VII.
Memento
Mori
»Komischer Name für ein Boot.
Was bedeutet er?«
Arrtrad
Stunde null
Nach den verstörenden Erlebnissen mit seinem Handy floh der unter dem Namen Lurker agierende Hacker aus der Wohnung seiner Mutter und suchte sich eine sichere Zuflucht. Diese Schilderung des Eintritts der Stunde null schöpft aus Gesprächsmitschnitten, die an Bord des schwimmenden Verstecks angefertigt wurden, das Lurker in den ersten Jahren des Neuen Krieges als Operationsbasis diente.
Cormac Wallace MIL #GHA 217
Lurker, willst du da nicht rangehen?«
Ich sehe angewidert zu Arrtrad rüber. Schaut ihn euch an: Ein fünfunddreißig Jahre alter Mann, der keine Ahnung von gar nichts hat. Die Welt geht unter. Der Tag des Jüngsten Gerichts ist da. Und Arrtrad, wie er sich in den Chats zu nennen pflegt, steht mit seinem fliehenden Kinn und ewig hüpfenden Adamsapfel auf der anderen Seite des Raumes und fragt, ob ich da nicht rangehen will.
»Weißt du nicht, was das bedeutet, Arrtrad?«, sage ich und weise kurz mit dem Kopf auf das klingelnde Handy.
»Nein, Boss. Ähm, nicht so richtig, um ehrlich zu sein.«
»Niemand ruft jemals auf diesem Handy an, du Volldepp. Niemand außer ihm. Dem Geist in der Maschine.«
Arrtrad wirft einen besorgten Blick auf das vibrierende Gerät.
»Du meinst, der ruft da gerade an?«, fragt er flüsternd.
Da habe ich nicht den geringsten Zweifel.
»Ja, genau der. Schließlich hat niemand sonst je diese Nummer herausfinden können. Meine Nummer.«
»Heißt das, er weiß, wo wir sind?«
Ich betrachte das auf dem kleinen Holztisch kreiselnde Telefon. Es ist umgeben von einem Durcheinander aus Blättern und Bleistiften. Meine unzähligen Projekte. In der guten alten Zeit hatten dieses Handy und ich viel Spaß miteinander. Haben jede Menge lustige Dummheiten zusammen gemacht. Aber wenn ich es jetzt sehe, zucke ich unwillkürlich zusammen. Die Frage, wer am anderen Ende seiner Leitung sitzt, bereitet mir schlaflose Nächte.
Draußen ist ein heulender Motor zu hören, und der Tisch neigt sich zur Seite. Ein Bleistift rollt von den Papieren und fällt mit leisem Klack zu Boden.
»Scheißmotorboote«, schimpft Arrtrad und hält sich an der Wand fest. Das Hausboot wankt noch ein wenig und kommt dann wieder zur Ruhe. Das kleine Zwölf-Meter-Bötchen ist im Grunde ein holzgetäfeltes Wohnzimmer, das schwimmen kann. Die letzten paar Monate habe ich auf dem schmalen Bett des Kahns geschlafen, während Arrtrad auf dem umbaubaren Klapptisch nächtigte und der schmerbäuchige Ofen in der Ecke für ein wenig Wärme sorgte.
Und die ganze Zeit habe ich das Handy im Auge behalten.
Das Motorboot rast weiter über die Themse, Richtung Meer. Vielleicht spielt mir meine Phantasie einen Streich, aber irgendwie habe ich das Gefühl, der Fahrer fuhr nicht aus Spaß so schnell.
Jetzt breitet sich auch in mir langsam Panik aus.
»Mach die Leinen los«, flüstere ich Arrtrad zu, während mich das bedrohliche Klingeln immer mehr beunruhigt.
Es will einfach nicht aufhören.
»Was soll ich tun?«, fragt er verwirrt. »Wir haben nicht mehr viel Benzin, Lurker. Lass uns doch erst ans Telefon gehen. Dann wissen wir, was los ist.«
Ich starre ihn ausdruckslos an. Schluckend erwidert er meinen Blick. Ich weiß aus Erfahrung, dass er in meinen grauen Augen nichts erkennen kann. Keine Gefühle, die ihm über meine Absichten Auskunft geben könnten. Keine Schwäche. Er hat so viel Angst vor mir, weil ich so unberechenbar bin.
Kleinlaut fragt er: »Soll ich rangehen?«
Mit zitternden Fingern nimmt er das Handy vom Tisch. Mildes Herbstlicht scheint durch die Fenster und verwandelt seinen flaumartigen Haarkranz in einen Heiligenschein. Ich darf diesem Schwächling nicht das Kommando überlassen. Ich muss meiner Crew zeigen, wer der Boss ist. Auch wenn meine Crew nur aus einer einzigen Person besteht.
»Gib das her«, murmle ich und nehme ihm das Handy weg. Wie von selbst drückt mein Daumen die Annahmetaste.
»Hier spricht Lurker«, knurre ich. »Und du solltest dich besser in Acht nehmen, Kumpel …«
Eine Bandansage unterbricht mich. Ich halte das Telefon von meinem Ohr weg. Die blecherne weibliche Computerstimme ist so laut, dass sie leicht die ans Ufer schwappenden Wellen draußen übertönt.
»Achtung, an alle Bürger. Dies ist eine Nachricht des örtlichen Katastrophenalarm-Systems. Dies ist keine Übung. Da es im Zentrum Londons zum Austritt gefährlicher chemischer Substanzen kam, werden alle Bürger aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen. Nehmen Sie auch Ihre Haustiere mit. Verschließen Sie alle Türen und Fenster, und schalten Sie sämtliche Belüftungssysteme aus. Bitte warten Sie auf Hilfe, die bald bei Ihnen sein wird. Beachten Sie, dass aufgrund der Art des Unfalls möglicherweise unbemannte Systeme zu Ihrer Rettung eingesetzt werden. Bis Unterstützung eintrifft, schalten Sie bitte das Radio an, falls weitere Durchsagen gemacht werden. Danke für Ihre Mitarbeit. Piep. Achtung, an alle Bürger. Dies ist eine Nachricht des örtlichen …«
Klick.
»Mach endlich die Leinen los, Arrtrad.«
»Es ist ein Chemieunfall, Lurker. Wir sollten die Fenster zumachen und …«
»Mach die Leinen los, du verdammter Depp!«
Ich schreie Arrtrad die Worte mitten in sein dämliches Wieselgesicht, so dass ihm winzige Spuckefetzen an die Stirn fliegen. Draußen wirkt London normal. Dann bemerke ich eine dünne Rauchsäule. Sie ist nicht besonders groß, passt aber nicht ins Bild. Unheimlich.
Als ich mich umdrehe, wischt Arrtrad sich maulend die Stirn ab, geht jedoch brav zur vorderen Tür des Hausboots.
Unser Anlegesteg ist uralt und halb verrottet. Wir sind an drei Stellen fest damit vertäut, und ohne die Taue zu lösen, kommen wir hier nicht weg.
Und an diesem speziellen Nachmittag habe ich’s zufällig ziemlich eilig, hier wegzukommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Ende aller Tage gekommen ist, versteht ihr. Die Scheißapokalypse bricht über uns herein, und ich sitze hier mit diesem Dummbeutel und bin an einem abbruchreifen Holzgerüst festgemacht.
Da wir das Hausboot nie auch nur einen Zentimeter bewegt haben, weiß ich nicht mal, ob der Motor überhaupt funktioniert.
Wenigstens steckt der Schlüssel in der Zündung. Ich gehe nach vorne zur Navigationszentrale. Ich öffne das vordere Fenster, und sofort schlägt mir der Geruch des schlammbraunen Wassers entgegen. Kurz lasse ich meine schweißfeuchten Hände auf dem aus Holzimitat gefertigten Steuerrad ruhen, bevor ich, ohne hinzusehen, nach unten greife und schnell den Schlüssel umdrehe.
Ka-wrr.
Stotternd springt der Motor an. Gleich beim ersten Versuch. Durch das hintere Fenster kann ich bläulichen Qualm aufsteigen sehen. Arrtrad hockt auf dem rechten, direkt am Steg gelegenen Teil des Bootes und macht gerade das zweite Tau los. Steuerbord, sagt man wohl auf Seemännisch.
»Memento mori«, ruft Arrtrad keuchend. »Komischer Name für ein Boot. Was bedeutet er?«
Ich beachte ihn nicht. Über seiner beginnenden Glatze fällt mir mit einem Mal ein Objekt in der Ferne auf: ein silbernes Auto.
Eigentlich sieht das Auto ganz normal aus, nur irgendwas an seiner Fahrweise stimmt nicht. Der Wagen rast die Straße zu unserem Anlegeplatz entlang, als sei das Lenkrad fest in einer Position eingerastet. Kann es Zufall sein, dass er genau auf unseren Steg zusteuert?
»Schneller!«, rufe ich und klopfe mit der Faust gegen das Fenster.
Arrtrad steht auf und stemmt die Hände in die Hüften. Sein rotes Gesicht glänzt vor Schweiß. »Die hat schon lange niemand mehr losgemacht, okay? Das geht nicht so hoppladi …«
Beinah mit Vollgas fährt das silberne Auto am Ende der Straße über den Bordstein und landet krachend auf dem Parkplatz des Anlegeplatzes. Irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht.
»Beeil dich, um Himmels willen! MACH SCHON!«
Schließlich hat die Fassade doch einen Riss bekommen. Meine Panik ist nun deutlich spürbar. Verwirrt hastet Arrtrad zum hinteren Teil des Boots. Dort geht er auf die Knie und beginnt, hektisch an dem letzten alten Tau rumzufingern.
Links von mir befindet sich offenes Wasser. Rechts ein brüchiger Holzsteg sowie ein zwei Tonnen schweres Metallgeschoss, das mit Vollgas auf mich zuhält. Wenn ich dieses Boot nicht sofort bewege, parkt gleich ein Auto darauf.
Ich sehe zu, wie der Wagen über den weitläufigen Parkplatz holpert. Mein Kopf fühlt sich an wie mit Watte gefüllt. Der laufende Motor bringt das Steuerrad dermaßen zum Vibrieren, dass meine Hände schon ganz taub sind. Mein Herz schlägt wie wild.
Da fällt mir etwas ein.
Ich nehme schnell das Handy vom Tisch, hole die SIM-Karte raus und werfe den Rest ins Wasser. Es macht leise plopp – und ich habe das Gefühl, dass damit das Fadenkreuz, das die ganze Zeit unsichtbar auf mir ruhte, verschwunden ist.
Immer mal wieder schiebt sich Arrtrads Kopf in mein Blickfeld, während er das letzte Tau abwickelt. Er sieht das silberne Auto nicht, das über den leeren Parkplatz rast und dabei Müll aufwirbelt. Sein Kurs hat sich um keinen Millimeter verändert. Die Plastikstoßstange schlägt auf und fliegt zur Seite, als der Wagen über den Bordstein holpert und auf den Steg auffährt.
Mein Handy ist weg, aber es ist bereits zu spät. Der Teufel hat mich gefunden.
Ratternd zittern die Reifen über das brüchige Holz. Arrtrad hebt beunruhigt den Kopf. Er steht immer noch gebückt hinten im Boot, die Hände mit grünem Schleim von dem alten Tau bedeckt.
»Schau nicht hin, beeil dich einfach!«, rufe ich ihm zu.
Ich packe den Gashebel. Mit dem Daumen drücke ich auf den kleinen Knopf in der Mitte und ziehe den Hebel dann ein winziges Stück nach hinten, in den Rückwärtsgang. Ich lasse den Motor jedoch weiter im Leerlauf und gebe kein Gas. Noch nicht.
Vierzig Meter.
Ich könnte vom Boot springen. Aber wo soll ich hin? Hier habe ich meine Lebensmittel. Meinen Wasservorrat. Meinen Dummbeutel.
Dreißig Meter.
Das ist das Ende der Welt, Kumpel.
Zwanzig Meter.
Zum Teufel damit. Leinen los oder nicht – ich ziehe den Gashebel nach hinten, und wir machen einen Satz rückwärts. Arrtrad ruft irgendwas Unverständliches. Mit einem leisem Klack fällt ein weiterer Bleistift zu Boden, gefolgt von Tellern, Papierstapeln und Kaffeetassen. Der säuberlich aufgeschichtete Stapel Brennholz neben dem Ofen kippt um.
Zehn Meter.
Der Motor röhrt. Der zerschrammte silberne Wagen blitzt in der Sonne auf, als er vom Ende des Stegs in die Höhe katapultiert wird. Einen unendlich wirkenden Augenblick fliegt er durch die Luft – und kracht nur zwei Meter vom Bug entfernt in den Fluss. Ein kalter Schwall Wasser spritzt durchs Fenster und trifft mich mitten in meine verdammte Fresse.
Es ist vorbei.
Ich nehme Fahrt weg, lasse das Boot aber im Rückwärtsgang. Dann eile ich zum Bug. Arrtrad stellt sich mit aschfahlem Gesicht neben mich. Während wir uns langsam im Rückwärtsgang vom Ende der Welt entfernen, sehen wir zu, wie der Wagen im Fluss versinkt.
Er ist schon halb unter Wasser. Ein Mann liegt zusammengesunken über dem Lenkrad. Sein Kopf hat ein blutrotes Spinnennetz aus Rissen in der Windschutzscheibe hinterlassen. Neben ihm liegt eine Frau mit langen Haaren leblos im Beifahrersitz.
Und dann sehe ich etwas, was ich auf keinen Fall sehen wollte. Was ich nie und nimmer sehen wollte. Ein Anblick, der sich in meine Seele bohrt wie ein Eissplitter, der niemals schmelzen wird.
Am hinteren Fenster. Zwei blasse kleine Hände an der Scheibe. Die Handflächen kalkweiß. Sie drücken gegen das Fenster.
Drücken mit aller Kraft.
Und da schwappt das braune Wasser über dem silbernen Dach zusammen.
Arrtrad fällt auf die Knie.
»Nein«, ruft er. »Nein!«
Der linkische Kerl bedeckt sein Gesicht mit den Händen. Sein Körper wird von mächtigen Schluchzern geschüttelt. Rotze und Tränen strömen aus seinem seltsamen Vogelgesicht.
Ich ziehe mich in den Eingang der Kabine zurück, lasse mich vom Türrahmen stützen. Ich kann nicht genau sagen, wie ich mich fühle. Nur anders. Irgendwas ist mit mir passiert.
Mir fällt auf, dass die Dämmerung bereits hereinbricht. Über der Stadt steigt Rauch auf. Mir kommt ein eigentlich recht naheliegender Gedanke. Wir sollten hier verschwinden, bevor noch etwas Schlimmeres auftaucht.
Arrtrad packt mich am Arm und schaut schluchzend zu mir auf. Seine Hände sind mit Tränen, Flusswasser und Schleim von den Tauen benetzt. »Wusstest du, dass das passieren würde?«
»Hör auf zu weinen«, fahre ich ihn an.
»Warum hast du niemandem was gesagt? Was ist mit deiner Mutter?«
»Was soll mit ihr sein?«
»Du hast nicht mal deiner Mutter was gesagt?«
»Sie kommt schon irgendwie durch. Sie ist sicher okay.«
»Nein, das ist sie nicht. Nichts ist okay. Du bist erst siebzehn. Aber ich habe Kinder. Zwei Kinder. Was, wenn ihnen was passiert ist?«
»Wieso habe ich sie noch nie kennengelernt?«
»Weil sie bei meiner Ex sind. Aber ich hätte sie warnen können. Ich hätte ihnen sagen können, was auf uns zukommt. Da draußen sterben Leute. Sie sterben, Lurker. Das war eine Familie. Da war ein verfluchtes Kind in dem Wagen. Ein kleines Kind, mein Gott. Was ist nur los mit dir, Mann?«
»Nichts ist los mit mir. Hör jetzt auf zu flennen. Gehört alles zum Plan, verstehst du? Wenn du ein bisschen Hirn hättest, würdest du’s kapieren. Aber das hast du ja nicht. Also hör mir zu.«
»Ja, aber …«
»Hör mir zu, und alles wird gut. Wir werden den Leuten da draußen helfen. Und wir werden deine Kinder finden.«
»Das ist unmöglich …«
Ich sehe ihn kühl an. Langsam werde ich wütend. Ein wenig vom alten Feuer flammt wieder in mir auf und vertreibt die Taubheit. »Habe ich dir nicht verboten, das zu sagen?«
»Tut mir leid, Lurker.«
»Nichts ist unmöglich.«
»Aber wie sollen wir das schaffen? Wie sollen wir meine Kinder finden?«
»Es gibt einen Grund, warum wir noch leben, Arrtrad. Dieses Monster. Dieses Ding. Es hat seine Karten auf den Tisch gelegt, verstehst du? Es benutzt Roboter, um Menschen zu töten. Doch jetzt wissen wir Bescheid. Wir können helfen. Wir werden die armen Schäfchen da draußen retten. Wir werden sie retten, und sie werden uns dafür dankbar sein. Sie werden uns dafür anbeten. Dich und mich. Wir werden zwei ganz große Nummern. Gehört alles zum Plan, Kumpel.«
Arrtrad lässt mich los und sieht zur Seite. Offensichtlich glaubt er mir kein Wort, aber irgendwas scheint ihn zu beschäftigen.
»Was?«, frage ich. »Was ist los? Sag schon.«
»Na ja. Ich will dir ja nicht zu nahe treten. Aber wie ein echter Helfertyp hast du eigentlich nie auf mich gewirkt, Lurker. Versteh mich jetzt nicht falsch, aber …«
Und er hat recht, nicht wahr? Ich habe mir nie viele Gedanken über andere Menschen gemacht. Oder überhaupt irgendwelche Gedanken. Aber diese blassen Hände an der Scheibe. Sie gehen mir nicht aus dem Kopf. Und ich habe das Gefühl, daran wird sich auch so schnell nichts ändern.
»Ja, ich weiß«, erwidere ich. »Aber glaub mir, so ein mieser Kerl bin ich in Wirklichkeit gar nicht. Gehört alles zum Plan, Arrtrad. Du musst Vertrauen haben. Dann wirst du schon sehen. Wir haben überlebt. Dafür muss es einen Grund geben. Wir haben jetzt ein Ziel, wir beide. Jetzt heißt es: wir gegen dieses Ding. Und wir werden uns rächen. Also steh auf und mach dich zum Kampf bereit.«
Ich strecke ihm die Hand hin.
»Meinst du das ernst?«, fragt er.
Er glaubt mir immer noch nicht ganz. Ich dagegen fange tatsächlich langsam an, mir zu glauben. Ich packe seine Hand und ziehe ihn auf die Füße.
»Ja, Kumpel. Stell dir doch bloß mal vor, wie das wird. Du und ich gegen den Teufel persönlich. Bis zum Tod. Bis zum bitteren Ende. Und eines Tages werden wir dafür in den Geschichtsbüchern stehen. Darauf gebe ich dir mein Wort.«
Offenbar war das der Wendepunkt in Lurkers Leben. Als der Neue Krieg ausbrach und die Lage ernst wurde, hat er anscheinend alle kindischen Dummheiten hinter sich gelassen und angefangen, sich wie ein Mitglied der menschlichen Rasse zu benehmen. Dass er seine angeborene Arroganz und Eitelkeit nicht ablegen konnte, zeigen die weiteren Aufzeichnungen. Doch seine atemberaubende Selbstsüchtigkeit scheint zusammen mit dem silbernen Auto in der Themse verschwunden zu sein.
Cormac Wallace MIL #GHA 217