13
Melora begriff erst, dass etwas nicht in Ordnung war, als sie Tangre Bertorans erschrockenen Schrei hörte. Sie schüttelte die Lethargie ab, hob den Kopf… und hörte, wie das Fenster in seinem Rahmen vibrierte. Altes Metall ächzte und knarrte Unheil verkündend – die Schale brach auseinander!
Sie wusste, dass die Phaser abgefeuert worden waren, aber bisher hatte sie sich geweigert, das Geschehen zu beobachten. »Idiot!«, rief Melora und meinte Bertoran damit. »Deaktivieren Sie die Phaser!«
Er starrte noch immer auf die Anzeigen, während der Alpusta und der Frill in Panik gerieten, zur Tür flogen. Das Spinnenwesen, das Melora eingefangen hatte, ließ sein Netz los und daraufhin konnte sich die Elaysianerin endlich von den klebrigen Fäden befreien. Sie dachte nicht nach, ließ sich allein von ihrem aufgestauten Zorn leiten. Ganz plötzlich stieß sie sich ab, mit Muskeln, die zehn Jahre lang gegen Schwerkraft angekämpft hatten. Melora sauste durch den Raum, rammte die Unterarme gegen Bertorans Rücken und schleuderte ihn dadurch mit dem Kopf voran an die metallene Wand.
Der Schädel des Peer platzte wie eine reife Frucht auf.
Während um sie herum die ganze Schale erbebte, beobachteten aus drei verschiedenen Völkern stammende Techniker entsetzt, wie Bertorans weißes Haar so dunkel wurde wie die mutierten Kristalle. Seine Lippen bewegten sich, aber das Licht in den Augen verblasste. Melora erreichte ihn als Erste und schüttelte ihn, um ein wenig Leben in ihn zurückzuholen, doch sein Körper war bereits erschlafft.
»Ich schalte die Phaserbank ab!«, rief ein anderer Jeptah, flog zur Kontrollstation und betätigte Tasten. Wenige Sekunden später ließen die heftigen Vibrationen nach, doch Tangre Bertoran nützte das nichts mehr. Melora ließ den Leichnam los und starrte darauf hinab, während ihr das blonde Haar zu Berge stand.
»Sie haben ihn getötet!«, stieß ein zweiter Elaysianer verblüfft hervor. Der Frill und der Alpusta verharrten, maßen Melora mit aufmerksamen Blicken und erkannten den Tod als letzten Schlichter an.
»Ich wollte es nicht«, hauchte Melora. »Es ging mir nur darum ihn aufzuhalten. Haben Sie gespürt, wie die Schale erbebte?«
Niemand antwortete. Die anderen wichen aus Furcht vor Melora zurück.
»Fast hätte es uns zerstört!«, rief sie. »Und es wäre Bertorans Schuld gewesen. Werfen Sie einen Blick auf die Instrumente. Sammeln die Kollektoren noch immer dunkle Materie? Gibt es nach wie vor gefährlich starke Thoron-Strahlung? Sehen Sie nach!«
Die beiden Elaysianer schoben Bertorans Leiche beiseite und schwebten zur Kontrollstation. Melora fühlte sich schmutziger und niedergeschlagener als jemals zuvor; es gab keine Freude in ihr, keinen Triumph. Ihre Welt war noch immer in Gefahr. Sie hatte nicht nur die Crew ihres Schiffes verraten, sondern auch den Mann, der sie liebte. Und jetzt ging auch noch der Tod eines Elaysianers auf ihr Konto.
Ein Jeptah ließ die Schultern hängen, als er sich zu ihr umdrehte. »Es wird weiterhin dunkle Materie aufgenommen, sogar noch mehr als vorher. Die Intensität der Thoron-Strahlung ist gewachsen. Das fraktale Programm befindet sich nach wie vor in einer Endlosschleife. Viele gesunde Kristalle des Planeten sind beschädigt oder völlig zerstört worden.«
»Na schön«, sagte Melora. »Wir sollten endlich damit aufhören, so zu tun, als wüssten wir über alles Bescheid. Wir haben es auf Tangre Bertorans Weise versucht und es hat nicht geklappt. Wenn die Starfleet-Crew noch bereit ist, uns zu helfen, sollten wir ihren Plan ausprobieren. Ich werde den Rest meines Lebens für das büßen, was ich hier getan habe, doch es betrifft allein mich und den Schatten meines Vaters.«
Die beiden Jeptah nickten, wirkten aber noch immer schockiert und bestürzt. Melora wusste, was sie empfanden, denn sie selbst fühlte Taubheit im Körper und Elend in der Seele. Sie hatte praktisch alles verloren und der Kummer darüber erfüllte sie mit Benommenheit. Trotzdem wusste sie genau, worauf es jetzt ankam.
»Nehmen Sie Kontakt mit der Enterprise auf«, sagte Melora. »Die kristallenen Schlüssel befinden sich bei den Starfleet-Leuten und dadurch sind sie voll berechtigte Cheftechniker. Aber lassen Sie mich aus dem Spiel… Ich habe genug angerichtet.«
Die Jeptah widersprachen nicht. Selbst der Frill und der Alpusta wichen beiseite, als Melora den zylinderförmigen Raum verließ.
»Die schlimmsten Vibrationen scheinen vorüber zu sein«, sagte Data, als er den Shuttle vorsichtig an großen, bunten Bruchstücken vorbeisteuerte. Sie erinnerten Picard an Querschnitte aus vor Jahrhunderten umgestürzten Mammutbäumen, die er einmal in Kalifornien gesehen hatte. Einige Prismen waren so sauber abgebrochen, dass sie perfekte Zylinder bildeten und wie die Einzelteile einer kristallenen Raumstation aussahen.
An Bord des Shuttles hatten sie die heftigen Erschütterungen, von denen die Kristallwelt heimgesucht worden war, nicht gespürt, aber sie sahen ganz deutlich ihre Konsequenzen. Wenn so etwas noch einmal geschah, blieb von dem Planeten kaum noch etwas übrig, das gerettet werden konnte.
Der Captain sah auf Deanna Troi hinab, die noch immer wie ein schlafendes Baby auf seinem Schoß lag. Doch es handelte sich nicht um einen erholsamen Schlaf, sondern um ein Koma mit stark reduzierter Hirnaktivität, nach den Anzeigen des medizinischen Tricorders zu urteilen. Barclay und Nordine blieben wie zwei besorgte Krankenschwestern in der Nähe, dazu bereit, eine Injektion zu verabreichen oder die Temperatur zu messen. Aber inzwischen hatten sie bereits alles versucht, um die Counselor wieder zu wecken.
Einmal mehr spielte Picard mit dem Gedanken, zur Enterprise zu fliegen, aber er hatte Deanna versprochen, sie bei einem neuerlichen Anfall zum Gendlii zu bringen. Außerdem waren sie bereits zu ihm unterwegs gewesen, als die Counselor einen weiteren mentalen Kollaps erlitt. Der Captain fürchtete fast, dass sich Riker mit ihm in Verbindung setzte, denn dann hätte er auf Trois Zustand hinweisen müssen. Aber die Enterprise stellte keinen neuerlichen Kom-Kontakt her, was darauf hindeutete, dass man dort alle Hände voll zu tun hatte.
»Wie weit ist es noch bis zum Gendlii, Data?«, fragte Picard.
»Normalerweise hätten wir ihn bereits erreicht«, erwiderte der Androide. »Aber die vielen Kristallfragmente haben uns aufgehalten. Darüber hinaus stelle ich fest, dass die Thoron- Strahlung in einigen Bereichen ein kritisches Maß erreicht. Uns bleiben nicht mehr annähernd vier Tage Zeit, bis alle Bewohner dieser Welt sterben.«
»Das erinnert mich an etwas«, sagte Picard und seufzte schwer. »Mr. Data, wenn unsere Bemühungen umsonst bleiben, sind Sie bald der einzige Überlebende der Kristallwelt. In dem Fall müssen wir annehmen, dass der Dimensionsriss nach wie vor geöffnet ist und Starfleet keine Hilfe leisten kann.«
Der Androide nickte. »Ich werde nicht aufhören, nach Möglichkeiten zu suchen, die Situation zu verändern.« Er zögerte kurz und fügte dann hinzu: »Allerdings wird es sehr einsam sein.«
»Gewähren die Schilde des Schiffes keinen Schutz?«, fragte Nordine.
»Nein«, antwortete Data. »Die Thoron-Strahlung beeinträchtigt die energetische Struktur der Schilde und durchdringt sie.«
»Wir könnten einen letzten Versuch unternehmen, den Planeten zu verlassen und dem Dimensionsriss zu entkommen«, sagte Picard. »Allerdings deuten unsere bisherigen Erfahrungen darauf hin, dass wir kaum mit einem Erfolg rechnen dürfen.«
»Nach meinen Berechnungen beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg weniger als null Komma eins Prozent«, ließ sich Data vernehmen. »Das destruktive Potential des Risses wächst.«
»Verdammt«, murmelte Keefe Nordine. »Warum hören diese Idioten nicht auf uns?«
Der Captain seufzte. »Vielleicht sind sie jetzt dazu bereit.«
»Da ist der Gendlii!«, stieß Reg Barclay aufgeregt hervor und deutete aus dem Fenster.
Der Shuttle flog an einer Wolke aus Kristallsplittern vorbei und näherte sich einem riesigen Haufen, der einen weißen Mantel trug, von schwarzen Streifen durchzogen. Vielleicht hatte der schützende Belag des Pilzes verhindert, dass diese Kristalle wie so viele andere zerbrachen.
»Soll ich versuchen, die Gehilfen zu finden?«, fragte Data.
»Nein, wir wissen inzwischen, wie man mit dem Gendlii kommuniziert«, sagte Picard. »Das Problem ist: In ihrem gegenwärtigen Zustand kann Counselor Troi kein Stück von dem Pilz essen.«
»Ich habe darüber nachgedacht«, meinte der Androide. »Mit unseren Handphasern können wir ein wenig von der Pilzsubstanz verdampfen und anschließend zu einer Flüssigkeit kondensieren lassen, um sie der Counselor mit einem Injektor zu verabreichen.«
»Gute Idee«, sagte Picard und war einmal mehr dankbar dafür, dass der Androide bei ihnen war. Erneut sah er auf die bewusstlose Troi hinab und fühlte sich hilflos. »Wir sollten keine Zeit verlieren.«
Deanna Troi schwebte in Dunkelheit und wusste nicht, ob sie tot oder nur schwer verletzt war. Sie befand sich in der Gewalt einer fremden Macht, ohne eine Möglichkeit, sich aus dem seltsamen Bann zu befreien. Die Entität konnte sie freigeben oder ihre Hirnzellen verbrennen, sie zu einem geistigen Krüppel machen. Vielleicht hielt sie ihr Selbst für immer fest, wie ein kleines Kind, das ein neues, glänzendes Spielzeug umklammerte.
Wenigstens war das Wesen nicht mehr zornig und Deannas Furcht ließ allmählich nach, als Veränderungen in der dunklen Unterwelt ausblieben. Im zornigen Zustand hatte die Entität in alle Richtungen geschlagen, die von seinen langen Tentakeln erkundet worden waren, und dazu gehörte auch Deannas Bewusstsein. Inzwischen bestand keine Gefahr mehr – sie war beseitigt worden. Doch das Fenster zur anderen Welt stand auch weiterhin offen und ließ Dunkelheit hindurchglänzen.
Troi erkannte das Wesen nun – konnte es sie ebenfalls erkennen? Die Kommunikation mit den Lipuls war zunächst sehr einseitig gewesen, doch schließlich hatte Deanna sie dazu gebracht, ihre Fragen zu beantworten – Fragen, die nicht aus Worten bestanden, sondern aus Wünschen tief in ihrem Herzen. Jene Offenheit, die nicht nur die Lipuls angelockt hatte, sondern auch das Etwas aus dem Riss, musste nun als ihre Stimme dienen. Sie konnte nicht sprechen, aber träumen. Und sie konnte sich mit ihrer ganzen Kraft wünschen zu verstehen.
Deanna schwebte noch immer im Nichts, als sie versuchte, sich zu beruhigen und an ihr Leben zu erinnern. Immer wieder hatte sie sich bemüht, andere Personen zu verstehen und ihnen zu helfen, und oft war sie aufgrund besonderer Umstände gezwungen gewesen, mit persönlichen Problemen und widerstreitenden Gefühlen fertig zu werden. Wenn sie jetzt starb, so schied sie mit großem Kummer, aber einem reinem Gewissen aus dem Leben. So bin ich!, wollte Deanna rufen. Ich hege keinen Groll.
Die Counselor nahm etwas Licht wahr – wie ein Blitz, durchs Fenster eines dunklen Zimmers gesehen. Sie schnappte nach Luft, als etwas sie erfasste und in einen wirbelnden Strudel aus gleißendem Licht warf.
Unmittelbar darauf schwebte sie in der Leere und wusste, dass sie eine große Entfernung zurückgelegt hatte. Gleichzeitig gewann sie den Eindruck, sich überhaupt nicht von der Stelle gerührt zu haben. Sie weilte an einem anderen Ort, der sich von allen ihr bekannten Existenzebenen unterschied, und doch hatte sie sich schon einmal an diesem Ort aufgehalten. Wann? Sie versuchte, sich daran zu erinnern, und dann begriff sie, dass sie in einem Traum hier gewesen war, zusammen mit den Lipuls.
Dies war die andere Dimension, in der es so vielfältiges Leben gab. Die Lipuls hatten ihre Reisen hierher als selbstsüchtig und gefährlich erkannt – sie liefen auf eine Invasion hinaus –, aber der andere Kosmos ließ sich so mühelos erreichen… Sie konnten der Versuchung nicht widerstehen, besuchten ihn immer wieder. Sie fanden eine Möglichkeit, DNS-Proben von den Geschöpfen in der anderen Dimension zu nehmen, die Sequenzen zu speichern und die betreffenden Wesen in Laboratorien zu duplizieren. Sie wählten aus der Vielfalt des Lebens, entschieden sich für jene Spezies, die unter den wechselnden Bedingungen der Kristallwelt am besten überleben konnten.
Die Lipuls waren nicht mehr allein, aber sie hatten etwas Wertvolles gestohlen: Leben. Und sie hatten etwas geweckt, das über Macht und Potenzial verfügte. Es lernte von ihnen, obgleich sie gar nicht lehren wollten. Als die Lipuls begriffen, was sie schufen, zogen sie sich zurück. Sie schickten ihre Traumschiffe auf lange Reisen, ohne jemals wieder die andere Dimension zu besuchen. Aber es war bereits zu spät. Das von ihnen geweckte Etwas hatte alles Notwendige gelernt und wartete auf eine günstige Gelegenheit. Zeit spielte für die Entität eine noch geringere Rolle als für die Lipuls.
Deanna erfuhr das alles in einem einzigen Augenblick, und doch füllte sich ihr Selbst mit immer mehr Fragen. Das Wesen verstand nicht die Natur des Bösen – es kannte nur jene Dinge, die es beobachtet und durch Beobachtung gelernt hatte. Deanna wusste, dass die Lipuls schlechte Lehrer gewesen waren und ein miserables Beispiel gegeben hatten.
Als Deannas Ich all den Kummer und Groll einer zeitlosen Intelligenz empfing, glitt ihr eigenes Selbst immer mehr fort. Das Schleusentor in ihr ließ sich ebenso wenig schließen wie der Riss. Die Flut ergoss sich auch weiterhin in ihr Bewusstsein, so wie dunkle Materie zur Kristallwelt strömte. Erneut sah Deanna, wie sich ein finsterer Schlund unter ihr öffnete, sie ansaugte, mit Furcht und Sinnlosigkeit überwältigte.
Ich kann nicht mehr davon ertragen!, schrie sie und schlug mit der Faust nach der wabernden Wand aus Dunkelheit. Jäher Schmerz erfasste sie – die Dunkelheit hatte Substanz! Ihre Hand brannte und in den Fingerspitzen schien das Blut zu kochen.
Kurz darauf verschwand der Schmerz und Deanna sank einmal mehr in die lichtlose Finsternis der fremden Intelligenz. Deanna versuchte, das Brennen festzuhalten, um nicht ganz den Kontakt zur Realität zu verlieren, doch ihr Selbst konnte es unmöglich mit der überaus mächtigen Entität aufnehmen. Das Wesen schickte sich an, sie endgültig zu verschlingen.
»Sie sind nicht allein«, erklang plötzlich eine Stimme. »Denken Sie an all die Dinge, für die Sie leben. Ich kenne die Singularität, die in Ihr Ich eingedrungen ist, und ich nenne sie ›Vater‹. Es geht ihr nicht um Sie -Sie sind nur der Bote. Vater muss diese Welt verlassen, denn er gehört nicht hierher. Auch Sie gehören nicht hierher. Selbst wenn Vater seine Kinder zerstört – wir verzeihen ihm. Vater braucht Sie nicht. Aber Will, Lwaxana, Jean-Luc, Reg, Beverly und so viele andere… Jene Personen brauchen Sie.«
Ihre Gesichter erschienen vor Deannas innerem Auge: Freunde, Verwandte, Schiffskameraden. Die beruhigende Stimme gab ihr neuen Mut und sie begann, die Furcht aus sich zu verdrängen. Der schwarze Strudel unter ihr schrumpfte wie ein Planet, von dem sie sich immer mehr entfernte. Voller Freude hielt sich Deanna an den Bildern ihres Lebens fest und die Finsternis löste sich wie Nebel auf.
»Riechsalz«, sagte jemand. »Schnell.«
Ein beißender Geruch stieg ihr in die Nase, ließ sie zusammenzucken und niesen. Eine Maske schien sich von ihr zu lösen, als sie die Augen öffnete. Sie blinzelte mehrmals, sah erfreute Gesichter und glaubte zunächst, dass es die gleichen Gesichter waren wie in ihrem Traum. Aber dann hörte sie lachende Stimmen und wusste, dass sie sich wieder in der Realität befand.
»Willkommen daheim«, seufzte Reg Barclay.
»Ja, herzlich willkommen«, sagte Captain Picard und lächelte erleichtert.
»Sie haben uns ganz schön ins Schwitzen gebracht, Counselor«, meinte Keefe Nordine und zwinkerte.
Auch das Gefühl des Schwebens entsprach der Wirklichkeit. Deanna sah sich um und stellte fest, dass sie von einem riesigen Pilz umgeben war, der alles wie mit einer Decke aus frisch gefallenem Schnee überzog. An einer Stelle bemerkte sie ein wenig Blut und an einer anderen schien etwas vom Pilz abgebrochen worden zu sein. Einige Meter entfernt wartete ihr recht mitgenommen wirkender, aber trotzdem wunderschöner Shuttle in der Schwerelosigkeit.
Troi drückte kurz Captain Picards Hand. »Danke dafür, dass Sie mich hierher gebracht haben.«
»Ich halte immer ein Versprechen, wenn ich kann«, erwiderte er. »Danken Sie Data. Er hat eine Möglichkeit gefunden, Sie mit dem Gendlii kommunizieren zu lassen.«
»Danke, Data«, sagte Deanna und hielt nach dem Androiden Ausschau. Sie entdeckte ihn schließlich auf halbem Wege zwischen Pilz und Shuttle. Er hatte den Kopf ein wenig zur Seite geneigt und schien fernen Geräuschen zu lauschen, die nur er hören konnte.
»Dieser Bereich ist nicht sicher«, sagte Data. Er streckte den Arm aus, griff nach einer Landekufe des Shuttles und zog sich durch die offene Luke. An Bord begann er sofort damit, die Kontrollen zu betätigen.
Wenige Sekunden später vernahm Deanna ein Brummen, das sie schon einmal gehört hatte. Sie reckte den Hals und tastete nach dem Arm des Captains. »Ich glaube, wir bekommen Besuch, Sir…«
»Da sind sie!«, rief Reg Barclay, als ein Frill-Schwarm hinter dem Kristallhaufen des Gendlii zum Vorschein kam. Das Brummen stammte von ihren schlagenden Schwingen und jetzt ertönte auch das Klacken schnappender Mäuler. Ein ganzes Heer von Alpusta tauchte neben dem Riesenpilz auf.
Innerhalb weniger Sekunden waren die Außenweltler von zahllosen Nichthumanoiden umgeben. Ihre Scharen füllten den ganzen Himmel und kamen bedrohlich näher.
Data erschien in der Luke des Shuttles, mit einem Phasergewehr in der Hand. Er richtete einen erwartungsvollen Blick auf den Captain, aber Picard sah sich und seine Gruppe mit einer solchen Übermacht konfrontiert, dass er abwinkte.
»Legen Sie die Waffe weg«, sagte er ernst. »Wir ergeben uns.«
Widerstrebend kam Data der Aufforderung nach und Dutzende Alpusta schwebten ihnen entgegen.