E-Zellen-»Powerfood«
»Lasst eure Nahrungsmittel eure Heilmittel sein!«, verkündete Hippokrates, der Vater der Medizin, bereits vor 2500 Jahren.
Egal, in welchen Kulturen man sich umsieht – ob bei den alten Chinesen, Persern, Indern oder Indianern –, alle besitzen einen großen Wissensschatz, was pflanzliche Nahrungsmittel angeht. Dass darin mehr als nur ein Energielieferant zu sehen ist und dass Pflanzen eine gesundheitsfördernde bis heilende Wirkung besitzen, ist in der Geschichte als tradierte Weisheit in all diesen Kultur- und Naturvölkern verankert.
Diese Wirkung wird in der naturheilkundlichen Medizin genutzt und ist Basis vieler Medikamente in der Herzmedizin oder Krebstherapie.
Was ist gefäßgesundes Essen?
Gesunde Ernährung ist aber auch ein Lebenselixier für die E-Zelle. Die richtigen Inhaltsstoffe verhindern das Angreifen von Alterungsfaktoren und verzögern den Prozess der Arterienverkalkung.
Wie aber muss eine Ernährung konkret aussehen, die Ihre Gefäße schützt?

10 Regeln für gefäßgesunde
Ernährung
- Farbig essen!
- Obst als Nachtisch!
- Saisonal einkaufen!
- Fisch! Fisch! Fisch!
- Hülsenfrüchte!
- Keine Zwischenmahlzeiten!
- Apfelsaft ist wie Cola!
- Kein Essen nach der Tagesschau!
- Wasser jederzeit und immer zum Essen!
- Langsam essen!
Farbig essen!
Essen Sie viel Gemüse, möglichst mehrmals am Tag. Lieber Kartoffeln, Knödel oder Nudeln weglassen und dafür Gemüse und Salat wählen. Gerne kann es auch mal eine Mahlzeit sein, die ausschließlich aus unterschiedlichen Gemüsen besteht.
Obst als Nachtisch!
Essen Sie Obst als Dessert nach dem Essen, seltener zwischendurch. So steigt Ihr Blutzuckerspiegel weniger an, Sie verspüren weniger Hunger, und der Hunger kommt erst später.
Saisonal einkaufen!
Achten Sie darauf, nach den Jahreszeiten einzukaufen, also: Beeren oder Kirschen im Sommer, Kürbisse, Nüsse und Pflaumen im Herbst. Der Einkauf zum richtigen Zeitpunkt gewährleistet einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen und schont die Umwelt (weniger Gewächshausaufzucht, kürzere Transportwege mit Lastwagen, kein Transport mit Flugzeugen).

Fisch! Fisch! Fisch!
Essen Sie häufig Fisch, am besten drei Mal pro Woche. Die ungesättigten Fettsäuren sind entscheidend für die Funktionsfähigkeit der E-Zelle. Wählen Sie deshalb Kaltwasserfische wie Lachs, Sardelle, Sardine, Hering, Makrele, Forelle und Thunfisch. Achten Sie darauf, dass der Fisch nicht aus Züchtungen stammt, denn sonst ist sein Gehalt an ungesättigten Fettsäuren geringer.
Hülsenfrüchte!
Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen sowie auch Nüsse haben eines gemeinsam: ungesättigte Fettsäuren. In diesem Punkt sind sie die Antwort der Pflanzen auf die Fische. Deshalb sind Eintöpfe auch so wertvoll – viele Farben, die richtigen Fettsäuren, relativ wenig Kalorien und dennoch sättigend.
Nüsse sollten Sie als Geschmacksvariante im Salat verwenden, nicht als Ersatz für Chips vor dem Fernseher. Dafür sind sie zu kalorienreich.
Keine Zwischenmahlzeiten!
Jede Zwischenmahlzeit – auch ein Apfel oder ein Käsebrot – bringt zusätzlich Kalorien. Und auf die sollte man möglichst verzichten. Essen Sie sich lieber bei den Hauptmahlzeiten satt, denn vier bis fünf Stunden braucht Ihr Körper, um wieder einen niedrigen Insulin- und einen hohen Glukagonspiegel zu erreichen. Nur so können die körpereigenen Fettdepots ausreichend geleert werden.
Apfelsaft ist wie Cola!
Natürlich kann man Apfelsaft und Cola nicht vergleichen, aber was den Grundsatz »Keine Zwischenmahlzeiten!« angeht, haben sie denselben Effekt: Beide sind kalorienreich, wie auch Fanta, Bier oder Wein, gesüßter Tee oder Milchkaffee. Die Faustformel (nach Dr. Eisenlohr, Ernährungsexperte aus Starnberg): In jedem Liter, egal, ob Milch, Bier oder Apfelsaft, sind 500 Kilokalorien enthalten. Wenn Sie die einsparen, können Sie Ihr Gewicht auf Dauer deutlich reduzieren. Und es ist viel leichter durchzuhalten als 45 Minuten Joggen, wobei man dieselbe Anzahl Kalorien verbraucht.
Kein Essen nach der Tagesschau!
Um den biologischen Grundvoraussetzungen unseres Stoffwechsels nicht entgegenzuwirken, ist es günstig, abends oder auch morgens auf Kohlenhydrate zu verzichten bzw. die Aufnahme auf ein Minimum zu reduzieren.
Wer spät am Abend noch kohlenhydratreich isst, schüttet Insulin aus, das wiederum die Fettverbrennung in der Nacht behindert. Nur ein niedriger Insulinspiegel kurbelt die nächtliche Fettverbrennung ausreichend an und sorgt dafür, dass während des Schlafens die Depotfette schmelzen.
Idealerweise sollte am Abend Eiweiß mit Gemüse und Salat auf dem Speiseplan stehen. Ein Steak mit Salat oder Fisch mit Gemüse zum Beispiel helfen, die Insulinausschüttung zu vermindern und den Fettstoffwechsel anzukurbeln.
Je früher, desto besser
Wer schon um 18 Uhr zu Abend isst und dann erst wieder am nächsten Morgen gegen sieben Uhr frühstückt, dessen Körper muss 13 Stunden ohne Energiezufuhr von außen auskommen. Er muss seine Energie aus den Fettreserven beziehen.
Dieser Effekt lässt sich noch steigern, wenn man ganz auf das Abendessen verzichtet. Man kann aber auch auf das Frühstück verzichten, eine Option zur Gewichtsabnahme, zu der auch mein Kollege Professor Schusdziarra, Ernährungsexperte an der TU München, rät.
Wasser jederzeit und immer zum Essen!
Jede Magendehnung verursacht einen Reiz, Sättigungssignale ans Gehirn weiterzugeben. Es dauert aber, bis das Gehirn auf die Bremse drückt und »Ich bin satt« meldet. Darum kann es günstig sein, gleich zu Beginn einer jeden Mahlzeit zwei Gläser Wasser zu trinken. Der Appetit oder Heißhunger ist dann nicht mehr ganz so groß.
Zwei Liter Wasser pro Tag sind ein Minimum mit einem weiteren Effekt: Prall gefüllte Zellen funktionieren viel besser als verschrumpelte. Dieser Zusammenhang konnte auch für die Leber nachgewiesen werden. Und dort ist der Effekt besonders wichtig, schließlich ist sie das größte Entgiftungsorgan des Menschen.
Langsam essen!
Setzen Sie sich, und essen Sie langsam, denn Stress verträgt auch die E-Zelle nicht. Langsames Essen und gründliches Kauen haben den Vorteil, dass alles gut zerkleinert und durch die Enzyme der Mundspeicheldrüse gespalten wird. So setzt das Sättigungsgefühl schneller ein, und Sie essen automatisch weniger.
Das Fazit für die E-Zelle
Gefäßgesunde Ernährung enthält viele Nährstoffe, die besonders in Gemüse zu finden sind. Ein Zuviel an kurzen Zuckern wie in Obstsäften oder Süßigkeiten erhöht den Insulinspiegel und schädigt die E-Zellen.
Werden die Energiespeicher immerzu durch Fette gefüllt und zeigt sich das an einer positiven Energiebilanz, so nimmt die Größe der Fettzellen kontinuierlich zu. Der Stoffwechsel der Zelle ändert sich, Fetthormone und Entzündungsstoffe werden vermehrt ins Blut ausgeschieden und schädigen die E-Zelle.
Die Inhaltsstoffe von Gemüsesorten in allen Farben schützen die E-Zellen vor weiterer Schädigung.