6

Ich habe mich geirrt. Nicht halb Wismar befindet sich bei uns im Garten, sondern ganz Wismar. Sie glauben, ich scherze? Ja, schön wär’s.

Dicht an dicht drängen sich die Gäste auf dem Rasen, der vermutlich morgen nur noch ein kümmerliches Etwas aus plattgewalzten grünen Halmen und braun-gelben Stellen ist. Die aufgebauten Stühle sind allesamt besetzt. Der Rest der Gästeschar steht in kleinen Grüppchen beieinander. Um meine neuen Schuhe zu retten, auf die mir ein älterer Herr mit Bierwampe beinahe seinen Whiskey gekippt hätte, habe ich mich in eine Ecke der Veranda verkrümelt. Außer Reichweite von dem Gewusel.

Meine Mutter ist jedenfalls glücklich. Die Party ist ein voller Erfolg, und ich trage ein Kleid, bei dem sich Mama vor Begeisterung nicht mehr in Worte fassen konnte.

Ich nippe an meinem Champagnerglas, als ich Eva auf mich zukommen sehe. In all dem Trubel konnten wir uns bisher noch gar nicht richtig begrüßen.

»Hallo, Schwesterherz.« Sie gibt mir links und rechts ein Küsschen auf die Wange. »Wow, du siehst umwerfend aus.«

»Danke. Du aber auch.« Bei Eva ist das nichts Außergewöhnliches, sie sieht immer topgestylt aus. Zu ihrem schwarzen Ballonkleid trägt sie das kinnlange Haar leicht gelockt, ihre Füße stecken in schwindelerregend hohen High Heels.

»Wie findest du die Party?« Sie trinkt einen großen Schluck Champagner aus meinem Glas.

»Da mich niemand weiter beachtet, großartig. Obwohl ich mich ernsthaft frage, was all diese fremden Leute bei uns im Garten suchen. Kennst du nur annähernd die Hälfte von ihnen?«

Eva grinst. »Vermutlich sind das alles wahnsinnig wichtige Leute mit noch wichtigeren Aufgaben. Wir haben bloß keine Ahnung.«

»Das wird es sein!«, antworte ich kichernd, werde jedoch sofort wieder ernst. »Eigentlich müsste ich sauer auf dich sein.«

»Wieso?«

»Ich kann mich dunkel an die Worte ›ungerade Personenanzahl‹ erinnern.«

Verlegen hustet meine Schwester. »Zu meiner Verteidigung muss gesagt werden, dass ich von diesem Ausmaß nichts wusste.«

Das glaube ich ihr sogar. »Soll ich dir verraten, wem wir das zu verdanken haben?«

Sie guckt mich neugierig an.

»Tante Gloria.«

Eva rollt mit den Augen und stöhnt leise. Manchmal ist es schön, eine Leidensgenossin zu haben. Tante Gloria und Eva sind wie Hund und Katze. Während ich laufend meine Cousine Luisa als leuchtendes Beispiel unter die Nase gerieben bekomme, hält Gloria meiner Schwester seit Jahren Vorträge darüber, dass sie endlich schwanger werden müsse. Die biologische Uhr ticke unaufhörlich. Außerdem habe Eva eine Verantwortung unserer Gesellschaft gegenüber.

»Hast du sie schon erspäht?« Eva klingt nervös, ihre Hand zittert unmerklich.

»Nein, aber ich kann auch gut darauf verzichten«, gebe ich freimütig zu.

In dem Moment taucht wie aus dem Nichts ein rotblonder Haarschopf vor uns auf. Tante Gloria. Natürlich. Wenn man vom Teufel spricht.

Meine Schwester fasst sich am schnellsten. »Hallo, Gloria«, sagt sie mit einem 1000-Watt-Lächeln. Es ist uns strengstens untersagt, Gloria »Tante« zu nennen, denn das würde sie älter erscheinen lassen, als sie eigentlich sei. Findet sie. Darum gibt es bei ihr auch nie eine Geburtstagstorte, wo die Anzahl der Kerzen womöglich ihr Alter verraten könnte.

»Miriam, wie schön, dass du den Weg nach Hause gefunden hast!«, empfängt sie mich freudestrahlend und kneift mir in die Wange wie einem Neugeborenen.

»Ein Hoch auf die heutigen Navigationsgeräte.«

Eva stupst mich in die Seite. »Was macht die Gesundheit?«, fragt sie meine Tante schnell.

»Hach, Kinder, wenn ihr wüsstet! Neuerdings zwickt mein rechtes Knie alle paar Stunden. So ein stechender Schmerz, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Unerträglich. Und dann noch der Rücken. Man wird ja leider nicht jünger«, seufzt Gloria wehleidig.

Ich verdrehe innerlich die Augen. Tante Gloria ist mit Abstand der schlimmste Hypochonder, den es auf der Welt gibt.

»Wo ist denn dein Mann?«, will sie von Eva wissen, nachdem wir uns zehn Minuten ihre ausführliche Krankengeschichte angehört haben.

»Fabrizio konnte aus beruflichen Gründen nicht kommen.«

Gloria schaut richtiggehend bedröppelt aus der Wäsche. »Wie schade. Grüß ihn von mir!«

»Mach ich«, verspricht Eva.

»Wie sieht es eigentlich mittlerweile mit der Familienplanung aus?«

Womit wir beim Thema wären …

Evas Hand krallt sich fester um das Glas. »Wir arbeiten daran.« Sie sieht aus, als würde sie die Zähne fletschen.

Ich gluckse leise.

Tante Gloria wiegt bedächtig den Kopf hin und her. »In deinem Alter wird das allmählich Zeit, Kind.«

An Evas Stelle wäre ich vor Entrüstung geplatzt. Wie kann ein Mensch nur dermaßen dreist sein? Sie tut so, als ob meine Schwester schon hundert wäre. Dabei ist Tante Glorias tolle Tochter gerade einmal zweieinhalb Jahre jünger als Eva, aber der wird nie gesagt, dass sie sich gefälligst endlich schwängern lassen soll, von wegen Ticktack.

Manchmal frage ich mich, in welchem Jahrhundert Gloria lebt. Alles nach der frühen Neuzeit halte ich für zu optimistisch.

»Und, Miriam«, wendet sich meine Tante an mich, »was macht dein Liebesleben? Endlich den Richtigen gefunden?«

»Hat sie«, springt meine Schwester hastig ein. Ich wünschte, sie hätte es nicht getan. Es ist schön, dass sie mir beistehen will, aber in dieser Angelegenheit ist das nicht die beste Idee. Überhaupt nicht. Denn nun hat Gloria Lunte gerochen. Ihre Wangen verfärben sich aufgeregt, und sie starrt mich mit weit aufgerissenem Mund an. Ich ahne Böses.

»Tatsächlich?«

»Miriam hat ihn sogar mitgebracht«, beeilt sich Eva zu sagen.

Ich stehe wie zur Salzsäule erstarrt da. Meine große Schwester nickt mir aufmunternd zu und erwartet wohl, dass ich ihr nun gratuliere. Weil sie mir hilfreich zur Seite steht. Ich würde sie dagegen viel lieber erdolchen.

»Du musst ihn mir unbedingt vorstellen, Miriam. Ihr könnt dann ja gemeinsam mit Luisa und Friedhelm etwas unternehmen«, schlägt Gloria begeistert vor.

Nicht, wenn ich es verhindern kann. Ich bin doch nicht bescheuert! Länger als fünf Minuten am Stück ertrage ich meine Cousine mit ihrem ständigen Geplapper nicht. Da gehe ich sicherlich nicht mit ihr und ihrem Verlobten aus und höre mir den ganzen Abend an, wie toll ihr Friedhelm ist. Ich hab den armen Kerl zwar noch nicht kennengelernt, aber Tante Glorias Schwärmerei am Telefon reichte aus, um zu wissen, dass das ein totaler Langweiler sein muss.

»Wo steckt unser Cousinchen?«, heuchele ich gespieltes Interesse vor. Hauptsache, ich kann von mir und meinem Liebesleben ablenken.

»Oh, die unterhält sich angeregt mit einem sehr charmanten und höflichen jungen Mann.« Tante Gloria deutet in die entsprechende Richtung, wo Luisa niemand Geringerem als Olli die Ohren abkaut. Neben den beiden steht ein langer schlaksiger Kerl mit Seitenscheitel, Hornbrille und Anzug. Das muss der sagenumwobene Friedhelm sein.

»Ich geh mal Hallo sagen.«

Eva sieht mich entsetzt an, als ich sie mit Tante Gloria allein lassen will. Rache ist süß. Wegen meiner Schwester habe ich schließlich den ganzen Schlamassel mit meinem angeblichen Freund am Hals.

Als Olli mich durch die Menge schlängeln sieht, stürmt er auf mich zu und umarmt mich erleichtert. »Du bist meine Rettung!«

»Wie schlimm ist es?«, frage ich ihn flüsternd.

Olli stöhnt leise. »Tu irgendwas, bitte!«, fleht er. Ich ziehe vielsagend die Augenbrauen hoch. Aber gestern noch behaupten wollen, dass es nicht so schlimm wird.

»Hallo, Luisa!«, begrüße ich meine Cousine überschwänglich.

»Miriam, wie schön, dich zu sehen.« Sie küsst mich links und rechts auf die Wange. »Darf ich dir meinen Verlobten Friedhelm vorstellen?«

Friedhelm nimmt meine Hand und deutet einen Handkuss an. Ich tausche bedeutungsvolle Blicke mit Olli aus. Junge, Junge, wo hat meine Cousine denn diese seltene Antiquität aufgegabelt? Es würde mich nicht im Entferntesten wundern, wenn sich der tolle Friedhelm als adeliger Bankierssohn von und zu entpuppt.

»Friedhelm Kunze, sehr erfreut.«

Ich muss mir auf die Unterlippe beißen, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. »Ebenfalls.«

Luisa nimmt mich gleich in Beschlag. »Ich habe gehört, dass du dein Studium beendet hast, Miriam. Stimmt das? Na, wurde ja auch Zeit, oder? Also, ich bin schon mittendrin im Berufsleben. Ich unterrichte seit letztem Jahr an einer Grundschule in Rostock. Soooo stressig, aber gleichzeitig auch soooo supitoll. Ich möchte es nicht missen. Es ist eben doch was anderes als die staubtrockene Theorie an der Uni. Die Kinder … hach, die Kinder, die ich unterrichte, sind ein Traum. Ein Traum. Soooo supi. Sie kosten dich eine Menge Kraft, aber dann geben sie dir gleichzeitig supiviel zurück. Ich könnte mir keinen schöneren Beruf vorstellen, und ich …«

Blablabla. Ich drehe mich zu Olli um, aber der hat bereits das Weite gesucht.

»Wie schön«, bemerke ich lustlos, als mich Luisa nach ihrem minutenlangen Monolog erwartungsvoll ansieht. »Das ist ja alles supitoll!«

»Ja, momentan läuft alles supitoll nach Plan«, schnattert meine Cousine eifrig weiter. »Der Job ist phantastisch, und ich habe den Mann meines Lebens gefunden.« Sie wirft ihrem Friedhelm einen schmachtenden Blick zu. »Schau mal, Miriam, ist der Ring nicht der pure Wahnsinn?«

Als Wahnsinn bezeichne ich vor allem ihr Geplapper, ohne ein einziges Mal Luft zu holen. Mir dröhnt bereits der Kopf.

»Hier bist du, Schatz. Ich suche dich überall.« Meine Mutter eilt auf mich zu und zieht mich ohne ein weiteres Wort hinter sich her.

»Was ist denn, Mama?«

»Ich finde es schön, dass du dich so nett mit Luisa unterhältst, aber könntest du dich zur Abwechslung auch einmal um die anderen Gäste kümmern?«, bemerkt sie in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet.

»Aber ich bin doch auf der Party. Ich trage sogar ein Kleid. Was soll ich denn noch tun?«, jammere ich.

»Präsent sein. Alle Welt fragt nach dir!«, sagt meine Mutter vorwurfsvoll.

Das bezweifele ich. Ich glaube kaum, dass sich jemand an das schwarze Schaf der Familie Behrens erinnert. Und selbst wenn, ich bin nicht scharf darauf, mich in Erinnerung zu bringen. Natürlich habe ich die Rechnung ohne meine Mutter gemacht, die mich geradewegs zu Papa und dem Bürgermeister zerrt.

Mein Vater winkt mich zu sich. »Claus Gerhardt, darf ich Ihnen meine Tochter Miriam vorstellen?«

Huch! Redet Papa wieder mit mir?

Der Bürgermeister schüttelt erfreut meine Hand. »Nett, Sie kennenzulernen, junge Dame. Ihr Vater hat mir schon eine ganze Menge über Sie verraten.« Ich versuche ein Lächeln, aber es bleibt mir im Halse stecken. »Wie fühlt es sich an, wieder in seiner alten Heimatstadt zu sein?«, fährt er fort, mich neugierig von oben bis unten musternd.

»Ungewohnt«, antworte ich ehrlich. »Das Meer ist allerdings nach wie vor überwältigend.«

Der Bürgermeister lacht. »Die frische Meeresbrise hat Ihnen in Hannover gefehlt, was? Kann ich verstehen. Als Kind wollte ich auch immer raus aus Wismar und hinein ins Großstadtleben. Heute kann ich gar nicht mehr verstehen, was ich daran verlockend fand«, wendet er sich jovial an meinen Vater.

Papa schmunzelt pflichtbewusst. »Wem sagen Sie das«, bestätigt er, »zumal Miriam hier Perspektiven hat.«

Ich hole tief Luft. Nicht wieder diese Leier! Mein Vater schaut mich durchdringend an, als wollte er sagen: »Was denn? Ich habe doch recht!« Meinetwegen, wenn es ihm dann besser geht. Ich bereue meine Entscheidung von damals trotzdem nicht. Vielleicht hätte ich einiges geschickter anstellen können, aber es war der richtige Weg, den ich gegangen bin. Ob er das nun einsehen will oder nicht.

»Eigentlich sollte unsere Miriam später die Bäckerei übernehmen, und nicht mein Sohn Alexander. Sie bekam das Talent dazu praktisch in die Wiege gelegt. Dann fand sie zu meinem Leidwesen geistes- und sozialwissenschaftliche Studien spannender. Was für eine Verschwendung!«, entgegnet mein Vater mit gequältem Gesichtsausdruck.

»PAPA

Muss er wirklich vor dem Bürgermeister die ganze Sache von vor fünf Jahren ausdiskutieren? Langsam sollte das wirklich Schnee von gestern sein. Mein Vater muss langsam anfangen zu akzeptieren, dass nicht ich, sondern Alex die Bäckerei in Zukunft führen wird. Das kann doch nicht so schwierig sein! Denn mein Bruder macht seine Sache gut, wie Papa gerade seinem neuen Kumpel, dem Bürgermeister, verdeutlicht – obwohl das eigentlich nicht der ursprüngliche Plan gewesen ist. Wenigstens bleibt damit alles beim Alten. Alex ist der Held, der die Kohlen aus dem Feuer holt, und ich bin die Böse, die sich davongestohlen hat.

»Wo bleibt denn dein Freund, Miriam?« Meine Mutter sieht ganz aufgeregt aus. Ich wünschte, ich könnte ihre Begeisterung annähernd teilen.

»Der verspätet sich etwas«, murmele ich zögerlich, in der Hoffnung, dass sie das Thema schnell vergisst.

Sie nickt beruhigt.

Ich sollte mich vielmehr selbst beruhigen, dieses ganze Notlügenkonstrukt beginnt langsam in Arbeit auszuarten. Nachdem mein Vater sich aber sogar vor dem Bürgermeister über meine Unzulänglichkeiten auslässt, ist es wohl eher nicht ratsam, jetzt mit der Wahrheit herauszurücken.

Ich brauche dringend etwas zu trinken.

Was Hochprozentiges!

Ich entschuldige mich gestenreich beim Bürgermeister und schlängele mich zielsicher zur improvisierten Bar durch. Außer Champagner und Wein gibt es aber nur Whiskey und Brandy. Na schön, bleibe ich dem Sprudelzeug eben weiter treu. Hastig kippe ich mir den Schampus in den Rachen. Und gleich noch ein weiteres Glas, auf einem Bein kann man schließlich nicht stehen.

Wie ich leider erst zu spät bemerke, bin ich an der Bar den Blicken aller hilflos ausgeliefert. Einige Gäste schütteln pikiert mit dem Kopf. Es wird wild getuschelt. Ich betrachte die zwei leeren Champagnerflöten in meinen Händen. Super. Morgen heißt es bestimmt, dass ich Alkoholikerin bin.

Der Barkeeper, der gerade erst den Windeln entschlüpft zu sein scheint, wirft mir einen fragenden Blick zu. Ich reiße ihm das neu gefüllte Champagnerglas förmlich aus den Händen, ehe ich mir einen dummen Kommentar anhören muss, und flüchte eilig durch das Haus nach draußen auf die Straße. Auf den Eingangsstufen zum Laden lasse ich mich keuchend nieder. Endlich allein. Endlich Ruhe. Ich lege den Kopf zwischen die Knie und beginne langsam, bis zehn zu zählen. 1, 2, 3, 4, …

»Hallo.«

Entnervt hebe ich den Kopf. Vor mir steht der aufdringliche Fotograf vom Strand und grinst mich frech an. »Sagen Sie mal, verfolgen Sie mich?«

»Genauso kratzbürstig wie heute früh. Hat das einen tieferen Grund?«, will er wissen und lässt sich neben mir auf der Treppe nieder, die Beine ausgestreckt.

Entrüstet schnappe ich nach Luft. »Habe ich Ihnen gestattet, sich zu mir zu setzen?«

»Innerlich vielleicht nicht, aber äußerlich haben Sie eindeutig Signale gesendet!«

»Habe ich nicht!«

Er winkt lässig ab. »Sie sollten aufhören, sich dagegen zu wehren.«

»Wogegen?«

»Dass Sie mich im Grunde charmant finden.«

»Sie sind wohl gar nicht von sich eingenommen.«

»Null.« Er lächelt mich sonnig an und deutet mit dem Daumen auf das Schild im Schaufenster. »Sind Sie mit der Familie Behrens bekannt?«

»Kann man so sagen«, seufze ich und ärgere mich, dass ich ihm diese Information überhaupt habe zukommen lassen. Schließlich geht ihn das nichts an.

Er legt den Kopf schief und betrachtet mich eindringlich. »Und, wann gehen Sie mit mir einen Kaffee trinken?«, fragt er mit seinem Hollywoodlächeln und entblößt eine Reihe schneeweißer Zähne.

Ich verstehe nicht, warum er wegen des Kaffees so hartnäckig ist. Wahrscheinlich müsste er nur die Hand heben und fünf andere Frauen würden ihn liebend gerne zu einem Kaffee einladen. Garantiert auch zu mehr. Wieso hat er sich ausgerechnet mich ausgesucht? Sehe ich wirklich derartig bemitleidenswert aus, dass sich sogar Typen wie er im Urlaub meiner annehmen wollen? Oh Gott, gehöre ich damit in die Kategorie Sozialfall?

Während ich darüber nachdenke, wie ich diesen Touri-Schnösel schnellstmöglich loswerden kann, kommt mir die Idee bezüglich meines ›Freund-Problems‹. Die Idee ist dermaßen gaga, dass sie schon fast wieder genial ist. Warum bin ich darauf nicht eher gekommen?

»Ich schlage Ihnen einen Deal vor.«

»Da bin ich neugierig.«

Ich räuspere mich. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Augen zu und durch. »Ich lade Sie statt eines Kaffees zu einem Glas Champagner ein, und Sie tun dafür so, als ob Sie mein Freund wären.«

Er zieht überrascht die rechte Augenbraue hoch. »Sie wollen, dass ich Ihr Freund bin?«

»Sie sollen ihn bloß spielen.« Als würde das die ganze Angelegenheit weniger absurd machen.

»Läuft das nicht auf dasselbe hinaus?«

Ich verdrehe die Augen. »Ja oder nein?«

Er fährt sich nachdenklich über seinen Dreitagebart. »Ihnen ist aber bewusst, dass Sie diesen Gefallen nicht mit einem lausigen Glas Schampus aufwiegen können?«

Wieso funktionieren solche Aktionen in blöden Romantikschnulzen, aber nie im wirklichen Leben? Dabei sollte ich es in meinem Alter wahrlich besser wissen – Märchenprinzen, Machos und angeblich schwule Männer, die sich am Ende trotz allem als Traummann herausstellen, gibt es eben nur in kitschigen Liebesfilmen.

»Was fordern Sie als Gegenleistung?«

»Lassen Sie mich nachdenken …«

»Gut, ich bezahle Sie dafür«, höre ich mich da bereits sagen. Sekunde, habe ich das gerade laut gesagt? Vorsichtig schiele ich zu ihm hinüber. Er starrt mich für einen Moment an, als ob mir soeben Hörner auf der Stirn gewachsen wären.

Anscheinend schon.

Heilige Scheiße!

»Sie wollen mich dafür bezahlen?« Er klingt nicht halb so entsetzt wie befürchtet. Immerhin würde ich ihn mit dieser bescheuerten Idee quasi zum Callboy machen. Das muss man sich mal vorstellen, ich flehe praktisch einen völlig Fremden an, meinen Freund zu spielen. Ich will ihn für seine Dienste sogar bezahlen. Das lässt nur einen Rückschluss zu: Ich muss den Verstand verloren haben!

»Vergessen Sie’s!«, krächze ich mit knallrotem Kopf.

»Jetzt haben Sie mich neugierig gemacht.«

Ich habe es geahnt, aus der Nummer komme ich nicht wieder raus, hätte ich damit bloß nie angefangen. »War eine dumme Idee. Vergessen Sie einfach, was Sie gehört haben.«

»Dabei war ich fast gewillt, ja zu sagen.«

Mit weit aufgerissenen Augen gucke ich ihn an. »Wirklich?«

»Wenn die Bezahlung stimmt«, hält er todernst dagegen.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass er mich auf den Arm nimmt. Wahrscheinlich würde es mir an seiner Stelle nicht anders gehen. Eine fremde Frau bittet ihn, ihren Freund zu spielen, damit sie auf der Geburtstagsfeier der eigenen Mutter nicht als komplette Versagerin dasteht. Das ist doch erbärmlich!

»Wie viel kostet mich diese Bitte?«

»Da bin ich flexibel.«

Besser, ich denke nicht über die Konsequenzen nach, sonst bekomme ich Zweifel. Schließlich habe ich mich heute bereits genug für drei Leben gedemütigt.

»Es ist auch nur für zwei, drei Stunden«, versichere ich. »Eine Frage noch …«

»Ja?« Er erhebt sich und hält mir seine gebräunte Hand hin, um mir beim Aufstehen mit diesen Folterinstrumenten behilflich zu sein.

»Wieso helfen Sie mir? Sie kennen mich doch gar nicht!«

Er zuckt mit den Schultern. »Wenn jemand so Hübsches mich so verzweifelt anfleht, kann ich nicht nein sagen.«

Unwillkürlich erröte ich. »War das etwa ein Kompliment?«

»Haben Sie es denn als solches aufgefasst?«, erkundigt er sich herausfordernd, und ich mache schnell, dass ich meine Hand aus seiner befreie.

»Das Wichtigste haben Sie mir allerdings immer noch nicht verraten.«

»Hm?«

»Ihren Namen«, meint er augenzwinkernd. Er reicht mir seine rechte Hand. »Ich heiße David.«

»Miriam«, wispere ich. Verlegen erwidere ich seinen Händedruck.

»Wollen wir?« David nimmt meine Hand und zieht mich bestimmt durch den Hausflur in den Garten. Ich bin viel zu perplex, um irgendetwas Sinnvolles beizutragen. Oder mich über die ganze Angelegenheit zu wundern.

Es vergehen keine zehn Sekunden, bis uns Tante Gloria auf der Terrasse entdeckt. Mit einem breiten Lächeln kommt sie auf uns zu und deutet ungeniert auf meinen Begleiter. »Ist er das?«

»Gloria, das ist David.« Ich komme gar nicht dazu, ihn als meinen vermeintlichen Freund vorzustellen, da greift sich Tante Gloria seinen Arm und zieht ihn ein Stück von mir weg. Er guckt mich verblüfft an. Hilflos zucke ich mit den Achseln. Vielleicht hätte ich ihm vorher ein paar Hinweise geben sollen, was da auf ihn zukommt. Und leider fällt mir erst jetzt auf, dass wir uns nicht abgesprochen haben, was mögliche Fragen meiner Familie angeht. Das habe ich in der Aufregung total vergessen. Verflixt!

Da ich für die nächsten Minuten abgemeldet bin, beschließe ich, David das versprochene Glas Champagner zu besorgen. Zumindest dieser Teil der Abmachung wäre damit erledigt. Ich könnte ebenfalls noch ein Schlückchen zur Stärkung gebrauchen.

Als ich mit zwei Gläsern zu den beiden zurückkehre, hat Gloria David ins Kreuzverhör genommen. Dennoch sieht er ziemlich relaxt aus, er lacht sogar bei einem Kommentar meiner Tante. Donnerwetter.

Ich reiche ihm das Glas, und er legt wie selbstverständlich seinen linken Arm um meine Hüfte. Ein wohliger Schauer breitet sich an dieser Stelle aus. Unter halbgesenkten Wimpern werfe ich ihm einen überraschten Blick zu, aber er macht keine Anstalten, seine Hand wegzunehmen.

»Wo habt ihr zwei euch kennengelernt?«, will Tante Gloria gespannt wissen. Es ist nicht zu übersehen, dass sie von David ganz entzückt ist. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn er ist charmant, witzig und sieht in diesem schwarzen Jackett (ja, ich gebe es zu!) äußerst attraktiv aus.

Fieberhaft versuche ich mir eine halbwegs glaubhafte Geschichte auszudenken, doch in meinem Kopf herrscht absolutes Vakuum.

David legt mir seinen Zeigerfinger auf die Lippen. »Lass mich erzählen, Süße.«

Meine Augen weiten sich.

Süße?

»Es war an einem Mittwoch. Ich war mit einem Freund in dieser Ausstellungseröffnung über moderne Kunst des einundzwanzigsten Jahrhunderts, und da sah ich sie. Sie stand vor einem Gemälde mit drei roten Farbklecksen und hat ihren Kopf in alle Richtungen verrenkt. Ich ging zu ihr hin und starrte ebenfalls das Bild an. Irgendwann fragte ich sie, ob sie eine Ahnung hätte, was der Künstler damit zum Ausdruck bringen wollte. Sie meinte nur, dass er entweder gerade seine Aggressionsphase durchmachte oder sie ein Kunstbanause sei.«

Tante Gloria lacht herzhaft. »Ich wusste gar nicht, dass du dich für Kunst interessierst, Miriam«, stellt sie verwundert fest.

Ich hatte bis zum heutigen Tag auch keine Ahnung von dieser Vorliebe und lächele überrumpelt.

»Später habe ich sie gefragt, ob sie sich von einem weiteren Kunstbanausen zum Kaffee einladen lassen würde. Offensichtlich ist sie auf meinen platten Anmachspruch reingefallen«, fährt David mit einem sexy Lachen fort. »Bei dem Kaffee ist es aber nicht geblieben. Nachdem uns die Kellnerin dieses winzigen Cafés gebeten hat zu gehen, weil sie zumachen wollte, sind wir zum See spaziert. Dort haben wir auf einer Bank die ganze Nacht geredet. Über uns die Sterne. Aus der Ferne die Klänge eines Violinenkonzerts. Und als Miriam mich mit ihren großen goldenen Augen ansah, wusste ich: Sie ist es.«

Ich hänge wie gebannt an Davids Lippen.

»Tja, da habe ich sie dann geküsst.«

Wäre das jetzt das Ende eines Liebesfilms, ich würde hoffnungslos schmachten.

»Nein, wie romantisch.« Tante Gloria ist hingerissen.

Ich blicke zu David hoch, der mich fast zärtlich ansieht. Ich schlucke angestrengt an dem aufkommenden Kloß in meinem Hals herum und weiß nicht so recht, was ich jetzt tun oder sagen soll. An dem Mann ist definitiv ein Schauspieler verloren gegangen.

»Wie lange seid ihr schon ein Paar?«, fragt Tante Gloria mich begierig.

»Sechs Monate«, nuschele ich. Dass das ein Fehler war, wird mir spätestens bewusst, als meine Tante nachdenklich ihre Stirn krauszieht.

»Sechs Monate? Und da habt ihr noch keine Pläne für die Zukunft geschmiedet? Wenn ich da an Luisa denke … Sie hat sich nach zwei Monaten mit Friedhelm verlobt.«

OH MEIN GOTT! Ist die ganze Welt momentan mit diesem Heiratswahn infiziert, oder konzentriert sich das lediglich auf meine Verwandtschaft? Jahrelang bekomme ich vorgehalten, beruflich endlich ein paar Gänge höher zu schalten. Aber seit ich die 25er-Marke überschritten habe, scheint es außer Hochzeit und Kindern keine anderen Themen mehr zu geben.

»Wir haben es nicht eilig«, beeilt sich David zu sagen und tätschelt beruhigend mein Schulterblatt.

»Aber Miriam, denk an deine biologische Uhr!«

Wenn meine Tante heute noch einmal diese verdammte biologische Uhr erwähnt, ich schwöre, ich schreie den Garten zusammen!

»Sobald Luisa verheiratet und mit dem ersten Kind schwanger ist, sprechen wir uns wieder. Einverstanden, Gloria?«, erwidere ich zuckersüß. Ohne ein weiteres Wort schleife ich David hinter mir her und gehe mit ihm direkten Schrittes auf meine Mutter zu, damit ich dieses Gespräch hinter mir habe.

»Wow, das war – anders«, sagt David amüsiert.

Ich schaue ihn vielsagend an. Er denkt sicher auch, dass er in einer Familie von Bekloppten gelandet ist. Und ich kann ihm nicht einmal vortäuschen, dass dem unter anderen Umständen nicht so ist.

Als Mama uns auf sich zusteuern sieht, läuft sie uns freudestrahlend entgegen. »Wie ich sehe, hast du bereits –«

»Mama, darf ich dir meinen Freund David vorstellen?«, unterbreche ich sie. Ich grinse übers ganze Gesicht.

»Deinen Freund?«

Ich habe meine Mutter in meinem ganzen Leben noch nie so verdattert aus der Wäsche gucken sehen wie in diesem Augenblick. Ihrem Gesichtsausdruck nach habe ich den Alptraum aller Schwiegersöhne mit nach Hause geschleppt. Oder zumindest ein grünes Marsmännchen.

»Du wolltest ihn unbedingt kennenlernen.« Den ganzen Tag durfte ich mir schließlich nichts anderes anhören.

»Aber, du und Stephan …«

Im ersten Moment weiß ich nicht, worauf sie hinauswill. Bis das Rädchen in meinem Kopf einrastet.

Ups.

»Stephan und ich haben uns bereits vor Monaten getrennt«, gestehe ich behutsam und hoffe inständig, dass das Thema damit beendet ist. Die Rechnung habe ich allerdings ohne meine Mutter gemacht.

»Du wolltest Stephan mitbringen.« Meine Mutter versucht hilflos, die losen Puzzlestücke zusammenzusetzen. Es gelingt ihr nicht wirklich.

Ich verschränke die Arme vor der Brust. »Falsch, ihr seid nur alle davon ausgegangen, weil Eva mich nicht ausreden ließ.« Ich klinge definitiv eine Spur zu aggressiv.

Meine Mutter fährt sich verunsichert durch die dunkelblonden Haare und versucht krampfhaft, die Contenance zu wahren. »Ich verstehe das nicht, Miri. Wieso hast du uns David denn nicht früher vorgestellt?«

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich meine Mutter zum letzten Mal »Miri« genannt hat. Wahrscheinlich im Kindergarten. Sie weiß nämlich, wie sehr ich diese Verniedlichung meines Namens hasse. Miri klingt wie eine Frischkäse-Sorte.

»Es h-hat s-sich nicht ergeben«, stammele ich die dümmste Ausrede überhaupt.

»Wie bitte?« Meine Mutter hebt verdutzt die Augenbrauen. »David wohnt in Wismar. Er ist dein Freund. Vermutlich nicht erst seit gestern.« Sie lacht nervös. »Und jetzt willst du mir ernsthaft erzählen, dass es sich in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal ergeben hat, dich bei uns zu melden?«

Mir klappt der Mund weit auf. Ich übergehe den Vorwurf meiner Mutter und starre fassungslos David, meine Mutter und wieder David an. Ich will etwas sagen, aber die Worte bleiben mir im Hals stecken.

Das kann nicht sein!

Das darf nicht wahr sein!

Wieso, zum Teufel, wohnt David in Wismar? Ich dachte, er wäre Tourist. Er hatte doch eine Scheißkamera! Und stand mitten im Pulk der Campingurlauber! Wieso kennt meine Mutter ihn dann, verdammt noch mal?

Bevor ich endgültig die Beherrschung verliere, ergreift David das Wort: »Wir haben unsere Beziehung bis jetzt geheim gehalten, Frau Behrens. Miriam und ich wollten erst ganz sicher sein, dass wir beide dasselbe wollen. Darum hat Miriam nicht früher etwas zu Ihnen gesagt. Es tut uns leid.« Er zwinkert mir verschwörerisch zu.

Meine Mutter schüttelt den Kopf. »Ich bin verwirrt, das ist alles. Wo habt ihr euch denn kennengelernt?«

David berichtet von unserem vermeintlichen ersten Date, während ich weiter dastehe wie vom Blitz getroffen. Ich komme mir vor wie in einem ganz schlechten B-Movie.

»Und dann sind Sie immer nach Hannover zu Miriam gefahren, um sie zu sehen?«, bohrt meine Mutter nach.

Er nickt. »Ich bin beruflich viel unterwegs, da habe ich meine Dienstreisen einfach mit einem Umweg zu Miriam verbunden. Natürlich ist das nicht dasselbe, als wenn man in der gleichen Stadt lebt.«

»Ihr seid vielleicht zwei Geheimniskrämer! Eigentlich müsste ich Ihnen böse sein, David. Als ich Sie vor zwei Wochen als Fotografen für meine Geburtstagsfeier engagiert habe, haben Sie weder erwähnt, dass Miriam nach Wismar kommt, noch dass Sie mit meiner Tochter zusammen sind. Sie hätten ja wenigstens eine kleine Andeutung machen können.«

In dem Augenblick zieht mir eine unsichtbare Kraft den Boden unter den Füßen weg. In meinem Kopf hämmert es wie verrückt, jeden Moment scheint er zu explodieren. Ich schließe die Augen, aber dadurch wird es nur intensiver. Kalter Schweiß bricht mir aus, das Blut rauscht wie heiße Lava durch meinen Körper. Ich fühle mich wie von einem Lastwagen überrollt. Dann verliere ich das Gleichgewicht und strauchele. Im letzten Moment bekommt David mich zu fassen, ehe ich auf dem Po lande.

Mühsam rappele ich mich auf und starre David feindselig aus zusammengekniffenen Augen an. Die Hände in den Hosentaschen vergraben weicht er meinem Blick aus. Schuldbewusst. Unsicher.

»Miriam, ich –«

Ich hebe abwehrend die Hand. »Spar dir deine Erklärung, du verfluchter Mistkerl!«

Und dann trete ich ihm mit voller Wucht auf den Fuß.

Zuckerguss
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