Gefäße – das Versorgungsnetz
Die Gefäße bilden ein weit verzweigtes, kilometerlanges System im Körper. Es gewährleistet die Verbindung und den Informationsaustausch zwischen den Organen, die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff über die Arterien und den Abtransport von Giften wie Kohlendioxid über die Venen.
Diese Vorgänge werden ganz wesentlich durch das im Gefäßsystem zirkulierende Blut und seine Zusammensetzung bestimmt. So bilden die Gefäßwände die Barrieren zwischen Blut in Organen und einzelnen Zellen. Sie regulieren den Transport von Nährstoffen aus dem Blut in die damit zu versorgenden Organe.
Durch ihre Funktion und Ausdehnung in alle Bereiche des Körpers nehmen die Gefäße eine Schlüsselstellung in unserem Körper ein. Sie sind verantwortlich für die gute (oder möglicherweise nicht so gute) Versorgung der Organe und damit auch für ihre Jungerhaltung – und genauso auch für ihre Voralterung.
Die Bedeutung des Gefäßsystems
Schon seit den Zeiten von Leonardo da Vinci wurde vermutet, dass die Funktion des Körpers und der Organe in engem Zusammenhang mit der Funktion des Gefäßsystems stehen müsse. Heute gilt es allgemein als eindeutig erwiesen, dass für eine optimale Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen der Qualitäts- und Leistungszustand der Blutgefäße eine entscheidende Rolle spielt.
Das Fortschreiten der Alterungsprozesse hängt unmittelbar davon ab, wie viel Sauerstoff und Nährstoffe über dieses Versorgungsnetz angeliefert und in die Körperzellen eingeschleust werden können.
So funktioniert unser Versorgungsnetz
Das Blut, das über den Darm oder die Leber mit Nährstoffen und in der Lunge mit Sauerstoff angereichert wird, wird vom Herz in den großen Kreislauf gebracht und innerhalb von Millisekunden über die Hauptschlagader und weitere Verästelungen bis in die kleinsten haarfeinen Gefäße in allen Organen, in die sogenannten Kapillaren, gepumpt (vgl. Abb.).
Diese sind so klein, dass sich gerade noch rote Blutkörperchen, die Transporteure für Sauerstoff – mit einer Größe von 0,000007 Metern – hindurchquetschen und bei dieser Gelegenheit den Sauerstoff abgeben können.
Im Blut lösliche Substanzen wie Energiestoffe – Fette, Blutzucker und Eiweiße –, aber auch Giftstoffe wie Cholesterin gelangen ungehindert in diese Körperregionen.
Die Gefäße, das zentrale Röhrenversorgungssystem des Körpers

Gefäßelastizität für optimale Funktion
Die Blutgefäße sind im gesunden Zustand dehnbar und reaktionsschnell, eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich das Blut im Körper optimal verteilen kann. Bei Wärme wird sich das gesunde Gefäß weiten, bei Kälte oder in Angstsituationen verengen. Je elastischer und je dehnbarer die Gefäßwände sind, desto größer ist ihr Querschnitt, und desto mehr Blut steht ihnen zur Verfügung, um die Versorgung einer jeden einzelnen Körperzelle zu übernehmen.
Das Grundprinzip für den gesunden Stoffwechsel ist somit denkbar einfach: Je besser die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und je besser Schlackenstoffe abtransportiert werden, desto effektiver und ökonomischer können die Organe ihre Arbeit verrichten. Lässt sich diese Funktion über einen möglichst langen Zeitraum – wie etwa über 50 oder 100 Jahre – erhalten, bleiben auch die Organe, die die Gefäße zu versorgen haben, funktions- und leistungsfähig und biologisch jung.
Unvorstellbare Dimensionen
Das Gefäßsystem durchzieht mit seinen Verästelungen – vergleichbar den Ästen eines Baumes – unseren gesamten Körper. Von der zwei bis drei Zentimeter dicken Aorta, der Hauptschlagader, die dem Herzen entspringt, gehen alle Abzweigungen ab. Ihre Verzweigungen reichen bis hin zu den haarfeinen Kapillaren, wie sie sich in den Zielorganen Lunge, Darm, Gehirn oder Nieren befinden.
Es ist ein gigantisches System: Würde man das Netz sämtlicher Blutgefäße heraustrennen, aufschneiden, aufklappen und flach ausbreiten, würde sich eine Fläche von mehreren Hundert Quadratmetern ergeben, das heißt, es würde ungefähr die Größe von einem halben Fußballplatz vor einem liegen.
Diese riesige Fläche bildet die entscheidende Schnittstelle zwischen Außenwelt und Zellfunktion, zwischen Umwelt und Organismus, über die der lebenserhaltende Austausch stattfindet. Der Größenvergleich lässt erahnen, dass in dem Funktions- und Qualitätszustand des Gefäßnetzes ein grundlegender Parameter für unseren Gesundheitszustand verborgen liegt.
Ein geniales Prinzip
Die Oberflächenvergrößerung, die durch das Gefäßsystem erreicht wird, stellt ein entscheidendes biologisches Grundprinzip dar, um höchste Effektivität auf kleinster Fläche zu erzielen. Sie sichert die optimale Versorgung der Zellen beziehungsweise aller Organe. Dies wird am Beispiel der Lunge, des Darms oder der Nieren gleichermaßen deutlich:
Die Lunge sieht dabei aus wie die Traube an einer Weinrebe, mit einer Vielzahl von großen und kleinen Lungenbläschen versehen, die einzeln an den Ästen – den Bronchien der Lunge – hängen. Die Lungenbläschen stellen den Ort dar, an dem der Sauerstoffübertritt aus der eingeatmeten Luft ins Blut stattfindet. Die Größe dieses Systems entspricht, wenn man es aufklappen und nebeneinanderlegen würde, der Fläche eines Handballfelds.
Auch die Darmoberfläche, entscheidend für die Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeit, entspricht mit ihren einer zerknüllten Zeitung ähnelnden zahllosen Ausstülpungen und Ausbuchtungen noch der Fläche von 400 Quadratmetern, vergleichbar mit gut anderthalb Tennisplätzen.
Genauso ist das Geflecht der Nierenkanälchen angelegt, die permanent Blut filtern und entgiften. Es ist viele Kilometer lang und kann so eine langsame, aber stetige Entgiftung aus dem Blut gewährleisten.
Die Verbindungen innerhalb dieser Systeme und zwischen den Organen sind die Gefäße. So erst kann das Ziel der Oberflächenvergrößerung erreicht werden.
Was das Blut alles kann
»Blut ist ein ganz besonderer Saft«, das lässt schon Goethe seinen Mephisto zu Faust sagen, und er hat in vielerlei Beziehung Recht.
Blut hat hohe Qualitäten und ist normalerweise reichlich vorhanden. Je nach Körpergröße und Gewicht sind beim gesunden erwachsenen Menschen 4,5 bis 6 Liter Blut in ständigem Umlauf.
Das Blut erfüllt eine ganze Reihe von lebenswichtigen Aufgaben. Eine Hauptfunktion ist der Transport von Sauerstoff.
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die unter dem Mikroskop aussehen wie Sitzkissen, kann man sich dabei wie kleine weiche Transport-Schlauchboote vorstellen. Sie laden in den Lungenflügeln den eingeatmeten Sauerstoff und transportieren ihn über das Gefäßsystem zu den Organen.
Stofftransport
Nach der Übergabe des Sauerstoffs an die zuständige Zelle wird das Abfallprodukt Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Nährstoffen anfällt, zurück zur Lunge transportiert und abgeatmet. Ebenso wie dieses Gas werden über den Blutstrom auch aus der Verdauung gewonnene Nährstoffe wie Fette, Zucker oder Eiweiße zu allen Zellen des Körpers gebracht und dort bedarfsgemäß verbraucht, weiterverarbeitet oder gespeichert. Die dabei entstehenden Stoffwechsel- oder Abfallprodukte werden dann ausschließlich zu den Ausscheidungsorganen Nieren und Leber geleitet.
Darüber hinaus verteilt das Blut bei diesem Vorgang gleich auch Immunzellen, Gerinnungsfaktoren und Enzyme – auch bekannt unter dem Begriff Eiweißspalter – an den Körper.
Informationstransport
Und dann gibt es da noch die Hormone, die eine wichtige Rolle bei diesen Vorgängen spielen. Hormone sind Botenstoffe, die entsprechenden Organen – beispielsweise im Auftrag des Gehirns – mitteilen, was sie zu tun oder zu lassen haben.
Nervensignale und Hormone können Sie sich vorstellen wie E-Mails und Briefe. Sie verhalten sich so ähnlich zueinander. Das Nervensignal ist die E-Mail: ein elektrischer Impuls, ungemein schnell und präzise, was die Nachrichtenqualität angeht. Hormone hingegen, die Briefe, sind feste Moleküle, die in den unterschiedlichsten Drüsen des Körpers produziert werden und vergleichsweise langsamer ihre Wirkung auslösen. Beispielsweise das bekannte Hormon Adrenalin, das in den Nebennieren entsteht, oder die Schilddrüsenhormone in der Schilddrüse: Setzen die Nebennieren Adrenalin wie bei plötzlicher Angst frei, gelangt dieses Stresshormon über den Blutstrom in die Hautgefäße und führt zu deren Engstellung (weißes Gesicht) und dockt sich am Herzen wie ein Magnet an die Herzmuskelzellen an und löst so eine höhere Schlagfrequenz aus (höherer Puls).
Ähnliches passiert bei der Schilddrüse, die über Informationen vom Gehirn ihre Produktion von Schilddrüsenhormonen dementsprechend herauf- bzw. herunterregelt und so die Aktivitäten und Funktionen aller Zellen im Körper steuert.
Verteilungszentrum
Aufgaben des Bluts sind auch das sogenannte Puffern, das Aufrechterhalten des lebensnotwendigen Säure-Basen-Gleichgewichts und die Thermo- oder Wärmeregulation. Denn das Einstellen der Körpertemperatur auf rund 37 Grad Celsius, die optimale Betriebstemperatur des Körpers, muss gewährleistet sein.
Anhand dieser Beispiele wird verständlich, dass das Gefäßsystem mit dem darin zirkulierenden Blut nicht nur für die unmittelbare Ver- und Entsorgung der Zellen zuständig ist, sondern auch, dass es die zentrale Verteilerfunktion von Informationen im Körper ausfüllt.
Daraus folgt natürlich: Wird das Röhrensystem in seiner Arbeitsweise beeinträchtigt oder gar schwer geschädigt, kann das Blut seine vielfältigen Aufgaben nur noch eingeschränkt und an einzelnen Stellen im Körper überhaupt nicht mehr erfüllen. Die Versorgung der Organe ist dort nicht optimal oder überhaupt nicht mehr gewährleistet. Der Alterungsprozess schreitet schneller voran, als es eigentlich notwendig wäre.
Steife Gefäße = alte Gefäße
Berücksichtigt man all diese lebenswichtigen Aufgaben, die über das Gefäßsystem abgewickelt werden, so wird verständlich, wieso unsere Gesundheit und Vitalität davon in einem hohen Maße abhängen. Der medizinische Grundsatz für Sie lautet:
Je besser Ihr Transport- und Versorgungssystem funktioniert, desto besser funktioniert Ihr Körper.
Doch leider wirkt dieses Prinzip auch umgekehrt: Nimmt die Qualität der Versorgung ab, beginnen die Zellen – und damit Ihr gesamter Körper – schneller zu altern. Schade eigentlich, denn die Natur hat Herz und Gefäße so konstruiert, dass sie bei entsprechend rücksichtsvollem und bewusstem Umgang damit 90 Jahre und länger halten.
Natürlich, es gibt sie, die rüstigen Alten, die noch im hohen Alter vergleichsweise fit im Kopf und flott auf den Beinen sind. Doch leider geben viele Menschen in den Industrienationen ein anderes Bild ab, dabei hätten sie bei gesunder Lebensweise die Chance gehabt, gesünder alt zu werden. Ein Großteil der Menschen ist darum biologisch älter, als er sein müsste. Vorzeitig treten bei ihnen Krankheiten auf, die den Organismus insgesamt schädigen.
Die Wurzel dieses Übels liegt zum großen Teil in der Erkrankung der Gefäße, der Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Das ist eine krankhaft degenerative Versteifung der Gefäße, die meist im Spätstadium zu einer deutlichen Verengung an diesen Stellen führen kann.
Arteriosklerose: verkalktes Blutgefäß

Die gängige Bezeichnung mit dem Begriff »Verkalkung« trifft diese Erkrankung im Kern ganz gut. In der Tat sind die Leitungen des Bluts, die Adern oder Arterien, teilweise verstopft – im Prinzip genauso wie es das Wasserrohrsystem einer Spülmaschine sein kann. Eine gute Durchblutung ist nicht mehr möglich, und diese schlechte Versorgung führt zum Nachlassen der geistigen und körperlichen Fähigkeiten.
Im Grunde ist es hierbei nicht anders als in einem Garten: Die Pflanzen, die nicht ausreichend gegossen und mit Nährstoffen versorgt werden, beginnen vorzeitig zu welken.
Arteriosklerose – altersbedingtes Rosten
Kaum eine Krankheit steht so sehr im Blickfeld der medizinischen Forschung wie die Arteriosklerose – aus gutem Grund, denn daran erkranken und sterben mehr Menschen als an allen anderen Leiden.
Das Tückische ist, dass sie bereits früh beginnen kann und unbemerkt langsam fortschreitet, weil sie über Jahre und Jahrzehnte keine Symptome verursacht oder Beschwerden macht. Sie bemerken also in keinster Weise, dass Ihr Körper Schaden nimmt.
Sogar Kinder, die noch nicht in der Pubertät sind, können, wenn sie zu viel wiegen und sich nicht ausreichend bewegen, erste Zeichen von Gefäßsteifigkeit und Arteriosklerose5 aufweisen.
Charakteristisch für die Arteriosklerose ist die Ablagerung von Blutfetten (Cholesterin), Blutgerinnseln (Thromben) und Kalk in der Gefäßwand, die zu einer bindegewebigen, das heißt narbigen Verhärtung und Versteifung der Gefäße führt. Aus all dem folgt eine stetig fortschreitende Einschränkung der Gefäßelastizität.
Chronische, lokale und systemische Entzündungsprozesse, erkennbar an erhöhten Entzündungswerten im Blut, sind ein Spiegelbild für diesen Prozess, begünstigen und befördern ihn aber auch weiter. Mit der Zeit wird die Gefäßinnenschicht spröde, rau und verhärtet sich.
Man könnte sich diesen Vorgang auch bildlich als »Rosten« der Gefäßoberfläche vorstellen. Die verschiedenartigen Gefäße, die unseren Körper als Autobahnen, Landstraßen, Gassen, Wege oder Pfade durchziehen, werden immer enger. Der Verkehr staut sich an den Engpässen, die den Blutfluss wie eine einspurige Verkehrsführung behindern. Die Konsequenz: Die Zellen, die sich hinter den Engstellen befinden, bekommen immer weniger Lebenssaft zur Verfügung gestellt. Somit setzen mit dem zunehmenden Voranschreiten der Arterienverkalkung auch die Alterungsprozesse der Organe unnötig früh ein, teilweise schon im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt. 5, 6
Was ist das, Arteriosklerose?
Der Vorgang:
Die Innenwände der Schlagadern oder Arterien werden durch Ablagerungen verengt und verhärten sich. Man spricht von einer Gefäßverkalkung, wie bei einem Wasserrohr.
Der Grund:
Fett lagert sich über Jahre in die Gefäßwände ein und führt zur Entzündung. Die Gefäße verlieren an Elastizität. Ihr Durchmesser vermindert sich zunehmend. Das Blut kann nicht mehr ungehindert hindurchfließen.
Die Folge:
Es steigt das Risiko, dass sich die Arterien verschließen. Mit der Konsequenz eines Schlaganfalls, Herzinfarkts oder von Durchblutungsstörungen in den Beinen. Die Gefahr, dass dies passiert, steigt mit zunehmendem Alter und wird durch einen schlechten Lebensstil – zu viel Gewicht, zu wenig Bewegung und Rauchen – und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren begünstigt.
Was genau passiert:
Weiße Blutkörperchen, der Abräumdienst des Körpers, wandern aus dem Blut in die Gefäßwand. Dort nehmen sie verändertes, abgelagertes Cholesterin auf. Wird das System überlastet, sterben diese Zellen. Dies verursacht eine Entzündungsreaktion in der Gefäßwand. Dabei werden Entzündungs- und Wachstumsfaktoren freigesetzt, die viele weitere Blutzellen anlocken.
Die Gefäßwand wird umgebaut. Um die Ansammlung von Cholesterin und Zellen entwickelt sich eine bindegewebsartige Kapsel. Das ist der arteriosklerotische Plaque.
Ist die Kapsel dünn und reißt ein, lagern sich in Millisekunden Blutplättchen an, formen sich zu Gerinnseln und verschließen das Gefäß. Die Blutversorgung ist akut gestoppt. Am Herz heißt das: Herzinfarkt. Am Gehirn bedeutet das Gehirnschlag oder auch Schlaganfall. I
Eine Wohlstandskrankheit
Die Arteriosklerose hat sich mit dem Wohlstand in den Industrienationen ausgebreitet. Spielten degenerative Gefäßveränderungen mit Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall noch bis zum Zweiten Weltkrieg eine sehr untergeordnete Rolle, so hat sich die Krankheit seit Beginn des Wirtschaftswunders in den Fünfzigerjahren zu einem Problem für den Großteil der Bevölkerung entwickelt.
So unglaublich es klingt: Mehr als die Hälfte der Deutschen haben deutlich verkalkte Gefäße, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen und die Organe unnötig früh altern lassen.
Auch hier gilt: Sind die Gefäße am Herzen verengt, wird dieses in seiner Pumpleistung bedrohlich eingeschränkt, und es entwickelt sich eine Herzmuskelschwäche, die sogenannte Herzinsuffizienz. Sind darüber hinaus die Gefäße, die für die Versorgung des Gehirns verantwortlich sind, verengt, kommt es auch dort zu Fehlfunktionen mit Schwindelgefühl, Schlaganfällen oder Demenz.
Wir altern über unsere Gefäße
Der umgangssprachliche Begriff »Durchblutungsstörung« bezeichnet treffender als jeder medizinische Fachbegriff die Folgen einer Arteriosklerose. Deshalb lautet die zentrale Botschaft der Herz-Kreislauf-Wissenschaft der letzten Jahrzehnte: »Der Mensch altert über seine Gefäße.«
Der Zustand des Gefäßsystems spiegelt demnach den Verschleiß- und Abnutzungszustand des Körpers exakt wider.
Wie bei einem Auto, das von außen betrachtet angerostet, verkratzt und eingebeult sein kann, aber unter der Kühlerhaube einen optimal gewarteten Motor mit einem entsprechend intakten Leitungssystem verbergen kann, spiegelt auch der innere Zustand des Herz-Kreislauf-Systems das leistungsfähige, biologische Alter wider. Wie dieses System funktioniert, wie es jung bleiben kann und wie sich die Alterungsfaktoren negativ auswirken, soll im Folgenden beschrieben werden.