30
Bevor Amelia die Tür öffnen konnte, flog sie schon auf. So heftig, dass sie ins Wanken geriet und sich am Türrahmen festhalten musste.
Entgeistert schaute sie Thomas an, der auf der Schwelle stand. Sein Gesicht war wie versteinert und sein Blick so eisig wie ein sibirischer Winter.
Amelia schnappte nach Luft. »Thomas.« Die Kehle war ihr wie zugeschnürt, sodass sie nicht mehr als seinen Namen über die Lippen brachte.
»Eigentlich zu spät, um sich noch draußen in der Kälte herumzutreiben«, sagte er scheinbar gleichmütig, und nur seine Augen verrieten, wie er wirklich empfand.
Amelia zitterte nicht nur wegen der kalten Windböen, die er hingegen kaum zu bemerken schien. Breitbeinig und die Händen auf die Hüften gestützt, baute er sich vor ihr auf.
»Wer ist es diesmal? Jemand Neues, oder kehrst du zu deinen früheren Favoriten zurück? Cromwell oder Clayborough?«, fragte er.
Amelia öffnete den Mund, ohne etwas Sinnvolles herauszubringen. Unter dem Umhang fröstelte sie. Nervös trat sie vor und erwartete fast, dass er ihr den Weg versperrte; aber er ließ sie herein. Kaum hatte sie den zugigen, nur schwach beleuchteten Alkoven betreten, schloss sie die Tür hinter sich.
»Wer war das?«, fragte er gefährlich leise.
»Es ist nicht, was du …«
»Ich habe dich beobachtet. Hör bitte auf, meine Intelligenz zu beleidigen.« Inzwischen lag ein knurrender Unterton in seiner Stimme, ein unheimliches Grollen. »Aber wenn es dir lieber ist, kann ich auch einen meiner Männer losschicken und den Kerl festnehmen lassen, bevor er auf und davon ist. Ich glaube, es zählt als Straftat, unbefugt auf fremden Besitz einzudringen.«
Sag ihm die Wahrheit, befahl eine schrille Stimme in ihrem Innern. Bitte versteh doch. Bitte versteh.
»Es war Lord Clayborough.« Sie schluckte. »Aber ich habe ihn fortgeschickt«, fügte sie hastig hinzu. »Er war immer noch überzeugt, dass ich ihn … Nun, dass wir heiraten könnten.«
Als Thomas den Namen des Barons hörte, erstarrte er. Seine Miene war undurchdringlich. »Und warum sollte er so etwas denken?«
Weil ich zu dumm war und vergaß, ihm zu schreiben, dass ich nichts mehr von ihm will.
»Seit Lady Forshams Ball haben wir nicht mehr korrespondiert. Er nahm an, dass sich nichts verändert hatte.«
»Du willst mir also weismachen, dass er sich gegen deinen Willen und ohne deine Einladung auf meinem Grund und Boden herumtreibt?«
Sag ihm die Wahrheit, drängte ihre innere Stimme verzweifelt. »Das trifft es nicht ganz. Was ich …«
»Hast du ihm die Erlaubnis erteilt, sich hier herumzutreiben? Oder hast du es nicht getan?«
Nur eine winzige Lüge und die Angelegenheit wäre erledigt. Aber um keinen Preis wollte sie ihn anlügen. »Es mag sein, dass ich es getan habe. Allerdings nicht so, wie es aussieht. Ich …«
Auch diesmal gab er ihr nicht die Gelegenheit, ihren Satz zu beenden, sich zu verteidigen. »Ich erwarte, dass du noch heute Nacht deine Sachen packst und morgen verschwunden bist.«
Amelia brauchte einen Moment, um zu begreifen, was er gerade gesagt und was sie da gehört hatte. Ihr Herz krampfte sich so schmerzhaft zusammen, dass sie taumelte. »Thomas, bitte lass mich erklären«, flehte sie ihn an, streckte die Hand aus und berührte seinen Ärmel.
Er riss den Arm zurück, als könne er ihre Berührung kaum ertragen. »Morgen.«
Dieses eine Wort verurteilte sie zu einer leeren, trostlosen Zukunft. Zu einem Leben ohne ihn.
Hilflos glitt ihr Blick über ihn, musterte seine große, starke Gestalt, sein zerzaustes blondes Haar, die stoppeligen Wangen. Stumm verfluchte sie Clayborough, dass er ausgerechnet jetzt auftauchen musste, und Thomas, weil er nicht begreifen wollte. Am meisten jedoch verwünschte sie sich selbst: Wie konnte sie nur glauben, die Angelegenheit regeln zu können, ohne Thomas ins Vertrauen zu ziehen.
»Ich liebe ihn nicht, habe ihn nie geliebt. Seit dem Ball wusste ich, dass ich ihn niemals heiraten könnte. Ich will nur bei dir sein. Bitte verlass mich nicht«, stieß sie am Boden zerstört hervor. Sie sehnte sich danach, ihm zu gestehen »Ich liebe dich«, aber irgendwie wollten ihr die Worte nicht über die Lippen kommen.
Er antwortete nicht sofort. Stattdessen ließ er den Blick eindringlich von ihren Stiefeln bis zu ihrer in Unordnung geratenen Frisur schweifen. »Du hast es zugelassen, dass er dich küsst.« Seine Verletzung und seine Enttäuschung waren unüberhörbar.
»Das hat er gegen meinen Willen getan.« Und wirklich war sie überrascht gewesen von diesem Kuss und hatte ihn sogleich in die Schranken gewiesen. Allerdings eine Sekunde zu spät, wie sie jetzt erkannte.
»Ich möchte, dass du morgen verschwunden bist«, stieß er unnachgiebig hervor.
»Thomas, du kannst doch nicht …«
»Nun, gut. Dann bleib.« Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, drehte er sich um und ging fort.
Erst als er um die Ecke bog und ihren Blicken entschwand, erwachte Amelia aus dem Zustand wirrer Benommenheit. Was hatte er gleich gesagt? Dass sie doch bleiben dürfe?
Sollte sie ihm folgen, ihm ihre Liebe gestehen? Nein, an diesem Abend gab es nichts mehr, was seinen Ärger lindern konnte. Zitternd schloss Amelia ihren Umhang, stieg die Dienstbotentreppe hinauf und ging zu ihrem Schlafzimmer, ohne eine Menschenseele zu sehen oder zu hören.
Morgen würde Thomas sich bestimmt beruhigt haben. Und wenn nicht morgen, dann übermorgen. Ja, spätestens übermorgen war er sicher bereit, sie anzuhören. Mit diesem inbrünstigen Gebet sank sie schließlich in einen unruhigen Schlaf.
Am nächsten Morgen fand Amelia nur die Viscountess im Frühstückszimmer vor. Lady Armstrong saß am Kopfende des Tisches und nippte an ihrem Tee. Als Amelia eintrat, stellte sie die Tasse ab.
»Guten Morgen, Lady Armstrong«, grüßte Amelia höflich, allerdings angesichts ihrer Vertrautheit vielleicht eine Spur zu förmlich.
Die Viscountess musterte sie eindringlich. Auf ihrer Stirn zeigte sich eine feine Falte. »Thomas ist nach London zurückgekehrt.«
Amelia blieb wie angewurzelt stehen. Die Welt um sie herum schien in Scherben zu fallen. Ihre Augen brannten, und das Atmen strengte sie an.
»Er ist fort?«, krächzte sie.
Lady Armstrong erhob sich rasch und kam zu ihr. In ihrer Miene spiegelte sich eine Mischung aus Mitgefühl und Sorge. »Ist gestern Abend irgendetwas zwischen euch geschehen?«
Amelia war zu verwirrt, um eine Antwort geben zu können. Sie hatte mit allem Möglichen gerechnet – Schweigen, Kälte, Ärger und vielleicht sogar Zorn –, aber nicht mit seiner Abreise. Niemals.
Weil sie sich weigerte, das Haus zu verlassen, hatte er es getan. Einfach so, ohne sie vorher zu warnen. Während sie sich der Illusion hingab, er würde ihr vielleicht doch noch eine Chance geben, sich zu erklären. Aber jetzt war er fort. Gegangen in dem Moment, als sie erkannte, dass ein Leben ohne ihn für sie nicht mehr lebenswert war. Es war eine wirklich böse Ironie des Schicksals.
»Mir ist der Appetit vergangen. Wenn Sie mich bitte entschuldigen wollen, Lady Armstrong, ich möchte mich lieber auf mein Zimmer zurückziehen«, flüsterte Amelia heiser.
Die Viscountess legte ihr beruhigend die Hand auf den Arm. »Meine Liebe, sind Sie sicher, dass Sie mir nicht erzählen wollen, was …«
Amelia zog den Arm fort und schüttelte bloß unentwegt den Kopf. »Nein, nein, ich muss mich nur hinlegen. Wenn Sie mich bitte entschuldigen wollen.« Dann stürzte sie aus dem Raum, lief hinauf in ihr Schlafzimmer, um ihren Verlust ganz allein und ungestört betrauern zu können, ohne dass jemand ihre Tränen sah.
Drei Tage nach Thomas’ Abreise und Amelias’ selbst gewählter Isolation kam die Viscountess persönlich zu ihr und richtete aus, dass im Salon Besuch auf sie warte. Sie gab nicht preis, wer es war, und fügte hinzu, dass der fragliche Gentleman es so wünsche.
Als Amelia die Neuigkeit hörte, überflutete sie eine plötzliche Welle der Hoffnung, doch sie rief sich sogleich zur Ordnung. Wenn es sich um Thomas handelte, würde die Viscountess anders geredet haben.
Bloß nicht schon wieder Lord Clayborough. Nein, auch diesen Gedanken verwarf sie. Zwischen ihnen war alles klar. Der verarmte Baron mochte verbittert sein über sinnlos vergeudete Zeit und Geld, aber sie konnte sich kaum vorstellen, dass er noch einmal den Weg nach Devon auf sich nehmen würde.
Amelia betrat den Salon, ohne zu wissen, was sie erwartete. Vielleicht hatte Thomas einen seiner Freunde geschickt, um mit ihr zu sprechen. Alex oder gar James? Es war keiner von beiden. Stattdessen erblickte sie ihren Vater, und sämtliche Hoffnungen zerstoben.
Er erhob sich. »Amelia.« Sanft sprach er ihren Namen aus, beinahe ehrfürchtig, was ihm ganz und gar nicht ähnlich sah. Normalerweise benahm er sich eher kühl und geschäftsmäßig.
»Hallo, Vater.« Sie erwiderte seinen Gruß ohne die frühere Verbitterung.
Der Marquess of Bradford kam ihr mit ausgestreckten Armen entgegen. Er sah tadellos aus, war elegant gekleidet, wie es seinem Stand entsprach, nur sein Gesicht wirkte ein wenig verhärmter und älter, als sie es in Erinnerung hatte.
»Du siehst gut aus.«
Er log. Sie wusste genau, dass sie alles andere als gut aussah. Tiefe Schatten lagen unter ihren Augen, die von geweinten oder ungeweinten Tränen ganz trüb waren, und ihr blasses Gesicht spiegelte ihren Kummer.
»Bist du gekommen, um mich abzuholen?«, fragte sie wie beiläufig auf dem Weg zum Kamin.
»Möchtest du denn nach Hause?«
Amelia warf ihm einen Blick über die Schulter zu. Wann hatte ihr Vater jemals gefragt, ob sie etwas wollte? Oder überhaupt jemals etwas gefragt?
»Bleibt mir denn eine Wahl?«
»Lady Armstrong würde sich sehr freuen, wenn du bis nach dem Winterball bliebest.«
Amelia nickte dankbar und schwieg, denn sie wollte tatsächlich warten, bis Thomas nach Hause zurückkehrte.
»Gestern habe ich Armstrong getroffen.« Abrupt wechselte er das Thema. Sein ernster Tonfall ließ sie vermuten, dass es keine angenehme Begegnung sein könnte.
Amelias Herz machte zwar einen Satz, als sein Name erwähnt wurde, aber sie ließ sich Zeit mit der Antwort. »Ja, ich dachte mir schon, dass ihr euch treffen würdet.«
»Er scheint der Auffassung zu sein, dass ich dich über die Jahre zu sehr vernachlässigt habe.«
Amelia wirbelte herum und schaute ihn an. »Das hat er gesagt?«
Lord Bradford, jeder Zoll ein Aristokrat, wich kurz ihrem Blick aus, als könne er es kaum ertragen, sie direkt anzuschauen.
»Er hat irgendetwas in dieser Richtung angedeutet und mich dann zurechtgewiesen, weil ich ihm nichts von deiner Scharlacherkrankung erzählt habe.« Er hob den Blick, schaute sie an. »Und deswegen bin ich hier. Deswegen musste ich herkommen.«
Schweigend grübelte Amelia, was es wohl bedeuten mochte, dass Thomas ihren Vater zur Rede gestellt hatte. Dass ihm nach wie vor etwas an ihr lag? Sie erstickte den kleinen Hoffnungsfunken sogleich.
Seit den letzten Monaten wusste sie so einiges über Thomas Armstrong: Er konnte ein Gegner sein, den man fürchten musste, aber er hielt zugleich in unbedingter Treue zu allen, denen seine Zuneigung galt. Und er war so anständig und rechtschaffen, wie man es sich besser nicht wünschen konnte. Eine Eigenschaft, mit der zweifellos auch sein Ausbruch zusammenhing.
Alles, was er zu ihrem Vater gesagt hatte, bezog sich auf das Kind von früher. Aber würde er sich noch für die Frau einsetzen, die sie jetzt war?
Die er verabscheute?
Was erzählte ihr Vater da gerade? Amelia schrak aus ihren Gedanken auf.
»Erst, als ich an Reese schrieb, habe ich die Wahrheit über deine Krankheit erfahren. Mrs. Smith und er hatten sie vor mir verheimlicht. Weil es so kurz nach dem Tod deiner Mutter geschah. Aber eigentlich hätten sie mich gerade deswegen benachrichtigen müssen.«
Er lachte dumpf und schüttelte fassungslos den Kopf. »Sie wollten mir es erst in dem Moment mitteilen, wenn klar war, dass du es nicht schaffst. Wie konnten sie sich nur einbilden, dass ich selbst nicht tausend Tode gestorben wäre, wenn ich das geahnt hätte … Du ganz alleine ohne mich.« Bei den letzten Worten versagte seine Stimme.
Amelia hörte gebannt zu. All die Vorwürfe und Vorbehalte gegen ihren Vater waren aus diesem einen Vorfall erwachsen. Und die Saat ging auf, wurde gehegt und gepflegt, schlug Wurzeln und trieb Blüten, die das Verhältnis zu ihrem Vater vergifteten.
»Aber …« Sie konnte weder zusammenhängend denken noch sprechen.
»Man mag mir vieles nachsagen können. Das will ich gerne eingestehen. Doch ich flehe dich an, mir zu glauben, dass ich so etwas nie getan hätte. Bei einer lebensgefährlichen Krankheit nicht zu dir zu kommen! Wenn du eine Bestätigung brauchst, schreib an Reese. Er kann dir jedes Wort bestätigen, das ich gesagt habe.«
Langsam und bedächtig schüttelte Amelia den Kopf. Nein, sie musste Reese nicht schreiben, denn sie erkannte echte Verzweiflung im Blick ihres Vaters. Er tischte ihr keine Lügen auf.
»Ich glaube dir«, sagte sie sanft.
Seine Schultern hoben und senkten sich, als er einen langen, zittrigen Seufzer der Erleichterung ausstieß. Für ein paar Sekunden betrachtete er sie mit einer Zärtlichkeit, die sie noch nie an ihm gesehen hatte. Er legte ihr die Hand auf den Arm. Sie entzog sich ihm nicht, sondern empfand seine Berührung wie eine heilende Salbe auf einer lange schwärenden Wunde.
»Ein Mädchen braucht seine Mutter. Als sie starb, konnte ich dir keinerlei Ersatz bieten. Wenn ich jetzt zurückblicke, erkenne ich sehr wohl, wie selbstsüchtig ich gehandelt habe, viel zu sehr in meinem eigenen Elend gefangen. In diesem Gefängnis gab es kaum genügend Platz für mich selbst, geschweige denn für dich. Du hättest wirklich etwas Besseres verdient als mich.«
»Ich brauchte den Elternteil, der mir geblieben war. Also dich.« Jahrelang hatte Amelia es nicht wahrhaben wollen, doch jetzt reichte es mit den Selbsttäuschungen, der künstlichen Abneigung. Und mit diesem steinernen Schutzwall, den sie um sich herum errichtet hatte.
Ein einsames Lächeln spielte um seine Lippen. »Du hast mich an sie erinnert. An deine Mutter. Und das war das größte Kreuz, das ich zu tragen hatte. In den Monaten nach ihrem Tod konnte ich die Erinnerung an sie kaum ertragen. Ich wollte mich in einer Welt verlieren, in der es keinerlei Verbindungen zu unserem gemeinsamen Leben gab. Du lieber Himmel, ich weiß noch, wie du mich angeschaut hast, als würdest du erwarten, dass ich alles in Ordnung bringe. Dabei stand ich selbst kurz vor dem Wahnsinn.«
Zum ersten Mal in ihrem Leben spürte Amelia die tiefe Trauer ihres Vaters, der den Verlust seiner Ehefrau nie wirklich verarbeitet hatte. Sie begriff, dass ein Teil von ihm mit ihr gestorben und er keineswegs so kühl und unangreifbar war, wie sie immer glauben wollte. Selbst untröstlich konnte er seinem Kind keinen Trost spenden, zumal es ihn ständig schmerzlich an die Verstorbene erinnerte. Mit einem Mal war ihre Kehle wie zugeschnürt. Sie brachte kein Wort heraus, während ihr Vater fortfuhr mit seinen Selbstvorwürfen.
»Aber das ist keine Entschuldigung. Außerdem hätte ich deine Veränderung bemerken und ahnen müssen, dass mehr dahintersteckte als nur der Tod deiner Mutter. Es beschämt mich, eingestehen zu müssen, wie erleichtert ich war, dass du mir irgendwann keine Fragen mehr stelltest, keinen Trost mehr von mir erwartetest. Thomas’ bei seinen finanziellen Problemen zu helfen, das fiel mir leicht, deinen seelischen Kummer wollte ich nicht sehen. Dafür war ich schlecht gerüstet und schlecht vorbereitet.«
Thomas. Sein Name brannte ihr in den Ohren. Die Erinnerung an ihn schmerzte sie zutiefst. »Ich war immer überzeugt, dass du Thomas mehr liebst als mich.«
Ihr Vater schwieg, hob langsam die Hand und führte sie an ihre Wange. »Wenngleich ich schreckliche Fehler gemacht habe, so musst du mir trotzdem glauben, dass dies meine Liebe zu dir nicht beeinträchtigte. Ich liebe dich von ganzem Herzen und mehr als alles andere auf der Welt.« Er zog seine Tochter zu sich heran, und sie schmiegte sich in seine ausgebreiteten Arme. Es war so lange her, dass er sie auf diese Art gehalten hatte.
Nach einer Weile ließ er sie los. »Ich werde keine Anstrengung scheuen, es wiedergutzumachen. Alles.«
Amelia lächelte unsicher. »Mir wäre es lieber, einen neuen Anfang zu wagen.«
Der Marquess drückte sie kurz an sich. »Ja, du hast recht. Wir fangen noch einmal von vorne an.«
Was hätte Amelia nicht dafür gegeben, exakt diese Worte aus Thomas’ Mund zu hören.