31

»Dann waren es also nur Kinder, die Gärtner gespielt haben?«, fragte Rule.

»Ja.« Lily seufzte. »Sie haben auch noch weitere Gräber zerstört, nicht nur das auf unserer Liste. Das ist das Problem, wenn man die Öffentlichkeit um Hilfe bittet. Bevor man es sich versieht, glauben ein paar unternehmungslustige Kinder, dass wir es mit einer Zombie-Invasion zu tun haben, und pflanzen Knoblauch um Mitternacht auf den Gräbern. Knoblauch.« Sie war empört. »Sie hätten sich wenigstens vorher über die richtigen Mythen informieren können. Das wirkt bei Vampiren. Die ebenfalls nicht existieren.«

»Zombies sind kein Mythos«, sagte Cullen vom Fahrersitz von Rules Mercedes. »Knoblauch wirkt bei ihnen nicht, aber sie sind kein Mythos.«

Lily starrte seinen Hinterkopf an. »Das ist nicht dein Ernst.«

Rule saß mit Lily auf dem Rücksitz. Obwohl er sich über die Gelegenheit freute, seine nadia im Arm zu halten, saß er ungern hinten. Aber seine Rolle heute Abend erforderte ein gewisses Maß an Pomp.

Cullen spielte den Chauffeur, Alex den Bodyguard. Normalerweise wäre Cullen bei einer Zeremonie der Leidolf nicht willkommen gewesen, aber da die Rhej nicht anwesend sein konnte, waren die Familien froh über Cullens Angebot, sich um ardor iunctio zu kümmern. Das magische Feuer war zwar nicht zwingend notwendig für die Zeremonie, aber es gehörte zur Tradition.

»Keiner macht Zombies«, sagte Cullen gerade, »weil das viel zu mühselig ist. Man braucht dazu ungeheuer viel Energie, und der Zauber ist scheißschwer, und was kommt am Ende dabei heraus? Eine Leiche, die durch die Gegend latschen kann und zum Himmel stinkt, Finger und Zehen verliert und für die es nicht einmal eine Fernbedienung gibt. Wozu soll das gut sein?«

»Das hast du nicht getan. Sag mir bitte, dass du es nicht versucht hast.«

Cullen schnaubte. »Bin ich etwa ein Idiot? Natürlich nicht. Wie ich schon sagte: zu viel Energie, Zeit und Ärger für nichts und wieder nichts. Was soll ich denn mit einem Zombie anfangen?«

»Was überhaupt jemand damit anfangen kann, frage ich mich«, sagte Alex. »Andererseits muss es doch irgendwer mal für nützlich gehalten haben, wenn er einen Zauber dafür erfunden hat.«

»Menschen versuchen immer wieder, den Tod zu überlisten. Es funktioniert nicht. Wer auch immer den Zauber erfunden hat, um einen Zombie zu erschaffen, tat das nicht, weil er eine wandelnde Leiche wollte. Er wollte die Toten wieder zum Leben erwecken.« Er zuckte mit der Schulter. »Nicht alle Zauberer waren so ausgeglichen und vernünftig wie meine Wenigkeit.«

Rule grinste. »Alles ist relativ. Hier musst du rechts abbiegen.«

Sie fuhren einen gewundenen, engen Schotterweg entlang, der zu dem Parkplatz eines Campingplatzes führte. Die anderen würden bereits dort sein.

Sie hatten Rules Sorgerechtssieg in der örtlichen Pizzeria gefeiert, einem unglaublich lauten Laden mit Spielautomaten und unappetitlichen Salaten. Ganz offensichtlich hatte Toby ihn ausgesucht. Alicia hatte vor der Richterin große Würde gezeigt; danach hatte sie darum gebeten, noch ein wenig Zeit mit Toby verbringen zu dürfen, bevor sie zurück nach Washington flog. Selbstverständlich hatte Rule nichts dagegen gehabt. Toby wollte, dass seine Mutter ein Teil seines Lebens blieb. Und er brauchte es.

Jetzt aber war Toby zu Hause bei Louise. Kinder nahmen an dem gens compleo nicht teil.

Es würde im Uwharrie Nationalpark auf einem Picknickplatz abgehalten, der tagsüber von Bergwanderern genutzt wurde. Eigentlich war der Platz nachts geschlossen, aber ein Mitglied des Leidolf-Clans war hier Ranger. Sie würden ungestört sein.

Rule hatte Lily lieber nichts davon gesagt. Die Formlosigkeit dieses Arrangements – ohne offizielle Genehmigung – würde sie nur unnötig beunruhigen.

»Du bist aufgeregt wegen dieser Zeremonie, nicht wahr?«, fragte Lily leise.

Er hatte den Arm um sie gelegt, damit er besser mit ihren Haaren spielen konnte, wenn ihm danach war. Wie jetzt zum Beispiel. »Das gens compleo ist ein freudiger Anlass. Ich habe es schon einmal durchgeführt, als ich für meinen Vater einsprang, als er gesundheitlich nicht dazu in der Lage war. Äh, nicht das Mal, als wir uns kennenlernten.« Als die Leidolf einen Mordanschlag auf Isen verübt hatten. »Das ist schon ein paar Jahre her.«

»Und es ist auch ein freudiger Anlass, wenn es um die Leidolf geht.«

Er wusste, worauf sie hinauswollte. »Ich bin noch zu keinem Ergebnis gekommen … aber meine Art zu denken, ändert sich. Und die Clanmacht, das spüre ich, hat keine Zweifel. Sie freut sich.«

»Das hört sich an, als hätte sie ein Bewusstsein. Als wenn sie von der Zeremonie wüsste.«

»Eigentlich hat sie kein Bewusstsein, aber irgendwie doch.« Wie immer, wenn es darum ging, das Phänomen Clanmacht zu beschreiben, fehlten ihm die Worte. »Sie … versteht, was passieren wird. Lily, ich habe dir noch gar nicht gedankt, dass du dir heute Abend Zeit genommen hast. Ich weiß, es war nicht einfach.«

»Nein, das war es nicht, aber deswegen sind wir schließlich hergekommen. Und wegen Toby.« Sie nahm seine Hand und drückte sie. »Der jetzt zu uns gehört.«

»Auch daran muss ich mich erst gewöhnen«, murmelte er. »Als ich dich anrief, sagte ich, Toby gehöre mir.«

»Laut richterlichem Bescheid tut er das auch.«

»Aber ich finde, ›er gehört zu uns‹ klingt schöner.«

»Na ja …«, sie senkte ihre Stimme. »Das finde ich auch.«

Der Wagen wurde langsamer und fuhr auf einen kleinen, unbefestigten Parkplatz. Außer einem Bereich, der für Rules Wagen reserviert war, waren alle Plätze besetzt. Zwei Männer erwarteten sie, im bevorzugten Lupus-Stil gekleidet – Jeans, kein Hemd. Cullen ließ den Motor laufen, während Alex ausstieg, ein paar Worte mit ihnen wechselte und Cullen dann bedeutete, zu parken.

»Noch mehr Wachen?«, fragte Lily mit hochgezogenen Augenbrauen. »Ich dachte, du wärst hier sicher.«

»Das bin ich auch. Kein Lupus, ob Leidolf oder nicht, würde einen Rho während eines gens compleo angreifen – und heute Abend bin ich der Rho.« Rule wartete darauf, dass Alex ihm die Tür öffnete. »Es würde aber als schwere Beleidigung aufgefasst, wenn ich ohne Wachen erschiene.«

Cullen öffnete Lilys Tür und verneigte sich. Natürlich übertrieb er es. Alex öffnete Rule die Tür ohne unnötiges Getue.

»Dann sind die Wachen also nur der Form halber hier?«, fragte Lily, als er neben sie trat. »Um die Bedeutung der Zeremonie zu unterstreichen?«

»Zum Teil schon. Doch wichtiger ist noch, dass ich den anderen, wenn ich ohne sie erscheinen würde, zu verstehen geben würde, dass sie keine Bedrohung für mich darstellen.«

»Aber sie sind keine Bedrohung. Du hast gerade gesagt, dass dich niemand angreifen würde.«

»Es ist ein Unterschied, ob sie es nicht tun würden oder nicht können. Mit der Anwesenheit der Wachen erkenne ich an, dass sie es könnten.«

»Lupus-Psychologie«, murmelte sie. »Gibt es eigentlich irgendetwas, das nicht damit zu tun hat, wer wen zusammenschlagen kann?«

Cullen grinste. »Es gibt ja auch noch Sex. Das darfst du nicht vergessen.«

Lily verdrehte die Augen.

Schweigend gingen sie den Weg hinunter zu dem Picknickplatz – Alex als Erster, dann kam Rule mit Lily, gefolgt erst von Cullen, dann den zwei Wachen. Die Luft war warm, seidig und duftend. Die Mächte in Rule wanden sich unruhig, erwartungsvoll, was die Nacht bringen möge. Die Beziehung, die sich zwischen seiner nadia und seinem engsten Freund entwickelt hatte, amüsierte Rule. Von vornherein hatte Lily Cullen wie einen jüngeren Bruder behandelt, der nervig und flegelhaft war, mit dem sie sich aber nun einmal abfinden musste. Das war aus vielerlei Gründen komisch, unter anderem, weil Cullen dreißig Jahre älter als Lily war.

Zuerst hatte auch Cullen diese Rolle ganz amüsant gefunden, aber Rule hatte den Verdacht, dass sie ihm mittlerweile sehr viel mehr gefiel, als er zugeben wollte. Jetzt war es ihnen zur Gewohnheit geworden – einer Gewohnheit, die beide nicht mehr missen wollten. Manchmal fragte sich Rule, wie bewusst Lilys Entschluss, Cullen zu ihrem Bruder zu machen, gewesen war. Wusste sie, dass sie sich damit gegen Cullens starke sexuelle Anziehungskraft schützte?

Sie hätte es für absolut falsch gehalten, mit Rules Freund zu schlafen oder sich auch nur zu ihm hingezogen zu fühlen.

Und jetzt … jetzt stellte Rule zu seinem Schrecken fest, dass er genauso empfand. Etwas in ihm würde zerbrechen, wenn sie mit einem anderen Mann schliefe.

Eifersucht war ein Monster, das die Freude, die Männer und Frauen aneinander haben konnten, zerstörte. Er wusste das, und trotzdem … Lily war seine Gefährtin. Es war ihm unmöglich, mit einer anderen Frau zu schlafen; vielleicht war es dann nicht ganz so schlimm, wenn er auch für sie der Einzige sein wollte.

Lily sagte nachdenklich: »Rule, du kannst am Geruch erkennen, zu welchem Clan ein Lupus gehört, nicht wahr?«

»Das stimmt. Es ist zwar nur ein leichter Geruch, aber er ist unverwechselbar.«

»Nach welchem Clan riechst du?«

Musste sie denn immer wieder darauf zurückkommen? »Nokolai.«

»Hauptsächlich.«

»Hauptsächlich?« Erstaunt drehte Rule sich zu seinem Freund um und starrte ihn an.

Cullen zuckte mit den Schultern. »Seit Kurzem rieche ich auch einen Hauch von Leidolf, der zuerst nicht da war. Interessant, nicht?«

»Wusstest du das nicht?«, fragte Alex leise.

Rule hatte sich wieder gefangen. Er wandte sich um. »Nein.« Schließlich roch man sich nicht selbst. Und er hatte auch die Blutzeremonie nicht mitgemacht, mit der ein Lupus in einen anderen Clan aufgenommen wurde.

Und niemand hatte es ihm gesagt, verdammt noch mal. »Riechst du es auch?«

Alex nickte.

Er dachte einen Moment nach und sagte dann: »Gut. Dann rieche ich für die Jugendlichen, die ich in die Clanmacht hole, wenigstens nicht ganz fremd.«

Alex’ Lächeln war nur schwach und sehr kurz, aber Rule hatte das Gefühl, als habe er einen Test bestanden. Wie ärgerlich. Er hasste Tests – genauso wie die Tatsache, dass alle anderen außer ihm die Veränderung seines Körpergeruchs bemerkt hatten. Warum hatten sie ihm nichts gesagt?

Lily beugte sich zu ihm und flüsterte: »Jetzt bist du sauer, weil ich recht gehabt habe, stimmt’s?«

»Ja.« Nach einer Weile fügte er hinzu: »Aber eher weil ich nicht selbst daran gedacht habe. Schließlich riecht auch Cullen jetzt wie ein Nokolai. Der Gedanke hätte mir kommen müssen. Aber du kannst den Unterschied nicht riechen.«

»Nein, natürlich nicht.«

Und doch hatte sie es vermutet. Er wusste nicht recht, was er davon halten sollte. Aber was er davon hielt, dass niemand es ihm gesagt hatte, wusste er. Er war ärgerlich.

Schon von Weitem hörte er die Menge – Gelächter, Stimmen, ein paar Geigen, die sich nicht auf eine Melodie einigen konnten. Offenbar waren sie nun auch laut genug für Lilys Ohren, denn sie sagte: »Hört sich an, als wären sie ganz schön aufgeregt.«

Ihre Worte und ihre Stimme waren nüchtern. Er fragte sich, woher er dann wissen konnte, dass sie angespannt war. Er nahm ihre Hand in seine. »Sie werden dich freundlich willkommen heißen«, sagte er sanft.

»Warum sollten sie das? Ich bin kein Leidolf, und meinetwegen konnten sie ihre Zeremonie nicht auf ihrem Clangut abhalten.«

Unvermittelt blieb Alex stehen und sah sie an. »Nein. Diese Änderung geschah nicht deinetwegen, sondern weil die Dame es so wünschte. Das verstehen sie. Du bist die Auserwählte. Es ist nicht wichtig, zu welchem Clan … Nun, es ist nicht sehr wichtig. Eine Auserwählte ist immer willkommen, genauso wie eine Rhej.«

Für Alex’ Verhältnisse war das eine lange Rede.

Lily blinzelte einmal – langsam, wie das Zwinkern einer Katze. »Danke, dass du mir das gesagt hast, Alex.«

Alex nickte, drehte sich um und ging weiter. Kurz darauf erreichten sie die Lichtung.

Kühlboxen standen überall am Rand des Geländes und Laternen – altmodische Öllampen. Die Luft war schwer vom Duft des Öles und der Lupi, vielleicht dreißig an der Zahl, jung und alt, Männer und Frauen. Alle waren noch in Menschengestalt. Kinder waren nicht anwesend. Bei den meisten Zeremonien war das anders, aber nicht beim gens compleo, das den Übergang vom Kind zum Erwachsenen bezeichnete. Fast alle trugen Jeans, lange oder abgeschnittene, und die Männer hatten keine Hemden an.

Zwei junge Männer waren ganz nackt.

Rule wartete. Das Licht der Laternen flackerte über lächelnde Gesichter, die sich ihm eines nach dem anderen zuwandten. Als sie ihn erkannt hatten, verstummten sie.

Er berührte Lilys Arm und deutete mit dem Kopf auf die ihm am nächsten stehende Gruppe. Sie nickte und setzte sich in Bewegung.

Als schließlich alle schwiegen, ging Rule zu der Feuerstelle in der Mitte der Lichtung, wo bereits säuberlich aufeinandergeschichtete Holzscheite auf sie warteten. Ein ganz schön großer Stapel, stellte er fest, eine angemessen ernste Miene wahrend. Sie nutzten die Gelegenheit, einen Zauberer das ardor iunctio übernehmen zu lassen.

Er nickte Alex und Cullen zu. Sie nahmen ihre Plätze ein – Alex zu seiner Rechten, Cullen zur Linken. Die beiden Wachen nahmen hinter ihm Aufstellung.

Rule holte tief Luft – und rief die neue Macht.

Beide Mächte folgten seinem Ruf – eine Energiewelle, die in ihm hochwallte und seine Muskeln durchströmte. Er hatte nichts anderes erwartet. Er tat einen zweiten tiefen Atemzug und drängte die Macht der Nokolai vorsichtig zurück. Zuerst war sie nicht bereit dazu, aber dann brachte er sie dazu, sich wieder in seinem Inneren zusammenzurollen.

»Leidolf!«, sagte er.

Als Antwort ertönte ein Stimmengewirr: »Wir hören dich!«, zusammen mit dem formelleren »Nos audio!«.

»Wir sind hier, um zwei der Unseren im Clan der Leidolf als Erwachsene aufzunehmen. Ich eröffne das gens compleo.« Er schwieg, während sie applaudierten. »David Alan Auckley. Jeffrey Merrick Lane. Tretet vor.«

Zwei nackte, kräftige junge Männer traten aus der Menge hervor. Einer war ein typischer Leidolf – sehr nordeuropäisch mit seiner blassen Haut und dem weizenblonden Haar. Ein schlanker, junger Typ, stolz auf seinen Körper und auf seine Rolle in dieser Nacht. Der andere hatte eine gesunde Röte im Gesicht, war stämmiger und hatte langes braunes Haar. Das Blitzen in seinen Augen ließ vermuten, dass er nur sehr wenige Dinge ernst nahm.

Beide ließen sich vor Rule auf ein Knie nieder.

Rule kannte keinen der Jugendlichen, aber man hatte ihm ihre Namen genannt und ihm gesagt, wer um ein paar Tage älter war und damit als Erster bei der Zeremonie bedacht würde. Er sah dem blonden Jungen in die Augen. Die Clanmächte erkannten ihn. »David.«

Und David beugte den Kopf und bot Rule seinen Nacken dar.

Rule wandte sich dem anderen zu. Wieder spürte er, dass die Macht ihn erkannte, als ihre Blicke sich trafen. »Jeffrey.«

Und auch Jeffrey beugte den Kopf.

Wieder sagte er ihre Namen und legte dieses Mal mehr Nachdruck in seine Stimme. Sie legten sich flach auf die Erde, mit dem Gesicht nach unten.

Dann kniete er sich neben ihre Häupter, legte ihnen die Hand auf ihre jungen, starken Nacken und tastete mit den Fingern, bis er die richtige Stelle gefunden hatte.

Er grub seine Fingernägel in die Haut, kratzte über die Vene.

Er war sich nicht sicher gewesen, wie er weitermachen sollte. Die Nokolai benutzten eine Klinge, die mit einer Klammer am Daumen befestigt war, um die Vene zu öffnen. Leidolf hielten sich an die traditionelle Methode. Deshalb hatte Rule seinen Daumennagel so scharf wie möglich gefeilt.

Es klappte. Blut tröpfelte den Nacken der beiden Jungen hinunter.

Die nächsten Worte waren kein Latein. Sie stammten aus einer älteren Sprache, die nur noch die Rhejes aus den frühesten Erinnerungen kannten. Er sprach sie leise und achtete darauf, dass jeder Laut klar verständlich war: »Nera ék amat.« Er hatte keine Ahnung, was die Worte bedeuteten.

Aber das war auch nicht wichtig. Die Mächte wussten es. Sofort antworteten sie ihm, strömten in seine Arme wie Wasser, glitten über seine Hände und kosteten das Blut. Die beiden jungen Männer zuckten, als habe er ihnen einen Stromschlag verpasst, aber er wusste, dass sie Wonne empfanden, nicht Schmerz.

Die Mächte, die ihn nie ganz verlassen hatten, kamen zurück. Sie fühlten sich ganz leicht anders an, belebt durch die Jugend der beiden Männer. Er richtete sich auf.

Erst da begriff er, was geschehen war. Was er getan hatte. Er hatte beide Mächte in die Männer geschickt und einen Teil von ihnen in die Mächte.

In beide Mächte.

David und Jeffrey gehörten nun ganz zum Clan der Leidolf … und zum Clan der Nokolai.