Kapitel 9

I

»Sag an«, forderte Diane.

»Kopf«, erwiderte Jessica. Sie kannte ihr Glück. Als sie die Münze auffing, runzelte sie die Stirn. Zahl. Verloren.

Diane war höflich genug, um nicht laut aufzulachen. »Pech gehabt, Schwesterherz. Das kommt davon, wenn man die High School abbricht.«

»Ja.«

»Du musst den Sack waschen!«

So nannten sie Faye Mullins. Der Sack. Denn genauso sah sie aus.

Dianes Schicht ging demnächst zu Ende. »Wenigstens dürfte sie heute nicht allzu sehr rumtoben. Hat die ganze Nacht keinen Mucks von sich gegeben. Diesmal scheint das Prolixin bei ihr vernünftig zu wirken.«

»Wahrscheinlich hast du ihr eine doppelte Dosis untergejubelt, damit sie während deiner Schicht Ruhe gibt«, vermutete Jessica.

»Ich?« Dianes Grinsen wurde breiter. »Das wäre doch eine extreme Pflichtverletzung. Aber falls du glaubst, ich würde so etwas tun, kannst du natürlich eine schriftliche Beschwerde beim Stationsleiter einreichen.«

Jessica verstand den Scherz. Der typische Galgenhumor, ohne den hier gar nichts lief. Einige der Patientinnen verlangten einem einfach zu viel ab und es scherte sich ohnehin niemand um sie. Sie waren hoffnungslose Fälle, irgendwie hier gestrandet. Die Angehörigen bezahlten die Rechnungen für die stationäre Pflege, damit sie weggesperrt blieben. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Allerdings fragte sich Jessica, wer wohl die Rechnungen für den Sack bezahlte. Auf ihrem Einweisungsformular standen keine lebenden Verwandten. Spielt für mich keine Rolle, hielt sie sich vor Augen. Ich werde bloß dafür bezahlt, ihnen die dreckigen Ärsche abzuwischen.

Lustlos schleppte sie sich in den Schlafsaal. So nannte man die Räume hier. Wie in einem College. Allerdings war dies alles andere als ein College. Trotzdem war es besser, hier zu schuften, als gar keinen Job zu haben. Der größte Teil ihrer Arbeit bestand allerdings darin, Bettpfannen zu leeren, Erbrochenes aufzuwischen und bettlägerige oder gelähmte Patientinnen mit einem Schwamm zu waschen.

Im Schlafsaal schob sie den Rollwagen an das Bett heran. »Hallo, Faye.« Sie versuchte, fröhlich zu klingen. »Raus aus den Federn!«

Von der Frau im Bett kam keine Reaktion. Sie sah aus wie tot – die Augen bildeten schmale Schlitze, der Kopf lag schlaff da. Ihr Mund stand offen und entblößte neben schiefen Zähnen schaumigen Speichel. Aber sie war nicht tot, nur weggetreten. Umso besser für Jessica; für sie war es wesentlich einfacher, die Frau zu waschen, wenn sie nicht spuckte oder versuchte, sie zu beißen. Wenigstens hatten sie Faye bislang noch nicht ans Bett fesseln oder in eine Zwangsjacke stecken müssen.

Die Laufrollen des Wagens quietschten, als sie die Wascheimer zur Seite des Betts manövrierte.

Du meine Güte! Sogar in Jessica steckte noch ein Rest von Mitgefühl. Faye Mullins glich einem empfindungslosen Wrack aus menschlichem Fleisch. Ihr Haar war ein hellbraunes Gewirr, ihre Augen starrten ausdruckslos ins Leere. »Komm schon, mach mit, ja?«

Jessica hievte die Patientin in eine sitzende Haltung und lehnte sie gegen das Bett. So gelang es ihr, Faye das zerknitterte weiße Nachthemd vom Leib zu zerren. Lange, schlaffe Brüste hingen wie Fleischlappen über die Speckrollen des Bauchs. Unter den Achseln lugten Haare hervor. Distanz. Jessica zwang sich zu dem Gedanken. Dazu rieten die Ärzte und die ausgebildeten Pfleger regelmäßig. Manchmal, wenn die Patientinnen genug von ihrer Menschlichkeit verloren hatten, fiel das leicht.

Mit verkniffener Miene rieb Jessica mit dem Schwamm Fayes Körper ab, wobei sie ihrem Blick größtenteils auswich.

»Genug, genug«, murmelte die Patientin. »Ich will es nicht mehr tun.«

Durchgeknallt. »Du musst gar nichts tun, Faye.«

»Kein Crack mehr, mein Gott, bitte kein Crack mehr ...«

Jessica ließ die Schultern hängen und versuchte, sich nicht auszumalen, welche schrecklichen Sachen die Frau in dem Haus mit angesehen hatte.

Sie hatte gehört, dass dort ein satanischer Kult lebte und Frauen opferte. Beinahe wünschte Jessica, sie hätten auch Faye geopfert, um ihr das Elend eines verheerten Körpers und die Hölle eines Gehirns wie Pudding zu ersparen.

»Sexus Cyning«, murmelte Faye als Nächstes. Speichel glänzte auf ihren Lippen. »Ich habe es gesehen ...«

»Was, Liebes?«, sagte Jessica und wusch die Speckrollen am Bauch.

»Das Chirice Flaesc

Für eine Hilfskraft in einer psychiatrischen Anstalt war derlei Gerede nichts Neues. Die Patientinnen lebten oft in ihren Wahnvorstellungen und erfanden ihre eigenen Worte, ihre eigene Sprache.

»Lass sie mich nicht zwingen, wieder dorthin zu gehen ...«

Schmatz, schmatz, schmatz, machte der Schwamm. »Du musst nirgendwohin, wo du nicht hinwillst, Liebes. Du bleibst hier, wo es sicher ist, und kannst fernsehen. Und das Frühstück ist auch bald fertig.«

Faye würgte Spucke hervor.

Na toll. Jessica tauchte den Schwamm in den Eimer.

Schließlich kam der Teil, den sie immer vor sich herschob. Sie konnte ihn auch auslassen und nur behaupten, sie hätte es getan, allerdings konnten die Patientinnen dann einen Hautausschlag oder Ähnliches bekommen, was schlimme Konsequenzen für sie bedeutete.

Oh Gott ... Was hat sie bloß gemacht?

Jessica teilte Fayes reisfarbene Beine und verkrampfte, als sie mit dem Schwamm den Intimbereich wusch. Die Ärzte und Pfleger hatten sie vorgewarnt, dass sich manche Patientinnen in der Psychiatrie verstümmelten – was in der Regel auf Schuldgefühle zurückging –, und einige taten es sogar an ihren Genitalien. Doch es mit eigenen Augen zu sehen, war noch einmal etwas ganz anderes.

Faye Mullins Schambereich sah wie angenagt aus.

Jessica setzte die Reinigung trotzdem fort und dachte sich: Sieh nicht hin, sieh nicht hin. Dennoch konnte sie sich ein, zwei flüchtige Blicke nicht verkneifen.

»Das haben sie getan«, brabbelte Faye. »Sie waren das.«

»Wer, Liebes?«

»Belarius und seine Freunde im Chirice Flaesc.«

Jessica kämpfte sich würgend durch den Rest ihrer Arbeit.

»Es kommt wieder ...«

»Was kommt, Faye?«, fragte Jessica, wenn auch nur, um sich abzulenken.

»Das Chirice Flaesc ...«

Jessica starrte die Frau an.

»... und Belarius. Bald.«

Faye kicherte leise und grinste zu ihr nach oben. Sie spreizte die Beine weiter auseinander.

Jessica stöhnte. Oh ja, hätte sie die Schule nur nicht abgebrochen!

II

Westmore erwachte benommen gegen neun Uhr morgens. Kantige Sonnenstrahlen fielen durch eigenartige hohe Fenster in das Atrium. Er hatte geschlafen, ohne zu träumen. Es dauerte eine Weile, bis seine Gehirnwindungen in Gang kamen und er sich an alles erinnerte, was am Vortag geschehen war.

Belarius, dachte er.

Das Unwohlsein, das ihn durchströmte, unterschied sich kaum von der vergangenen Nacht, als er den seltsamen Namen auf der Aufzeichnung gehört hatte.

Ich glaube nicht an Dämonen, erinnerte er sich und holte seinen Kulturbeutel aus dem kleinen Schrank in seiner Trennwandzelle. In einem Morgenmantel des Marriot-Courtyard, den er vor Jahren bei einer Autorenkonferenz hatte mitgehen lassen, tappte er in das große Badezimmer neben der Küche, duschte, rasierte sich und zog sich anschließend an. Danach fühlte er sich bereit ...

Aber wofür?

Westmore spielte mit dem Gedanken, Vivica anzurufen, entschied sich dann jedoch dagegen. Später, wenn ich ihr etwas Konkretes mitzuteilen habe.

Im Büro beschäftigte er sich einige Stunden lang damit, seine Notizen am Laptop zu einem Bericht zusammenzustellen, dann fiel ihm plötzlich ein: der Safe! Als er nachsah, präsentierte sich der Panzerschrank nach wie vor verschlossen. Von der Safeknackerin fehlte jede Spur. Mack hatte immer noch ferngesehen, als Westmore zu Bett gegangen war. Hatte sie den Tresor geöffnet und es dem jungen Sicherheitschef gemeldet? Westmore schaute durch das Fenster hinunter und stellte fest, dass ihr Wagen verschwunden war. Mack musste Bescheid wissen.

Als er ins Atrium zurückkehrte, hörte er mindestens einen der Männer laut schnarchen. Er vermutete, dass die meisten dieser Spiritisten spät aufstanden. Dann murmelte eine der Frauen – Adrianne, glaubte er – ängstlich etwas im Schlaf. »Nein, nicht!«

Albträume.

Westmore fand Macks Trennwandzelle und klopfte. »Mack? Hey, Mack!«

»Hä?«

»Tut mir leid, Sie aufzuwecken, aber was ist aus der Frau vom Schlüsseldienst geworden?«

Ein Grunzen, ein Husten, dann lugte Mack nur in Boxershorts durch den Vorhang der Trennwandzelle. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen. »Scheiße, keine Ahnung. Ist sie noch hier?«

»Der Tresor ist immer noch zu und der Wagen ist weg.«

Mack ging zum Erkerfenster und zuckte zusammen, als er die Vorhänge aufzog und einen Schwall Sonnenlicht hereinließ. »Scheiße«, stieß er abermals hervor. »Vielleicht ist sie noch nicht fertig. Vielleicht kommt sie zurück. Oder sie konnte das Mistding einfach nicht öffnen. Sie hat ja gesagt, dass sie es nicht garantieren kann.«

»Haben Sie die Frau vergangene Nacht überhaupt noch mal gesehen?«

Mack war eindeutig erst halb wach. »Na ja, nein. Ich meine, später nicht mehr.«

»Sagen Sie mal, was gibt’s da eigentlich noch zu berichten?«

»Hä?«

»Sie haben vergangene Nacht etwas in der Richtung angedeutet, dass sie nicht nur beim Knacken von Schlössern gut sei. Was meinten Sie damit?«

Mack seufzte gedehnt, dann zuckte er mit den Schultern. »Ich hab sie geknattert, Mann. Ich hab Ihnen ja gesagt, dass sie auf mich steht.«

Unglaublich. »Soll das heißen, Sie hatten Sex mit der Schlüsseldienstmitarbeiterin?«

»Ja. Sie hat mich angemacht, verstehen Sie? Und sie ist ein heißes Teil. Mördertitten.« Mack schleifte seine Füße zur Küche und rieb sich erneut die Augen. »Haben Sie schon Kaffee gekocht?«

Westmore schüttelte den Kopf. Mack war vermutlich um die 25. Herrgott, die Jugend von heute. Die haben so beiläufig Sex miteinander, wie andere auf der Couch durch die Fernsehsender zappen. Westmore dachte über seine eigene Moral nach. Oder vielleicht werde ich auch bloß alt ...

»Ja, ich glaube, ihr Name ist Vanni. Sie traf gestern Nacht um kurz vor 22:00 Uhr hier ein«, sagte er später zu dem Mann am Telefon. Er hatte beim Schlüsseldienst angerufen. »Hat sie gesagt, ob sie zurückkommt, um den Job zu Ende zu bringen?«

Der Mann hörte sich überrumpelt an. »Ich ... Im Eingangskorb für Nachtarbeiten ist kein Lieferschein und ...« Eine Pause entstand. »Der Wagen steht auf dem Parkplatz. Ich rufe Sie gleich zurück, Sir.«

»In Ordnung.« Verdutzt legte Westmore auf. Mack hat ihr 1000 Dollar dafür gegeben, den Tresor zu öffnen, und sie macht sich damit vom Acker? Gute Handwerker waren wirklich schwer zu finden. Oder vielleicht hat sie den Safe geöffnet und darin einen Haufen Geld gefunden, überlegte Westmore.

Er ging hinaus in den strahlenden Sonnenschein. Adrianne sagte, sie hätte Autos auf dem Grundstück gesehen ... Eines davon verlassen im Wald. Die Geschichte, dass es ihr bei einer Astralwanderung aufgefallen war, hielt er für völligen Quatsch. An diesem Ort ging ziemlich viel Unsinn vor sich, aber was Westmore am meisten beunruhigte, war die beiläufige, um nicht zu sagen: gelangweilte Art, wie die »übersinnlich Begabten« damit umgingen. Für die ist nichts davon Unfug. Für die ist das völlig normal. Es war wie bei einer Gruppe professioneller Gewichtheber. Niemand von denen zeigte sich im Geringsten davon beeindruckt, dass sie alle 200 Kilo stemmen konnten.

Eine Lücke in den Baumreihen lockte ihn auf einen von Sträuchern gesäumten Pfad. Stechmücken schwirrten lästig um seinen Kopf, während herabhängende Ranken aus Louisianamoos seine Schultern streiften. Der Friedhof, dachte er. Und da war er – mitsamt Eisenzaun. Westmore fielen eine zerbrochene Eierschale und ein Stück verbrannte Aluminiumfolie am Fuß von Hildreths Grabstein auf. Sie hat etwas von Divination erwähnt, erinnerte er sich. Darüber wusste er nichts, abgesehen von Ammenmärchen über Menschen, die Wasseradern mit Wünschelruten aufspüren konnten.

Westmore starrte auf das Grab und dachte höchst entschlossen: Ich werde es aufbuddeln müssen. Es würde keine einfache Aufgabe werden – Westmore war ein Schriftsteller mit zarten Händen, kein Straßenarbeiter. Und ich muss es alleine tun, die anderen dürfen nichts davon mitbekommen.

Jedenfalls nicht sofort. Er musste dafür noch einige Vorbereitungen treffen. Zurück auf offenem Gelände machte ihm die sengende Sonne zu schaffen. Statt der lästigen Stechmücken behelligten ihn noch lästigere Moskitos. Nach einem schweißtreibenden Marsch stieß er am entgegengesetzten Ende des Grundstücks auf einen schmalen Fußweg, der an einer kleinen, von Ästen überhangenen Lichtung endete. Eidechsen stoben in alle Richtungen davon, als er sich durch das Gebüsch zwängte.

Vor ihm stand ein relativ neuer, pechschwarzer, vor Pollen staubiger MX-5 mit walnussbraunem Faltdach. Aus unerfindlichem Grund bestand Westmores erste Eingebung darin, hineinzuschauen und nach einer Leiche zu suchen, aber die beiden Schalensitze des Roadsters waren leer. Das Handschuhfach gab keine Informationen über den Besitzer oder gar Zulassungspapiere preis. Er notierte sich das Kennzeichen, ging zum Heck, fand dort zwei lange Reifenfurchen und folgte ihnen 100 Meter weit den Hügel hinab, auf dem die Villa errichtet worden war.

Die Hitze brachte die Luft zum Flimmern. Sein Gesicht geriet in klebrige Spinnennetze und zerriss sie. Meine Fresse, das ist hier ja wie in einem Regenwald! Bald jedoch führten die Reifenfurchen auf eine breitere Schotterstraße, die sich den gesamten Hang hinabschlängelte. Bis zur Hauptstraße?, fragte er sich. Es musste so sein. Allerdings gab es keinen Grund, dem Weg bis ans Ende zu folgen.

Zumindest hatte er das Auto im Wald gefunden ... was ihn zum Nachdenken brachte. Wie um alles in der Welt wusste Adrianne davon ... es sei denn, sie hat wirklich eine dieser Astralwanderungen unternommen ... Westmore verstand das Konzept von Astralwanderungen kaum, dementsprechend wenig Vertrauen hatte er dazu.

Tja.

Er kehrte zum Haus zurück, rauchte trotz der Hitze und schimpfte mit sich, an einem so heißen Tag eine lange Hose angezogen zu haben. Vor der Einfahrt stand ein Van. Ein Mann stieg aus und näherte sich der Eingangstür. Der Schlüsseldienst?, spekulierte er.

Nein. BAYSIDE-SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG stand auf dem Fahrzeug.

»Kann ich Ihnen helfen?«, erkundigte sich Westmore, als er die Veranda erreichte.

Sehr kurz geschnittenes Haar kaschierte eine kahle Stelle. Ein dunkler Schnurrbart. Der Mann sah wie Ende 50 aus und schien den Kampf gegen das Altern zu verlieren. Typische Arbeiterkluft, ein Pestizidkanister mit Sprühdüse auf dem Rücken. »Hallo, ich bin Mike von Bayside. Ist Mister Hildreth da?«

Westmore wusste nicht recht, was er darauf antworten sollte. Nein, aber es besteht eine durchaus realistische Chance, dass er in einem Loch in der Erde ein paar Hundert Meter von hier entfernt liegt. »Ich fürchte, er ist nicht da.«

»Ich bin wegen unseres routinemäßigen Monatsservices hier.«

»Kommen Sie rein. Ich hole Karen.« Er führte den Mann ins Haus und durch den langen Flur zum Atrium. Westmore wusste, dass es belanglos war, trotzdem wollte er nicht irgendeinen dahergelaufenen Kerl unbeaufsichtigt durch ein Haus voller Schätze schlendern lassen. Er klopfte an die Seite von Karens Trennwandzelle. »Karen?«

Nach einer Weile sagte eine gedämpfte Stimme: »Oh Scheiße. Mir platzt gleich der Schädel.«

»Der Kammerjäger ist hier. Ich wollte nur fragen, ob es in Ordnung ist, ihn ins Haus zu lassen.«

Ein Stöhnen. »Oh Scheiße. Äh ... Ich glaube, die sollten erst am Monatsersten kommen. Welche Firma?«

»Bayside.«

»Das sind sie. Es ist Jimmy, nicht wahr?«

Westmore zog die Brauen hoch. »Nein, ein Mann namens Mike.«

Die Federn einer Pritsche knarrten. Als Karens Hand den Vorhang teilte, konnte Westmore einen flüchtigen Moment lang sehen, dass sie lediglich einen rosenroten Slip trug. Große weiße Brüste hoben sich, begrenzt durch rasiermesserscharfe Bräunungsstreifen, vom beeindruckenden Teint ihrer Schultern und ihres Bauchs ab. Dann streckte sie den Kopf heraus und zog den Vorhang darunter zu. Blutunterlaufene Augen spähten verkniffen zur Tür. »Sie sind nicht der übliche Kerl. Wo steckt Jimmy?«

»Jimmy Parks ist in Key West, Ma’am«, antwortete Mike. »Hat zwei Wochen Urlaub. Ich springe für ihn ein. Ihr nächster Prophylaxetermin wäre zwar am Ersten, aber man hat mich ein bisschen früher geschickt, um Leerlaufzeit auszugleichen. Sie können zur Bestätigung gerne meinen Vorgesetzten anrufen, Mr. Holsten.«

»Er ist in Ordnung«, verkündete Karen und verschwand wieder im Inneren des improvisierten Schlafzimmers.

»Gehen Sie und erledigen Sie Ihre Arbeit«, forderte Westmore den Mann auf.

»Danke für Ihre Zeit. Ich brauche höchstens eine Stunde. Ist nur ein Nachsprühen.«

Damit begann der Mann und verteilte langsam eine klare Flüssigkeit auf den Sockelleisten.

Westmore kehrte ins Büro zurück und ging sofort online. Auf der Website der Kraftfahrzeugbehörde gab er das Kennzeichen des MX-5 ein, bezahlte mit seiner Kreditkarte 7,95 Dollar und erhielt den Namen des Besitzers. Verdammt. Das bringt mich nicht weiter. Das Fahrzeug gehörte Reginald Hildreth. Das Einzige, was ihm noch einfiel, war, zurück in die sengende Hitze zu gehen, um sich die Fahrzeugidentifikationsnummer vom Armaturenbrett zu besorgen – falls er sie dort überhaupt fand, denn sie war bei manchen Autos an anderen Stellen versteckt, häufig irgendwo am Motorblock.

Dann jedoch dachte er: Versicherung! Er durchsuchte mehrere Aktenschränke aus Eichenholz, bis er auf eine Gruppe von Ordnern mit Quittungen, Garantiescheinen und ähnlichen Unterlagen stieß. Einer war mit AUTOVERSICHERUNG beschriftet. Ganz oben fand er eine Aufstellung der zweijährlich fälligen Versicherungsprämien. Meine Güte, besaß der Kerl eine Menge Autos! Über ein Dutzend Fahrzeuge standen auf der Liste, darunter ein Rolls-Royce Silver Shadow, als dessen Hauptbetreiberin Vivica Hildreth geführt wurde.

Heureka!, dachte er als Nächstes. Auf der Liste entdeckte er auch ein schwarzes Cabrio mit dem Kennzeichen, nach dem er suchte.

HAUPTBETREIBER/IN: DEBORAH ANNE RODENBAUGH.

Im Telefonbuch gab es fünf Einträge unter dem Namen Rodenbaugh. Er klapperte sämtliche Nummern ab. Drei gingen ran und hatten noch nie von einer Deborah Rodenbaugh gehört. Beim vierten Versuch geriet er an einen Anrufbeantworter. »Hallo, hier ist Peter Rodenbaugh. Falls Sie einen legitimen Grund haben, mich anzurufen, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht. Und falls du einer dieser gottverdammten Telefonverkäufer bist, leck mich am Arsch und ruf nie wieder an, weil ich euch verfluchte Landplagen hasse wie die Pest. Wenn ich etwas brauche, gehe ich in ein Geschäft und besorge es mir. Ich brauche keine 20 Anrufe täglich von euch Arschlöchern, damit ihr versucht, mir Kreuzfahrten, Aluminiumverkleidungen, Satellitenfernsehen oder Kellerabdichtungen anzudrehen, obwohl ich nicht mal einen Keller habe. Ich lebe in einer Mietwohnung, ihr Trottel. Ich brauche den Scheiß nicht, den ihr für eine beschissene Provision zu verhökern versucht. All ihr schwachsinnigen, faulen, unmotivierten, nichtsnutzigen Televerkäufer, tut der Welt doch einen Gefallen: Sucht euch einen richtigen Job.«

Lachend hinterließ Westmore eine Nachricht, woraufhin Peter Rodenbaugh letztlich selbst ans Telefon ging, doch auch er hatte noch nie von einer Verwandten namens Deborah gehört. Bei der fünften Nummer gab es den dazugehörigen Anschluss nicht mehr.

Er würde gründlicher recherchieren und ausgiebigere Erkundigungen einholen müssen. Vielleicht wusste Vivica etwas, oder auch Karen. Warum hat Hildreth dieser Frau ein Auto überlassen? Wichtiger noch, warum stand der Wagen verlassen im Wald? Er würde später einen seiner Freunde bei der Zeitung anrufen und ihn bitten, eine umfassende Recherche bei Lexis-Nexis durchzuführen.

Unten im Haus herrschte Stille. Den Rest des Tages verbrachte Westmore damit, sich DVDs von T&T Enterprises anzusehen. Es erwies sich als abstumpfende Aufgabe. Stöhnend, aber aus anderen Gründen als erwartet, arbeitete er sich durch einen Pornofilm nach dem anderen und machte reichlich von der Vorspultaste Gebrauch. Als Hintergrundmotiv kam in jedem DVD-Menü eine gotische Villa zum Einsatz; Westmore verdrehte die Augen. Nach jeder Szene fühlte er sich regelrecht betäubt. Die Erotik der wunderschönen Frauen verflog bereits nach dem ersten »Abspritzen«, auf das zahllose weitere folgten, Hunderte im Lauf des Tages.

Es war immer wieder dasselbe, nur mit anderer Kulisse und anderen Frauen, die er alle schon zuvor auf Autopsiefotos gesehen hatte. Viele der Männer in den Filmen waren Eintagsfliegen mit lächerlichen Künstlernamen wie A. Nalstecher und P. Immel, und letztlich stieß Westmore auf die Elite von T&Ts männlicher Darstellerriege: Jaz und Dreiei. Den Spitznamen des Letzteren durfte man tatsächlich wörtlich nehmen. Dass die beiden Kerle für einen Job in der Pornobranche bestens qualifiziert waren, ließ sich nicht bestreiten.

Die Stunden zogen sich wie Kaugummi. Westmore empfand das Gesehene als entsetzlich deprimierend. Außerdem fand er auf keiner der DVDs etwas, das ihm weiterhalf. Schließlich legte er die Halloween-DVD ein, die sich als erfrischend frei von sexuellen Aktivitäten erwies. Dafür gab es eine Menge Symbolik. Etliche Frauen aus den Hardcore-Filmen tollten in knappen Kostümen herum. Spitzenbesetzte Verkleidungen als rote Teufelinnen, Vampirinnen mit Fangzähnen, eine fast nackte Braut Frankensteins und so weiter.

Mack hatte sich als Frank Sinatra verkleidet – was vermutlich seiner Selbstwahrnehmung entsprach, allerdings besaß Ol’ Blue Eyes in diesem Fall Hörner. Dreiei ging – nicht weit hergeholt – als Höhlenmensch, wobei er seine Namensgeber zum Glück hinter einem Lendenschurz verbarg. Jaz wiederum nahm als Mumie an der Party teil und hatte sein »Berufswerkzeug« ebenso eingewickelt wie den Rest seines Körpers. Karen platzte betrunken als exotische Bauchtänzerin ins Bild. Die Kamera zoomte heran und wieder weg, während sie einen bizarren Tanz aufführte. Bislang jedoch fehlte von Hildreth bei der Feier jede Spur.

»Hi«, sagte Karen, als sie hereinkam.

Westmore musste zweimal hinsehen. Sie trug lediglich einen karmesinroten Stringtanga mit passendem Oberteil. »Hi.«

»Sehe ich verkatert aus?«

»Eigentlich nicht. Der Bikini lenkt ziemlich erfolgreich davon ab.«

Sie lehnte sich an den Türrahmen und verschränkte die Arme unter den Brüsten, die dadurch noch aufrechter wirkten, als es durch die Implantate ohnehin der Fall war. »Ist das Ihre Art zu sagen, dass ich in einem Bikini gut aussehe?«

»Karen, Sie sehen in einem Bikini so gut aus, dass ich mich nicht mal darauf konzentrieren kann, was ich gerade tue.« Westmore lehnte sich auf dem Stuhl zurück und zündete sich eine Zigarette an. »Und nein, das ist keine Anmache.«

»Verdammt.«

»Haben Sie Ihre Kleider vergessen?«

»Ich habe nichts Besseres zu tun, also dachte ich mir, ich arbeite im Innenhof an meiner Sonnenbräune. Lust, mir Gesellschaft zu leisten?«

»Nein. Ich bin Journalist. Von Journalisten erwartet man, dass sie blass sind. Ist eine Frage von Image.«

»Na ja, wenn ich alleine bin, kann ich wenigstens nackt sonnenbaden.«

Westmore zog eine Augenbraue hoch. »Äh, welche Fenster weisen noch mal auf den Innenhof?«

»Sehr witzig. Was haben Sie den ganzen Tag hier oben getrieben?«

»Ich habe mir die ausgesprochen gehaltvollen und stets geistig hochstehenden Produktionen von T&T Enterprises angesehen.«

Karen lachte. »Sie Armer. Keine Sorge, ich schaue weg, wenn Sie aufstehen.«

»Da liegen Sie aber falsch. Für mich sind Pornos weder erotisch noch stimulierend. Eher deprimierend. Mittlerweile fühle ich mich davon regelrecht hirntot. Und im Moment sehe ich gerade Sie auf dem Bildschirm.«

Mit leicht geschockter Miene kam Karen um den Schreibtisch herum. »Die Halloween-Party, Gott sei Dank. Ich dachte schon, Sie hätten einen meiner alten Pornos aus den frühen 1990ern gefunden.«

So attraktiv Karen sein mochte, Westmore wollte ganz sicher keine Aufnahmen von ihr sehen, wie sie dasselbe tat, wobei er den anderen T&T-Frauen zugesehen hatte. »Ein toller Bauch, aber – nichts für ungut – Sie sind keine besonders gute Tänzerin.«

»Wenn ich nüchtern bin, dann schon, nur war ich das bei dieser Party definitiv nicht.« Amüsiert betrachtete sie das Geschehen.

»Ich sehe Hildreth nirgendwo. War er nicht bei der Party?«

»Nein, war er nicht. Er hat Halloween sehr ernst genommen.«

Westmore musste über seine Schlussfolgerung lächeln. Er konnte sich das ulkige Bild lebhaft vorstellen, das wahrscheinlich obendrein der Wahrheit entsprach: Hildreth und seine Spießgesellen bei Sprechgesängen in der Kapelle, wobei sie lächerliche schwarze Umhänge und Kapuzen trugen. »Natürlich.«

Karen, die sich immer noch das Filmmaterial von der Party ansah, runzelte plötzlich die Stirn. »Oh Scheiße. Man kann meinen Kaiserschnitt sehen.«

Westmore war die Narbe nicht aufgefallen und er wurde wieder einmal überrascht. »Ich wusste gar nicht, dass Sie Kinder haben.«

»Sehen Sie?« Karen schob den Saum des ohnehin winzigen Bikinihöschens ein Stück nach unten und legte dadurch die dünne Narbe frei. »Ich bekam Darlene, als ich 21 war, stellen Sie sich das vor. Mittlerweile fühle ich mich dadurch alt; sie ist jetzt in ihrem ersten Jahr am College. Und ich bin richtig stolz auf sie. Darlene wurde in Princeton angenommen.«

»Das ist ja toll«, meinte Westmore. »Aber Sie müssen praktisch Millionärin sein, um das Schulgeld bezahlen zu können.«

»Was das Stipendium nicht abdeckt, übernimmt Vivica.«

»Da haben Sie aber Glück. Was passiert, falls Vivica Sie entlässt?«

Karen schwieg einen Moment. »Warum sollte sie das tun?«

»Na ja, ich weiß nicht. Sie haben früher für die Firma ihres Mannes gearbeitet, jetzt ist ihr Mann tot und die Firma geschlossen.«

»Ich würde mal sagen, wenn sie mich feuert, bin ich schlimmer am Arsch als all die Tussis in diesen Videos zusammen.«

Bei Gelegenheit würde Westmore sich überlegen müssen, wie er ihr höflich mitteilen konnte, dass obszönes Gerede sie für ihn nicht gerade attraktiver machte. Dann hätte er beinahe laut aufgestöhnt, als Karen zur Kaffeemaschine ging und sich über den Schrank beugte, um Filter herauszuholen. »Ach ja, weil ich gerade daran denke: Haben Sie je von einer Frau namens Deborah Anne Rodenbaugh gehört?«, fragte er.

»Nein, ich glaube nicht.«

»Sie ist als Halterin des verlassenen Roadsters im Wald gelistet. Vielleicht eine von Hildreths Darstellerinnen?«

»Kann sein.«

Auf dem Bildschirm sah man im Hintergrund eine plumpe, übergewichtige Frau sitzen. Strähniges Haar hing ihr tief in die Augen. Sie wirkte zugedröhnt. »Wer ist das?«, wollte Westmore wissen.

Ohne besonderes Interesse schaute Karen auf den Monitor. »Oh, das ist Faye. Ein hoffnungsloser Fall; mir hat sie immer so leidgetan. Sie war die Hausmeisterin der Firma und hat auch die Außenanlagen ein wenig in Schuss gehalten.«

»Sie trägt nicht mal ein Kostüm.«

»Faye ist kein Partygirl. Eher das schwermütige Mauerblümchen. Sie hat nur auf das Ende der Feier gewartet, um aufräumen zu können. Viele von Hildreths Mädchen haben sich über sie lustig gemacht. Es war echt grausam. Soweit ich weiß, war sie ein heimlicher Junkie.«

Sieht wirklich so aus, als hätte sie irgendwas eingeworfen. Westmore wollte gerade etwas anderes sagen, als sein Herz einen Sprung machte.

Rasch drückte er die Pause-Taste. Auf der DVD von der Halloween-Party war jemand ins Bild getreten.

Das ist sie! Die junge Frau, die er auf dem gerahmten Foto im Schreibtisch und dem Ölgemälde vor dem Tresor gesehen hatte. Allerdings war sie nicht kostümiert, sondern trug einen adretten dunklen Geschäftsanzug und Stöckelschuhe.

Könnte das Deborah Rodenbaugh sein?

»Ich wünschte, ich wüsste, wer das ist«, murmelte er vor sich hin.

Karen spähte herüber. »Hab ich noch nie gesehen.«

Westmore sah sie argwöhnisch an. »Doch, haben Sie.«

»Nein. Ich glaube nicht.«

Er deutete hinter sich auf den Boden. »Das ist die junge Frau auf dem Gemälde. Bei ihr haben Sie auch gesagt, Sie hätten sie noch nie gesehen. Und es handelt sich offensichtlich um dieselbe Frau.« Westmore wusste nicht einmal, weshalb er argwöhnisch war, dennoch bedachte er Karen mit einem eindringlichen Blick.

»Warum führen Sie sich plötzlich wie ein Arsch auf?«, herrschte Karen ihn an.

»Tu ich nicht, ich ...«

»Ich war betrunken, als ich das Bild gesehen habe, und jetzt sehen Sie mich an, als würde ich lügen!«

»Ich habe damit nur gemeint, dass ich es seltsam finde, wenn Sie sagen, Sie hätten die Frau noch nie gesehen. Immerhin habe ich Ihnen das Bild gezeigt und jetzt entdecke ich sie auf einer Party, auf der Sie auch waren. Und trotzdem behaupten Sie steif und fest, Sie wüssten nicht, wer das ist ...«

»Herrgott noch mal, warum sollte ich Sie anlügen? Als ich hier gearbeitet habe, gingen in diesem Haus ständig Leute ein und aus. Der Haupteingang hätte genauso gut eine Drehtür sein können. Ich kann mich unmöglich an jede einzelne Frau erinnern, die auf Hildreth scharf war!«

Karen wirkte stinksauer und Westmore kam sich wie ein Idiot vor.

»Lassen Sie mich noch mal schauen, verdammt! Mal sehen, ob ich mich an jedes einzelne Flittchen erinnere, das je einen Fuß in dieses beschissene Haus gesetzt hat ...« Stirnrunzelnd beugte sich Karen vor. Ihr Hinterteil mit dem knappen Bikinihöschen war nur wenige Zentimeter von Westmores Augen entfernt. Sie betrachtete eingehend das Standbild. »Oh, warten Sie mal, ich erinnere mich tatsächlich an sie.«

»War sie eine der Darstellerinnen?«

»Nein, sie war eine von Hildreths Mädchen für alles. Gelegentlich nahm er eine junge Frau unter seine Fittiche und bezeichnete sie als seine Assistentin. Hab sie aber fast nie gesehen, definitiv kein Partygirl. Ich wüsste nicht, dass sie überhaupt je einen Drink in der Hand gehabt hätte. Und wenn ich’s mir recht überlege ... Nach welchem Namen haben Sie mich noch mal gefragt?«

»Deborah Anne Rodenbaugh.«

»Okay, dann ist sie das wahrscheinlich, denn ich glaube, ihr Name war Debbie. Sie fuhr ein kleines schwarzes Cabrio.«

Ja!, freute sich Westmore. »Das ist sie. Endlich weiß ich, wer sie ist.« Viel Lärm um nichts, aber immerhin hatte er so die Information bekommen, die er brauchte.

»Warum ist sie überhaupt so wichtig?«

Westmore kratzte sich am Kopf. »Ich weiß es nicht, aber das Auto im Wald ist auf ihren Namen zugelassen. Es ist ein Anfang, mal zu wissen, wer sie ist.«

»Ein Rätsel. Hat Vivica Sie in Wirklichkeit dafür engagiert? Um etwas über dieses Mädchen in Erfahrung zu bringen? Glauben Sie mir, Vivica ist keine von der eifersüchtigen Fraktion.«

Westmore bemühte sich, der Frage bestmöglich auszuweichen. »Ich ... nehme die Dinge nur unter die Lupe.«

»Ach ja? Unter die Lupe?« Karen stemmte die Hände in die Hüften und präsentierte ihm unverhohlen ihre Kurven.

Heiliger Bimbam. Ich schnapp hier gleich über.

»Ich gehe mich jetzt sonnen. Sie können ja gerne weiter Dinge unter die Lupe nehmen.« Karen bedachte ihn mit einem letzten belustigten Blick. »Sie sind ein echter Spinner, das wissen Sie schon, oder?«

»Klar. Aber genau das mögen Sie an mir, richtig?«

»Ich glaube ja«, erwiderte sie kichernd und ging.