3
Der kleinere Mann hatte einen Namen. Er hieß Ryuk. Er zitterte, so eilig hatte er es, das Notwendige zu tun und dann zu verschwinden, und sein Zittern ließ seine Bewegungen ungeschickt und unkoordiniert werden.
Er trug eine Schutzbrille und hielt das Schneidgerät, das er dem hoch gewachsenen Mann gezeigt hatte. Flammen, konzentriert zu einer nadeldünnen Spitze, drangen aus der Öffnung des Geräts, und Ryuk drückte diese Spitze gegen die Steinmauer.
Der hoch gewachsene Mann beobachtete ihn. Er sah mit wachsender Ungeduld zu, konnte es kaum erwarten, dass das Gerät ein Loch schnitt, damit er hinter die Mauer gelangen konnte.
Aber Minuten vergingen, und der Stein wurde zwar heiß bis zu dem Punkt, dass er glühte, schmolz jedoch nicht.
Am Ende gab das Schneidegerät ein Geräusch wie ein Husten von sich, und die Flamme verschwand. Ryuk wandte sich mit furchtsamer Miene dem hoch gewachsenen Mann zu und versuchte, einen Gedanken zu formen.
Es war ein unangenehmer Gedanke. Er bedeutete, dass das Gerät nicht mehr arbeitete. Und selbst wenn es eine Ewigkeit weiterarbeiten würde, schien Ryuk zu sagen, würde es die Mauer nicht durchschneiden können.
Bittere Enttäuschung erfüllte das Herz des hoch gewachsenen Mannes. Er machte eine schiebende Geste, und Ryuk krachte fest gegen den schwarzen Stein.
Der hoch gewachsene Mann hörte Ryuks Knochen brechen, sah ihn an der Mauer heruntersacken, sah die Blutspur, die er hinterließ. Er spürte, wie Ryuks Emotionen von Angst zu Ruhe und dann zu Nichts übergingen. Der hoch gewachsene Mann brauchte eine andere Person, eine, die klüger war und über bessere Maschinen verfügte. Er drehte sich um. Er würde eine solche Person finden.
Vannix, Vankalay-System
»Wir kommen in zehn Sekunden aus dem Hyperraum«, rief Leia über die Schulter.
Die beiden lebenden Passagiere des Falken bestätigten, dass sie verstanden hatten.
Das Vankalay-System und seine wichtigste bewohnte Welt kamen genau nach Plan in Sicht − eine Erleichterung und eher ungewohnt, wenn man bedachte, wie oft der Falke von Schwerkraftanomalien aus dem Hyperraum gerissen worden war.
Vannix, erster Planet des Vankalay-Systems, nicht weit von dem mächtigen Industriesystem Kuat entfernt und traditionell zum Einflussbereich dieses Planeten gehörend, war eine grün und blau gefleckte Kugel mit weißen Polen und braunen Streifen oberhalb und unterhalb des Äquators. Für Leia war es einen Augenblick beinahe herzzerreißend, den Planeten zu sehen. Schöne Planeten bewirkten mitunter eine solche Reaktion bei ihr. Besonders das Bild einer bestimmten Welt, ihrer Heimat Alderaan, die von der unglaublichen Macht des ersten Todessterns zerstört worden war, würde sie ihr Leben lang verfolgen.
Das Kom wurde lebendig und riss Leia aus ihren Gedanken. »Vannix Kontrolle an eintreffendes Schiff, bitte identifizieren Sie sich.«
Han grinste sie an. »Dein Auftritt.«
»Still.« Sie schaltete auf die gleiche Frequenz. »Vannix Kontrolle, hier ist der Millennium Falke, registriert in Coruscant, derzeit von Borleias im Pyria-System kommend. Sie sprechen mit Leia Organa Solo.«
Es gab eine Verzögerung, die ein wenig länger war, als man es durch die Einschränkungen des Funkverkehrs in Lichtgeschwindigkeit erklären konnte. Und dann: »Äh, verstanden, Millennium Falke. Bitte geben Sie Flugziel und Zweck Ihres Aufenthalts an.«
»Wir befinden uns auf einer diplomatischen Mission zu Ihrer Hauptstadt, als offizielle Delegation der Flottengruppe Drei der Neuen Republik zum Presider von Vannix. Wir haben eine Mannschaft von zwei Personen und zwei Droiden. Wir bitten um ein Diplomatenvisum.«
»Verstanden, Millennium Falke.« Erneut eine Verzögerung. »Bis zur Verifikation Ihrer Angaben wird Ihnen ein vorläufiges Visum erteilt. Wir schicken Ihnen einen Leitstrahl, und eine Eskorte erwartet Sie am äußeren Rand der Mondumlaufbahn.«
»Danke, Kontrolle. Und darf ich fragen, ist Senatorin Gaden nach Vannix zurückgekehrt?« Addath Gadan, Vertreterin dieses Planeten im Senat der Neuen Republik, war auf Coruscant gewesen, als die Yuuzhan Vong angegriffen hatten; Leia hatte bisher nicht herausfinden können, was der Senatorin nach dem Fall von Coruscant zugestoßen war.
»Ja, Euer Hoheit. Wenn Sie wünschen, können wir Sie von Ihrer bevorstehenden Ankunft informieren.«
»Das wäre mir sehr lieb, Kontrolle. Danke.«
»Kontrolle Ende.«
Leia lehnte sich zurück. »So weit, so gut. Keine Herausforderungen, kein Anzeichen von Yuuzhan Vong.«
»Ich weiß nicht«, sagte Han. »Es sind immer diese kleinen Planeten, die einem Ärger machen. Wie Tatooine. Das hängt mir immer noch nach.«
Leia warf ihm einen herablassenden Blick zu. »Willst du dich etwa beschweren?«
»Äh … nun gut … nein.«
Sie grinste und weigerte sich, den Köder zu schlucken. »Du solltest lieber nett zu mir sein. Immerhin weiß ich, wo ich dich finden kann.«
»Ich werde nett sein.« Er hob die Stimme zu einer recht guten Imitation des Kontrolloffiziers, mit dem Leia gerade gesprochen hatte. »Ja, Euer Hoheit. Wenn Sie es wünschen, kann ich Ihnen einen Becher Kaf bringen.«
Leia seufzte einfach nur und ignorierte ihn.
Han rief über die Schulter: »Wir bekommen jetzt eine Eskorte. Ihr solltet euch also lieber in die Kapsel begeben.«
»Verstanden, General.« Das war die Stimme von einem ihrer Passagiere; Han wusste nicht, von welchem. Die beiden Frauen waren Geheimdienstleute; Han und Leia hatten sie erst kurz vor Beginn der Mission kennen gelernt, und sobald sie auf Vannix gelandet waren, würden sie sie wahrscheinlich nie wieder sehen. Die Agentinnen würden auf Vannix eine Widerstandszelle einrichten. Obwohl dieser Planet verglichen mit Kuat eher abgelegen und unwichtig war, sollte jeder Planet seine Widerstandszellen haben, so viele, wie die Ressourcen des Planeten zuließen und die Gefahr, der er durch die Yuuzhan Vong ausgesetzt war, verlangten.
»Die Kapsel« war dort installiert, wo sich eine der fünf Fluchtkapseln des Millennium Falken befunden hatte. Auf den ersten Blick sah sie auch immer noch aus wie eine Fluchtkapsel, wenn auch in schlechterem Zustand als die meisten, um Passagiere und Mannschaft davon abzuhalten, sie in einem wirklichen Notfall zu benutzen. Aber ihr Triebwerk und die anderen Systeme waren ausgebaut und durch einen komplizierten Mechanismus ersetzt worden, der Lebensformsensoren täuschen sollte. Wenn man versuchte, die Kapsel abzuwerfen, würde man eine echt aussehende Störungsmeldung erhalten, die auf ein Systemversagen hinwies. Verborgen im Boden der Kapsel gab es eine Luke, die aus dem Falken herausführte. Es war ein bequemer und wieder verwendbarer Weg, um Personen zu schmuggeln, wie nun diese beiden Agentinnen, die eine Widerstandszelle auf Vannix einrichten sollten.
Der Falke verfügte selbstverständlich über von Schilden geschützte Schmuggelbehälter, die groß genug waren, um die beiden Agentinnen und eine Menge Ausrüstung aufzunehmen. Aber selbst nach all diesen Jahren zögerte Han noch, wenn es darum ging, dieses Geheimnis mit jemandem zu teilen, dem er nicht vollkommen vertraute. »Wenn man schon zugeben muss, dass man einen Blaster hat«, hatte er zu Wedge gesagt, »dann sollte man mindestens zwei haben und nur einen eingestehen.« Also hatte Wedge die falsche Kapsel installieren lassen.
»General«, murmelte Han. »Wann werden sie aufhören, mich mit ›General‹ anzusprechen?«
»Wann werden sie aufhören, mich ›Prinzessin‹ zu nennen?«
Han schüttelte den Kopf. »Vielleicht, wenn du Königin wirst. Heh, da ist unsere Eskorte.«
Ihre Eskorte, zwei von den Triebwerkswerften von Kuat hergestellte Variationen des TIE-Abfangjägers, silbern mit roten Streifen, um sie von den dunkleren, Unheil verkündenden Farben der alten imperialen Sternjäger unterscheiden zu können, flankierten den Millennium Falken auf dem Weg durch die Atmosphäre und in die Mitte einer weit ausgedehnten Stadt. Seltsamerweise befanden sich die stärker bevölkerten Wohnviertel der Stadt − zu erkennen an riesigen Hochhäusern, die auch auf Coruscant hätten stehen können − am Rand der Stadt. Die Gebäude schienen eine Verteidigungsmauer zu bilden.
Der Leitstrahl führte den Falken zu einem Stadtviertel mit Landebuchten und Lagerhäusern nahe dem Regierungszentrum, wo ein Empfangskomitee von Offizieren und distinguierten Zivilisten bereits wartete. Als sie andockten, erkannte Leia die sauberen, klaren rot-weißen Uniformen der Offiziere und die aufs Absurdeste mit Bandeliere und Epauletten geschmückte Zivilkleidung der anderen.
Sobald alle Systeme heruntergefahren waren, gesellte sich Han zu Leia, C-3PO und R2-D2 auf die Hauptrampe. Als die vier hinuntergingen, kam das größte Mitglied des Empfangskomitees − eine Frau mit sehr kunstvoll und bunt dekorierter Zivilkleidung und einer Säule aus grauem Haar, die einen halben Meter zu ihrer Körpergröße hinzufügte − mit der herrschaftlichen Haltung einer Segelbarke von Tatooine auf sie zugerauscht. »Leia!«, rief sie. »Leia, es ist wunderbar zu wissen, dass es Ihnen gut geht!«
»Addath.« Leias Tonfall war so warmherzig, als sie die andere Frau umarmte, dass Han nicht hätte sagen können, ob dies echt war oder nicht. »Ich war so froh, als ich hörte, dass Sie überlebt haben.«
»Und ich habe mich gefreut, von Ihrem Überleben zu hören.« Addath strahlte die viel kleinere Leia an.
Han kam zu dem Schluss, dass die Senatorin von Vannix sehr distinguiert aussah. Sie war nicht hübsch, aber sie hielt sich anmutig und würdevoll. Im Gegensatz zu der überwältigenden Buntheit und Komplexität ihrer Kleidung − Han war überrascht, dass es keine blinkenden Lichter und mechanischen Spielzeuge gab, die an den scharlachroten Rüschen und Falten und den goldenen Schleifen und Bändern entlangliefen − war ihr Make-up zurückhaltend und unterstrich nur ihre großen, intelligenten Augen.
»Addath, Sie hatten nie Gelegenheit, meinen Mann kennen zu lernen. Han Solo.«
»Nein, aber ich kenne ihn dennoch gut − tut das nicht die gesamte Neue Republik? − aus all den Holodokumentationen und historischen Biographien, nicht zu vergessen die Holodramen, die auf seinen Erlebnissen basieren.« Addaths Miene wurde ernst. »Gestatten Sie mir, Ihnen mein Beileid wegen des jungen Anakin und wegen Jacen auszusprechen. Ich nehme an, das Opfer dieser beiden mutigen jungen Männer bedeutet, dass Tausende überleben werden, und so wird man sich an sie erinnern.«
»Danke.« Diesmal erwähnte Leia nicht, wie überzeugt sie davon war, dass Jacen noch lebte. »Addath, ich möchte nicht lästig fallen, aber unser Auftrag ist wichtig. Ich habe keinen Zugang zu den kompletten Aufzeichnungen des Senats, also bin ich auf Ihre Hilfe angewiesen. Wir müssen mit Presider Sakins sprechen, sobald sich ein Treffen entweder offiziell oder unter der Hand organisieren lässt.«
Addaths Miene veränderte sich nicht unbedingt, aber Han sah trotzdem, dass etwas geschah, dass alle echte Freude aus dem Gesicht der Frau verschwand und nur der Schatten eines Lächelns zurückblieb. Addath nahm Leia am Arm und führte sie um den mit der Flagge geschmückten Landspeeder herum, der vor der Andockbucht wartete. Als Han und die Droiden folgten, schlossen die militärische und die zivile Eskorte sich ihnen an. »Das wird schwierig werden«, sagte Addath, und ihre Stimme triefte vor giftiger Süße. »Eine Woche nach dem Fall von Coruscant hat Sakins den Staatsschatz geplündert, Edelsteine und andere wertvolle Dinge mitgenommen, die Tausende von Jahren alt waren − ein unglaubliches Vermögen und eins, das sich leicht transportieren lässt −, und Vannix auf der klapprigen, aber sehr bequemen Korvette verlassen, die als sein persönlicher Transporter diente. Er hat seinen Adjutanten, seine Mätresse, seine Kinder und eine Anzahl seiner wichtigsten Anhänger und Finanziers mitgenommen, und ich bezweifle sehr, dass er zurückkehren wird.«
»Oje«, sagte Leia. »Und wer ist nun für die Regierung des Planeten zuständig?« Sie stieg vor Addath in den übergroßen Landspeeder; Han folgte der Senatorin und setzte sich neben sie, getrennt von Leia durch Addaths beträchtlichen Umfang.
»Das ist nicht so recht klar«, sagte Addath. »Zur Residenz des Presider, bitte«, fügte sie zum Piloten gewandt hinzu. Danach konzentrierte sie sich wieder auf Leia. »Ich kümmere mich mehr oder weniger um die zivilen Angelegenheiten des Planeten. Eine unhöfliche und nicht allzu intelligente Flottenoffizierin namens Apelben Werl steht an der Spitze des Militärs. Wir befinden uns gerade im Wahlkampf für eine Wahl, die entscheiden soll, wer von uns beiden Presider wird. Sie sind zu einem guten Zeitpunkt eingetroffen; die Wahl wird in ein paar Tagen stattfinden. Die berühmten Solos könnten das Ergebnis mit ein paar gut organisierten öffentlichen Auftritten und ein paar freundlichen Worten vielleicht nachhaltig beeinflussen.«
»Verlassen Sie sich darauf«, sagte Leia.
Zwei Stunden später − oder vierzig, wenn man Han gefragt hätte, wie lange es seit ihrer Landung gedauert hatte − ließ man sie in ihrem Quartier in der Residenz des Presider allein. Die Räume waren üppig in dem auf Vannix beliebten Stil möbliert; es gab Unmengen dick gepolsterter Sofas und Sessel in gut abgestimmten Braun-und Goldtönen, und jede andere Oberfläche war ebenfalls irgendwie bedeckt − flauschige Teppiche, üppig drapierte Vorhänge und Quasten, die beinahe jeden Zentimeter der Decke verbargen und sie aussehen ließen, als bewege sie sich, als hätte sie etwas Organisches an sich.
Aber es gab keine Fenster. Han ließ sich neben Leia auf einer Couch nieder und war ein wenig beunruhigt, als das Polster beinahe einen halben Meter nachgab. »Wird dieses Ding mich tragen oder wird es mich verschlingen?«
Leia lächelte. »Taste ein wenig unter den Kissen herum und sieh nach, ob es Verdauungssäfte hat.«
»Das ist das Widerlichste, was du den ganzen Tag von dir gegeben hast. Und glauben diese Leute nicht an frische Luft?«
»Aber sicher. Sie glauben aber auch an viele andere Dinge. Sie sind ebenso bekannt für die Geschicklichkeit ihrer Politiker wie für die ihrer Heckenschützen, und das wiederum sorgt dafür, dass eine Seite die andere in Schach hält.«
»Ein gutes Argument. Also werde ich dir jetzt eine wichtige Frage stellen.«
»Sicher. Aber als Erstes …« Leia wandte sich den Droiden zu. »R2, wie wäre es mit Musik? Etwas im Stil von Coruscant.«
R2-D2 pfiff gehorsam. Dann erklang aus seinem Inneren Musik, eine alte Komposition überwiegend für Streichinstrumente.
Han wollte verwirrt fragen, wann sie dem Astromech ein Musikmodul eingebaut hatte, aber Leia legte ihm die Hand auf den Mund und einen Finger an ihre eigenen Lippen.
Dann hörte Han seine eigene Stimme aus dem Droiden, klar und realistisch, als stünde er selbst dort. »Also gut, falls wir beschließen sollten, uns wieder niederzulassen, wo würde es dir gefallen?« Als Nächstes war Leias Stimme zu hören: »Ich bin nicht sicher. Was, wenn ich beim Wiederaufbau von Coruscant gebraucht werde?«
Die echte Leia flüsterte ihm zu: »Jetzt können wir reden.«
Han passte seine Lautstärke der ihren an. »Das ist das Gespräch, das wir geführt haben, nachdem wir die Jedi-Kinder abgesetzt hatten.«
Leia nickte. »Ich habe unsere Gespräche hin und wieder mitgeschnitten, nur für solche Situationen wie jetzt. Jedes Gespräch gehört zu einem anderen Musikstück. Es ist viel einfacher, als alle Abhörgeräte zu finden und zu zerstören, die wahrscheinlich hier angebracht sind.«
»Politik …« Han schüttelte den Kopf. »Nicht meine starke Seite. Könntest du mir sagen, womit wir es hier zu tun haben, damit ich weiß, auf wen ich schießen soll?«
Leia nickte und winkte C-3PO zu sich. Der Protokolldroide stellte sich vor die Couch, und als Leia abermals winkte, beugte er sich vor, bis sein goldener Kopf den dritten Teil eines Dreiecks von Köpfen bildete. »Ja, Mistress?«
»Hast du dir die hiesigen Informationssendungen angehört?«
»Das habe ich.«
»Kannst du die Positionen der Kandidaten und den Verlauf des Wahlkampfs zusammenfassen?«
»Es gibt dreiundzwanzig Kandidaten, aber zwei haben bisher bei den Befragungen einen erheblichen Vorsprung vor dem dritten, sodass nur ihre Kandidatur von Bedeutung ist«, begann der Droide. »Addath Gadan war zwanzig Jahre Vertreterin von Vannix im Senat der Neuen Republik, und Admiralin Apelben Werl ist Kommandantin der Flotte dieses Planetensystems. Seit der Abdankung des Presider ist es beiden gelungen, durch politische Strategie, reine Willenskraft und das Eintreiben persönlicher Gefallen noch weitere Teile der planetaren Infrastruktur unter ihren jeweiligen Einfluss zu bringen. Man erwartet, dass die kommende Wahl den Wettbewerb zwischen ihnen beendet, aber es ist auch möglich, dass die Verliererin sich entscheidet, die Wahlergebnisse nicht zu akzeptieren und die Macht mit Gewalt an sich zu reißen. Addath Gadan spricht sich für Zusammenarbeit und Friedensverhandlungen mit den Yuuzhan Vong aus, während Admiralin Werl militärische Opposition propagiert. Wie in der Politik üblich, glauben beide, dass ihre Wahl einem Auftrag der Massen zu der von ihnen propagierten Politik entspricht, und keine Frage ihres persönlichen Charismas ist.«
»Gut präsentiert«, flüsterte Han. »Kannst du jetzt die Geschichte der Sith in weniger als dreißig Worten zusammenfassen?«
»Nur auf sehr allgemeine Art, Sir, und ohne auch nur die wichtigsten Daten und Persönlichkeitsprofile einzuschließen und …«
»Han, hör auf damit.« Leia sah ihn erbost an.
»Tut mir Leid. Es ist so verlockend einfach.« Han seufzte. »Also gut. Wir haben unser wichtigstes Ziel hier erreicht. Wenn unsere beiden geheimen Passagiere nicht bereits ausgestiegen sind, werden sie schon bald ihre Kisten mit Kommunikationsausrüstung, Waffen und Handelsgütern aus dem Falken zerren und sich davonmachen, um auf diesem Planeten eine Widerstandszelle aufzubauen. Also könnten wir morgen wieder aufbrechen und diese Mission als erfolgreich abgeschlossen betrachten.«
»Das könnten wir.«
»Aber dann hättest du kein gutes Gewissen.«
»Und du auch nicht.«
»Ich habe immer ein gutes Gewissen. Aber wir würden den Planeten tatsächlich in einer Situation verlassen, in der eine Beschwichtigungspolitikerin an die Spitze der Regierung gewählt werden könnte, was bedeutet, dass die Yuuzhan Vong einen Tag danach in ihrem Krieg gegen uns eine weitere Verbündete haben.«
»Stimmt.«
»Also nehme ich an, du willst, dass wir noch ein paar Tage bleiben.«
»Stimmt.«
»Und ein politisches Aufschlaggeschoss in die Wahlkampfpläne deiner Freundin schleudern.«
Leia nickte bedauernd. »Addath ist nicht meine Freundin. Sie ist nur eine Politikerin, deren Geschicklichkeit ich respektiere. Ich bin ihr nichts schuldig. Aber das hier ist wichtig, und es ist offensichtlich, dass wir im Augenblick unterschiedliche Interessen verfolgen … was sich vielleicht auch nicht mehr ändern wird. Wir können sie nicht siegen lassen, Han. Die einzige Frage ist, ob wir es zulassen können, dass diese Admiralin Werl siegt.«
Han musste grinsen. »Es ist illegal, ein Wahlergebnis zu verfälschen. Das gehört sich wirklich nicht für eine gesetzestreue Politikerin aus einer guten Familie.«
Leias Grinsen war so breit wie das seine. »Ich bin keine Politikerin mehr, Han. Ich tue nur noch so. Ich bin zur Gaunerseite der Macht übergelaufen.«
Han wartete auf eine Unterbrechung in dem aufgezeichneten Dialog, der von R2-D2 abgespielt wurde, dann warf er den Droiden einen verärgerten Blick zu. »Heh, ihr beiden. Macht einen Spaziergang. Last zwei Gaunern ein wenig Zeit für ihr Privatleben.«
Borleias
»Sie sind der Nasenbluter, oder?«
Die Stimme kam von der anderen Seite des blauen Tuchs, das Tams Kabine von der links von ihm trennte. Es war die Stimme eines Jungen.
»Der Nasenbluter?«
Eine kleine Hand zog den Vorhang ein wenig beiseite, und Tarn konnte den Sprecher sehen, einen Jungen von etwa zwölf, braunhaarig, blauäugig und mit einem wie gemeißelten Grübchen im Kinn, das ihm ein überraschend erwachsenes Aussehen verlieh. »Es heißt, die Narbenköpfe hätten schreckliche Sachen mit Ihnen gemacht, und als Sie nicht getan haben, was sie wollten, haben Sie so fürchterliches Nasenbluten bekommen, dass Sie beinahe daran gestorben wären.«
»Na ja, ganz so einfach war es nicht.« Tarn zuckte die Achseln, überrascht, dass ihn die Neugier des Jungen nicht störte. »Tatsächlich haben sie bewirkt, dass mein Kopf wehtut, wenn ich mich weigere. Mein Kopf tut weh, mein Blutdruck steigt gewaltig. Und das wiederum bewirkt wirklich schlimmes Nasenbluten. Aber die Schmerzen sind das Gefährlichere dabei.«
»Deshalb müssen Sie diesen dummen Helm tragen?«
»Deshalb muss ich diesen dummen Helm tragen.« Tarn streckte die Hand aus. »Ich heiße Tarn.«
Der Junge schüttelte sie. »Mein Name ist Tarc. Na ja, es ist nicht mein richtiger Name, so nennen mich nur alle. Niemand nennt mich mehr Dab.«
»Warum bist du hier, Tarc?«
»Erinnern Sie sich an den Tag, als die Narbenköpfe ihren großen Angriff veranstalteten und die Lusankya sie bombardiert hat?«
»Ich weiß davon. Ich habe allerdings das Bewusstsein schon verloren, als es anfing.«
»Na ja, sie sind nahe genug gekommen, um aufs Hauptgebäude zu schießen, und dieses Plasmazeug hat sich durch die Schilde und die Wand gebrannt, und etwas davon ist auf mich gespritzt. Ich habe eine Verbrennung am Bein.« Tarc riss das Laken weg und zeigte den Verband an seiner rechten Wade. »Aber heute komme ich hier raus.« Sein Tonfall ließ vermuten, dass es sich für ihn eher um einen Ausbruch aus einem Gefängnis als um eine Entlassung aus dem Krankenhaus handelte.
»Ich komme auch raus − na ja, ich denke, ich kann gehen, wann ich will.«
»Was machen Sie dann noch hier?«
»Ich weiß nicht, wohin. Niemand vertraut mir. Und alle, die es tun, sollten es lieber bleiben lassen.« Tarn lehnte sich zurück und verzog angesichts der schmerzlichen Wahrheit dieser Worte das Gesicht.
»Aber Sie haben sich gewehrt! Sie haben gewonnen. Das sagen jedenfalls alle.«
»Ich hätte mich von Anfang an wehren sollen. Ich hätte in Kauf nehmen sollen, dass es mich umbringt, bevor ich etwas Schlimmes getan habe.«
Tarc sah ihn aus großen Augen an, und dann wurde seine Miene verächtlich. »Werden eigentlich alle dumm, wenn sie erwachsen werden?«
»Was?«
»Sie haben genau gehört, was ich gesagt habe. Was Sie da gesagt haben, war einfach dumm.«
»Tarc, hör zu: Ich war zuvor für nichts und niemanden gut, und dann haben die Yuuzhan Vong mich erwischt, mich zerkaut und wieder ausgespuckt, um mich bei einem ihrer Pläne zu verwenden.«
»Ja, mich auch.«
Tarn sah ihn forschend an. »Wie war das?«
»Mich auch. Die Yuuzhan Vong haben mich erwischt, mich zerkaut und ausgespuckt, genau, wie Sie gesagt haben.« Tarc lehnte sich zurück, seine erschöpfte Pose eine Imitation von Tams Haltung. »Ich sehe genau aus wie Anakin Solo. Sie wissen schon, Han Solos Sohn. Der tote Sohn. Auf Coruscant hat mich diese Spionin der Yuuzhan Vong gezwungen, mit ihr zu den Solos zu gehen, damit sie abgelenkt und durcheinander waren und die Spionin Ben Skywalker entführen konnte. Ich nehme an, danach hätte ich sterben sollen, aber die Solos haben mich hierher mitgenommen, obwohl es ihnen jedes Mal wehtut, wenn sie mich ansehen.« Er wandte den Blick ab, und seine Miene wurde sehr starr. »Ich weiß nicht, wo meine wirkliche Familie ist. Vielleicht immer noch auf Coruscant.« Er brauchte nicht wahrscheinlich tot hinzuzufügen.
»Es gibt hier nicht viele Kinder. Es gibt überhaupt nicht viele Zivilisten. Was machst du auf Borleias, wenn du dich nicht gerade von Brandwunden erholst?«
Tarc grinste. »Ich bleibe bei Han und Leia Solo. Aber sie sind viel unterwegs, so wie jetzt. Also erforsche ich den Stützpunkt.« Sein Lächeln verschwand, und seine Miene wurde melancholisch. »Und ich muss lernen.«
»Bestimmte Dinge ändern sich nie, Tarc, nicht einmal, wenn einem ein ganzer Planet unter den Füßen weggerissen wird. Würdest du gern lernen, wie man eine Holocam bedient?«
»Eine Holocam?«
»Nun, jedes Mal, wenn du eine Holoaufnahme siehst, wurde das Bild von einer Holocam aufgezeichnet. Und die Holocam wurde von einem wie mir bedient. Das ist mein Beruf.«
»Das ist … interessant.« Tarc klang alles andere als überzeugt.
»Versuch es einfach mal. Ich muss Wolam Tser finden und sehen, ob er meine Hilfe braucht. Willst du mitkommen?«
Tarcs Augen wurden größer. »Sie kennen Wolam Tser? Meine Eltern haben sich immer seine Dokumentationen angesehen.«
Tarn äffte seinen Tonfall nach. »Du kennst Han und Leia Solo? Ja, Junge, ich habe für Wolam gearbeitet.«
»Ich komme mit.«
»Gut.« Tarn lehnte sich zurück und zuckte die Achseln. Zumindest würde ihm das etwas zu tun geben.
Weltschiff der Yuuzhan Vong im Orbit um Coruscant
Der Gestalter Ghithra Dal schaute sich Tsavong Lahs Arm an und zögerte.
Der Kriegsmeister wusste, dass der Bericht des Gestalters ungünstig ausfallen würde. Er konnte die wachsende Aktivität der Aasfresser in seinem Arm spüren, konnte sehen und fühlen, wie neue Radankstacheln in dem Yuuzhan-Vong-Fleisch oberhalb der Verbindung auftauchten. »Sprechen Sie«, sagte er. »Ihre Worte können mich nicht erzürnen. Ebenso wenig wie Ihre Schlüsse. Wenn sie rasch und korrekt präsentiert werden, haben Sie nichts von mir zu befürchten.«
Der Gestalter verbeugte sich dankbar. »Es wird schlimmer, Kriegsmeister. Ich fürchte um Ihren Arm. All meine Gestalterkünste konnten ihn bisher nicht retten.«
»Also bin ich dazu verurteilt, ein Beschämter zu werden.« Tsavong Lah beugte sich auf dem Stuhl vor und starrte in die Leere, in die Zukunft, und achtete nicht mehr auf den Gestalter. »Nein, das wird niemals geschehen. Wenn mein Arm immer schlimmer wird, werde ich mich selbst opfern, noch bevor ich wirklich zum Beschämten werde, oder mich dem Feind entgegenstellen und so sterben, wie es sich für einen Krieger gehört. Meine einzige Sorge ist nun, einen neuen Kriegsmeister zu finden und zu fördern, der ein fähiger neuer Anführer der Yuuzhan Vong sein wird.« Er stützte das Kinn in die Hand des gesunden Arms und dachte nach. »Ich glaube, Gukandar Huath wäre der Beste. Was meinen Sie?«
Es war ein Trick, einer, den Tsavong Lah selbst dann für angemessen grausam gehalten hätte, wenn er ihn nur zu seiner eigenen Erheiterung angewandt hätte, aber er verfolgte damit einen bestimmten Zweck. Gukandar Huath war ein guter Krieger und Anführer, aber es war allgemein bekannt, dass er die Priester von Yun-Yammka und Yun-Harla unterstützte und dem Schöpfergott bestenfalls gleichgültig gegenüberstand, was er nur ungenügend verbarg. Wenn Ghithra Dal sich tatsächlich mit den Priestern von Yun-Yuuzhan verschworen hatte, wäre er nun gezwungen, einen eigenen …
»Wenn ich darf, Kriegsmeister, würde ich eher sagen, dass die Fähigkeiten der Gestalter der Aufgabe nicht angemessen waren und nicht, dass Sie zu einem solchen Schicksal verdammt sind«, sagte Ghithra Dal. »Ihnen steht noch eine andere Möglichkeit offen − und es ist ein Weg des Angriffs, nicht des Rückzugs.«
Tsavong Lah sah den Gestalter an, als hätte er erst jetzt bemerkt, dass Ghithra Dal noch anwesend war. Er gestattete sich noch nicht, so etwas wie Hoffnung in seinem Tonfall mitschwingen zu lassen. »Sprechen Sie, mein Diener.«
Ghithra Dal senkte die Stimme, damit sie nicht belauscht werden konnten. »Ich bin überzeugt, die Fähigkeiten eines Gestalters können Ihnen deshalb nicht mehr helfen, weil es eine Kraft im Universum gibt, die mächtiger ist als das, was Gestalter ausrichten können. Was Ihnen gerade zustößt, ist der Wille, der Zorn der Götter.«
»Das kann nicht sein, Ghithra Dal. Ich bringe den Zwillingsgöttern Siege, und sie wissen, dass ich bald ein Zwillingsopfer für sie haben werde. Ihre Priester sagen mir, dass die Götter über meine Erfolge erfreut sind.«
»Diese Priester, ja. Die Priester von Yun-Harla freuen sich, und die Priester von Yun-Yammka erwarten überdies den Sieg Ihres Vaters im Pyria-System, damit sie diese üppige Welt dort bewohnen können. Aber obwohl dies die Götter sind, deren Namen am häufigsten über die Lippen unserer Krieger und großen Anführer kommen, sind es doch nicht unsere einzigen Götter.«
Tsavong Lah lehnte sich zurück und gestattete, dass man ihm seinen Zweifel anhörte. »Selbstverständlich sind sie das nicht. Wir haben viele Götter. Aber was könnte ich getan haben, um einen von ihnen zu beleidigen? Ich habe ihnen nie getrotzt, habe nie ihren Namen im Zorn benutzt.«
»Sie haben − das befürchte ich jedenfalls − einige vernachlässigt. Ihre Opfer standen nicht in angemessenem Verhältnis zur Größe dieser Götter. Die Zwillingsgötter, gesegnet und mächtig mögen ihre Namen sein, schenken uns Erfolge, und wir feiern diese Erfolge. Aber ein anderer hat Ihnen Ihr Leben geschenkt, und dieses Leben scheinen Sie nicht zu feiern.«
»Yun-Yuuzhan? Aber seine unzähligen Augen richten sich nicht aus solcher Nähe auf uns. Das sagen die Priester jedenfalls.«
»Das sagen einige Priester. Und wenn Sie sich irren, wenn das Befolgen ihrer Ratschläge Yun-Yuuzhan erzürnt hat, wäre es möglich, dass Sie weiterhin dem Rat dieser Priester folgen, bis es Sie in den Untergang reißt.«
»Einige Priester. Kennen Sie welche, die anderes predigen?«
»Ja. Der, den ich kenne, ist jung und Ihnen vielleicht nicht bekannt. Er heißt Takhaff Uul.«
»Ich habe von ihm gehört.« Tsavong Lah betrachtete die Verbindung des Implantats mit seinem Arm und dachte längere Zeit nach. »Ich werde mit ihm sprechen. Sie können jetzt gehen.«
»Aber ich muss noch bleiben, um die Auswirkungen meiner letzten Behandlung zu überwachen.«
»Sie haben gerade selbst gesagt, dass die Fähigkeiten der Gestalter hier nicht mehr relevant sind. Ihre letzte Behandlung wird versagen wie die anderen zuvor. Also gibt es keinen Grund für Sie, hier zu bleiben und das zu überwachen.« Tsavong Lah zeigte auf den Ausgang.
Mit einer weiteren Verbeugung zog Ghithra Dal sich zurück. Das Portal streckte sich, um ihn hinauszulassen. Bevor es sich wieder geschlossen hatte und während Ghithra Dal noch in Hörweite war, rief Tsavong Lah mit Donnerstimme: »Bringt Takhaff Uul zu mir.«
Dann schloss sich die Öffnung. Niemand erfüllte seinen Auftrag. Seine Wachen und die engsten Berater waren bereits angewiesen worden, auf diesen Befehl nicht zu reagieren. Er hatte ihnen genau mitgeteilt, was sie tun sollten. Takhaff Uul würde tatsächlich gerufen werden … aber erst in ein paar Minuten.
Ein anderes Portal öffnete sich, und Nen Yim kam eilig herein. Sobald sie an der Seite des Kriegsmeisters war, holte sie Werkzeuggeschöpfe aus ihrer Kleidung und dem Kopfputz und begann, an seinem Arm zu kratzen und zu stochern, direkt an der Verbindung, entfernte Fleisch und fing Aasfresser ein. Zu jeder anderen Zeit hätten solche Berührungen ohne vorherige Erlaubnis ein Verbrechen dargestellt, das mit dem ehrlosesten Tod bestraft wurde, aber der Kriegsmeister hatte ihr schon zuvor entsprechende Befehle erteilt, damit sie keine Zeit mit Worten verschwenden mussten.
Er ignorierte die Gestalterin und wandte sich Denua Ku zu, der bei seinen Leibwächtern stand, als wäre er selbst einer von ihnen. »Ist es geschehen?«
Denua Ku nickte. »Ja. Ich habe ihm den Schmerzdetektor auf den Rücken geworfen, und er hat nicht darauf reagiert. Das Geschöpf wird sich innerhalb von Minuten vermehren, und die Brut wird sich ausbreiten.«
Der Kriegsmeister nickte zufrieden.
Es genügte nicht, den Verrätern, die er bereits kannte und verdächtigte, die Köpfe zu nehmen. Er würde diese Verschwörung an den Wurzeln ausmerzen, damit sie nicht erneut sprießen konnte. Die Schmerzen, die die Verschwörer in den letzten Wochen ihres Lebens spürten, die Schande, die sie und ihre Familien ertragen mussten, würden bei den Yuuzhan Vong zu einer Legende werden.