WALDMOND ENDOR, RAUMFÄHRE REVEILLE, IM ANFLUG
Der Wald erstreckte sich unzählige Kilometer in jede Himmelsrichtung, doch weiter unten befand sich eine Lichtung, die groß genug war, um mehrere Sportstätten zu beherbergen ... und in ihrer Mitte thronte eine gewaltige Durastahlplatte, geschwungen wie das Dach eines vorfabrizierten Gebäudes, durch die Wucht des unkontrollierten Atmosphäreneintritts stellenweise mit Brandlöchern übersät, während an anderen Stellen Frostflecken von der Größe ganzer Raumfrachter zu sehen waren. Annähernd vierzig Jahre zuvor war die Platte vom zweiten Todesstern abgerissen worden, als er explodierte. Sie war hier gelandet. um alles Leben darunter zu zermalmen und in Brand zu stecken und so eine Lichtung zu schaffen, wo vormals riesige Bäume standen. Jetzt. Jahrzehnte später, wuchsen Gräser, Blumen und Ranken um das Relikt, doch die Bäume kehrten bloß langsam zu diesem einst versengten Fleckchen Erde zurück.
Syal Antilles an den Pilotenkontrollen schwenkte mit der Raumfähre über die Lichtung und musterte die Gegenstände und Lebewesen auf dem Boden - den Millennium Falken, der halb aus dem Schatten der gigantischen Metallplatte hervorragte, X-Flügler, Shuttles, Jedi, Droiden, Ewoks. Die Ewoks kletterten auf den Raumschiffen herum, erklommen die gewölbten Schrägen der Überreste des Todessterns. Einige hatten aus Holzbrettern und Leder Schlitten gebaut, auf denen sie nun die glatteren, von Rost verschonten Neigungen der Metallplatte hinunterrutschten.
Syal stieß einen Pfiff aus. »Was für ein Anblick. Wäre meine Schwester Myri hier, würde sie drei Zentimeter große Quadrate aus diesem Ding schneiden und sie als Souvenir verkaufen. Legen Sie sich Ihr eigenes Stückchen Geschichte zu. Nennen Sie einen Teil des zweiten Todessterns Ihr Eigen.«
General Celchu, der sich auf dem Kopilotensitz entspannte, ließ ein unverbindliches »Aha« hören.
Syal warf ihm einen Blick zu, als ihr - wie üblich zu spät - bewusst wurde, dass ihre Worte womöglich schlechte Erinnerungen aufwühlten. Tychos Welt Alderaan war vom ersten Todesstern vernichtet worden - genau in dem Moment, als er eine Live-Holokom-Verbindung zu seiner Familie auf dem Planeten hatte. Er war an der Mission zur Zerstörung des zweiten Todessterns beteiligt gewesen und hatte einen A-Flügler der ersten Generation in die gigantischen Aufbauten der Raumstation gesteuert. Wären seine Fähigkeiten und Reflexe in jenen Tagen bloß eine Winzigkeit weniger brillant gewesen, lägen sein A-Flügler und seine Knochen jetzt vielleicht unter diesem Wrack.
Sie zuckte zusammen. »Es tut mir leid. War das dumm von mir?«
Er schüttelte abwesend den Kopf. »Nein. Aber die Bemerkung mit der Schwester hat mich auf eine Idee gebracht...«
»Ja?«
»Vielleicht können wir uns eine Schneidfackel besorgen und ein paar Quadratmeter von dem Ding an Bord nehmen, bevor das Shuttle nach Coruscant zurückfliegt.«
Sie grinste.
Sie folgte weiter dem Landesignal, das ihr übermittelt wurde, und Sekunden später setzte sie die Reveille mit hochgeklappten Flügeln sanft unweit des Millennium Falken auf. Nachdem sie rasch die Nachtflugcheckliste durchgegangen waren, standen sie. Tycho und ihr Passagier schließlich am oberen Ende der Einstiegsrampe.
Als sich die Rampe senkte, tauchte das Gesicht eines uniformierten Mannes in der Öffnung auf, der unten stand.
Tycho lehnte sich herüber, um ihr ins Ohr zu flüstern: »Antilles, Sie sind jetzt außer Dienst.«
»Vielen Dank, Sir.« Die Rampe berührte den Boden, und sie lief hinunter, um sich in die Arme des Mannes zu werfen, der dort wartete. »Daddy!«
Luke beobachtete das Antilles-Wiedersehen mit einem Grinsen, achtete jedoch ansonsten nicht weiter darauf und wartete, dass General Celchu die Rampe hinabstieg.
Tycho wurde von einem Mann begleitet, der ausgesprochen unmilitärisch wirkte - ein bisschen dickbäuchig, schwarzbärtig, mit schlichten schwarzen Hosen und einem Hemd bekleidet, auf das das Panorama eines Vulkanplaneten aufgedruckt war. Tatsächlich war es mehr als bloß aufgedruckt: Während Luke hinschaute, schien einer der Vulkane auszubrechen, um vom Bauchansatz an lautlos Rauch und Lava fast bis zum Kragen hinaufzuschleudern.
Tycho schüttelte Luke die Hand. »Großmeister Skywalker, gestattet. dass ich Fluch jemanden vorstelle ... «
»Doktor Seyah!« Ben trottete heran und streckte dem schwarzhaarigen Mann eine Hand entgegen. »Ich bin überrascht. dass Sie nicht tot sind oder so was.«
Seyah lächelte. »Schön, dich zu sehen. Ben. Du bist größer geworden.«
»Gut!« Ben wandte sich an seinen Väter. »Doktor Seyah ist der Mann, der mich für die Centerpoint-Station instruiert hat. Er ist Schwerkraftphysiker und Spion.«
Als Nächstes schüttelte Seyah Luke die Hand. »Ein besserer Physiker als Spion, nehme ich an. Was der Grund dafür ist, dass ich jetzt hier bin.«
Tycho nickte. »Doktor Seyah steht auf Colonel Solos Festnehmen- verhören-und-exekutieren-Liste. Wegen mutmaßlichen Hochverrats, was meines Wissens unzutreffend ist. Ich habe ihn, ähm, aufgelesen, kurz bevor die GGA-Schläger kamen, um ihn zu holen. Seitdem haben wir ihn in verschiedenen Verstecken untergebracht, aber es ist schwierig, ihn vor Solos Ermittlern zu verbergen.«
Ben rümpfte die Nase. »Wenn man bedenkt, wie er sich kleidet, wundert mich das nicht.«
Tycho lächelte. »Großmeister, ich hoffte, wir könnten ihn Eurer Obhut überlassen.«
Luke lachte amüsiert. »Zumindest haben Sie die Güte, Ihre Spione entsprechend zu deklarieren, wenn Sie versuchen, Sie uns unterzujubeln.«
Tycho nickte trocken. »Der Geheimdienst der Galaktischen Allianz. Wir sind die höfliche Alternative.«
Luke trat beiseite und bedeutete den Neuankömmlingen mit einem Winken, vor ihm herzugehen. »Besorgen wir euch erst einmal Kaf und etwas zu essen. Dann können wir uns unterhalten.«
Wedge gelangte zu dem Schluss, dass die Gruppe, die Luke durch das Wrackteil des Todessterns führte, ein bunt zusammengewürfelter Haufen war, und zwar vermutlich der gefährlichste Haufen im Umkreis von fünfhundert Lichtjahren. Er und Luke gingen voran; ihnen folgten Han und Leia, Jaina und Zekk, Syal, Tycho, Saba Sebatyne und Corran Horn, Ben und Kyle Katarn, der das Schlusslicht des Trupps bildete, sich ansonsten allerdings gut erholt zu haben schien.
Luke wählte eine schattige Stelle unter einem Überhang der Außenhülle des Todessterns. Dort breitete er seinen Mantel auf der bloßen Erde aus und setzte sich, während er Han und Leia bedeutete, sich zu ihm zu gesellen. Die anderen nahmen auf ihren Jedi-Roben oder dem nackten Boden Platz.
Luke kam gleich zur Sache. »Ich hatte eben eine kurze Unterredung mit General Celchu hier, und ich möchte auf einige Punkte eingehen, die er zur Sprache gebracht hat, wie auch auf ein paar andere Dinge, die sich in letzter Zeit ergeben haben. Anschließend werden wir gemeinsam einige Entscheidungen über unser weiteres Vorgehen treffen.« Wedge sah, dass Saba Sebatyne beifällig nickte.
Luke deutete auf Tycho. »Der General ist hergekommen, um uns ein offizielle Bitte der GA-Regierung zu unterbreiten, dass der Jedi- Orden in den Schoß der Galaktischen Allianz zurückkehren möge, wie es unsere eingeschworene Pflicht sei.«
Wedge grinste. »Ich wette fünf Credits, dass diese Einladung allein von Admiralin Niathal kommt und Colonel Solo nicht die geringste Ahnung davon hat.«
Niemand ging darauf ein.
Wedge fuhr fort: »Ich denke, ich muss Tychos Anwesenheit hier ins rechte Licht rücken. Ich kann zwar bloß spekulieren, aber für gewöhnlich liege ich mit meinen Spekulationen ziemlich richtig. Tycho hätte nicht aus eigenem Antrieb um dieses Treffen ersucht, da er die GA in derlei Angelegenheiten offiziell überhaupt nicht repräsentiert. Allerdings hat er auch mit keiner Silbe darauf hingewiesen, dass er im Auftrag seiner Vorgesetzten, Admiralin Niathal, hier ist. Was bedeutet, dass er entweder mit ihrer offenen oder ihrer stillschweigenden Billigung hier ist, um ihre Interessen als Staatschefin der GA zu vertreten. Falls bei dieser Mission irgendetwas schiefläuft, geht er mitsamt seiner Laufbahn in einer Rauchwolke auf, aber einer muss es schließlich tun. Und jetzt wird er nicht das Mindeste zu alldem sagen, weil er dem, was ich gerade gesagt habe, weder zustimmen noch es abstreiten kann.« Er grinste seinen alten Freund an.
Tychos Unterkiefer arbeitete einen Moment lang, ehe er zum Stillstand kam. Er begnügte sich damit, Wedge einfach nur einen Blick zuzuwerfen.
Luke grinste. »Ich habe General Celchus Gesuch abgelehnt, und zwar aus dem einfachen Grund, dass jeder Gedanke daran, den Orden unter das Kommando von Jacen Solo zu steilen oder ihn Solos potenzieller Gnade auszuliefern, inakzeptabel ist, besonders nach den Geschehnissen auf Ossus. Mein Standpunkt ist nach wie vor der, dass wir der GA am besten dadurch dienen, dass wir ein Vorgehen festlegen, das dem Wohle aller dient, und dann entsprechend verfahren, zumindest so lange, bis das Büro des GA-Staatschefs irgendwann wieder als vertrauenswürdig angesehen werden kann.«
Viele der Versammelten nickten.
»Aber lasst mich eins vollkommen klarstellen.« Luke fixierte Tycho mit seinem Blick. »Wir dienen nach wie vor der Galaktischen Allianz. Sobald Jacen Solo kein Faktor mehr ist. den man berücksichtigen muss, werden wir unseren Amtssitz wieder nach Coruscant verlegen. Wir haben noch immer Vertrauen in .Admiralin Niathal.«
Tycho nickte. »Ich verstehe Eure Position und weiß das zu schätzen. Aber sobald ich ihr meinen Bericht zukommen lasse... besteht immer das Risiko, dass er Colonel Solo in die Hände fällt und er so erfährt, dass Ihr jetzt auf Endor stationiert seid.«
»Bis Sie nach Coruscant zurückgekehrt: sind, werden wir nicht mehr auf Endor sein.« Luke ließ den Blick über die anderen schweifen. »Also, im Hinblick darauf, der Allianz zu dienen - oder zumindest dem, was die .Allianz unserer Meinung nach sein sollte -, wie auch zum Wohle der Allgemeinheit werden wir jetzt unsere nächsten Schritte umreißen. Zu denen unter anderem die Rettung von Allana gehört, der Chumeda des Hapes-Konsortiums und Tochter von Tenel Ka, die gegenwärtig von Jacen Solo gefangen gehalten wird.«
Tycho hob die Hand.
»Ja, General?«
»Ich möchte gern sichergehen, dass ich das richtig verstehe. Ihr wollt der Allianz also folgendermaßen helfen.« Tycho begann, die einzelnen Punkte an seinen Fingern abzuzählen. »Erstens: Ihr bringt der Königinmutter die Chumeda zurück. Zweitens: Daraufhin schickt die Königinmutter, die Jacen Solo mittlerweile abgrundtief hassen muss, ihre Flotte von Neuem gegen ihn und die GA aus. Drittens: Die Konföderation, die in diesem Moment stärker wäre als die Allianz, besiegt die Allianz. Viertens ...«; Er hielt inne, als wäre er verwirrt. »Es gibt kein Viertens.«
Luke lächelte, »Eine Sache habe ich ausgelassen.«
»Ah, gut. Ich habe mir schon Sorgen gemacht.«
»Die Corellianer haben die Centerpoint-Station unlängst eingesetzt. um Teile der Zweiten Flotte zu vernichten. Außerdem haben sie versucht, Jacen zu töten. Also, wenn man so denkt wie Jacen - wenn man so denkt, wie er es tun muss -, dann ist es unausweichlich, dass er aufs Ganze gehen wird, um die Station zu kapern und damit die mächtigste Waffe in der Galaxis unter seine Kontrolle zu bringen. Wir werden nicht zulassen, dass die Corellianer Centerpoint behalten, und wir werden nicht zulassen, dass Jacen die Station bekommt. Wir werden sie zerstören ... wahrscheinlich zur selben Zeit, wenn Jacen seine Operation startet, sie zu übernehmen.«
Tycho schüttelte den Kopf. »Also beraubt Ihr uns der hapanischen Flotte und der Centerpoint-Station.«
»Nein, wir verschaffen der Königinmutter das Recht - ihr Recht -, über die Bedingungen zu verhandeln, unter denen sie der Allianz ihre Flotte zur Verfügung stellt, und wir berauben die Konföderation der Centerpoint-Station. Das wird der Konföderation einen moralischen Dämpfer verpassen und sie Verbündete kosten. Wenn sich die Hapaner raushalten, sind beide Seiten einander fürs Erste etwa ebenbürtig. Wenn Admiralin Niathal Jacen aus dem Weg räumen kann, kehren die Hapaner in die Reihen der Allianz zurück, und dann ist die Allianz unversehens die stärkere Seite.«
Der General wirkte weiterhin unzufrieden. »Dieser Plan beinhaltet eine Menge Wenns. Großmeister.«
»Stimmt.«
»Wie wollt Ihr das alles bewerkstelligen?«
Luke sah einen Moment lang zu Kyle Katarn hinüber. »Es ist unumgänglich, dass Jacen die Mission zur Centerpoint-Station selbst anführen wird. Fs ist uns gelungen, ihn mit einem Peilsender zu versehen, den er offensichtlich noch immer nicht entdeckt hat. Leider ist die Reichweite des Signals sehr begrenzt, aber wenn wir im Wechsel StealthX-Jäger in der Nähe der Anakin Solo positionieren können, bekommen wir mit, wann der Einsatz beginnt. Es wäre besser, wenn wir einen Langstreckensender hätten, aber wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben. Dann... «
Leia, die sonderbar schuldbewusst dreinschaute, unterbrach ihn. »Eigentlich ... befindet sich ein leistungsstarker Holokom-Peilsender auf Jacens Schiff. Zekk hat ihn platziert. Außerdem hat er ihren Traktorstrahl deaktiviert, teilweise, um uns die Flucht zu ermöglichen, und zum Teil, um den Schiffsmechanikern etwas Sabotiertes zu liefern, das sie entdecken und reparieren können ... damit sie den unauffälligeren Peilsender an ihrem Holokom-System übersehen.«
Luke sah zwischen Leia und Zekk hin und her. »Wann war das?«
Zekk zuckte die Schultern. »Als wir uns an Bord geschlichen haben, um die Informationen über Brisha Syos Asteroid aus dem Speicher seiner Raumfähre zu beschaffen.«
»Es wäre hilfreich gewesen, das schon früher zu wissen.«
Han rutschte unbehaglich herum. »Wir hatten alle Hände voll damit zu tun, Feuer zu löschen.«
Luke seufzte, ehe er fortfuhr. »Dank unseres neuen raffinierten Holokom-Peilsenders an Bord der Anakin Solo können wir bestimmen, wann Jacen mit seiner Operation beginnt, und nach Corellia springen. General Celchu hat uns einen Experten mitgebracht. der uns dabei unterstützen kann, auszuknobeln, wie wir die Station zerstören können.«
»Dafür habe ich ihn nicht hierhergebracht.«
»Trotzdem war er schon einmal bereit zu helfen, Centerpoint in die Luft zu jagen, also wird er gewiss nichts dagegen haben, es ein zweites Mal zu versuchen.« Luke zuckte entschuldigend die Schultern und sprach weiter. »In der Zwischenzeit schicken wir eine Jedi-Einheit an Bord der Anakin Solo, um Jacen abzulenken ... und die Chumeda zu befreien.«
»Wie willst du die Jedi an Bord schaffen?« Han klang zweifelnd. »Irgendwie bezweifle ich, dass der alte Trick mit der Liebeskommandant noch mal funktioniert.«
Luke sah Tycho an. »General, ich nehme an, dass der Sendeempfänger Ihrer Raumfähre bei der Ankunft gefälschte Registrierungs- und Kennungsdaten übermittelt hat. Zudem vermute ich, dass das Schiff in der Lage ist, darüber hinaus auch eine Registrierung und Kennung zu übertragen, die ordnungsgemäß auf General Celchu vom Sternenjäger-Kommando lautet.«
Tycho nickte. »Selbstverständlich.«
Luke spreizte die fingen »Dann ist das die Lösung. Wir gehen mit General Celchus Shuttle an Bord.«
Tycho schüttelte langsam den Kopf. »So sehr ich persönlich auch möchte, dass Ihr mit Eurem Vorhaben Erfolg habt, muss ich dem dennoch eine Absage erteilen. Die Pflicht und der Offizierseid und all das, Ihr versteht.«
»Oh, das stimmt natürlich.« Luke wandte sich an Wedge. »Dürfte ich dich damit behelligen, deinen Blaster auf' Betäuben zu stellen und ihn auf den General zu richten?«
»Nein, eigentlich nicht.«
»Bitte?«
Wedge seufzte. »Ich werde meinen Blaster nicht auf meinen besten Freund richten. Außerdem würde sich seine Pilotin dann verpflichtet fühlen, in die Schussbahn zu springen oder etwa vergleichbar Edles und Närrisches zu tun. Und ich werde auf keinen Fall auf mein kleines Mädchen zielen.«
»Vielen Dank. Daddy.«
Wedge dachte darüber nach. »Ich habe allerdings eine andere Lösung.« Er wies mit seinem Zeigefinger auf Tycho und reckte dabei seinen Daumen nach oben. »Stellt euch vor, das hier ist ein Blaster. Wartet einen Moment.« Er regulierte einen imaginären Drehknopf an seinem Daumen. »Ich musste sichergehen, dass er auf Betäuben gestellt ist.«
Tycho betrachtete seine Hand. »Ich stelle mir vor, dass es sich um eine BlasTech DL-Achtzehn handelt.«
Wedge zuckte die Schultern. »Unter diesen Umständen eine angemessene Wahl.«
»Vielleicht. Wenn wir uns alle ausgemalt hätten, dass es eine DL- Vierundvierzig ist, groß und beeindruckend, wäre ich möglicherweise tatsächlich eingeschüchtert. Eine DL-Achtzehn taugt kaum dazu, jemanden dazu zu bringen, sich zu ergeben.«
Syal schüttelte mit trauriger Miene den Kopf.
Luke begann, seinen Blick von Gesicht zu Gesicht schweifen zu lassen, während er sprach. »Wedge, stell eine handverlesene Jägerstaffel zusammen. Wir werden sie einsetzen, um das Shuttle zu verfolgen und es zu jagen, bis es an Bord der Anakin Solo in Sicherheit ist, und danach, um jegliche Operationen gegen die Centerpoint-Station zu unterstützen. Ich werde eine Gruppe von Jedi anführen, die Jacen angreift; unsere Aufgabe wird es sein, ihn - falls möglich - außer Gefecht zu setzen und ihn in jedem Fall von der Rettungsmission abzulenken. Han, Leia, ich möchte, dass ihr das Team zur Rettung der Chumeda anführt. Meister Katarn, ich will, dass du bereitstehst, um die Angriffs- und Rettungsteams zu evakuieren. Doktor Seyah und sein Wissenschaftsstab werden sich die besten Methoden überlegen, um die Centerpoint-Station zu zerstören. Ben, im Anbetracht deiner Erfahrungen auf diesem Gebiet möchte ich, dass du bei dieser Mission dabei bist.«
Ben schüttelte den Kopf. »Ich bin von größerem Nutzen, wenn ich dich an Bord der Anakin Solo begleite.«
»Wie kommst du darauf?«
»Weil Jacen annehmen wird, dass wir gekommen sind, um ihn zu töten, wenn wir beide an Bord gehen. Das wird hellen, ihn von dem Gedanken abzubringen, dass Allana das wahre Ziel des Einsatzes ist. Außerdem wird er sich dann nicht fragen, wo ich stecke oder was ich im Schilde führe.«
Luke warf seinem Sohn einen eindringlichen Blick zu. »Und dein aufrichtiges Bestreben dabei ist, Jacen abzulenken? Nicht. Vergeltung zu üben?«
»Ja, Großmeister.«
»Dann sei es so.« Luke erhob sich, was die anderen dazu veranlasste, es ihm gleichzutun. Er wandte sich an Tycho. »General, es tut mir leid, dass ich Sie und Ihre Pilotin gefangen nehmen muss - und dass wir Ihr Shuttle stehlen und Sie mal wieder den Ewoks überlassen. Und so weiter.«
Tycho nahm es gelassen. »Ich kann verstehen, dass Ihr mich von Eurem Standpunkt aus betrachtet so lange gelängen halten müsst, bis Eure Operation beginnt, um mich daran zu hindern, meine Pflicht zu tun und die Allianz zu warnen ... «
»Ja?«
»Es gibt allerdings keinen Grund, warum Ihr mich nicht mit nehmen solltet, wenn Colonel Solo Centerpoint angreift, um mich dann ins Cockpit eines Sternenjägers zu setzen und mich von dort aus nach Hause zurückkehren zu lassen. Das heißt, nachdem ich ein bisschen herumgeflogen bin. um mir einen guten Überblick über alles zu verschaffen.«
»Gutes Argument.« Luke nickte. »Machen wir es so. Und Ihre Pilotin?«
»Oh, die müsst Ihr überhaupt nicht einsperren.« Tycho griff in die Tasche seiner Uniform.
Wedge stieß Tycho seinen Zeigefinger in die Rippen. »Keine Tricks.«
Tycho grinste und reichte Luke eine Datenkarte. »In unserem fortwährenden Bemühen, unsere freundschaftlichen Beziehungen zum Jedi-Orden aufrechtzuerhalten und Eure Rückkehr in die Galaktische Allianz zu beschleunigen, überlasse ich Ihnen hiermit unsere Sondergesandte, Captain Syal Antilles, die bei Euch bleiben und meinem Büro Bericht erstatten wird, wann immer Ihr es erlaubt.«
Syals Kinnlade klappte nach unten. »Moment mal. Wie bitte?«
Tycho bedachte sie mit einem ernsten Blick. »Dieser Auftrag ist keine Routine, Antilles. Dies ist eine knifflige diplomatische Mission, bei der viel auf dem Spiel steht, und allein schon, mit den Jedi Kontakt zu haben, kann Sie das Leben kosten. Aber wenn Sie auf diese Weise dazu beitragen, dass die Allianz und die Jedi in Verbindung bleiben, ja, wenn Sie beide Seiten dazu bringen, weiterhin im Gespräch zu bleiben, könnten Sie dadurch den großen Unterschied in diesem Krieg ausmachen.«
Wedge wirkte stolz und besinnlich. »Ich war um einiges älter als du, als ich zum ersten Mal zum Botschafter ernannt wurde. Erinnerst du dich noch daran, Tycho? Wie haben wir die Sache damals eigentlich überstanden?«
»Im Großen und Ganzen, indem wir das Feuer auf jeden eröffnet haben, der nicht unserer Meinung war.«
Wedge nickte und wandte sich an seine Tochter. »Falls alles andere schiefgeht, mach's einfach genauso.«