Anleitung zum Altwerden

Der Prozess des Alterns ist bisher wissenschaftlich noch nicht abschließend untersucht worden. Zwar wurden viele Hypothesen aufgestellt und überprüft, doch viele Fragen bleiben bis heute offen.

Den Altersforschern geht es zum einen darum, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Alterungsprozesse vonstattengehen, wie sie möglicherweise beschleunigt oder auch aufgehalten werden können, und zum anderen um die Frage, ob und wie diese Vorgänge genetisch determiniert sind, also programmiert ablaufen.

Auch die Veränderungen der Chromosomen wie die Verkürzung der Telomere (Chromosomen-Enden) und externe Faktoren wie Oxidationsprozesse und freie Radikale stehen bis heute dabei im Mittelpunkt der Betrachtung, ebenso wie die Bedeutung des Energiestoffwechsels der Zellen für den Alterungsprozess.

Die E-Zelle im Mittelpunkt

Versucht man, alle Ergebnisse der verschiedenen Ansätze auf einen zentralen gemeinsamen Aspekt zu reduzieren, wird klar, dass genetische Komponenten beim Altern zwar schon eine wesentliche Rolle spielen, dass aber ein gesundheitsbewusster Lebensstil entscheidender ist und nachweislich günstige Wirkung zeigt.

Somit sind sämtliche Theorien – was auch immer sie im Einzelnen besagen – in vielerlei Hinsicht mit der Ansicht vereinbar, dass die physiologischen und biochemischen Vorgänge des fragilen Ökosystems in der E-Zelle in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt werden sollten.

Denn nur, wenn die Leistungskraft des E-Faktors über lange Zeit auf einem möglichst hohen Niveau bleibt, verlaufen Alterungsprozesse insgesamt deutlich langsamer. Ist das Niveau niedrig, kommt es zur vorzeitigen Alterung.10

Alterungsfaktoren

Die Kontrolle über die typischen Alterungsursachen bringt Schritt für Schritt Ihre Verjüngung:

  • Inaktivität,
  • Übergewicht,
  • Stress,
  • Fehlernährung,
  • Rauchen,
  • Bluthochdruck,
  • erhöhte Blutfette,
  • Diabetes

sollten nicht Ihre Verbündeten sein. Nur deren Vermeidung macht Sie biologisch jünger.

Ein Paradebeispiel

Es gibt viele Beispiele für Stellschrauben, bei denen der E-Faktor eine große Rolle spielt. Eindrücklich kann die Bedeutung des E-Faktors beispielhaft an einem bestimmten Krankheitsbild verdeutlicht werden, und zwar an dem der erektilen Dysfunktion, der Erektionsstörung.

Hat ein Mann beispielsweise Übergewicht, Diabetes, einen erhöhten Blutdruck, bewegt er sich wenig und raucht er viel, kommt es zur vorzeitigen Fehlreaktion seiner Gefäße, so auch im Bereich des Penis. Unter Umständen können sich erste Symptome schon zeigen, bevor er konkrete Probleme mit der Sexualität bekommt. Das kann bereits im Alter von 40 bis 50 Jahren oder in noch jüngerem Alter deutlich werden.

Betroffen ist das gesamte Gefäßsystem, an Extremitäten, Herzgefäßen und eben auch an den Gefäßen des Schwellkörpers. Für eine Erektion ist eine Erweiterung der Gefäße des Schwellkörpers notwendig. Sind die Gefäße hierzu nicht mehr in der Lage, kann eine Blutfüllung des Schwellkörpers nicht mehr ausreichend stattfinden, und der Patient beklagt Erektions- oder Potenzstörungen. Besonders Männer mit mehreren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und Übergewicht sind betroffen. Grundsätzlich gilt:

Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto früher tritt ein ausgeprägtes Krankheitsbild zutage.

Das Problem zeigt sich in diesem Fall an einer Stelle, aber es existiert an vielen anderen gleichermaßen. Die gesamte Endothelschicht ist betroffen. Denn durch die Risikofaktoren wird das Gefäßsystem an allen wichtigen Stellen geschädigt. Die Probleme werden an jedem Ort des Körpers manifest.

Die Folge: Die Arterienverkalkung nimmt ihren Lauf. Wenn alles so weitergeht wie bisher, hat der Betroffene ein deutlich erhöhtes Risiko, in den folgenden Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu entwickeln. Denn das sind beides Spätkomplikationen des jahrelangen Fortschreitens der Arteriosklerose.

Für den Patienten lautet nun die Devise: körperliches Training, Gewichtsreduktion und Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos. Die Gefäßfunktion muss konsequent verbessert werden, um die Zellen rasch wieder zu regenerieren.

Je mehr und stärker die Alterungsfaktoren verbessert werden, desto verjüngender ist der Effekt für die Gefäße – und das im gesamten Organismus.

Das Metabolische Syndrom

Störgrößen sind bei diesem großen Krankheitskomplex im Gegensatz zu den Infektionskrankheiten nicht Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen, sondern die Folgen eines typisch westlichen Lebensstils in den Industrienationen.

Der Grund dafür liegt in der Aufnahme von ungesundem, kalorienreichem Essen, zu wenig Bewegung und oft auch zu viel Stress. Übergewicht, ein erhöhter Cholesterin- und Blutzuckerspiegel sowie ein erhöhter Blutdruck zählen zu den unmittelbaren Folgen. Dieses Quartett an Alterungsfaktoren wird in der Medizin als Metabolisches Syndrom bezeichnet (vgl. Abb.).

Raucht der Patient zudem noch, wird das Quartett zum Quintett. Die E-Zellen-Funktion wird weiter eingeschränkt. Folge: Die Produktion von NO lässt nach, und die Alterungsprozesse verlaufen zum Teil dramatisch beschleunigt.

Kommt an dieser Stelle alles Schlechte zusammen, so kann das biologische Alter eines übergewichtigen 30-Jährigen, der erhöhten Blutdruck aufweist und dessen Fett- und Zuckerstoffwechselwerte entgleist sind, durchaus bereits auf dem Alterungsniveau eines 60-Jährigen angelangt sein.

Zwei plus eins ist acht

Darüber hinaus ist von Bedeutung, dass sich die einzelnen Alterungsfaktoren in ihrer Auswirkung auf die Gefäße nicht nur addieren, sondern – was die Dynamik der Alterung anbelangt – exponentiell verhalten. So ist bekannt, dass der Alterungsprozess bei zwei vorliegenden Alterungsfaktoren (wie zum Beispiel bei einem übergewichtigen Diabetiker) nicht doppelt so schnell abläuft, sondern viermal schneller vonstattengeht. Kommt ein dritter Faktor dazu (raucht er beispielsweise außerdem noch), erhöht sich die alterungsbeschleunigende Wirkung um das Achtfache.

Berücksichtigt man in diesem Kontext die Tatsache, dass Deutschland die Nation in Europa mit den meisten Übergewichtigen ist (vgl. nächste Abb.) und dass fast die Hälfte aller über 50-Jährigen Deutschen am Metabolischen Syndrom leidet, wird klar, dass wir fast alle biologisch älter sind, als wir es eigentlich sein müssten.

Alterungsfaktor Übergewicht

Wohlstandsphänomen Nummer eins ist und bleibt das Übergewicht. Die Folgen für die Gesundheit sind bislang nur zu erahnen. Für Europa lässt sich aber bereits ein fürchterliches Szenario ausmalen.

Die USA haben diese dramatische Entwicklung schon vorweggenommen und sind eindeutig Vorreiter, was die Folgen einer ungesunden Lebensweise angeht.11 Ein Anstieg der Folgekrankheiten bei schwerem Übergewicht ist dort schon seit Jahren zu beobachten. Mit 15 bis 20 Jahren Abstand sind wir, was diese Entwicklung angeht, den Amerikanern dicht auf den Fersen.

Ähnliches ist inzwischen auch bereits in den arabischen Ländern und China zu beobachten. Beispielsweise steigen dort die Zahlen für Diabetes Typ 2, die erworbene Alterszuckerkrankheit, kontinuierlich. Die entsprechenden Zahlen beweisen das augenfällig.

Wir wissen also eigentlich genug über die Gefahren. Wie kommt es aber, dass wir nicht in der Lage sind, uns entsprechend zu verhalten?

Schließlich ist die Entstehung von Übergewicht auf eine ganz einfache Formel zu bringen: Ein Zuviel an Kalorienaufnahme bei einem gleichzeitig verminderten Kalorienverbrauch. Es wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, es entsteht also eine positive Energiebilanz.

Jäger und Sammler

Mit den fetten Jahren des Wirtschaftswunders in den Fünfzigerjahren fing alles an. Und nun sitzen wir immer noch vor vollen Tellern und wählen gern immer zuerst das Ungesunde. Weil das so wenig von uns fordert: kein Kauen, keine geschmackliche Herausforderung, oftmals keine Anstrengungen bei der Zubereitung.

Nicht ganz unschuldig sind auch die Evolution und die Anpassung des Menschen an seinen Lebensraum. Über Jahrtausende hat sich der Mensch genetisch so entwickelt, dass Bewegungsabläufe, also die Muskelfunktion, immer weiter perfektioniert wurden. Betrachtet man die ganze Phase der Zeitrechnung, war der Mensch einen überwiegenden Teil als Jäger und Sammler unterwegs. Sein Alltag bestand einzig und allein darin, sich Nahrung zu beschaffen, um so sein Überleben und das seiner Familie zu sichern. Und dazu war voller Körpereinsatz gefordert.

Unsere Gene sind also seit Ewigkeiten auf Nahrungsmangelausgleich gepolt und arbeiten in gleicher Weise weiter, obwohl sich die Lebensbedingungen für uns mittlerweile dramatisch verändert haben. Es scheint, als wäre der Neandertaler am Lagerfeuer eingeschlafen und am nächsten Morgen bei McDonald’s aufgewacht. Nur ein Wimpernschlag in unserer langen Geschichte scheint vergangen zu sein. Urplötzlich ist die Umwelt das Gegenteil von dem, was sie einmal war. Aus Mangel ist Überfluss ge-worden, und wir stehen staunend davor, ohne zu wissen, was das eigentlich für uns und unsere Gesundheit zu bedeuten hat.

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Quelle: International Association for the Study of Obesity

Auch Bewegung ist zur Luxusoption geworden. Manche nehmen diese Möglichkeit wahr, weil es ihnen vernünftig erscheint oder auch ein natürliches Bedürfnis ist, andere verspüren überhaupt keinen Drang dazu und lassen es einfach. Das ist fatal für die Gesundheit.

Unser Organismus ist von Natur aus nicht darauf geeicht, mehrere kalorienhaltige Mahlzeiten pro Tag an sieben Tagen in der Woche zu verarbeiten. Überschüssige Energie wird so unablässig in Form von Fettzellen gespeichert, die besonders in der Bauchregion lokalisiert sind.

Erst in den letzten Jahren hat die Medizin erkannt, dass die Fettzellen dort nicht nur eine Speicherfunktion haben, sondern dass die Fettzellen im Bauchraum über die Produktion von bestimmten Hormonen aktiv in Stoffwechselprozesse des Körpers eingreifen. Fettzellen in der Bauchregion schütten Hormone und Entzündungsfaktoren aus, sogenannte Adipokine und Interleukine, die über das Gefäßsystem im ganzen Körper verteilt werden.

Die Notbremse ziehen

Die ersten Zellen, die mit diesen Faktoren in Kontakt kommen, sind die E-Zellen. Sie werden direkt in ihrer Funktion beeinträchtigt, wodurch ihre Filterfunktion und weitere wichtige Versorgungsaufgaben gestört werden. Die unerfreuliche Konsequenz: Die Zellen der Organe beginnen schneller zu altern (vgl. Abb.).

So ist nicht verwunderlich, dass stark Übergewichtige im Durchschnitt biologisch ein bis zwei Jahrzehnte vorgealterte Gefäße und Organe aufweisen können als gleichaltrige Normalgewichtige.

Dieses spiegelt sich auch an Krankheitszahlen wider: Übergewichtige haben ein deutlich höheres Risiko, an Herzinfarkt oder Schlaganfall, Darm-und Brustkrebs sowie Demenz zu erkranken.

Sogar schon bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich massive Folgen des modernen Junkfoodlebens. So weisen manche übergewichtige, körperlich inaktive Kinder bereits deutliche körperliche Veränderungen auf, die sie biologisch zu 30-Jährigen werden lassen. Die Gefäßwände sind verdickt und deutlich versteift, die Funktion der E-Zelle ist bereits beeinträchtigt. Zum Glück handelt es sich dabei um reversible Veränderungen, die innerhalb von Wochen bis Monaten regenerieren können, wenn die Kinder sich täglich körperlich mehr bewegen, ihre Ernährung umstellen und dadurch Gewicht verlieren.

Alterungsfaktor Cholesterin

Ist in diesem Buch von Stoffwechselerkrankungen die Rede, ist generell der Fett- bzw. Zuckerstoffwechsel gemeint.

Biologisch gesehen versteht man unter dem Begriff »Stoffwechsel« alle Prozesse im Körper, die mit der Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und deren Abbau zu tun haben.

Die zentrale Funktion des Stoffwechsels – der auch als Metabolismus bezeichnet wird – ist die Energiegewinnung durch die Verbrennung von Kohlenhydraten (Zucker) und Fettsäuren (Fettanteilen). Von einer Stoffwechselkrankheit spricht man, wenn es zu einem gestörten Abbau und einer krankhaften Anhäufung und Speicherung von Stoffwechselprodukten gekommen ist. Dies trifft vor allem für den Diabetes, die Zuckerkrankheit zu. In diesem Fall werden Zucker übermäßig aufgenommen, aber nur unzureichend abgebaut. Erhöhte Blutzuckerspiegel sind die Folge, die besonders die E-Zellen, die direkt mit Blut in Kontakt kommen, bei ihrer Arbeit stören und langfristig schädigen.

Cholesterin im Fokus

Eine Hauptrolle beim Fettstoffwechsel spielt das Cholesterin.

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die der Körper vor allem als Baumaterial für Zellwände oder Funktionseinheiten wie Hormone benötigt.

Es wird zum größten Teil im Körper selbst produziert, der Rest an Cholesterin wird über die Nahrung aufgenommen, vor allem über tierische Fette. Das Cholesterin braucht aber sogenannte Transporter mit einer bestimmten Navigationsfähigkeit, die es an die richtigen Stellen im Körper bringen. Dies sind die Eiweiße. Verbindungen, die sie dafür eingehen, werden als Lipoproteine – also als Fett-Eiweiß-Verbindungen – bezeichnet. Sie weisen unterschiedlich ausgeprägte Anteile auf, je nach Transportertypus.

Möglich sind die Varianten HDL und LDL. HDL steht für »High Density Lipoprotein«, LDL für »Low Density Lipoprotein«, ein Kürzel, das sich auf die physikalische Dichte und damit auf das Mengenverhältnis zwischen dem Fett-und dem Einweißanteil bezieht.

Die Lipoproteine LDL und HDL kann man sich als Transporter vorstellen, die das Cholesterin im Körper verteilen und bei Bedarf an die entsprechenden Stellen bringen. Die Leber ist dabei das Schlüsselorgan. Von dort transportiert LDL das Cholesterin über die Gefäße in alle Organe, während das HDL alles wieder aufräumt und überflüssiges Cholesterin entsorgt, d. h. zur Leber zurücktransportiert. Normalerweise ein ausgeglichener Regelkreis. Ist allerdings die Aufnahme von Cholesterin über die Nahrung oder die Bildung in der Leber erhöht, gerät das System in Schieflage. Nun wird mehr Cholesterin über LDL in die E-Zellen und Gefäße transportiert, während der Anteil vom Rücktransporteur HDL unverändert ist.

»Gutes« und »schlechtes« Cholesterin

Bild 57

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Cholesterin – der feine Unterschied: HDL und LDL

HDL wird auch als gutes Cholesterin
bezeichnet.
Eine Gedankenstütze, um sich die
Eigenschaften von HDL zu merken,
heißt:

»Hab dich lieb«.

LDL wird auch als schlechtes Cholesterin
bezeichnet, weil sich diese
Cholesterinvariante ungünstig auf die
Gefäßfunktion auswirkt.
Die Eselsbrücke für das LDL heißt:


»liederlich«.

Die Problematik besteht darin, dass unser Organismus für überschüssiges LDL-Cholesterin nur unzureichend viele natürliche Entsorgungsmechanismen besitzt und seine HDL-Kapazität begrenzt ist. Diese wird auch noch wesentlich durch Übergewicht und Inaktivität beeinflusst, und zwar negativ.

Ein erneuter Blick auf die Evolution verdeutlicht die Hintergründe dafür. In grauer Vorzeit bestimmten Hunger und Entbehrungen das Dasein der Menschen. Und auf diese Situation war alles abgestimmt. Die Evolutionsbiologen wissen einiges über unsere Entwicklung, und es wird angenommen, dass der Steinzeitmensch einst mit einem Cholesterinspiegel von unter 100 mg/dl lebte. Dieser Wert ist auch heute noch bei den meisten Naturvölkern nachweisbar.

Man darf also annehmen, und das gilt als gesichert, dass der zivilisatorische Quantensprung, der über Nacht für alle Nahrung im Überfluss brachte, den menschlichen Stoffwechsel überfordert. Offensichtlich haben wir große Schwierigkeiten, uns an die neuen Bedingungen anzupassen.

Der menschliche Körper ist, zumindest genetisch und von seiner Funktion, auf den Umgang mit Nahrungsüberfluss nicht optimal eingestellt.

Schnelles Einsatzkommando

Zur Schädigung an der E-Zelle kommt es, sobald das eingedrungene LDL beginnt, sich chemisch zu verändern. Diese Modifizierung wird als Oxidation bezeichnet. Erst das oxidierte LDL bildet die Grundlage für das Entstehen eines folgenschweren Teufelskreises, der die E-Zelle angreift und den Alterungsprozess unaufhörlich beschleunigt.

Ein optimaler Cholesterinspiegel – Faustformel

  • Ein Cholesterinspiegel von unter 200 mg/dl wird im Allgemeinen als günstig angesehen. Der HDL-Spiegel sollte dabei über 50 mg/dl, der LDL-Spiegel unter 130 mg/dl angesiedelt sein. (Den Rest von 20 mg/dl machen andere Fette, die Triglyceride, aus.)
  • Gefahr droht erst durch eine dauerhafte Erhöhung des LDL, da dies zu einer Verschiebung des prozentualen Verhältnisses von HDL zu LDL führt. In diesem Fall reichen die HDL-Transporter nicht mehr aus, die E-Zelle von dem sich dort anlagernden LDL zu befreien.

Die E-Zelle antwortet auf das Eindringen von LDL mit dem Andocken von Entzündungszellen mit konsekutiver, stetiger Ausschüttung von Entzündungsstoffen, in der Hoffnung, auf diese Weise das LDL loszuwerden.

Leider bewirken diese ausgeschütteten Entzündungsstoffe eine fatale Reaktion des Immunsystems: Sie rufen Fresszellen auf den Plan, eine Art schnelles Einsatzkommando. Das ist sozusagen die erste Notfallreaktion auf die unerwünschten Eindringlinge. Diese verschlingen das oxidierte LDL, woraus riesige Monsterzellen entstehen, die als Schaumzellen bezeichnet werden. Unter dem Mikroskop sieht man, woher der Name kommt: Die »Schaumzellen« sind mit vielen kleinen Bläschen, den Fettpartikeln, gefüllt.

Eine nachhaltige, also chronische, Schädigung der E-Zelle liegt vor, wenn die Fresszellen nach getaner Arbeit nicht wie im Normalfall in ihren Ruhezustand zurückkehren, sondern in dieser aktivierten Form weiterexistieren – mit verheerenden Folgen.

Generell reicht die Ladefläche eines HDL-Transporters für drei LDL-Einheiten. Somit ist auch das prozentuale Verhältnis von HDL und LDL ein entscheidender Indikator, wenn es um die Aufrechterhaltung der Funktion und somit um das Tempo der Alterung der E-Zelle geht.

Gefährliche Werte

Schaut man sich die Familiengeschichten kranker und gesunder Menschen an, so wird ersichtlich: Chronisch erhöhtes LDL hat eine besondere Bedeutung für die Alterungsprozesse, die in und um die E-Zelle ablaufen.

Besonders deutlich wird das durch das Beispiel von Familien, deren Cholesterinspiegel genetisch bedingt um das Vier- bis Fünffache erhöht ist. Sie können das Cholesterin in der Leber nicht oder nur ganz schlecht wieder aufnehmen. Dies führt dazu, dass sich das Cholesterin wie oben beschrieben frühzeitig ablagert und den Organismus im Zeitraffer altern lässt. Die Gefäße der Betroffenen sehen im Alter von 20 bereits aus wie die von 80-Jährigen. Bleiben die schlechten Werte unentdeckt und unbehandelt, können Menschen mit einer solchen Disposition bereits vor dem 20. Lebensjahr einen Herzinfarkt erleiden.

Alterungsfaktor Zucker

Wie ein Übermaß an LDL-Cholesterin die E-Zelle schädigt, schädigt auch der Zucker ab einer gewissen Konzentration ihre Funktion. Um den Effekt des Zuckers auf die Alterung zu verstehen, ist ein Blick auf die Bedeutung des Hormons Insulin wichtig.

Insulin hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Schlüsselfunktion, sobald es um die Ernährung der Zellen im Körper geht. Erst das Insulin sorgt dafür, dass der im Blut zirkulierende Zucker (aus dem Griechischen abgeleitet Glukose genannt) in die Zellen gelangen kann. So beginnt die Bauchspeicheldrüse bei Nahrungsaufnahme Insulin zu produzieren. Dieses dockt nach einem Schlüssel-Schloss-Prinzip an der Außenhaut der Zellen, der Zellmembran, an, wodurch innerhalb der Zelle eine Kette von chemischen Reaktionen ausgelöst wird. Am Ende dieser Signalkette steht ein Speicher mit Tunnelröhren für Zuckermoleküle. Diese Zuckerkanäle, die »Glukosetransporter«, werden an die Zellwand geschickt und ermöglichen den Transport der Nährstoffe vom Blut in das Zellinnere.

Ohne Insulin als Türöffner können also keine Zuckermoleküle in die Zellen gelangen.

Vor verschlossenen Türen

Der wichtigste Energielieferant für die Zelle sind die Kohlenhydrate, die nach der Verdauung im Darm in ihre kleinsten Bausteine, in Einfachzucker wie Glukose, zerlegt werden. So können sie von den Zellen schnell und unkompliziert zur Energiegewinnung aufgenommen werden.

Zirkuliert wegen chronischer Überernährung zu viel Glukose im Blut, reagieren die Zellen, indem sie sozusagen ihre Pforten schließen: Sie schützen sich vor einer ungesunden Überflutung mit Nährstoffen, indem sie ihre Insulinrezeptoren an der Membran in ihrer Zahl und Aktivität reduzieren.

Die Zelle hält sozusagen ihre Einlasstore geschlossen, wenn draußen ein großer Andrang herrscht. Dieser intelligente Schutzmechanismus sorgt dafür, dass ein Übermaß an einströmendem Zucker die hochsensiblen Bestandteile im Zellinnern nicht schädigen kann. Die logische Konsequenz: Es kommt zum Rückstau des Zuckers im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt chronisch an.

Um diesen Zuckerstau im Blut zu beseitigen, versucht der Körper nun, ihn mit aller Gewalt loszuwerden. Ein Teil wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden, ein anderer Teil in der Leber gespeichert. Der Rest jedoch muss verstoffwechselt und deshalb in die verriegelte Zelle hineingedrückt werden. Die Insulinproduktion wird verdoppelt, verdrei- oder vervierfacht, um so den Zucker wie mit der Brechstange in die Zelle zu quetschen.

Damit steigt neben dem erhöhten Blutzuckerspiegel auch der Insulinspiegel dramatisch an – beides ist Gift für die E-Zelle.

Fatale Kombination

Sowohl das Insulin als auch der Zucker schädigen das hochsensible Ökosystem der E-Zelle.

Der Zucker verklebt die feinen Filter und Transportschächte.

Fatalerweise verbindet sich der Zucker außerdem mit LDL-Cholesterin zu einer unheilvollen Kombination, die den Alterungsprozess der E-Zelle nochmals beschleunigt. Klinisch zeigt sich dies daran, dass Patienten mit Zuckerstoffwechselstörungen (Diabetes) eine Fehlfunktion der E-Zellen aufweisen und frühzeitig Arteriosklerose entwickeln. Nicht selten sind die Zellen und Gefäße durch diese Beeinträchtigungen um 10 bis 15 Jahre vorgealtert.

Alterungsfaktor Bluthochdruck

Die durch Zucker- und Fettstoffwechsel verursachten Veränderungen der E-Zelle ziehen neben diesen unmittelbaren Schäden eine weitere verhängnisvolle indirekte Konsequenz nach sich: Die Gefäße beginnen im Laufe der Zeit zu versteifen und nach und nach an Elastizität zu verlieren.

Grundlage dafür sind Umbauarbeiten als Antwort auf die Beeinträchtigungen, bei denen geschädigtes E-Zellen-Gewebe durch Bindegewebe ersetzt wird. Die Gefäßwand verändert sich und verliert immer mehr an Elastizität. Dies führt zur Erhöhung des Blutdrucks.

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Quelle: Meisinger et al. Journal of Hypertension (2006) 24: 293–299

Zunächst erhöht sich der Blutdruck nur unter Belastung, das heißt, er ist immer nur hoch, wenn man sich gerade anstrengt. Nach einigen Jahren wird der Blutdruck allerdings auch im Ruhezustand erhöht sein. Beide Blutdruckwerte sind davon betroffen, sowohl der systolische als auch der diastolische Wert. Speziell die Erhöhung des diastolischen, also des zweiten Blutdruckwerts, der den Basisdruck anzeigt, weist darauf hin, dass die Elastizität des Gefäßsystems eingeschränkt sein könnte und sich nicht mehr entsprechend weiten kann.

Wie in einem engen Gebirgsbach naturgemäß eine höhere Strömungsgeschwindigkeit herrscht als in einem breiten, ruhig dahinfließenden Fluss, nimmt der Druck in den verengten Gefäßen immer mehr zu.

Schön geschmeidig

Die Elastizität der Gefäße ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich das Blut im Gefäßsystem gleichmäßig verteilen und ein konstanter Druck aufrechterhalten werden kann. Diese natürliche Dehnbarkeit bildet die Grundlage dafür, dass mithilfe einer über Nerven und Hormone vermittelten Eng- und Weitstellung der Gefäße fünf bis sechs Liter Blut exakt dorthin geliefert werden können, wo sie dem aktuellen Bedarf entsprechend benötigt werden.

Geht die Elastizität im Laufe der Jahre zurück, ergibt sich in der Folge durch den steigenden Blutdruck ein weiterer Gefahrenherd für die E-Zelle: Der erhöhte Druck reißt förmlich an den E-Zellen, und das kann zu Mikroverletzungen direkt in der E-Zelle und ihren Rändern führen.

Unter normalen Druckverhältnissen können solche kleinen Verletzungen durch Blutplättchen abgekittet und repariert werden, doch unter erhöhtem Druck ist dies deutlich erschwert. So kommt das Blut über die Einrisse in direkten Kontakt mit der Schicht unterhalb der E-Zelle, was dazu führt, dass Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren andocken, um die Wunde zu verkleben.

Die fatale Konsequenz: Es entsteht ein Blutgerinnsel, ein Thrombus, der das Gefäß dramatisch verengen kann. Im ungünstigsten Fall wird der Thrombus vom Blutstrom abgerissen und mitgenommen und verstopft das Gefäß an einer eng zulaufenden Stelle. An den hauchdünnen Herzkranzgefäßen führt dies zu einem Herzinfarkt, an den haarfeinen Gefäßen im Gehirn zum Schlaganfall.

Alterungsfaktor Rauchen

Neben dem Metabolischen Syndrom greift auch das Rauchen – mit der damit verbundenen Zirkulation von Giftstoffen und aggressiven Radikalen im Körper – in die Funktion der E-Zelle ein und beschleunigt den ohnehin schon schneller ablaufenden Alterungsprozess zusätzlich. So verändern die inhalierten Giftstoffe die bereits ungünstigen LDL-und Zuckermoleküle noch weiter, wodurch der schädigende Effekt auf die E-Zelle verstärkt wird.

Damit wird das Rauchen zum Beschleunigungsfaktor Nummer eins für den Alterungsprozess der E-Zelle.12

Kommen Rauchen und andere Alterungskatalysatoren zusammen, wirkt sich der giftige Zigarettenrauch definitiv negativ auf die Lebenserwartung aus (vgl. Abb.). Wir reden hier von durchschnittlich mindestens zehn Jahren, um die sich das Leben des Rauchers verkürzt, bei Männern und Frauen nahezu gleichermaßen.

Wenn man sich klarmacht, dass 80 Prozent der Nichtraucher das 70. Lebensjahr erreichen, aber nur 50 Prozent der starken Raucher, spricht das Bände. Rauchen verkürzt das Leben im Durchschnitt um zehn Jahre.

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Quelle: R. Doll et al. BMJ (2004) 328: 1519

Ein klarer Fall

Den Zusammenhang von Rauchen und Qualität der E-Zelle zeigt besonders deutlich eine aktuelle Studie aus dem US-Staat Wisconsin: Die Wissenschaftler untersuchten 1500 Raucher mittleren Alters, die etwa eine Schachtel Zigaretten pro Tag konsumierten. Bei denen, die das Rauchen aufgaben, verbesserte sich die E-Zellen-Funktion signifikant, während bei der Gruppe, die weiter rauchte, keine Veränderungen der Situation zu beobachten waren.

Interessanterweise war gleichzeitig eine Verbesserung des HDL-Cholesterins und der Blutzuckerwerte zu beobachten, was den Zusammenhang zwischen Rauchen und Stoffwechsel besonders sichtbar macht.

Auch in Italien hatte das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden nachhaltige Gesundheitseffekte. So traten akute Gefäßverschlüsse im folgenden Jahr um über zehn Prozent weniger auf, denn insgesamt war die Raucherquote in der Bevölkerung nach dem Verbot gesunken. 13

Alterungsfaktor chronische Entzündung

Zu den bisher aufgeführten Alterungsfaktoren gesellt sich ein weiterer Gefahrenherd, der die Alterungsprozesse im gesamten Körper nachhaltig beschleunigt: die Entzündung.

Es verdichten sich die Beweise, dass chronische Entzündungsreaktionen in engem Zusammenhang mit den bereits angesprochenen Alterungsfaktoren stehen. Speziell eine durch die Ablagerungen von LDL erzeugte Immunreaktion scheint der Grund zu sein, dass die kranken E-Zellen chronisch entzündet sind.

Wie bereits beschrieben, führt die überschüssige Immunreaktion dazu, dass sich eingewandertes LDL-Cholesterin chemisch verändert und Fresszellen zu Schaumzellen verwandelt werden. Diese werden wiederum von den Immunzellen angegriffen.

Normalerweise klingt die Entzündung nach einer Immunreaktion ab, nicht jedoch in diesem Fall. Dies scheint der Grund zu sein, dass bei Menschen mit Metabolischem Syndrom sogenannte Entzündungsmarker, allen voran das C-reaktive Protein (CRP), erhöht im Blut nachzuweisen sind.

Giftige Dosis

Übergewicht, fehlende Bewegung, falsche Ernährung und Gifte, wie sie durch das Rauchen in den Körper gelangen, führen über die Jahre zu einer zunehmenden chronischen Entzündungsreaktion, die direkt die Entstehung von Arterienverkalkung, Krebs, Alzheimer und Diabetes bedingt.

Dieser Prozess kann ungehindert beschleunigt werden. So ist bekannt, dass deutlich übergewichtige Kinder bereits Entzündungsreaktionen und Gefäßveränderungen aufweisen, wie sie sonst bei 30- bis 40-Jährigen zu beobachten sind.

Besonders eindrücklich ist eine Untersuchung bei Schwangeren, die Schwangerschaftsdiabetes haben, übergewichtig sind und rauchen. Ihre ungeborenen Kinder weisen bereits Veränderungen der Gefäße auf. Glücklicherweise sind die Veränderungen bei den Kindern nach der Geburt innerhalb von wenigen Monaten rückläufig.

Dieses Szenario illustriert allerdings sehr eindrücklich, dass auch für die E-Zellen und Gefäße der Lebensstil gravierenden Einfluss nimmt und dass die Dosis das Gift macht. Wie Paracelsus bereits im 16. Jahrhundert sagte: »Dosis sola venenum facit« – allein die Menge macht das Gift.

Alterungsfaktor chronischer Stress

Dauernde Belastungen und Anforderungen haben nicht nur schädliche Wirkungen auf die Seele, auch das Herz-Kreislauf-System wird in Mitleidenschaft gezogen. Die schädlichen Wirkungen manifestieren sich bereits im frühen Stadium auch an der E-Zelle.

Chronischer Stress wirkt der gesunden E-Zellen-Funktion und ihren verjüngenden Effekten entgegen: Die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen bedingt einen längerfristig anhaltenden Anstieg des Blutdrucks, eine Blutplättchenaktivierung und eine Verstärkung der Blutgerinnung – alles Faktoren, die die E-Zelle altern lassen.

Aus biologischer Sicht kann Stress durchaus positiv sein, denn durch die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin werden wir in Millisekunden kampf- oder fluchtbereit. Erblickte der Steinzeitmensch auf seiner Jagd plötzlich ein Raubtier, bedeutete diese Begegnung Lebensgefahr, was im Körper unmittelbar zu einem Adrenalinschub führte. Der gesamte Körper war dadurch auf »Kampf oder Flucht« eingestellt. Dieser Zustand bedeutet: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an – alles unbewusst durch das Gehirn initiierte Maßnahmen, die eine schnelle Reaktion möglich machten.

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Quelle: Handschin, Nature (2008) 454, 7203: 463–469

Allerdings sorgt heute chronischer Stress oft dafür, dass sich das System überhitzt, weil es zu oft hochgefahren wird und zu wenig Zeit hat, sich zwischen den Beanspruchungen wieder auf das Normalniveau einzupendeln.

Kommt es zu oft, zu lange und zu heftig zu Stressbelastungen, löst dies im Körper Daueralarm aus. Permanent zirkulieren mehr Stresshormone im Blut, als verbraucht werden, mit der Konsequenz von chronisch erhöhtem Blutdruck, ein Faktor, der Herz und Gefäße altern lässt.

So verwundert es nicht, dass chronischer Stress nicht nur die Lebensqualität massiv beeinträchtigt, sondern auch die Lebenserwartung verkürzen kann.14, 15

Im Spinnennetz der schlechten Gewohnheiten

All dies zeigt: Cholesterin, Zucker, hoher Blutdruck, Entzündungen, Stress und Rauchen sind mehr als Herz-Kreislauf-Risikofaktoren. Es sind Alterungsfaktoren, die die E-Zelle beeinträchtigen. Sie führen zu Fehlfunktionen der E-Zelle, weniger NO und einer eingeschränkten Wirksamkeit dieses Energielieferanten und Lebenselixiers der E-Zelle.

Das Resultat ist ein rasches Voraltern der E-Zellen und damit auch der nachgeschalteten Zellen anderer Organe, und zwar vom Herz über Leber und Nieren bis zum Gehirn.

Wollen Sie eine Verjüngung Ihrer Gefäße erreichen, müssen Sie die Alterungsfaktoren minimieren. Das kann ausschließlich über den Königsweg geschehen: Die aus den Fugen geratene Energiebilanz muss in ihr ursprüngliches Gleichgewicht zurückgeführt werden. Durch mehr Bewegung (Energieverbrauch) und gesündere, maßvolle Ernährung (Energieaufnahme). Allerdings:

Weder Hungern noch weniger essen hat einen entscheidenden Verjüngungseffekt auf die E-Zelle, wenn Sie sich nicht zusätzlich körperlich betätigen.

Allein eine Kombination aus Aktivierung und gesunder Ernährung bringt die Verjüngungsmechanismen in Schwung. Nur so können Sie Ihre biologische Uhr zurückdrehen.

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Quelle: JA Laukkanen et al. Arch Int Med (2001) 161: 825–831