13. Kapitel
Der Krieg tobte weiter.
Obwohl Caedus die Kontrolle über seine Bereiche des Allianz-Militärs wieder zurückerlangt hatte und nicht länger durch Allanas Abwesenheit abgelenkt wurde - die ihn insgeheim überallhin begleitete und ausschließlich von den vertrauenswürdigsten GGA- Offizieren und YVH-908 in Shuttles zwischen den GA- Regierungsgebäuden und der Anakin Solo hin und her geschmuggelt wurde -, sah er sich damit konfrontiert, dass ihm an anderen Fronten die Felle davonschwammen, während er an anderen ungeheure Erfolge verbuchte.
Zunächst einmal war da die Angelegenheit mit Hapes. Wider Erwarten hatte Tenel Ka ihre Flotten nicht unverzüglich seinem Kommando unterstellt. Stattdessen hatte sie ihre Streitkräfte in den Raum des Hapes-Konsortiums zurückbeordert und jegliche Kommunikation mit der Galaktischen Allianz abgebrochen ... wie auch mit der Konföderation, mit dem Planeten Kashyyyk und - soweit sich das sagen ließ - mit den Jedi. Caedus war sich nicht ganz sicher, was er von diesem Vorgehen halten sollte. Er erwog sogar, dass Tenel Ka bei der Explosion, die Caedus die Flucht aus ihrem Palast erlaubt hatte, umgekommen war oder dass man sie anschließend abgesetzt und ihre Nachfolgerin beschlossen hatte, die bisherige Neutralität des Konsortiums wiederherzustellen. Oder womöglich ging Tenel Ka ein schreckliches Risiko ein und setzte das Leben ihrer Tochter absichtlich aufs Spiel. So oder so, schließlich war es Caedus dennoch gelungen, seinen Vorteil aus der Situation zu ziehen. Indem er seinen Geheimdienst dazu angehalten hatte, den Taktikanalytikern der Konföderation gegenüber darauf hinzuweisen, dass Tenel Kas Nichtangriffspakt mit ihnen jetzt hinfällig war, hatte Caedus sichergestellt, dass die Konföderation weiterhin Einheiten abstellte, um die Hapaner zu überwachen und Sicherheitsmaßnahmen gegen einen möglichen hapanischen Angriff zu treffen, und das verschaffte Caedus ein wenig Bewegungsspielraum. Schon bald würde er wissen, ob Tenel Ka nach wie vor über das Konsortium herrschte, um dann Verbindung zu ihr aufzunehmen ... und sie davon zu überzeugen, dass Allanas Leben verwirkt war, falls sie nicht gänzlich kooperierte.
Während er darauf wartete, Tenel Ka kontaktieren zu können, konzentrierte sich Caedus auf andere Dinge.
Wie etwa die Jedi. Nach der Schlacht um Kuat waren sie untergetaucht, und das mit solchem Erfolg, dass der einzige Hinweis auf ihre Aktivitäten der sinnlose Anschlag auf ihn vor einigen Tagen gewesen war. Er hatte Tahiri in ihrem StealthX-Jäger losgeschickt, um ihren eigenen Spuren nachzugehen und persönliche Quellen anzuzapfen, um herauszufinden, wo die Jedi ihr neues Hauptquartier aufgeschlagen hatten. Er hatte angenommen, sie könne einfach ihre Kontakte zu anderen Jedi nutzen, um an die nötigen Informationell zu gelangen, aber nein, es schien, als wäre es Tenel Ka gelungen, die anderen Jedi auf Kuat über ihren Argwohn gegenüber Tahiri in Kenntnis zu setzen. Tahiri hatte immer noch keine Antwort für Caedus: die Galaxis war groß und sie in seinen Augen ein dummes Mädchen - und noch dazu ein bemitleidenswertes, das ihn permanent um neue Gelegenheiten bat, durch den Fluss in die Vergangenheit zurück zureisen und ein ums andere Mal die Gegenwart von Anakin Solo zu genießen, in den Tagen und Stunden vor seinem Tod.
Darüber konnte Caedus bloß den Kopf schütteln. Er hatte Anakin in den vergangenen Monaten so häufig gesehen, dass er angefangen hatte, das Blag zu verachten. Die Gründe, warum er jemals irgendwelche Achtung für den Bengel empfunden hatte, warum er entschieden hatte, seinen Sternenzerstörer nach ihm zu benennen, konnte Caedus mittlerweile nicht mehr nachvoll ziehen.
Unterdessen ging der Krieg weiter. Jetzt, wo die Hapaner wieder mit im Spiel waren, musste sich die Allianz nicht länger Gedanken um einen taktischen Rückzug machen. Jetzt neigte sich das Kräfteverhältnis wieder gelinde zugunsten der Allianz. Caedus persönlich leitete neue Flottenoperationen bei Kuat und in den Randbezirken des corellianischen Systems, befehligte Einheiten der Fünften beziehungsweise Siebten Flotte, und seine Sith-Kampfmeditation half den Streitkräften dabei, ihren Gegnern auf beiden Schlachtfeldern schwere Verluste zu bescheren.
Commenor übte Vergeltung für das Asteroidenbombardement, und das auf schonungslose Weise. Das erste Anzeichen dafür war ein sprunghafter statistischer Anstieg von erkälteten Menschen, die sich kürzlich auf dem Raumhafen von Galactic City aufgehalten hatten - Zivilisten und Militärs gleichermaßen. Innerhalb weniger Tage führten diese Erkältungen zu sengendem Fieber und gefährlicher Dehydration, und die Infektion breitete sich so rasant in den Reihen der Streitkräfte und den niederen Gesellschaftsschichten aus wie die Waldbrände auf Kashyyyk. Wurde die Krankheit nicht behandelt, konnte sie tödlich verlaufen. Es handelte sich um Affliceria, die durch ein über die Luft verbreitetes Bakterium ausgelöst wurde; bereits vor einem Jahrhundert hatte man ein Heilmittel dafür entdeckt, bevor es kurz darauf hieß, die Krankheit wäre ausgerottet.
Es existierten keine Vorräte an speziellen Affliceria-Antibiotika, da es seit hundert Jahren niemand mehr gebraucht hatte. Also kultivierte man in aller Eile ein gewisses Maß des Gegenmittels und verteilte es ... ans Militär. Es gab nicht genügend, um die Zivilbevölkerung zu schützen, und in der dritten Woche nach dem Ausbruch, als die ersten Dosen in den zivilen Vertriebsnetzen auftauchten, hatte die Ausbreitung epidemische Ausmaße angenommen, was in entscheidenden Fabrikationszweigen zu gewaltigen Personalengpässen führte.
Spione, die von der Garde gefangen genommen und verhört worden waren, hatten gestanden, Commenori zu sein - und die Bakterien freigesetzt zu haben. Die von der Allianz kontrollierten Medien des HoloNets heulten vor Entrüstung. Der zivile Raumverkehr wurde massiv eingeschränkt, als Quarantänemaßnahmen in Kraft traten.
Der Krieg tobte weiter.
Es gab noch andere Ärgernisse. Caedus' Untergebene berichteten, dass Dr. Seyah, ihr aufgeflogener Spion an Bord der CenterpointStation, nur Minuten, bevor sie anrückten, um ihn festzunehmen, verschwunden war. In den darauffolgenden Tagen hatte man keine Spur von ihm entdeckt, was daraufhindeutete, dass Caedus recht daran getan hatte, ihm mit Argwohn zu begegnen - offensichtlich war er ein Doppelagent, der von seinen corellianischen Auftraggebern eilends in Sicherheit gebracht worden war.
Allana indes zeigte zunehmend weniger Begeisterung darüber, ihre Zeit mit Caedus zu verbringen. Er musste seine Frustration im Zaum halfen und darauf Warten, bis sie darüber hinweggekommen war, ihre Mutter zu vermissen. Vielleicht war es an der Zeit, ein wenig an ihr zu arbeiten, um ihre Zuneigung zu Tenel Ka zu mindern, indem er hier und da mit Bedacht einige ihrer Erinnerungen löschte. Augenblicklich hegte er diesbezüglich noch gewisse Bedenken, aber falls sich die Situation weiter verschlechterte, würde er sich zu diesem Schritt gezwungen sehen.
Und der Krieg tobte weiter.
KASHYYYK, MAITELL-BASIS, HANGAR DES MILLENNIUM FALKEN
Han ließ den Falken behutsam auf der Permabetonrollbahn auf setzen und steuerte ihn in den Schatten seines angestammten Hangars. Er wusste, dass das Schiff vom Ruß des Feuerbekämpfungseinsatzes bedeckt war, den sie gerade geflogen hatten - keine Feuerschneisenmission; diesmal waren sie ausgerückt, um eine Gruppe Wookiee-Feuerwehrleute zu retten, die von Bränden abgeschnitten worden waren, die sich schneller vorwärtsbewegten als erwartet. Er war sicher, dass der Raumfrachter mit Ruß überzogen war, weil Leia auf dem Kopilotensitz es ebenfalls war, von Kopf bis Fuß, abgesehen von schutzbrillenförmigen rosa Flecken rings um ihre Augen und einem ovalen Abdruck von der Atemmaske um ihren Mund. Die Wookiees, die sie an Bord gebracht hatte, waren gleichermaßen verfärbt und stanken genauso nach Rauch wie sie.
Sobald der Falke in den Hangar glitt und sich Hans Augen an die dunklen Schatten angepasst hatten, entdeckten er und Leia einen neuen Besucher. In der Landebucht neben der des Falken thronte eine lange Yacht mit geschwungenen Linien und einer kunterbunten himmelblau-grünen Außenhülle. Auch das Äußere dieser Yacht wies Ruß- und Brandflecken auf - Belege dafür, dass das elegante Raumschiff kürzlich ebenfalls an einer Feuerbekämpfungsmission teilgenommen hatte.
Han schreckte zurück. »Glaubst du, wir könnten ein paar Wookiee- Teenager dazu bringen, die Yacht zu verschandeln, wenn Lando ihr den Rücken zudreht? Um den Rumpf mit Graffiti zu beschmieren oder so?«
Leias Tonfall war um einiges nachdenklicher. »Ich dachte. Lando wäre auf der anderen Seite von Kashyyyk stationiert.«
»War er auch.«
Lando war nirgends zu sehen. Han und Leia landeten den Falken, führten die Wookiee-Feuerbekämpfer nach draußen und forderten routinemäßig den Betankungstrupp an, bevor Lando seinen Auftritt hatte. Die Einstiegsrampe der Liebeskommandant senkte sich, und dann stand er oben an der Rampe, in lila Synthseide und einen fließenden schwarzen, hüftlangen Samtumhang gekleidet.
Doch es war nicht mehr der Lando, den sie kannten. Sein Gesicht war starr, beinahe emotionslos, sein Teint wächsern.
Leia wartete nicht darauf, dass er nach unten stieg. Sie ging die Rampe empor auf ihn zu. »Lando, was ist los?«
»Ich muss gehen.« Lando brachte zwei schwankende Schritte zustande, bevor Leia bei ihm war. Sie hielt ihn fest, stützte ihn und drehte sich dann um, damit sie ihm die Rampe hinunterhelfen konnte.
Han versuchte, seine Stimme ruhig und gelassen zu halten, doch Landos sichtlich angeschlagener Zustand ließ in seinem Kopf alle Alarmglocken losschrillen. »Was ist mit dir, alter Kumpel?«
Am Fuß der Rampe angelangt, griff Lando in eine Tasche seines Gewandes. Er holte eine Datenkarte hervor, die er einen Moment lang ausdruckslos ansah, bevor er sie Han reichte. »Das ist alles, was ihr für die Liebeskommandant braucht. Registrierung, kommentiertes Bedienungshandbuch, alles. Dachte mir. ich stifte die Yacht für einen guten Zweck. Für die Feuerbekämpfung. für Hilfseinsätze ... Und falls euch irgendwann mal die Credit» ausgehen, könnt ihr sie verkaufen.«
»Lando. was ist los?« Jetzt konnte Leia den scharfen Ton der Besorgnis nicht mehr länger aus ihrer Stimme heraushalten.
»Es geht um Tendra ...«
Leia erbleichte, und Han spürte, wie ihn nacktes Entsetzen durchzuckte. Sie musste im Sterben liegen - oder bereits tot sein -. um Lando derart aus der Bahn zu werfen.
Das war nicht fair. Er hatte Tendra kennengelernt, nachdem er die Hoffnung darauf, jemals die perfekte Partnerin zu finden, längst aufgegeben gehabt hatte, und ein Großteil ihres gemeinsamen Lebens war von langwierigen Krisen überschattet gewesen, einschließlich des Yuuzhan-Vong-Kriegs.
Und jetzt das...
Lando kämpfte sichtlich darum fortzufahren. »Tendra ... sie ... bekommt ein Baby.«
Leia erstarrte und blickte in seine schockierten Züge empor. »Wie bitte? Wie bitte?« Auf ihrem Gesicht begann sich ein Lächeln auszubreiten.
Han seufzte vor Erleichterung. »Das ist alles? Verflucht, du hast uns ganz schön Angst eingejagt.«
»Ob das alles ist?« Lando stützte sich mit einer Hand an der Außenhülle der Yacht ab. »Großartig, dann könnt ihr jetzt aufhören, Angst zu haben. Aber ich nicht. Ich bin zu alt, um Vater zu werden. Bei den schwarzen Knochen des Imperators! Ich bin dem nicht gewachsen.«
Leia umarmte ihn. »Lando, es gibt im Universum zwei Arten von Leuten: die. die glauben, der Verantwortung, ein Kind zu haben, nicht gewachsen zu sein, und die. die sich diesbezüglich selbst etwas vormachen.«
Unversehens von einer tonnenschweren Sorgenlast befreit, sackte Han etwas zusammen. Er beugte sich vor und legte die Hände auf seine Knie. »Kumpel, wenn du mich noch mal so ins Bockshorn jagst... «
»... erschießt du mich? Habe ich da dein Wort drauf ?«
»Hör zu, Lando.« Leias Stimme klang eindringlich. »Du und Tendra, ihr werdet die besten Eltern sein, die sich ein Kind nur wünschen kann. Reich, berühmt, unternehmungslustig ... und so panisch davor, es zu vermasseln, dass ihr euer Kind über alle Maßen verhätscheln werdet. Habe ich nicht recht?«
Lando dachte darüber nach. Allmählich normalisierte sich seine Miene wieder. »Wie alt muss er sein, bevor ich ihm Sabacc beibringen kann?«
»Zwei.« Han richtete sich auf. »Und keine Weinverkostungen bis er wenigstens vier ist.«
Leia korrigierte ihn: »Sie.«
»Es ist bloß... Das ist etwas, das ich nicht mit meinem Charme oder einem getürkten Spiel oder einem Miniblaster wieder in Ordnung bringen kann.«
Leia lächelte zu ihm empor. »Das musst du auch gar nicht, weil nichts in Unordnung ist.«
»Ja.« Lando nahm einen tiefen Atemzug und wappnete sich für die Zukunft. »Ich muss los. Mein Schiff nach Hause hebt in einer halben Stunde ab. Ich hatte Angst, dass ich euch nicht mehr sehen würde, bevor ich aufbreche.«
Han klopfte ihm auf die Schulter. »Nun, das Glück ist dir immer noch treu, alter Kumpel.«
Lando drückte Leia ein letztes Mal und packte Han. um ihn flüchtig zu umarmen. »Ich will jederzeit darüber informiert werden, wo ihr beide gerade steckt. Für den Fall, dass ich euch über Holokom um Rat fragen muss.«
»Schick deine Nachricht einfach dahin, wo der Tumult am lautesten ist. Da stecken dann entweder wir oder Luke dahinter.«
»Richtig.« Jetzt wieder mit schwungvollem Gang, marschierte Lando auf die Haupttore zu. die aus dem Hangar hinausführten. Er winkte, sah sie über die Schulter ein letztes Mal an und bedachte auch den Millennium Falken mit einem letzten, wehmütigen Blick. Dann war er fort.
Leia schmiegte sich an Han, stahl sich unter seinen Arm und legte ihn um ihre Schultern. »Ich bin so neidisch.«
»Ich nicht. Stell dir mal vor, wir müssten uns um ein Baby kümmern, solange dieser Krieg herrscht.«
»Stell du dir mal vor, es gäbe da diesen Winzling, dieses unschuldige Leben, um das wir uns kümmern müssen: spielt da irgendetwas anderes noch eine Rolle, einschließlich des Kriegs?«
»Nun ... wohl eher nicht. Da hast du recht.« Er drehte sie zum Falken herum. »Na komm, schauen wir mal, ob wir ein paar große, haarige Kerle dazu bringen können, das Schiff zu waschen.«
AN BORD DER ANAKIN SOLO
Es war gut. wieder zu Hause zu sein, und Caedus war überrascht. dass er tatsächlich begann, sein Schiff als selbiges zu betrachten. Sein ganzes Leben lang war sein »Zuhause« da gewesen. wo er des Nachts seine Gewänder aufgehängt hatte, während der Machenschaften seiner Elfern ebenso wie später bei seinen eigenen Missionen, die ihn von einem Ende der Galaxis zum anderen geführt hatten.
Jetzt konnte er dieselben Entfernungen zurücklegen und trotzdem jede Nacht in derselben Koje schlafen. Er konnte Allana bei sich haben, in Sicherheit - so sicher, wo sie irgendwo im Universum sein konnte -. in dem Geheimquartier, das unmittelbar an seine eigene Kabine angrenzte. Über eine vertraute Unterkunft zu verfügen, wo auch immer er hinging, bot ihm eine bislang nie gekannte Bequemlichkeit, einen bescheidenen Ausgleich für den Verlust an Freundschaft, den er erfahren hatte, seit er seinem Plan zur Wiederherstellung der Ordnung folgte, und er stellte fest, dass er diese Annehmlichkeit zunehmend mehr zu schätzen wusste.
Natürlich wäre Allana noch sicherer gewesen und hätte es noch bequemer gehabt, wenn er mit einem noch größeren, noch leistungsstärkeren, noch schwerer verteidigten Schiff gereist wäre, mit einem, das dem Staatschef der Galaktischen Allianz angemessen war. Er würde sich ans Zeichenbrett setzen und einige erste Entwürfe für ein neues Flaggschiff anfertigen, sobald seine Zeit es ihm erlaubte.
Das waren seine Gedanken, als er auf der Brücke der Anakin Solo stand und in einem seltenen Moment der Untätigkeit durch das vordere Sichtfenster hinausschaute. Ein Stück voraus konnte er unter Höhe des Schiffskiels eine Golan-III-Verteidigungsplattform ausmachen, eine von mehreren mit Schildgeneratoren und Geschützen ausgestatteten Raumstationen, die den Weltraum über Coruscant sicherten. Die Station war so weit entfernt, dass sie kaum mehr war als ein längliches blaues Dreieck mit winzigen Hubbein und Höckern darauf wie eine sonderbar geformte, aufs All gerichtete Blasterpistole. Ebenfalls auszumachen war der stete, beruhigende Strom von Schiffen und Raumfahrzeugen, die in Coruscants Atmosphäre eintraten oder sie verließen - Truppentransporter: Raumfrachter mit Militärvorräten: Holonachrichten-Shuttles: Flottenabfangjäger, die sicherstellten, dass alles so war, wie es sein sollte.
»Sir?«
Caedus drehte sich um und wandte sich dem Sprecher zu. So wie viele seiner Pilotenkollegen war auch Captain Kral »Deuce« Nevil, ein Quarren mit einer beeindruckenden Bilanz erfolgreicher Sternenjägeroperationen, in führender Funktion zur Flotteneinsatzplanung versetzt worden, als seine Fähigkeiten im Cockpit nachzulassen begannen. Jetzt trug er die blaue Flottenuniform mit derselben Professionalität, mit der er einst das grelle Orange der X-Flügler-Piloten getragen hatte, auch wenn sich Caedus zuweilen fragte, ob er seiner Rolle als neuer Kapitän der Anakin Solo denselben Enthusiasmus entgegenbrachte.
Caedus nickte, um zu bestätigen, dass er den Captain gehört hatte.
»Admiralin Niathal kommt hoch, Sir. In ihrem Privatshuttle.«
»Tatsächlich?« Caedus dachte nach. Was für Neuigkeiten sie auch immer in petto hatte, sie waren so wichtig, dass sie nicht bis zu ihrem nächsten regulär angesetzten Treffen warten konnten; ebenso wenig war Niathal bereit, sie als potenziell unsichere Holokom-Übertragung zu übermitteln. »Treffen Sie Standardvorkehrungen für ihre Ankunft und lassen Sie den Sicherheitsdienst meinen Konferenzraum auf Wanzen absuchen.«
»Ja, Sir.« Nevil salutierte und zog sich zurück.