21. KAPITEL
Wenn die Sonne über dem Loch Lomond scheint und die Sonnenstrahlen auf dem Wasser wie Diamanten funkeln, könnt ihr sicher sein: Irgendwo in der Nähe ist ein MacLean, der lächelt.
So sprach die alte Heilerin Nora von Loch Lomond in einer kalten Nacht zu ihren drei jungen Enkelinnen.
„Das ist eine Unverschämtheit“, fauchte Lucinda, die mit dem Kopf nach unten über Gregors Schulter hing.
„Halt den Mund.“ Gregors Griff wurde noch ein wenig fester. „Kincaid? Wo zur Hölle bist du?“
„In der großen Halle.“ Jack stand mit Alexander und Hugh vor dem Kamin. Fiona saß in der Nähe auf dem Sofa. Er hatte versucht, ihr auszureden, ihn und ihre Brüder zu begleiten, aber es war ihm natürlich nicht gelungen.
Gregor trat ein und warf seine Last wie einen Sack Kartoffeln auf einen Stuhl.
„Du Flegel!“ Lucinda richtete sich mühevoll auf, während sie versuchte, jeden in der Nähe mit ihren Blicken zu erdolchen.
„Wo ist ihr Komplize?“, erkundigte sich Alexander.
Gregor machte eine Kopfbewegung in Richtung Tür. Sekunden später kam Dougal herein und schob einen zerschundenen und blutbefleckten Campbell vor sich her.
Um Jacks Mund legte sich ein harter Zug. „Du verdammter Bastard! “
„Ja“, stimmte Lucinda zu und strich ihr Haar glatt. „Er ist ein Bastard. Ich habe gehört, was passiert ist, aber ich habe nichts damit zu tun.“
„Lucinda!“ Campbells Gesicht wurde dunkelrot.
Sie achtete nicht auf ihn. „Ich war auf der Durchreise. Campbell hatte im Gasthaus ein Gastzimmer reserviert, und er lud mich ein, ihm Gesellschaft zu leisten.“ „Haha!“, spottete Fiona.
Jack unterdrückte ein Grinsen. Seine entzückende Frau hatte Temperament. Er zeigte auf den Stuhl neben Lucinda. „Setz dich, Campbell.“
„Ich will lieber steh...“
Gregor schubste Campbell auf den Stuhl, sodass dieser mit einem unüberhörbaren Knarren dort landete.
Jack trat einen Schritt vor. „Wer von euch beiden hat den Befehl gegeben, Fiona zu erschießen, und warum?“ Lucinda ließ ihre Hände durch die Luft flattern und lächelte verführerisch. „Ich weiß nicht, wovon du redest, Jack.“
Campbell sagte nichts und schob nur das Kinn vor. „Einer von euch hat versucht, meine Frau zu erschießen oder wollte sie erschießen lassen. Ich werde herausfinden, wer es war. “
„Frag Campbell“, empfahl Lucinda mit einem Achselzucken. „Er ist hier, weil er schuldig ist, nicht ich.“ Campbell wandte sich hastig Lucinda zu. „Untersteh dich zu lügen! “
Fiona stand auf. „Sie wissen ganz genau, was mit mir geschehen ist, meine liebe Lady Featherington. Hamish hat Ihre Diener im Wald gesehen. Außerdem hat er das hier gefunden.“ Sie streckte die Hand aus, in der eine goldene Haarnadel lag.
Lucindas Hand flog hinauf zu ihrem Haar. „Wie kommt es ...“ Sie fing sich wieder und schüttelte den Kopf. „Das beweist gar nichts. Offensichtlich hat das jemand in den Wald gelegt, damit ich verdächtigt werde.“
„Vielleicht ziehen Sie es vor, die Wahrheit aus dem Mund Ihres eigenen Dieners zu hören.“ Fiona wandte sich der Tür zu. „Hamish!“
Die Tür schwang auf, und der große Schotte trat ein. Eine purpurrote Wunde zog sich von seiner Stirn zu seinem Ohr. Er trug einen großen Sack in die Mitte des Zimmers und ließ ihn dort mit einem Plumps fallen. Aus dem Sack war deutlich ein lautes „Aua!“ zu hören.
Als Hamish den Raum betreten hatte, war Lucinda aufgestanden. Nun wich sie mit weit aufgerissenen Augen zurück. „Was ist da drin?“
„Eine Ratte.“ Hamish hob seine riesigen Fuß und trat gegen den Sack. Daraufhin ertönte ein Schwall von Flüchen aus dem Sack. Hamish errötete. „Schweig still, du verdammter Kerl! Hör auf, so in Gegenwart einer Dame zu reden. “
Der Kartoffelsack erstarrte. „Dame?“
„Genau!“ Hamish wandte Fiona seinen struppigen roten Kopf zu. „Was soll’n wir nun tun, Mylady?“
„Öffne den Sack, aber lass ihn nicht entkommen“, befahl Fiona. „Wir müssen mit ihm reden.“
„Ja, befragt ihn“, stimmte Lucinda rasch zu. Sie klang atemlos, aber beherrscht, während in ihren Augen ein seltsamer Glanz lag. „Fragt ihn, was immer ihr wissen wollt.“
Jack runzelte die Stirn. Was plante sie nun wieder? Fiona gab Hamish ein Zeichen, der daraufhin die dicke Kordel löste, die den Sack oben zusammenhielt. Sekunden später schob sich ein Kopf aus der Öffnung. Der Mann versuchte, die Arme ebenfalls ins Freie zu schieben, doch Hamish zog rasch die Bänder zusammen, sodass sie eine Schlinge um den Hals des Mannes bildeten.
„Uff!“ Das Gesicht des Mannes wurde rot, seine Augen traten hervor.
„Halts Maul, du räudiger Hund“, beschimpfte ihn Hamish mit ruhiger Stimme. „Du kannst sprechen, wenn man drum bittet, nich’ vorher. “
Fiona wankte leicht, und Jack zog sie in seine Arme und trug sie zurück zum Sofa.
„Das ist nicht nötig, Jack. Mir war nur ein wenig schwindelig“, protestierte sie mit leiser Stimme.
„Du bist schon viel zu lange auf. Du solltest im Bett liegen“, erinnerte er sie.
„Nein. Ich muss das hier bis zum Ende durchstehen.“ Er sah die Entschlossenheit in ihren Augen und nickte. „Nun gut. Wir werden es zusammen durchstehen.“ Mit dem Rücken seiner Hand strich er über ihre Wange. „Ebenso wie wir uns gemeinsam um die Geburt unseres Kindes kümmern werden.“
Lucindas Lachen klirrte wie Glasscherben. „Ach, hör doch auf, Jack! Jeder weiß, dass du zu dieser Hochzeit gezwungen wurdest. Dass sie dich entführt und dir Whisky in die Kehle geschüttet und den Pater dazu gebracht hat, dein Gelöbnis zu akzeptieren, indem sie behauptet hat, ein Kind unter dem Herzen zu tragen. “
Alexander ballte seine Hände zu Fäusten. „Nimm dich in Acht, was du über unsere Schwester sagst, du Hexe!“ Fiona griff nach Jacks Hand und hielt sie gegen ihre Wange. „Sie hat recht. Wir haben vorgegeben, ich sei bereits guter Hoffnung, sodass niemand eine Auflösung der Ehe verlangen würde. Doch inzwischen ist es wahr geworden.“
„Großer Gott“, stieß Campbell hervor, und er wurde noch blasser. „Das wusste ich nicht.“
Hoch aufgerichtet, mit zusammengepressten Lippen und funkelnden Augen saß Lucinda neben ihm.
„So ist es“, bestätigte Jack und sah die beiden mit finsterem Blick an. „Meine Gattin wird bald Mutter. Wer von euch auch immer vorhatte, ihr Böses zu tun, sollte Gott danken, dass sie nicht getötet wurde.“
Lucinda riss sich sichtlich zusammen. „Ich würde niemals jemandem etwas antun, schon gar nicht einer Frau, die ein Kind unter dem Herzen trägt. Frag meinen Diener, wer ihm seine Befehle gegeben hat. Ich bin sicher, er kann dir alles sagen, was du wissen willst.“
„Lass den Kutscher für uns singen, Hamish“, befahl Jack.
Diensteifrig zog Hamish an der Schlinge, die er selbst gelegt hatte. Der Mann im Sack würgte, dann presste er heraus: „Zur Hölle, was willst du von mir?“
„Hast du auf die Lady geschossen?“, fuhr Hamish ihn an.
Der Blick des Mannes ging flackernd in Fionas Richtung, dann wieder weg. „Ich ... ich ...“
Hamish zog die Schlinge mit einem scharfen Ruck zusammen.
„Gott“, heulte der Mann keuchend. „Ich sag’ s euch. Ich sag’ s euch. Ich hab nur getan, was mir aufgetragen wurde.“
„Von wem?“
„Von Campbell.“
Wie ein einziger Mann wandten sich Fionas Brüder wutentbrannt Campbell zu.
Campbell sprang auf, sein Stuhl fiel krachend auf den Boden. „Ich habe ihm niemals etwas befohlen. Ich schwöre es! Lucinda ist diejenige, die die Befehle erteilt hat.“
„Halt“, rief Jack und hob eine Hand, während er immer noch den Kutscher ansah. „Es steckt noch mehr dahinter! Was genau hat Campbell dir auf getragen?“, fragte er den Kutscher.
„Er sagte, ich soll der Kutsche folgen, mich im Gebüsch verstecken und auf die Lady schießen, wenn’s möglich is’.“
„Und sie töten?“
Die hinterhältigen Augen des Mannes zuckten für eine Sekunde in Lucindas Richtung, dann sah er rasch wieder fort. „Ich hab getan, was mir gesagt wurde.“
„Du bist es nicht wert, Mensch genannt zu werden!“, rief Gregor. „Ich sollte ...“
„Lasst ihn gehen“, sagte Jack ruhig. Er ging zu dem Mann und beugte sich zu ihm hinunter, bis seine Augen auf einer Höhe mit denen des Kutschers waren. „Du weißt, ich könnte nach dem, was du bis jetzt gesagt hast, dafür sorgen, dass du gehängt wirst.“
Der Mann riss verängstigt die Augen auf. „Ja, aber ... mir is’befohl’n worden, es zu tun! Man hat mir gesagt, ich soll...“
„Genau. Und nun sieh, wie die Person, die dir diese Tat aufgetragen hat, dich beschützt“, forderte Jack den Kutscher auf.
Der Blick des Mannes ging an Jack vorbei und wieder zu ihm zurück. „Ich weiß nich’, was Sie meinen.“
„Du hast gerade gestanden, auf meine Frau geschossen zu haben. Es gibt wohl keinen Richter auf der Welt, der dich dafür nicht hängen ließe. Ganz besonders mit solch ehrenwerten Zeugen. “ Er deutete der Reihe nach auf die Anwesenden. „Alexander, Hugh, Gregor, Dougal, würdet ihr gegen diesen Unhold aussagen?“
„Falls wir ihn nicht vorher töten“, blaffte Alexander.
Draußen krachte der Donner.
Der Kutscher sah hinauf zum düsteren Himmel und wurde noch blasser.
Jack schaute Campbell an. „Und du? Würdest du gegen ihn aussagen?“
„Sicher, obwohl es natürlich nicht stimmt, dass ich ihm den Befehl zum Schießen gegeben habe“, betonte Campbell.
„Und du, Lucinda?“, fragte Jack mit samtweicher Stimme. „Würdest du gegen diese Missgeburt von einem Mann aussagen?“
Ihr Blick senkte sich auf den Fußboden. „Ich weiß nicht, warum du meine Aussage brauchst, wenn es schon so viele andere Zeugen gibt.“
„Beantworte meine Frage. Wirst du bezeugen, was du gerade eben gehört hast? Dass dieser Mann auf meine Frau geschossen hat?“
Lucinda sah den Kutscher an, dessen Blick sich an ihrem Gesicht festgesaugt hatte und in dessen Miene atemlose Spannung lag.
Sie schluckte.
„Nun?“ Jack stellte sich zwischen die beiden. „Wirst du es tun?“
Ihre Lippen wurden schmal. Sie warf ihr Haar nach hinten, in ihren Augen funkelte Zorn. „Ja, verdammt noch mal! Du weißt, dass ich es tun werde.“
„Uuuh!“ Der Kutscher warf sich nach vom, ohne darauf zu achten, dass sich die Schlaufe um seinen Hals zusammenzog, sein Gesicht war wutverzerrt. „Sie ham mir gesagt, ich soll sie erschießen! Sie ham mir aufgetragen, sie zu töten!“
Hamish bändigte den Mann mit Mühe, indem er ihn bei den Schultern packte. „Ruhig, du Hammel. Du bist gerade dabei, deinen eigenen Hals zu brechen.“
„Vielleicht gibt es jetzt doch noch etwas, was du uns sagen möchtest“, wandte sich Jack an den Kutscher.
„Ja! Es war Lady Featherington, die mir die Befehle gab“, stieß der Mann hervor. „Sie is’sogar gekommen, um zuzuseh’n. Und sie hat gesagt, wenn wir geschnappt werden, schieben wir alles Campbell in die Schuhe. Das war der einzige Grund, weshalb sie ihn mitgebracht hat.“ Alle Blicke richteten sich auf Lucinda.
„Du bösartiges Weib“, sagte Jack in ruhigem Zorn. „Ich nehme an, du hast auch die Distel unter Fionas Sattel gelegt. Warum?“
Sie wurde bleich, antwortete aber nicht.
„Was für eine verachtenswürdige Frau“, stellte Alexander fest und legte die Hand auf den Griff des Messers, das in seinem Gürtel steckte.
In dem Blick, den Lucinda in die Runde warf, lag tiefste Verachtung. „Für wie dumm haltet ihr mich?“
„Ich verstehe überhaupt nichts mehr“, mischte sich Campbell ein. „Wir hatten eine Abmachung. Wir wollten dafür sorgen, dass die Ehe zerbricht und dabei gleichzeitig die Fehde wieder aufleben lassen. Sie könnte sich an Lady Kincaid für die Demütigung rächen. Ich bekäme das Land zurück, das von Rechts wegen meiner Familie gehört.“
„All das für ein bisschen Land?“, fragte Jack entsetzt. Campbells Wangen wurden rot. „Allerdings. Ich versuchte nur, meiner Familie zurückzuholen, was sie verloren hatte. Ich ... ich hätte nie gedacht, dass Lady Kincaid, dass Fiona etwas passieren würde oder ... “
„Du lieber Himmel.“ Lucindas gelangweilte Stimme unterbrach Campbells Rede. „Sei ein Mann, ein einziges Mal in deinem Leben! “
Nun lief er vollständig rot an. „Du bist eine Giftschlange. Ich wünschte, ich wäre dir niemals begegnet.“ Er wandte sich an Jack. „Ich schulde dir und Lady Kincaid eine Entschuldigung.“
„Du schuldest ihnen mehr als das“, ergänzte Lucinda bedeutungsvoll.
Campbell erstarrte.
„Du schuldest ihnen Callums Leben.“
Alexander ballte die Hände zu Fäusten. Er starrte Campbell an. „Du ... du hast Callum getötet?“
Langsam sank Campbell zurück auf seinen Stuhl. „Nein. Aber ich hatte gesehen ...“
Gregor wollte sich auf ihn stürzen, aber Alexander hielt ihn am Arm zurück. „Nein. Das überlassen wir der Obrigkeit. Es ist genug Blut vergossen worden.“
„Bitte, Gregor“, schloss sich Fiona mit leiser Stimme Alexanders Meinung an. „Nicht für uns, sondern für Callum. Er hätte nicht gewollt, dass du dir die Hände schmutzig machst.“
Gregor wandte sich ab und ging fort, um mit blicklosen Augen aus dem Fenster zu starren. Von oben krachte der Donner.
Hamish zog an der Schlaufe um den Nacken des Kutschers. „Soll ich diesen Halunken jetzt wegschaffen?“ „Ja“, erwiderte Jack. „Und achte darauf, dass er gut verschnürt ist.“
Ohne weitere Umstände schob Hamish den Kopf des Mannes wieder in den Sack und band ihn erneut zu. Als das Bündel sich heftig bewegte, versetzte er ihm einen kräftigen Tritt.
Der Sack hielt still, und Hamish warf ihn sich über die Schulter. „Ich hänge den Sack im Stall auf und bewach ihn mit ’ner Mistgabel. Wenn er auch nur niest, spieße ich ihn auf.“
Alexander brummte zustimmend.
„Ich bin dann im Stall. Ham Sie ’nen Auge auf die da, Lord Alexander.“ Mit Abscheu sah Hamish in Lucindas Richtung. „Sie is’ die Schlimmste der ganzen Bande.“ Damit trottete er aus dem Zimmer.
Jack schaute Lucinda an und hätte ihr am allerliebsten dieselben Schmerzen zugefügt, die Fiona ihretwegen hatte erdulden müssen.
„Nun?“ Lucinda verzog den Mund zu einem höhnischen Lächeln. „Was nun? Willst du mich dem Gericht übergeben? Wenn du das tust, gibt es einen üblen Skandal, und deine kostbare Gattin zahlt den Preis.“
Jacks Hände ballten sich ohne sein Zutun zu Fäusten. Gott, was hätte er darum gegeben, diese Frau ...
Fionas warme Finger schoben sich voll Vertrauen zwischen seine. Er sah seine Frau an, und ein Teil seines Zorns verschwand. Dann wandte er sich wieder an Lucinda. „Wir werden dich dem Konstabler übergeben, und die Gerechtigkeit wird ihren Weg gehen. “
Lucindas Lächeln wurde weniger siegessicher. „Es wird eine Menge Gerede geben. “
„Wie immer, wenn etwas die MacLeans betrifft“, stellte Jack achselzuckend fest. „Abgesehen davon werden meine Frau und ich nicht in London sein und deshalb das Getuschel nicht hören. Wir siedeln nach Schottland um, sodass unser Kind im Kreis von Fionas Familie aufwachsen kann.“
Fionas Augen weiteten sich. „Aber du liebst London.“ „Aber du gehörst hierher, Liebste“, stellte Jack mit zärtlicher Stimme fest. „Und ich gehöre dahin, wo du bist. Nun und für immer.“ Lächelnd zog er sie in seine Arme. „Wir sollten anfangen darüber nachzudenken, wo unser neues Heim sein soll. “
Sie legte ihm die Arme um den Nacken. „Unser neues Heim?“
„Du glaubst doch nicht, dass wir mit deinen Brüdern unter einem Dach leben werden, nicht wahr?“ Jack sah in die Runde. „Das soll natürlich keine Beleidigung sein.“
„So ist es auch nicht angekommen“, erwiderte Alexander. „Wir haben schon jetzt kaum genug Platz hier.“ „Genau“, stimmte Gregor mit einem zögernden Grinsen zu. „Es ist sogar für uns schon zu eng.“
„Es ist mir auch lieber, wenn meine Nichten und Neffen mir nicht vor den Füßen herumlaufen“, verkündete Hugh. „Das würde mich bei meinen Vergnügungen mit den Dienstmädchen stören.“
„Mir ist es lieber, wenn ich euch beiden nicht dauernd beim Küssen zusehen muss“, erklärte Dougal mit funkelnden Augen. „Das kann einem Mann auf den Magen schlagen.“
„Da siehst du es, meine Liebste“, stellte Jack fest. „Wir würden deine Brüder nur belästigen, wenn wir in ihr Haus einzögen.“
Fiona lächelte ihn schüchtern an. „Ich glaube, du hast recht; wir werden unser eigenes Heim bauen müssen.“ Lächelnd presste Jack ihr einen Kuss auf die Stirn. Endlich kannte er das Geheimnis, wie man ein Zuhause schuf. Es kam nicht auf den Ort an oder auf die Zeit oder auf die Menschen, die in dieser oder jener Stadt lebten. Es kam auf den Menschen an, mit dem man sein Leben teilte.
Und er wusste, dass ihr gemeinsames Haus für ihn immer ein Heim sein würde, weil Fiona dort mit ihm lebte.