Epilog
Das Jaulen und Schreien unter ihm war ohrenbetäubend. Devils Augen glühten gefährlich, während er die Brücke überquerte. Egal, wohin er blickte, überall wimmelte es von Dämonen, die ihn mit den Augen verfolgten und ihm zujubelten. So viele waren gekommen, um den Occasus nach seiner Rückkehr zu sehen. Sie hatten etliche Jahre auf ihn gewartet, der, von dem die Legenden erzählten und von dem so vieles abhing.
Mit festen, sicheren Schritten näherte er sich dem Tempel, in dem das Ritual abgehalten werden sollte. Heute würde sich sein Schicksal entscheiden. Er blickte in die Nacht hinauf und lächelte kühl.
Vor dem Eingang verbeugten sich zwei Soldaten vor ihm und öffneten das große, steinerne Tor. Er folgte dem Gang, in dem alle paar Meter ein Dämon stand und mit einer Fackel den Weg erhellte. Er konnte bereits hier den eigentümlichen Gesang der dämonischen Priester vernehmen, die die Zeremonie durchführen würden.
Eine letzte Tür öffnete sich und er befand sich in einer dunklen Halle. Die Wände waren aus schwarzem Stein, an denen die Lichter aus den Feuerschalen tanzten. Die sieben dämonischen Priester standen kreisförmig in dem Raum, trugen schwarze Kutten, die ihre Gesichter verhüllten und ließen ihren dunklen Gesang ausklingen, als er eingetreten war. Er betrachtete die Gestalten kurz und blieb schließlich an dem großen, schweren Stuhl hängen, auf dem eine weitere Person saß. Sie trug eine bordeauxfarbene Kutte und blickte in Devils Richtung, doch auch sein Gesicht blieb vom Schatten verborgen. Er schenkte seinem Vater nur einen kurzen Blick und stellte sich in die Mitte des Kreises, den die Priester bildeten. Sofort setzten sie zu einem neuen Gesang an. Dieser war befremdlich, schwer und düster. Grüne wabernde Lichter erhoben sich, begannen auf Devil zuzukriechen, berührten ihn, wanderten an ihm hinauf, bis er davon eingehüllt war. Er spürte, wie die Lichter durch seine Haut drangen, in ihn hinein wanderten und alles in ihm ausfüllten. Eisig kalt fühlte es sich an und zugleich schneidend heiß. Überall tastete das Licht in ihm und jede Berührung löste eine Schmerzenswelle aus. Die Muskeln spannten sich automatisch an, doch er versuchte, die Lichter in sich zu dulden, auch wenn es ihn schier zerfraß. Er fühlte, wie sie immer weiter nach oben wanderten, mit spitzen Haken sich an ihm festkrallten. Sie drangen in sein Bewusstsein, tasteten alles ab und gerade, als er glaubte, den Ekel und die Schmerzen nicht mehr länger ertragen zu können, verbanden sie sich zu einem Ganzen. Sein kompletter Körper war umhüllt von einem leuchtenden Schimmer und als er die Augen öffnete, glühten diese ebenfalls. Auf seiner Stirn strahlte das Zeichen, das ihn als zukünftigen Kaiser offenbarte.
Die Priester knieten vor Devil nieder und verbeugten sich ehrfurchtsvoll, während Kaiser Velmont im Schatten seiner Kapuze hasserfüllt und eisig lächelte. Nun konnte es beginnen.