Sylvia saß auf der Couch in der Bibliothek, wo sie und Alan sich eine Woche vorher geliebt hatten. Sie sah sich geduldig die Abendnachrichten an und wartete auf weitere Meldungen über McCready. Es gab keine Neuigkeiten. Als der Wetterbericht begann, erhob sie sich, um den Fernseher auszuschalten. Plötzlich änderte sich abrupt die Einstellung und der Nachrichtensprecher kam wieder ins Bild:
Hier noch eine aktuelle Meldung: Senator James McCready ist tot. Wir haben gerade die Nachricht erhalten, dass der Senator soeben an den Komplikationen einer langen schweren Krankheit verstorben ist. Ausführlichere Informationen erhalten Sie in unserer nächsten Ausgabe.
Mit klopfendem Herz schaltete Sylvia auf die anderen Programme um, aber überall kam dieselbe Nachricht in fast gleichem Wortlaut. Alle Sender mussten identische Presseerklärungen erhalten haben.
Sie schaltete jetzt den Fernseher aus.
Komplikationen einer langen schweren Krankheit.
Das war eine Erleichterung. Sie hatte befürchtet, dass der Senator oder seine Mitarbeiter versuchen würden, Alan die Schuld für das zu geben, was passiert war. Normalerweise wäre ihr so etwas nie in den Sinn gekommen, aber nach den Ereignissen der letzten Zeit …
Plötzlich wurde es ihr klar: Alan konnte nach Hause kommen!
Sie suchte den Zettel heraus, den Ba ihr gegeben hatte, und wählte die Nummer von Chac Tien Dong.
Nach vier Klingelzeichen meldete sich eine Vietnamesin. Sylvia konnte sie wegen des lauten Stimmengewirrs im Hintergrund kaum verstehen.
»Kann ich bitte Dr. Bulmer sprechen?« Sie erhielt eine unverständliche Antwort. »Was ist mit Chac?«, fragte Sylvia. »Kann ich Chac sprechen?«
Nach einer weiteren unverständlichen Antwort hörte sie eine männliche Stimme.
»Ja. Hier ist Chac.«
»Hier ist Mrs Nash, Chac. Kann ich mit Mr Bulmer sprechen?«
Es folgte eine lange Pause, dann sagte Chac. »Er ist nicht hier.«
Oh, mein Gott! »Wo ist er? Wohin ist er gegangen? Ist jemand gekommen und hat ihn mitgenommen?«
»Nein. Er ist allein gegangen.«
Zumindest war das eine Erleichterung. Es bedeutete, dass niemand von der Stiftung etwas damit zu tun hatte.
»Aber warum haben Sie ihn nicht aufgehalten.«
»Oh, nein«, sagte Chac. »Niemals Dat-tay-vao aufhalten! Sehr schlecht!«
Panik durchfuhr sie wie ein eisiger Wind. Ba hatte gesagt, er habe Alan davor gewarnt, die Gabe zu erwähnen. Wie konnte Chac also davon wissen?
»Hat er das Dat-tay-vao angewendet?«
»Oh ja! Viele Male!«
Sylvia warf den Hörer auf die Gabel und schrie: »Ba!«