Die Wege trennen sich
Summer und Melody hatten wir am Ausgang des Parks verabschiedet, wobei Sky die beiden nochmals auf einen Besuch in die Schule eingeladen hatte. Ich hoffte jedoch inständig, dass sie es nicht tun würden.
Nun saß ich in Mathematischer Magie und grübelte vor mich hin, während die Klasse damit beschäftigt war, einige schwere Rechnungen zu lösen. Letztes Jahr hatte ich ziemliche Probleme mit dem Fach gehabt, leider zeigte sich nur eine minimale Verbesserung. Kein Wunder also, dass ich mit meinen Gedanken ganz woanders war. Der Besuch im Vergnügungspark lag nun schon einige Tage zurück und ich konnte mir mittlerweile kaum mehr vorstellen, dass ich Night tatsächlich so nahe gewesen sein sollte. Hatten wir uns wirklich beinahe geküsst? Es war eine absurde Vorstellung, zumal ich ihn seither nur im Vorbeigehen gesehen und kein weiteres Wort mehr mit ihm gewechselt hatte. Vielleicht hatte ich mich auch geirrt und er hatte es gar nicht vorgehabt. Es war auch ein verrückter Gedanke. Wahrscheinlicher war eher, dass er sich lediglich für das Geschenk hatte bedanken wollen und mich, wie damals, auf die Stirn oder Wange hatte küssen wollen. Ich spann mir natürlich gleich wieder abstruses Zeug zusammen. Allerdings ließ eine Sache mich weiter hoffen und träumen: Night trug jeden Tag das Armband, das ich ihm geschenkt hatte. Inzwischen schienen die Runen sogar ihren „peinlichen“ Ruf zu verlieren, denn immer mehr Mädchen und sogar Jungs trugen Schmuck mit diesen Zeichen. Anscheinend waren sie der Meinung, dass, wenn Night solche Dinge trug, sie diesem Trend unbedingt nacheifern mussten.
„Frau Franken?!“
Erschrocken blickte ich auf. Frau Toyama blickte mich mahnend an.
„Wären Sie nun so freundlich, uns Ihr Ergebnis mitzuteilen?“
Ich starrte auf meine leeren Blätter und überflog die aufgeschlagene Buchseite. Bei welcher Aufgabe waren wir überhaupt?
„x= 3*10-9“, raunte mir mein Sitznachbar leise zu.
Ich wiederholte erleichtert die Lösung und die Lehrerin nickte zufrieden. Sie wandte sich erneut der Tafel zu und begann die nächste Gleichung durchzusprechen.
„Danke“, raunte ich dem schlaksigen Jungen neben mir zu. Ich glaube sein Name war Jason…
„Kein Problem“, antwortete er grinsend.
Nach Mathematischer Magie hatten wir eine Doppelstunde Geschichte, was unglaublich einschläfernd war, aber immerhin hatte ich dieses Fach mit meinen Freundinnen zusammen. Der einzige Lichtblick der nächsten Zeit war das Iceless Spiel, das am Freitag stattfinden sollte.
Am Nachmittag streckte ich mich erleichtert, als wir die letzte Schulstunde des Tages hinter uns gebracht hatten.
„Mann, bin ich müde“, seufzte ich.
„Kein Wunder bei den Stunden“, erwiderte Thunder.
„Sollen wir nachher in die Bibliothek und die verfluchten Hausaufgaben machen?“, fragte Shadow.
Thunder rümpfte die Nase: „Muss das sein? Ich würd mich lieber hinlegen und Musik hören.“
Sie zuckte mit den Schultern. „Mir ist es verdammt egal, ob du Ärger bekommst oder nicht. Nur komm nicht wieder fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn zu mir gelaufen und bettel mich nach den Lösungen an.“
„Schon gut, ich komm ja mit.“
Erst jetzt bemerkte ich die Gruppe, die auf der Treppe saß und sich unterhielt.
„Jetzt sag schon, was hast du denn für Neuigkeiten?“, fragte Cold.
„Tja, ihr werdet es nicht glauben, aber beim Spiel am Freitag werden uns ein paar Talentsucher der Rigid Dragons zusehen“, erklärte Duke, nicht ohne Stolz.
Nun schrien und jubelten die anderen auf vor Freude.
„Das gibt es doch nicht!“, jauchzte Spike.
„Wie hast du das gemacht?“, wollte Cold wissen.
„Mein Vater hat eben gute Beziehungen und kennt den Manager der Mannschaft. Er hat ihm von unserem Team erzählt, weshalb sie uns jetzt spielen sehen wollen, um eventuell ein paar in ihre Mannschaft zu holen. Also, wenn wir es richtig machen, steht einigen von uns eine große Zukunft bevor.“
„Wir werden denen zeigen, was wir drauf haben!“, versicherte Spike.
„Genau, wir nehmen die Wolves auseinander, so dass die Talentsucher uns anflehen werden, in ihre Mannschaft zu wechseln.“
„Sagt nur keinem was davon. Wir wollen doch nicht, dass die Wolves womöglich noch Wind davon bekommen. Immerhin ist diese Chance für uns“, mahnte Duke, worauf die anderen mit ernster Miene nickten. Erst jetzt schienen sie meine Freundinnen und mich zu bemerken. „Was glotzt ihr so dämlich?! Habt ihr nichts anderes zu tun?!“, schrie Duke uns wütend an. Ich machte mir erst gar nicht die Mühe, darauf zu reagieren. Mittlerweile war es unvorstellbar, dass er tatsächlich mal in mich verliebt gewesen war. Das hatte sich allerdings schnell erledigt gehabt, als ihm klar geworden war, dass ich Gefühle für seinen größten Rivalen und Erzfeind hatte.
„Hey Duke“, rief eine Stimme und da kam Risu auch schon auf ihn zugerannt.
„Ich habe dich überall gesucht“, fuhr sie in freudigem Ton fort.
„Wie oft soll ich es dir noch sagen?! Verpiss dich, du gehst mir tierisch auf die Nerven, also mach, dass du weg kommst.“
„Ich gehe gleich wieder“, erklärte sie. „Ich wollte dir nur das hier geben, die habe ich für dich und deine Freunde gebacken. Ich hoffe, sie schmecken dir.“ Damit überreichte sie ihm eine Tüte voll Kekse. Duke stand auf, warf ihr einen bitterbösen Blick zu und sagte: „Lasst uns gehen, bevor ich dieser Kröte die Kekse in den Hals stopfe.“
Seine Freunde erhoben sich ebenfalls und machten sich auf den Weg; allerdings schien Risu diese Abfuhr ganz und gar nichts auszumachen.
„Okay, ich leg die Tüte dann vor deine Zimmertüre, dann kannst du sie später essen.“
Thunder schüttelte nur entsetzt den Kopf. „Wie kann man so dämlich sein?!“
„Das hat schon was verdammt Masochistisches“, stimmte Shadow ihr zu.
„Willst du nicht langsam aufgeben?“, rief Thunder Risu zu.
Die schüttelte jedoch vehement den Kopf. „Warum sollte ich? Ich bin doch auf dem besten Weg. Er ist nur ein bisschen schüchtern und braucht Zeit, bis er offen seine Gefühle zeigen kann. Aber habt ihr nicht das Leuchten in seinen Augen gesehen, als ich ihm die Tüte gezeigt habe?! Er ist so süß und hat eine unglaublich nette und charmante Art. Ich werd immer ganz kribbelig, wenn ich ihn sehe…“ Sie kicherte verlegen. „Ich gehe dann besser gleich zu seinem Zimmer, er wird die Kekse bestimmt bald essen wollen.“ Damit eilte sie um die nächste Ecke und war verschwunden.
„Die hat sie doch nicht mehr alle!“, sagte Thunder und schüttelte den Kopf.
„Ist bestimmt verflucht nett, wenn man sich die Welt so zurecht spinnen kann“, meinte Shadow.
„Sie wird hoffentlich irgendwann erkennen, wie Duke in Wirklichkeit ist“, sagte ich.
„Tja, Liebe macht blind; in diesem Fall aber auch taub und vor allem dumm“, fügte Thunder hinzu. „Hoffentlich benimmt sie sich nicht auch so idiotisch beim Iceless Spiel, immerhin tritt ihr Heißgeliebter Duke an.“
„Apropos Iceless, ist das nicht unglaublich, dass tatsächlich Talentsucher da sein werden?“, fragte Céleste aufgeregt.
„Vielleicht nehmen sie sich Duke und seine ach so tolle Mannschaft danach mal zur Brust und erklären ihnen, wie beschissen sie spielen. Mann, das würde ich zu gerne miterleben“, freute sich Thunder.
„Ich hoffe, sie ziehen nicht wirklich in Erwägung, einen von denen in ihre Mannschaft zu nehmen“, sagte Céleste.
„Sind die Dragons gut?“, hakte ich nach. Ich kannte mich mit Iceless leider noch immer nicht besonders aus.
Thunder verdrehte genervt die Augen. „Meine Güte, wie kann man das nicht wissen?! Sie sind eine der Top Mannschaften und befinden sich momentan sogar auf Platz eins in der Tabelle. Etliche Spieler der Dragons sind fester Bestandteil der Nationalmannschaft.“
„Kurz zusammengefasst: Ja, sie sind ganz gut“, rekapitulierte Shadow scherzhaft, was Thunder grimmig aufschnauben ließ.
„Ein Gutes hätte es allerdings, wenn Duke genommen werden würde“, erklärte Thunder weiter, als sie sich beruhigt hatte: „Er würde dann auf die Exercitatio wechseln.“
Auf meinen fragenden Blick hin, fügte sie hinzu: „Das ist eine Schule, in der aufstrebende Sporttalente unterrichtet werden. Dort kommst du nur rein, wenn einer der großen Vereine dich angeworben hat.“
Keine schlechte Aussicht… Vielleicht mussten wir Duke nicht mehr lange ertragen.
„Hey“, begrüßte uns eine Stimme. Ein Mädchen löste sich aus einer Gruppe und kam auf uns zu. Ich lächelte Faith erfreut an. Sie war Schülerin der Cassaija, eine andere Eliteschule, die im letzten Jahr ebenfalls von dem Mytha angegriffen worden war. Deren Schule und die Jagterra waren dabei so schwer beschädigt worden, dass die Schüler auf andere Elite-Internate hatten verteilt werden müssen. Faith und ich waren inzwischen so etwas wie Freunde geworden.
„Hallo“, antwortete ich. „Wie waren die Ferien?“
„Ganz gut. Ich war mit meinen Eltern auf Samutri.“
Ich glaubte mich grob daran zu erinnern, dass dies eine recht große Insel weit im Süden war.
„Und wie war´s bei dir?“
„Eher langweilig“, erwiderte ich. „Ich war die meiste Zeit in Morbus und die letzte Woche habe ich bei meinem Vater verbracht.“
„Das muss doch toll gewesen sein?! Hast du ihn denn mal zur Arbeit begleiten können?“
Ich nickte und antwortete ausweichend. „Ja, es war ganz interessant, aber ich bin dennoch froh, wieder hier zu sein.“
Faith lächelte wissend. „Das glaub ich dir gerne.“
Ich wusste, worauf sie anspielte, dabei hatte ich es gar nicht wegen Night gesagt.
„Wie geht es eigentlich mit den Reparaturarbeiten an eurer Schule voran?“, meldete sich Thunder zu Wort. Man konnte ihrer Stimme allzu deutlich entnehmen, dass sie die Cassaija Schüler lieber heute als morgen los werden würde.
„Es wird nur noch ein paar Wochen dauern“, erklärte sie. „Glaub mir, ich freue mich auch wieder, zurückkehren zu können. Allerdings“, fügte sie neckend hinzu, „habe ich doch einige nette Leute kennengelernt und die Schule allmählich in mein Herz geschlossen. Vielleicht wechsel ich ja hierher.“ Sie lachte, als sie Thunders entsetzten Blick sah.
„Keine Sorge, du wirst mich schon wieder los.“
Sie sah mich nochmals an, verabschiedete sich von mir und kehrte zu ihren Freundinnen zurück.
„Diese dämliche…“, begann Thunder mit zusammengebissenen Zähnen zu knurren.
„Das hast du auch nicht anders verdient“, meinte Céleste. „Du solltest wirklich versuchen, dich ab und zu zusammen zu reißen.“
Thunder setzte zu einer Antwort an, doch ich bekam sie nicht mit, da ich von etwas abgelenkt wurde. Es war ein seltsames Gefühl… Als wäre ich plötzlich nicht mehr sicher... Ich spürte Gefahr, die mich wie dichter Nebel umschloss, doch es war nichts zu sehen. Alles schien normal zu sein. Warum schrie es dann in mir und mahnte mich, schnellstens von hier zu fliehen?!
„Hey, alles okay?“, fragte Thunder mit misstrauischem Blick.
Ich sah sie erschrocken an und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Ich ließ meine Augen ein weiteres Mal suchend umherstreifen, doch hier war nichts.
„Ja, ich war nur in Gedanken.“
„Du bist manchmal echt seltsam.“
„Das sagt die Richtige“, erwiderte ich und stieß sie leicht in die Seite.
Was war nur in mich gefahren? Ich lächelte über mich selbst. Manchmal war ich in der Tat ein wenig seltsam.
Im Stadion herrschte bereits unruhige Vorfreude, kaum einer konnte den Spielbeginn mehr erwarten. Immerhin war dies das erste der Saison, was bedeutete, dass wir lange auf Iceless verzichten hatten müssen.
Auch ich trug einen Fan-Schal der Invincible Wolves, den ich freudig hin und her schwang.
Thunder sang oder schrie vielmehr ein Schmählied auf die Sharks, in das einige einstimmten. Nicht weit entfernt erkannte ich Risu, die aussah wie ein lebendig gewordenes Werbeschild für die Dauntless Sharks. Ihr Gesicht hatte sie in deren Farben komplett angemalt, das Haar gefärbt; sie trug das Trikot der Mannschaft, auf dem Risus Name stand, jedoch hatte sie keine Rückennummer, sondern ein „I love you, Duke.“ Als wäre das noch nicht genug, trug sie ein selbstbemaltes Cappy, auf dem ein goldener Hai prangte sowie etliche Schals, die sie sich um den Hals gewickelt hatte, die restlichen, die wohl nicht mehr darum gepasst hatten, trug sie in den Gürtelschlaufen der Hose, so dass sie wie lose Fuchsschwänze umher baumelten. In den Händen hielt sie dazu eine riesige Fahne, die sie unermüdlich schwang. „Sharks, ihr seid die Nummer 1. Duke, du bist der Größte! Vorwärts, Sharks!“
„Meine Güte, ist das peinlich“, sagte Thunder, der Risu ebenfalls nicht entgangen war.
„Hoffentlich verausgabt sie sich nicht, sie ist ja jetzt schon aus der Puste“, meinte Céleste.
Da trat endlich der Schiedsrichter aufs Feld: „Herzlich willkommen zum ersten Spiel der Saison. Es treten an: Die Dauntless Sharks gegen die Invincible Wolves!“
Donnernder Applaus und lautes Getöse brandete bei diesen Worten auf; es dauerte, bis er zu Wort kam: „Ich stelle nun die Mannschaften vor. Hier sind die Dauntless Sharks!“
Buh-Rufe mischten sich mit dem Freudengeschrei der Fans und schraubte sich zu einem unglaublichen Höllenlärm hoch, als die Türe sich öffnete und die Mannschaft eintrat. Dem Publikum schienen sie dieses Mal keine große Beachtung zu schenken, dafür unterhielten sie sich untereinander und konnten es offensichtlich kaum mehr erwarten, dass das Spiel begann. Kein Wunder, waren doch die Talentsucher anwesend. Ich hatte mich längst ein paar Mal umgesehen, doch niemanden erkannt, den ich als solchen eingeschätzt hätte.
„Als Hüter spielt heute: Terra Wood!“, erklärte der Schiedsrichter und das brünette Mädchen mit den engstehenden Augen winkte den Zuschauern kurz zu.
„Stürmer sind Duke Graf von Steinau und Cold Petrow.“ Die beiden grinsten siegessicher, wobei es in ihren Augen kalt blitzte.
„Als Störer treten an: Spike Garcia und Akuma Itami.“ Auch in deren Blicken konnte man nichts Gutes lesen. Die Wolves würden es heute sicher nicht einfach haben.
„Und nun darf ich vorstellen: Die Invincible Wolves!“
Meine Freundinnen und mich hielt nun nichts mehr auf den Plätzen, als die Mannschaft eintrat. Sie sahen alle wirklich gut aus in den schwarzen Trikots mit dem silbernen Wolf darauf.
„Meine Güte, ist der peinlich“, ächzte Thunder, während sie sich die Augen mit der Hand verdeckte.
Ich benötigte nur einen Blick, um zu erkennen, was sie gemeint hatte. Sky hüpfte wie ein junges Fohlen über den Platz, pfiff und winkte wie ein Verrückter dem Publikum zu. Er schien Iceless besonders vermisst zu haben, doch auch die anderen schienen guter Dinge zu sein, winkten und freuten sich offensichtlich auf das Spiel.
„Hüter ist Yuki Berling“, rief der Schiedsrichter, als die Mannschaft bei ihm angekommen war. Das agile, flippige Mädchen mit dem kurzen blonden Haar, trat ein paar Schritte vor, hüpfte und warf den Zuschauern Handküsse zu.
„Als Stürmer darf ich vorstellen: Fast Cornley und Night Reichenberg!“
Die anderen und ich sprangen auf, schrien, was unsere Stimmbänder hergaben und stimmten in den unglaublichen Jubel ein. Es dauerte Minuten, bis auch die Störer aufgerufen werden konnten.
„Sky Leroy und Lily Rozier.”
Sky sprang wie wild umher, rannte ein paar Runden und warf ebenfalls Handküsse in Richtung Publikum, wobei er auffällig in Thunders Richtung blickte; die ihn jedoch geflissentlich ignorierte.
Lily amüsierte sich mit den anderen über Skys Auftritt; das Mädchen war wirklich auffallend schön.
Die Stimme des Schiedsrichters unterbrach meine Gedanken: „Auf eure Positionen“, rief er, woraufhin die Spieler sich auf dem Feld verteilten.
Ein erneuter Pfiff durchzuckte das Stadion und die ersten Bälle stoben auf. Cold gelang es als Erstem an einen der Bälle zu kommen, damit raste er sofort in Richtung Tor der gegnerischen Mannschaft. Sky und Lily beschworen ihre Veparis, die sie ihm augenblicklich hinterherschickten. Lilys Geist schlug wie wild auf den Stürmer ein, konnte ihn aber nicht aufhalten. Der andere Wassergeist warf einen blauen Lichtblitz nach Cold, der ihn traf und mit ordentlicher Wucht von den Füßen riss. Leider stand Duke in der Nähe, schnappte sich den Ball und setzte den Weg fort. Die beiden Störer der Sharks begannen sich nun um die beiden anderen Störer zu verteilen; sie zogen enge Bahnen um sie, stießen und rempelten sie immer wieder an, damit sie es umso schwerer hatten, ihre Geister zu steuern. So verfehlten die Veparis ihren Gegner oft oder starteten Angriffe zu spät.
Kurz vor dem Tor holte Duke aus und schoss; Yuki versuchte den Ball zu erreichen, er entglitt ihr jedoch und raste ins Tor. 1 : 0 für die Dauntless Sharks.
Wieder vermischten sich Buh-Rufe mit dem freudigen Jubel der Fans.
Als die Spieler sich erneut aufgestellt hatten, der Anpfiff erklang und die Bälle aufblitzten, erreichte dieses Mal Night zuerst einen. Er preschte los, wich geschickt den Hieben der verfolgenden Veparis aus und hängte sie letztendlich sogar ab, in dem er sein Tempo noch beschleunigte. Er kam dem Tor immer näher, weshalb beide Störer der Sharks die Wassergeister dorthin riefen. Sie stellten sich ihm in den Weg; dem ersten wich er aus, in dem er antäuschte; doch den zweiten konnte er unmöglich umgehen. Kampfeslustig stand er vor ihm; doch statt langsamer zu werden, nahm er an Geschwindigkeit zu. Als er sich direkt vor dem Geist befand, streckte er die Schulter nach vorne und stieß ihn von den Füßen, so dass der Weg frei war. Augenblicklich schoss er und der Ball traf.
Nun konnten auch meine Freundinnen und ich wieder jubeln und stimmten in die Freude der anderen Zuschauer ein.
Als nächstes war Fast am Ball; auch er rannte sofort los, wurde jedoch von Spike und Akumas Geistern verfolgt. Auch die Störer selbst stellten sich ihm in den Weg; die Veparis schlugen auf Fast ein und als ihn ein Hieb von den Füßen riss, schlug Akuma ihm hart in den Magen, was ihm den Rest gab. Fast stürzte, konnte sich aber schnell aufrappeln. Allerdings rieb er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Bauch. Duke hatte sich indes den Ball geholt und war in Richtung Tor der Wolves geeilt. Night verfolgte ihn, holte ihn nach nur wenigen Sekunden ein, wich dem Schlag aus, den er ihm mit dem Schläger versetzen wollte und holte sich mit einigen geschickten Zügen den Ball. Duke stand der Zorn förmlich ins Gesicht geschrieben, dennoch versuchte er sich zu konzentrieren und sich den Ball zurückzuholen. Night sah sich kurz darauf einer Wand aus Störern und Geistern gegenüber. Sie hatten sich vor dem Tor aufgebaut, so dass kein Durchkommen war. Die Veparis warfen ihre blauen Blitze nach ihm, denen er jedoch ausweichen konnte. Wen er allerdings nicht bemerkte, war Duke, der ihm den Schläger hart in die Nieren stieß. Night strauchelte, fing sich wieder, doch die Störer und Wassergeister begannen nun ebenfalls auf ihn einzuschlagen. Night legte seine Hand blitzschnell auf die Schulter von Akuma, drückte sich hoch, drehte sich in der Luft, holte aus und schoss. Auch dieser Ball war nicht zu halten: 2 : 1 für die Wolves, außerdem erklärte der Schiedsrichter, dass Duke eine Strafpause von fünf Minuten zu nehmen hatte.
Während das Stadion vor Freude tobte, stellte sich Night auf seine Position zurück, allerdings entging mir dabei nicht, dass er offenbar verletzt war. Dukes Hieb hatte ihm wohl doch mehr zugesetzt, als man zuerst gesehen hatte.
Nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff raste Cold mit einem Ball los. Wieder stellten sich Spike und Akuma zu den Störern der Wolves, sie fuhren um sie herum, bremsten direkt vor ihnen ab, rempelten und stießen sie an. Als Skys Veparis seine Angriffe gerade verstärkte, rammten die beiden ihn, rissen ihn von den Füßen und stießen ihm ihre Knie und Ellbogen entgegen. Blut schoss aus seiner Nase und er hielt sich mit grimmigem Gesicht die Seite. Der Schiedsrichter pfiff und Akuma musste für fünf Minuten vom Feld. Thunder schrie entsetzt auf und auch die Zuschauer pfiffen empört, dass nur einer eine Strafe erhalten hatte.
In diesem Moment kam Cold am gegnerischen Tor an und schoss. Yuki warf sich zur Seite und hielt.
„Du bist die Beste, Yuki“, schrie Thunder, klatschte und jubelte mit dem restlichen Publikum zusammen.
Inzwischen durfte Duke zurück ins Spiel; auf seinem Gesicht lag grimmige Entschlossenheit. Der Pfiff erklang und sie rasten allesamt los, auf der Suche nach einem Ball. Night gelang es schließlich und hetzte vorwärts. Wieder waren es die Veparis, die auf ihn einschlugen und Zauber warfen. Als hätte Night Augen im Rücken, gelang es ihm, jedem Angriff rechtzeitig zu entgehen.
Duke stand inzwischen ebenfalls vor dem Tor und eilte ihm entgegen, um ihn aufzuhalten. Gerade, als er bei ihm ankam, schossen die Veparis und auch die Störer Zauber nach ihm. Duke holte ebenfalls aus; Night entging dem Schlag, wurde aber von einem Zauber in den Rücken getroffen und nach vorne geschleudert. Duke nutzte die Chance; zog nach und erwischte ihn noch mit dem Schläger am Kopf. Der Schiedsrichter pfiff und gestikulierte, dass Duke eine weitere Strafpause bekam. Während Night stürzte; schnappte sich Fast den Ball und rannte weiter. Nun sah sich Fast den Gegnern gegenüberstehen; die begannen sofort, nach ihm zu schlagen und zu treten. Kurz bevor er stürzte, bemerkte er offenbar Night aus dem Augenwinkel und passte ihm zu; der holte aus und traf. 3 : 1 für die Wolves. Sky hatte offensichtlich Schmerzen, ebenso Fast, der nun humpelte und Night lief Blut aus einer Wunde über dem Auge.
„Jetzt drehen sie völlig durch“, meinte Thunder, die ebenfalls fassungslos war. „Hoffentlich fliegt bald jemand von ihnen endgültig vom Platz.“
Nach dem Anpfiff ergatterte Cold einen Ball; Sky und Lily ließen ihre Veparis angreifen, doch da kamen auch schon die Störer auf sie zu. Inzwischen waren sie wieder vollzählig und wollten offenbar auf keinen Fall riskieren, dass sie verloren. Spike riss Lily die Beine weg, so dass sie vornüber fiel, während Akuma eine helle Lichtkugel nach ihr warf. Lily schrie, als sie getroffen wurde und krachte auf den Boden. Cold stürmte währenddessen weiter, holte aus und traf: 3 : 2 für die Wolves.
Akuma und Spike mussten vom Feld, doch inzwischen durfte Duke wieder raus; Lily lag bewusstlos auf der Erde und wurde von Sanitätern untersucht.
„Das sah verdammt übel aus“, meinte Shadow mit besorgtem Blick.
„Hoffentlich geht es ihr gut“, sagte Céleste mitfühlend.
„Diese Dreckskerle!“, fluchte Thunder.
Wir sahen mit an, wie Lily auf die Krankenstation gebracht wurde; das Mädchen war noch immer nicht bei Bewusstsein. Der Schiedsrichter besprach sich währenddessen mit den beiden Mannschaften und verkündete: „Lily Rozier fällt aus, doch das Spiel geht weiter“, er pfiff und die Bälle schossen los.
Night erreichte einen und rannte in Richtung Tor; er kam gut voran, da die Störer noch nicht wieder im Spiel waren, allerdings standen die bereits in den Startlöchern. Duke stellte sich ihm in den Weg, versuchte, ihm mit dem Schläger die Füße wegzuziehen; Night rammte ihn jedoch zur Seite; in diesem Moment kamen die Störer zurück. Sie schickten augenblicklich die Veparis vor ihn; die sich dort aufbauten. Der Stürmer zögerte nicht, schoss den Ball über die Köpfe der Geister, warf sich zu Boden und rutschte zwischen den beiden durch, während die dem Ball nachstarrten. Auf der anderen Seite nahm er den Ball wieder an sich, holte aus und traf. 4 : 2 für die Wolves.
Die Menge jubelte und das Geschrei war ohrenbetäubend. Dieses Tor kam gerade recht und die meisten gönnten es der Mannschaft, hatten sie doch noch die Bilder von der bewusstlosen Lily vor Augen.
Nach dem Anpfiff erschien ganz in Dukes Nähe ein Ball, den er sich augenblicklich schnappte. Nun hatten die Wolves nur noch einen Störer, was es Akuma und Spike leicht machte, ihn zu bedrängen. Sie schubsten, stießen und schlugen nach ihm, doch Sky ließ sich nicht aus dem Konzept bringen; sein Veparis holte aus, riss Duke von den Füßen und warf einen Zauber nach ihm, der ihn hart auf den Boden schleuderte. Zunächst blieb er regungslos liegen, dann spuckte er und rappelte sich wieder auf. Allerdings musste er sich den Arm sowie Rücken verletzt haben, denn er konnte den Schläger kaum mehr halten und ging recht gebeugt.
Währenddessen hatte sich Cold den Ball geschnappt; Sky versuchte, auch diesen aufzuhalten; er hatte den Veparis genau vor ihm aufgestellt und es war offensichtlich, dass der Stürmer keine Chance mehr hatte, an ihm vorbeizukommen. In diesem Moment rammte Akuma Sky, der das nicht hatte kommen sehen und in Spikes Richtung fiel; der jagte ihm das Knie in den Bauch und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht; Akuma gab ihm einen letzten Tritt und brachte ihn damit zum Stürzen. Nun lag er regungslos auf der Erde. Der Schiedsrichter pfiff; die beiden Störer mussten vom Feld. Währenddessen wurde Sky untersucht. Er war noch immer bewusstlos. Sein Gesicht war schneeweiß, die rechte Hälfte, wo ihn der Schlag getroffen hatte, dafür knallrot und geschwollen. Schließlich transportieren die Sanitäter auch ihn ab.
„Mist!“, ächzte Thunder.
Ich wandte mich der Freundin überrascht zu. Sie machte sich Sorgen um Sky?!
„Du kannst nachher bestimmt mal nach ihm sehen, er wird sich freuen. Mach dir also nicht zu viel Sorgen.“
„Warum sollte ich?!“, schimpfte sie genervt. „Dank dem Vollidioten werden die Wolves verlieren! Hätte er sich nicht ein bisschen länger auf den Beinen halten können, es waren doch nur noch ein paar Minuten bis zum Abpfiff“, stöhnte sie.
Ich verstand zunächst gar nichts, aber dann erklang ein Pfiff, noch ehe Fast zum Schuss ausholen hatte können.
„Sky Leroy fällt aus, was bedeutet, dass die Invincible Wolves aus weniger als vier Spielern bestehen, sie müssen darum aufgeben und verlieren das Spiel. Die Dauntless Sharks haben gewonnen.“
Laute Buh-Rufe schallten durch das Stadion, so dass man den Jubel der anderen Fans gar nicht mehr hören konnte.
„Ich hab´s doch gesagt, dieser Idiot“, schimpfte Thunder wütend.
„Jetzt sei nicht so, er hat sein Bestes gegeben und kann rein gar nichts dafür“, mischte sich Céleste ein.
„Sein Bestes, da sieht man mal wieder, was für ein Vollpfosten er ist.“
„Lass gut sein“, wandte sich Shadow an Céleste, die erneut etwas sagen wollte. „Nimm sie nicht ernst, sie macht sich mehr Sorgen um ihn, als wir alle zusammen.“
„Spinnst du?!“, fuhr sie die Freundin entsetzt an. Ich musste lächeln, denn auch ich war mir ziemlich sicher, dass Shadow da nicht so falsch lag.
Wir sahen zu, wie die Mannschaften sich die Hände reichten und danach vom Platz zogen.
„Was für ein beschissenes Spiel“, schimpfte Thunder weiter, während wir zusammen zur Schule zurückgingen.
„Mir ist wirklich nicht nach Feiern zumute“, jammerte Thunder, die von uns mitgeschleppt wurde.
„Jetzt hör verdammt nochmal auf, rumzuheulen“, mahnte Shadow.
„Sie haben wirklich gut gespielt und eigentlich auch gewonnen, warum soll man das nicht anerkennen“, versuchte es Céleste.
„Ich will aber nicht“, ächzte sie weiter; doch es hatte keinen Sinn, wir waren am großen Aufenthaltsraum angekommen. Hier fanden immer die Siegesfeiern der Wolves statt, allerdings ließen sie es sich auch nicht nehmen, bei einer Niederlage ordentlich auf den Putz zu hauen.
Die Feier schien in vollem Gange zu sein; Musik lief, die jedoch nicht gegen den Geräuschpegel der Leute ankam, die bereits in ausgelassener Stimmung waren.
Ich sah mich schnell nach Night um; er stand beim Rest des Teams und wurde von etlichen Mädchen umringt. Ich hatte bereits geahnt, dass es kein Durchkommen zu ihm geben würde und dennoch wäre ich gerne für ein paar Minuten bei ihm gewesen. Von seiner Verletzung war zum Glück nicht mehr allzu viel zu sehen. Eine schmale, dünne Wunde über der Augenbraue, die sicher in ein paar Tagen verheilt sein würde. Auch der Rest des Teams wirkte fit, zumindest, wenn man nach ihrer Stimmung urteilte. Um Lilys Kopf war ein Verband geschlungen, der sie seltsam zerbrechlich aussehen ließ, doch auch sie schien keine Schmerzen zu haben. Nur Sky fehlte; ob es ihm sehr schlecht ging?
„Scheint nicht so, als könnten wir zu ihnen durchkommen“, stellte Shadow fest und bestätigte damit meine Gedanken.
„Na, dann lasst uns endlich gehen“, jammerte Thunder weiter.
„Was ist denn nur mit dir los? Du bist ja noch schlimmer als sonst“, sagte Shadow.
Thunder schwieg und an ihren gerunzelten Augenbrauen erkannte man allzu deutlich, dass sie tatsächlich einen bestimmten Grund hatte, nicht hier sein zu wollen.
Gerade wollte ich diesbezügliche eine Frage stellen, als Jubelgeschrei erklang. Sky war gekommen und wurde von seinem Team in Empfang genommen.
„Wie geht es dir?“
„Du siehst ja wieder richtig fit aus!“
„Du warst echt klasse!“
„Mir geht’s gut, allerdings wäre es noch besser, wenn wir nicht verloren hätten“, erklärte er mit einem Grinsen.
Yuki seufzte. „Vergiss es einfach. Es war immerhin nicht das letzte Spiel der Saison und vielleicht haben wir Glück und können nochmal gegen diese Idioten antreten. Du wirst sehen, dann nehmen wir sie richtig auseinander.“
„Du willst was auseinandernehmen?!“, foppte er die kleine, flippige Hüterin.
Das Mädchen grinste jedoch herausfordernd und erklärte: „Gerade du solltest wissen, dass man sich mit mir besser nicht anlegt.“
Sky lachte „Ja, den Tag werde ich nie vergessen.“
„Ist auch besser so. Yuki verpasst dir bestimmt ein noch schlimmeres Veilchen, als das da“, sagte Night und nickte in Richtung von Skys Gesicht. Tatsächlich war seine ganze Gesichtshälfte rot geschwollen und um das Auge herum strahlte es in allen Regenbogenfarben.
„Hey, das ist eine Kriegsverletzung, die ich mir hart verdienen musste“, erklärte er.
Night und die anderen begannen zu lachen und klopften dem Freund anerkennend auf die Schulter. Genau in diesem Moment fiel sein Blick in die Menge und blieb an einem bestimmten Punkt hängen. Während die anderen sich weiterunterhielten, kam er langsam auf uns zu.
„Verdammt“, zischte Thunder und versuchte, noch wegzukommen, doch es war bereits zu spät.
„Ihr seid ja auch da!“, begrüßte er uns. „Wie fandet ihr das Spiel? Ich hoffe, ihr habt gesehen, wie wir die Kerle fertig gemacht haben. Eigentlich wäre es unser Sieg gewesen, aber na ja, nächstes Mal sind sie dran.“
„Ihr wart wirklich gut“, bestätigte Shadow.
„Es tut mir so leid für euch, dass ihr verloren habt; dabei habt ihr so gut gespielt“, sagte Céleste.
„Und wie fandest du uns?“, wollte er von Thunder wissen.
„Das fragst du noch?!“, brüllte sie ihn aufgebracht an, doch sie wagte es nicht, ihn anzusehen.
„Wie geht’s deinem Auge?“, wollte Céleste wissen.
„Ooch, sieht schlimmer aus, als es ist.“
„Da hast du ja nochmal Glück gehabt“, sagte Thunder in sarkastischem Tonfall.
„Hast du dir etwa Sorgen um mich gemacht?!“, fragte er und schnappte die Worte wie ein gefundenes Fressen auf. Er krümmte sich etwas und setzte eine leidende Miene auf: „Na, ja um ehrlich zu sein, hab ich doch noch ziemliche Schmerzen und die Ärztin meinte auch, dass es sicher Wochen dauert, bis ich wieder fit bin.“
„Na, dann viel Spaß dabei“, stellte Thunder trocken fest.
„Du hast keine Ahnung. Ich kann mich total schlecht bewegen und bräuchte bei einigen Dingen echt Hilfe.“
„Dafür hat er uns“, mischte sich ein Mädchen ein, das zwei Freundinnen im Schlepptau hatte. Ich hatte die drei schon mal gesehen, kannte aber ihre Namen nicht. Ich wusste nur, dass sie große Iceless-Fans waren und normalerweise immer um Night herumscharwenzelten.
„Nur keine Sorge, ich kann momentan gar nicht genug Hilfe bekommen“, erwiderte er grinsend.
„Dennoch solltest du gewisse Ansprüche stellen und nicht jede an dich heranlassen“, erwiderte das Mädchen, wobei man förmlich sehen konnte, wie jedes Wort Thunders Wut aufkochen ließ.
„Ich lasse nur die Besten an mich ran“, entgegnete er grinsend und starrte ihr unübersehbar in den ausladenden Ausschnitt, den sie ihm ins Gesicht streckte.
Thunders Fäuste ballten sich vor Zorn und sie giftete: „Sie hätten dich länger auf der Krankenstation lassen sollen, offensichtlich bist du ganz schön heftig auf den Kopf gefallen oder warum kannst du nur noch nach unten sehen?!“
„Meine Güte, ist die zickig“, fauchte das eine Mädchen zurück.
„Sie meint das nicht so“, wiegelte Sky ab, wobei er noch immer in das Dekolleté vertieft war. „Du solltest aber wirklich ein bisschen netter zu mir sein, immerhin hat es mich echt ziemlich erwischt.“
„Offensichtlich!“, fuhr Thunder ihn an. „Wie konnte ich nur vergessen, was für ein Idiot du bist und um dich hätte ich mir beinahe Sorgen gemacht.“
„Was heißt hier beinahe?“, ächzte er und ließ endlich den Blick von dem Mädchen gleiten.
„Bilde dir bloß nichts ein! Im Nachhinein finde ich, bist du noch viel zu gut davongekommen, aber die Sharks sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!“
„Wie kannst du sowas sagen!“, fuhr das Mädchen sie an.
„Mir doch egal. Kümmer dich lieber um unseren tollen Helden hier, er will dir bestimmt gerne noch weiter in den Ausschnitt gaffen. Ich verschwinde dann mal, ich will ja deinen Heilungsprozess nicht gefährden!“ Damit machte sie auf dem Absatz kehrt und drängte sich durch die Menge.
Shadow seufzte gequält: „Und ich dachte, ihr kämet euch endlich näher, aber Sky, dir ist wirklich nicht mehr zu helfen.“
„Was meinst du denn damit?“, fragte er mit gerunzelter Braue.
Sie wollte gerade fortfahren, als drei Schüler hereingestürzt kamen und offenbar unfassbare Neuigkeiten mitbrachten: „Hey, hört mal! Wir waren auf der Feier der Sharks, um denen eine schöne Überraschung in die Snacks zu tun, da haben wir gehört, dass ein Talentsucher der Dragons beim heutigen Spiel war! Dukes Vater hat wohl dafür gesorgt.“
Sofort mischten sich erstaunte Schreie mit Jubelgebrüll und den ersten wilden Spekulationen. Die meisten waren sich sicher, dass nach dem heutigen Sieg Duke ein Platz angeboten werden würde. Wenigstens wären wir ihn dann los.