31. Kapitel

 

CORUSCANT-SYSTEM, AN BORD DER ANAKIN SOLO

 

Im Frieden mit sich selbst blickte Caedus durch die Brückensichtfenster zu den Sternen hinaus auf die Spuren der Landelichter, die auf die Gegenwart von Raumschiffen hinwiesen, die Coruscant anflogen oder verließen.

Allana hatte keine Angst mehr vor ihm und hatte ihn als ihren Vater anerkannt - augenblicklich, mit grenzenloser Zuneigung. Die Hapaner verhielten sich nach wie vor erwartungsgemäß; augenblicklich führten sie Überfälle auf wichtige Konföderationseinrichtungen und Ressourcen durch. Caedus selbst fühlte sich wieder gesund: seit seinem Kampf mit Luke hatte er zum ersten Mal den Eindruck, vollkommen genesen zu sein. Und bis zum heutigen Tag, an dem Caedus seine Operation zur Übernahme von Centerpoint in Angriff genommen hatte, waren Corellias Verteidigungsmaßnahmen zusehends schwächer geworden, nachlässiger. Caedus war sicher, dass es sich dabei nicht um eine List der Corellianer handelte - der GA-Geheimdienst glaubte, dass die Nachschublinien der Konföderation über ihre Kapazitäten hinaus belastet waren und Corellia nicht angemessen mit neuem Proviant versorgt wurde.

Morgen würde Centerpoint ihm gehören. In einer Woche würden alle wichtigen Verbündeten der Konföderation kapituliert haben. Dieser Krieg war beinahe vorüber.

»Sir?« Leutnant Tebut näherte sich vom hinteren Ende der Brücke. Caedus entsann sich, dass sie heute an der Schiffssicherheitsstation Dienst tat.

Sie reichte ihm das Dienst-Datapad ihrer Station. »Alle Schiffsbereiche melden: gesichert. Ungewöhnliche Vorkommnisse und Unregelmäßigkeiten sind auf einem Rekordtief.«

»Ausgezeichnete Arbeit.« Caedus nahm das Datapad von ihr entgegen und tippte auf das entsprechende Feld auf dem Bildschirm, um die Kenntnisnahme des Berichts zu bestätigen. Er wandte sich ab und blickte wieder auf das Sternenfeld hinaus, als er ihr das Gerät zurückgab. In seiner Unaufmerksamkeit ließ er es einen Moment zu früh los. Tebut jonglierte damit und ließ das Pad fallen. Das Gerät schlug auf den Brückenboden.

Caedus sah sie an.

»Verzeihen Sie, Sir.« Sie bückte sich, um das Datapad aufzuheben. Sie blickte auf den Bildschirm. Caedus konnte sehen, dass er nicht beschädigt war. Tebut ließ das Gerät zuschnappen, salutierte und wandte sich ab.

Zwei Schritte später kam sie schlitternd zum Stehen.

»Leutnant?«

Ihre Stimme klang distanziert. »Neue Unregelmäßigkeit.« Sie kam zu ihm zurück. »Sir. vermutlich geht mich das überhaupt nichts an. aber mir ist aufgefallen, dass Sie sich Ihrer Kleidung entledigen, sobald sie aufgetragen ist oder keine Bügelfalten mehr annimmt .«

Caedus nickte. »Nicht bloß meiner Kleidung.«

»Ja, Sir. Aber warum tragen Sie dann einen geflickten Umhang. wenn ich fragen darf?«

»Geflickt?« Er blickte an sich selbst hinab.

Tebut bückte sich wieder, dann richtete sie sich auf und hob den unteren Saum seines Umhangs hoch und drehte ihn so, dass Caedus die Rückseite sehen konnte. Dort befand sich ein leicht schief angebrachtes, quadratisches Stück Stoff mit fünf Zentimetern Seitenlänge, das in puncto Farbe und Textur mit dem Umhang- material ringsum identisch war.

Caedus nahm den Saum und betrachtete ihn. Er zog an der Ecke des Flickens, der widerwillig nachgab und sich vom Umhangstoff löste, um darunter Klebstoff und flexible Schaltkreise zu enthüllen.

Obwohl ihm seine gute Laune verdorben wurde, ließ er sich nichts davon anmerken. »Wir machen alle Fehler, Leutnant, und es hat den Anschein, als hätte einer der meinen darin bestanden zuzulassen, dass mir jemand einen Peilsender unterjubelt.« Er löste die Spangen seines Umhangs, faltete das Kleidungsstück zusammen und reichte es ihr zusammen mit dem schwarzen Flicken. »Bringen Sie das zu unseren Sicherheitstechnikern. Ich will wissen, was dieses Ding kann. So schnell wie möglich.«

»Ja, Sir.« Sie salutierte wieder und ging.

Sobald sie durch die Türen am hinteren Ende der Brücke verschwunden war, schaute Caedus sich um und suchte Captain Nevils Blick. »Haben Sie das mitbekommen?«

»Ja, Sir.«

»Ich führe eine Leistungsgesellschaft, und der Leutnant zeigt Leistung. Vermerken Sie diesen Vorfall in ihrer Akte.«

»Wird erledigt, Sir.«

 

 

ZWEI LICHTJAHRE AUSSERHALB DES CORELLIANISCHEN SYSTEMS, AN BORD DES FLIEGENDEN HÄNDLERS

 

An Bord des riesigen Vergnügungsschiffs - einst ein imperialer Sternenzerstörer namens Virulenz, später ein Himmel für Glücksspieler, Kaufsüchtige und Urlauber aller Spezies und jeden Geldbeutels - war es seltsam ruhig, fand Han. Der Haupthangar war vergleichsweise leer, ohne die übliche Ansammlung privater Yachten, Raumfähren und Transporter, die den Raum von einer Wand zur anderen bevölkerten. Jetzt waren die einzigen Schiffe, die der Hangar beherbergte, ein Raumfrachter, der groß genug war, um die gegenwärtige Rumpfbesatzung des Fliegenden Händlers zu evakuieren, sowie einige Jägerstaffeln, zwei Shuttles und der Millennium Falke.

Han lümmelte sich im Kopilotensessel des Falken. Es gab bequemere Orte an Bord, aber keiner war davon im Augenblick von nennenswertem Interesse; die Spielhallen des Fliegenden Händlers waren alle vorübergehend geschlossen. Das Schiff diente als Sammelpunkt für Lukes Centerpoint-Mission, und der Besitzer, Booster Terrik, hatte beschlossen, die Besatzung auf das Minimum verschwiegener Mannschaftsmitglieder zu beschränken, das für den Basisbetrieb nötig war. bis diese Mission vorüber war.

Unter dem Cockpit des Falken waren die anderen Einsatzvehikel verstreut. Mechaniker und einige der anderen Piloten - darunter viele Jedi - arbeiteten an den Sternenjägern. Die Antilles- und HornClans saßen zwischen zwei StealthX an einem Klapptisch und spielten anscheinend eine Halsabschneider- Partie Sabacc. Luke Skywalker spazierte inmitten all der Sternenjäger umher, gefolgt von R2-D2.

Han schaute den Mann auf dem Pilotensitz an. Er runzelte die Stirn. Er mochte es nicht besonders, die Dinge aus dieser Perspektive zu betrachten. »Denkst du. du hast es jetzt drauf, Junge?«

Jag richtete sich von seinem letzten Simulationsdurchlauf auf. »Ich hab's jetzt drauf.«

»Weißt du. ich habe dieses Baby noch nicht von vielen Leuten fliegen lassen. Chewbaeca, Leia, Lando. Und von dir.«

»Der Falke ist corellianischer Bauart. Ich bin von der Abstammung her vollblütiger Corellianer. Wir werden gut miteinander zurechtkommen.«

»Das solltest du besser auch.« Han wandte sich ruhelos ab. Dies war das fünfte Mal in den letzten paar Tagen, dass sie diese oder eine ähnliche Unterhaltung geführt hatten.

Und wenn schon. Der Junge würde es ihm nicht übermäßig verübeln. Zweifellos verstand Jag die Liebe, die ein Mann für sein Schiff empfand. Oder nicht?

Ein Knopf an der Kom-Konsole leuchtete auf, und Booster Terriks Stimme drang aus den Lautsprechern, betagt und heiser. »Jedi- Aufklärer Drei meldet, dass die Anakin Solo eine Formation von Schiffen aus dem Orbit von Coruscant führt. Sieht nicht nach einer Übung aus.«

Han stand auf. »Viel Glück. Junge.«

»Ihnen auch - Han.«

»So ist's besser.« Sekunden später trottete Han die Einstiegsrampe hinunter und zuckte bei dem ungewohnten, unliebsamen Gefühl zusammen, seine große Liebe den Händen von jemand anderem zu überlassen.

Kyle Katarn marschierte unbeschwert auf den Falken zu. C-3PO hinter sich, und kreuzte Hans Weg. Han marschierte an ihm vorbei, winkte dem Jedi-Meister und rief dem Droiden über die Schulter hinweg zu: »Quatsch sie nicht tot, Goldjunge.«

»Oh nein, Sir. Ich würde meine Kameraden oder eine Mission niemals durch einen allzu überschwänglichen Wortschwall in Gefahr bringen. Obwohl mir Ihre Leichtfertigkeit, was das betrifft, durchaus bekannt ist, und ich sie in der Vergangenheit viele, viele Male toleriert habe. Man sagt, die Seele des Humors liege in der Wiederholung... «

Einige Schritte weiter konnte Han den Droiden dank des Klapperns von Stiefeln auf Durastahldecks und dem Dröhnen der Triebwerke, die hochgefahren wurden, nicht länger hören.

Von den Turbolift-Zugangskorridoren liefen jetzt weitere Piloten. Mechaniker und Jedi in den Hangar. Myri Antilles und die Frau, nach der sie benannt worden war, Mirax Horn, trugen den jetzt zusammengeklappten Tisch, reichten ihn in die andere Richtung weiter und eilten auf das weiter entfernte Einsatzzentrum des Fliegenden Händlers zu.

Han erreichte die Raumfähre Reveille und war damit das erste Mitglied seiner Mannschaft vor Ort. Er lehnte sich gegen die Außenhülle, nahm eine gelangweilte Haltung ein und wippte mit dem Fuß, während er wartete.

Luke und Leia - er in schwarzen Gewändern, sie in braunen - trafen als Nächste ein.

Leia musterte ihn von oben bis unten. »Tut uns leid, falls wir dich warten ließen.«

»Tragen Jedi überhaupt Chronos?«

Sie grinste und spurtete die Rampe hinauf.

»Hey, geh die Vorflugcheckliste durch, wenn du schon da oben bist.«

Luke wartete mit Han, bis die anderen eintrafen: Ben, der eine schwarze Tunika mit hohem Kragen trug, die weder der Uniform der Garde noch den dunklen Jedi-Roben entsprach, sondern irgendwo dazwischen einzuordnen war; Saba Sebatyne, schweigsam und beeindruckend in ihrem Furcht einflößenden reptilienhaften Verhalten; Iella Antilles, in einem schwarzen Overall mit passendem Mehrzweckgürtel. Pistolengurt und Rucksack - ihr Gesicht und das ergrauende Braun ihres Haars waren die einzigen Farbkleckse an ihr; und R2-D2. der mit einigem Tempo auf den Sockel der Rampe traf und in den Bauch der Raumfähre emporrollte, als befände er sich auf ebenem Grund.

Luke marschierte die Rampe hoch. »Alle anwesend und vollzählig.«

Han folgte ihm. »Musst du eigentlich in diesem Militärjargon reden?«

»Hey, du bist derjenige, der auf die Akademie gegangen ist. Ich dachte, das würde dir gefallen.«

Syal nahm in dem X-Flügler Platz, den sie sich von einem der Jedi geborgt hatte und von dem sie hoffte, dass sie ihn in perfektem Zustand wieder zurückgeben konnte. Sie ging gerade ihre Checkliste durch, als ihr Komlink auf der Staffelfrequenz knisternd zum Leben erwachte.

»Raubein Eins an Staffel.« Es war die Stimme ihres Vaters, und mit einem Mal durchzuckte sie die Erkenntnis, dass sie endlich zusammen mit ihrem Dad in den Kampf fliegen würde. »Nacheinander melden und Bereitschaftsstatus durchgeben. Raubein Eins bereit.«

»Raubein Zwei, bewaffnet und bereit.« Das war eine Frauenstimme mit einem schweren, exotischen Akzent - Sanola Ti, die Jedi von Dathomir, eins der vielen Staffelmitglieder, die Syal nicht persönlich gekannt hatte, bevor man sie alle zum Fliegenden Händler gebracht hatte.

Tycho war der Nächste. »Raubein Drei, alles im grünen Bereich, optimal.« Genau wie Syals war auch seine Kom-Konsole ausschließlich auf die Staffelfrequenz eingestellt, und das würde auch so bleiben, bis die Mission weit fortgeschritten war - eine Vorsichtsmaßnahme, die dazu diente, ihn daran zu hindern, die Allianz-Streitkräfte über den wahren Zweck dieses Einsatzes zu informieren.

Syal räusperte sich. »Raubein Vier, vier Leuchten an und im Grünen.« Ihr Knie begann zu zittern. Sie trat fest mit dem Fuß auf. Die Nerven - sie hatte noch nie zuvor einen X-Flügler in einem richtigen Kampf geflogen; ihre gesamte Gefechtserfahrung hatte sie in A-Flüglern und Alephs gesammelt. Allerdings war sie bereits X-Flügler geflogen, bevor sie auch nur am Steuer eines Luftgleiters saß; sie war noch ein Kind gewesen, als ihr Vater sie das erste Mal in einem zweisitzigen Übungsjäger mit nach oben genommen und ihr die Steuerung überlassen hatte. Sie kannte den X-Flügler so genau wie ein notorischer Faulenzer das heimische Familiensofa.

Andere Mitglieder der Staffel meldeten ihre Einsatzbereitschaft, und man konnte sich vorkommen wie in der Ruhmeshalle der Sternenjäger-Kommandos. Fünf war Corran Horn, der die zweite Gruppe anführte. Sechs war Twool - eine unbekannte Größe, ein rodianischer Jedi, von dem Syal noch nie etwas gehört hatte. Sieben: Tyria Tainer, eine Jedi, die schon mit Wedge geflogen war, lange bevor Syal geboren wurde. Acht: Cheriss ke Hanadi, ehemalige leitende Vibroklingenausbilderin des Sternenjäger-Kommandos.

»Raubein Neun, alles bestens.« Das war Jaina Solo, die die dritte Staffel anführte. Zekk meldete sich als Zehn; Volu Nyth, eine Kuati, die während des Yuuzhan-Vong-Krieges mit der Renegaten-Staffel geflogen war, war Elf; Wes Janson, die Zwölf, fragte: »War's das jetzt?«

Die Nerven. Die Aussicht darauf zu sterben machte Syal nicht nervös - nicht mehr als sonst. Was sie ängstigte, war die Möglichkeit, vor ihrem Vater und seinen Freunden wie eine blutige Anfängerin dazustehen, wenn sie es vermasselte. Zu sterben war vermutlich weniger unangenehm.

 

Im Bauch des Truppentransportshuttles Breitseite ließ Kyp Durron sein Visier zuklappen und wandte sich an Dr. Seyah. »Was halten Sie davon?«

Seyah musterte ihn. Er trug dasselbe wie Kyp - eine gute Nachbildung der komplett schwarzen Uniform der Garde der Galaktischen Allianz, bloß, dass sein Helmvisier noch oben war. Er nickte. »Nicht schlecht. Zumindest haben Sie die Figur, das zu tragen.« Er tätschelte seinen eigenen, üppigeren Bauch. »Die werden einen Blick auf mich werfen und denken: Potenzielles Banthafutter.«

Kyp sah nach hinten in die Passagierkabine der Breitseite, auf die anderen falschen Garde-Soldaten, darunter Jedi wie Valin Horn und Jaden Korr, die hinter ihren Visieren nicht zu erkennen waren. Er hob sein eigenes Visier und rief zu den Soldaten: »Wie lautet unser Motto?«

Sie antworteten mit einem einzigen, wohl geübten Brüllen: »Lass den Feind die Drecksarbeit machen!«

Kyp nickte und lächelte anerkennend. »Das ist die richtige Einstellung.«

 

 

AN BORD DER ANAKIN SOLO

 

Captain Nevil trat in seiner üblichen ruhigen Art an Caedus heran. »Die Entershuttles und die Renegaten-Staffel sind in Position. Sir. Die Einheiten melden Sprungbereitschaft.«

Caedus nickte, ohne die Augen zu öffnen. Er konnte sie spüren, die Pünktchen Leben, aus denen sich die berühmte Jägerstaffel zusammensetzte, und die Gruppen von Leben, die für die anonymen Kommandotrupps und Garde-Soldaten standen, die den Angriff auf die Centerpoint-Station anführen würden. Überall um sie herum waren die größeren Ansammlungen von Lebensenergie, die Mannschaften der an dieser Operation beteiligten Schlachtschiffe.

Und von diesen Mannschaften begannen Wahrscheinlichkeiten und Eventualitäten auszustrahlen, flüchtige Ausblicke auf eine mögliche Zukunft - einige in logischer Reihenfolge, andere widersprüchlich oder einseitig. Caedus hätte sich auf jede einzelne davon konzentrieren können, um die vermeintlichen nächsten paar Minuten im Leben der jeweiligen Person vorherzusehen. Aber er tat es nicht - er konnte es sich augenblicklich nicht erlauben, seine Aufmerksamkeit zu teilen, und es war nicht nötig, dass er das Schicksal jedes unbedeutenden Mannes oder jeder Frau unter seinem Kommando kannte.

Seine Sith-Kampfmeditation während eines Hyperraumsprungs aufrechtzuerhalten, würde schon knifflig genug sein. Aber er fühlte, dass er dazu bereit war. Er öffnete die Augen und wandte sich an Nevil. »Los.«

Der Quarren drehte sich um und gab seinem Kommunikationsoffizier ein Zeichen.

Caedus hatte den Befehl gegeben.

Einen Moment später schien sich das Sternenfeld vor den Sichtfenstern zu verzerren und in die Länge gezogen zu werden, als der Kampfverband in den Hyperraum eintrat.

 

 

CORELLIANISCHER RAUM, NAHE DER CENTERPOINT-STATION

 

Die Raubein-Staffel verließ den Hyperraum. Die Sterne wurden schlagartig wieder zu einzelnen, soliden Lichtpunkten, und direkt vor Syal befand sich die Centerpoint-Station in ihrer ganzen majestätischen Schlichtheit. Die Station glich einem dreihundertfünfzig Kilometer langen Zylinder mit abgerundeten Enden, aus dem sich das mittlere Drittel auf einer Strecke von hundert Kilometern hervorwölbte, und war das größte künstliche Gebilde, das sie jemals gesehen hatte, und selbst aus ihrer gegenwärtigen Entfernung - Hunderte von Klicks weit weg - wirkte sie gewaltig. Daneben war ein Supersternenzerstörer nicht mehr als ein Punkt im Weltall.

Und da waren Punkte, die sich der Station näherten. Sie sah winzige Dreiecke und Rautenformen, die auf Centerpoint zueilten, und weitere, die die unmittelbare Umgebung der Station verließen, um sie abzufangen. Auf ihrer Sensortafel begannen Namen aufzutauchen: ANAKIN SOLO, VINSOR, PANTHERSTERN, SAXANS STOLZ.

RENEGAT 1, RENEGAT 2, RENEGAT 3 ...

Syal hielt den Atem an. Die Renegaten-Staffel war hier, die Jägereinheit, die Luke Skywalker und ihr Vater gegründet hatten, der Elitetrupp, dessen Ruf allein ausreichte, um einige Gegner zum Rückzug zu bewegen.

Nun, sie würde nicht gegen sie kämpfen. Sie gehörte zum selben Kampfverband wie sie. Ihre Aufgabe hier war einfach - als Tychos Flügelfrau fungieren und zusehen, dass er es zurück in die Reihen der Allianz-Streitkräfte schaffte, sobald ihre Kom- Konsolen freigeschaltet wurden und sie direkten Kontakt zur GA aufnehmen konnten.

»Raubein Eins an alle.« Nichts an Wedges Stimme deutete darauf hin, dass ihn der Umstand verunsicherte, seine ehemalige Einheit auf dem Schlachtfeld voraus zu sehen. Vielleicht hatte er sie noch nicht auf seinen Sensoren erkannt. »Die Reveille meldet Einsatzbereitschaft. Ihr Ziel ist die Anakin Solo. Wir folgen ihr und feuern darauf. Denkt daran vorbeizuschießen. Drei. Vier, ihr könnt mitkommen, wenn ihr wollt, aber ich habe so das Gefühl, dass eure Beteiligung hieran als Hochverrat betrachtet werden könnte ... «

»Staffelführer, hier Drei.« Tycho klang ähnlich unbekümmert. »Nein, ich folge euch ... mit flackernden Holokameras. Die Aufzeichnungen könnten später ganz interessant sein.«

»Wie du willst. Lass dich nicht abschießen. Ich will nicht, dass Winter mir die Hölle heißmacht.«

»Nein, das willst du wirklich nicht.«

Tychos Raumfähre mit Han Solo an der Steuerkonsole setzte sich vor die Raubeine und beschleunigte, um auf die Schlacht in der Ferne zuzuhalten.