38

Sommerabende in North Carolina ließen sich Zeit. Um halb acht schien die Sonne immer noch hell durch die dichten Wolken, die Lily durch das Schlafzimmerfenster sah. Die bläulichen Wolkenberge ließen vermuten, dass der Regen vielleicht wiederkommen würde, aber im Moment war die Luft klar und beinahe kühl.

Lily hob den Blick von ihrem Laptop und bewunderte den dramatischen Himmel, als eine weibliche Stimme sagte: »Das sieht aber nicht nach Bettruhe aus.«

»Ich bin doch im Bett, oder etwa nicht?« Lily drehte den Kopf, erfreut über die Gesellschaft. »Und Ruben braucht meinen Bericht. Zwei Fliegen, eine Klappe.«

Cynna Weaver lehnte mit verschränkten Armen im Türrahmen. Sie war groß, über und über mit Tattoos bedeckt, hatte raspelkurzes, blondes Haar und ein – zumindest jetzt – verschmitztes Lächeln. »Ich glaube, Nettie würde das anders sehen.«

»Sie ist ja nicht hier. Sie hat mich untersucht und mich zur Abwechslung mal nicht in Schlaf versetzt, also …« Lily verstummte. Sie runzelte die Stirn. »Warum siehst du so selbstzufrieden aus?«

»Ich? Das bildest du dir nur ein.« Cynna stellte sich gerade hin und machte ein Gesicht wie eine Katze, die gerade einen Kanarienvogel verspeist hatte. »Hübsche Arbeitsklamotten.«

Lily lächelte. »Rules Vorstellung von Bestechung. Ich, äh … wollte schon ein wenig früher aufstehen, da kam er mit diesem Seidennachthemd an. Er glaubt wohl, damit würde ich nicht durch die Gegend wandern. Bleibst du zum Abendessen?«

»Nicht ganz. Cullen und ich laden Toby und seine Großmutter zum Pizzaessen ein.«

»Oh. Gut. Es wird ihm guttun, mal aus dem Haus zu kommen.« Aber das war nicht der Grund für Cynnas Lächeln, überlegte Lily. Vielleicht kam da gerade ein Hinweis die Treppe hinauf? »Sieht so aus, als würden Rule und ich alleine essen.«

Cynna nickte und bemühte sich, ernst auszusehen. Aber offenbar fiel es ihr nicht leicht, ihr wie auch immer geartetes Geheimnis für sich zu behalten, denn sie war zappelig wie ein aufgeregter Welpe. Grinsend drehte sie den Kopf. »Hey, Rule. Mann, du siehst aber schick aus.«

Sie drückte sich vom Türrahmen ab. »Ich glaube, ich gehe jetzt wohl lieber.« Sie bedachte Lily mit einem letzten vielsagenden Grinsen und winkte ihr zu. Als sie zur Seite trat, sah Lily, dass Rule sich in der Tat schick gemacht hatte. Er trug einen Smoking.

Jeder Mann sah in einem Smoking gut aus. Aber Rule … Lily spürte ein lustvolles Ziehen. Sex und Gefahr, dachte Lily, unter einer zivilisierten Oberfläche. Einer wirklich sehr schönen zivilisierten Oberfläche. Und darunter … Lily kannte den schlanken Körper unter dieser schönen Kleidung. Sie kannte die scharf geschnittenen Züge seines Gesichts und das tiefe Schwarz seiner Augen, wenn der Wolf herauswollte. Sie wusste, wie stark er war und wie er schmeckte.

Am liebsten hätte sie jetzt sofort eine Kostprobe genommen. Sie hob die Augenbrauen. »Du hattest doch gar keinen Smoking eingepackt.«

»Ich fürchte, der ist nur geliehen.« Er warf einen geringschätzigen Blick auf einen der perfekt geschnittenen Ärmel.

»Ich fühle mich ein wenig underdressed. Gehe ich recht in der Annahme, dass es für uns heute keine Pizza gibt?«

»Ja. Ich hoffe, du hast das, woran du trotz anders lautender ärztlicher Anweisung gearbeitet hast, gespeichert.«

»Nettie hat gesagt, ich sollte im Bett bleiben, nicht – He!«

Er räumte den Computer zur Seite und hob sie hoch. »Hast du Hunger?«, fragte er leise, die Lippen an ihrem Ohr.

»Ich bekomme langsam Hunger.« Sie zeichnete mit dem Finger den scharfen Bogen seiner Augenbrauen nach. Er liebte es, sie herumzutragen. Im Moment war sie geneigt, ihm seinen Willen zu lassen. Auch ohne Laptop konnte man im Bett Dinge tun, die manche vielleicht nicht erholsam fanden. Doch danach würde sie sicher sehr viel besser schlafen können. Dieses Argument ließ sich in ihrer gegenwärtigen Position leichter vertreten. »Habe ich dir schon gesagt, dass du die sexysten Augenbrauen hast, die ich je gesehen habe?«

Besagte Brauen hoben sich leicht. »Äh … dann magst du also meine Augenbrauen?«

»Sie waren mit das Erste, was mir an dir aufgefallen ist.«

»Saure Gurken und Augenbrauen«, sagte er geheimnisvoll, aber er lächelte, als würde er sich freuen, zwischen beidem einen Zusammenhang gefunden zu haben. Er trug sie in den Flur hinaus. »Wir essen im Freien.«

»Draußen? Rule, ich habe nur ein Nachthemd an!«

»Aus Seide. In Seide ist niemand underdressed, und außerdem sind die anderen schon gegangen.« Er blieb am Kopf der Treppe stehen und lächelte sie an. »Mir zuliebe, ja?«

»Du bist aber in einer komischen Stimmung«, murmelte sie. Aber warum nicht? Sie war das Schlafzimmer ohnehin leid. »Okay. Dann speise ich eben im Freien in meinem Nachthemd. Auch gut. Also was«, fragte sie, als er sie die Treppe hinuntertrug, »hat Alex gesagt, nachdem ich euch beide allein gelassen habe, damit ihr eure Clanangelegenheiten besprechen könnt.«

»Clangeheimnisse«, sagte er prompt.

»Rule –«

Er lachte leise. »Wir haben vor allem logistische Fragen besprochen: wie so viele Leidolf so schnell wie möglich zum Clangut kommen können. Das gens subicio findet nächste Woche statt. Es werden nicht alle kommen können, aber die meisten.«

»Dieses gens subicio – das ist, wenn der Clan dich als seinen Rho anerkennt?«

»Eigentlich andersherum. Ich bin der Träger der Clanmacht. Ich muss sie anerkennen.« Er warf ihr einen entschuldigenden Blick zu. »Es ist mir klar, dass du nicht damit gerechnet hast, so lange von zu Hause weg zu sein. Wenn es notwendig ist, können wir zurück nach San Diego fliegen und dort warten, bis sich der Clan versammelt hat.«

»Eine Woche mehr macht nun auch nichts aus. Ich bin krankgeschrieben.« Lily merkte selbst, dass sie anfing zu nörgeln, konnte aber nicht anders. »Keiner hört auf mich. Mir geht es gut. Wenn Nettie mich nicht immer wieder in Schlafzustand versetzen würde, wäre ich wahrscheinlich noch nicht einmal müde.« Sie wachte zwar immer schnell wieder auf, fühlte sich aber ständig schläfrig. Verdammt.

»Ich habe auf Nettie gehört, und die hat gesagt, dass du ab heute nicht mehr im Bett bleiben musst, dich aber trotzdem schonen sollst.«

Und auch Ruben hörte auf Nettie. Verdammt. Deswegen war sie ja krankgeschrieben. »Sie hat auch gesagt, dass ich große Fortschritte mache.«

»Ich frage mich … könnte es sein, dass das daran liegt, dass sie dich so viel schlafen lässt und dir Bettruhe verordnet hat?«

Lily runzelte die Stirn. »In Sachen Ironie bin ich besser als du. Hat Alex dir gesagt, warum er einverstanden mit dir als Rho ist?«

»Nachdem er mich ausgeschimpft hat, dass ich so dumm war zu glauben, er habe etwas gegen mich, hat er erklärt, dass ein lebender Rho – selbst einer, der zur Hälfte nach Nokolai riecht – besser sei als ein halb toter Rho. Vor allem einer, der verrückt war, bevor er ins Koma gefallen ist. Das konnte er mir natürlich vorher nicht zu verstehen geben. Er ist ein Ehrenmann.«

Lily pickte sich den wichtigen Teil heraus. »Zur Hälfte?«

»Offenbar rieche ich zu einer Hälfte nach Nokolai und zur anderen nach Leidolf.«

»Und das macht dir nichts aus?«

Er schwieg einen Moment. »In der Geschichte wurden immer wieder Frauen mit den Feinden ihrer Familien verheiratet, um friedliche Beziehungen zu fördern. Sie haben ihren Namen, ihre Heimat aufgegeben, und trotzdem sind manche von ihnen eng mit ihren Ursprungsfamilien verbunden geblieben. Es ist möglich, ein Gleichgewicht zu finden.«

Er meinte, dass es ihm etwas ausmachte, aber dass er vorhatte, daran zu arbeiten. Wie typisch für ihn, dachte sie, dass er Frauen und ihr Leben als Beispiel anführte. Sie berührte zart seine Wange. »Fällt es dir nicht schwer, dir Frauen zum Vorbild zu nehmen?«

»Mein Volk bewundert starke Frauen.«

»Nicht die Leidolf.«

»Ich bin jetzt ihr Rho. Die Leidolf werden sich ändern müssen.« Das sagte er mit einer Bestimmtheit, die an Arroganz grenzte. »Würdest du bitte die Tür öffnen?«

Sie waren vor der Glasschiebetür angekommen. Sie streckte die Hand nach dem Griff aus und zog. »Ich will auch, dass sie sich ändern, aber ich will nicht, dass du dabei getötet wirst, wenn … Oh. Oh, wie schön.«

Die kleine Laube in der Mitte des Gartens war mit weißen Tüchern und Tausenden von glitzernden Lichtern dekoriert worden. Die dunklen Gartenmöbel waren verschwunden; stattdessen standen jetzt ein runder Tisch mit einer weißen Tischdecke und zwei Stühle auf dem weichen weißen Teppich, der den Boden bedeckte.

Den Tisch schmückten Kerzen. Blumen, die in einer flachen weißen Schale schwammen. Porzellan, so dünn, dass es beinahe durchscheinend war. Und alles war in Weiß gehalten, ein Weiß, das sich hell gegen das dunkle Grün der Blätter und des Grases, der Büsche und der Bäume, die die kleine Laube umgaben, abhob. Selbst die drohenden Wolken schimmerten weiß an ihren Rändern, bevor sie sich dann etwas tiefer erst silber, dann grau, dann rosa und schließlich violett färbten.

»Es ist perfekt«, flüsterte sie. »Wie hast du es geschafft, dass es so perfekt ist?«

»Gott hat mir geholfen. Der Hintergrund war eine Idee der Dame.«

Sie warf ihm einen verblüfften Blick zu und lachte. »Okay, was gibt es zu feiern? Du kannst mich jetzt herunterlassen.«

Aber er gab sie nicht frei, sondern trug sie über den Rasen. »Wir könnten feiern, dass du einen ganzen Tag lang im Bett geblieben bist.«

»Das wäre fast ein angemessener Anlass«, gab sie zu, als er sie endlich vor einem der weißen Stühle auf die Füße stellte.

In einem Eimer kühlte Champagner. Rule griff unter den Tisch und zog eine gewöhnliche Kühlbox hervor – deren Inhalt allerdings alles andere als gewöhnlich war. Weintrauben, drei Sorten Käse, Apfelblini mit Crème fraîche – wer in Halo wusste denn, wie man Blini machte? – und kalte gebratene Ente.

Und saure Gurken. Fünf Sorten von sauren Gurken, bei deren Anblick Lily beinahe in Tränen ausbrach.

»In Erinnerung an unsere erste gemeinsame Mahlzeit«, murmelte er. »Du hast beinahe ein halbes Glas saure Gurken auf deinen Burger gehäuft.«

»Und du beinahe eine halbe Kuh auf deinen. Roh.« Sie lächelte – und verdammt, nun traten ihr doch die Tränen in die Augen. »Und jetzt sieh dir an, was du gemacht hast. Ich … Was, noch mehr?«

Er hatte sich gebückt, um noch etwas unter dem Tisch hervorzuholen – eine Lilie. Oder besser gesagt, ganz viele Lilienblüten an einem einzigen langen Stängel, Blüten in strahlendem Orange, mit großen braunen Tupfen auf den gebogenen Blütenblättern.

Lilium lancifolium. Die Tigerlilie.

»Wo, um alles in der Welt, hast du denn Tigerlilien gefunden? Ich habe es versucht – für Großmutter, weißt du –, aber kein Florist führt sie. Sie verblühen zu schnell.«

»Ich …« Rule stockte. Schluckte. »Toby. Er ist mit seinem Fahrrad herumgefahren und hat jemand gefunden, der sie züchtet. Ich …« Stumm hielt er ihr die leuchtenden Blüten entgegen.

Sie nahm sie, aber ihre Aufmerksamkeit galt Rule, nicht den Blumen. War er etwa … sprachlos? Auf jeden Fall nervös. So hatte sie ihn noch nie erlebt.

»Das Band«, sagte er mit erstickter Stimme, als würde ihm die Kehle eng. »Das Band.«

Oh. Jetzt erst bemerkte sie das grüne Band, das in einer unbeholfen gebundenen Schleife um die Mitte des Stiels gebunden war, halb verdeckt von einer der Blüten. Wollte er, dass sie es öffnete? Verwirrt schob sie die Blüte zur Seite …

Und sprang auf, mit wild klopfendem Herzen, die Augen weit aufgerissen. Sie starrte die orangefarbenen Blüten an, die sie hatte fallen lassen. Ein strahlendes Orange auf dem weißen Porzellanteller. Das grüne Band um den Stängel. Der Ring an dem Band.

Ein Ring mit einem Diamanten.

»Es ist keine Schlange«, sagte Rule trocken.

»Es ist ein Ring. Ein Verlobungsring.« Jetzt blickte sie ihn an. Sie hatte sich wieder ein wenig gefasst. »Das kannst du nicht machen. Das darfst du nicht.«

»Ich kann. Und ich habe es getan. Die Frage ist nur, ob du einverstanden bist.« Er schob seinen Stuhl zurück, stand auf und strich sich mit der Hand über das Haar. »Ich hatte eine richtige Rede vorbereitet, aber jetzt kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Mir fällt kein einziges Wort mehr ein. Alles andere ist genauso, wie ich es wollte … aber die Worte. Ich will es richtig machen.«

Sie sagte, sehr langsam, als wenn er Zeit brauchte, um jedes Wort zu verstehen: »Du kannst nicht heiraten. Du darfst nicht heiraten, und deswegen kannst du mir auch keinen Verlobungsring schenken.«

»Heirate mich.«

Jetzt fehlten ihr die Worte.

Ihm dagegen nicht mehr. »Ich bin sicher, das war Teil meiner Rede, obwohl ich hoffe, dass ich es etwas schöner ausgedrückt hätte. Heirate mich, Lily.«

»Glaubst du wirklich, das würde ich tun?«, fragte sie, auf einmal heftig. »Glaubt du wirklich, ich würde dich von deinem Volk trennen, dich zu etwas zwingen, von dem du glaubst, dass es falsch ist, nur weil es mir so gefällt oder irgendwelchen … irgendwelchen Leuten zuliebe, die rein gar nichts über uns wissen?«

»Nein. Heirate mich, weil ich dich darum bitte.« Er ging um den Tisch herum und umfasste sanft ihre Oberarme. »Nicht irgendeinem anderen zuliebe, obwohl auch andere Menschen zählen, Lily. Deine Familie zählt. All die, die dich verspotten, weil du mit mir zusammen bist – ihr Spott kann verletzend sein. Und sie machen dir das Leben schwer. Das weißt auch du.«

»Halb so schlimm. Damit komme ich schon klar – die würden auch nicht plötzlich keine Blödmänner mehr sein, weil ich einen Ring am Finger hätte, weißt du.«

»Nicht alle sind Blödmänner. Zum Beispiel Sheriff Deacon. Er hat dir die Arbeit erschwert, meinetwegen. Er ist kein schlechter Mensch – intolerant vielleicht, zumindest war er es, aber aus Unwissenheit. Eigentlich ist er ein ehrenhafter Mann, dessen Meinung von dir durch mich beeinflusst war. Weil er glaubte, ich würde dich unehrenhaft behandeln.«

»Also soll ich dein Leben ruinieren, damit meines ein bisschen einfacher wird? Rule, ich bin vielleicht nicht in einem Clan aufgewachsen, aber ich weiß, wie sie reagieren werden. Wie dein Vater reagieren wird.«

»Damit werde ich fertig. Auch mit ihm.«

»Einige von ihnen schneiden Cullen. Wusstest du das? Sicher weißt du das. Er tut es einfach ab, aber er ist auch daran gewöhnt, ein Außenseiter zu sein. Du aber –«

»Er hatte recht. Er sagte, ich sei eifersüchtig, und er hatte recht damit. Ich will es für mich. Du musst entscheiden, ob es auch das Richtige für dich ist, aber …« Sein Blick wurde hart. »Ich warne dich, wenn du Nein sagst, werde ich nicht aufgeben. Ich werde dich immer wieder fragen.«

Auf einmal begann die Wirklichkeit zu prickeln. Oder vielleicht war es ihr Blut, das in ihren Adern perlte. Ihr Kopf fühlte sich leicht an, schwebend, als hätte sie bereits die ganze Flasche Champagner geleert. »Das ist nicht gerade fair. Ich kann nicht einfach gehen, wenn du … mich nicht in Ruhe lässt.«

»Dann musst du wohl damit klarkommen.«

Oh, da war sie wieder, diese Arroganz, darunter aber war er ernst. Ihr Herz flatterte. »Warum?«, flüsterte sie. »Warum willst du es? Ich liebe dich. Wir sind lebenslang aneinander gebunden. Die Ehe würde nichts …« Sie verstummte. Schluckte. »Warum?«

»Ich will dir ewige Treue schwören.« Er sprach nun leise. Ruhig. »Das ist ein so schönes Wort, nicht wahr? Treue. Es bedeutet Loyalität und Zugehörigkeit. Vertrauen. Ich vertraue dir, Lily.«

Dieser Mann, dachte sie. Dies war ihr Mann, der Einzige, ihr Rule, ihr Gefährte, der Mann, den sie in beiden Gestalten liebte, Wolf und Mensch … Seine Geheimnisse, seine Schönheit, seine Marotten und seine Arroganz. Seine scharf geschnittenen Augenbrauen und die Art, wie er ihr zuhörte und wie er gab, immer und immer wieder. Sie liebte ihn. Liebte ihn von ganzem Herzen.

Und er sagte noch einmal: »Heirate mich.«

Wie Eis, das plötzlich springt, brach ihr Widerstand – die Risse breiteten sich aus, barsten, und es sprudelte aus ihnen empor – ein berauschendes Hochgefühl, überschäumend wie Champagner, sodass sie lachen musste und die Arme um ihn schlang. Und lachend hielt sie ihn ganz fest, hielt sich an ihm fest, als sie atemlos sagte: »Ja.«