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Seit wann kommt der Knochen zum Hund?
Pfingsten ist in Sicht. Wieder so ein Fest mit einem Geschmäckle. Der Gärtner vom Hotel fährt mit seinem Aufsitzrasenmäher über meinen Naturgarten. Chris weigert sich, Geld für diesen Dienst anzunehmen.
»Bitte verbuche es unter Freundschaftsdienst. So gesehen, bin ich dir noch eine Menge schuldig.«
Er schuldet mir nichts. Ich genieße die Zeit mit Anja. Anders sind die Gedanken an Martin nicht zu ertragen. Ich weiß nicht, ob er mich betrügt. Doch mein Bauch warnt mich. Immer wieder rebelliert er und zwingt mich, das leckere Essen, das ich gerade zu mir genommen habe, gleich wieder ins Klo zu spucken.
»Hast du vor, irgendwann mal wieder nach Hause zu kommen?«, fragt er mich tatsächlich abends am Telefon.
»Ich hatte eher auf deinen Besuch gehofft. Es scheint dich ja brennend zu interessieren, wie es hier geworden ist.«, gebe ich maulig zurück.
»Du hast mir doch Bilder geschickt.«
Hurra. Es lebe das digitale Zeitalter. Allerdings gehöre ich einer Generation an, der Life Erlebnisse wichtiger sind. Ich mache eine lange Pause und schnaufe laut durchs Telefon.
»Du stellst meine Geduld auf ein harte Probe, Lotte. Natürlich hatte ich Verständnis, dass du für Anja da sein wolltest. Ich habe dir auch alle Freiheiten für das Haus im Süden gelassen. Jetzt übernimmst du auch noch eine Mutterschaftsvertretung für Nicole. Wie lange? Bis das Kind zur Schule kommt? Sag mir bitte, worauf darf ich mich einstellen?«
»Was willst du von mir?«
»Was ich von dir will? Ich will, dass du endlich nach Hause kommst. Ich vermisse dich und ich bin einsam.« Ja, genau. Das habe ich gesehen. Kein Appetit mehr auf Sushi? Zur Abwechslung mal wieder Hausmannskost? Ohne mich, mein Lieber.
»Wir sehen uns Pfingsten. Es sei denn, es steht wieder eine wichtige Besprechung an. Und sollte es wieder nicht klappen, dann kann ich dir ja ein Foto von mir schicken. Das scheint dir ja zu genügen.« Ohne ihn zu sehen, weiß ich, dass er jetzt die Brauen hochzieht und einen Schmollmund zieht. Am liebsten würde er ohne Gruß auflegen. Aber er ringt sich noch zu einem kurzen
»Gute Nacht« durch.
Ich kann nicht schlafen und heule die halbe Nacht in mein Kissen. Jackson leckt mein Gesicht ab. Entgegen aller Vorsätze lasse ich ihn bei mir Bett schlafen.
»Nur so lange bis er stubenrein ist«, erkläre ich Anja die Anwesenheit meines Bettgenossen. Genauso hatte ich es damals mit Kurt auch gemacht. Danach zog er in seinen Korb um und mein Bett war für alle Zeit tabu.
»Wer ist Jackson?«, fragt Martin mich aufgebracht am Telefon. Er hat bereits dreimal im Hotel angerufen und ihm wurde gesagt, dass ich mit Jackson im Garten wäre.
»Es sollte eigentlich eine Überraschung für dich sein. Er ist unser neuer Hund. Ein kleines Baby. Pechschwarz und unheimlich niedlich.«
»Jetzt verstehe ich die dummen Bemerkungen unserer Mitarbeiter. Das hast du auf Facebook gemeint?«
»Nett, dass du nach drei Wochen nachfragst. Warst wohl sehr beschäftigt?«
»Ich habe es für einen Witz gehalten. Schließlich weiß ich doch, dass du......«
»Dass ich was? Dass ich keine Kinder mehr bekommen kann?«
»Dass du mal wieder einen Scherz gemacht hast. Mittlerweile kenne ich doch deinen schrägen Humor. Lotte, hör zu, ich habe mich um einen Liegeplatz für das Boot gekümmert. In Port Cogolin hat es geklappt. Ich habe dir schon eine Mail geschickt. Wenn das Wetter es zulässt, holen wir das Boot an Pfingsten ab. Okay?«
Ja, lass uns segeln. Dann werde ich dir die Fragen stellen, die mir seit Wochen unter den Nägeln brennen. Und du wirst mir nicht ausweichen und mir die Wahrheit sagen.
»Nur noch zwei Wochen, Liebling. Dann haben wir uns endlich wieder.«
»Martin? Ich...vermisse... dich ...wirklich.«
»Wow. Kannst du das bitte noch einmal wiederholen?
»Du hast mich schon verstanden.«
Zimmerwechsel. Anja kümmert sich um die Bettwäsche und ich mich um die Gäste. Diese Arbeitsteilung habe ich meinen besseren Französisch Kenntnissen zu verdanken. Chris und Nicole machen bereits die dritte Woche nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus in Familie. Es gibt keinerlei Anzeichen, wann sie beabsichtigen, zur Arbeit zurückzukehren. Sind sie wirklich nur Traumtänzer oder einfach nur abgebrüht?
»Pfingsten bin ich weg«, sagt Anja. Natürlich braucht Gerald ihre Hilfe in der Alten Mühle. Und auch ich habe keinen dauerhaften Job gesucht.
»Miller. Jonathan
Miller«, stellt sich ein einzelner Herr an der Rezeption
vor.
»Sie dürfen gern Deutsch mit
mir sprechen«, enttarne ich den neuen Gast. »Miller oder doch
Müller?«, lache ich ihn an. Er grinst zurück und wiederholt seinen
Namen.
»Nein, schöne Frau. Ich heiße
wirklich Jonathan Miller.«
»Sie haben Glück. Für Sie ist
die Lavendel Suite reserviert. Nach meinem Geschmack ist es die
schönste Suite im ganzen Haus. Herzlich Willkommen und einen
angenehmen Aufenthalt.«
»Jackson« rufe ich durch den Garten und
entdecke ihn mal wieder bei Gästen, wie er sie am Tisch
anbettelt.
»Entschuldigung, Herr Miller.
Jackson ist noch ein Baby und gehorcht mir noch nicht. Ich hoffe,
Sie fühlten sich nicht belästigt.« Wieder empfange ich sein
freundliches Grinsen.
»Dieser sympathische Bursche
gehört zu Ihnen? Darf ich sagen, dass Sie beide ein schönes Paar
abgeben?«
Upps? War das ein Kompliment? Wow. Lange
keins bekommen und trotzdem nicht rot geworden. Und dann auch noch
von so einem Jüngling. Älter als mein Sohn Julian aber deutlich
jünger als Martin, der Treulose.
»Sie arbeiten? Bei diesem
schönen Wetter sollten Sie den Tag besser genießen«, sage ich, als
mein Blick auf sein Notebook fällt. »Gehören Sie etwa auch der
unverbesserlichen Spezies an, die im Urlaub nicht abschalten
kann?«
»Ich bin zum Arbeiten hier. Die
Hoffnung, dass der Süden mir hilft, meine Schreibblockade zu lösen,
war leider nur Wunschdenken.«
»Sie sind Schriftsteller? Was
schreiben Sie?«
»Zur Zeit an einem
zeitgenössischen Roman über die Freundschaft dreier Frauen. Aber
ich komme einfach nicht weiter.«
»Vielleicht liegt es daran,
dass drei Frauen niemals gleich eng befreundet sein können. Schon
mal vom dritten Rad am Wagen gehört?«, lache ich und räume seinen
Tisch ab.
»Noch einen Kaffee?« Miller
nickt und ich rufe Jackson zu mir.
Miller ist bestimmt zehn Jahre jünger als
ich, aber ich spüre sofort, dass er einer neuen Generation
angehört. Ja, er ist charmant und teuflisch gut aussehend. Und
dabei frech zugleich. Er duzt mich und findet, dass sich Leute in
unserem Alter nicht mit Förmlichkeiten aufhalten sollten. Er ist
mit seiner Unterkunft nicht zufrieden. Der Service ist brillant,
gibt er zu, und meint damit mich persönlich, allerdings hätte sein
Verlag ihm auch gern eine Unterkunft in der Nähe vom Meer besorgen
können.
»Sonst hätte ich auch in meinem
Garten in Frankfurt weiter schreiben können. Keine Ahnung, wie ich
hier die Geschichte in zwei Wochen beenden soll. Nichts fällt mir
ein. Rein gar nichts.«
»Die offene See würde dir also
Inspiration bringen? Dann komme mit mir nach Bandol. Wir holen die
Yacht meines Mannes ab und segeln sie hierher zu unserem neuen
Liegeplatz. So schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Du
bekommst den Kopf frei und Martin kann gleich von hier aus in
See stechen. Kannst du segeln? Oder wenigstens schwimmen?« Wieder
lachen mich seine unverschämt glühenden Augen an.
»Ich habe Seepferdchen.
Brauchst du Beweise? Dann rufe ich meine Mutti an und bitte sie,
mir meine Badehose mit dem Abzeichen zu schicken.«
Ich glaube ihm auch so. Können diese Augen
lügen?
Er bittet mich, ihm mehr von mir zu
erzählen. Auf keinen Fall. Schließlich will ich meine
Lebensgeschichte nicht in einem Schundroman von Jonathan Miller
lesen wollen.
»Einige meiner Bücher
wurden bereits verfilmt«, prahlt er. Ach du meine Güte. Ich sehe
mich schon in den Fernseher starren und erkenne die ehemals füllige
und durch Wheight Watchers erschlankte Christine Neubauer, die die
Rolle der Charlotte Talbach spielt. Mir fällt gerade keine andere
deutsche Filmproduktion ein, in der sie nicht die Hauptrolle
spielt. Ich sehe, wie sie Marmelade kocht und in ihrer immer
gleichen Art zu blicken zu den Nebendarstellern spricht. Allerdings
redet sie nicht wie ich, sondern sie krächzt in ihrer heiseren,
dünnen Stimmlage. Vielleicht sollte sie mal eine Drehpause einlegen
und ihre Stimmbänder schonen und anderen talentierten
Schauspielerinnen den Vorzug lassen. Ich will auf keinen Fall von
Christine Neubauer dargestellt werden und ich weigere mich,
Jonathan meine Lebensgeschichte zu erzählen. Auch wenn sie noch so
filmreif ist.
Wir fahren mit dem Bus nach Bandol. Das ist
auch für mich eine Premiere, wenn auch ohne Sushi. Jon, wie ich ihn
nenne, hat eine Thermoskanne dabei. Ich eine Flasche Wasser. Sein
Heißgetränk ist mit Cognac gemischt. Ich schätze nach dem ersten
Schluck auf 50:50.
»Ich muss noch ans Steuer!«,
lache ich zu ihm herüber.
»Spaßbremse«, nennt er mich,
nachdem ich seine Mischung mit meinem Wasser
verdünne.
»Das ist dein Boot? Du hast ja
schamlos untertrieben, Lotte. Das ist eine fette Yacht. Du scheinst
ja richtig viel Schotter zu haben.«
»Sie gehört meinem Mann. Nicht
mir!«
»Sag bloß du gehörst der
Minderheit von Frauen an, die ihren reichen Knacker nur aus reiner
Liebe geheiratet haben? Wie alt ist er? Besteht Hoffnung, dass du
ihn bald beerbst?«
»Ich muss dich auf ganzer Linie
enttäuschen. Martin und ich sind nicht verheiratet, wir beide sind
im selben Alter und beerben werde ich ihn auch
nicht.«
»Schade, Lotte. Damit bist du
raus aus dem Rennen. Dann kann ich dir leider nur Freundschaft
anbieten.« Schon wieder muss ich über ihn lachen.
»Statt nach reichen Witwen
Ausschau zu halten, solltest du dich besser um dein Buch kümmern.
Wann genau musst du es abgeben?«
»Anja meint, ich sollte besser
eine Geschichte über Männerfreundschaften schreiben, weil ich von
Frauen null Ahnung habe.« Ja, das klingt nach meiner Freundin.
Unverblümt und erschreckend direkt.
»Sie durfte dein Manuskript
lesen?« Jon nickt und streckt seinen Kopf mit geschlossenen Augen
in die Sonne. Er atmet die frische Seeluft tief ein und
aus.
Seinen Wunsch, der Segeltrip möge nie enden,
kann ich ihm nicht erfüllen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit
erreichen wir endlich den Hafen. Es ist schon fast acht Uhr, als
wir die Yacht an ihrem neuen Liegeplatz festmachen. Zu spät für ein
Abendessen im Hotel.
»Aber nicht zu spät für ein
Glas Wein und ein Stück Käse auf meiner Terrasse.«
Wir nehmen ein Taxi vom Hafen und lassen uns
zum Hotel fahren. Mit Jackson und dem Manuskript in der Hand machen
wir uns auf den Weg zum Haus. Es ist stockdunkel und ich ärgere
mich, dass ich keine Taschenlampe dabei habe. Vorsichtig tasten wir
uns vor, bis uns der Schein meiner Außenlaterne die Richtung
weist.
»Hast du gar keine Angst hier
allein im Haus?«
»Nö, wer sollte mir alten
Schachtel schon was tun?«
»Es gibt viele Männer, die
stehen auf antik. Ich gehöre auch dazu.«
»Antik?«, lache ich laut aus.
»Beschreibst du deine Protagonistinnen in deinem Buch etwa auf die
gleiche Art und Weise? Dann wundert mich Anjas vernichtendes Urteil
wirklich nicht.«
»Doch, genau so! Selma ist der
Typ Jugendstil, Carol der Typ Renaissance und Vicky der
Typ Rokoko.«
»Und was für ein Typ bin ich in
deinen Augen?«
»Eindeutig klassische Moderne.«
Während ich noch überlege, ob das gut oder
schlecht ist, wandert Jon durch den Wohnbereich.
»Verdammt nett hast du es
hier.«
»Rot oder weiß zum
Käse?«
»Lieber Weißwein. Von Rotwein
werde ich immer gleich müde. Oder willst du mich hier übernachten
lassen?« Jetzt wird er zu frech.
»Auf dich wartet ein Bett im
Lavendelzimmer. Also fang endlich an zu lesen. Ich bin gespannt.«
Ständig muss ich kichern. Sein Schreibstil ist genauso unverschämt
und amüsant, wie er selbst. So langsam wird mir kalt und ich bitte
ihn, nachzuschenken, während ich mir eine Strickjacke aus dem
Schlafzimmer hole. Ich öffne die Tür, knipse das Licht an und gehe
zielgerichtet zum Schrank, als mich eine Stimme zu Tode
erschreckt.
»Amüsierst du dich
gut?«
»Martin? Willst du mich
umbringen? Warum versteckst du dich hier im Schlafzimmer?« Mein
Herz rast noch immer und klopft laut in meinem
Hals.
»Wann bist du gekommen? Weshalb
hast du nicht Bescheid gesagt? Wieso jagst du mir einen solchen
Schrecken ein? Warum versteckst du dich hier?«
»Das waren viele Fragen mit W.
Ich habe auch zwei Fragen an dich. Wer ist das und was hat er hier
zu suchen?«, brüllt er mich an.
»Das ist Jon Miller. Ein
Hotelgast. Er hat heute das Boot mit mir aus Bandol abgeholt. Komm
mit raus. Ich stelle euch vor.«
»Du wirst hinaus gehen und
diesen Kerl zurück in seine Lavendel Suite schicken. Und zwar jetzt
sofort, wenn du nicht willst, dass ich ihn vor die Tür setze.« Sein
eiskalter Blick macht mir auf der Stelle klar, dass es besser ist,
meinen Gast zu verabschieden, bevor es noch zum peinlichen Knall
kommt. Ich nehme meine Taschenlampe aus der Küche und gehe zurück
auf die Terrasse.
»Es ist besser, wenn du jetzt
gehst. Mein Mann ist gekommen und wir haben uns lange nicht
gesehen. Komm gut zurück. Wir sehen uns.
Taschenlampe?«
Ich nehme Jackson auf den Arm und atme
einmal tief durch.
Zurück im Haus treffe ich Martin im
Wohnzimmer an. Sein Blick ist noch immer düster. Erst als ich sage
»Darf ich vorstellen, Jackson. Das ist dein Herrchen. Eigentlich
schaut er nicht immer so böse drein. Aber sollte er sich
entschließen, mich endlich zu begrüßen und mich nach wochenlanger
Trennung mal wieder zu küssen, dann wirst du merken, dass er ein
ganz Lieber ist.«
Ich lasse den Hund aus meinen Armen springen
und er läuft schwanzwedelnd auf Martin zu. Er bückt sich und
streichelt sein weiches Fell.
»Er ist echt süß. Aber nun zu
dir...!«
»Ja, ich weiß. Ich bin auch süß
und ich freue mich riesig, dich zu sehen. Kriege ich endlich einen
Kuss?« Scheinbar kann er dem Blick der »antiken« Frau nicht
widerstehen und erspart mir vorläufig seine
Predigt.
»Und? Wie findest du es?
Gefällt es dir?«
Martin nickt nur stumm und schaut traurig
auf den Boden. Ob ich überhaupt eine Vorstellung habe, wie er sich
fühlt, wenn er mich mit einem anderen Mann überrascht. Wenn er mich
laut lachend und höchst amüsiert in inniger Zweisamkeit mit einem
Fremden antrifft? Ja, ich habe eine genaue Vorstellung davon, wie
sich das anfühlt.
»Ich habe ihn nicht mit Sushi
gefüttert. Nein, ich saß auch nicht vor ihm auf dem Tisch und habe
meine Beine für ihn in Position gebracht und ihm meinen Schalk im
Nacken gezeigt. Ob ich weiß, wie es sich anfühlt. Oh ja, Martin.
Ich weiß es ganz genau.«
»Wovon sprichst
du?«
»Davon wie ich mich gefühlt
habe, als ich dich und deine Julia abends bei der Fütterung
beobachtet habe.«
»Wann?«
»Als du angeblich an einer
außerordentlichen Gesellschafterversammlung teilnehmen
musstest.«
»Du warst in
Hamburg?«
»Ja, da staunst du! Deine ganze
Heuchelei von Sehnsucht und Einsamkeit. Ich hab gesehen, wie gut
dir zu Mute war. Ohne mich! Wenn du mich tatsächlich vermisst
hättest, dann wärst du spätestens Ostern gekommen. Wenn auch nur
für einen Tag.«
»Du meinst, du brauchst den
Spieß einfach nur umzudrehen und schon bist du im Recht? So nicht,
Lotte. Das Haus war längst fertig und du bist geblieben. Erst Anja.
Jetzt Christopher und Nicole. Du kümmerst dich um jeden, nur nicht
um mich. Ich bin der Idiot, der dir deine Wünsche finanziert. Nicht
genug, dass ich das Haus bezahle. Du bist auch noch so unverschämt
und nimmst mein Boot für deine Ausflüge mit deinem Möchtegern
Hemingway!«
»Dein Boot? Dein
Haus?«
»Du weißt, was ich meine! Ich
will von dir wissen, was ich für dich bin!« Er schreit. Er schreit
mich tatsächlich an.
»Du bist tatsächlich ein Idiot,
wenn du nicht weißt, was du mir bedeutest. Aber ich verstehe. Dein
Boot liegt im Hafen. Ich werde es nie wieder betreten. Und morgen
reise ich zurück nach Hamburg. Ich werde eine Hypothek auf meine
Haushälfte aufnehmen und dich auszahlen. Nie wieder werde ich mir
von dir sagen lassen, dass du mir meine Wünsche finanzierst. Frohe
Pfingsten, Seibert. Genieße dein Ferienhaus, solange es dir noch
gehört! Komm Jackson, es geht ins Bett.«