Sören betrachtete sich eine Weile im Spiegel des Badezimmers. Länger als sonst. Die grauen Haare an den Schläfen nahmen langsam überhand. Er reckte den Hals und strich mit der Hand über die Haut. Ein paar Falten, nun gut, immerhin waren noch keine Altersflecken auszumachen. An Martin waren die Jahre weniger schonend vorbeigegangen. Sein Freund sah gut und gerne zehn Jahre älter aus, obwohl sie nur wenige Monate trennten. Entschlossen griff Sören nach dem Tiegel und seifte sein Gesicht ein. Dann zog er den Stahl mehrmals über das Leder. Tilda würde begeistert sein. Sie hatte den Bart nie leiden können. Nicht nur, weil er eben kein kaisertreuer Geselle war, wie sie es spaßeshalber auszudrücken pflegte, sondern weil sie der Bart beim Küssen kratzte. Doch dies war nicht der wirkliche Grund für seinen Entschluss. Behutsam setzte er die Klinge an und führte sie über die Haut. Es hatte ja nichts Endgültiges. Einen Bart konnte man schließlich nachwachsen lassen. Vielleicht in anderer Form.
Nachdem er den restlichen Schaum aus dem Gesicht gewaschen hatte, betrachtete er sich erneut. Das Ergebnis überraschte ihn mehr, als er erwartet hatte. Vorsichtig strich er über die nackte Haut. Es war ein ungewohntes Gefühl, ungewohnt wie sein Aussehen. Seine Gesichtszüge wirkten plötzlich schmal, und Sören überlegte, wie lange er den Bart getragen hatte, konnte sich aber nicht genau entsinnen. Mit einem Alaunstift stoppte er die Blutung an der Oberlippe und nickte zufrieden. Wenn er sich schon selbst kaum wiedererkannte, würde es anderen ebenso schwerfallen. Er war gespannt, was Martin sagen würde. Der Nachricht zufolge, die er vor Sörens Zimmertür gelegt hatte, wollte er in einer halben Stunde zurück sein. Mit frischen Brötchen. Sören zog sich an und ging hinunter in die Küche, um den Frühstückstisch zu decken.
«Du bist schon auf?», fragte Martin und blickte amüsiert zur Uhr, als er sich an den gedeckten Tisch setzte. Es war bereits nach zehn, und Sören knurrte allmählich der Magen. «Es tut mir leid, dass ich mich verspätet habe, aber ich hatte noch einen Behandlungstermin und musste endlos lange im Wartezimmer sitzen.»
«Etwas Ernstes?» Sören nahm die Brötchentüte entgegen. Nur mit einem Stirnrunzeln hatte Martin die Veränderung von Sörens Aussehen quittiert.
Martin schüttelte den Kopf. «Nein, ich habe zweimal wöchentlich Behandlungen in dem neuen Institut an der Rothenbaumchaussee. Ich hatte dir doch von meinen ständigen Kopf- und Nackenschmerzen erzählt. Das zieht sich nun schon mehr als ein halbes Jahr hin. Und seit man mir dort mit dieser Influenzmaschine zu Leibe gerückt ist, verspüre ich schon eine deutliche Besserung.»
«Influenzmaschine?»
«Ja, hast du davon noch nichts gehört? Influenzmaschine und Oszillator. Mit deren Hilfe lässt sich die normale Bewegungsschwingung der körperlichen Zellen wiederherstellen. Wenn die nämlich aus dem Lot geraten ist, kann es zu allen möglichen körperlichen Beschwerden kommen. Ich habe vor einigen Wochen einen Vortrag über diese Schwingungstheorie gehört. Das ist etwas ganz Neues, und diese Heilkunst funktioniert wunderbar.»
«Aha.» Sören verdrehte die Augen. Wöchentlich las man in den Zeitungen irgendwelche Anzeigen über neue Heilkünste und medizinische Erkenntnisse. Dabei schien die Zeit der einfachen Scharlatane, Wunderheiler und Handaufleger vorbei zu sein. Nun präsentierte man sich im weißen Kittel und rückte den Patienten mit irgendwelchen martialischen Maschinen zu Leibe. Welchem Hokuspokus sein Freund da auch aufgesessen war, Sören war sich sicher, dass Martin bestimmt ein halbes Vermögen für die Behandlungen ausgeben musste. Nun, es traf wenigstens keinen Armen. Und wenn es tatsächlich half, hatte die Sache ja zumindest teilweise ihren Zweck erfüllt, auch wenn sich Sören sicher war, dass es wohl eher der Glaube an die Behandlungsmethode war, der für die Linderung der Beschwerden sorgte. «Nein, davon habe ich tatsächlich noch nichts gehört.»
«Höre ich da etwa ein Fünkchen Ironie aus deinen Worten?»
«Wie käme ich dazu?» Sören musste unweigerlich grinsen.
«War nur so eine Idee.» Natürlich hatte Martin ihn längst durchschaut. Sie kannten sich einfach schon zu lange. «Steht dir übrigens gut – war aber unnötig.» Lächelnd reichte er Sören den Correspondenten, den er mitgebracht hatte. «Alles Weitere steht auf Seite vier.»
Neugierig schlug Sören die Zeitung auf und blätterte auf die entsprechende Seite. Tragischer Unfall am Hühnerposten. Sören überflog den Artikel. Was da stand, war unglaublich. Demnach wurde der Fenstersturz, bei dem ein Gast des Hotels Victoria zu Tode gekommen war, als tragischer, jedoch vermeidbarer Unfall angesehen. Der Artikel endete mit einer anklagenden Kritik gegen die baupolizeilichen Vorschriften bei öffentlichen Gebäuden in der Stadt, deren Gestalt häufig genug nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen würde. Vor allem die niedrigen Fensterbrüstungen in den oberen Etagen älterer Bauten seien, wie im vorliegenden Fall, schuld daran, dass es immer wieder zu tragischen Unfällen komme. Kein Wort von einem Verbrechen. Sören legte die Zeitung beiseite. «Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.»
Martin biss genussvoll in sein mit Schinken belegtes Brötchen. «Daff heifft …» Er schluckte den Bissen hinunter. «Entschuldigung. Das heißt, deine Sorge war völlig umsonst. Kannst dir den Bart wieder ankleben. Die Polizei sucht nicht nach dir.»
«Und wenn das eine Falle ist?»
Martin schüttelte den Kopf. «Quatsch. Du bist doch kein Schinderhannes.»
«Aber die Tat an sich bleibt davon unberührt.»
«Mag sein. Du hast jetzt jedenfalls freie Hand, der Sache auf den Grund zu gehen. Das Versteckspiel hat ein Ende. Noch Kaffee?»
«Ja, danke. – Klingt, als wenn du mich loswerden willst.»
Martin schenkte nach. «Klar, so schnell wie möglich. Was hast du denn gedacht?» Er lachte auf. «Ich umgebe mich nicht gerne mit mörderischem Gesindel. Nein, im Ernst: Mathilda wird dich lieber heute als morgen zurückhaben wollen. Sie wirkte ja gestern schon ganz aufgelöst. Milch?»
«Gerne. Kümmerst du dich trotzdem um dieses Bankschreiben?»
Martin nickte. «Kann ich machen.» Ein schrilles Klingeln tönte aus der Halle. «Du entschuldigst?» Martin wischte sich mit der Serviette den Mund ab und erhob sich schwerfällig. Als er vom Telefonapparat zurückkam, hatten sich seine Gesichtszüge verändert. Irgendetwas schien ihn zu bedrücken.
«Schlechte Nachrichten?», fragte Sören.
«Seltsame Nachrichten, würde ich sagen.» Martin legte die Stirn in Falten und blickte Sören nachdenklich an. «Wenn man vom Teufel spricht … In diesem Fall allerdings eher von einer bezaubernden Teufelin. Das war deine Frau. Fräulein Paulina hat sich soeben bei ihr gemeldet. Sie war sehr aufgeregt und lässt ausrichten, du mögest bitte sofort in die Kanzlei kommen. Die Polizei sei da.»
Sie hatten noch eine Weile darüber spekuliert, was die Polizei überhaupt schon wissen konnte, waren aber letztendlich zu dem Ergebnis gekommen, dass es am besten wäre, wenn sich Sören den Tatsachen erst einmal stellen würde. Martin hatte angeboten, ihn zu begleiten, aber Sören hatte abgelehnt. Mit einem «Du hörst von mir» hatte er sich von seinem Freund verabschiedet. Auch den Gedanken, vorher zu Hause vorbeizuschauen, hatte Sören verworfen. Das würde es nicht einfacher machen.
Die ganze Fahrt über grübelte Sören darüber nach, was er den Beamten erzählen sollte. Schließlich kam er zu dem Entschluss, so lange wie möglich bei der Wahrheit zu bleiben. So abenteuerlich und unglaubwürdig seine Version der Geschichte auch klingen mochte, es war schließlich die Wahrheit.
Eine knappe Viertelstunde später betrat Sören, auf alles gefasst, seine Kanzlei. Fräulein Paulina kam ihm schon auf dem Flur aufgeregt entgegen. «Hat Ihre Frau Gemahlin Sie erreicht? Schön, dass Sie gleich gekommen sind. Es ist ja so furchtbar …»
Fräulein Paulina war völlig aufgelöst und zitterte am ganzen Körper. Sie war zwar schon immer leicht aus der Fassung zu bringen gewesen, aber so erregt hatte er seine Angestellte bislang selten erlebt. Seit mehr als zehn Jahren arbeitete sie als Sekretärin und Hilfskraft in der Kanzlei, und sie waren ein eingespieltes Team. Er vertraute ihr – nein, mehr noch, er mochte sie. Wahrscheinlich lag es an ihrem unterkühlten, spröden Charme. Häufig genug ertappte sich Sören bei der Frage, warum sie keinen Mann gefunden hatte, denn obwohl sie bereits knapp vierzig Jahre alt war, wirkte sie keinesfalls wie eine alte Jungfer. Sie war ausgesprochen groß und schlank gewachsen, hatte ein markantes Gesicht mit einer leicht gebogenen Nase und kräftigen Zähnen. Ihre fast strenge Erscheinung, die durch ihre pechschwarzen Haare nochmals unterstrichen wurde, passte so überhaupt nicht zu ihrem nervösen Wesen. Soweit Sören wusste, wohnte sie zusammen mit ihrer früh verwitweten Schwester in einer kleinen Wohnung am Grimm. Nur einen Katzensprung von ihrer Arbeitsstelle entfernt, weshalb sie häufig die Erste in der Kanzlei war – und oft genug als Letzte ging. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum hatte Sören ihr etwas Persönliches schenken wollen und ihr neben einer kleinen Gehaltserhöhung einen Gutschein für ein Essen bei Hambachers überreicht – für zwei Personen. Als die Gutschrift nach zwei Monaten immer noch nicht eingelöst war, hatte er sie gefragt, ob er sie denn selbst begleiten dürfe, was ihr zuerst sehr unangenehm gewesen war, aber dann hatte sie den Abend sichtlich genossen. Seither blickte sie ihn immer an, als wenn sie ein gemeinsames Geheimnis hätten.
In diesem Augenblick hätte er sie am liebsten tröstend in den Arm genommen. «Nun machen Sie sich mal keine Sorgen. Ich bin da, und der Rest wird sich aufklären.» Er schaute sich um. «Wo sind denn die Beamten?»
«In Ihrem Büro. Die Polizei hat alles abgesperrt. Man sagte mir, es gebe vielleicht verwertbare Spuren. Es ist ja ein völliges Durcheinander. Alles liegt drunter und drüber.»
Langsam dämmerte Sören, was geschehen sein musste. Allem Anschein nach waren seine Sorgen völlig unbegründet. «Ein Einbruch?», fragte er vorsichtig.
Fräulein Paulina nickte. «Ich habe kurz vor acht aufgesperrt. Zuerst wirkte alles wie immer. Aber Ihr Arbeitszimmer …» Sie schüttelte fassungslos den Kopf. «Ein solches Chaos. Selbst den Tresor hat man aufgebrochen.»
Sören machte einen tiefen Atemzug. Ob aus Erleichterung, wusste er selbst nicht zu sagen. «Sie haben alles richtig gemacht», meinte er beruhigend und lächelte sie an. «Dann wollen wir mal sehen, wie groß der Schaden wirklich ist.»
Der Polizist, der Sören gegenübertrat, war noch sehr jung und seinem Auftreten nach auch unerfahren. Erst nachdem Sören sich als Hausherr zu erkennen gegeben hatte, stellte er sich als Bezirkskommissar der Kriminalpolizei vor. Sein Vorgesetzter kam wenige Augenblicke später aus Sörens Arbeitszimmer. «Tja, da kannte sich jemand aus.» Er reichte Sören die Hand. «Herr Doktor Bischop? Angenehm. Leutnant Rosskopf. Wir sind mit der Aufnahme so weit fertig. Nach dem, was wir vorgefunden haben, lässt sich schon so viel sagen: Da war ein Profi am Werk. Die Art, wie man Ihren Panzerschrank geknackt hat … Wer auch immer es war, er hat’s nicht zum ersten Mal gemacht. Ich kann nur hoffen, es war nicht zu viel Bargeld im Tresor.»
Polizeileutnant Rosskopf überragte Sören um Haupteslänge. Er hatte die Statur eines Athleten. «Ich wurde gerade verständigt, ärgerliche Sache», sagte Sören.
Rosskopf machte eine einladende Handbewegung. «Sie können gerne hereinkommen. Mit der Aufnahme möglicher Spuren sind wir fertig. Ich warte jetzt nur noch auf den Fotografen. Haben Sie einen Verdacht?»
Sören blickte ins Zimmer und erschrak. Fräulein Paulina hatte nicht übertrieben. Ihm offenbarte sich wirklich ein heilloses Durcheinander. Sämtliche Schubladen waren aus den Registraturen gezogen, und der Inhalt lag auf dem Fußboden verstreut. Im selben Augenblick verkrampfte sich sein Magen. Er wusste nur zu genau, was das zu bedeuten hatte. Es konnte kein Zufall sein. Der Kerl musste ihm gestern doch bis hierher gefolgt sein. Dabei hatte er so viele Haken geschlagen. Was, verdammt nochmal, war so wichtig an den Papieren von Otte? Nicht er war das Ziel gewesen. Die Unterlagen waren der Grund, warum der Mann ihm gefolgt sein musste. Aber um dies zu erklären, war es der falsche Moment. Er schüttelte den Kopf.
«Es wäre schön, wenn Sie uns möglichst schnell eine Liste des Diebesgutes zusammenstellen könnten. Ach ja, bevor ich es vergesse: Das Schloss an Ihrer Eingangstür sollten Sie austauschen lassen. Wir haben zwar keine Einbruchsspuren finden können, aber so ein altes Schloss macht jeder Schränker im Handumdrehen mit einem einfachen Dietrich auf.»
«Ich werde es beherzigen.» Fräulein Paulina hatte in der Zwischenzeit Kaffee aufgesetzt und kam mit einem Tablett herein.
«Sehr aufmerksam», sagte Rosskopf. «Vielen Dank. Zwei Stücke Zucker. Mehr gibt es für uns eigentlich nicht zu tun.»
«Kommt so etwas häufiger vor?», fragte Sören.
Der Leutnant nippte vorsichtig am Kaffee. «Das sollten Sie doch wissen. Sie sind doch vom Fach. Einbruchmeldungen müssen wir fast täglich nachgehen. Aber das hier …» Er deutete auf die offene Tresortür. «Das macht man nicht im Vorbeigehen. Dafür wird schweres Werkzeug benötigt, und das schleppt man nicht so einfach mit sich herum. Sieht nach einer gezielten Tat aus. Der Täter wusste, was er wollte.» Rosskopf blickte auf das Tohuwabohu auf dem Boden. «Wenn man Geld sucht, reißt man keine Dokumentenmappen auseinander. Der oder die Täter waren auf etwas anderes aus.»
Er musste sich dringend mit Martin in Verbindung setzen. Wenn man ihm gefolgt war, kannte der Täter womöglich auch seinen letzten Aufenthaltsort.
«Wer wusste von der Existenz des Panzerschranks?»
«Nur ich und meine Mitarbeiterin.» Sören stockte einen Moment. «Und einige meiner Mandanten wahrscheinlich.»
«Eben.» Leutnant Rosskopf setzte eine Kennermiene auf. «Wie ich annehmen darf, sind wohl hin und wieder auch ein paar schwere Jungs darunter.»
Dem konnte Sören kaum widersprechen, auch wenn er diese Mandanten meist über Pflichtmandate verteidigte und dementsprechend fast alle Gespräche mit ihnen im Untersuchungsgefängnis stattfanden. Andererseits gab es im Nachhinein schon mal den einen oder anderen Besuch in der Kanzlei. Aber hier lag der Fall anders. Der Einbruch hatte nichts mit seiner Arbeit zu tun. Dennoch lag Leutnant Rosskopf mit seiner Vermutung natürlich richtig. Sören zuckte ahnungslos mit den Schultern. «Ich wüsste nicht, was die hier gesucht haben könnten. Im Tresor war nicht viel Geld. Ich bewahre in meinem Büro keine Wertsachen oder kostbaren Dinge auf … Und die Akten … Viele von den wirklich schweren Jungs können doch meistens nicht mal lesen.»
Der Polizeileutnant leerte den Becher. «Trotzdem möchte ich Sie bitten, im Kommissariat einen Blick in unsere Kartei zu werfen. Da haben wir einige Burschen drin, die auf so etwas spezialisiert sind.» Er deutete abermals auf den Geldschrank. «Schauen Sie. Man hat nur vier Löcher gebohrt und dann ein Stemmeisen angesetzt. Die wussten genau, wo man bohren muss, das heißt, sie kannten das Modell.»
Nachdem der Polizeifotograf seine Arbeit beendet hatte, rückten die Beamten ab. Zuvor hatte Sören Polizeileutnant Rosskopf versprochen, wegen der Verbrecherkartei noch heute ins Kommissariat zu kommen. Jedes andere Verhalten wäre auch zu auffällig gewesen, obwohl sich Sören nicht wirklich etwas von diesem Abgleich versprach. Dass sich einer der Mandanten seine hiesigen Ortskenntnisse zunutze gemacht hatte, konnte er jedenfalls ausschließen.
«Und dann wäre es schön, wenn Sie bitte alles zur Mandatsübernahme im Fall David Bischop vorbereiten würden. Die Papiere nehme ich nachher gleich mit.»
Fräulein Paulina blickte ihn verstört an. «Sie wollen selbst …?»
Sören nickte. «Ja. Stellen Sie bitte vorher noch eine Verbindung mit Rotherbaum 228 her. Herr Hellwege, Sie wissen schon. Es ist wichtig. Wenn er nicht im Haus sein sollte, versuchen Sie es bitte in seinem Kontor im Dovenhof. Ich werde hier jetzt erst mal für Ordnung sorgen.»
Seine Gedanken waren nur noch beim Fall Otte. Die Dokumente waren jedenfalls in Sicherheit, das hatte ihm Martin am Telefon mitgeteilt. Aber er fühlte sich auf Schritt und Tritt verfolgt. Auf dem Weg zum Untersuchungsgefängnis hatte Sören sich gleich mehrfach dabei ertappt, wie er sich nach scheinbar unauffälligen Passanten umgedreht hatte, er war Umwege gegangen und hatte Haken geschlagen wie ein Kaninchen auf der Flucht. Er wurde das Gefühl nicht los, ständig beobachtet zu werden. Selbst hier im Stadthaus war ihm so, als spürten ständig ein paar Augenpaare jeder seiner Bewegungen nach. Der junge Polizist zum Beispiel, der ihm den Karteikasten mit den anthropometrischen Karten vorgelegt hatte. Während Sören Karte für Karte genauestens studierte, haftete sein Blick an ihm, als dürfte ihm keine noch so kleine Veränderung in Verhalten oder Mimik entgehen.
Sören ließ sich Zeit beim Betrachten der einzelnen Karteikarten aus dem Verbrecheralbum. Etwa dreihundert Karten mochten im Kasten vor ihm stecken, jede sorgfältig beschriftet mit Angaben zur Person, allgemeinen Personalien sowie Maßangaben einer exakten körperlichen Vermessung, besonderen Kennzeichen und einer kurzen Beschreibung begangener Verbrechen. Zwei Fotografien, je eine frontal und eine zweite im Profil, vervollständigten auf den meisten Karten die Angaben. Polizeidirektor Roscher hatte ganze Arbeit geleistet. Annähernd hundert Bände mit mehr als 40 000 Fotografien zu fast 200 000 Personen hatte er in nur zehn Jahren Amtszeit als Generalkartenregister anlegen lassen. Diese Verbrecheralben stellten inzwischen das Herzstück der Polizeifahndung dar. Im Karteikasten vor ihm waren nur solche Personen aufgeführt, die sich als Einbrecher auf Panzerschränke und Tresore spezialisiert hatten und derzeit nicht in Haft saßen. Bislang war Sören noch kein einziges ihm bekanntes Gesicht begegnet. Während er die Gesichter weiter studierte, überlegte Sören, was nur so wichtig an Ottes Unterlagen sein konnte. Irgendetwas mussten sie übersehen haben.
«Nein, von denen kenne ich niemanden.» Sören steckte die letzte Karte zurück in den Kasten. Er dachte daran, ob man von David wohl auch eine solche Karte angefertigt hatte. Das nächste Mal, wenn er ihn im Untersuchungsgefängnis besuchte, würde er ihn darauf ansprechen. Vorhin hatte er einen recht guten Eindruck auf ihn gemacht. Einen besseren jedenfalls als beim ersten Besuch. Mit Erleichterung und einem dankbaren Lächeln hatte David reagiert, als Sören ihm sagte, dass er sich persönlich der Dinge annehmen werde. Den Tod von Waldemar Otte hatte er wohlweislich nicht erwähnt.
Polizeirat Schön war tatsächlich im Haus. Distanziert wie immer hatte er Sören empfangen. Dem Umstand, dass Sören mit seinem Klienten so gut wie verwandt war, wollte er anscheinend keine Aufmerksamkeit schenken. Zumindest vorerst nicht. Während Sören die Vernehmungsprotokolle studierte, trommelte Schön nervös mit den Fingern auf die Tischplatte.
«Der Zeuge hatte bedauerlicherweise einen Unfall», sagte Schön teilnahmslos.
Sören blickte ihn an, als wisse er von nichts.
«Waldemar Otte. Der Zeuge, der bei der Tat zugegen war.»
«Ich würde den Zeugen natürlich gerne zu seinen Angaben befragen, wie Sie sich vorstellen können.»
Schön räusperte sich. «Nun, das wird nicht möglich sein.»
Sören blickte auf und runzelte die Augenbrauen, sagte aber nichts.
«Der Mann ist tot. Er stürzte gestern aus dem Fenster seines Hotels. Ein bedauernswerter Unfall.»
«Ein Sturz aus dem Fenster?», fragte Sören mit Unschuldsmiene. «Ich habe so etwas heute Morgen im Correspondenten gelesen. Irgendwo am Hühnerposten. Welch seltsamer Zufall.» Er blickte Schön durchdringend an. «Ein Verbrechen können Sie ausschließen?»
«Ja.» Polizeirat Schön zwirbelte seinen Schnauzer. «Es gibt keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen. Der Zustand des Leichnams zeigte keine Auffälligkeiten, und auch die Befragung des Hotelpersonals ergab keine Anhaltspunkte, die auf eine Straftat hindeuten könnten. Der Mann muss beim Öffnen eines Fensterflügels über die Brüstung gestürzt sein.»
Sören widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem Protokoll mit der Zeugenaussage. Der Angestellte an der Rezeption hatte sich also nicht an ihn erinnert. Oder hatte ihn der Mörder bestochen? Er selbst hatte nur gesehen, dass die beiden miteinander gesprochen hatten, wusste indes nicht, worüber. Aber der Kerl hatte in seine Richtung gezeigt. Irgendetwas war hier faul. Sören versuchte, sachlich zu bleiben und sich nichts anmerken zu lassen.
«Wurde Herr Otte dazu befragt, was er zur Tatzeit in der Gegend zu suchen hatte?»
«Aber mein lieber Doktor Bischop.» Der Polizeirat setzte ein wissendes Lächeln auf. «Es ist wohl stark anzunehmen, dass er das Amüsement gesucht hat, wie jeder, der sich des Nachts auf die Reeperbahn begibt. Waldemar Otte stammte aus Danzig. Ich kenne die Stadt nicht näher, aber ich schätze, dass es ein vergleichbares Viertel dort nicht gibt.»
«Er wurde also nicht genauer dazu befragt», kommentierte Sören und las weiter. «Hier steht, er habe beobachtet, wie mehrere Personen auf das spätere Opfer einschlugen. Hat Waldemar Otte irgendwelche Angaben dazu gemacht, womit auf das Opfer eingeschlagen wurde?»
Schön schüttelte nachdenklich den Kopf, während Sören laut weiterlas.
«Da er einen Raubüberfall vermutete, verständigte er den nächsten Wachtmeister und kehrte in dessen Begleitung an den Ort des Geschehens zurück, wo man die Leiche von Simon Levi entdeckte. Mit Hilfe mehrerer hinzugezogener Polizisten durchkämmte man daraufhin die Lokalitäten in der näheren Umgebung, bis die gesuchten Personen in der Gaststätte Zum kleinen Fässchen durch den Zeugen identifiziert werden konnten. Drei der Personen entzogen sich durch Flucht der Festnahme, ein Vierter konnte in Gewahrsam genommen werden. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den …» Sören machte einen tiefen Atemzug. «David Bischop.» Er blickte Schön provozierend an. «Sie kennen ja seine Aussage.»
«Allerdings.»
«Mein Mandant leugnet nicht, das spätere Opfer geschlagen zu haben.»
«Doktor Bischop. Es ist müßig, hier über die Aussagen eines Verdächtigen bezüglich des Tathergangs zu streiten. Er wurde zweifelsfrei als einer der an der Tat Beteiligten vom Zeugen identifiziert.» Schön machte eine kurze Pause. «Und er war in Begleitung umtriebigen Gesindels. Die Namen sind uns bekannt, und meine Leute halten die Augen offen.»
«Haben Sie bereits Nachforschungen wegen der Frau eingeleitet, die nach Aussage meines Mandanten am Geschehen beteiligt war?»
Polizeirat Schön erhob sich und streckte Sören die Hand zur Verabschiedung entgegen. «Doktor Bischop. Sie können sicher sein, wir tun alles, was wir für nötig halten.»
Pünktlich um halb acht betrat Sören den Convent Garten. Nicht wie sonst über den Eingang an der Fuhlentwiete, vor dem sich heute sogar eine kleine Schlange gebildet hatte, sondern über das Portal an der Kaiser-Wilhelm-Straße, das den Besitzern einer Logenkarte vorbehalten war. Mathilda hatte die Karte für ihn an der Abendkasse hinterlegt. So, wie es aussah, war das Konzert restlos ausverkauft. Auf der Treppe zum Rang staute sich bereits das Publikum, das nach oben drängte. Im Foyer vor den Logen war es nicht weniger voll.
Wohin Sören auch blickte, überall sah er bekannte Gesichter, als hätte sich ein Teil der städtischen Prominenz am heutigen Abend auf ein Stelldichein verabredet. An der Garderobe erkannte er Gustav Amsinck, der dem alten Münchmeyer, beschwerlich auf einen Stock gestützt, aus dem Mantel half. Münchmeyer mochte auf die Neunzig zugehen, und man sah ihn nur noch selten in der Öffentlichkeit. Neben ihnen machte er Emil Wohlwill aus, den Direktor der Norddeutschen Affinerie, und unweit dahinter identifizierte Sören die geschwungene Adlernase und die leuchtend blauen Augen von Senator Burchard, seinem alten Kontrahenten, dessen Blick auf das Dekolleté einer Sören nicht näher bekannten Begleitung geheftet schien. In früheren Jahren hatten sie sich am Steuer ihrer Segelboote erbitterte Duelle auf Alster und Elbe geliefert. Sören musste unweigerlich schmunzeln. Die Dame an Burchards Seite war nicht seine Gemahlin.
Nachdem er der Garderobiere seinen Rock gereicht hatte, führte ihn eine junge Platzanweiserin zu seiner Loge, die bis auf einen einzigen Platz hinter einer hünenhaften Gestalt bereits belegt war. Als er sich gesetzt hatte, musste Sören feststellen, dass ihm der Blick auf die Bühne durch den Riesen tatsächlich verwehrt wurde. Während er versuchte, je nach Kopfhaltung des Mannes vor ihm abwechselnd rechts oder links an ihm vorbeizuschauen, machte ihn dessen Begleitung auf die Unannehmlichkeit aufmerksam. Als der Mann sich umdrehte, konnte Sören im Schummerlicht der Loge erkennen, wer da vor ihm saß. Im gleichen Moment musste ihn Adolph Woermann ebenfalls erkannt haben, denn der freundliche Vorschlag, die Plätze tauschen zu können, endete abrupt in einem herzhaften Lachen.
«Wie damals in der Schule», meinte Woermann amüsiert. «Nur dass ich früher hinter dir gesessen habe.» Er reichte Sören die Hand. «Schön, dich hinter mir zu wissen. – Du kennst meine Gattin?»
Sören erhob sich kurz zur Begrüßung und machte eine höfliche Verbeugung. Nein, Franziska Woermann hatte er nie kennengelernt, obwohl Adi bei jedem ihrer meist zufälligen Treffen die längst ausstehende Einladung in sein Haus erneut vorbrachte. Inzwischen zweifelte Sören allerdings daran, dass es ihm wirklich ernst damit war, denn Gelegenheiten dazu hatte es mehr als genug gegeben. Obwohl Adi Woermann ihm eigentlich noch immer etwas schuldig war. Seit fünfzehn Jahren. Damals hatte er seinem ehemaligen Klassenkameraden zu einem Wettsieg über dessen langjährigen Konkurrenten O’Swald verholfen, als es darum ging, wer von den beiden Afrikafahrern die schnelleren Segler besaß. Die Regatta, die er am Steuerstand von Adolph Woermanns Boot auf der Elbe gewonnen hatte, war Sören noch immer präsent, als wäre es letzten Sommer gewesen. Dabei realisierte er erst, wie viele Jahre es nun schon her war, seit er das letzte Mal unter Segeln auf dem Wasser gewesen war; ein eigenes Boot besaß Sören schon lange nicht mehr.
Vor allem aber war er überrascht, Adi bei einer solchen Veranstaltung zu treffen. Woermanns bewegten sich eigentlich auf einer anderen gesellschaftlichen Ebene. Als Kaufmann und Politiker war Adolph Woermann auf internationalem Parkett zu Hause, mit dem Erfolg seiner Afrika-Geschäfte und mit seinen entsprechenden Interessen hatte er die große politische Bühne betreten. Und das bereits in den achtziger Jahren, als er gemeinsam mit Reichskanzler Bismarck die Grundzüge der deutschen Kolonialpolitik als Interessenvertreter eines riesigen Handelsimperiums entworfen hatte. Seither galt er als King of Hamburg. Neben seiner eigenen Reederei, der Woermann Linie, hatte er sich als Aufsichtsratsmitglied der vor zehn Jahren gegründeten Deutschen Ost-Afrika-Linie ein weiteres Standbein im Reederei- und Handelswesen mit dem Schwarzen Kontinent geschaffen. Wenn es um Afrika ging, kam man an Woermann nicht vorbei.
Erst als das Licht gelöscht wurde, endete ihre Konversation, die streckenweise einem Balanceakt zwischen förmlicher Etikette und jovialen Floskeln geglichen hatte. Sie gaben sich abermals das Versprechen einer gegenseitigen Einladung, allein um von alten Zeiten plaudern zu können. Aber selbst wenn es diesmal tatsächlich dazu kommen sollte, bezweifelte Sören, dass Mathilda daran Spaß haben würde. Adis Angebot hingegen, man könne sich ebenso gut auf ein gemeinsames Mittagsmahl in der Stadt treffen, klang da schon realistischer, zumal ihrer beider Arbeitsplätze nicht so weit entfernt voneinander lagen und Sören schon immer einen Blick in Woermanns neues Kontorhaus an der Großen Reichenstraße hatte werfen wollen.
Natürlich hatten sie die Plätze nicht getauscht. Sören bedauerte es, Tilda nicht sehen zu können, aber er bildete sich ein, ihr Violinspiel aus dem Orchester heraushören zu können. Es war ihr Tag, und er gab sich die beste Mühe, wenigstens während des Konzerts nicht an David, Simon Levi und Waldemar Otte denken zu müssen, was ihm schwerfiel. Er lauschte dem Klang der Instrumente und hatte Tilda förmlich vor Augen. Dann gewannen Ottes Papiere doch die Oberhand, und erst der einsetzende Beifall des Publikums holte ihn aus seinen schweren Gedanken zurück in die Gegenwart.
«Es war phantastisch. Dieser Wunderknabe am Klavier, und du natürlich auch.» Nachdem Sören den Kamin im kleinen Salon angefeuert hatte, zog er die Schuhe aus und machte es sich auf der Chaiselongue davor bequem.
Tilda war kurz im Kinderschlafzimmer gewesen und hatte nach dem Rechten gesehen. Jetzt setzte sie sich zu Sören und betrachtete die Flammen, die im Kamin züngelten. «Nein, ich war unkonzentriert. Weil ich die ganze Zeit an dich denken musste. An uns.»
«Das tut mir leid.» Behutsam streichelte er ihre Füße, die sie unter ein Kissen geschoben hatte.
«Aber nun bin ich einigermaßen beruhigt. Man weiß also nicht, dass du …»
Sören schüttelte den Kopf. «Nein. Ich war heute im Stadthaus und habe mit Polizeirat Schön gesprochen. Sie sagen, es war ein Unfall. So stand es auch in der Zeitung.»
Tilda nickte. «Ich habe es gelesen.»
«Seit wann liest du den Correspondenten?»
«Ich habe alle Zeitungen gekauft, die ich kriegen konnte.»
«Kein Wunder, dass du dich nicht konzentrieren konntest. Und was meinst du?»
«Es macht mir Sorgen. Erst die Sache mit David, die mir unerklärlich erscheint. Er würde so etwas doch nicht tun. Dann der Tod des Zeugen, am nächsten Tag bricht man in dein Büro ein … Was ist da los? Worum geht es?»
«Wenn ich das nur wüsste. Möglicherweise geht es um Papiere, in deren Besitz Waldemar Otte war. Ich habe mir gestern schon zusammen mit Martin den Kopf zerbrochen, aber wir sind zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen. Irgendetwas müssen wir übersehen haben. Eine Kleinigkeit, ein klitzekleines Detail.» Während er ihr vom Inhalt der Dokumente erzählte, zog er Tilda die Strümpfe aus und wärmte ihre kalten Füße mit seinen Händen.
«Dann geh zu Ballin und frag ihn.»
«Das werde ich gleich morgen machen. Wenn er mich denn vorlässt.»
«So, wie ich ihn privat kennengelernt habe, war er sehr freundlich und zuvorkommend. Witzig und fast ein wenig charmant – wenn da nur nicht diese gnomenhafte Erscheinung wäre. Wenn ich dir behilflich sein kann …»
Sören nickte. «Ja, aber nicht, was Ballin betrifft. Ich muss dringend an Davids Kumpane heran. Vor allem an diesen Willi Schmidlein, der gemeinsam mit David angereist ist. Von seiner Aussage hängt alles ab. Er wird irgendwo untergekrochen sein. Ich weiß nur, dass er angeblich eine Anstellung bei Blohm + Voss in Aussicht hat. Um welche Arbeit es sich dabei genau handelt, konnte mir David nicht sagen. Der Name des anderen Kumpans ist Jan Hauer. Er war zwar bei der Schlägerei nicht dabei, aber vielleicht weiß er, wo Schmidlein steckt.»
«Und die anderen Genossen, die dabei waren?»
«Der rote Peter und ein gewisser Adolph Rüter. Diese Namen stehen zumindest in den Fahndungsbüchern der Polizei. Dann soll da noch ein Kerl namens Hans dabei gewesen sein. Von dem kenne ich aber nur den Vornamen. Tja, die kommen alle aus der Stadt und werden ihre eigenen Kontakte haben. Du kannst dich ja mal umhören.»
«Ich werde mein Bestes tun – und sonst? Kann ich sonst noch etwas für dich tun?» Tilda schob ihre Füße an Sörens Hosenbein empor. «Ohne Bart siehst du viel jünger aus.» Sie lächelte. «Fast hätte ich dich nicht erkannt.» Aus dem Kamin schlugen knisternde Funken. «Ich habe das dringende Bedürfnis, bei dir zu sein … ganz dicht … Jetzt sofort.»
Als sie sich aufsetzte und begann, die Bänder ihres Kleides zu öffnen, blickte Sören sie einen Moment irritiert an. Dann lächelte er, griff nach ihren Hüften und zog sie zu sich heran. Tilda hatte keine Hemmungen. Anfangs war ihm ihre Direktheit unheimlich gewesen, aber inzwischen war er ihr dankbar dafür.