Bamml Bamml Bammi

Schüsse, ganz in der Nähe, und die Echos verrieten, dass sie in der Tiefgarage fielen, gleich am Ende dieses Ganges.

Leon riss die Magnum hervor und rannte auf die Tür zu.

Wertvolle Sekunden vergingen, während er an dem demolierten Griff hantierte.

Der Gang war frei, abgesehen von der toten Verkehrspoli-

zistin rechts von ihm auf dem Boden. Geradeaus befand sich der Eingang zur Tiefgarage. Leon eilte darauf zu und ge-mahnte sich, vorsichtig einzutreten, um nicht von einem in Panik geratenen Bewaffneten erschossen zu werden.

Lass dir Zeit, sieh dich genau um, bevor du dich bewegst,

identifiziere dich laut und deutlich ...

Die Tür, die in die Wand zu seiner Rechten eingelassen

war, stand offen, und als Leon einen Blick in den weiten Raum dahinter warf, sein Körper von der Betonwand geschützt, sah er etwas, das ihn so erschreckte, dass er den Schützen vergaß.

Der Hund... Das ist derselbe gottverdammte Hund!

Unmöglich - aber das leblose Tier, das hingestreckt zwi-

schen den aufgereihten Autos lag, sah genauso aus. Selbst aufgrund des flüchtigen Blickes, den er auf den schleimüber-zogenen Dämon in Hundegestalt erhascht hatte, von dem er zehn Meilen vor der Stadt so erschreckt worden war, dass er ums Haar einen Unfall gebaut hätte, konnte er sagen, dass dieses Tier hier zumindest dem selben Wurf entstammte. Im flackernden Licht der Neonröhren, die die kalte, ölfleckige Garage erhellten, konnte Leon erkennen, wie abnorm es wirklich aussah.

Nichts schien sich zu bewegen, und außer dem Summen

der Deckenleuchten war kein Laut zu hören. Die Magnum

noch immer schussbereit haltend, trat Leon in die Garage, entschlossen, einen genaueren Blick auf die Kreatur zu werfen - da entdeckte er eine zweite neben einem geparkten

Streifenwagen; sie war offenbar genauso tot. Beide lagen in klebrigen roten Lachen ihres eigenen Blutes und hatten ihre langen, wie gehäutet aussehenden Glieder gebrochen von

sich gespreizt.

Umbrella, die Angriffe der wilden Tiere, die Seuche - wie

lange läuft diese Scheiße schon? Und wie ist es ihnen gelun-

gen, das Ganze zu verheimlichen, nach all den Morden?

Noch verwirrender war, dass Raccoon nicht schon von Mi-

litär wimmelte. Umbrella mochte ja imstande gewesen sein, seine Verwicklung in die Kannibalenmorde zu vertuschen,

aber wie hatte man verhindert, dass die Einwohner von Raccoon Hilfe von außerhalb der Stadt herbeiriefen?

Und diese Hunde, sie gleichen sich wie Ebenbilder... Noch

etwas, das in den Umbrella-Labors erschaffen wurde?

Leon machte einen weiteren Schritt auf die toten Hundewesen zu und runzelte die Stirn; die düsteren Verschwörungs-theorien, die sich in seinem Kopf formten, gefielen ihm

nicht, aber er vermochte sie auch nicht zu ignorieren. Was ihm noch weniger gefiel, war das Aussehen der Flecken auf dem Betonboden - sie waren rostfarben, und es waren zu

viele dieser getrockneten Spritzer, als dass er sie überhaupt hätte zählen können. Er beugte sich vor, um sie genauer zu betrachten, so erpicht darauf, seinen plötzlichen furchtbaren Verdacht auszuräumen, dass er den Schuss erst wahrnahm,

als die Kugel bereits mit einem hohen, singenden Heulen an ihm vorbei jagte.