8. KAPITEL
Caleb hatte noch nie so deutlich mit Vicki gesprochen. Bisher hatte er bei der Liebe eigentlich so gut wie überhaupt nie mit ihr geredet. Zu ihrer Verwunderung gefielen ihr seine heisere Stimme und auch seine Worte. Dadurch entdeckte sie eine ganz neue Seite an der Sexualität. Ohne dass sie sich dessen bewusst war, entspannte sie sich, während sie Caleb zuhörte.
“Ich glaube, deine hübschen Brüste sind größer geworden.” Er veränderte seine Position, ohne die Hand wegzunehmen, die zwischen ihren Schenkeln lag. Jetzt befand er sich links von ihr. Seinen Arm, der unter ihrem Kopf lag, zog er weg. “Ich werde das Licht einschalten.”
“Nein”, sagte sie sofort. “Caleb, ich kann nicht …”
“Ich will mich nur überzeugen, ob ich recht habe, Liebling.” Das sanfte Licht der Nachttischlampe schien ihr direkt in die Augen, und Vicki blinzelte ein paar Mal.
Dann hatte sie sich an die Helligkeit gewöhnt. Als sie seine Hand betrachtete, mit der er zärtlich ihre Brust massierte, wurde ihr Mund trocken, und sie hatte das Gefühl, dahinzuschmelzen.
“Sie sind wirklich größer”, sagte er leise. Dann beugte er sich vor und strich mit der Zungenspitze über eine Knospe.
Vicki seufzte.
“Findest du nicht?”
“Sie sind ein bisschen angeschwollen.”
Sanft saugte er an der Brustspitze und knabberte spielerisch an ihr, sodass Vicki seine Zähne spürte. “Tut das weh?”, fragte er dann besorgt.
“Nein.” Im Gegenteil, das war gut. Am liebsten hätte sie ihn gebeten, das noch einmal zu tun. Doch sie schwieg. Zu lange in ihrem Leben hatte sie geschwiegen. Ein gutes Kind sollte man sehen, aber nicht hören. Eine gute Frau sollte den Wünschen ihres Mannes entgegenkommen, aber nie selbst etwas verlangen.
“Möchtest du, dass ich das noch einmal mache?”, fragte er und hielt mit seinen Liebkosungen inne.
Vicki kämpfte gegen die Stimmen aus ihrer Vergangenheit an und konzentrierte sich auf die Gegenwart. “Oh ja.”
Caleb knabberte spielerisch an der anderen Brustspitze. “Ich mag den Geschmack deiner Haut”, murmelte er und berührte nun ihre empfindlichste Stelle. “Gefällt dir das?” Er übte sanft Druck mit dem Daumen aus. “Oder das?” Er umkreiste ihren sensibelsten Punkt mit einem Finger, bevor er wieder innehielt. “Du musst mir antworten, Liebling.” Langsam zog er seine Hand zurück.
Verzweifelt schob sie seine Hand wieder dorthin zurück, wo sie sich so sehr nach Liebkosungen sehnte. Ihre Blicke trafen sich. Spannung lag in der Luft. Calebs Blick war dunkel und verheißungsvoll. Vicki hatte das Gefühl, in Flammen zu stehen.
Erneut begann er sie zu streicheln.
“So?”, fragte er wieder, “oder so?”
Caleb ließ nicht locker. Vicki befeuchtete die Lippen mit der Zunge. Dann nickte sie.
“Oh nein.” Er schüttelte den Kopf. “Du musst es sagen.”
“Caleb …”, bettelte sie.
“Ich verspreche dir, es wird dir gefallen.” Das war gleichzeitig eine Versicherung und eine Bitte. “So, wie es mir gefällt, wenn du mich streichelst.”
Die Worte wollten nicht kommen, aber Vicki wusste, dass Caleb es ihr heute Nacht nicht leicht machen würde. Sie würde um ihr Vergnügen bitten müssen. Statt zu sprechen, nahm sie seine Hand und zeigte ihm, wie es ihr am besten gefiel.
Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. “Ich akzeptiere das als Antwort.” Er neigte sich zu ihr und biss sie sanft in die Unterlippe. Sofort wollte Vicki den Kuss vertiefen, doch Caleb schüttelte den Kopf. “Keine Küsse jetzt. Du musst mir mit dem Rest deines Körpers zeigen, was du fühlst. Ich verspreche, ich werde unendlich viel Geduld haben.”
Ihr Atem ging nur noch stoßweise. Caleb benutzte seine Finger so geschickt, dass Vicki fast verrückt wurde. Sie ließ seine Hand los und hielt sich an seinem muskulösen Arm fest. Inzwischen glänzte ihr Körper vor Schweiß, doch es war die Hitze in Calebs Blick, von der sie nicht genug bekommen konnte. Noch nie hatte er sie so angesehen.
Erneut versuchte sie ihn zu küssen, doch er schüttelte den Kopf und blieb unnachgiebig. Früher hatte Vicki immer mit ihren Küssen ausgedrückt, was sie empfand, doch nun war ihr diese Möglichkeit genommen. Ihre Anspannung stieg. Mit seinen Liebkosungen steigerte Caleb ihre Erregung ins Unermessliche. Vicki hatte sich kaum mehr unter Kontrolle. Sie grub die Fingernägel in seinen Arm und presste sich an ihn.
Mit einem Finger drang er in sie ein. “So?” Sein heißer Atem strich über ihr Ohr. “Oder so?” Er drang mit einem zweiten Finger in sie ein.
Mit dem Bein, das sie um seine Taille geschlungen hatte, übte sie Druck aus. Caleb belohnte ihre Reaktion damit, dass er seine Finger nun sanft in ihr bewegte. Vicki spürte, wie sich ein herrlicher Höhepunkt näherte, aber Caleb hielt inne, bevor sie Erfüllung fand.
“Caleb, bitte. Bitte.” Zum ersten Mal in ihrem Leben bat sie bei der Liebe um etwas. Aber sie war viel zu sehr damit beschäftigt, was Caleb mit ihr anstellte, als dass sie sich darüber Gedanken machte.
Da sie ihn nicht küssen durfte, blieb ihr keine andere Möglichkeit, die heftige Verzückung auszudrücken, in die sie geriet, als vor Lust zu stöhnen. Sie zitterte am ganzen Körper, als sie so heftig kam, dass sie glaubte, gleich ohnmächtig zu werden vor Lust.
Sie bekam kaum mit, wie Caleb ihr schließlich den Slip auszog. Als er sich auf sie legte, hob er ihr anderes Bein an und legte es sich ebenfalls um die Taille. Zu Vickis Überraschung unternahm er dann aber nichts weiter, sondern wartete, bis sie die Augen öffnete und ihn anblickte.
Sein Verlangen war ihm deutlich anzusehen. Doch Vicki las auch tiefe Befriedigung in seinen Augen. “Zeit für Runde zwei”, sagte er.
Vicki machte große Augen. Sie spürte, wie stark erregt er war, aber er drang nicht in sie ein. Unwillkürlich hob sie sich ihm einladend entgegen, was sie noch nie zuvor getan hatte. Sie spürte ihn groß und hart an sich, doch auch jetzt glitt er nicht in sie hinein.
“Erst wenn du so weit bist wie ich”, flüsterte er mit rauer Stimme.
Noch bevor sie darauf etwas erwidern konnte, neigte er den Kopf zu ihrer Brust und begann heftig an der aufgerichteten Spitze zu saugen. Hitze durchströmte in Wellen ihren Körper, und als Caleb den Kopf hob, erkannte sie, was zu tun war. Inzwischen hatte sie die Regeln ihres kleinen privaten Spielchens verstanden, und sie wusste, wie sie sich verhalten musste, ohne Angst zu haben, sie könnte etwas Falsches sagen.
Sie schlang die Arme um seinen Nacken und hielt Caleb fest. Bereitwillig kehrte er zu seiner Aufgabe zurück. Als er sich ihrer anderen Brust zuwandte, war das letzte bisschen Beherrschung verloren, an das Vicki sich geklammert hatte, und sie bäumte sich unwillkürlich auf. Caleb drang ein klein wenig in sie ein, dann hielt er erneut inne.
Am liebsten hätte Vicki aufgeschrien vor Ungeduld. Sie ertrug es nicht länger, in der Schwebe gehalten zu werden, wollte ihn endlich ganz in sich spüren. Mit den Fingernägeln strich sie über seinen Rücken und seinen Po. Caleb zuckte kurz zusammen und hob den Kopf. Auf seiner Stirn glänzten feine Schweißperlen. “Du bist noch nicht so weit wie ich.”
Beinahe hätte sie nun um Gnade gefleht, doch sie ahnte, Caleb würde heute Nacht nicht lockerlassen. Endlich war der aufregende Liebhaber zurück, der sie am Anfang ihre Ehe immer halb verrückt vor Leidenschaft gemacht hatte.
Früher hatte die eigene Begierde Vicki Angst gemacht, sodass sie still geworden war, und Caleb war dadurch immer zurückhaltender geworden. Doch jetzt brauchte sich niemand mehr zurückhalten.
Als die Angst zurückkehrte, erinnerte sich Vicki an ihre Entscheidung, niemandem mehr etwas vorzumachen und auch sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Sie strich über Calebs Arme, nahm seine Hand und führte sie an die Stelle, wo sie von ihm gestreichelt werden wollte. Das fiel ihr nicht leicht, aber sie wurde mit besonderem Vergnügen belohnt.
Schließlich drang er endlich ganz in sie ein. Nach zwei Monaten Enthaltsamkeit war sie voller Sehnsucht. Groß und hart spürte sie ihn in sich. Caleb begann sich zu bewegen und steigerte allmählich das Tempo. Vicki schrie auf und geriet immer mehr in Ekstase.
In diesem Augenblick küsste Caleb sie. Als wäre dadurch die letzte Schranke niedergerissen, erwiderte sie seinen Kuss leidenschaftlich und gab sich ganz ihrem wundervollen Liebesspiel hin. Sie spürte, wie seine Rückenmuskeln sich anspannten. Er drang noch tiefer, noch kraftvoller in sie ein, und als die Lust sie fortriss, spürte sie, dass auch Caleb den Höhepunkt erreichte.
Am nächsten Morgen wachte Vicki lächelnd auf. Ihr Körper war herrlich ermattet, aber auch gleichzeitig wunderbar entspannt. Sie kuschelte sich in Calebs Arme und wollte wieder einschlafen, als ihr Blick auf den Wecker fiel.
Erschrocken fuhr sie hoch. “Caleb, wach auf! Es ist neun Uhr!” Er hasste es, zu spät zu kommen.
Caleb zog sie wieder zurück in die Arme und sagte verschlafen: “Es ist Samstag. Das ganze Wochenende ist frei.” Dann schlief er weiter.
Samstag? Ja, es ist Samstag, dachte sie. Aber das hatte bisher eigentlich kaum einen Unterschied gemacht. Caleb schien immer im Büro zu sein. Vicki versuchte sich zu erinnern, wann er sich das letzte Mal ein ganzes Wochenende freigenommen hatte. Wahrscheinlich war das gewesen, als sie vor zwei Jahren vier Tage auf Great Barrier Island verbracht hatten.
Ihre Miene erhellte sich, als ihr klar wurde, dass Caleb ihr für die nächsten beiden Tage gehörte. Und sie selbst hatte auch frei. Die Unterlagen der Wohltätigkeitsorganisationen waren gestern Abend angekommen, und sie hatte sie durchgelesen. Ideen entstanden bereits in ihr, aber sie musste sich nicht vor Montag damit befassen.
Sie schmiegte sich in Calebs Arme und begann zu überlegen, was sie alles in den kommenden zwei Tagen zusammen machen konnten. Die schönste Vorstellung war, dass sie die ganze Zeit zu Hause blieben, vielleicht sogar in diesem Bett. Vicki war so aufgeregt, dass sie beinahe laut gekichert hätte. Ein bisschen kam sie sich vor wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen.
Caleb eine ganze Zeit lang nur für sich zu haben, war einer ihrer heimlichen Träume. Sie hatte nie gewagt, ihn darum zu bitten, weil sie wusste, wie beschäftigt er war. Nur weil sie alle Zeit der Welt hatte, bedeutete das nicht, dass sie einen Anspruch darauf hatte, von ihm unterhalten zu werden.
Trotzdem hatte sie ihn oft vermisst, besonders an den Wochenenden, wenn sie spazieren gegangen war, und gesehen hatte, wie andere Paare Arm in Arm die Straßen entlangbummelten. Sie überlegte, ob Caleb beim Abendessen mehr gehört hatte, als sie gesagt hatte. Möglicherweise hatte ihr Ehemann, der so häufig alles und jeden überrollte, das Flüstern ihres Herzens gehört.
Als Caleb erwachte, lag Vicki nicht mehr neben ihm. Aber ein Hauch Kaffeeduft drang ins Schlafzimmer, und deshalb erriet er, wo Vicki war. Lächelnd und gut gelaunt wie seit Jahren nicht mehr, stand er auf. Geduld, überlegte er, ist ganz bestimmt eine Tugend. Wenn man bedachte, wie er vergangene Nacht dafür belohnt worden war …
Weil er wusste, dass seine Frau gern alle Fenster öffnete, zog er sich eine Jogginghose an, bevor er zur Küche ging. Vicki stellte gerade eine Schüssel weg, als er den Raum betrat. Sobald sie ihn entdeckte, hielt sie in ihrer Arbeit inne und sah ihn an.
“Was ist denn?” Er gähnte und streckte sich lässig.
Sie betrachtete ihn nun mit unverhohlenem Vergnügen, und schließlich verstand er. Offensichtlich gefiel es Vicki, ihn so verschlafen und zerzaust zu sehen. Vielleicht sollte er sich morgens nicht mehr zurechtmachen, bevor er zum Frühstück erschien. Mit diesem Gedanken ging er zu Vicki und legte die Hände auf ihre Hüften. “Guten Morgen.”
“Es ist fast Mittag.” Ihre Stimme klang leicht atemlos, und sie strich spielerisch über seine Brust.
“Fast Mittag ist die perfekte Zeit für Sex, findest du nicht?” Nach zwei einsamen Monaten konnte er nicht genug von Vicki bekommen.
Trotz der euphorischen Stimmung war Caleb sich allerdings bewusst, dass ihre Ehe auf wackligem Boden stand. Vicki hatte recht, wenn sie sagte, dass sie ihre Probleme nicht alle im Bett lösen konnten.
Was sie nicht gesagt hatte, was ihr wahrscheinlich auch gar nicht bewusst war, war die Tatsache, dass er vielleicht schlecht darin sein mochte, seine dunklen Geheimnisse zu teilen, aber dass das auf sie noch viel mehr zutraf. Auch wenn er ihr nie von der Schande seiner Geburt erzählt hatte, die ihn belastete, so hatte er ihr doch gezeigt, woher er stammte und wie ihn das geformt hatte.
Jedes Mal wenn er versuchte, dieses Thema in Bezug auf sie anzusprechen, tat sie so, als wüsste sie nicht, wovon er redete, und verhielt sich, als hätte es keinen Einfluss auf sie gehabt, dass ihre Eltern sie bei ihrer Großmutter gelassen hatten. Inzwischen hatte sie ihm gegenüber zwar ihre Ängste vor Intimitäten eingestanden, doch sie war nicht bereit, zuzugeben, wie problematisch ihre Beziehung zu Danica und Gregory war.
Caleb hatte keine Ahnung, wie er Vicki klarmachen sollte, dass diese alten Wunden geöffnet werden mussten, bevor sie heilen konnten. Immer wenn das Thema aktuell wurde, war Vicki so verletzt, dass er nicht den Mut hatte, sie zu zwingen, sich damit auseinanderzusetzen. Seine ganze Hoffnung beruhte darauf, ihr zu zeigen, wie sehr er sie liebte, damit sie ihm irgendwann vielleicht auch ihre Erinnerungen und Schmerzen anvertraute.
Mit diesem Gedanken im Sinn streichelte er ihren hübschen Po. Vicki trug ein knielanges Sommerkleid. Die Sonne schien hell durch das Oberlicht der Küche, und es war sehr warm. “Es ist gerade so schön mit dir.”
Vicki schluckte, und mit einem Mal wurde Caleb bewusst, dass er sie schon seit Jahren nicht mehr am hellen Tag geliebt hatte. Das würde sich gleich ändern. Er war erregt und voller Verlangen. Er wollte Vicki ganz intensiv spüren und fühlen, wie sie vor Lust erschauerte, während er sich in ihr bewegte.
Sie musterte ihn mit großen Augen. “Du siehst aus, als wolltest du gleich über mich herfallen.”
“Das werde ich auch.” Er schaute über ihre Schulter zu dem Fenster über der Spüle, vom dem aus man ihren Garten und das Grundstück des Nachbarn sah. Eine skandalöse Idee kam ihm. Vicki würde schockiert sein, aber inzwischen hatte er sehr wohl begriffen, dass sie viel sinnlicher war, als er je vermutet hatte.
Langsam wurde es Zeit, mit dem Versteckspiel aufzuhören. Er würde anfangen, von ihr Dinge einzufordern, die er sich wünschte. Noch bevor sie Verdacht schöpfen konnte, lenkte er sie mit einem sinnlichen Kuss ab.
“Hm”, machte sie und erwiderte voller Hingabe seinen Kuss, wie sie das immer tat.
Zärtlich streichelte er ihren Po und überließ Vicki die Führung beim Küssen. Er mochte ihre Küsse. Als sie sich von seinem Mund löste und sein Kinn mit den Lippen liebkoste, begann er seine Idee von vorhin in die Tat umzusetzen.
Er küsste Vicki auf den Hals und drehte sie so, dass sie mit dem Gesicht zum Fenster stand. Dann schob er sie ein bisschen nach vorn, und instinktiv hielt sie sich am Rand der Spüle fest, während sie durch das Fenster in den Garten sah. Caleb senkte den Kopf und küsste ihren Nacken.
“Caleb”, sagte sie leise. “Ich sehne mich nach dir.” Das war ihre Art, ihm zu sagen, er solle mit ihr die Küche verlassen und ins Schlafzimmer gehen. Aber Caleb hatte andere Vorstellungen.
Aus dem Augenwinkel heraus nahm er wahr, wie die Hintertür seines Nachbarn geöffnet wurde und jemand auf die Terrasse trat. Bevor Caleb entdeckt werden konnte, kniete er sich hinter Vicki nieder, schob die Hände unter ihr Kleid und zog ihr den Spitzenslip aus. Erschrocken wollte sie sich umdrehen, doch Bill, ihr Nachbar, lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Zum Gruß winkte sie ihm zu, bevor sie zischte: “Was tust du denn da? Bill …”
“… kann mich nicht sehen”, vollendete Caleb den Satz. “Tu so, als würdest du Geschirr spülen.”
“Während du was machst?” Obwohl sie ein bisschen so klang, als wäre sie empört, trat sie aus ihrem Spitzenslip.
Caleb schob ihr Kleid hoch, legte eine Hand auf ihren Bauch und berührte ihre intimste Stelle mit dem Mund. Das hatte er schon immer tun wollen. Vicki seufzte leise, und er spürte, wie sie erschauerte. “Caleb, ich kann nicht …”
“Pst”, erwiderte er. “Sei kein Spielverderber.” Ohne Erbarmen liebkoste er sie auf fantasievolle Weise mit Zunge und Lippen, bis er merkte, dass Vickis Beine zitterten. Caleb genoss dieses Spiel, von dem er gar nicht genug bekommen konnte. Auf keinen Fall wollte er sich beeilen.
Vicki atmete heftig, und Caleb merkte, dass sie große Schwierigkeiten hatte, die Kontrolle über sich zu behalten. “Caleb …” Sie schluchzte kurz auf, als er mit der Zunge in sie eindrang.
Er schenkte ihr einen Moment der Erholung und zog sich zurück. “Schaut Bill in deine Richtung?”
“Nein.” Sie sank auf den Boden und warf sich in seine Arme. “Ich bringe dich um.”
“Vorher beende ich aber, was ich angefangen habe.” Mit den Fingern drang er sanft in sie ein und streichelte sie zärtlich. “Ich möchte dich jetzt noch einmal mit dem Mund berühren.”
Sie hielt den Atem an, als er sie auf den weißen Fliesenboden legte. Dann umfasste er ihren nackten Po und hob sie leicht an. Dann machte er weiter.
Vicki gab sich diesem Liebesspiel völlig hin. Caleb hatte früher versucht, sie auf diese Weise zu lieben, aber Vicki war jedes Mal wie erstarrt gewesen. Nichts, was er gesagt oder getan hatte, hatte geholfen. Deshalb hatte er aufgegeben und sie nicht wieder darum gebeten.
Sie stöhnte auf, als er sie immer intensiver liebkoste. All ihre Muskeln spannten sich an, und Vicki schloss die Augen. Das war zu viel. Sie würde die auf sie einströmenden Gefühle nicht aushalten.
“Lass dich gehen”, flüsterte Caleb. Sein Haar kitzelte ihren Bauch, als er ihr Kleid noch etwas höher schob und ihren Nabel küsste. Dann wanderte er mit den Lippen wieder tiefer. Diesmal würde er ihr keine Atempause mehr gönnen. “Bitte, lass dich gehen.”
Seine Stimme klang rau vor Erregung, und das bewirkte, dass Vicki jegliche Zurückhaltung aufgab. Mit einem lustvollen Laut bog sie den Rücken durch und überließ sich ganz ihren lustvollen Empfindungen. Hinter ihren geschlossenen Augenlidern schienen tausend Lichter in allen Farben zu explodieren. Der Höhepunkt war so überwältigend, dass sie das Gefühl hatte, gleich das Bewusstsein zu verlieren.
Keuchend versuchte sie Caleb das zu sagen, der sie fest in den Armen hielt, doch in ihrer Erregung brachte sie kein einziges Wort hervor.
Vergangene Nacht war Caleb wundervoll geduldig gewesen, aber heute forderte er ein, dass sie ihre Seite der Abmachung hielt und die Leidenschaft endlich zuließ, die sie so lange unterdrückt hatte, und während sie sich innig küssten, löste Vicki ihr Versprechen ein.
Als Vicki schließlich wieder die Augen öffnete, stellte sie fest, dass Caleb sie auf den Armen zum Schlafzimmer trug. “Ach, jetzt willst du ins Bett?”, neckte sie ihn.
Begierde verdunkelte seinen Blick, und Caleb lachte. “Du sollst keine blauen Flecken bekommen, wenn ich mich voller Energie fühle.”
“Also wirklich, Caleb!” Unwillkürlich musste sie lachen.
Sanft legte er sie auf das Bett. “Ich liebe dein Lachen”, erklärte er fast feierlich.
Verblüfft streckte sie die Arme nach ihm aus. Caleb überraschte sie immer wieder. Gerade wenn sie dachte, sie wüsste alles über ihn, tat oder sagte er irgendetwas unglaublich Liebes, und sie war überglücklich.
Ohne den Blick von ihr zu nehmen, zog er die Jogginghose aus und legte sich neben Vicki auf das Bett. Er streichelte ihren Oberschenkel und küsste sie gleichzeitig auf den Hals. Vicki trug nur ein leichtes Kleid, trotzdem kam sie sich darin beengt vor. Als sie sich hin und her wand, hob er den Kopf. “Was ist los?”
“Ich will das Kleid ausziehen.” Sie errötete. Es war albern, ständig zu erröten, nach allem, was sie schon zusammen gemacht hatten, aber Vicki hatte immer eine Scheu davor gehabt, sich vor Caleb auszuziehen.
Sein Blick glitt über ihren Körper. “Ich will zusehen, wie du dich ausziehst.” Das sollte eine Herausforderung sein, aber eigentlich war es mehr eine Bitte.
Vicki wollte nichts lieber, als Calebs Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Aber wie er selbst gesagt hatte, Lebensgewohnheiten lassen sich nicht so einfach ablegen. Sie war keine kühne Verführungskünstlerin, sie war eine Frau, die sich normalerweise zurückhielt.
Vicki biss sich auf die Unterlippe und legte dann mit sanftem Druck die flache Hand auf seinen Oberkörper, bis Caleb geduldig zur Seite rückte. Vicki kniete sich hin und strich das Kleid über ihren Oberschenkeln glatt, während sich ihre Fersen in die Haut ihres nackten Pos drückten. “Caleb?”
Er war hinter ihr. “Ja?”
“Du wirst mir weiter helfen müssen. In Ordnung?” Jedes Mal wenn sie fragte, schien das leichter zu werden, denn inzwischen hatte sie begriffen, dass Caleb ihre Wünsche nicht abschlagen würde. Anders als die Menschen, bei denen sie aufgewachsen war, ignorierte er ihre Bedürfnisse nicht und sagte ihr auch nicht, sie solle sich zusammenreißen.
“Immer.” Er kniete vor ihr auf dem Bett. “Schließ die Augen.”
Sie senkte die Lider. Dann hob sie die Arme zu ihrem Nacken, um den Reißverschluss ihres Kleides aufzuziehen. Caleb legte die Arme um sie und half ihr. Vicki atmete seinen angenehmen männlichen Duft ein und entspannte sich etwas. Da sie schon so weit gekommen war, wollte sie auf keinen Fall aufhören.
Caleb zog sich wieder ein wenig zurück, sobald der Reißverschluss offen war, und Vicki wusste, worauf er nun wartete. Er wollte sehen, wie sie sich vor ihm auszog. Für die meisten Ehepaare war das selbstverständlich. Doch für Caleb und Vicki bedeutete das Entkleiden voreinander so viel mehr. Die Augen immer noch geschlossen, schob sie die Träger des Kleides über ihre Arme nach unten.
“Du trägst ja einen BH.” Calebs Stimme klang wie eine Liebkosung.
Solange Vicki nicht sah, wie er sie beobachtete, fühlte sie sich sicherer. Trotzdem reichte die Vorstellung aus, ihre Erregung zu steigern. “Meine Brüste sind empfindlicher geworden. Wenn ich keinen BH trage, spüre ich neuerdings manchmal ein seltsames Ziehen.”
Caleb strich mit der Fingerspitze die Körbchen ihres BHs und löste damit eine Welle der Lust in Vicki aus. “Ich sehe dich gern in Seide und Spitze.”
Erstaunt nahm sie seine Worte auf. Sie hätte nie erraten, dass ihr zielstrebiger, praktisch veranlagter Ehemann solche Dinge genießen konnte. “Soll ich …?”
“Ja.”
Vicki öffnete die Häkchen am Rücken und streifte die Träger über die Schultern. Mit einem Mal kehrten jedoch ihre Hemmungen zurück, und ihr wurde bewusst, dass sie ihr Kleid bis auf die Taille ausgezogen hatte und ihr Mann sie beobachtete.
“Ich werde ewig warten, wenn du das möchtest.”
Woher wusste Caleb nur immer, was er sagen musste, um ihre Hemmungen zu überwinden? Sie holte tief Luft, zog den BH aus und ließ ihn auf das Bett fallen. In diesem Augenblick fühlte sie sich nackter als je zuvor. Sie blieb sitzen, wo sie war, und wartete voller Vorfreude, was als Nächstes passieren würde.
Doch mit Calebs heißen Küssen auf ihren Brüsten hatte sie nicht gerechnet. Sie stieß einen leisen Schrei aus, als er die Hände um ihre Taille legte und an ihren Knospen zu saugen begann. Sein Haar kitzelte ihre Haut, und gleichzeitig spürte sie sein leicht raues unrasiertes Kinn.
Herrliche Empfindungen durchströmten sie. Vicki versuchte, seinen Kopf nach oben zu ziehen, um Caleb zu küssen. Als er sich nicht darauf einließ, schlang sie die Beine um seine Taille und die Arme um seinen Nacken. Nun bekam sie ihren Kuss, doch gleichzeitig nutzte Caleb ihre Stellung aus.
Er schob die Hände unter ihr Kleid, hielt sie fest und ließ sie langsam an sich niedergleiten. Sie keuchte. In dieser Stellung hatten sie sich noch nie geliebt. Vicki hatte das Gefühl, Caleb würde ganz und gar von ihr Besitz ergreifen.
“Zu tief …”, stieß sie aus.
“Bist du sicher?” Er hielt inne und küsste sie auf den Hals.
Sie wand sich und spürte nun, wie er in ihr noch härter wurde. Fasziniert bewegte sie sich noch einmal. Er umfasste ihre Taille noch fester und hob den Kopf. “Vicki!”, keuchte er.
Noch nie hatte er so geklungen, wenn er mit ihr zusammen war. Plötzlich war er auch nicht mehr zu tief in ihr. Sie genoss, dass er sie ganz ausfüllte. Sie legte die Hände auf seine Schultern, und während sie Caleb in die Augen sah, wand sie sich herausfordernd. Er stöhnte und ließ den Kopf in den Nacken fallen. Die Sehnen an seinem Hals waren deutlich sichtbar.
Erstaunt von der eigenen Kühnheit, begann Vicki sich zu bewegen. Ihre Ängste, etwas Falsches zu tun, traten in den Hintergrund. Jetzt zählte nur noch der Augenblick, und Vicki wünschte sich nichts mehr, als Caleb bis zur Ekstase zu lieben. Während ihrer ganzen Ehe hatte sie immer gedacht, sie wäre für ihren so unglaublich männlichen Partner eine Enttäuschung im Bett. Deshalb würde sie sich diese Gelegenheit nicht entgegen lassen, ihm so viel Lust wie nur irgend möglich zu bereiten.
“Langsam.” Er schmiegte die Wange an ihren Hals, versuchte aber nicht, sie zu stoppen.
Vicki achtete jedoch mehr auf die Signale seines Körpers als auf seine Worte und beschleunigte einfach das Tempo. Seine Muskeln spannten sich an. Immer wieder strich er mit den Händen über ihren Körper. Vicki merkte deutlich, dass er dabei war, die Kontrolle über sich zu verlieren, und frohlockte innerlich.
Sie griff in sein Haar und bog seinen Kopf nach hinten, um Caleb auf den Mund zu küssen. Sie wusste genau, was er mochte, deshalb biss sie ihn zärtlich in die Unterlippe und saugte an ihr. Als sie dann mit der Zunge in seinen Mund vordrang, hielt Caleb die Augen fest geschlossen.
Sie vertiefte sich völlig ins Küssen und merkte erst gar nicht, dass Caleb die Hand zwischen sie schob und sie genau auf die Art streichelte, wie sie es ihm gestern Nacht gezeigt hatte. Dann kam Vicki zum Höhepunkt, und Caleb folgte ihr.