27n
»Du bist verrückt!«, stellte Rasmus fest. »Oder einfach nur dumm. Wobei ich nicht weiß, was schlimmer ist.« Wieder gab er Durian ein Zeichen.
»Lass das, Magier«, sagte Xia. Rasmus hatte keine Ahnung, dass Alexandrine von ihrer Magie abgeschnitten war und stattdessen er, Xia, den Zugriff darauf hatte. Wüsste er es, würde er sich ganz anders verhalten.
»Er ist ein Dämon, Miss Marit. Von Natur aus böse und verkommen. Sind Sie wirklich so naiv, dass Sie sich nicht vorstellen können, was ein Monster wie er uns antäte, wenn ich ihn tatsächlich freiließe, wie Sie es vorschlagen?«
Rasmus’ Fesseln lockerten sich weiter, so weit, dass Xias Gehirn aufhörte zu brennen. »Ich versichere Ihnen, dass keiner von uns beiden mehr sicher wäre, gäbe ich ihn frei.«
»Ach, ich frag mich nur, wieso. Vielleicht, weil er stinksauer ist, weil du ihn gefoltert hast?«
»Um ein so gefährliches Tier zu kontrollieren, sind manchmal auch extreme Maßnahmen notwendig.«
»Das Ding hier ist verdammt scharf«, meinte sie und hob Xias Messer. »Ich könnte es werfen. Und ich denke, ich würde dich nicht verfehlen. So nah, wie ich bei dir stehe.« Sie lächelte und hoffte verzweifelt, dass sie überzeugend wirkte. »Ich hab nämlich geübt.«
Rasmus trat einen Schritt zurück. Xia spürte Hitze in seiner Brust auflodern, Hitze, die von Rasmus kam und von Alexandrines Magie. Rasmus sammelte seine Macht.
»Verstehen Sie denn nicht, welche Folgen es hätte, wenn dieses Ungeheuer frei wäre?«, fragte der Magier.
»Hm.« Sie streckte eine Hand aus und griff nach Xia, zog ihn hoch. »Kannst du aufstehen?«
Ich weiß nicht. Mit ihrer Hilfe rutschte er vom Tisch. Seine Beine zitterten, doch er presste die Knie zusammen. Im Tisch befand sich, genau wie in der Tür, eine Schicht aus zermahlenen Rubinen. Kaum hatte er den Kontakt unterbrochen, fühlte er sich schon tausendmal besser.
Xias Rücken prickelte. Da Durian magiegebunden war, hätte er ihn nicht fühlen dürfen, doch durch Alexandrines Magie nahm er ihn wahr, wenn auch auf eine ganz unvertraute Weise. Es verursachte ihm eine Gänsehaut.
»So belanglos Ihre Fähigkeiten auch sind, Alexandrine Marit …«
»Auf meiner Geburtsurkunde steht ›Kessler‹!«
» … Sie sind dennoch eine Hexe. Eine von uns.« Rasmus achtete darauf, genug Abstand zu halten, denn er wusste genau, wozu Xia fähig war. Zu ausgesprochen blutrünstigen und unangenehmen Dingen.
Immer noch verhinderte Rasmus durch seine Kraft, dass Xia Zugang zu seiner eigenen Magie fand, und Xia setzte darauf, dass der Magier sich dadurch in falscher Sicherheit wiegte.
»Xia und alle anderen seiner Art zählen zu den natürlichen Feinden der Menschheit«, fuhr Rasmus fort. Es ist unsere spezielle Aufgabe, Miss Marit, die von uns Magiern, diejenigen unserer Rasse zu schützen, die sich nicht selbst verteidigen können.«
»Wovor beschützen?«
»Vor Monstern.« Rasmus schien nicht fassen zu können, dass er es Alexandrine erklären musste wie einem kleinen Kind. »Vor Dämonen, die leichtfertig Leben zerstören und uns ihren Willen aufzwingen möchten. Kreaturen, die sich mit unschuldigen Frauen sexuell vereinigen, aus Gründen, die Ihnen Übelkeit bereiten würden. Die vergewaltigen. Bastarde zeugen. Die Frevel begehen, die sich Ihrer Vorstellungskraft entziehen.«
Wie bei den meisten der bedeutenden Magier war auch Rasmus’ Stimme ein Werkzeug. Einschmeichelnd und überzeugungskräftig und mit einer ganz eigenen Magie versehen.
»Ohne uns Magier hätte es in Europa keine Renaissance gegeben, keine Zeit der Aufklärung. Wenn es uns nicht gäbe, würden die Menschen immer noch im Dunklen Zeitalter leben.« Rasmus’ Mund verzog sich. »Verstehen Sie nicht, Sie armes, beschränktes Ding: Wir leben, um das Böse zu bekämpfen. Das Böse, das Sie freisetzen wollen.«
Immer noch bereit, ihm das Messer ins Herz zu stoßen, zeigte Alexandrine mit der anderen Hand zur Decke. »Wie viele Magiegebundene befinden sich in ebendiesem Moment dort oben, weil du sie zu unfreien Wesen gemacht hast? Wie viele hast du umgebracht, damit du immer noch so aussiehst, als wärst du gerade Mitte dreißig, statt in einem dunklen Grab zu vermodern?«
»Wenn ich sie nicht beherrschen würde, wären sie wie Xia. Wilde Bestien, deren Beute wir Menschen sind.«
Alexandrine zuckte mit den Schultern. »Komisch. Die Dämonen, denen ich bisher begegnet bin, behaupten das Gleiche von uns. Dass wir sie töten. Quälen. Heuchelei scheint eine Eigenschaft zu sein, die für beide Spezies typisch ist.«
»Bis wir begonnen haben, uns zu wehren, haben Dämonen uns getötet und versklavt. Sie benutzen unsere Frauen, um sich fortzupflanzen.« Rasmus hieb sich mit einer Faust gegen die Brust und zeigte mit der anderen Hand auf Xia und Durian. »Glauben Sie wirklich, diese beiden wären nie in solche Scheußlichkeiten verwickelt gewesen? Sie weilen schon lange auf dieser Erde, Alexandrine. Glauben Sie, sie hätten niemals eine menschliche Frau gegen deren Willen genommen? Haben Sie Xia gefragt, wie vielen er Gewalt angetan, wie viele er getötet hat? Fragen Sie ihn, wie viele Unschuldige er unter seine Kontrolle gezwungen und damit ihr Leben zerstört hat.«
»Auf wessen Befehl hin?«, fragte Alexandrine sanft.
»Schon lange, bevor ich ihn zu unserer Sicherheit gebunden habe.«
Xia versuchte, durch Alexandrines Macht erneut zu ziehen. Wieder verspürte er Kälte in seinem Kopf. Er war sicher, dass er nur eine einzige Chance haben würde, Rasmus niederzuringen, und deshalb durfte er keinen Fehler begehen.
»Ich will ehrlich zu dir sein, Dad. Ja, ich finde, das alles hört sich furchtbar an. Aber wenn es nicht richtig ist, dass Dämonen uns kontrollieren, warum soll es dann richtig sein, dass wir sie unter unsere Kontrolle zwingen?«
»Komm ein bisschen näher, Hexe!«, sagte Xia und fletschte die Zähne. »Und ich zeige dir, wovon Rasmus redet.«
Alexandrine wandte sich ihm zu, und die Verbindung zwischen ihnen flammte mit voller Wucht auf. Es war genau das, was Xia brauchte. Alexandrine machte einen Schritt auf ihn zu. Und noch einen.
»Nah genug?«, fragte sie.
Mehr als nah genug. Er hatte nun die volle Kontrolle über ihre Magie. Ohne jene Beschränkungen, die Alexandrine daran gehindert hatten, sie zu nutzen. Doch noch konnte er nicht direkt gegen Rasmus vorgehen, erst musste er dafür sorgen, dass der Magier nicht seinen Magiegebundenen auf sie hetzte.
Xia versuchte, mit Hilfe von Alexandrines Macht Durians Magie zu ergründen, doch er kam nicht weit. Er hatte nicht die geringste Ahnung, auf welche Weise Carson Magiegebundene trennte. Wenn er sich jetzt einen Fehler leistete, konnte das üble Folgen haben.
Durian griff sich an die Brust, presste seine Hand dagegen. Xia war sicher, dass diese eine schreckliche Wunde schlecht heilte, obwohl die meisten Verletzungen bei Dämonen sofort wieder verschwanden, was daran lag, dass sie ihm bei diesem grausigen Ritual zugefügt worden war …
»Mir ist unklar, was Sie vorhaben«, sagte Rasmus zu Alexandrine. »Aber versteigen Sie sich nicht in den Irrglauben, dass Sie Xia oder mir mit Ihrer Magie schaden könnten.«
Xia suchte weiter nach dem, was Durian an den Magier band. Rasmus hatte noch nicht begriffen, dass es nicht Alexandrine war, die zog.
»Wenn du nicht damit aufhörst, Mädchen, lasse ich Durian auf dich los.« Nun duzte Rasmus sie doch.
Alexandrine lächelte. »Danke, ich liebe dich auch, Dad.«
»Geh weg von Xia!« Die Luft über ihnen knisterte. Rasmus führte einige Gesten aus, und Xia spürte, wie er Magie zog. »Durian, sorg dafür!«
Xia zog so viel Magie von Alexandrine, wie er konnte. Sie schwankte und hielt sich an Durian fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Der Magiegebundene zuckte zusammen, doch nicht, weil Alexandrine ihn berührt hatte. Xia hatte etwas in Durians Geist entdeckt, was nicht dorthin gehörte, und ging mit der Magie, die ihm zur Verfügung stand, dagegen vor.
Rasmus verstand immer noch nicht, was geschah. »Deine Macht, mein liebes Kind, ist vollkommen unbedeutend. Ja, du gehörst zum Magiergeschlecht. Dieses Geburtsrecht will ich dir nicht nehmen. Aber du bringst nichts zustande, was mich in irgendeiner Weise interessieren könnte.«
Rasmus zögerte, und Xia beobachtete, wie sein Haar mitschwang, als er den Kopf zur Seite neigte. Allmählich wurde dem Magier klar, dass hier etwas vor sich ging, dem er nicht folgen konnte. »Oder vielleicht doch«, fügte er hinzu. »Hör sofort damit auf!«
»Ach …« Alexandrine trat noch näher an Xia heran. In ihren Augen sah er einen Anflug von Panik. »Ich werde das Gefühl nicht los, dass eure Art von Macht doch ihre Grenzen hat. Ich meine, schließlich stand Carson Philips gar keine Magie zur Verfügung, und sieh dir an, was sie erreicht hat. Magellan ist tot. Kynan Aijan frei. Xia ungebunden.«
»Carson Philips ist an den Warlord Nikodemus gebunden«, erwiderte Rasmus. »Natürlich kann sie nun bedeutende Dinge bewirken.« Er musterte Alexandrine von Kopf bis Fuß. »Könnte es denn sein …« Dann hob er eine Hand. »Durian, wenn sie nicht innerhalb der nächsten zehn Sekunden verschwindet, dann bring sie um. Wie, ist mir völlig egal. Wenn du sie vorher noch haben willst, nimm sie dir. Aber sieh zu, dass sie tot ist, wenn du mit ihr fertig bist.«
»Genau das ist es, was ich gemeint habe«, sagte Alexandrine. »Typen wie du sind das Böse.« Sie schwankte, und Xia spürte eine Art Rückschlag. Es strengte sie an, wenn er ihre Magie benutzte. »Xia, jetzt wäre genau der richtige Zeitpunkt, eine bestimmte Sache zu erledigen. Bitte.«
Xia drang zum Zentrum von Durians Magie durch. Der Magiegebundene erstarrte. Es war ganz anders als die Dämon-zu-Dämon-Verbindung, die Xia kannte. Mit seiner eigenen Magie konnte er Durian immer noch nicht spüren, dennoch fühlte er dessen Magie, spürte den Widerhall von Durians Macht. Und genau in ihrem Zentrum befand sich etwas, was nicht dorthin gehörte. Etwas, was pulsierte. Magie, die sich mehr wie die von Alexandrine anfühlte.
»Die Zeit ist abgelaufen«, sagte Rasmus.
Xia berührte den pulsierenden Knoten mit Alexandrines Magiermacht, aber es war, als wollte ein Linkshänder mit rechts schreiben. Es funktionierte nicht richtig.
Durian legte eine Hand auf Alexandrines Schulter, und durch diesen Kontakt spürte Xia den Zwang des anderen zu handeln. Und er spürte auch Durians kaltherzige Vorfreude darauf, jemanden aus dem Magiergeschlecht zu töten. Durian war nicht an Sex interessiert. Er wollte Alexandrine umbringen und sich dabei vorstellen, es wäre Rasmus, den er tötete. War das nicht ein vertrautes Gefühl?
Alexandrine hätte versuchen können, sich zu retten. Das Messer lag in ihrer Hand. Ihre Chance war gut, jeden zu töten, der in Reichweite der Klinge kam. Aber sie tat es nicht, weil sie darauf wartete, dass Xia Durian befreite oder sonst etwas tat, um Rasmus aufzuhalten.
Durians Gesichtsausdruck veränderte sich nicht im Geringsten, als er seine Hände um Alexandrines Hals legte. »Jetzt, Dämon«, sagte er zu Xia, denn er hatte inzwischen begriffen, in welcher Weise Xia Alexandrine nutzte. Ihre Blicke trafen sich. »Tu, was du tun musst, denn sonst ist es zu spät.« Es war peinvoll für ihn, sich Rasmus’ Befehl zu widersetzen. Seine Augen flammten kupferrot auf, während sich der Druck seiner Finger allmählich verstärkte. Alexandrine packte seine Handgelenke, doch er bog ihren Kopf zurück und drückte weiter zu.
Xia schlug auf den Knoten im Herzen von Durians Magie ein. Er hatte keine Ahnung, wie er ihn lösen konnte. Er konnte ihn sehen, spürte sein Pulsieren, aber die gottverdammte Magiermacht funktionierte ganz anders als seine eigene Kraft.
Wenigstens hatte Rasmus inzwischen ganz von ihm abgelassen. Und jetzt stand der Bastard da und schaute zu, wie Durian seine Tochter erwürgte. Er sandte seine geballte Macht in Durian und sprengte den verdammten Knoten. Und falls er den Magiegebunden damit umbrachte – tja, dann war es eben dumm gelaufen.
Durians Schrei hallte von den Wänden wider, aber seine Finger lagen wie festgezurrt um Alexandrines Hals. Sie packte seine Hände und zog sie fort. Xia konnte Durian nun ganz normal fühlen, wie eine Tonne in Flammen stehender Ziegel. Durian taumelte zurück, die Hände gegen seine Brust gepresst.
Alexandrine fiel auf die Knie und sog tief den Atem ein.
Rasmus war so gut wie tot.
Der Magier hatte einen Schritt nach vorn getan, war dann aber abrupt stehen geblieben. Er wusste, dass er Durian verloren hatte; Furcht zeigte sich in seinen Augen. Ihm war die Kontrolle über seinen Killer entglitten, und nun stand er ganz allein hier mit zwei Dämonen, die viel Zeit damit verbracht hatten, sich auszumalen, wie sie ihn töten würden.
Mit einem erstickten Schrei stürzte der Magier zu Alexandrine und packte sie an den Armen, zog sie hoch. »Du Närrin! Was hast du getan?« Er schlug sie so fest, dass ihr Kopf zurückflog. Doch Alexandrine zuckte nur leicht zusammen. »Sie werden uns töten, wenn ich sie nicht wieder binden kann.«
»Nein«, erwiderte Alexandrine. »Ich denke, sie werden dich töten.«
»Durian!«, rief Xia, doch der befreite Dämon war auf die Knie gesunken und schaffte es nicht, sich wieder aufzurichten.
Verdammt, sein ganzer Körper schmerzte. Xia machte einen Satz auf Alexandrine und Rasmus zu. Er spürte Durian, auch wenn diese Verbindung irgendetwas Merkwürdiges hatte; und immer noch stand ihm Alexandrines Magie offen, immer noch waren sie auch direkt verbunden. In ihr war die Magie des Talismans aufgelodert, sodass er selbst und Durian sie wie eine aus der Sippe fühlten. Und vermutlich auch Rasmus.
Xias Körper wurde zu Eis. Und dann passierte alles auf einmal.
Rasmus zog, und die Talismanmagie brodelte. Der Magier schrie auf und sprang zurück, doch er erkannte einen aus der Sippe, wenn er ihn fühlte. Und genau das spürte er jetzt in Alexandrine: Dämonenmagie.
Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen, als er begann, jenen Teil in ihr, der zur Sippe gehörte, an sich zu binden. Xia spürte, wie sich Rasmus’ Magie ans Werk begab.
»Er kontrolliert dich, nicht wahr?«, sagte Rasmus zu ihr. »Die ganze Zeit über hat er dich gelenkt.«
»Nein, hat er nicht.«
Xias Herz wurde zu Eis, als er sah, wie sich Alexandrines Körper unter der Wucht von Rasmus’ Angriff auf ihre Talismanmagie zurückbog. Er musste ihr helfen, aber sein Körper wollte ihm noch nicht richtig gehorchen. Er war nicht so schnell, wie er es hätte sein müssen.
Chaos schien den Raum zu zerreißen. Es lag an Xia, denn er war dabei, Alexandrine zu verlieren. Sie schwankte, als Xia die Kontrolle über ihre Magie entglitt, unfähig, die Kraft, die in ihr brannte, zu fokussieren, und ohne Zugriff auf seine eigene Macht. Sie würde in Flammen aufgehen, wenn er so weitermachte.
Xia drängte sich in ihren Geist, um zu bekommen, was er brauchte. Mehr Information darüber, wie ihre Magie zu nutzen war.
Alexandrine sank erneut in die Knie, schnappte mühsam nach Luft. Es war Rasmus, der ihr das antat. Sie schrie auf, als der Magier nach ihrer Talismanmagie griff. Xia spürte ihren Schmerz. Teilte ihn und versuchte, das, was gerade geschah, aufzuhalten. Schaffte es, Luft in ihre Lungen zu pumpen.
Sie taten einen tiefen Atemzug. Xia wagte es nicht, seinen mentalen Griff zu lockern. Ihre dämonengebundene Magie versengte sie beide, doch Xia wusste, wie er damit umzugehen hatte. Dumm war nur, dass seine Möglichkeiten beschränkt waren, wenn er versuchte, Alexandrine am Leben zu erhalten. Er konnte ihren Körper übernehmen und ihn dazu benutzen, Rasmus umzubringen, oder er konnte sie komplett binden, bevor Rasmus es tat. Weder das eine noch das andere war eine gute Wahl. Würde er Alexandrine auf diese Weise zum Töten zwingen, würde sie ihm das nie verzeihen. Und ganz sicher würde er sie nicht versklaven.
Durian lehnte nun an der Wand, die Hände immer noch gegen seine Brust gepresst. Er wirkte völlig erschöpft. Xia kannte das Gefühl. Damals, als Carson ihn getrennt hatte, war er in Ohnmacht gefallen. Aber auf Durians Zustand konnte er jetzt keine Rücksicht nehmen. Er lenkte einen Teil des Feuers, das in ihm brannte, in den Dämon.
»Reiß dich zusammen, Durian«, sagte er. »Und mach dich nützlich.«
Rasmus wollte es nicht gelingen, Alexandrine endgültig zu binden. Er zog so viel Magie, dass sich an den Wänden Eis bildete.
In ebendem Moment, als Xia endlich neben ihr stand, griff Rasmus erneut an, sandte einen Strahl brennend heißen Lichts gegen sie. Doch er traf nur ihre Schulter, nicht ihren Kopf, dennoch schottete sie sich geistig vollkommen ab. Der nächste Schlag des Magiers war gegen Xia gerichtet. Die Luft begann zu prasseln, Hagelkörner fielen herab.
Xia schützte sie so gut er konnte vor Rasmus’ Attacke. Alexandrine richtete sich taumelnd auf, das Messer in der Hand. Sie stieß einen Laut aus, der wie ein Schluchzen klang, und gab Xia sein Messer zurück.
»Alexandrine«, sagte er, »nimm Durian und verschwinde. Sofort.«