11
Der Sonntag war in Fortrow – im Gegensatz zu den Wünschen von 99 Prozent der Einwohner – ein feierlicher, langweiliger Tag. Die Lokale durften nur von zwölf bis vierzehn und von neunzehn bis zweiundzwanzig Uhr geöffnet halten, die Tennisplätze waren geschlossen, das Freibad war geschlossen. Die öffentlichen Verkehrsmittel hielten nur so etwas wie einen Notdienst aufrecht. Konsequenterweise wurden besonders im Sommer drastische Überfälle von Jugendlichen registriert, die nicht wußten, was sie sonst tun sollten.
Kerr, der sein Glück wohl zu schätzen wußte, nahm den Dienst-Hillman und fuhr gegen elf Uhr hinauf zu den Heights. Jane wartete bereits auf ihn, und sie fuhren zurück in die Stadt, und dann hinaus zum Armee-Strand.
Sie hatte sich Badesachen angezogen, und sobald sie am Strand waren, zog sie das Kleid aus. Der Bikini verhüllte nicht, er deutete an. Er starrte sie mit leidenschaftlichem Interesse an.
»Du siehst mich ja beinahe wütend an«, sagte sie.
Er schüttelte den Kopf. »Ich denke nur über mein phantastisches Glück nach. Ich möchte wissen, ob jemand schon mal so glücklich war wie ich, und ob das alles wirklich wahr ist.«
Sie langte zu ihm hinüber und berührte seine Hand. »Versprich mir eins, John.«
»Was?«
»Du darfst mich nicht hassen.«
»Wofür, um Himmels willen, soll ich dich hassen?« Sie hob seine Hand und legte sie gegen ihre Wange. »Versprich mir nur, daß, was auch immer geschieht, du mich nicht hassen wirst.«
»Das verspreche ich.« Das samtene Gefühl ihrer Haut erregte ihn.
Sie rückte ein bißchen herum, bis sie seinen Kopf in ihren Schoß gelegt hatte. Sie streichelte sein Gesicht.
»Du weißt gar nicht, was du alles in mir anstellst«, protestierte er.
»Meinst du?« Sie starrte zu ihm hinunter und zog ihn plötzlich dichter an sich.
»Was ist los?« fragte er.
»Nichts.«
»Doch. Es war, als ob dir plötzlich schrecklich kalt wäre.«
»Vielleicht war ich das auch innerlich.«
»Und warum?«
»Es ist nur, weil ich so ein Feigling und Pessimist bin.«
»Warum bist du ein Feigling?«
»Ach, macht nichts.«
»Und warum bist du ein Pessimist?«
»Weil ich Angst habe, daß unser Glück so wunderbar ist, daß es nicht dauern kann.«
»Nicht, sag das nicht. Wir sind hergekommen, um Spaß zu haben. Und hast du mir nicht gesagt, daß man die Zukunft ignorieren soll? Komm, wir gehen schwimmen, dann wäschst du deinen Pessimismus ab.« Er wälzte sich zur Seite und stand auf. Sie liefen über den warmen Sand ins Wasser, das an einem so heißen Tag überraschend kalt war.
Fusil saß in seinem Auto vor dem Drake House. Er verfluchte Welland, der sich verspätet hatte, und verfluchte den Tag, der wieder heiß und sonnig war, er verfluchte seine Arbeit, weil sie ihn am Sonntagmorgen aus seinem Haus holte, wo doch Josephine erwartet hatte, daß er ihr im Garten helfen würde.
Kywood hatte ihn um neun Uhr angerufen. Daß der D.C.I. einen so früh am Morgen anrief, vergiftete einem den ganzen Tag. Kywood hatte geschwatzt und geschwatzt, hatte von den Ertrunkenen geredet und von den Statistiken. Er hatte sich besorgt gezeigt und wieder gemeckert.
Welland kam, der Schweiß lief ihm in Strömen übers Gesicht. Fusil wollte wissen, wo er solange gewesen war, und erfuhr, daß der Hillman nicht da war, so daß Welland einen Bus nehmen mußte, und da es Sonntag war, fuhren nur wenige Busse. Fusil war wütend, weil er sicher war, daß Kerr sich den Hillman genommen hatte.
Fusil kletterte aus dem Auto. »Gehen wir.«
»Ja, Sir. Um was geht es eigentlich, Sir?«
»Das weiß der Himmel.«
Welland blickte seinem D.I. schnell ins Gesicht, um zu sehen, ob das als Scherz gemeint war, aber schloß richtigerweise aus dem Ausdruck seines Vorgesetzten, daß Fusil nicht zu Scherzen aufgelegt war.
Sie fuhren mit dem Lift zur siebten Etage. Fusil läutete an der Wohnung 7a. Die Tür wurde von der blonden Gertie geöffnet, die einen Hausmantel trug, der für ihre dralle Figur nicht groß genug war. Fusil drückte die Tür weit auf und ging hinein, gefolgt von Welland.
»Sie können nicht ’reinkommen«, schrie sie.
»Wir sind schon drinnen«, sagte Fusil und schlug die Tür zu.
»Ich bin nicht angezogen.«
»Was wir sehen, ist uns zu reif, als daß es uns noch erregen könnte.«
Sie fluchte obszön.
Fusil schaute sich im Flur um. »Diese Wohnung muß eine Stange Geld kosten. Ein ziemlicher Unterschied zu den Buden, in denen Sie sonst immer unten am Hafen waren.«
»Sie können mir nichts anhaben.«
»Wer zahlt eigentlich die Miete hierfür?«
»Das geht Sie nichts an.«
»Ihr Freund Fraser?«
»Ich hab’ nichts getan. Sie können mir nichts anhaben.«
»Wieso sind Sie da so sicher?«
Sie zögerte.
»Erinnern Sie sich an den 4. April?«
»Nein!« Sie drehte sich plötzlich um und schrie Welland an.
»Das können Sie aufschreiben! Ich kann mich an diesen Tag nicht erinnern.«
»Wo waren Sie dann?« fragte Fusil.
»Weiß ich nicht.«
»Dann werd’ ich es Ihnen sagen. Sie waren unten in einer Kneipe am Hafen, Mariner heißt sie.«
Sie zuckte zusammen.
»Ich hab’ Ihr Gedächtnis aufgefrischt, was? Ich werd’ noch ein bißchen mehr auffrischen. Sie waren mit einem Mann namens Feltham zusammen.«
»Ich war nicht am Hafen und kenne keinen, der so heißt.«
»Hören Sie doch auf, Gertie. Glauben Sie denn, daß wir uns nicht umgehört haben? Wir haben uns Ihr Bild besorgt und haben es dem Wirt gezeigt, und der hat Sie erkannt.«
»Ich … ist das vielleicht gegen das Gesetz, daß ich da mit einem Mann getrunken habe?«
»Wo sind Sie hingegangen, nachdem Sie die Kneipe verlassen hatten?«
»Ich ging nach Hause.«
»Natürlich mit ihm?«
»Allein.«
»Den Schreck hätten Sie doch nicht überlebt.«
Sie starrte ihn haßerfüllt an.
»Feltham ist in dieser Nacht ertrunken.«
»Na und?«
»Als die Sache damals bekannt wurde, haben Sie sich nicht gemeldet, obwohl wir einen Aufruf erließen, daß die Frau, die in seiner Begleitung war, ihn identifizieren sollte.«
»Ich bin doch nicht verrückt.«
»Wie starb er?«
»Er ertrank.«
»Nein, nein«, sagte Fusil. »Ich meine, wie starb er wirklich?«
»Er ist ertrunken.«
»Und wer hat ihn ertrinken lassen?«
»Es war ein Unglücksfall.«
»Woher wissen Sie das?«
»Das hab’ ich in der Zeitung gelesen.«
»Aber Sie müssen es doch besser wissen«, sagte Fusil.
»Ich weiß überhaupt nichts.«
»Was hatten Sie mit der Sache zu tun? Sollten Sie ihn zur Kneipe bringen und dann irgendwohin mitnehmen, wo Sie ihn so mit Alkohol auftankten, daß er nicht mehr wissen konnte, wohin er ging?«
Ihr Hausmantel fiel plötzlich auseinander. Hastig schlang sie ihn wieder um sich.
»Sie werden dick«, sagte Fusil.
Sie schrie ihm unwiederholbare Verwünschungen entgegen. Welland gab vor, schockiert zu sein, als ob er nie zuvor auf eine solche Frau getroffen wäre.
»Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen?« fragte Fusil.
»Als wir die Kneipe verließen.«
»Kann man das glauben?«
»Warum nicht?«
»Als er starb, hatte er 96 Pfund bei sich, normalerweise lassen Sie doch keinen Mann laufen, der noch nicht blank ist.« Er lächelte sie an und ignorierte ihre ungeniert unzweideutigen Aufforderungen zu verschwinden und ging den Flur entlang ins Wohnzimmer. Als er die Aussicht aus dem Fenster sah, spürte er, wie eine Welle heißen Ärgers ihn durchlief, daß eine Frau wie die blonde Gertie in der Lage war, in einer derartigen Luxuswohnung zu leben. Das Fenster reflektierte einen Teil des Zimmers, und er sah, wie die blonde Gertie schnell hereinkam und sich neben einen der Sessel stellte. Es kam ihm, daß in diesem Sessel vielleicht etwas war, das sie verbergen wollte.
»Eine tolle Aussicht«, sagte er. »So was habe ich nicht, wenn ich aus dem Wohnzimmer meines Hauses sehe.«
»’türlich nicht«, schnarrte sie.
Er drehte sich um und ging zurück in die Mitte des Zimmers.
»Haben Sie was dagegen, wenn ich mich etwas umsehe?«
»Wo ist der Durchsuchungsbefehl?«
»Einer von uns kann warten, während der andere zurück in die Stadt geht und einen holt. Sollen wir den ganzen Tag hierbleiben?«
»Ihr sollt sofort abhauen.«
»Kann ich mich also mal schnell umsehen?«
»Tun Sie, was Sie wollen.«
Er ging zur Tür, aber sie blieb, wo sie war, und es war klar, daß sie nicht mit ihm gehen wollte, während er sich auf die Suche machte. Das war so atypisch für sie, daß es nur bedeuten konnte, daß sein Verdacht richtig war, daß in dem Sessel etwas war, auf das sie aufpassen wollte. »Bleiben Sie hier«, befahl er Welland. »Wenn sie anfängt, sich auszuziehen, und Sie Hilfe brauchen, dann schreien Sie.«
Er ging durch die Wohnung. Es gab drei Schlafzimmer, zwei waren benutzt worden, ein sehr luxuriöses Badezimmer, ein Eßzimmer und eine große Küche, in der jedes nur denkbare elektrische Gerät vorhanden war. Josephine hätte ihren Augenzahn für die Hälfte dieser Apparate gegeben.
Als er in das Wohnzimmer zurückkam, stand die blonde Gertie noch neben dem Sessel. Er ging auf sie zu. »Scheint alles in Ordnung zu sein.«
»Was haben Sie denn erwartet?«
Er hob die Schultern und blickte nach unten. Auf dem Sessel lag eine große Krokodil-Handtasche. »Das ist aber eine sehr schöne Tasche«, sagte er und hob sie auf, bevor sie merkte, was er machte.
Sie griff nach der Tasche und wollte sie ihm entreißen. Mit einer schnellen Drehung seiner Finger hatte er das Schloß aufgemacht und die Tasche umgekippt. Eine ganze Anzahl Dinge fiel heraus, einschließlich einer großen Menge von Fünf- und Zehn-Pfund-Noten.
Die Scheine flatterten zu Boden, einige deckten andere Gegenstände zu, die aus der Tasche herausgefallen waren.
»Was haben wir denn da«, sagte er jovial, »es ist Weihnachten.«
In wilder Verzweiflung kniete sie sich auf den Boden und begann, das Geld zusammenzuraffen.
Wenn sie eine Menge Geld gemacht hatte, als sie im Gewerbe war, und wenn sie nie zugelassen hatte, daß ein Zuhälter ihr etwas davon wegnahm, war es durchaus möglich, daß sie für ihre alten Tage gespart hatte, und daß sie diese Ersparnisse immer bei sich trug. Vielleicht hatte auch Fraser ihr eine Menge Geld gegeben, weil Typen seiner Klasse sich häufig als der große Mann feiern lassen, aber sie war so erschrocken, als er das Geld gesehen hatte, daß beide Erklärungen ihm zu wünschen übrigließen.
Die Fünf-Pfund-Noten waren alt und verdreckt, aber einige der Zehn-Pfund-Noten waren neu. Welland kam auf sein Zeichen hin schnell her, und die beiden Kriminalbeamten knieten sich hin und halfen ihr. Nahe daran, vor Wut zu platzen, schaffte sie es noch, sie anzuschreien, sie sollten die Finger von ihrem Geld lassen. Sie versuchte, ihnen die Scheine aus den Händen zu reißen, und eine Weile lang war die Szene wie aus einer billigen Hinterhofklamotte, denn je verzweifelter sie versuchte, alles zusammenzuraffen, desto mehr flog in der Gegend herum. Schließlich jedoch gelang es ihr, alles Geld wieder einzusammeln.
Fusil stand auf. »Sie sind ziemlich wohlhabend, Gertie.«
»Es gehört mir.« Sie preßte die Handtasche an sich.
»Keiner hat das Gegenteil behauptet.«
Diese Antwort schien ihr nicht zu gefallen.
Fusil blickte auf die Uhr. »Vielen Dank, daß Sie uns was zu trinken angeboten haben, aber wir müssen leider gehen.«
»Ich habe Ihnen nichts angeboten. Ich würde Ihnen nichts zu trinken anbieten, und wenn Sie am Verdursten wären.«
Fusil ging vor. Sobald Welland die Wohnungstür hinter sich geschlossen hatte, nahm er Notizbuch und Bleistift aus der Tasche und schrieb eine Nummer auf. Er blickte Welland an.
»Haben Sie sich eine Nummer merken können?«
»Ja, Sir, die Nummer auf einem Zehner.«
»Guter Junge. Fein gemacht.« Fusil sprach mit ungewöhnlicher Wärme. Welland hatte – endlich mal – seine Intelligenz angewandt und exakt erkannt, um was es ging und was er tun sollte. Vielleicht würde mit der Zeit doch noch ein guter Kriminalbeamter aus ihm werden.
»A-17662926, Sir.«
Fusil schrieb die Nummer nieder. »Das ist aus der gleichen Serie, die ich habe«, sagte er befriedigt.
Sie fuhren mit dem Lift ins Erdgeschoß und gingen zu ihrem Wagen. Ein Cadillac fuhr an ihnen vorbei, aber sie beachteten ihn nicht.
»Ich kann Sie bei der Haltestelle absetzen«, sagte Fusil. »Sie liegt ohnehin nicht weit von meinem Weg ab.«
»Vielen Dank, Sir«, sagte Welland, der sich fragte, was in aller Welt wohl in seinen D.I. gefahren war.
Fraser parkte seinen Cadillac neben einem Mercedes Benz und beobachtete in seinem Spiegel, wie der zittrige alte Vauxhall zurücksetzte und hinausfuhr. Er zündete sich eine Zigarette an. Er konnte einen Bullen auf zehn Kilometer riechen, und wenn das nicht zwei Bullen waren, dann war er ein Erzengel. Und obwohl sie irgendeine von den zwanzig Wohnungen im Gebäude besucht haben konnten, zweifelte er nicht daran, daß sie in 7a gewesen waren.
Er fluchte vor sich hin. Bis jetzt war alles ganz reibungslos gelaufen, bis auf die Seeleute, mit denen er zu tun gehabt hatte, aber jetzt schnüffelten die Bullen herum, und er hatte keine Ahnung, wieviel sie wußten. Er stieg aus dem Auto und ging hinüber zum Drake House. Der Portier stand hastig auf, wünschte ihm ›Guten Morgen‹ und lief, um ihm die Lifttür aufzuhalten. Diese Servilität, die auf einen regelmäßigen Fünfer zurückzuführen war, tat Fraser normalerweise gut, aber heute steigerte sie noch seinen Ärger. Er trat in den Lift und schlug auf den Knopf für die siebte Etage.
Er sperrte mit seinem Schlüssel die Wohnung auf, und als er drinnen war, rief er nach den Frauen. Die blonde Gertie kam in den Flur. Ihr Hausmantel klaffte auseinander, ihr Haar war durcheinander, und sie sah nach dem aus, was sie auch war, eine verbrauchte alte Schachtel. Er bemerkte, ohne dem besondere Bedeutung beizumessen, daß sie ihre Handtasche an sich gepreßt hielt. »Waren diese Bullen hier?« fragte er.
»Ja, Ray. Aber sie …«
»Was wollten sie?«
Ihre Nervosität war offensichtlich. »Sie … sie wollten nur reden«, sagte sie.
Er packte sie am rechten Arm und drehte ihn herum, bis sie vor Schmerz aufschrie. »Worüber reden?«
»Ray, du brichst mir den Arm.«
»Was wollten sie?«
»Sie haben sich in der Wohnung umgesehen.«
»Hatten sie einen Durchsuchungsbefehl?«
»Nein, aber sie sagten, sie würden einen bringen.«
»Du hast sie hereingelassen? Dummes Luder.« Er schlug ihren Arm zur Seite, und sie stolperte und fiel zu Boden. Ihre Handtasche fiel vor seine Füße, und er trat so hart wie er konnte dagegen. Der Verschluß war nicht ganz zusammengedrückt gewesen, und so fiel der Inhalt ein zweites Mal heraus. »Was machst du denn immer noch mit dem ganzen Geld?« wollte er wissen, und in seiner Stimme schlug die Wut durch.
Auf allen vieren kroch sie weg von ihm.
»Warum hast du es nicht eingezahlt? Hast du vorgehabt, damit abzuhauen?«
»Das stimmt nicht!« schrie sie schrill. »Ich schwöre es! Ich wollte doch heute …«
»Warst du denn gestern abend zu betrunken, um es zu machen?« Er fluchte. Sie war solange gut, bis sie zur Flasche griff, dann war sie nur eine alte verbrauchte Schachtel. Ein fürchterlicher Gedanke kam ihm plötzlich. »Diese Bullen haben doch nicht die ganzen Mücken gesehen, oder?«
»Sie haben sie nicht gesehen, Ray, ehrlich. Sie haben sie nicht gesehen.«
Er bemerkte, wie eine Ader an ihrer Schläfe anschwoll. Sie zitterte. »Du lügst.«
Wie ein Krebs kroch sie vor ihm weg.
»Du lügst!« schrie er.
Sie stieß hinterrücks gegen die Wand und konnte nicht weiter von ihm wegkriechen. Sie sprudelte die Wörter heraus, in einem schrillen Schwall. »Ich konnt’ nichts dafür! Er hat die Tasche an sich gerissen, und als ich sie ihm wegreißen wollte, da fiel sie ’runter. Ich hab’ ihm gesagt, daß das mein Geld ist. Sie fanden nichts dabei. Sie haben sich gar nicht drum gekümmert. Ehrlich, ich schwöre.«
In wildem Zorn fragte er sich, wie sie nur so dumm sein konnte. Wenn ein Bulle so viele Scheine sah, dann dachte er doch nicht, daß so eine alte Schachtel gerade im Lotto gewonnen hatte. Nein, jeder Bulle würde sich darüber Gedanken machen, woher eine alte billige Nutte soviel Geld haben könnte. Wenn es clevere Bullen waren, dann hatten sie sich sogar eine Nummer gemerkt. Er ging auf sie zu und trat sie, und sie schrie auf.