Das Buch

Merle hat eine Biographie über einen deutschen KZ- Kommandanten geschrieben, einen Roman aus einem deutschen Leben. Die Ähnlichkeit des erfundenen Rudolf Lang mit dem Auschwitz- Kommandanten Höß ist kein Zufall. Höß' Tagebücher haben die Grundlage gebildet für diesen eindringlichen Roman: Rudolf Langs Geschichte zu Anfang dieses Jahrhunderts, das zum Jahrhundert der Wölfe geworden ist, zeigt, wie einer, der dn zusammenbruch 1914/18 und das Elend danach erlebt hat, lernte, mit den Wölfen zu heulen -und wie ein Wolf zu töten. Und der Leser lernt zu verstehen, nicht zu entschuldigen, wie Rudolf Lang, der Erfinder einer raffinierten Todesmaschinerie, am Ende nur gehorsam gewesen sein will, weil Gehorsam, das Prinzip des Rudels, in jener Zeit als oberste deutsche Tugend gepriesen wurde. Nur einem Autor von der Meisterschaft Robert Merles kann gelingen, was keine Geschichtsschreibung unternimmt: ein zeitgeschichtliches Massenphänomen als Geschichte eines Individuums,eines deutschen Jedermanns zu schildern. Die Verfilmung dieses Romans, mit Götz George, Elisabeth Schwarz und Hans Korte unter dem Titel "Aus einem deutschen Leben" erhielt bereits 1976 den Bundesfilmpreis.


Der Autor

Robert Merle wurde 1908 in Algerien geboren. Er war Hochschullehrer unter anderem in Algier, Rouen und Nanterre. 1949 erhielter für seinen Roman "Week-end a Zuydcoote" den Prix Goncourt.Merle schrieb Romane, Essays, Biographien und Theaterstücke, edierte die Schriften Che Guevaras und übersetzte "GulliversReisen" ins Französische.