14
Vier der Gefangenen starben während der Nacht an ihren Verletzungen, und am Morgen schleiften die Kerkermeister ihre Leichen mit langen Eisenhaken aus der Zelle.
Viele von uns befanden sich in einem üblen Zustand, und die ganze Nacht über hatten die Aufseher gebrüllt, daß wir Abschaum aus der Gosse uns ruhig zu verhalten hätten. Dieser Ort hatte viel Ähnlichkeit mit einem unterirdischen Verlies; der geräumige Raum hatte eine tiefe, gewölbte Decke, die von vielen massiven Steinsäulen getragen wurde. Der Boden war mit einer dünnen, feuchten und ungezieferverseuchten Strohschicht bedeckt. Ich hatte eine Steinwand gefunden, an die ich den Rücken lehnen konnte. Ich schonte meinen Kopf, in dem nicht nur alle Glocken von Beng Kishi beharrlich Sturm läuteten, sondern auch Jen Jorahs Eispickel erbarmungslos in beide Schläfen stachen.
Ich wartete zusammen mit den anderen Schurken, Betrunkenen, kleinen Dieben und Schlägern, die man aus der Gosse der Gräben Oxoniums zusammengetrieben hatte, auf mein Urteil. Das würde von dem Adeligen verkündet, der zufällig mein Schicksal in seinen Händen hielt.
Das letzte, an das ich mich erinnern konnte, war Lingurds Ruf: »Dom – die Wache!«
Ich hatte ihre Bekanntschaft gemacht. Ein oder auch zwei blaue Flecken waren der Beweis dafür. Man hatte mir Waffen und Ausrüstung abgenommen. Der dunkelblaue Shamlak, den ich bekommen hatte, bestand glücklicherweise aus Baumwolle und nicht aus Seide. Dieser Teil Kregens ist berühmt für seine Seide. In dem Kerker waren nur wenig seidene Gewänder vertreten, und die waren so abgetragen, daß der fadenscheinige und verschlissene Stoff reif für den Abfall war. Es gab nichts, durch das ich mich von den etwa fünfzig armen Kerlen unterschied, die im Verlauf der Nacht verhaftet worden waren. Es waren mehr Tuniken als Shamlaks vertreten; das war es auch schon, wenn man einmal davon absah, daß viele der Männer anstelle von Kilts kurze Hosen trugen.
Sklaven mit gebrochenem Willen brachten uns eine Mahlzeit, die man mit viel bösartiger Phantasie als erstes Frühstück bezeichnen konnte. In einer mit Sprüngen versehenen Tonschale schwammen ein halbes Dutzend unidentifizierbarer Klumpen in einer fettigen Flüssigkeit; ein Brotkanten, den man nur mit einer Säge zerteilen hätte können, vervollständigte das Mahl. Doch man sollte immer alles von der guten Seite betrachten. Immerhin hatten wir zu essen bekommen, obwohl die Wache von Katakis befehligt wurde. In dem Kerker waren keine Frauen. Ich hielt mich abseits, pflegte die Blutergüsse und den schmerzenden Kopf und dachte darüber nach, wie sich ein Ausbruch am leichtesten bewerkstelligen ließ.
Nachdem die Tonschalen von den gehorsamen Sklaven eingesammelt worden waren, flog die aus Gitterstäben bestehende Tür wieder auf. Ein Kataki trat ein und hielt nach Opfern Ausschau, während er mit der Peitsche spielte. Hinter ihm baute sich eine prächtige Auswahl der sogenannten Wache auf; es waren schmierige, unrasierte Männer mit grellen, übermäßig verzierten Gewändern. Die Gefangenen wichen zur Seite, manche auf allen vieren. Einige schluchzten vor Angst, und sie alle teilten das schreckliche Wissen, daß sie verloren waren.
Neben den Wachen stand ein einfältiger junger Relt, ein Schreiber, der überhaupt nicht ins Bild paßte. Er trug einen sauberen weißen Shamlak mit Kilt, und am Gürtel hingen die Beutel, in denen er sein Handwerkszeug verwahrte, also Feder, Tinte und Papier. Sein Gesicht mit dem spitzen Schnabel und den hellen Augen paßte absolut nicht zu dem Schrecken dieses Ortes. Er hielt sich die ganze Zeit ein parfümiertes Taschentuch unter den Schnabel.
»Die Messinglilie?« grollte der Kataki. »Wir haben sie gleich sortiert, Schreiber.«
Die Wachen bahnten sich rücksichtslos einen Weg zwischen den Gefangenen hindurch. Sie wußten genau, wen sie wo erwischt hatten. Ich wurde mit etwa einem Dutzend anderer Männer herausgegriffen, und man trieb uns zu einer Zweierreihe zusammen. Die Peitsche knallte.
»Grak!«
Die Gefangenen erschauderten bei diesem verhaßten Wort sichtlich.
Wir grakten und stolperten los. Die Peitsche schnitt ein paar Mal in meine Haut. Es war weder die Zeit noch der Ort, um einen Fluchtversuch zu unternehmen. Es würde sich schon eine Gelegenheit bieten, falls man uns aus diesem elenden Verlies brachte.
Unter den Männern entdeckte ich keinen, der Olivgrün trug. Doch das war nicht weiter verwunderlich und lag in der Gossenpolitik der Gräben begründet; zweifellos hatte die Wache mit einigen der Banden Übereinkünfte getroffen. Ich sah weder einen von Dagerts noch von Brannomars Männern. Diese armen Teufel hier waren alles Gäste der Messinglilie gewesen und ins Kampfgetümmel geraten, als die Wache eingegriffen hatte. Und ich war mit ihnen aufgegriffen worden.
Lingurd der Polsim war nicht dabei. Ich konnte nur hoffen, daß er so klug gewesen war, Kordens Schwert sofort Naghan dem Faß zu übergeben.
Wir stiegen Steintreppen hoch, marschierten Gänge entlang und mußten Gittertore passieren. Gefängnisse sind alle gleich. Der Schreiber ging voraus. Der Gestank ließ in dem Maße nach, in dem wir höher kamen und die Luft frischer wurde.
In einem Raum, der vermutlich der Anklageniederschrift diente, wurden die Formalitäten erledigt. Der Schreiber unterzeichnete für uns die Papiere, und wir wurden Wachmännern eines ganz anderen Formats übergeben. Es waren alle möglichen Diffs vertreten, und sie trugen eine Halb-Rüstung mit vielen schwarzroten Verzierungen. Ihre Waffen waren solide, und sie marschierten wie ehemalige Soldaten, die zur persönlichen Leibwache eines Adeligen geworden waren. An der Spitze gab ein dicker Deldar mit vielen Ordenfedern das Tempo vor. Wir stolperten zwischen den Bewachern dahin. Sie gingen kein Risiko ein.
Das Gefängnistor, das sich in einer langen, schmucklosen grauen Wand befand, führte auf einen Kyro. Einige der Passanten drehten sich nach uns um und starrten uns an, doch die meisten wandten die Augen von dem unangenehmen Anblick. Man zwängte uns nacheinander unter Bewachung in eine Seilbahnkabine und transportierte uns an zwei Hügeln vorbei. Der Duft der frischen Brise war nach dem Kerkergestank eine wahre Erleichterung. An unserem Ziel wurden wir wieder zusammengetrieben. Dann ging es im Laufschritt breite Straßen entlang, bis wir durch einen niedrigen Torbogen in einen Hof kamen. Es handelte sich um den Hintereingang eines prächtigen Palastes. Wir marschierten durch Korridore, die von Mal zu Mal prunkvoller wurden, kamen zu Türen, vor denen noch prächtiger gekleidete Wachen standen, die uns jedesmal überprüften. Schließlich gelangten wir in einen großen Saal, in dem das strömende, vermengte Licht der frühen Morgensonnen auf Marmor, vergoldete Oberflächen und Gobelins fiel. Hier also würde sich unser Schicksal entscheiden.
Wir wurden in die Saalmitte getrieben. Dort blieben wir stehen, scharrten mit den Füßen und sahen uns um. Auf einem Podest stand die Art von throngleichem Stuhl, auf dem ich Brannomar hatte sitzen sehen. Dahinter hingen pflaumenfarbene Vorhänge. Ein paar Bedienstete kamen herein und leerten die Säcke, die sie trugen, auf einem an der Seite stehenden Tisch aus. Eine wunderbare Sammlung bösartiger Mordwerkzeuge kam zum Vorschein, ein Arsenal für Straßenraub und Verstümmelung. Zwischen den Totschlägern, Dolchen und Schwertern entdeckte ich das Rapier und die Main-Gauche, die ich dem Bravo-Kämpfer abgenommen hatte. Daneben lag mein Braxter. Es handelte sich also um Beweisstücke.
Aus Gründen des gesunden Menschenverstandes hatte ich im Kerker den Namen Nalgre der Unster angegeben. Falls Prinzessin Nandisha auch diesmal versuchen würde, mich aus dem Gefängnis zu holen, würden Fweygo oder Tiri schnell die Wahrheit erkennen. Und so wartete ich, Nalgre der Unster, inmitten einer vor Angst zitternden Horde Schurken auf die Dinge, die da kommen würden.
Direkt neben mir stand ein ungepflegter Gauffrer, der wie ein Bündel Kehrbesen aussah. Er rollte die Augen, bis das Weiße zu sehen war. »Khon der Mak«, stammelte er. »Er ist der personifizierte Tod. Mak Khon.«
Ich kann nicht sagen, ob jemand in diesem verlorenen Haufen wirklich religiös war, doch der nächste Bursche, ein Gon mit einem glattrasierten Kopf, auf dem die ersten Stoppeln des nächtlichen Wuchses im Licht dunkel funkelten, sagte:
»Möge Tolaar uns erretten.«
Er kam, ohne von Fanfaren angekündigt zu werden, obwohl es meinem ersten Eindruck nach angebracht gewesen wäre. Nachdem seine Gefolgschaft um das Podest Aufstellung genommen hatte, schritt er nach vorn und nahm auf dem Thron Platz. Ich sah ihn mir an. Nun, vermutlich würde der ganze Ablauf dem in Hyr Kov Brannomars Palast ähneln. Das war nur natürlich. Mächtige Adelige wohnten in Palästen, saßen auf Thronsesseln und stellten Bedienstete ein, die ihnen jeden Wunsch von den Augen ablasen. Durch die Macht, die ihnen vom Gesetz her zustand, konnten sie Verbrechern wie meinen unglücklichen Gefährten – und damit auch mir – jederzeit die Köpfe abschlagen lassen. Tatsächlich hatten viele von ihnen sogar ihren Spaß daran, diesen grausamen Befehl zu geben.
Er war ein Apim, und sein Gesicht war so blaß wie der Tod. Sein Haar war sehr dunkel, blauschwarz wie die Schwinge eines Raben, wie man in Clishdrin sagt. Er trug ein schwarzes Gewand, das ein paar goldene und rote Verzierungen aufwies und unter dem eine Rüstung durchschimmerte. An den Fingern steckten schwere Ringe. Sein Blick war durchdringend, und er war geübt darin, einen Ausdruck unerschütterlicher Entschlossenheit auf die blassen Gesichtszüge zu legen.
O ja, er war schon ein eindrucksvoller Mann, dieser Hyr Kov Khonstanton, doch auf eine bösartige, prahlerische Weise.
Wie ich bereits einmal an anderer Stelle erklärt habe, wird den Hyr Kovs von Kregen – der irdische Titel, der dem am nächsten kommt, ist Erzherzog – das Hyr verliehen, weil ihnen dieser Rang vom Adel her zusteht oder sie einem Kovnat vorstehen, das zwischen verschiedenen Rassen aufgeteilt ist. In Mak Khons Fall verkündete das Hyr seine Blutsverwandtschaft mit dem Königshaus, genau wie es bei den Erzherzögen von Österreich-Ungarn der Fall gewesen war.
Das war also einer der Burschen, vor denen Fweygo mich gewarnt hatte und die sich um die Erbschaftsfolge des Throns von Tolindrin stritten.
Hatte also er Fonnells olivgrüne Bande angeheuert?
Er schaute uns erbärmliche Schurken finster an, dabei stützte eine beringte Hand das bleiche Kinn. Seine Lippen waren dünn und fast blutleer. Ich muß gestehen, daß ich seine Art und sein Benehmen sofort abstoßend fand. Sollten Sie der Meinung sein, daß dieses Urteil vielleicht durch meine Lage beeinflußt worden war – bei Krun, dann muß ich Ihnen recht geben!
Ein fetter, in Schwarz und Rot gekleideter Seneschall klopfte mit seinem vergoldeteten Stab auf den mit Teppichen ausgelegten Steinboden. »Shastum! Ruhe!« Jedes Wort hörte sich geziert an. Auf seiner Stirn und den dicken Wangen waren Schweißperlen zu sehen. »Wer von euch ist Drajak, den man auch den Schnellen nennt?«
Die Gefangenen sahen sich schweigend an und fragten sich, wer von ihnen wohl der arme Teufel sein mochte. Ich blieb reglos stehen.
»Tritt vor, oder du wirst es bereuen.«
Ich, Dray Prescot, Lord von Strombor und Krozair von Zy, den man auch unter dem Namen Drajak der Schnelle kannte und der sich zur Zeit Nalgre der Unster nannte, sagte kein Wort.
Ich wußte ganz genau, daß ich hier mit allen möglichen unerfreulichen Eventualitäten rechnen mußte, und die Situation konnte mich nicht im geringsten beeindrucken, bei Zair!
Es war offensichtlich, daß sie mich nicht kannten und auch nicht wußten, wie Kordens Schwert aussah, und sie waren viel zu klug, um die beschlagnahmten Waffen auf Verdacht auseinanderzunehmen, da sie befürchten mußten, das Objekt ihrer Suche zu zerstören. Sie würden eine Methode finden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und diese Methode würde außerordentlich schmerzhaft und unangenehm sein.
Ein Wort von Khonstanton und ein scharfer Befehl des Hikdars sorgten dafür, daß die Hälfte der Wachen ihre Armbrüste anlegten. Sie spannten sie mit den entschlossenen Handbewegungen von Männern, die genau wußten, was sie taten. Der Seneschall sorgte schwitzend dafür, daß sich die Gefangenen in eine Reihe aufstellten. Dann mußten wir einer nach dem anderen an den Tisch herantreten und unsere Waffen an uns nehmen.
Zwischen den Totschlägern und Schlagringen lag eine Vielzahl verschiedener Schwertarten – natürlich nannte jeder einen Dolch sein eigen. Unter anderem lagen dort drei Rapiere und drei Main-Gauches, also bestand die Chance, daß es keinem auffallen würde, wenn ich mich auf die Waffen beschränkte, die ich dem Bravo-Kämpfer abgenommen hatte. Ein großer Rapa nahm sich mit großem Unbehagen das eine Rapier, ein mutloser Apim das andere. Vermutlich waren das ganz normale Gefühle, wenn man es mit Mak Khon zu tun hatte.
Als ich an der Reihe war, nahm ich den Jiktar und den Hikdar und trat einen Schritt zurück. Zum Schluß war nur noch mein Braxter übriggeblieben.
Der Seneschall wollte uns anbrüllen, doch Khonstanton gab ihm zu verstehen, daß er den Mund halten sollte. Sein bleiches Gesicht verzog sich zu einem bedeutungsvollen Lächeln.
»Es scheint«, sagte er mit seiner leisen Stimme, »wir haben unser Schwert.«
So ist es recht, Sonnenschein, dachte ich, und ich wünsche dir schlechtes Cess!
Eins war klar. Khonstanton war schneller als Brannomar gewesen und hatte seine Macht dazu benutzt, sich die Gefangenen der Wache ausliefern zu lassen. Und man konnte ebenfalls zweifellos davon ausgehen, daß zwischen den beiden bittere Feindschaft herrschen würde. Davon war ich überzeugt, jetzt, wo ich beide mitsamt ihren Charakteren kennengelernt hatte.
Der Seneschall wurde zum Thron zitiert, und ein hagerer, graugesichtiger Mann, der sich auf einen runenverzierten Stab stützte und ein schwarzes, wallendes Gewand trug, das mit roten Symbolen bestickt war, gesellte sich zu ihnen. Die drei steckten die Köpfe zusammen und flüsterten. Wir warteten.
Der Gauffrer, der einen bösartig aussehenden Totschläger an sich genommen hatte, zitterte. Natürlich hatte man uns nicht erlaubt, die Waffen zu behalten. Nachdem wir sie an uns genommen hatten, mußten wir sie am anderen Ende des Tisches wieder ablegen – weit von meinem einsam daliegenden Braxter entfernt. Die Armbrüste zielten weiter auf uns.
Der Hikdar erhielt seine Befehle, und wir wurden alle aus dem Saal getrieben. Den anderen Gefangenen war noch immer die Angst anzusehen.
»Khon der Mak ist so schlimm wie ein Kataki«, sagte der Gauffrer.
»Schlimmer«, grollte der Gon.
Die Bedrohung war noch nicht vorbei. Meine neuen Gefährten hielten sich noch immer für verloren. Mak Khon oder der Kataki, der die Wache befehligte, was für einen Unterschied machte es, wer das Todesurteil vollzog?
Ich hatte mir die in Khonstantons Saal versammelten Männer verstohlen angeschaut, doch es war kein dickes, freundliches Gesicht dabeigewesen, das statt einer Nase einen dicken Knorpel hatte und unter dessen geschlossenen Augenlidern Tränen hervorquollen, während ein tiefes Lachen ertönte. Naghan das Faß wurde durch mein Verschwinden sicher langsam in die Verzweiflung gestürzt. Ich konnte mich blind auf ihn verlassen; würde er mich auch diesmal retten?
Man führte uns durch kostbar ausgestattete Korridore, deren Pracht immer mehr abnahm, desto tiefer wir in den Palast vordrangen. Khonstantons Verliese waren wie alle Verliese. Wie Sie wissen, habe ich einen großen Erfahrungsschatz, was Kregens Verliese angeht, und ohne jeden Zweifel hält die Zukunft noch genug Gelegenheiten bereit, um auf diesem Gebiet weitere Kenntnisse zu sammeln. Ich hockte mich in eine Ecke und versuchte nachzudenken. Der Gauffrer, Nath der Sonnige, und der Gon, Nath die Nase, wollten sich weiter unterhalten, um sich von ihrer Angst abzulenken. Ich drehte mich auf die Seite und ließ sie reden, und kurz darauf kamen die Wachen, die in ihren schwarzen und roten Uniformen ein beeindruckendes Bild boten. Laternen erfüllten den Kerker mit Licht. Meine furchtsamen Gefährten verstummten und starrten die Wachen mit entsetzter Faszination an. Wir erwarteten unseren Urteilsspruch.
Die Wachen schleiften einen Mann herein und rissen ihn auf die Füße. Er sah schrecklich aus. Sie zwangen ihn, uns anzusehen. Er trug ein am Hals offenstehendes Hemd und blaue Hosen. Beide Kleidungsstücke waren blutgetränkt. Sein Gesicht war blutig; das galt auch für den Verband um seinen Kopf. Seine Augen waren zusammengekniffen. Er zitterte.
Doch selbst in diesem Augenblick, in dem die Wachen ihn auf den Beinen halten mußten, versuchte er noch, sich mit einem bebenden Finger über den dünnen, schwarzen Schnurrbart zu streichen.
»Nun, Blintz?« grollte der Deldar. »Wer von dem Abschaum ist es?«
Dagert von Paylen zeigte mit dem zitternden Finger genau auf mich.
»Er!«