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»Wie bitte?« Die Frau an der Rezeption der Notaufnahme beugte sich leicht vor, als sie Mulcahy stirnrunzelnd ansah.

»Mul-kah-hie«, wiederholte er und zog jede Silbe etwas länger als die vorherige. Automatisch. Vergaß einen Moment lang, wo er war. Im Ausland war sein Nachname die reinste Plage gewesen. Er war auf jede erdenkliche Art ausgesprochen worden, nur niemals richtig. Aber hier in Dublin? Die Frau sah ihn mit finsterem Blick an, als wollte er sie auf den Arm nehmen. Er griff in seine Jackentasche, zog den Dienstausweis heraus, klappte ihn auf und hielt ihn ihr vor die Nase.

»Inspector Mulcahy«, betonte er. »Ich habe gehört, dass ich Inspector Brogan hier finde?«

»Oh«, sagte sie und erstarrte wie die meisten Leute beim Anblick des Polizeiausweises. »Natürlich, Inspector, einen Moment.«

Während sie telefonierte, sah Mulcahy sich im heruntergekommenen Wartebereich um. Es war sehr still. Hier und da saßen ein paar verzweifelte Patienten auf den aufgereihten, orangefarbenen Plastikstühlen. Ein Rentnerpaar, grau, entkräftet, das sich damit abgefunden hatte, warten zu müssen. In der ersten Reihe eine schwangere Frau. Ihr milchgesichtiger Mann hatte einen Arm um ihre Schulter gelegt, streichelte mit der anderen ihren runden Bauch und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Die anderen schienen an den üblichen Sport- und Heimwerkerverletzungen zu leiden. Sie humpelten in offenen Fußballschuhen herum oder umklammerten ihre von einer Nagelpistole durchlöcherten Finger. Wahrscheinlich ein ganz normaler Sonntag im St. Vincent’s Hospital, dachte er verärgert darüber, dass er hierher beordert worden war.

Auf der Fahrt zum Krankenhaus hatte er in seinem Saab zum wunderschönen, blauen Himmel aufgeblickt und Superintendent Brendan Healy dafür verflucht, dass er ihn an seinem freien Tag einbestellt hatte. Es lag weniger daran, dass er Probleme hatte, Befehle zu akzeptieren, nachdem er so lange in Spanien mehr oder weniger sein eigener Chef gewesen war. Schließlich war er Polizist, und da gehörten Befehle einfach dazu. Auch wenn ihm der Respekt für seine Vorgesetzten nicht in die Wiege gelegt worden war, hatte er im Lauf der Jahre doch immer einen Weg gefunden, mit der Hierarchie umzugehen – vor allem, indem er alles in seiner Macht Stehende dafür tat, in ihr aufzusteigen. Was ihm weitaus größere Probleme bereitete, war, sich wieder in Dublin einzuleben. Alle, die er von früher kannte, schienen bis zum Hals mit ihren Kindern und ihrem Alltag beschäftigt zu sein. Umso mehr hatte er sich auf den Segeltörn gefreut, den er mit ein paar Jungs vom Bootsclub in Dun Laoghaire heute hatte machen wollen. Endlich hätte er wieder den salzigen Geruch des Meeres in die Nase bekommen, die steifen Muskeln strecken und hinterher bei ein paar Bieren in der Bar noch etwas herumflachsen können … Mist. Eine Viertelstunde später wären sie auf dem Wasser gewesen.

»Ich hatte nicht gefragt, ob Sie Lust dazu haben«, hatte Healy ins Telefon gefaucht, als Mike seine Eignung für diese Aufgabe in Frage gestellt hatte. »Der Minister kriegt jetzt schon fast einen Anfall. Wenn wir irgendeine Chance haben, unsere Haut zu retten, dann werden wir das in drei Teufels Namen auch tun.«

Verdammte Politiker.

»Tja«, sagte die Rezeptionistin, als sie den Telefonhörer auflegte, »Ihre Kollegen waren im St.-Catherine-Flügel. Im Moment sind sie jedoch nicht zu finden.«

Er wollte sie trotzdem fragen, wie er dorthin käme, als ihm zwei Personen auffielen, ein Mann und eine Frau, die am Getränkeautomaten auf der anderen Seite des Wartebereichs standen. Mit ernsten Mienen schlürften sie ihre Getränke aus Plastikbechern, während sie den Wartebereich misstrauisch beäugten. Abgesehen von dem alten Ehepaar waren sie die Einzigen, die Jacken trugen. Eindeutig Polizisten.

»Schon okay«, sagte er. »Ich glaube, dahinten sind sie.«

Als er auf sie zuging, versuchte er herauszubekommen, wer von den beiden der Chef war. »Brogan erzählt Ihnen, wenn Sie vor Ort sind, worum es geht«, hatte Healy nur gesagt. Die Frau strahlte unmissverständlich Autorität aus. Sie war mindestens fünf Zentimeter größer als ihr Begleiter – außerdem jünger und besser gekleidet. Auf jeden Fall ehrgeizig. Sie hatte ihre welligen, roten Haare zu einem komplizierten Zopf geflochten und ein hübsches Gesicht, das durch einen warmen Lippenstift betont wurde.

Der Mann war der typische Kriminalpolizist: vierschrötig, muskulös, aufmerksam, mit einem flachen, geröteten Moorleichen-Gesicht und kurzgeschorenen, graumelierten schwarzen Haaren. Der zerknitterte, graue Anzug unter dem kurzen, hellbraunen Mantel, das ungebügelte, cremefarbene Hemd und die braune Krawatte zeugten nicht vom Streben nach Höherem. Ganz sicher war sich Mulcahy über die Hierarchie aber in dem Moment, als dem Mann, nicht der Frau, auffiel, dass er auf sie zukam. Mit einem Hüsteln riss er sie aus ihren Gedanken. Sie hatte offenbar wichtigere Dinge im Kopf.

»Inspector Brogan?«, sprach Mulcahy sie an.

Die Frau musterte ihn von oben bis unten, bevor sie antwortete. Aus der Nähe sah er jetzt, dass sie deutlich jünger als ihr Kollege war. Höchstens Anfang dreißig. Mit intelligenten, grünen Augen. Musste die Karriereleiter steil hinaufgeschossen sein. Hatte wohl jede Menge Kurse und Fortbildungen besucht, von der Praxis aber wenig Ahnung.

»Inspector Mulcahy?«, fragte sie ausdruckslos mit einem leichten südirischen Akzent. Vielleicht aus Waterford.

»Steht vor Ihnen«, sagte er und nickte kurz. Sie sollte nicht glauben, dass er froh war, hier zu sein. Trotzdem schob er »Mike« nach und streckte die Hand aus.

»Claire Brogan.« Ihr Lächeln war so fest und geschäftsmäßig wie ihr Händedruck. »Und dies ist Detective Sergeant Andy Cassidy.«

Der Sergeant nahm seine Anwesenheit zur Kenntnis, indem er das Kinn kurz vorschob. Seine Miene verströmte eine eingefleischte Verdrießlichkeit.

»Superintendent Healy meinte, Sie bräuchten Hilfe?«, setzte Mulcahy an.

»Na ja, auf jeden Fall brauchen wir einen Dolmetscher«, erwiderte Brogan. »Die Frau, die das sonst für uns macht, ist krank, und ihre Vertretung hat sich ins Wochenende verabschiedet und ist nicht zu erreichen. Healy meinte, unter diesen Umständen wären Sie der richtige Mann.«

»Meint er das?« Mulcahy wunderte sich über den gereizten Ton in ihrer Stimme. »Na ja, Dolmetscher bin ich zwar nicht, aber ich spreche fließend Spanisch. Wenn es so dringend ist, wie Healy sagte, kann ich es ja mal probieren.«

»Er meinte, Sie hätten in Spanien für Europol gearbeitet. Drogen, oder?«

»Ja, bis vor Kurzem«, sagte Mulcahy. »Bei der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Madrid. Bis letztes Jahr die ganze Abteilung nach Lissabon umgezogen ist.«

»Und da sind Sie nicht mit umgezogen?«

Wieder meinte er einen Hauch Gereiztheit in ihrer Stimme zu hören. Aber vielleicht hatte sie es auch nur ungeschickt formuliert. Es war ausgeschlossen, dass sie etwas über seine privaten Lebensumstände wusste, und er würde sich hüten, das Auf und Ab seiner Karriere mit ihr zu diskutieren.

»Ich hatte Wichtigeres zu tun«, sagte er mit einem schwachen Lächeln, das nichts preisgab.

In ihren Augen leuchtete Interesse auf, doch ihre Mundwinkel blieben heruntergezogen, als wäre sie entschlossen, ihrer Neugierde nicht nachzugeben.

»Madrid ist nett«, sagte sie. »Ich war letztes Jahr für ein paar Tage da. Auf einem Seminar. Ein Informationsaustausch von Europol über Pädophile – war gut.«

»Wo wir gerade beim Thema sind …«, sagte er, als ihm wieder einfiel, dass Healy gesagt hatte, dass sie bei der Sitte ist. Bedeutungsvoll ließ er den Blick durch den Wartebereich schweifen. »Sollen wir uns nicht an die Arbeit machen? Es geht um einen Angriff auf eine junge Spanierin, oder?«

»Ein Mädchen, ja, aber nicht …« Brogan brach ab. »Weiter hat Healy Ihnen nichts gesagt?«

»Nein, er war sehr kurz angebunden. Sie würden mir sagen, was los ist. Ist das ein Problem?«

»Absolut nicht.« Wieder brach sie ab und sah Cassidy an. »Andy, kannst du eben hochgehen ins Krankenzimmer, damit die dann so weit sind? Wir kommen gleich nach, sobald ich den Inspector hier auf den neuesten Stand gebracht habe.«

Cassidy grunzte, warf seinen leeren Kaffeebecher auf einen überfüllten Mülleimer und ging zur Tür. Brogan wartete, bis sie hinter ihm zugefallen war.

»Okay, Inspector, Sie müssen wissen …«

»Mike reicht«, unterbrach er sie.

Sie sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. »Gut, äh, Mike«, fuhr sie fort. »Sie müssen wissen, dass es sich um eine ziemlich heikle Angelegenheit handelt. Ein sechzehnjähriges Mädchen wurde überfallen und schwer sexuell misshandelt. Aber es ist nicht nur das.«

»Was denn noch?«, fragte Mulcahy, dessen Neugier geweckt wurde.

»Herrje, dann hat er es Ihnen wirklich nicht erzählt, oder?«

Mulcahy schüttelte den Kopf und hoffte, dass sie endlich zur Sache kam. »Er hat erwähnt, der Minister hätte besonderes Interesse an der schnellen Aufklärung der Geschichte. Ich bin aber davon ausgegangen, dass er mir nur ein bisschen Feuer unterm Hintern machen wollte.«

»Oh doch, der Minister hat wirklich Interesse an der Sache.« Ihr Lachen bekundete mehr Nervosität als Freude. »Ein ausgeprägtes Interesse sogar. Das Opfer ist die Tochter eines spanischen Politikers.«

»Oh.« Die vermeintliche Panik des Ministers erklärte die Dringlichkeit in Healys Befehl. Mulcahy spürte, wie Neugier in ihm aufstieg. »Um welchen Politiker handelt es sich?«

Brogan sog hörbar Luft ein. »Ist das wichtig?«

Er sah, wie ihre hohen Wangenknochen leicht rot anliefen, und fragte sich, ob sie pampig oder nur naiv war. Letzteres erschien ihm unwahrscheinlich.

»Ich denke schon«, sagte er schließlich. »Wenn die Politik irgendwo mit hereinspielt, halte ich es generell für besser, wenn man genau weiß, mit wem man es zu tun hat.«

Er sah sie an. Sie hielt seinem Blick stand und dachte offenbar über seine Worte nach. Dann nickte sie.

»Die Einzelheiten kenne ich nicht, aber es handelt sich um ein Regierungsmitglied. Das Ganze hat unsere Chefs ziemlich beunruhigt. Allerdings natürlich nicht so sehr, als dass sich einer von ihnen hierherbequemt hätte, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen.«

»Ausgeschlossen«, stimmte Mulcahy ihr zu. »Die halten sich zurück. Zumindest so lange, bis sie wissen, woher der Wind weht.«

Sie antwortete nicht, das war aber auch nicht nötig.

»Und wie geht es dem Mädchen?«, fragte er. »Kann man sie vernehmen?«

»Schwer zu sagen. Laut Auskunft der Ärzte schwebt sie nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr. Aber ob sie wirklich in der Lage ist, Fragen zu beantworten, kann ich nicht sagen. Healy sagte, wenn möglich, sollen wir ein bisschen Druck machen. Wir müssen dem Minister ja schließlich irgendetwas präsentieren.«

Sie wandte den Blick ab und klemmte eine Haarsträhne, die sich gelöst hatte, wieder hinters Ohr. Ein Hauch von Unsicherheit huschte über ihr Gesicht.

»Sie heißt Jesica – nur mit einem S, haben sie gesagt. Klingt nicht sehr Spanisch, oder?«

Mulcahy zuckte die Achseln. Er hatte den Namen in Madrid gelegentlich gehört, und durch das kehlige J klang er im Spanischen ebenso normal wie im Englischen. Er dachte, Brogan würde es dabei belassen, doch dann zog sie einen Notizblock aus der Tasche.

»Ihr Nachname ist Me-laddo Salsa oder so ähnlich«, sagte sie und blätterte darin herum. »Ich hab’s mir hier irgendwo aufgeschrieben.«

Me-laddo Salsa? Was sollte das denn für ein Name sein? Dann begriff er.

»Mellado?«, stieß er hervor und sprach das Doppel-L wie ein weiches J aus, wie ein Spanier es getan hätte. Jetzt erkannte er den Namen. Sein Herz wummerte. »Wollen Sie sagen, ihr Vater heißt Mellado Salazar?«

»Das klingt ziemlich richtig«, sagte Brogan und sah ihn stirnrunzelnd an, als hielte sie ihn für einen Klugscheißer, weil er ihre Aussprache korrigiert hatte. »Kennen Sie ihn?«

»In dem Bereich, in dem ich gearbeitet habe, ist es so gut wie unmöglich, ihn nicht zu kennen«, sagte er und versuchte, nicht zu besorgt zu klingen. »Alfonso Mellado Salazar ist der spanische Innenminister.«

El Juez, nannten sie ihn. Den Richter. Ein berüchtigter Hardliner – null Toleranz. Herrgott, wenn das seine Tochter war, würde es sicher Ärger geben.

»Sagen wir einfach, es war auf den ersten Blick zu erkennen, dass sie schwer sexuell misshandelt wurde.«

Brogan war mit Mulcahy auf dem Weg zum Krankenzimmer und erzählte ihm, wie das Mädchen frühmorgens halbnackt und furchtbar zugerichtet von einem Autofahrer an der Lower Kilmacud Road entdeckt worden war. Der Mann hatte sofort angehalten und die Gardaí sowie einen Krankenwagen gerufen. »Es hat etwas gedauert, bis sie herausbekommen hatten, dass sie Spanierin ist. Sie war schwer verletzt und überhaupt nicht ansprechbar. Währenddessen hatte das Garda-Revier in Dundrum einen Anruf von einem Ehepaar aufgenommen, das sich Sorgen machte, weil die sechzehnjährige spanische Austauschschülerin, die bei ihnen wohnte, gestern Nacht nicht nach Hause gekommen war. Um wessen Tochter es sich handelte, haben sie erst später erwähnt.«

Sie sah ihm in die Augen und überließ ihn seinen eigenen Gedanken. »Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns das alles zusammengereimt hatten. Kurz darauf ist in Phoenix Park auch schon Panik ausgebrochen.«

Mulcahy nickte verständnisvoll. An so einem sonnigen Sonntagmorgen waren nicht viele höherrangige Beamte im Hauptquartier der Garda Síochána im Phoenix Park – wenn man überhaupt einen von ihnen sonntags dort antraf. Er konnte sich gut vorstellen, wie sie plötzlich um ihre Karriere gefürchtet hatten und diese Angst durch die Telefonleitungen in Dublins bessere Vororte geströmt war. Healy hatte ihn aus seinem Haus in Foxrock angerufen. Wie vielen anderen hatte diese Nachricht wohl das sonntägliche Mittagessen verdorben?

»Hat die Presse schon Wind davon gekriegt?«, fragte Mulcahy.

»Nein«, sagte sie. »Und Healy ist fest entschlossen, dass das auch so bleibt.«

»Er glaubt doch wohl nicht ernsthaft, dass er das hinkriegt?«

Brogan zuckte die Achseln. »Na ja, hier im Krankenhaus weiß keiner, wessen Tochter sie ist. Sie ist momentan auch nicht fähig, etwas auf Englisch von sich zu geben. Das hat man ihr rausgeprügelt. Außer den Bossen und uns wissen daher nur die Kollegen in Dundrum Bescheid. Healy hat ziemlich deutlich gemacht, dass es für jeden, der auch nur ein Wort sagt, ohne Rückfahrticket ab in die Provinz geht.«

Mulcahy überlegte. Für die meisten Dubliner Polizisten wäre es schlimmer als der Tod, in irgendein gottverlassenes Kleinstadtrevier versetzt zu werden. Er bezweifelte allerdings, dass Healys Hauptproblem in der möglichen Geschwätzigkeit der Gardaí lag. So ein Krankenhaus war ein großer Komplex mit unübersichtlichen Strukturen, und darauf hatte Healy keinen Zugriff.

»Natürlich haben wir auch die spanische Botschaft informiert. Aber die werden der Presse wohl kaum etwas stecken.«

»War denn von denen noch keiner hier?« Das überraschte ihn. Wenn es um den Schutz eines der Ihrigen ging, waren Diplomaten oft schneller zur Stelle als Polizisten.

»Sie sollen unterwegs sein. Wahrscheinlich gehen die an einem so schönen Sonntag auch nicht ins Büro.« Wieder sah Brogan auf ihre Uhr. »Und genau deshalb müssen wir endlich zu Potte kommen, sonst werden sie versuchen, uns Fesseln anzulegen, bevor wir auch nur ein Wort aus ihr herausbekommen haben.«

Als sie durch die Schwingtür in den Krankensaal traten, stoppte Brogan ihn, indem sie die Hand vor ihm ausstreckte. »Bevor wir loslegen, sollten Sie wissen, dass ich die Befragung führe, nicht Sie

»Von mir aus«, sagte er. Territorialverhalten war ihm nichts Neues. Alle hier passten wie die Schießhunde auf, dass bloß keiner in ihr Revier eindrang. »Das ist Ihr Fall«, sagte er. »Und nach allem, was ich bisher gehört habe, bin ich wirklich nicht scharf darauf. Eventuell brauche ich ein, zwei Minuten, um das Vertrauen des Mädchens zu gewinnen, aber ansonsten überlasse ich das Ihnen. Wie Sie schon sagten, ich bin hier nur der Dolmetscher.«

»Gut.« Ein Lächeln erhellte Brogans Gesicht, verschwand jedoch sofort wieder. »Eins noch, bevor wir da reingehen. Ich weiß, dass Sie schon lange bei der Polizei sind, Mike. Sie sind auch ein harter Bursche und alles, aber dieser Typ hat dem armen Mädchen wirklich übel zugesetzt.«