Die Wunder der Bürokratie
Ein portugiesisches Bankkonto muss endlich her!
Es nervt mich enorm, dass ich immer erst zum Bankautomaten muss, um mit der deutschen Kreditkarte Bargeld abzuholen. Zum Glück fallen bei meiner Bank wenigstens keine extra Gebühren für den Auslandseinsatz an.
Die Portugiesen haben alle eine Scheck- beziehungsweise Kreditkarte. Was heißt da: eine? Nur eine hat keiner. Alle haben viele. Das merkt man vor allem, wenn es aufs Monatsende zugeht und selbst das alte Mütterchen beim Bezahlen im Supermarkt eine Bankkarte zückt, weil sie kein Bargeld mehr in der Geldbörse hat. Manchmal passiert es, dass die dann »nicht geht«, die Karte also nicht akzeptiert wird.
In Deutschland wäre das einem richtig peinlich. Aber in Portugal? Kein Problem für das alte Mütterchen. Oder für den jungen Mann, für die Hausfrau samt halbwüchsigen Kindern, für den verdienten Senior. Man kramt nämlich einfach eine andere Karte aus dem Portemonnaie in der Hoffnung, dass die akzeptiert wird. Wenn ich Glück habe, klappt es, und ich stehe nicht noch weitere zehn Minuten länger an der Kasse an … Manchmal gelingt es erst bei der dritten oder vierten Karte. Manchmal auch gar nicht. Dann muss alles wieder storniert werden.
Mir ist es jedenfalls zu dumm, immer mit relativ viel Bargeld in der Tasche herumzulaufen. Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert, schon gar nicht ausländische, und vor allem nicht bei deutschen Discountern, bei denen ich aus einem gewissen Heimwehgefühl doch relativ oft einkaufe. Genauso ist es mit der deutschen EC-Karte. In vielen Geschäften »geht« die nicht. Darum muss ich eben immer zum Automaten. Deshalb möchte ich endlich ein portugiesisches Bankkonto.
António findet das ganz gut, vor allem weil er hofft, dass ich mich dann um unsere Finanzen kümmere, sprich: alle Überweisungen der Haushaltskosten erledige. Mach ich gerne, Onlinebanking ist in Portugal nämlich ebenfalls kein Problem. Und die entsprechenden Fachausdrücke in der Landessprache werde ich schnell herausfinden.
In der Nähe unserer Wohnung sind etliche Bankfilialen. Banken scheinen hier aus dem Boden zu schießen wie anderswo Unkraut. Ich klappere sie der Reihe nach ab (in der richtigen Annahme, dass ich bei Bankern mit einer Mischung aus Portugiesisch und Englisch ganz gut durchkomme – was sich dann auch bewahrheitet).
Bei jeder Bank höre ich etwas anderes: Bei der einen möchte man eine Einlage von 100 Euro, bei der anderen 250, die dritte will 150 Euro. Alle wollen aber eines: meine NIF. Keine Ahnung, was das sein soll.
Manche fragen auch nach meiner número contribuinte. Das verwirrt mich nicht weniger.
»Was ist das denn überhaupt?«, frage ich meinen Liebsten.
»Das ist die Steuernummer«, bekomme ich zur Antwort. »Hat jeder Portugiese, und du brauchst die auch. Ohne NIF geht hier nichts. Und du kannst auch kein Konto eröffnen.«
»In Ordnung. Und wo bekomme ich diese Nummer?«
»Bei den finanças.«
Schon wieder so ein Spezialausdruck.
»Aha, und wo sind die? Was ist das?«
»Ich habe ganz in unserer Nähe, direkt neben der Post, ein Büro der finanças gesehen«, meint er. »Das ist sicher eine Außenstelle des Finanzamts.«
Wir ziehen los. Leider ohne auf die Uhr zu schauen, und deshalb war unser Besuch vergeblich.
Geschlossen. Mittagspause. Bis 14 Uhr.
Um Viertel nach zwei ist dann endlich jemand da, aber auch unser zweiter Versuch ist nicht von Erfolg gekrönt. Mit größtem Bedauern teilt man uns mit, hier sei niemand zuständig für meinen »Fall«, weil das Büro nur eine Art Mini-Außenstelle sei. Für die Ausstellung von Steuernummern aber sei das »Hauptamt« in Carcavelos zuständig, das sei noch bis 16 Uhr geöffnet. »Und da hilft man Ihnen gern weiter!«
Kleine Notiz am Rande:
In Portugal hat jeder, ob groß oder klein, eine Steuernummer. Mittlerweile – seit März 2011 – müssen selbst Babys eine solche Nummer haben. Nur dann nämlich können Eltern Ausgaben für den Nachwuchs steuerlich geltend machen.
Diese Nummer behält der Portugiese sein Leben lang. Immer dieselbe, ganz gleich, ob er Angestellter ist oder Beamter, ob er nicht arbeiten muss (soll’s ja geben) oder selbstständig ist. Jeder Portugiese kann diese NIF, obwohl sie neunstellig ist, auf Anfrage auswendig problemlos herunterrattern.
Das erlebe ich täglich. Zum Beispiel im Supermarkt, wenn jemand nicht nur den Kassenbon, sondern zusätzlich eine »offizielle Rechnung« braucht. In solchen Fällen lautet die Frage nämlich unausweichlich: »Wie ist denn Ihr número contribuinte?«
Ohne erst lange auf dem entsprechenden cartão nachzuschauen, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Ich hingegen muss immer noch nachschauen, ich kann mir die Nummer bis heute nicht merken. Dabei habe ich sonst kein schlechtes Nummerngedächtnis. Telefonnummern – auch länger als neun Ziffern – sind kein Problem. Nur diese blöde NIF …
Wir fahren also nach Carcavelos, finden auf Anhieb den Serviços de Finanças und sogar einen Parkplatz direkt vor dem Haus. Merkwürdigerweise gibt es hier heute keinen Automaten, aus dem man eine Nummer ziehen könnte. Man verständigt sich mit Blickkontakt und Handzeichen.
Wir stellen fest: Es sind nur drei Personen vor uns – das könnten wir also bis 16 Uhr schaffen. Man kann sitzen, es ist für Wartestühle gesorgt. Der Sitzplatz ist auch nötig. Denn wie in jedem Finanzamt auf der Welt arbeiten Beamte bekanntlich langsam. Das gilt auch für portugiesische Beamte, und das bedeutet, man verfährt nach dem Motto: »Wenn es heut’ nicht geht, dann geht es eben morgen.« Beziehungsweise in drei Tagen, denn heute ist Freitag.
Wir waren dennoch nach etwa 45 Minuten an der Reihe, wobei uns auffiel: Die »Kundin« vor uns wurde in unziemlicher Hast, ja beinahe in Windeseile abgefertigt. Als wir direkt am Schalter sitzen, erfahren wir dann den Grund: »Unser PC-System ist leider abgestürzt. Wir können auf keinerlei Daten zugreifen und auch keine neuen anlegen. Bitte kommen Sie doch am Montag wieder.«
Das war Anlauf Nummer eins. Eigentlich nur ein halber Anlauf.
Anlauf Nummer zwei.
Das Wochenende ist vorbei, es ist Montag. António und ich sind extra früh aufgestanden und bereits um Viertel nach neun in der Behörde. Es sieht nicht gut aus. Die Menschenschlange reicht bis auf die Straße hinaus. Wir schauen uns kurz an, zucken resigniert die Schultern, parken gar nicht erst ein, sondern fahren lieber gleich ins nächste Café: bica beziehungsweise meia de leite, zwei pastéis de nata, und dann bringe ich António zum Bahnhof – er muss arbeiten. Der Glückliche. Mir bleibt das Finanzamt.
Anlauf Nummer drei mache ich also allein. Das wäre doch gelacht. Das muss doch zu schaffen sein.
Es ist mittlerweile Viertel nach elf. Die Schlange ist nur unwesentlich kürzer. Ich beschließe: »Da geh ich gar nicht erst rein! Heute muss es eigentlich nicht sein.«
Dann allerdings fällt mir ein, dass es einen kleinen Trick geben soll: António hat mir erzählt, dass es durchaus günstig und hilfreich sein kann, den Besuch in einer Behörde kurz vor oder kurz nach der Mittagspause zu erledigen. Vor dem Mittagessen will der Sachbearbeiter endlich zum Essen – und fertigt einen schnell ab. Nach dem Essen kommt er gesättigt und deshalb wohlgesinnt zurück – und ist deshalb eher bereit, Ansinnen, Anträge oder Ersuchen ohne Komplikationen oder gar Widerworte zu erledigen. Also: noch eine bica für mich im nächsten Café …
Anlauf Nummer vier. Ich bin kurz vor 12.30 Uhr da. Und siehe da – nur drei oder vier Leute sind vor mir. Punkt 12.30 Uhr werden die Türen geschlossen. Aber nur die Eingangstüren. Wer bereits im Flur steht, darf bleiben. Und soll auch noch bedient werden.
Es klappt tatsächlich. Ich lege der freundlichen Sachbearbeiterin meinen Reisepass und den Mietvertrag vor.
»Das reicht leider nicht aus«, behauptet sie. Ich kann meinen Ohren nicht trauen: »Haben Sie keine Rechnung von der edp? Oder von der PTelecom?«
»Wofür brauchen Sie denn das?«
»Na ja, als Beweis, dass Sie wirklich da wohnen«, erfahre ich. »Der Mietvertrag allein ist ja kein Beweis!«
Aha. Nein, ich rege mich nicht auf. Ich habe nämlich ein Riesenglück: Heute Morgen hatte ich den Postboten vor der Haustür getroffen, und er hat mir unsere Post gleich in die Hand gedrückt. Und da war – glücklicher Zufall! – die Rechnung der Stromwerke dabei. Die hole ich jetzt aus der Handtasche hervor.
»Na sehen Sie, Dona Christina, nun passt alles!«
Alle meine Daten werden in den PC eingegeben, der heute, vielleicht weil Montag ist, wieder problemlos seinen Dienst tut. Danach drückt man mir einen handgeschriebenen Zettel für die Kasse in die Hand: Knapp sechs Euro kostet das Ganze.
»Bitte zahlen, und dann kommen Sie wieder zu mir!«
Ich eile nach nebenan zur Kasse. Leider ist die zwischen 12.30 Uhr und 14.00 Uhr geschlossen. Mittagspause.
Mittlerweile bin ich mit portugiesischer Gelassenheit gesegnet. Solche kleinen Hindernisse oder Unterbrechungen stören mich nicht mehr. In diesen Fällen geht man eben einen Kaffee trinken. Oder einkaufen.
13.57 Uhr. Ich stehe wieder vor der Kasse des Finanzamts. Und bekomme einen Riesenschreck, denn vor der Tür drängt sich eine Menge von Zahlungswilligen. Drei Minuten später wird geöffnet, und dann staune ich wirklich: Vier Schalter sind besetzt, und es wird sehr effizient gearbeitet. Fünf Minuten später habe ich nämlich alles bezahlt und gehe mit der Quittung zu »meiner« Sachbearbeiterin.
Dass auch hier etliche Menschen anstehen – was kümmert’s mich! Ganz auf portugiesische Art und Weise suche ich Blickkontakt, wedle mit der Quittung und darf nach vorne. Im Austausch gegen die Quittung bekomme ich ein anderes Zettelchen. Darauf steht meine Steuernummer. Rein theoretisch hätte ich das auch selber kritzeln können.
Den cartão contribuinte selbst, also die kleine Plastikkarte, auf der Name, Steuernummer und das zuständige Finanzamt vermerkt sind, schickt man mir zu. Angeblich innerhalb von zehn Tagen. Mal abwarten. Ob das wohl klappt?
Jetzt werde ich ein wenig übermütig. Es scheint ja heute ein guter Tag zu sein. Nachdem die Steuernummer-Angelegenheit so problemlos geklappt hat, könnte ich doch auch gleich zur Bank …
Das Schicksal meint es gut mit mir, denn direkt vor der Bankfiliale ist ein Parkplatz frei. Das Schicksal bleibt mir gewogen. Denn in der Bank finde ich eine perfekt Englisch sprechende Dame, die mir weiterhilft. Auch hier will man nicht nur meinen Pass und den Mietvertrag sehen und selbstverständlich die neu erworbene Steuernummer, sondern man legt Wert darauf, den Wohnsitz zu überprüfen. Anhand der Rechnungen von Stromwerken, Wasserversorgern oder der PTelecom. Nach knapp einer Dreiviertelstunde ist jedoch alles erledigt – und ich habe endlich mein portugiesisches Bankkonto. 100 Euro musste ich einbezahlen, bekam die Zugangsdaten fürs Onlinebanking, und meine Bankkarte kommt nächste Woche!
Abwarten. Aber vielleicht klappt es ja.
Kleine Notiz am Rande:
Ich musste zwar 100 Euro einzahlen, und zwar direkt am Bankautomaten, unter Mithilfe der Bankangestellten. Kaum ist das Geld aber auf dem Konto gutgeschrieben – und das geht hier in Portugal wirklich innerhalb von Minuten, das habe ich online später ein paarmal gecheckt! –, konnte ich wieder darüber verfügen. Das habe ich natürlich ebenfalls ausprobiert. Schließlich wollte ich ja noch ein bisschen shoppen. Und nachdem ich ja noch keine Bankkarte hatte …
Am tollsten finde ich allerdings, dass keine Gebühren erhoben werden, wenn ich bei einer fremden Bank Geld abhebe. Ich kann außerdem an jedem beliebigen Bankautomaten meinen Kontostand einsehen. Man kann sich nämlich auf Wunsch nach der Abhebung einen Beleg ausdrucken lassen, auf dem das Restguthaben auf dem Konto zu sehen ist.
Überhaupt sind die multibancos, so nennt man die Automaten hier, eine tolle Sache. Man kann damit viel mehr machen als lediglich Geld abheben. Überweisungen, Handy aufladen, Steuern bezahlen – alles einfach über den Bankautomaten. Kein Wunder also, dass an bestimmten Tagen im Monat viele Leute in der berühmten langen Schlange anstehen: wenn die Renten ausbezahlt werden beispielsweise. Wenn die Miete fällig ist oder bestimmte Steuern zu begleichen sind. Solche Dinge erledigt der Portugiese nämlich aus Prinzip erst unmittelbar vor Ablauf der Zahlungsfrist.
Die Wunder nehmen kein Ende. Beide Karten, sowohl die vom Finanzamt als auch die von der Bank, liegen eine Woche später in meinem Briefkasten. Obwohl ich von so manchem Residenten weiß, dass er nach neun Jahren noch auf den offiziellen cartão de contribuinte, also das Plastikkärtchen mit der Steuernummer, wartet und all die Jahre mit dem Papierzettelchen durch die Gegend läuft. Aber immerhin: Der Wisch wird überall anerkannt. Rechnungen stellt man, wie überall auf der Welt, einfach gern aus. Auch ohne Plastikkarte.
Ich traue mir ja eine ganze Menge zu, aber vor Steuern und Finanzamt habe ich einen Heidenrespekt. Deshalb ist mir klar: Ich brauche einen Steuerberater. Glücklicherweise ist mir ein sehr kompetenter contabilista empfohlen worden. Eigentlich heißt das ja »Buchhalter« auf Portugiesisch, aber ein contabilista ist eben auch für Steuerberatung und vor allem die Abgabe von Steuererklärungen zuständig.
Das erledigt man in Portugal schon seit vielen Jahren übers Internet. Aber das traue ich mir einfach nicht zu. Es ist zwar alles wesentlich einfacher als zu Hause, aber all diese Fachausdrücke … und vor allem: Ich weiß natürlich nicht, welche Formulare für mich zutreffen. Nein, auf so etwas lasse ich mich gar nicht erst ein. Senhor Pedro, der contabilista, muss mir da zur Seite stehen.
Manches allerdings muss man aber doch selbst erledigen – das kann mir auch Senhor Pedro nicht abnehmen. Deshalb habe ich noch eine Begegnung mit den finanças, aber eher indirekt. Bürokratisch ist es trotzdem.
Es ist alles so kompliziert, auf den ersten Blick: Weil ich nicht zweimal Steuern bezahlen will – einmal in Deutschland, einmal in Portugal –, muss ich einen speziellen Antrag einreichen. Und zwar für jeden meiner Auftraggeber einen. Alles kein Problem, es sind ja nur zehn. Also zehnmal das Ganze, in dreifacher Ausfertigung.
Die Anträge kann man sich aus dem Internet von der zuständigen deutschen Behörde herunterladen, und freundlicherweise wird das Exemplar für die portugiesischen finanças gleich in der Landessprache ausgefertigt. Danach geht alles seinen bürokratischen Lauf.
Amtsschimmel gibt es überall, vielleicht sind es in Portugal halt eher Amtsesel: Wenn ich Glück habe, ist nach läppischen drei bis sechs Monaten die entsprechende Freistellung da. Hoffe ich, hofft mein contabilista, hoffen die Buchhaltungen meiner zehn Auftraggeber.
Leider reicht diese Hoffnung aber nicht.
Das Ministério de Finanças, also sozusagen die portugiesische Regierung persönlich, teilt mir per Einschreiben mit, man hätte gerne einen schriftlichen Beweis, dass ich wirklich in Portugal wohne. Der cartão de contribuinte reiche da nicht aus.
Was nun?
»Da gehen Sie bitte zur junta da freguesia«, meint mein Steuerfachmann.
»Äh …«, stöhne ich. »Meinen Sie wirklich, ich muss da selbst hin? Könnten da nicht Sie …?«
»Das ist die Gemeindeverwaltung, das schaffen Sie schon«, sagt Senhor Pedro. »Lassen Sie sich bitte eine beglaubigte Bescheinigung ausstellen, dass Sie hier wohnen, wo Sie und seit wann Sie dort wohnen.«
In Cascais residiert die junta da freguesia in einem hübschen rosafarbenen Gebäude, verziert mit Stuck und Balkönchen. Direkt neben dem Fischereihafen, mitten in der zona touristica. Zahlreiche Cafés und Lokale sind in der direkten Nachbarschaft, damit man sich die Wartezeit verkürzen kann, falls man etwa warten muss. Sogar einen kleinen Strand gäbe es, aber dafür reicht es von der Zeit her sicher nicht.
Man muss natürlich auch bei der junta da freguesia eine senha ziehen. Ich habe Nummer 69, die Nummer 59 ist eben aufgerufen. Gut, dass ich noch in die Apotheke muss. Ich trödle ein wenig, immerhin sind zehn Nummern zu überbrücken. Hätte ich eigentlich doch an den Strand …
Als ich nach einer guten Viertelstunde wiederkomme, ist erst die Nummer 60 dran. Nach fünf Minuten werde ich aufgerufen.
»Wie bitte? Was ist denn jetzt … so schnell?«
Die Erklärung folgt umgehend: Man hatte vergessen, dass Anzeigeschild weiterzuschalten.
Ich erkläre einer Senhora Helena Maria Mendes auf Portugiesisch, was ich möchte, unter Zuhilfenahme des Schreibens vom Finanzministerium. Ich weise darauf hin, dass ich bereits im ersten Halbjahr meinen festen Wohnsitz hierhin verlegt habe. Eine Kleinigkeit, aber wichtig, weil ich ab dem zweiten Halbjahr in Portugal meine Steuern bezahlen möchte.
Die Bestätigung kostet zwei Euro – und sieht wirklich schick aus: ganz offiziell mit Siegel und Stempel. Das sollte dem portugiesischen Finanzminister genügen. Eine Kopie hebe ich mir sicherheitshalber auf, falls die deutschen Behörden auch mal so etwas wollen (wollten sie später auch, aber mittlerweile geht das alles elektronisch).
Damit hat die Bürokratie für heute ein Ende.
Bis zum nächsten Mal.