Tod
Der Tod war die Geißel der Vergessenen. Ein erbarmungsloser Geselle, der kein Mitleid kannte.
Voller Zuversicht hatten sie sich vom Medialnet gelöst, auf der Suche nach einem Leben, das anders war als die kalte, gefühllose Welt ihrer Brüder und Schwestern im Netz. Doch die dort verbliebenen Medialen, gefangen in eisigem Silentium, wollten sie nicht in Frieden ziehen lassen – die Hoffnungen und Träume der Vergessenen versperrten ihnen den Weg zur absoluten Macht.
Denn unter den Abtrünnigen befanden sich viele Telepathen und Mediziner, Männer und Frauen, die über psychometrische Fähigkeiten verfügten, in die Zukunft sehen konnten und vieles mehr. Solche Rebellen stellten die einzig ernst zu nehmende Gefahr für den beinahe allmächtigen Rat der Medialen dar.
Deshalb ließ er sie auslöschen.
Jeden Einzelnen.
Ganze Familien.
Vater, Mutter und Kind.
Ohne Ende.
Die Vergessenen mussten fliehen und sich verbergen.
Nach und nach ging die Erinnerung an sie verloren, die Wahrheit wurde unter einer dicken Staubschicht begraben, und die Vergessenen verschwanden beinahe vollständig.
Aber Geheimnisse können nicht für immer im Verborgenen bleiben. In den letzten Monaten des Jahres 2080 wird der Staub hochgewirbelt, lange Verschwiegenes kommt ans Licht, und die Vergessenen stehen vor einer schweren Entscheidung: Sich dem Kampf zu stellen, erneut dem Tod ins Gesicht zu sehen und damit vielleicht endgültig vernichtet zu werden oder abermals zu fliehen … aber wäre das nicht dasselbe wie Vernichtung?