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Wie das Klima Geschichte macht

Oft wurde die Geschichte von Hannibals Alpenüberquerung erzählt – aber stimmt sie auch? 218 vor Christus zog der Feldherr aus Karthago mit 37 Elefanten, Tausenden Reitern und Zehntausenden Soldaten übers Hochgebirge gen Rom, so steht es in jedem Geschichtsbuch. Die meisten Elefanten überlebten die Tortur. Kann das wahr sein?

Erst heute lässt sich die ganze Geschichte erzählen. Eine Studie liefert die erste aufs Jahr genaue Klimageschichte Europas für die vergangenen 2500 Jahre. Im Sommer 218 vor Christus war es demnach warm. Die Geschichte von Hannibals Alpenüberquerung könnte also stimmen. Auch andere historische Ereignisse können nun überprüft und möglicherweise begründet werden: Warum gab es Hungersnöte, Völkerwanderungen, Seuchen und Kriege? Oftmals haben Wetter und Klima geschichtliche Umbrüche befördert, sagen auch Historiker.

Aus beinahe 9000 Holzstücken von alten Häusern und Bäumen haben Forscher um Ulf Büntgen vom Schweizer Umweltforschungsinstitut WSL und Jan Esper von der Universität Mainz das Klima gelesen – ein weltweit einzigartiges Geschichtsarchiv ist entstanden. Die Wachstumsringe im Holz geben Auskunft über das Wetter früherer Zeiten: Jedes Jahr legt sich ein Baumstamm durch sein Wachstum im Frühjahr und Sommer einen weiteren Ring zu. Aus der Breite von Jahresringen im Holz von Eichen lesen Experten die Niederschlagsmenge im Frühjahr und Juni, aus den Ringen von Lärchen und Kiefern die Sommertemperaturen. Über das Wetter aus anderen Jahreszeiten können sie keine Angaben machen, denn Bäume wachsen nur im Frühjahr und Sommer. Jeder Baumring lässt sich einem Jahr zuordnen, weil Wissenschaftler inzwischen über eine datierte Reihe von Jahresringen aus den vergangenen Jahrtausenden verfügen. Dieser Musterreihe haben Büntgen und seine Kollegen ihre Holzfunde zugeordnet – ähnlich einem Memoryspiel, bei dem man gleiche Formen einander zuordnet.

Holzstämme für die Niederschlagsgeschichte fanden die Wissenschaftler in vielen Gebieten in Deutschland und Ostfrankreich, etwa in alten Flussbetten und bei archäologischen Grabungen. Als Temperaturarchive hingegen kommen nur Bäume an der Waldgrenze infrage, denn nur ihr Wachstum wird von der Temperatur bestimmt. Die Forscher um Büntgen und Esper konnten für ihre Temperaturrekonstruktion folglich nur Bäume aus den Alpen verwenden. Deren Daten gelten aber für weite Teile Mitteleuropas, Italiens, Frankreichs und des Balkans – das zeigen Vergleiche mit Temperaturmessungen aus dem 20. Jahrhundert.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

• Historische Epochen fügen sich in Klimazyklen: Blütezeiten des Römischen Reiches und des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation fielen in Warmzeiten; Völkerwanderungen, Pest und Dreißigjähriger Krieg ereigneten sich in Zeiten rauen Klimas.

• Mitteleuropa erlebte in der Römerzeit und im Hochmittelalter ähnliche Warmzeiten wie heute.

• Die Regenmenge in Mitteleuropa schwankte im Altertum und Mittelalter deutlich stärker von Jahr zu Jahr als in der Neuzeit, zudem gab es stärkere Extreme.

»Den genauen Zusammenhang zwischen Klima und Geschichte müssen Historiker erforschen«, sagt Ulf Büntgen. Die Studie zeigt jedoch auffällige Parallelen zwischen Wetter und Historie. Und vieles, was sich in Deutschland und Europa in den vergangenen 2500 Jahren ereignet hat, lässt sich unmittelbar mit den Daten in Verbindung bringen.

Es war ein Aufbruch nach der Kälte: Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus hatte Europa gerade die frostigste Phase seit der Eiszeit hinter sich, die Jahresmitteltemperaturen lagen um bis zu zwei Grad* tiefer als heute. Es war eine Hochphase der Kriege, die viele Völker in den Untergang trieben, etwa Babylonier und Mykener. Als sich das Klima besserte, es 300 vor Christus allmählich wärmer wurde und gleichzeitig relativ viel Regen fiel, erblühte das Römische Reich. Das Klima half den Römern bei ihrem Aufstieg, wie Historiker festgestellt haben: Die Ernteerträge stiegen, Bergbaugebiete konnten erschlossen werden, Nordeuropa wurde vereinnahmt, sobald der Weg über die Alpen ganzjährig passierbar war. Selbst in England florierte der Weinanbau. Ab dem 4. Jahrhundert nach Christus zeigen die Daten jedoch eine gravierende Klimaverschlechterung: Es wurde kalt und trocken in Mittel- und Südeuropa. Historiker sprechen demnach vom »Klimapessimum der Völkerwanderung«. Sie wissen zwar, dass vor allem die Invasion der Hunnen die Wanderungen der Germanen, Goten und anderer Völker auslöste. Doch fest steht, dass klimatisch bedingte Missernten, Hungersnöte und Seuchen die Wanderungsbewegungen weiter antrieben. Die Temperaturen fielen, aber die Niederschläge ließen nach. Die zunehmende Trockenheit förderte die Erosion des Bodens, die Felder gaben immer weniger her. Im Jahr 375 brachen germanische Stämme nach Süden auf, sie überrannten die Römer. 410 eroberten die Westgoten Rom. Das Ende des Römischen Reiches war gekommen. Das »dunkle Zeitalter« hatte begonnen, ein durchaus zutreffender Begriff, wie sich zeigen sollte. Die Erkenntnisse und Errungenschaften früherer Kulturen gerieten in Vergessenheit. Unwissenheit, Angst und Aberglaube machten sich breit. Zwar setzte der Regen im Lauf des 4. Jahrhunderts wieder ein, aber es blieb kalt und die Gletscher wuchsen.

Die größte Krise erlebte Europa von 536 bis 546, als die Sommertemperaturen auf ein Rekordtief stürzten. »Unsere Daten zeigen in dieser Zeit eine außergewöhnliche zehnjährige Depression«, berichtet Ulf Büntgen. Frostige Winde und fehlende Sonneneinstrahlung ließen die Ernte verderben. Berichte aus dem Jahr 536 zeugen von dramatischen Geschehnissen: Der Himmel verdunkelte sich für lange Zeit, roter Regen ging nieder. Selbst am Mittelmeer kühlte es dramatisch ab. Die »Mysteriöse Wolke von 536« ging in die Geschichte ein: »Die Sonne leuchtete das ganze Jahr schwach wie der Mond«, schrieb der zeitgenössische Historiker Prokopios, »weder Krieg noch Seuche noch sonst ein Übel, das Menschen den Tod bringt, hörten auf.« Bewohner Roms berichteten, dass ein Jahr lang »eine bläuliche Sonne« selbst mittags keinen Schatten geworfen habe. Ähnliches wurde aus anderen Erdteilen geschildert.

Die frühmittelalterliche Klimakatastrophe könnte zu gravierenden weltpolitischen Umwälzungen in jener Epoche beigetragen haben, sagen Wissenschaftler: Hochkulturen in Indonesien, Persien und Südamerika verschwanden; Dürre hatte ihnen zugesetzt. Großstädte verfielen, in Byzanz kam es 536 zu andauerndem Vandalismus. Am Meeresgrund vor Australien glauben die Geologen Dallas Abbott von der Columbia Universität in New York und Cristina Subt von der Universität von Texas in El Paso die Ursache der Abkühlung gefunden zu haben: den Krater eines etwa 600 Meter dicken Meteoriten. Sein Einschlag habe die mysteriöse Wolke aufgeworfen. Der Meeresforscher Mike Baillie von der Queen ’s Universität in Belfast, Nordirland, meint sogar, es habe zwei Naturkatastrophen gegeben, einen großen Vulkanausbruch, gefolgt von einem Meteoriteneinschlag. Ein Jahrzehnt lang könnte die Welt von Staubwolken eingehüllt gewesen sein. Würde sich nur eine dieser Katastrophen in der modernen Welt wiederholen, kämen die Folgen denen eines weltweiten Atomkriegs gleich.

Im frühen Mittelalter erholte sich die Witterung etwas, doch die Klimakrise setzte sich fort. Die Einwohnerzahl Europas sank »auf einen nie wieder erreichten Tiefstand«, berichtet der Historiker Wolfgang Behringer von der Universität Saarbrücken. Archäologen fanden in Mitteleuropa zahlreiche aufgegebene Siedlungen; Pollenanalysen belegen einen deutlichen Rückgang der Landwirtschaft, die Wälder drangen vor. Es waren frostige Zeiten, wie die neuen Klimadaten zeigen. Die Folgen waren schrecklich: Im Hungerjahr 784 soll ein Drittel der Bevölkerung Europas umgekommen sein. »Es war ein eher kühler Sommer«, lautet Büntgens nüchterne Diagnose. »Mit der Klimaverschlechterung gingen in Europa nicht nur die Ernten zurück, auch das Vieh verkümmerte«, sagt Berninger. Jede Missernte löste eine Hungersnot aus. Zur Kälte kam im 9. Jahrhundert dann die Feuchte: Andauernder Regen bot Nährboden für Seuchen, Lepra breitete sich aus. Die Zeit der Wölfe war angebrochen. Hunger hatte sie nach Mitteleuropa getrieben, denn auch in ihrer Heimat Russland hatte sich das Klima dramatisch verschlechtert. Gierig schlichen die Tiere um die Dörfer. »Der Kampf gegen die reißenden Bestien wurde mit aller Gewalt geführt, mit Fallen, Giftködern und Treibjagden«, erläutert Behringer. Karl der Große ordnete die Anstellung von Wolfsjägern in allen Grafschaften an. Doch immer wieder kam es zu Übergriffen: Im Hungerjahr 843 platzte ein Wolf im Städtchen Sénonais im heutigen Frankreich in die sonntägliche Messe. Klimaforscher Büntgen bestätigt die Kälte jenes Jahres: »843 war kühler als die Jahre davor und danach.«

Mitte des 10. Jahrhunderts jedoch wendete sich das Klima zum Guten, das »Mittelalterliche Klimaoptimum« brach an. Die neuen Daten zeigen, dass die Temperaturen in Europa in etwa so hoch kletterten wie später erst wieder im 20. Jahrhundert. Die Baumgrenze in den Alpen lag mancherorts sogar höher als heute, und Wein wurde weiter nördlich angebaut als zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Zeit der Entdecker begann: Die Wikinger fuhren über Grönland bis Amerika. Die Landwirtschaft erholte sich, Hungersnöte wurden seltener. In 150 Jahren wuchs Europas Bevölkerung um ein Drittel. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation erlebte unter den Stauferkaisern seine Blüte. Friedrich II. residierte in Sizilien, an seinem Hof trafen sich Philosophen, Wissenschaftler und Künstler – es durfte freier gedacht und gesprochen werden. Auch aus Arabien kamen vermehrt Gelehrte, sie hatten wertvolle Erkenntnisse aus der Antike bewahrt und weiterentwickelt. Die Architektur änderte sich ebenso: Gotische Kathedralen mit großen Fenstern ließen das Sonnenlicht hinein.

Manche historischen Angaben jedoch gehören den neuen Daten zufolge auf den Prüfstand. In einem Bericht aus Nürnberg etwa klagte ein Bürger im Jahr 1022, dass Menschen »auf Straßen vor großer Hitze verschmachten und ersticken«. Historiker wissen zwar um die Neigung zur apokalyptischen Übertreibung in dieser Zeit. Indes: »Der Sommer 1022 war nicht besonders warm«, sagt Klimaforscher Büntgen. Möglicherweise war die Hitzewelle des Jahres so kurz, dass sie sich nicht im Wachstum der analysierten Jahresringe niederschlug – oder die Erzählung von der großen Hitze jenes Jahres ist eine Legende. Andere Ereignisse jedoch werden durch die neue Studie untermauert. 1135 zum Beispiel fiel auffällig wenig Regen. Damit bestätigen die Daten historische Berichte, wonach die Donau in jenem Jahr fast trockengefallen ist. Die Regensburger nutzten das Niedrigwasser für den Bau der Steinernen Brücke, des noch heute bedeutenden Wahrzeichens der Stadt. Ansonsten genossen die Menschen des 12. Jahrhunderts das milde Wetter: Bei Hofe lauschten sie in lauen Sommernächten den Minnesängern.

Doch unerbittlich wendete sich das Klima abermals: In der Nacht vom 8. auf den 9. September 1302 erfroren die Weinstöcke im Elsass. Und nach einem strengen Winter und Frühjahr standen in Deutschland die Bauern am 2. Mai 1303 vor ihrem erfrorenen Saatgut. Noch ahnten sie nicht, wie hart die Zeiten werden sollten. Die Klimadaten aus den Baumstämmen sind das nüchterne Abbild einer gigantischen Katastrophe, die nun über Europa hereinbrach. Sie zeigen im 14. Jahrhundert viele kalte Sommer, schwere Regenfälle und harte Winter. Hinter den Zahlen verbergen sich grausame Ereignisse: 1314 blieb aufgrund des Wetters die Ernte aus. Bereits 1315 mussten viele Leute Hunde und Pferde essen. Bis 1322 dezimierte der »Große Hunger« die Bevölkerung enorm. Die Jahre 1346 und 1347 waren besonders kalt, der Wein erfror erneut, das Getreide verfaulte. Die geschwächten Menschen hatten Seuchen nichts entgegenzusetzen. Vermutlich aus China brachten Reisende den »Schwarzen Tod« mit: Von 1346 bis 1352 soll die Hälfte der Bevölkerung Europas an der Pest gestorben sein. Südlich der Alpen sanken die Temperaturen nicht ganz so stark. Vermutlich war das ein Grund dafür, dass sich nun in Italien die kulturelle Blüte der Renaissance entfalten konnte. Antike Philosophen kamen wieder zu Ehren, das Bankwesen entwickelte sich, und die Bürger begannen mit neuem Selbstbewusstsein dem Adel Konkurrenz zu machen.

Die Renaissance hatte es schwer, über die Alpen zu kommen. Im Norden war die »Dunkelheit« zurückgekehrt, die Macht des Glaubens erstarkt. Die Kirche schob den Hexen die Schuld für schlechte Ernten und Krankheiten zu, sie ließ Frauen verbrennen. Ab 1524 erhoben sich die Bauern in ihrer Not gegen den Adel, der immer mehr aus ihnen herauspressen wollte. Und es wurde noch kälter. Die Kleine Eiszeit hatte begonnen. Die vielen trüben, kalten Tage veranlassten den anglikanischen Bischof Robert Burton Anfang des 16. Jahrhunderts, sein Werk Anatomie der Melancholie zu schreiben. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 machte schließlich ganz Deutschland zum Schlachtfeld, ein Großteil der Bevölkerung kam um. Und Ende des 17. Jahrhunderts litt Europa dann mehrfach unter schweren Hungersnöten. Im Jahr 1709 stürzte das Wetter Europa in eine der schlimmsten Naturkatastrophen: In der »Grausamen Kälte von 1709« gefroren sogar in Portugal die Flüsse, Palmen versanken im Schnee. In ganz Europa trieben erstarrte Fische im Wasser, das Vieh erfror in den Ställen, Rehe lagen tot auf den Wiesen, Vögel sollen wie Steine zu Boden gefallen sein. Noch im Sommer 1710 sah man ausgemergelte Menschen, die auf den Feldern »wie Schafe« grasten, wie es in zeitgenössischen Berichten heißt. Zu jener Zeit feierte der Absolutismus Triumphe, das Volk wurde gänzlich entmündigt.

Doch mit dem Ende der Kleinen Eiszeit erwachte das Volk langsam aus seiner Erstarrung. Die Zeit der Aufklärung kam, Widerspruch regte sich. »Hungerkrisen wurden nun als Folge von Missmanagement verstanden«, erläutert Behringer. Bauern stellten auf Fruchtwechselwirtschaft um: Auf einem Feld wurden fortan wechselnde Gemüsesorten angebaut, um die Ergiebigkeit des Bodens zu erhöhen. Zudem wurde die Bewässerung modernisiert, Moore wurden urbar gemacht, bessere Straßen gebaut und Deiche aufgerüstet. Die Agrarrevolution bewirkte, dass Hungersnöte seltener wurden.

Die Menschen hätten ihre Lehren aus den Klimakrisen gezogen, folgert Behringer. Dadurch habe sich »die Anfälligkeit der Gesellschaft für Aberglaube und religiöse Verirrungen verringert«. Gegen die Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts – ausgelöst von einem kurzzeitigen Klimarückfall – half freilich auch der technische und gesellschaftliche Fortschritt nicht. Und das 20. Jahrhundert brachte trotz Erwärmung zwei Weltkriege. Klima und Geschichte laufen eben nicht immer parallel, betonen Historiker. Viele andere Einflüsse spielen eine Rolle. »Es gab keine Kriege, nur weil es kalt war«, sagt Jan Esper, »aber Klimaumschwünge können historische Entwicklungen verstärken.«

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Abb. 1: Die Grafik zeigt die Zusammenhänge zwischen Klimaschwankungen und historischen Epochen in den letzten 2500 Jahren. Die Daten lesen Wissenschaftler aus Wachstumsringen von Bäumen.

Seit Langem streiten Experten über die künftigen Auswirkungen des Klimawandels: Führen die Veränderungen erneut in eine Katastrophe oder bringt eine weitere Erwärmung vor allem Gutes? »Kurzfristige Klimaveränderungen hatten oft gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft«, resümiert Ulf Büntgen. Die neuen Daten bieten Historikern noch reichlich Stoff, solche Zusammenhänge aufzuspüren.

Auch im Nordmeer haben Wetterkapriolen immer wieder grausam Geschichte geschrieben; dort kommen Hurrikane aus heiterem Himmel. Die Schneestürme könnten das Verschwinden Hunderter Schiffe erklären. Im nächsten Kapitel erkunden Forscher, wie häufig die eisigen Wirbel sind, die mit 30 Grad unter null riesige Wellen und tosende Gewitter übers Meer peitschen.

* Alle Temperaturangaben in Grad Celsius