Wiedersehen
Die Verabschiedung war recht knapp verlaufen. Ventus hatte mich kurz an sich gedrückt, mir einen guten Schulanfang gewünscht und war schließlich zum Hauptquartier der Radrym gegangen. Er hatte nicht einmal abgewartet, bis meine Freundinnen mich abholen kamen. Besonders Thunder war enttäuscht, Ventus verpasst zu haben.
„Vielen Dank nochmal für alles, Margarete“, sagte ich an die Köchin gewandt.
„Gerne, ich hoffe, Sie kommen uns recht bald wieder besuchen.“
„Vielen Dank auch an Sie, Walther.“
Dieser nickte nur, verbeugte sich und blieb dabei so steif wie immer.
„Ihr habt ja verdammt seltsame Angestellte“, raunte Shadow mir leise zu.
„Wenn du nur wüsstest…“
„Dieses Mal nehme ich dich noch mit“, wechselte Thunder das Thema „aber wenn wir zurück zur Schule gehen, musst du es selbst versuchen.“
Ich nickte.
Thunder war dabei, das Portal zu beschwören. „Zum Glück ist deine
Magie inzwischen erwacht, da muss ich nicht mehr allzu viel eigene
magische Kraft aufwenden.“
Nun würde mich bald niemand mehr begleiten müssen.
„Komm schon“, entgegnete Thunder und trat mit mir in das Portal. Es dauerte nur wenige Sekunden und wir standen vor einem einladend aussehenden alten Haus. Der Garten war verwildert und umgeben von einem windschiefen Zaun. Ich schleppte mein Gepäck hinter Thunder und den anderen her. Shadow und Céleste waren bereits seit einer Woche zu Besuch. Ich war gespannt, was sie alles zu erzählen hatten.
Thunder stieß die Haustüre auf und rief „Hallo Mom, wir sind da.“
Sofort kam die etwas rundliche, aber doch hübsche Frau Gronau herbeigeeilt. Sie reichte mir ihre Hand und lächelte warmherzig. „Schön, dass du nun auch hier bist. Wir haben alle sehnsüchtig auf dich gewartet. Thunder, Schatz, zeig ihr doch das Zimmer.“
Sie ging mit mir eine Treppe hinauf und kam schließlich vor einer Türe zum Stehen. „Unser Haus ist ziemlich groß. Wir haben darum genug Zimmer, die wir für Gäste nutzen können. Fühl dich wie zuhause.“
Dieser Raum traf schon eher meinen Geschmack. Zwar war er nicht sonderlich groß oder edel eingerichtet, aber er strahlte Gemütlichkeit aus und ich fühlte mich sofort wohl. Wie anders war es da bei meinem Vater gewesen.
„Mein Zimmer ist das letzte auf der rechten Seite des Flurs“, erklärte Thunder weiter. „Shadow und Céleste haben ihre im Stockwerk darüber.“
„Danke, es ist echt schön hier.“
„Freut mich, dass es dir gefällt. Wenn
du willst, kannst du kurz auspacken. Wir wollten nachher in die
Stadt gehen und ein paar Besorgungen machen. Ist das
okay?“
„Klar“, freute ich mich. Ich hatte ohnehin überlegt, wann ich
dorthin gehen sollte. Bei meinem Vater hatte ich nicht gehen
dürfen. Nun endlich ergab sich die Chance. Meine Freundinnen würden
mich mit ziemlicher Sicherheit belächeln, aber ich musste es
einfach tun. Night hatte kurz nach den Sommerferien Geburtstag,
genauer gesagt am 20. September. Ich wollte ihm unbedingt etwas
schenken und in der Stadt würde ich bestimmt fündig werden. Ich
versuchte schnell an etwas anderes zu denken, denn allein der
Gedanke an ihn reichte aus, um die Sehnsucht weiter
anzustacheln.
„Jetzt erzähl schon, wie war es mit deinem Vater? Versteht ihr euch nun besser?“, fragte Shadow. Wir waren gerade auf dem Weg in die Innenstadt, um die Besorgungen zu machen und auch um ein wenig zu bummeln.
„Nicht so richtig. Es war im Grunde ziemlich frustrierend.“ Nachdem ich ihnen von meiner langweiligen Woche berichtet hatte, waren auch meine Freundinnen überrascht.
„Er hätte sich wirklich ein bisschen mehr Mühe mit dir geben können“, sagte Céleste.
„Du vergisst wohl, dass er ein Venari ist. Er hat viel zu tun, das muss man doch verstehen“, mischte sich Thunder ein.
Shadow seufzte. „Einem Venari würdest
du wohl alles verzeihen?! Verflucht, er ist auch ihr Vater und
wollte eine Beziehung aufbauen. Da muss man die Arbeit eben mal
hinten anstellen.“
„Wisst ihr, was mich wirklich schockiert hat?“, unterbrach ich den
Zwist der beiden. „Dass Menschen in Necare leben und dermaßen
diskriminiert werden. Sie dürfen nur niedere Arbeiten verrichten
und werden behandelt, als seien sie minderwertige Lebewesen.
Außerdem“, ich zögerte kurz und musterte die anderen „hat er einen
Sklaven. Ein Dämon, den er gefangen hält und der seinen Befehlen
folgen muss.“
„Und was soll daran schlimm sein?“, fragte Thunder. „Gut, ich kann verstehen, dass du das mit den Menschen und Mischava nicht gut findest, aber beide Seiten sind damit zufrieden. Jeder kennt seinen Platz und lebt damit. Und was du mit dem Dämon hast… Klar, hat dein Vater einen. Das gehört zum guten Ton und für irgendetwas müssen diese Kreaturen ja taugen.“
Ich blieb wie angewurzelt stehen und sah sie erstaunt an. Sie fand das in Ordnung?
„Du bist hier nicht aufgewachsen“,
versuchte es nun Céleste. „Darum kommt dir das wahrscheinlich
falsch vor, aber glaub mir, niemand stört sich daran. Außerdem
vergisst du, dass Dämonen immer wieder nach Necare kommen und uns
Hexen bekämpfen oder sogar töten. Wir machen sie uns eben zu
Nutzen.“
Auch Shadow nickte zustimmend. „So ist das nun mal. Du wirst dich
schon noch daran gewöhnen.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt will.“ Ich sah ein, dass es keinen Sinn hatte, mit ihnen weiter darüber zu diskutieren. Dennoch blieb ich bei meiner Meinung.
Um das Thema zu wechseln und die
Stimmung zu lockern, begann Céleste auf die verschiedenen Geschäfte
zu zeigen. „Dort bekommt man tolle Bücher und Schreibwaren. In dem
Laden dahinten kannst du Kosmetik und Drogerieartikel kaufen. Wenn
du Lust auf was besonders Leckeres hast, dann können wir nachher
noch zur Manufaktur gehen. Dort gibt es die beste
Schokolade.“
„Ich muss erst mal in den verdammten Schreibwarenladen. Ich brauche
Papier und vielleicht schau ich nach einem neuen Zauberspruchband“,
sagte Shadow.
Wir folgten ihr und gingen zusammen in das Geschäft.
Es war ein kleiner, gemütlicher Laden und ich sah mich ein wenig um. Es gab etliche Füller, Federn, Stifte und Keile zum Schreiben. Viele davon hatten keine zusätzlichen Fähigkeiten, doch die Mehrzahl war mit einem magischen Spruch belegt. Es gab Stifte, die das aufschrieben, was man sagte oder Füller, die die Worte gleich in eine Geheimsprache übersetzten. Natürlich waren viele Dinge auch einfach nur Spielereien: Wie Tinte, die die Farbe wechselte oder Briefpapier, das Tiergeräusche von sich gab. Andere Dinge waren wiederum recht praktisch. Ich hielt Papier in den Händen, das einem vorlas, was darauf geschrieben stand. Ich fand auch die Bögen, die ich letztes Jahr beim Schattenfest gewonnen hatte. Mit einem Spruch konnte man alles darauf Notierte wieder löschen und neu beschreiben.
Die Bücher waren ebenfalls interessant, auch wenn ich zugeben musste, dass keines so aufregend gewesen war wie die aus dem schwarzen Regal meines Vaters.
Shadow brauchte nicht lange, bis sie alles Nötige gekauft hatte. Auch wir anderen verließen den Laden nicht mit leeren Händen. Ich hatte Tinte erstanden, die die Farbe wechselte, Céleste buntes Papier und Thunder ein Buch über die Geschichte der Radrym, wovon sie mindestens schon fünf Stück besaß.
„Ich brauche noch einen neuen Rucksack für die Schule. Gehen wir schnell ins Center?“, fragte Céleste kurz darauf.
„Klar verdammt, dann kann ich noch nach ein paar Kräutern schauen, die ich für Tränke nehme“, stimmte Shadow zu.
Wie sich herausstellte, war das Center so etwas wie ein Kaufhaus, das unter Anderem eine Abteilung für Schulartikel besaß.
Meine Freundinnen waren bereits hinein gegangen, doch mein Blick war von dem Geschäft nebenan gefesselt. Es war ein kleiner, schummriger Laden, der voll mit Runen und anderen seltsamen Zeichen war. Draußen standen einige Drehständer, an denen Schmuck, Amulette und Talismane hingen.
„Der Kraft der Dämonen nachempfunden“, stand auf einem Schild. „Stärkere Zauber finden Sie nirgends“, hieß es auf einem nächsten. „Gesegnet und versiegelt mit der magischen Kraft der Runen.“
Was mir so ins Auge gestochen war, waren die breiten schwarzen Lederarmbänder. Auch auf ihnen waren Runen zu sehen. Die Man,- Ing,- Ur,- und Beorc- Rune suchte man allerdings vergebens. Diese bildeten zusammen das Zeichen, das der Occasus tragen sollte und war darum strengstens verboten. Diese durften nur in Schul- oder Lehrbüchern abgebildet werden.
Ich zog eines der Armbänder heraus. Auf diesem war die Ken-Rune eingebrannt. Als Erklärung war ein kleiner Zettel an dem Band angebracht. „Ken-Rune steht für die Erleuchtung. Sie soll Klarheit, Weisheit und Zielstrebigkeit unterstützen.“ Es war schön, doch ob es als Geschenk für Night in Frage kam? Irgendwie gefielen mir diese Bänder, aber sagte ich damit nicht vielleicht zu viel? Immerhin fiel es ja doch unter Schmuck und schenkte man so etwas nicht eher seinem Freund? Zudem war es nicht billig. Das Band, das ich in der Hand hielt, kostete immerhin stolze 30 Septima und ein Septima entsprach in etwa einem Euro.
Ich betrachtete das nächste. Wieder ein dunkles, breites Armband, dieses Mal allerdings mit der Nyd-Rune. Auch an diesem fand ich einen Zettel. „Die Nyd-Rune steht für Bedürfnis. Der Träger wird mit ihrer Hilfe seine Bedürfnisse erkennen und ihnen folgen. Auch in der Liebe sorgt sie dafür, dass dem inneren Verlangen nachgegeben wird.“
Mit hochrotem Kopf legte ich das Band zurück. Das kam wohl nicht in Frage. Ich wollte mir lieber erst gar nicht Nights Gesicht dabei vorstellen, wenn ich ihm das geben würde. Ich seufzte. Diese Bänder waren wohl doch nicht das Richtige. Ich wollte gerade zu meinen Freundinnen zurückgehen, als ich im Inneren des Ladens weitere Armbänder sah. Ich ging hinein und sah sie mir genauer an. Diese waren aus mehreren, etwa ein Zentimeter breiten, schwarzen Lederschnüren. Sie waren kreuz und quer gewickelt, saßen locker und ließen die Haut stellenweise frei. Ein silberner, verzierter Verschluss war der krönende Abschluss. Auch hier waren auf einzelne Schnüre Runen eingebrannt. Es waren drei: Die Othel,- Sigel- und Edx- Rune. Auf dem Zettel wurde erklärt, dass die Drei eine magische Zahl war, die den Zauber noch verstärkte. Weiter las ich: „Die Othel-Rune steht für Freiheit. Der Träger ist nun frei, sich selbst zu finden und seinen Weg zu gehen. Die Sigel-Rune bringt Glück. Der Träger wird viele glückliche Momente erleben. Die Edx-Rune sorgt für Schutz. Auf dass kein Unheil geschehe.“
Das Band war unglaublich schön und wirklich wundervoll gearbeitet. Auch die Runen sprachen mich an. Sie passten irgendwie zu Night. Nur der Preis schreckte mich ein wenig ab. 40 Septima. Das war eine Menge Geld. Dennoch zog ich meinen Geldbeutel heraus und zählte nach. Mit dem Kleingeld zusammen brachte ich die Summe geradeso auf. Ich hatte ein gutes Gefühl bei diesem Geschenk und hoffte, es würde ihm gefallen. Ohne weiteres Zögern ging ich zur Kasse und bezahlte. Zufrieden verließ ich anschließend das Geschäft. In diesem Moment kamen meine Freundinnen auf mich zu.
„Wir haben dich gesucht“, beschwerte sich Thunder. „Wo warst du denn?“
Ich zeigte hinter mich. „Ich habe dort nur schnell was gekauft.“
Thunder runzelte die Stirn. „In dem Laden?! Na, hoffentlich war es nicht teuer. Das mit diesen Runen ist pure Abzocke! Die funktionieren nicht. Nur weil sie Teil der dämonischen Schrift sind, glaubt jeder Vollidiot, sie würden Wunder was bewirken.“
„Jetzt sei nicht so fies zu ihr“, sagte Céleste. „Hauptsache, es gefällt ihr.“
Thunder zuckte mit den Schultern. „Mir ist es egal, ich wollte dich nur warnen.“
Ich geriet kurz ins Zögern, ob ich das Armband nicht doch zurückgeben sollte. Aber es gefiel mir noch immer.
„Wollen wir ins Café gehen?“, fragte Shadow. „Ich hätte verdammte Lust auf ein Eis.“
Wir stimmten zu und machten uns auf den Weg.
Es war spät geworden. Schon neunzehn Uhr. Inzwischen taten auch mir die Füße weh. Nach dem äußerst guten Eis, zu dem Shadow uns eingeladen hatte, waren wir noch in etlichen anderen Geschäften gewesen: Ein Laden, wo es die beste Schokolade und Pralinen gab; einer, in denen man aberwitzige Hüte kaufen konnte und noch ein paar andere, wo Céleste nach Kleidung für den Winter gesucht hatte. Nun befanden wir uns auf dem Heimweg. Ich wollte mich endlich hinsetzen und die drückenden Schuhe ausziehen.
„Wann wollen wir morgen früh los?“, fragte Thunder.
„Lieber etwas später, ich würde verflucht gerne ausschlafen.“
„Meine Mutter hat gefragt, ob wir noch
zusammen frühstücken wollen.“
„Das wäre toll! Sie ist eine wirklich großartige Köchin“, meinte
Céleste.
„Gut, wie wäre es dann, wenn wir um zehn Uhr essen und danach los gehen?“, hakte Thunder nach.
„Wie wäre es, wenn ihr Hübschen bei uns frühstücken würdet?“, sagte eine dunkle Stimme plötzlich hinter uns. Wir drehten uns um; vier junge Männer standen hinter uns. Ihr schiefes Grinsen verriet nichts Gutes.
„Gehen wir einfach weiter“, beschloss Thunder, die diese Kerle nicht wirklich ernst zu nehmen schien.
„Nichts da, meine Schönheit“, sagte der Wortführer und schnappte sich ihren Arm. Er zog so schnell und stark an ihr, dass sie tatsächlich nach hinten in seine Arme fiel.
„Lass mich los! Ich warne dich!“, zischte sie hasserfüllt.
„Mann, ist die süß“, sein Blick fiel auf uns anderen. „Ihr seid aber auch nicht schlecht.“
Thunder versuchte, sich loszureißen; uns hielt nun ebenfalls nichts mehr und wir eilten ihr zu Hilfe.
„Jetzt zickt hier mal nicht so rum“, fuhr der Typ uns böse an. Weiter kam er jedoch nicht.
„Ich darf doch mal“, sagte eine weitere Stimme, als jemand Thunder auch schon aus dem Arm des Kerls riss. Es war ebenfalls ein junger Mann, doch schien er nicht zu der Gruppe zu gehören. Er war groß, hatte eine tolle Figur und auch sein Gesicht war außergewöhnlich hübsch. Er war sehr attraktiv und anziehend mit dem schelmischen Lächeln, den tiefgrünen Augen und dem verwuschelt blonden Haar.
„Was soll das?! Misch dich da nicht ein“, brüllte ihn einer der Typen an.
„Und ob mich das was angeht. Sie gehört zu mir und von den anderen lasst ihr auch eure Pfoten, sonst könnt ihr mich richtig kennenlernen.“
Er ließ die überrascht dreinblickende Thunder los und baute sich vor den Kerlen auf. „Ist noch was?“
„Und ob!“, schrie ihn der Rädelsführer an und warf einen Zauber. Der junge Mann wich ihm geschickt aus und ließ ebenfalls einen Blitz aus seiner Hand zischen. Allerdings traf er im Gegensatz zu seinem Angreifer. Der Kerl hielt sich den Bauch und fiel schließlich nach hinten.
„Verschwindet lieber“, zischte er dem Rest der Gruppe zu. Schwerfällig erhob der am Boden liegende sich und zog sich tatsächlich mit den anderen zurück.
Der junge Mann wandte sich um und legte Thunder einen Arm um die Schulter. Zu unserer großen Überraschung ließ sie es geschehen und setzte sich mit ihm zusammen in Bewegung.
In diesem Moment brüllte Shadow los: „Hey, was soll das verdammt nochmal?“
Doch die beiden schienen sie nicht wirklich zu beachten.
„Alles okay mit dir?“
Thunder nickte. „Du hättest mir nicht
helfen brauchen. Ich wollte dem Typen gerade richtig eine
reinhauen.“
„Ja ja, ich weiß.“
Sie gingen so vertraut miteinander um. Thunder schien diesen Kerl
weder aufdringlich noch als unangenehm zu empfinden. Und das, wo
sie normalerweise so leicht ausrastete.
Endlich wandte er sich an uns. „Bei euch auch alles klar?“
Wir nickten argwöhnisch.
„Ihr seid wirklich hübsch geworden.
Kein Wunder, dass euch solche Typen gleich anmachen.“
Bei diesen Worten runzelte Shadow langsam die Stirn. Sie
betrachtete ihn nochmals und fragte dann: „Archon?“
Der fing plötzlich an zu lachen. „Klar,
was dachtet ihr denn? Glaubt ihr, diese kleine Wildkatze würde sich
von jedem einfach so wegführen lassen?“
Nun lachte auch Shadow und eilte zu den beiden. „Verflucht, bin ich
froh, dich zu sehen. Ich hatte dich überhaupt nicht
erkannt.“
„Ging mir ebenso. Du und Céleste seid echt groß geworden. Richtige
Schönheiten.“
„Ach und was ist mit mir?!“, fragte Thunder dazwischen.
„Du? Du bist und bleibst eine
Kratzbürste.“
Nun knuffte sie ihm fest in die Seite „Und du bist ein
Süßholzraspler, den man einfach nicht ernst nehmen
kann.“
„Besser als so eine kleine Kampfmaschine.“
Schnell wich er einem weiteren Schlag von ihr aus. Dabei fiel sein Blick auf mich.
„Sorry, wir kennen uns noch gar nicht.“ Er setzte ein charmantes Lächeln auf und reichte mir die Hand. „Ich bin Archon, Thunders älterer Bruder. Du musst Force sein.“
Ich nickte und stammelte ein verlegenes „Hallo.“
Er lächelte. „Süß, wirklich süß. Du gefällst mir.“
„Lass sie bloß in Ruhe. Bei ihr hast du ohnehin keine Chance. Sie hat schon einen anderen“, erklärte Thunder.
Er seufzte theatralisch. „Zu schade“,
doch da huschte auch schon wieder dieser schelmische Ausdruck über
sein Gesicht. „Aber das ist ja noch lange kein Grund, es nicht zu
versuchen.“
Ich wusste selbst nicht, was ich denken oder sagen sollte. Der Typ
brachte mich irgendwie aus dem Konzept. Ich war überrascht, dass
das Thunders Bruder war. Ich hatte mir diesen so vollkommen anders
vorgestellt.
„Da wirst du dir die Zähne ausbeißen. An den reichst du nämlich einfach nicht ran, Brüderchen.“
„Ich liebe
Herausforderungen.“
„Was machst du eigentlich hier?“, fragte Céleste, um das Thema zu
wechseln.
„Na, was schon?! Ich wollte am letzten Ferientag noch mal daheim vorbeischauen. Mutter hat mir erzählt, dass ihr auch da seid und euch gerade in der Stadt herumtreibt. Ich wollte einfach mal nachsehen, ob ich euch nicht zufällig treffe.“
„Archon geht auf die Bergesheim, das ist die langweiligste Schule von allen. Dort landen nur lauter Genies und er ist angeblich eines davon. Allerdings merkt man davon nichts.“
„Bist du etwa eifersüchtig?!“, frotzelte er zurück.
„Und wie! Da fällt mir ein, wie war dein Praktikum? Du warst doch in den Ferien in dieser Forschungseinrichtung der Regierung?“
Archon stand von diesem Augenblick an im Mittelpunkt und er schien es sehr zu genießen. Er hatte wirklich etwas, das einen in seinen Bann zog. Selbst Shadow und Céleste schienen sich ihm nicht entziehen zu können. Zwischendurch fiel sein Blick immer wieder auf mich. Es war ein seltsamer Ausdruck und mir gelang es nicht recht, ihn zu deuten. Er machte mich allerdings etwas nervös.
Ich war froh, als ich am Abend endlich allein in meinem Zimmer war. Es war spät geworden. Archon hatte viel zu erzählen gehabt und es waren lustige und unterhaltsame Stunden gewesen. Thunders Eltern schienen unendlich glücklich darüber zu sein, ihre Kinder mal wieder gemeinsam bei sich zu haben.
Ich lag inzwischen völlig erschöpft in meinem Bett und konnte die Unruhe einfach nicht unterdrücken, die mich erfasst hatte. Morgen würde ich endlich zur Schule zurückkehren und Night wiedersehen. Immer wieder jagten die Erinnerungen durch mich hindurch. Wir hatten im letzten Jahr wirklich viel zusammen erlebt. Wie es ihm wohl ging? Wie seine Ferien gewesen waren? Mit den Gedanken an ihn schlief ich irgendwann endlich ein.
Der nächste Morgen war genauso schön wie der Abend zuvor. Wir saßen zusammen am Frühstückstisch, aßen und unterhielten uns angeregt. Thunders Mutter hatte sich selbst übertroffen. Es gab selbstgebackenes Brot, Waffeln, Pancakes, Kuchen und Omelette. Ich hätte mir gerne an den Köstlichkeiten den Bauch vollgeschlagen, doch ich war ziemlich nervös. Immerhin sollte ich gleich mein erstes Portal beschwören und alleine an die Schule zurückkehren. Ich hatte mich während der Zeit bei meinem Vater bereits darauf vorbereitet. Dennoch war ich ziemlich aufgeregt.
Als wir fertig waren, verabschiedeten wir uns von Thunders Eltern. Auch Archon ließ es sich nicht nehmen, uns noch einmal zu umarmen und alles Gute zu wünschen.
„Ich komm dich demnächst bestimmt mal
besuchen, Schwesterchen.“
„Ach und womit habe ich diese Ehre verdient?“
Sein Blick streifte über ihre Schulter; suchte etwas und fand mich. Da lag so etwas in seinen Augen… War es Verlangen?... Was dachte ich da nur?!
„Ich werd doch mal meine Schwester besuchen dürfen.“
Thunder zuckte mit den Schultern. „Mir soll´s recht sein.“
Als letztes kam er zu mir, nahm mich in den Arm und raunte mir zu: „Ich hoffe, wir sehen uns dann. Und überleg dir das mit dem Typen nochmal. Mit mir wärst du bestimmt besser dran, meine Hübsche.“ Er zwinkerte mir verschmitzt zu, lächelte und ließ mich verwirrt zurück.
„Hey, los jetzt. Beschwör das Portal“, rief Thunder mir zu.
„Ähm ja.“
Ich holte tief Luft und konzentrierte mich auf die Worte. Ich spürte ein Kribbeln und da erschien es auch schon. Ich war erleichtert, denn die erste Hürde war genommen.
„Okay, dann viel Glück. Wir sehen uns gleich“, rief mir Shadow zu und verschwand in ihrem Portal.
Nun ging ich langsam durch mein eigenes hindurch. Es war ein ganz anderes Gefühl, alleine umher zu schweben als mit anderen zusammen. Ich fühlte elektrische Impulse, die auf der Haut prickelten, aber auch den Sog, der mich zu meinem Ziel führte. Er war immens stark, so dass ich mich doch sicher fühlen konnte. Nun sah ich mich meinem Ziel näher kommen. Es gab mehrere Ausgänge für die Schule und ich wollte den richtigen erwischen. Ich sah eine Treppe an mir vorbeifliegen, die Eingangshalle, das Sportfeld und da war es: Der Weg vor der Eingangstüre. Den hatte ich mit den anderen als Treffpunkt vereinbart. Ich stemmte mich gegen den Sog und sprang. Mir wurde schwindelig, alles begann sich zu drehen, doch dann hatte ich festen Boden unter den Füßen.
Arme umschlossen mich: „Du hast es geschafft!“, jubelte Céleste.
Auch Thunder klopfte mir anerkennend auf die Schulter: „Glückwunsch.“
„Verdammt gut“, lobte Shadow.
Ich war erleichtert und glücklich. Ich hatte es geschafft und war endlich wieder an der Schule. Mein Herz schlug mir bereits bis zum Hals. Mein ganzer Körper zitterte vor Aufregung.
„Alles okay bei dir?“, fragte Thunder.
„Ja… warum?“
„Du siehst so seltsam aus und dein Gesicht ist ganz rot.“ Sie grinste mich wissend an. „Ich kann mir schon vorstellen, was dir gerade wieder durch den Kopf geht. Du hast ja auch lange auf ihn verzichten müssen.“
„Was du dir immer einbildest“, knurrte ich zurück.
„Tragen wir uns erst mal in die verdammte Liste ein und packen danach die Sachen aus“, sagte Shadow.
Während wir auf das Schulgebäude zugingen, sahen wir ein Stück weiter die ersten Schüler stehen. Eine Gruppe von Mädchen saß im Gras und unterhielt sich. Offenbar gab es viel auszutauschen. Etwas weiter entfernt standen ein paar Jungs, die Iceless Schläger dabei hatten und einige Übungen absolvierten. Als ich erkannte, dass es sich um Duke und seine Freunde Snake, Red, Spike und Cold handelte, sah ich schnell wieder weg.
„Na, das passt ja“, brummte Thunder, die die Jungs ebenfalls entdeckt hatte. „Duke hat offenbar einen neuen Schläger und muss damit angeben.“
„Ignorier ihn einfach“, war alles, was Shadow dazu sagte.
„Wenn das mal so einfach wäre“, ächzte sie. Keiner von uns hatte diesen Kerl je besonders leiden können, doch nachdem, was er sich im letzten Jahr alles geleistet hatte, war es noch schlimmer geworden.
Wir waren ein gutes Stück vom Eingang entfernt, als sich die Türe öffnete und eine weitere Gruppe heraustrat. Die Jungs schienen bester Laune zu sein und hatten ebenfalls Schläger dabei. Offenbar wollten auch sie die Zeit nutzen, um noch ein wenig zu trainieren. Mein Herz begann einen Schlag auszusetzen, als ich Sky und Saphir erkannte. Wie ich erwartet hatte, war auch Night bei ihnen. Mein Körper gehorchte mir nicht mehr und ich blieb wie angewurzelt stehen. Er war atemberaubend mit seinen grazilen Bewegungen, dem unglaublich schönen Lächeln und der melodisch, verführerischen Stimme. Eine Figur, die einen um den Verstand brachte und ein Gesicht, schöner als das eines Engels. Sein Haar wehte im Wind und seine tiefblauen Augen blitzten im Sonnenlicht.
Zusammen mit seinen Freunden schritt er die Treppe hinunter und wandte sich dann nach rechts. Offenbar wollten sie auf eine der großen Wiesen, die sich besonders gut zum Trainieren eigneten. Leider näherten sie sich so Duke und seinen Freunden. Der hielt sofort inne. Voller Hass betrachtete er Night, der ihn noch gar nicht bemerkt zu haben schien.
„Willst wohl trainieren gehen?! Das kannst du dir gleich sparen“, begann Duke und sah ihn herausfordernd an. „Mit dem alten Stecken gewinnst du nicht mal einen Blumentopf“, höhnte er weiter und seine Freunde fielen in sein widerliches Lachen ein.
Night betrachtete ihn mit abfälligem Blick „Bisher warst du keine große Konkurrenz, von daher muss ich mir wohl keine Sorgen machen.“
Night wollte in diesem Moment weitergehen, doch Duke schien noch lange nicht fertig zu sein. „Bisher haben wir deine Mannschaft ganz schön zerlegt und jetzt kannst du dich richtig auf was gefasst machen.“
„Ach, hat Vati dir jetzt einen Schiedsrichter gekauft, der blind ist, oder was?! Selbst das wird euch nicht vor einer Niederlage retten“, mischte sich Sky ein.
„Halt du dich da raus, Blauköpfchen! Das geht nur mich und den Weiberheld was an. Wir machen dich dieses Jahr fertig, verlass lieber das Team, sonst wachst du in der Krankenstation auf.“
„Ich denke, das Risiko kann ich eingehen“, sagte Night und wollte weitergehen.
„Hast du schon meinen neuen Slider-Schläger gesehen?! Den lass ich dir beim nächsten Spiel ins Gesicht knallen“, lachte er gehässig.
Night setzte einen belustigten Blick auf „Der passt wirklich zu dir. Sieht nach Geld aus, taugt deswegen aber noch lange nichts.“
Duke hielt abrupt inne in seinem Gelächter und wollte das offenbar nicht auf sich sitzen lassen. „Wie waren denn die Sommerferien?! Muss toll gewesen sein, nachzusitzen. Ich hoffe, du hattest viel Spaß in der Wäscherei. Gewöhn dich lieber schon mal daran, da gehört nämlich einer wie du hin!“
Night lächelte kalt. „Danke der Nachfrage. Es war richtig toll, die Mädels dort sind wirklich klasse, wenn du weißt was ich meine.“ Er musterte Duke kurz und fügte hinzu: „Hmm, tja wohl eher nicht.“ Dieses Mal waren es Saphir und Sky die lachten. Zusammen gingen sie weiter und ließen den vor Wut kochenden Duke stehen, der seinen Schläger voller Hass auf den Boden schmetterte. Seine Freunde versuchten ihn zu beruhigen, doch er ging aufgebracht davon.
„So ein Vollidiot!“, zischte Thunder verächtlich.
„Aber wirklich, was bildet der Kerl sich überhaupt ein?!“, sagte eine weitere Stimme. Ich zuckte erschrocken zusammen, als ich das fremde Mädchen bei uns stehen sah. Ich hatte sie überhaupt nicht bemerkt.
„Wie kann man jemanden nur so beleidigen!“, fuhr sie fort. „Oh, entschuldigt. Ich wollte mich nicht einfach so in euer Gespräch einmischen.“
Sie musste etwa in unserem Alter sein und war recht mager. Dieser Eindruck wurde noch durch die viel zu große, schlabbrig sitzende Kleidung verstärkt. Ihr Gesicht war schmal, ebenso die Nase, wo eine große, schwarze Brille saß. Ihre Augen waren braun, genauso ihr Haar, das sie sich unordentlich zusammen gesteckt hatte. Irgendwie kam sie mir bekannt vor…
„Mein Name ist Risu Berger. Ich bin neu hier. Na ja, wenn man es ganz genau nimmt, so neu nun auch wieder nicht. Ich habe kurz vor den Sommerferien auf diese Schule gewechselt. Mein Vater arbeitet in der Regierung als Schriftenübersetzer. Er war der Meinung, dass ich auf einem Internat, das schon mal angegriffen worden ist, sicherer bin und da dieses alles gut überstanden hat, meinte er, ich sei hier besser aufgehoben. Man weiß ja nie, was noch passiert.“
Wir runzelten erstaunt die Brauen. Dieses Mädchen hatte einen ordentlichen Redebedarf und dazu noch eine enorm hohe Geschwindigkeit. Und da fiel es mir plötzlich ein. Ich hatte sie damals gesehen, als Duke über Night wegen des Mytha Dämons hergezogen war. Sie hatte jemand sehr seltsam angesehen und ich wusste noch immer nicht, wem dieser Blick gegolten hatte.
„Ah… ja“, sagte Thunder, die Risu offenbar alles andere als sympathisch fand.
„Es ist nett, euch kennenzulernen“,
fuhr sie ungeachtet fort. „Ich kenne hier ja so gut wie
niemanden.“
„Es freut uns auch“, brachte Céleste schließlich hervor, die sich
wohl dazu verpflichtet fühlte, höflich zu sein. „Mein Name ist
Céleste, das hier sind Thunder, Shadow und Force“, stellte sie uns
vor. Als Dank dafür erhielt sie von Thunder einen ziemlich bösen
Blick.
„Das ist echt toll. Jetzt habe ich
schon meine ersten neuen Freundinnen gefunden. Aber sagt mal“,
hielt sie plötzlich empört inne. „Wer waren denn diese Typen?! Die
sind ja dermaßen ungehobelt.“
„Das wirst du noch öfters erleben“, sagte Thunder.
„Unglaublich!“, nun endlich sprach sie etwas langsamer. „Wisst ihr vielleicht, ob der Hübsche eine Freundin hat?“
Nun verschlug es uns wirklich die Sprache. So unscheinbar Risu auch aussah, ihr Selbstvertrauen schien in unerreichbaren Höhen zu liegen.
„Du willst dich an Night ranmachen?!“, hakte Thunder fassungslos nach.
„Lass es lieber“, sagte Shadow. „An ihm
beißt du dir die verdammten Zähne aus oder die anderen Mädchen
schlagen sie dir aus, wenn du dich ihm auch nur näherst.“
„So beliebt ist er also“, murmelte Risu. Sie schien kurz zu
überlegen, dann lächelte sie wieder. „Das stört mich nicht. Wenn
ich mir ein Ziel gesetzt habe, gebe ich nicht eher auf, bis ich es
erreicht habe.“
„Na, die hat ja Nerven“, meinte
Thunder.
„Wie heißen nun die Kerle, die meinen Night so angemacht haben? Die
werden mich noch kennenlernen.“
„Oh Mann“, stammelte Thunder und schüttelte entgeistert den Kopf.
„Du scheinst sie echt nicht mehr alle zu haben, aber gut… Der
blonde heißt Duke und seine Freunde sind Spike, Snake, Red und
Cold.“
„Blond?! Die waren doch braun,- blau und schwarzhaarig.“
Nun verstand keiner mehr ein Wort. Auch ich war völlig verwirrt.
Plötzlich ächzte Shadow auf. „Jetzt sag
mal, der verdammte Typ, der dir so gut gefällt… Wie sah er
aus?“
Sie runzelte die Stirn, beschrieb ihn aber doch und ihr Blick glitt
dabei in verträumte Ferne. „Er hat ein Gesicht wie ein Engel, diese
hellen Augen, die starken Arme, die aristokratische Nase, diese
blonden, langen Haare…“ sie seufzte. „Er ist so atemberaubend
schön.“
„Oh Mann“, ächzte Thunder und sie schien ehrlich schockiert zu
sein. „Du meinst wirklich den Typ, der mit seinem Schläger so
angegeben hat?! Blonde Haare, zu einem Pferdeschwanz gebunden, Nase
von Pinocchio, verwaschene, blaue Augen, krumme
Körperhaltung?!“
Risu schien entsetzt. „Sag mal, wie
kannst du so was sagen?! Er ist wunderschön und nichts anderes,
klar?!“
„Das gibt’s doch nicht. Du bist in Duke verknallt?“
„Duke? Er heißt also nicht
Night.“
„Nein, verdammt“, erklärte Shadow. „Der brünette ist Night und er
ist auch der Schulschwarm hier…“
Risu prustete verächtlich. „Ihr habt
geglaubt, ich würde auf diesen Typen stehen?! Also wirklich, was
sollte man an dem finden?! Der hat doch weder Ecken noch Kanten.
Mein Duke hingegen hat Charakter.“
„So kann man das wohl auch nennen“, meinte Shadow.
„Ich werde ihn demnächst einfach mal ansprechen. Ich bin sicher, es wird nicht lange dauern, bis er meinem Charme erlegen ist“, sagte sie lächelnd.
„Da bin ich mir ganz sicher“, pflichtete ihr Thunder mit einem Grinsen bei. „Warum gehst du ihm nicht gleich nach? Vielleicht findest du ihn. Du solltest dir keine Gelegenheit entgehen lassen.“
Risu nickte „Ja, du hast Recht. Danke für den Rat. Wir sehen uns später. Ach ja und drückt mir die Daumen!“ Lächelnd eilte sie davon und Thunder prustete los:
„Da freut er sich bestimmt. So eine nette kleine Nervensäge! Ich bin ja mal gespannt, wie lange es dauert, bis er sie in den Boden gestampft hat.“
„Du kannst verdammt fies sein“, seufzte Shadow. „Aber egal. Lasst uns jetzt reingehen.“