Danksagung
Liebe Leser,
es ist an dieser Stelle Zeit für drei kleine Geständnisse. Keine Angst, es wird nicht hochdramatisch. Nur sehr persönlich. Geständnis Nummer eins: Ich bin gar kein richtiger Wolf. Geständnis Nummer zwei: Ich bewege mich trotzdem in einem Rudel durch den bisweilen recht finsteren Wald des Erzählens, und zwar im kleinstmöglichen Rudel, das man sich vorstellen kann – ohne meinen Co-Autor wäre ich nichts, und daher mögen Sie mir bitte verzeihen, wenn Sie fortan auf ein »Uns« oder ein »Wir« stoßen, wo Sie eigentlich ein »Ich« erwarten. Geständnis Nummer drei: Man könnte meinen, ein Autor behielte stets die völlige Kontrolle über die Szenarien und Figuren, die er entwirft. Dem ist – zumindest für mich – ganz und gar nicht so. Schreiben ist nicht zuletzt deshalb ein Abenteuer, weil es einen in aufregende Gefilde führt, wo man Geschöpfen begegnet, von deren Existenz man zuvor nicht einmal das Mindeste geahnt hat. So hält die Welt des Skaldat selbst für mich, aus dessen Kopf sie gewissermaßen herausgeplumpst ist, immer wieder Überraschungen bereit, und gerade das ist es, was mich seit jeher an der Fantasy fasziniert: ihre Kraft, einen mit sich fortzureißen an Orte, die man ohne sie nie hätte betreten können.
Unter dieser Prämisse möchte ich Sie auf einen kleinen Ausflug in meine Kindheit einladen: Vor vielen, vielen Jahren betrieb meine Großmutter eine private Leihbücherei (sozusagen eine Vorgängerin der Videothek, als Videorekorder noch Science Fiction waren, und falls Sie sich nun fragen, was ein Videorekorder ist, gehören Sie zu den Glücklichen, die nie miterleben mussten, wie sich eine Videokassette mit einem heißgeliebten Film darauf in unappetitlichen Bandsalat verwandelt). Auch wenn besagte Bibliothek schon längst aufgelöst war, als ich das Licht der Welt erblickte, konnten mich die vorhandenen Restbestände an Romanen doch immer wieder begeistern. Hier gab es so herrlich viele Tore in neue Welten, so wunderbar viele Wege zu neuen Abenteuern und scheinbar zahllose Protagonisten, die im Zuge ihrer Prüfungen erst noch zu Helden reifen mussten. Das Schmökern in diesen Büchern waren Vorstöße auf unbekanntes Terrain. Und genau dieses Gefühl möchte ich auch bei Ihnen, den Lesern, mit jedem Aufbruch in die Welt des Skaldat wecken: Ich möchte gemeinsam mit Ihnen in jedem Band neue Helden begleiten, neue Abenteuer erleben und neue Landstriche erkunden.
Die Skaldat-Romane sind also keine klar aufeinanderfolgende Serie, sondern eine lose Reihe, die versucht, immer neue Facetten einer Welt zu entdecken. Natürlich gibt es wiederkehrende Elemente – doch diese stehen nicht im Mittelpunkt der Handlung, sondern sind eher ein Teaser, auch einmal in die anderen Bände hineinzuschauen.
Wie wahrscheinlich jeder andere Roman auch (oder zumindest alle Geschichten aus meiner Feder) steht dieses Buch, das Sie in Händen halten, auf den Schultern von Riesen. Im Fall von Heldenzorn heißen diese Riesen Frank Herbert, Stanley Kubrick und James Fenimore Cooper – Dune, Spartacus und Der letzte Mohikaner sind Teil der DNA von Heldenzorn. Und da man keines dieser Werke gemeinhin der Fantasy zurechnet, sieht man sehr schön, wie sehr mein Herz für Mutanten und Freaks schlägt.
Doch nun weg von den Riesen und hin zu den vermeintlich gewöhnlichen Menschen. Heldenzorn ist all jenen gewidmet, die den Mut hatten, für die Freiheit einzustehen – für ihre eigene und die ihrer Mitmenschen. In den Tagen, in denen ich diese Zeilen schreibe, geben überall auf der Welt Menschen ihr Leben, weil sie von einer besseren Gesellschaft träumen. Ich begegne ihrer Tapferkeit mit Demut und Hoffnung gleichermaßen.
Selbstverständlich möchte ich auch allen Lesern danken – sowohl denen, die erst mit Heldenzorn in die Welt des Skaldat gefunden haben, als auch jenen, die schon seit Heldenwinter dabei sind. Wie wir wissen, machen erst Gefährten die Reisen durch phantastische Welten zu etwas ganz Besonderem. Und wenn Ihnen unsere bisherigen Reisen gefallen haben, freuen wir uns natürlich sehr, wenn Sie anderen darüber berichten und sie ermutigen, sich uns doch auch einmal anzuschließen.
Neben den Lesern waren noch zahlreiche andere Menschen mittelbar und unmittelbar an der Entstehung von Heldenzorn beteiligt. Neben unseren Agenten Uwe Neumahr und Roman Hocke sind da natürlich unsere Lektoren Beatrice, Carsten, Michelle und Ralf zu nennen, ohne die wir wohl schon bei der Erstellung des Rohmanuskripts den Verstand verloren hätten. Insbesondere Carsten konnte dabei unter Beweis stellen, welch feines Gespür für erzählerische Abläufe und die passende Länge einer anvisierten Handlung er besitzt – es zeigt sich, dass man besser auf ihn hört, wenn er höflich darauf verweist, man habe sich womöglich etwas viel auf einmal vorgenommen. Beatrice und Michelle waren es, die mich charmant davon überzeugten, was für eine feine Sache Flugechsen doch sind, und ich bin im Nachhinein sehr glücklich, dass mir mein skeptischer Sturkopf ordentlich gerade gerückt wurde. Und dass Ralf der präziseste Textchirurg ist, den man sich nur wünschen kann, ist beileibe keine Übertreibung.
Zahlreiche Freunde hatten stets ein offenes Ohr für uns, wenn wir sie mit unseren Sorgen und Nöten belästigten, weswegen Christoph, Claas, Jesco, Jan, Kerstin, Lars, Michael, Mike, Peggy, Steffi und Torsten nicht unerwähnt bleiben dürfen.
Doch auch unter der schreibenden Zunft haben wir nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde gefunden, die neben unserer Arbeit noch viel nachhaltiger unser Leben bereichern: Vielen Dank an Bernhard, Berta, Claudia, Daniela, Falko, Kai, Kerstin, Markus, Melanie, Oliver, Thilo sowie die entzückende Frau Schlederer.
Eine große Stütze vor, bei und während der Entstehung von Heldenzorn war auch das Fantastische Quartett. Anett, Ann-Kathrin, Tom und Matthias – durch euch wird jede Sendung für uns zu einem Erlebnis, das wir nicht missen möchten.
Bevor ich nun widerstrebend endgültig von Ihnen ablasse, bleibt noch ein winziges Geheimnis zu lüften. Womöglich haben Sie sich gefragt, mit welchen Worten sich Fulmar, der Geist der Geschichten, im Turm des Windes vom dort gefangenen Schwarzschwinge verabschiedet hat. Hier nun also die Übersetzung aus der Drachenzunge: »Ich habe dir den jungen Helden gebracht. Ich habe dir die Freiheit gebracht.«
Leben Sie wohl, oder wie Fulmar es sagen würde: »Man nutze immer das, was einem gegeben ist, um die Welt zu verändern. Es kommt nur auf den richtigen Zeitpunkt an.«
JONAS WOLF, Hamburg im Frühjahr 2012
(P.S. Ich freue mich über jeden Kommentar zu Heldenzorn. Schicken Sie mir doch einfach eine E-Mail an jonas@im-plischke.de oder besuchen Sie mich auf Facebook unter https://www.facebook.com/JonasWolfAuthor.)