Kapitel 6
Ich befürchte, Mr. Sopwith ist momentan nicht gut auf mich zu sprechen«, meinte Winifred Binks ein wenig schuldbewußt. »Besonders taktvoll war ich ja nicht gerade, oder?«
»Dummköpfe verdienen keinen Takt«, knurrte Svenson. »Sie haben ihn genau richtig behandelt«, fügte Peter hinzu. »Natürlich ist Sopwith sauer, weil er wie ein Trottel dagestanden hat, aber es ist ja nicht Ihre Schuld, daß er tatsächlich einer ist. Ich vermute, was ihn wirklich aufgeschreckt hat, ist die Tatsache, daß Sie angefangen haben, Ihr Aktienkapital zu verringern. Das Binks-Vermögen ist zweifellos das wichtigste Konto der Bank, und er wird scharfe Kritik ernten, wenn er nicht dafür sorgt, daß dies auch so bleibt. Sie haben bereits ohne Aussicht auf große Gewinne eine beträchtliche Geldsumme in die Forschungsstation gesteckt. Wenn Sie erst einmal anfangen, Golden Apples finanziell zu unterstützen, werden Sie - zumindest vorübergehend - ein weiteres Loch in Ihre Finanzen reißen.«
»Und wenn schon? Meine persönlichen Bedürfnisse sind minimal. Ich brauche für niemanden aufzukommen, also habe ich die Freiheit, mein Geld zu meinem Vergnügen anzulegen. So hat Großvater es immer gehalten, und bei ihm hat es auch funktioniert. Mit Ausnahme seines letzten abenteuerlichen Unterfangens, aber Gott sei Dank bin ich noch nicht senil genug für solche Späßchen. Oder nehme es zumindest an.«
»Sind Sie wirklich sicher, daß Golden Apples eine gute Investition ist?« fragte Peter ein wenig nervös.
»So sicher, wie man überhaupt nur sein kann. Ich bin sämtliche Fragen gemeinsam mit Mr. Debenham und Miss Chilicothe sorgfältig durchgegangen. Wir haben vor, etwa drei Millionen Dollar in die Modernisierung zu investieren. Abschreibungen und so weiter eingerechnet, müßten wir in der Lage sein, den gesamten Betrag innerhalb von fünf bis sechs Jahren wieder einzubringen. Es ist nicht schwer, Golden Apples auf die Sprünge zu helfen, denn die Firma ist bereits auf dem besten Weg. Wir beabsichtigen schließlich nicht, das Geld sinnlos zu verschwenden. Beispielsweise habe ich vor, der Firma eine Menge Werbezeit in unserem Fernsehprogramm zu überlassen, wenn wir erst einmal losgelegt haben. Nicht direkte Werbespots, wissen Sie, sondern subtile Hinweise wie leere Golden Apples-Dosen mit gut sichtbarem Etikett, die wir als Behälter für unsere Wildpflanzen benutzen. So etwas ist bei kom-merziellen Sendern gang und gäbe, habe ich mir sagen lassen. Peter, Sie haben doch immer so viele wunderbare Ideen, könnten Sie sich nicht vielleicht ein paar hübsche Kampagnen für einen guten Zweck ausdenken?«
»Mit Vergnügen«, versicherte Peter. »Wie lange braucht man übrigens, um ein Eichhörnchen aus einem Futterspender zu befreien?«
»Wie bitte? Ach so, Sie meinen Viola und Knapweed, die hatte ich ganz vergessen. Sie scheinen sich wirklich reichlich Zeit zu nehmen, da haben Sie recht. Mein Gott, sie werden doch wohl niemandem ins Netz gegangen sein?«
»Hoffentlich nicht. Eine andere mögliche Erklärung wäre, daß sie ein gemütliches Nest aus Blättern gefunden haben und sich - eh - ein kleines Schäferstündchen gönnen.«