10 Dezember
In der langen Zeit in der Alexander Guinievaire nicht gesehen hatte, so hatte er nach eindringlicher Beobachtung in den letzten Wochen festgestellt, hatte sie sich nicht sehr verändert, selbst wenn sie zu Beginn noch bemerkenswert viel Zeit darauf verschwendet hatte, ihn glauben zu machen, sie wäre ein neuer Mensch. Inzwischen war sie zu großen Teilen wieder genau so, wie Alex sie kannte und wie sie ihm am liebsten war, jedoch eine Sache machte ihm tatsächlich nach wie vor große Sorgen: ihre offensichtliche Sehnsucht nach ihrem Verlobten, der Tag um Tag nicht auftauchte und Alex‘ schönen Hausgast damit in die Verzweiflung zu treiben schien. Sie stand oft am Fenster und hielt Ausschau, ob er nicht vielleicht heute durch das kleine Tor treten würde, und dann seufzte sie viel und ihre hübschen Augen waren traurig.
Alexander hasste diesen jämmerlichen Anblick selbstverständlich und den Gedanken, sie liebe ihren lächerlichen Pferdejungen wirklich, konnte er kaum ertragen. Wenn sie am Fenster stand, verspürte er deshalb oft den überwältigenden Drang, sie von den Scheiben fortzuziehen und sie dann dazu zu zwingen, sich alleine auf ihn zu konzentrieren. Früher einmal war alles anders gewesen – war er anwesend, dann hatte Guinievaire einzig und allein Augen für ihn gehabt. Sie hatte sich nur in seiner Nähe aufgehalten, hatte ihn berührt, ihn angesehen und ihm zugelächelt, als sei niemand anderes im Raum und als gäbe es niemand anderen auf der ganzen Welt, der sie kümmerte. Mittlerweile hatte Alex manchmal das Gefühl, sie habe vollkommen vergessen, dass er überhaupt noch hier war.
So konnte und durfte es selbstverständlich nicht weitergehen. Ganz egal, ob sie nun verliebt war in ihren Stallburschen oder nicht, es war schlicht und einfach unmöglich, und dies hatte sie selbst erst vor kurzem eingeräumt, dass sie ihn mehr liebte als ihren Alex. Dieses Mädchen gehörte ihm allein und nachdem er lange gewartet hatte nach den Vorfällen in Paris, viel länger als er jemals gedacht oder es für möglich gehalten hätte, war es nun endgültig an der Zeit, dies Guinievaire ein für allemal klar zu machen. Selbst wenn ihr Verlobter hier auftauchen sollte, musste Guinievaire sich längst wieder darauf entsonnen haben, mit wem sie wirklich den Rest ihres Lebens verbringen wollte, und die korrekte Antwort auf diese Frage war natürlich: einzig und allein mit Alexander Lovett.
Guinievaire befand sich im vorderen Salon, von dem aus man den besten Blick auf den Weg hatte, der vom Tor zur Türe führte. Sie stand aufrecht am Fenster und starrte stumm durch die Scheiben, was genau jener vertraute Anblick war, der Alex schrecklich quälte. Im Grunde konnte sie kaum in der Lage sein, wirklich etwas zu erkennen, denn obwohl es erst am frühen Nachmittag war, wurde es draußen bereits dunkel und außerdem regnete es auch heute wieder so heftig, dass alle Formen vor ihren Augen verschwimmen mussten. Ihr Haar war offen und sie trug ein schmales Kleid mit einem dünnen, geblümten Rock und einem tiefen Rückenausschnitt. Alex wäre gerne hinüber gegangen zu ihr und hätte ihre weiße Haut berührt und wäre mit dem Finger die Linie zwischen ihren Schulterblättern entlang gefahren. Stattdessen setzte er sich jedoch etwas verbittert auf den weichen Futon, der diagonal vor den Fenstern arrangiert war, und beobachtete seine Liebste lediglich eine Weile. Wie so oft in letzter Zeit schien sie ihn nicht einmal bemerkt zu haben. Alex räusperte sich also ein wenig.
„Guinievaire,“ begann er sehr diplomatisch. „Würdest du dich bitte einen Augenblick lang zu mir setzen?“
Auf diese höfliche Bitte hin wandte sie ihm ihren schönen Kopf zu, dabei schlug sie zweimal die dunklen Lider aufeinander und musterte ihn prüfend – wie immer ging sie davon aus, dass er etwas im Schilde führte und wie immer hatte sie recht – dann nickte sie kurz. Während sie zu ihm herüber kam, seufzte sie. „Was für ein grauenhaftes Wetter wir haben. Er wird furchtbar nass werden.“
Er, natürlich, es ging immer nur um ihn. Ihm galten all ihre Sorgen und Alexander interessierte sie noch nicht einmal mehr. Nun, nicht mehr lange würde dies der Fall sein, denn er würde dafür sorgen, dass sie ihre Prioritäten endlich korrigierte und zudem würde sie dies alleine von sich aus tun. Alex hatte nämlich darüber nachgedacht, sehr viel sogar, auf welche Art er Guinievaire zurück haben wollte und er war zu dem zugegeben etwas sturen Schluss gekommen, dass er sie nur dann haben wollte, wenn sie aus freien Stücken wieder zu ihm kam und wenn sie dadurch auch zugab, dass es ein großer Fehler gewesen war, ihn überhaupt verlassen zu haben. Vielleicht würde sie für diese Epiphanie noch ein wenig mehr Zeit benötigen, aber Alex war wie durch Zauberhand geduldig geworden und deshalb wollte er einzig das Mädchen, das er liebte, und nicht etwa die abgelegte Verlobte des Pferdejungen.
„Nun, ich bin mir sicher, er hat eine Jacke,“ murrte er zunächst ungehalten. Zu Anfang ihres gemeinsamen Aufenthaltes in Italien war es Alex deutlich leichter gefallen, ihre zahlreichen Liebesbekundungen für den Pferdejungen zu übergehen, weil er sie schlicht nicht ernst genommen hatte, aber inzwischen waren seine Nerven derart strapaziert, dass sich ihm ganz wie von selbst die Fäuste ballten, dachte er nur an Anthony Ford. Er durfte ihr aber nicht sagen, wie sehr sie ihn damit quälte. Vermutlich hatte sie es ohnehin bemerkt.
„Das tut er,“ sagte Guinievaire mit einer Stimme, die etwas abwesend klang. „Es ist aber nur eine sehr, sehr schäbige Jacke.“
Während sie sanft sprach, setzte sie sich neben Alex und sah ihn aufmerksam an, wobei sie ihre dürren Hände in ihren Schoß legte. Sie war ihm so nah, dass er ihr Parfum riechen konnte, also atmete er tief ein, denn meist hielt sie leider deutlich zu viel Abstand von ihm. Auch sie quälte sich, dies war leicht zu erkennen, nur wusste Alex schon lange nicht mehr, warum genau es ihr derart schlecht erging. War er der Grund oder war es der Stallbursche?
„Wir können ab sofort wohl jeden Tag mit ihm rechnen,“ bemerkte Alex. Er hatte sich gegen die runde, samtene Lehne des Futons gelegt und ein Bein angewinkelt. Guinievaire nickte derweil selig.
„Das glaube ich auch,“ erwiderte sie darauf mit einem zufriedenen Lächeln. Seit einigen Wochen benahm sie sich nun schon derart seltsam. Sie war ruhig. Es war nicht zu übersehen, dass sie jemanden oder etwas vermisste, und ihm gegenüber war sie abgeklärt und freundlich, aber distanziert. Alex gefiel sie ganz und gar nicht in diesem Zustand.
„Deswegen wollte ich auch mit dir sprechen,“ erklärte er. „Liebling, wenn du ihn heiratest, was wird dann aus dir und mir?“
Kurz dachte Alex darüber nach, eine ihrer Hände zu nehmen, stattdessen sah er sie aber nur eindringlich an. Sie sollte nicht sofort misstrauisch werden, denn natürlich führte er dieses Gespräch nur mit ihr, damit sie ein schlechtes Gewissen bekam oder sogar Angst davor, ihn endgültig zu verlieren. Bisher war er stets zu nachsichtig mit ihr gewesen und hatte die Fehler, die sie machte, niemals geahndet und vermutlich würde er nicht wirklich den Kontakt mit ihr abbrechen, wenn all seine Alpträume wahr werden sollten und sie Mrs Ford wurde, aber noch gab es Hoffnung und noch hatte er Zeit, nur musste Alex unbedingt bedacht handeln. Wollte er endlich Ergebnisse sehen, so hatte er also beschlossen, musste er sie sehr behutsam unter Druck setzen.
Guinievaire zog die Augenbrauen zusammen, aber bevor sie ihm antwortete, warf sie einen prüfenden Blick aus dem Fenster. „Was meinst du?“ fragte sie dann. Alex glaubte, so etwas wie Beunruhigung in ihrem Tonfall erkennen zu können.
„Werden wir einander dann überhaupt noch sehen?“ erkundigte er sich mit einem Schulterzucken. Dass es immer so ablaufen musste, dass er immer Pläne spinnen und Intrigen konstruieren musste. Konnte sie es ihm nicht ein einziges Mal leicht machen? Guinievaire war leider furchtbar schwierig, aber zu ihrem großen Glück war sie auch sein Lebenszweck und deswegen machte Alex sich auch diesmal die unerträgliche Mühe.
Von dieser unschuldigen Frage schien sie schockiert zu sein. Sie zog die Schultern ein wenig zusammen. „Selbstverständlich,“ zischte sie. „Alex, du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben.“
Wegen dieses Satzes hätte er sie gerne gepackt und geschüttelt, denn es bestand kein Zweifel daran, dass sie die Wahrheit sprach, aber nur Guinievaire schaffte es, sich der Tatsache, dass sie ihn liebte wie keinen Zweiten, voll und ganz bewusst zu sein und dennoch daraus allein die falschen Konsequenzen zu ziehen.
„Aber, Guinievaire, du wirst dann einen Ehemann haben,“ erinnerte Alex sie vorsichtig und hob dabei die Augenbrauen.
Sie schien jedoch auch weiterhin nicht zu verstehen, wovon er überhaupt sprach. „Tony weiß, wie gerne ich dich habe,“ entgegnete sie nachdenklich, aber dennoch etwas verunsichert. Nun war sie es, die nach Alex‘ Hand griff und etwas näher rückte, vermutlich weil sie ihn beruhigen wollte oder vielleicht musste sie sich sogar seiner Nähe versichern, was natürlich besser wäre für ihn. Alex kannte Guinievaire und die Vorstellung, ohne ihn leben zu müssen, sollte eigentlich absolut qualvoll für sie sein.
„Du hast ihm nicht erzählt, dass wir früher zusammen waren,“ protestierte er.
Scheinbar beiläufig zuckte sie daraufhin die Schultern. „Was spielt das für eine Rolle? Er weiß, dass du mein bester Freund bist. Wir waren viel länger beste Freunde als ein Paar, Alex.“
Obwohl diese Behauptung nüchtern gesehen natürlich vollkommen der Wahrheit entsprach, gefiel sie Alex nicht im Geringsten. Nervös zuckte seine Hand, als sie dies aussprach, denn schon nach kurzer Zeit, nachdem sie einander getroffen hatten, waren sie ineinander verliebt gewesen, sie waren damals nur zu dumm, zu stolz und zu vorsichtig gewesen, um dies einzuräumen, und die Rollen der besten, platonischen Freunde hatten sie, im Gegensatz zu ihren vielen anderen, immer nur wenig überzeugend gespielt.
„Aber was ist, wenn wir nach deiner Hochzeit auch das nicht mehr sein können?“ fuhr er eifrig fort. Guinievaire wollte niemals ohne ihn sein, dies hatte sie ihm sehr oft sehr feierlich erklärt. Ihr zu sagen, sie könne ihn in Zukunft vielleicht nicht mehr sehen, war die ultimative Drohung, denn sie waren einander immer nahe gewesen, selbst während ihrer schlimmsten Auseinandersetzungen. Genau wie er ihr, hatte sie ihm in der Vergangenheit früher oder später alles vergeben, was er ihr angetan hatte, einfach weil sie seine Abwesenheit überhaupt nicht gut vertrug. „Du wirst am anderen Ende der Stadt wohnen und du wirst nicht mehr mit mir ausgehen wollen und vielleicht zieht ihr sogar aufs Land, Prinzessin. Ich glaube nicht, dass ich noch viel von dir haben werde.“
Alexander verlieh seiner Stimme einen tieftraurigen Ton und sah sie bettelnd an, aber Guinievaire weigerte sich weiter mit aller Macht, in die Richtung zu denken, die er wiederum mit aller Macht anstrebte.
„Ich werde niemals aus London fortziehen!“ rief sie empört, wobei sie nun auch nach seiner zweiten Hand griff und beide fest umschlossen hielt. „Und wir werden uns jeden Tag sehen, Liebling, das verspreche ich dir. Ich werde schon morgens zu Lovett Residence fahren und wir können so viel Zeit miteinander verbringen, wie wir möchten.“
Dieses Versprechen gefiel Alex natürlich ausgesprochen gut und vielleicht würde er in einer schrecklichen Zukunft einmal darauf zurückgreifen müssen, dennoch konnte er nicht glauben, dass Guinievaire ihn mit ihren hübschen, grünen Augen ansehen konnte und dabei nicht bemerkte, was es eigentlich war, was sie tun sollte, wollte sie wirklich ab sofort jeden Tag mit ihm verbringen.
„Prinzessin, das ist doch albern,“ erklärte er deshalb. „Du wirst die Frau eines anderen Mannes sein.“ An dieser Stelle machte Alex eine dramatische Pause, so wie er es sich zuvor vorgenommen hatte. Den Satz, den er gleich aussprechen würde, hatte er sich schon lange zurecht gelegt, denn er würde an ihr nagen und ihr keinen Frieden mehr lassen in den nächsten Tagen, in denen er sich ihr vollkommen verweigern würde. Wenn sie erst einmal verstand, dass es ihm ernst war, dann konnte sie nur noch eines tun, um ihn nicht zu verlieren. „Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob ich dann immer noch dein Freund sein kann oder ob ich es will.“ Alex seufzte schwermütig, dann drehte er die Hände aus ihrem überraschten Griff und verließ sofort eilig das Zimmer.
Guinievaire sah ihm erschrocken hinterher und zunächst war ihr Kopf vollkommen leer, aber dann musste sie langsam doch einräumen, dass sie noch niemals darüber nachgedacht hatte, was mit ihr und Alex geschehen sollte, kehrte sie als Tonys Frau zurück nach London. Dabei hätte es ihr bewusst sein müssen, dass ihr geliebter bester Freund zu sehr unter ihrer damit endgültig verpassten Chance leiden würde, um sie noch weiterhin jeden Tag zu sehen. Wenn Guinievaire sich jedoch eine Zukunft ohne Alex vorstellte, dann wurde ihr schrecklich übel. Dies war einfach keine Option. Verzweifelt erhob sie sich wieder von dem weichen Futon und positionierte sich auf ihrem ständigen Wachposten vor dem Fenster, denn trotz jener grauenhaften Vorstellung, Alex zu verlieren, sie konnte die einzig logische Konsequenz nicht ziehen. Und vielleicht würde es ihr sogar gut tun, ihn nicht länger zu sehen. Zu Beginn würde es sicherlich furchtbar schmerzhaft für sie sein, aber hatte sie nicht schon zuvor sechzehn lange Jahre ohne Alex gelebt? Dies war ihr Neuanfang, rief sie sich ein weiteres Mal stur in ihr wehmütiges Gedächtnis.
Draußen, inmitten des strömenden Regens, war derweil ein brauner Umriss aus dem Dunkel aufgetaucht, ein langer Fleck, der sich zu bewegen schien und dabei beständig auf das weite Tor zusteuerte. Als sie ihn entdeckte hatte, kniff Guinievaire die Lider zusammen, aber es war bei Weitem zu finster und zu nass und der Regen war ganz einfach zu undurchdringlich, um wirklich etwas erkennen zu können. Es könnte jemand sein, eine Person, dachte sie mit einem Mal, jemand, dessen Ziel dieses einsame Haus war.
Sie konnte nicht ohne Alex leben, unter keinerlei Umständen, es war unmöglich, denn einzig und allein Alex war es gewesen, der ihr langweiliges Leben damals überhaupt erst lebenswert gemacht hatte. Wer verstand sie, wenn nicht Alex? Wer sorgte sich um sie, wem war sie wichtiger als alles andere? Ein Leben ohne Alex stand vollkommen außer Frage.
Der Fleck wurde größer und länger. Er hatte die Form eines flackernden Ovales angenommen, wenn dies auch ganz und gar unregelmäßig in seinen Umrissen war. Vielleicht war es Tony, realisierte Guinievaire mit einem Mal. Wenn es Tony war, sollte sie ihm dann nicht entgegenkommen? Sie stellte sich vor, wie sie den Rock raffte und die Türe stürmisch öffnete, um sich im strömenden, tosenden Regen in seine kräftigen Arme zu werfen und dort endlich ihren Verlobten zu küssen. Er würde ihr sagen, dass er nun hier war und sie niemals wieder verlassen wollte und Guinievaire würde nicken und lachen und dann, wenn sie ebenfalls vollkommen durchnässt war, würden sie wieder zurück ins Haus gehen und sich gemeinsam vor dem Kamin aufwärmen.
Aber wohin war Alex denn nun verschwunden? Saß er in seinem Zimmer und verzweifelte ebenso sehr wie sie an der Vorstellung, in Zukunft alles ohne sie tun zu müssen? Was würde aus ihm, war es tatsächlich Tony, der geradewegs und schnell auf das Tor des Anwesens zukam? Guinievaire entschied, dass sie ihren besten Freund suchen sollte, denn sie wollte mit ihm sprechen. Dies war die wesentlich attraktivere Option, als im eiskalten Regen nach einem dunklen Fleck am Horizont Ausschau zu halten, oder etwa nicht? Bei genauerer Betrachtung musste sie einräumen, dass es tatsächlich Tony sein könnte, denn inzwischen hatte das Etwas damit begonnen, eine entfernt menschliche Form anzunehmen, und es bewegte sich zugleich auf eine seltsam vertraute Art und Weise. Guinievaire seufzte lediglich laut.
Sie wollte mit Alex sprechen. Sie wollte ihn anbetteln, niemals den Kontakt mit ihr abzubrechen und sie alleine zu lassen. Sie zwinkerte zweimal heftig, dann kehrte sie dem Fenster entschlossen den Rücken zu. Guinievaire musste sich endlich wieder bewusst werden, wo ihre Prioritäten lagen. Und sollte es tatsächlich ihr Verlobter sein, der endlich hierher nach Italien gekommen war, weil er sie unsterblich liebte und nun heiraten wollte, dann würde er die Eingangstüre auch alleine finden und man würde ihn sicher einlassen, wenn er nur einige Male klopfte, und Guinievaire sähe er dann immerhin noch früh genug.
„Alex?“ rief sie, als sie zuerst heraus in den Flur und dann in die Eingangshalle trat. „Alex? Liebling?“ Kurz lauschte Guinievaire angespannt, aber es war keine Antwort zu hören. Er litt, dies war ihr mehr als bewusst, er litt ebenso sehr wie sie, wenn nicht sogar noch um vieles mehr. Denn er verstand nicht und er wusste nicht, warum sie nicht mehr zusammen sein konnten. Jener Zustand, in dem sie sich derzeit befanden, er war beinahe schmerzhaft. Sie saßen im gleichen Zimmer, viele Meter voneinander entfernt und sprachen höflich über nichtige Themen. Guinievaire hatte niemals gewollt, dass es einmal so wurde zwischen ihnen.
„Alex?“ rief sie noch einmal, doch nichts folgte dem. Guinievaire schloss die Augen und seufzte ein weiteres Mal. Wohin hatte er sich wohl geflohen? Nun, er war verletzt, er hatte einen pessimistischen Tag und er machte sich Gedanken über ihre ungewisse Zukunft. Also war er, dies wusste sie dank ihres magischen Gespürs Alexander betreffend, auf dem Balkon im ersten Stock, denn er rauchte mit großer Sicherheit, um sich etwas zu beruhigen, und nur der Balkon war überdacht, worauf er wert legen würde, denn ihr Alex wurde nicht gerne nass.
Plötzlich dröhnte das nasse Holz der Eingangstüre. Jemand klopfte. Guinievaire raffte den Rock und stieg die Treppe hinauf zu Alex. Der Butler sollte öffnen.
Guinievaire schloss die Augen, obwohl es bereits nachtschwarz und finster war. Sie atmete tief ein, dann hob sie die Hand und klopfte vorsichtig gegen seine Türe.
Sie hatte es versucht, aber sie konnte nicht schlafen. Es war zwei Uhr nachts und sie hatte sich verzweifelt im Bett gewälzt bis ihr plötzlich eingefallen war, welcher Tag heute war: der vierzehnte Dezember. Eine weitere halbe Stunde lang hatte sie unter ihrer warmen Decke gelegen, deswegen in die Finsternis gestarrt und überlegt, ob sie es wirklich tun sollte, dann hatte sie sich endlich dafür entschieden, hatte sich eilig einen Morgenmantel übergeworfen und sich langsam den Flur hinunter getastet, wo sie schließlich gegen seine Türe geklopft hatte.
Es gab keine Antwort darauf, aber es war Vollmond und Guinievaire wusste ganz genau, dass er deshalb wach sein musste und sie nicht einließ, weil er tödlich beleidigt war und sie kaum noch sehen mochte. Schon seit einigen Tagen war er nun bereits unerträglich, vermutlich um seinen Standpunkt zu zementieren, er wolle nicht mehr ihr Freund sein, wenn sie einen anderen Mann heiratete. Dies war ein raffiniertes und bösartiges Spiel, das er mit ihr spielte, und es funktionierte bestens – Guinievaire war verzweifelt und mühte sich mit ihm. Besonders heute musste sie dies tun. Welcher Tag konnte schon besser dazu geeignet sein, um jene beschwerlichen Differenzen zwischen ihnen auszumerzen als der vierzehnte Dezember?
Sie drückte also ohne seine Erlaubnis die kühle Klinke und trat ungebeten in sein Zimmer, wo die Vorhänge weit offen standen und der Mond leuchtend hell auf das stille Mobiliar fiel. Natürlich hatte Guinievaire sich nicht geirrt, Alexander war wach, saß aufrecht in seinem Bett und wirkte ausgesprochen nachdenklich. Als er sie endlich bemerkte, warf er ihr einen finsteren Blick zu, der sogar im Halbdunkel genau zu erkennen war.
Mit seiner anhaltenden Feindseligkeit konnte er sie nicht schrecken, denn sie ertrug sie schon zu lange und sie litt heftig darunter, deswegen hatte sie sich fest vorgenommen, ein für allemal ihren schlimmen Konflikt zu beseitigen in dieser Nacht. Also würde sie auch seine bösen Worte und Blicke erdulden und ihnen mit Sanftmut und Ruhe entgegentreten. Guinievaire wollte, dass Alex ihr vergab, was sie getan hatte und tun würde, also würde sie für die nächsten Minuten wieder sein Kätzchen sein.
„Was willst du?“ knurrte er leise und sehr unerfreut darüber, sie zu später Stunde in einem dünnen Nachthemd in seinem Schlafzimmer begrüßen zu dürfen, immerhin musste er ahnen, dass sie nicht gekommen war, um zu tun, was sie früher einmal um diese Uhrzeit getan hatten, hatten sie beide nicht schlafen können.
„Ich möchte mit dir sprechen,“ begann sie behutsam, dabei kam sie herüber zu ihm und kroch auf seine kühle Matratze, bis sie ihm direkt gegenüber saß. Zu ihrem großen Unglück war er kaum bekleidet, denn Alex fror selbst im Winter nicht, genauer gesagt fror er niemals und ihm war auch niemals wirklich warm. Er fasste sich glatt und kalt an wie ein lebloses Objekt, was Guinievaire immer ausgesprochen gut gefallen hatte. Während sie ihm derweil tief und bettelnd in die schwarzen Augen sah, war leicht zu erkennen, dass sie ihm eine Antwort gegeben hatte, die ihm nicht ein winziges Bisschen gefiel.
„Verschwinde aus meinem Bett, Guinievaire,“ befahl er also ohne Umschweife und wandte die Augen ab von ihr, die seufzte und verzweifelt den Kopf neigte, um seine Aufmerksamkeit wieder für sich zu gewinnen. Zugleich verstand sie ihn schrecklich gut: sie quälte ihn. Tag um Tag verschwendete er seine kostbare Zeit in dieser Einöde, einzig und allein für sie, hoffend und bangend, wo er sie eigentlich in der Wildnis aussetzen sollte, um sie dem eigenen, traurigen Schicksal zu überlassen. Seitdem er ihr gesagt hatte, Guinievaire müsse ihr Leben in Zukunft ohne ihn bestreiten, hatte er damit beeindruckend vieles verändert in ihrem Kopf. Sie war ihm nicht länger böse und sie wollte auch nicht, dass er einen Groll auf sie hegte. Sie wollte, dass sie wieder Freunde wurden.
„Weißt du, dass heute der vierzehnte Dezember ist?“ fragte sie vorsichtig, seine dunkle Bitte einfach übergehend.
Alex starrte beharrlich auf seinen großen, vollen, finsteren Schrank. „Natürlich weiß ich das,“ murrte er mit einem Zucken seiner schönen Braue. Nach einer langen Sekunde sah er sie endlich wieder an. „Geh jetzt,“ befahl er. „Ich ertrage dich nicht länger in meiner Nähe und dieser Tag macht alles nur schlimmer. Du solltest auf dem Bett deines Verlobten sitzen, nicht wahr, und nicht auf dem meinen.“
„Ich entscheide aber, wo ich sein möchte,“ entgegnete Guinievaire weiterhin voller Geduld. „Alex, ich weiß, dies ist eine grauenhafte Situation für dich. Ich versuche doch nur, das Richtige zu tun,“ klagte sie dann.
Alex machte daraufhin ein ausgesprochen abschätziges Geräusch und schüttelte den Kopf ein wenig, was er langsam und voller Abscheu tat. So weit hatte sie ihn inzwischen getrieben, dachte Guinievaire schuldbewusst, sie widerte ihn an mit ihren geheuchelten Liebesbekundungen und ihrer tatsächlichen Unentschlossenheit. Sie selbst wusste nicht, was sie tat. Nach Paris hätte sie zu ihm zurückkehren sollen oder aber sie hätte von Anfang an stark sein müssen. Sie hatte ihm Hoffnung gemacht, um ihn wieder zu enttäuschen und dies war scheußlich von ihr gewesen, die doch ihren Alex früher einmal besser behandelt hatte als jeden anderen Menschen auf der Welt.
„Ich will nichts von dem hören, was du zu sagen hast,“ sagte er ihr nüchtern. „Es langweilt mich zu sehr, wie du mit deinem Gewissen ringst. Verschwinde aus meinem Zimmer.“
„Alex, können wir nicht reden? Ich werde dir alles erklären und du darfst mir alles an den Kopf werfen, solange wir danach nur wieder miteinander leben können,“ beharrte sie weiter, denn wenn sie bettelte, dann würde er aufgeben müssen und wenn sie weinte, dann wurde er stets nachgiebig. Heute musste eine Lösung gefunden werden, dies hatte sie sich geschworen.
„Nein, das können wir nicht, Guinievaire,“ erwiderte er voller Ungeduld und starrte sie dabei nieder. „Denn ich kann mich nicht konzentrieren. Ich höre nicht ein Wort, von dem, was du von dir gibst, und du weißt genau, warum, und dennoch sitzt du hier in ein wenig Seide auf meinen Bettlaken.“
Selbstverständlich verstand Guinievaire, wovon er sprach, und sie überlegte deswegen für eine kurze Weile, dabei biss sie sich voller Unbehagen auf die Unterlippe. Wenn sie wirklich wollte, dass sie Fortschritte machten, dann musste auch sie Opfer bringen, dies war ihr bewusst und dazu musste sie bereit sein, selbst wenn es ihr den Körper zerriss bei einem einzigen Gedanken daran.
„Ich darf keine Erwartungen an dich stellen, Alex,“ erklärte sie also schweren Herzens. „Du musst mir nicht treu sein.“
„Sei still,“ wurde sie jedoch sofort aufgebracht unterbrochen.
„Du kannst fortgehen, wenn du möchtest, oder du kannst mich fort schicken,“ sagte sie dennoch voller schmerzhafter Entschlossenheit. „Und du kannst schlafen und zusammensein, mit wem du möchtest, wenn du dich einsam fühlst.“
Sie wollte selbstverständlich nicht, dass er dies tat, nichts von dem, was sie ihm vorgeschlagen hatte, denn Guinievaire liebte ihn und sie wollte auf ewig die einzige Frau sein, die er liebte, aber zugleich hatte sie auch Versprechen gemacht und war entschlossen gewesen, ein neues und gesundes Leben zu beginnen. Für Tony hatte sie Entschlüsse getroffen, die sie nicht aufgeben mochte für eine ungewisse und qualvolle Zukunft. Jene Vorstellung von Ordnung, sie gefiel ihr furchtbar gut nach einem mehr als chaotischen Jahr und dieses Gespräch auf der Matratze war unbestreitbar schrecklich unordentlich und anstrengend. Dies sollte nicht länger ihr Leben sein.
„Das kann ich offenbar nicht,“ zischte Alexander, dabei streckte er den weißen Hals und sein erzürntes Gesicht war dem ihrem sehr nahe. „Denn ich möchte mit dir zusammensein und mit dir schlafen und ich will ganz bestimmt keine andere Frau, niemals.“
Ihre unglückliche Situation für eine Sekunde vergessend, zuckten Guinievaires Lippen ein wenig erfreut auf seine Worte hin, denn wie lange hatte sie daran gezweifelt und wie oft hatte sie hören wollen, dass Alexander Lovett einzig und allein sie begehrte und keine andere? Es tat gut, dies zu hören, aber es wäre grausam, ihre Freude darüber offen zu zeigen. Kurz schloss sie deshalb die Lider und sammelte sich wieder.
„Alex, bitte,“ flehte sie dann. „Verstehe mich. Ich habe Angst.“
„Verschwinde endlich,“ wiederholte ihr Lord jedoch wenig einsichtig. Selbst wenn sie verzagte, er behandelte sie, wie sie es verdient hatte. Mit einem Mal schienen ihre Rollen vertauscht und nun war es Guinievaire, die um Vergebung flehen musste und Alex war es, der keinen Grund dafür hatte, sie zu gewähren. „Wenn du nicht sofort mein Zimmer verlässt, dann wirst du bleiben müssen.“
Etwas bekümmert streckte Guinievaire eine Hand aus, um Alex eine schwarze Strähne aus seiner Stirne zu streichen, dann legte sie die Finger auf seine kalte Wange, wobei sie verzweifelt nachdachte. Gab es nicht einen Ausweg für sie, nicht einen Kompromiss oder eine plötzliche Rettung? Nicht eine Lösung vermochte sie sich einfallen zu lassen, während Alex seine festen Arme um ihren Rücken legte. Er zog sie näher an sich mit viel Kraft, dann drehte er ihren Torso ein wenig und dann drückte er sie schließlich auf seine weißen und gelben Laken. Zaghaften Blickes lehnte er schließlich über ihr, die ihn hatte gewähren lassen. Nichts konnte er tun, bis er nicht ihre ausdrückliche Einwilligung hatte, das wusste sie und das rührte sie zugleich so heftig, dass sie schlucken musste.
„Es wird uns ganz und gar nicht helfen, Liebling, wenn wir jetzt miteinander schlafen,“ warnte sie ihn bedachtsam. „Wir sollten reden, wie ich es wollte.“
Alex streckte den Hals und küsste ihre Lippen. „Wirst du mich lassen?“ wollte er wissen, dabei öffnete er bereits ihren dünnen Morgenmantel, um eine Hand um ihre Taille zu legen. Guinievaire atmete tief ein und studierte ihn genau, dann nickte sie ein einziges Mal. „Wirst du es genießen?“ fragte er vorsichtig weiter.
„Das hängt allein von dir ab,“ sagte sie.
Zum ersten Mal lächelte er nun, als er den schönen Kopf gegen ihren Hals drückte, wobei Guinievaire tatsächlich sofort jenes herrliche Gefühl seines glatten Mundes auf ihrer Haut zu schätzen wusste, auf das sie lange freiwillig verzichtet hatte. Eine Hand vergrub sie in seinem dichten Schopf, während sie die andere auf seine Schulter legte, um seinen Körper auf den ihren zu ziehen. Alex hatte derweil den Saum ihres Nachthemdes aus dem Weg geschoben, öffnete ihre Beine und drang in sie ein, dabei waren seine Lippen weiter zu ihren Brüsten hinab gewandert. Guinievaire hatte das Nachdenken nun lange aufgegeben.
Ganz wie in Paris war es eine Erleichterung und wundervoll vertraut, wenn ihr Liebster zugleich auch etwas wütend schien, wo er damals hoffnungsvoll gewesen war. Seine Berührungen und sein beständiges Bestreben, sie immer näher und näher an sich zu ziehen und zu binden, waren zuweilen etwas grob, was sie jedoch noch niemals wirklich gestört hatte. Sie, im Gegenzug, vergaß jegliche Zurückhaltung und überschüttete seine blasse Haut mit vielen Küssen, wickelte Arme und Beine fest um ihn und bekam, was er ihr indirekt versprochen hatte, selbst wenn es nicht lange dauerte. Es war kaum verwunderlich, denn sie beide hatten zu lange gewartet und nun war es zu dringend gewesen, um es voll und ganz genießen zu können. Dieser Sex war schlichtweg notwendig gewesen Guinievaire küsste noch einmal seine Lippen, dann entließ sie ihn.
In der gleichen Sekunde, in der es vorbei war, wollte sie ihn wieder in sich. Es reute sie nicht, wie noch beim letzten Mal. Sich extrem zurückhaltend legte sie jedoch lediglich den Kopf glücklich gegen seine Brust und hörte eine Weile lang zu, wie er atmete und wie ihm das Herz schneller schlug, während seine Finger Muster auf ihrer warmen Haut zeichneten. Es war klug gewesen, mit ihm zu schlafen, denn nun würden sie auch endlich in der Lage sein, zu sprechen, immerhin waren sie beide befriedigt und besänftigt und damit gänzlich im Stande, sich allein auf ihre vielen, komplizierten Emotionen zu konzentrieren. Mit geschlossenen Lidern und fühlenden Fingern versuchte Guinievaire sich für einen Moment daran, war jedoch schon bald ernüchtert. Sie schwieg stattdessen weiter, atmete seinen Duft und beschloss, einfach glücklich zu sein. Sobald er wieder konnte, war sie bereit, es noch einmal zu tun.
„Ich hatte vergessen, dass es wie Medizin ist,“ seufzte sie gegen Alex‘ silbernen Hals, der im Mondlicht eine unmöglich attraktive Farbe hatte.
Alex lachte daraufhin kurz, wobei Guinievaires müder Kopf sich zusammen mit seinem Brustkorb bewegte, was sie die Nähe zu ihm noch mehr genießen ließ.
„Wenn du so von deiner Verwirrung geheilt werden kannst, dann werde ich dich gerne weiter pflegen,“ entgegnete er, diesmal in einem neuen, alten Tonfall, der geduldig und warm war, wenn auch ein wenig sarkastisch.
„Meine Verwirrung,“ wiederholte sie, wobei sie ihm in die Augen sah und ihn ein wenig bewunderte. Wie leicht es doch war, bei ihm zu sein! Seitdem sie hier in Italien waren, hatte sie immer geglaubt, sie könne sich kaum dazu zwingen und die Angst und die schlechten Erinnerungen und das Gewissen und die Ungewissheit würden sie zerfressen, würde sie sich wieder in seinen Armen finden. Vermutlich hatte sie sich selbst überschätzt und sie konnte wirklich niemals ein braves Mädchen und eine gute Verlobte werden, geschweige denn eine anständige Ehefrau für einen Mann, der im Grunde nur als Gegenentwurf zu jenem existierte, den Guinievaire wahrhaftig liebte. „Das ist noch harmlos ausgedrückt.“
Der Blick, den Alex ihr in diesem Moment schenkte, war mit einem Mal bedeutend ernster, zugleich erinnerte er sie aber auch an alte, harmonische Zeiten. „Nun, Prinzessin,“ sagte er schlicht. „Ich habe dich krank gemacht, ich kann dich auch wieder gesund machen.“
Verwirrt von seiner Antwort legte Guinievaire die Stirne in Falten, während sie ihn ratlos ansah, er drückte ihr jedoch ohne ein weiteres Wort einen feurigen Kuss auf den spitzen Mund und bedeutete damit unmissverständlich, dass er keine weitere Diskussion wünschte. Nachdem er sich zunächst so leidenschaftlich geholt hatte, was er brauchte, belohnte er Guinievaire jetzt mit einem besonderen Vergnügen – er machte Liebe mit ihr, sehr offensichtlich, langsam, liebevoll. Lächelnd schlief sie danach ein, als sie feststellte, dass sie dieses Datum im letzten Jahr ebenfalls in den Armen des anderen verbracht hatten. Seitdem war vieles besser geworden, schloss sie.