noch einmal überprüfen?«, fragte er. Der Ingenieur hielt seine Liste hoch und machte ein X neben dem Namen der Firma, in der El Rey angefangen hatte zu arbeiten, um auf das G-20-Bauprojekt zu kommen.

»Das sind Sie, nicht wahr? Irgendwelche Streitigkeiten, deshalb sind sie nicht mehr dabei. Tut mir leid deswegen. Vielleicht reden Sie mit denen noch mal darüber. Ich kann von hier aus nichts tun. Also bitte, Ihre Erkennungsmarke …«, forderte der Ingenieur.

Er nahm sie langsam ab und übergab sie ihm, seine Gedanken drehten sich heftig.

»Gibt es noch jemanden, bei dem man anheuern kann? Ich … ich habe keine andere Arbeit. Kennen Sie noch jemand anders bei dem Projekt? Ich habe eine Menge Erfahrung …«, versuchte er es.

»Nein. Zu diesem Zeitpunkt, da es nur noch wenige Wochen dauert, gibt es kein Unternehmen, das mir einfiele. Es ist eine Schande. Sie haben gute Arbeit geleistet – ich habe keine Probleme mit Ihnen. Ihr Arbeitgeber ist das Problem. Wahrscheinlich versucht er, mehr Geld aus dem Bauträger herauszupressen. Viele dieser Jungs warten, bis das Projekts fast fertig ist, und dann wollen sie ihren Vorteil daraus ziehen, dass sie vermeintlich unersetzlich sind, und glauben, dass der Bauträger schon nachgeben wird. Nicht diese Kerle. Sie fahren eine Null-Toleranz-Politik bei dieser Art von Mist.«

»Kann ich denn nicht als unabhängiger Unternehmer arbeiten? Sie haben die Qualität meiner Arbeiten gesehen. Sie sind einige der besten hier«, sagte er, jetzt fast flehentlich.

»Nee. Alle Einstellungen erfolgen außerhalb von Monterrey, und ich weiß genau, dass man eine Firma mit mindestens einer dreijährigen Erfahrung haben muss, und eine schriftliche Verpflichtungserklärung. Ich fürchte, Sie haben kein Glück. Können Sie jetzt bitte auf die Seite gehen? Ich muss diese Arbeitsaufträge verteilen«, schloss der Ingenieur und überließ ihn seinem Schicksal.

El Rey stieg die wacklige Treppe hinunter und ließ sich seine Möglichkeiten durch den Kopf gehen. Er hatte nicht vorhergesehen, dass das Unternehmen, in das er sich eingeschlichen hatte, einen Streit mit dem Bauträger haben würde. Das war in seiner Krisenplanung nicht einkalkuliert gewesen. Er fluchte innerlich, beruhigte sich dann aber – seine Geduld zu verlieren, würde nichts bringen. Was geschehen war, war geschehen. Aber das war eine Katastrophe für seinen Plan. Es gab jetzt keine Möglichkeit, die Leuchten zu montieren, und erst recht keine, für die Instandhaltung bis zum große Tag hierzubleiben und zu gewährleisten, dass der Zünder in Position war und funktionierte. Er war am Arsch. Und er hatte nur drei Wochen, um sich einen alternativen Plan auszudenken. Im Hinblick auf die Größe seines Auftrages war das nur ein winziger Augenblick.

All die Arbeit und Vorbereitungen wurden gerade von einer diebischen Vertragsfirma die Toilette hinuntergespült. Er stellt sich für einen Moment vor, wie der Besitzer der Firma bei lebendigem Leib gehäutet und über einem Feuer gebraten wurde, und verwarf es dann. Es konnte zwar befriedigend sein, seine Frustration an jemandem auslassen, aber er musste seine Zeit produktiver verbringen.

Während er die Tür der verbeulten Karre, die er im Barrio für tausend Dollar gekauft hatte, öffnete, schäumte er vor Wut über sein Unglück, riss sich dann aber zusammen, um weiterzumachen. Es war ein Rückschlag, aber er war es gewohnt, Widrigkeiten zu überwinden. Genau das hatte ihn zu El Rey gemacht.

Das war alles schön und gut, aber davon würde der Job auch nicht erledigt werden. Ihm lief die Zeit davon, und die Uhr tickte, selbst während er auf dem staubigen Parkplatz saß. Der Motor sprang mit einer alarmierenden schwarzen Rauchwolke an, er drehte um und fuhr auf die Ausfahrt zu, während er wie wild über Alternativen nachdachte.

Er brauchte einen Plan. Und zwar schnell.

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An diesem Nachmittag betraten zwei uniformierte Federales das große Verwaltungszelt, das errichtet worden war, um die über hundert Mitarbeiter am Projekt unterzubringen. Sie sprachen mit dem Projektleiter. Nach ein paar Minuten dirigierte er sie zu einem Computer-Terminal und brachte eine übergewichtige Frau in den Vierzigern her, die für die Personalverwaltung eingestellt wurde. Sie entfalteten die Skizzen von El Rey, mit Gesichtsbehaarung und ohne, und begannen mit dem langwierigen Prozess, sechstausendfünfhundert Erkennungsmarkenfotos durchzugehen, in der unwahrscheinlichen Hoffnung, jemanden zu finden, der ihrer Zielperson ähnlich sah.

Die Frau war geschwätzig und heiterte sie mit Geschichten darüber auf, wie sie nach Los Cabos gezogen war, von San Luis Potosi, wo sie in einem vergangenen Leben ein Reisebüro gehabt hatte, bevor das Internet ihr das Geschäft vermieste. Sie schien eigenartigerweise unfähig zu sein zu begreifen, wie wenig die beiden Männer sich für ihre banale Geschichte interessierten oder für ihre Ansichten über den Charme der Region und darüber, wie das mit ihrer Heimatstadt zu vergleichen war, die dem Vernehmen nach den Garten Eden in Kombination mit Shangri-La darstellte.

Sie hörten höflich zu, tauschten aber bald verärgerte Blicke, als sie ihren Schnellfeuer-Monolog über entsetzlich langweilige Beobachtungen fortsetzte, die viel mit den Absonderlichkeiten ihrer geliebten Katzen zu tun hatten, von denen sie glaubte, dass sie einen magischen Charme besäßen und dass jeder in Hörweite überrascht und entzückt darüber wäre. Der Ältere der beiden lehnte sich zu seinem Kollegen hinüber und flüsterte ihm zu, ob man sie nicht erschießen oder vielleicht einfach nur verwunden sollte.

Die Stunden zogen sich träge dahin, während sie auf ein Foto nach dem anderen starrten und eine Gruppe von Männern zusammenstellten, die der Skizze relativ nahekamen. Nachdem sie alle Fotos gesichtet hatten, hatten sie siebenunddreißig mögliche Verdächtige, deren Fotos sie herunterluden, um sie schnell nach Mexico City weiterzuleiten. Es war jetzt zwei Uhr, und in Mexico City war es eine Stunde später, also würden die Fotos wahrscheinlich erst am nächsten Tag angeschaut werden.

Die Männer dankten ihrer neuen Freundin für die Gastfreundschaft und machten sich spürbar erleichtert auf den Weg zum Ausgang, in der Absicht, zu ihrem Außenposten der Federales zurückzukehren, damit sie ihre Ergebnisse via E-Mail verschicken könnten. Sie legten auf dem Weg ins Büro einen Halt bei Burger King ein, da sie aufgrund des redseligen Geplappers über die Katzen der Frau das Mittagessen versäumt hatten. Erleichtert verschlangen sie ihre Burger in angenehm klimatisierter Umgebung. Es war schon drei, als sie bei der Station ankamen und alle ihre Fotos verschickt hatten. Als sie fertig waren, lehnten sie sich zurück und tauschten Kriegsgeschichten mit den örtlichen Beamten aus, während sie auf Instruktionen warteten, was als Nächstes zu tun wäre.

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Briones kehrte spät am Tag zum Hauptquartier zurück, nachdem er hauptsächlich damit beschäftigt gewesen war, Cruz auszustatten und ihm zu helfen, sich einzurichten. Es gab ein paar Komplikationen mit dem Internet, die viel Zeit kosteten, und dann musste er noch einkaufen. Als er es endlich ins Quartier schaffte, war es schon fünf.

Er checkte seine E-Mails und fand zweiundzwanzig Nachrichten vor. Mit einem resignierten Seufzer begann er, sie durchzugehen, und beantwortete die meisten nur mit einem Satz. Die letzten fünf waren die Fotos vom Los-Cabos-Team. Er rieb sich die Augen und begann, die verschiedenen Aufnahmen durchzublättern. Ein paar hatten eine Ähnlichkeit und hätten der Mann sein können. Er konnte sich nur nicht so genau daran erinnern – es war schon zu viel Zeit vergangen.

Und dann stoppte er.

Briones starrte auf den Bildschirm und vergrößerte dann das Bild. Er war sich fast zu hundert Prozent sicher, obwohl es ein paar Unterschiede gab – hauptsächlich der Spitzbart und die Haarfarbe, die viel heller war als in seiner Erinnerung. Aber Nase und Augen waren dieselben. Ohne zu wagen, seine Maus zu bewegen – aus Furcht, das Bild könnte gelöscht werden –, langte er hinüber, um Cruz’ Nummer zu wählen.

»Ich glaube, ich habe das Foto von El Rey vor mir, von der Baustelle in Los Cabos«, sagte Briones aufgeregt.

»Glauben Sie es, oder sind Sie sicher?«

»Ich bin fast sicher. Bedenken Sie, ich habe ihn nur ein paar Sekunden lang gesehen und nahm nur an, dass er es war. Aber ich glaube, das ist der Bursche.«

»Schicken Sie es mir herüber«, wies Cruz an. »Finden Sie heraus, ob er bei der Arbeit ist oder wann er wieder da sein sollte. Aber klären wir alle Optionen sofort ab. Ich will, dass jeder Beamte in Baja innerhalb einer Stunde dieses Foto hat, und wenn er nicht bei der Arbeit ist, will ich, dass der Mann gefunden und festgenommen wird. Schicken Sie ein Team zur Adresse, die auf der Liste steht. Es besteht eine geringe Chance, dass er keine falschen Namen und Adresse benutzt hat, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass dies doch anzunehmen ist. Wenn ich recht habe, will ich heute Nacht jeden auf der Straße haben, sie sollen in jeder Bar, in den Striplokalen und Restaurants nachfragen, ob jemand ihn gesehen hat. Es ist Show-Time – das ist unser erster wirklicher Durchbruch.«