BEATE CRAMER
Die Unersättliche
Ich war neunzehn Jahre alt und hatte hier meine erste Stellung in einem Atelier für Innendekoration gefunden.
Zwei Männer aus unserem Betrieb brachten einen großen Spiegel und stellten ihn vor mir an die Wand. »Wir sollen die Kristallspiegel ins Büro stellen, damit nichts damit passiert, meine Schöne«, sagte der eine.
Dann brachten sie einen zweiten Spiegel. »Nun können Sie von allen Seiten sehen, wie schön Sie sind«, sagte derselbe, der mich schon vorher angeredet hatte.
»Bin ich denn schön?«, fragte ich und lachte ihm zu.
»Wenn Sie heute Abend mit mir ausgehen, dann sag ich es Ihnen!«
»Verdirb mir die Kleine nicht! Die ist doch viel zu jung«, meinte der andere.
»Na, nichts für ungut! Es ist Feierabend, machen Sie doch auch Schluss.«
Im Spiegel sah ich, wie sie weggingen. Ich merkte auch, dass meine Kolleginnen zusammenpackten und schnell verschwanden.
Nun war ich fast allein im Büro, schräg hinter mir arbeitete nur noch der Entwurfzeichner. Er saß halb mit dem Rücken zu mir, und ich konnte ihn in den Spiegeln einmal von hinten und einmal im Profil sehen. Ich betrachtete auch mich und war ganz zufrieden mit mir; dass der Mann mit den Muskeln sich für mich interessiert hatte, schmeichelte mir. Aber ich musste noch arbeiten.
Nach einiger Zeit hörte ich die Tür gehen und blickte auf. Im Spiegel sah ich die Dekorateurin auf mich zukommen, die von allen Mimi genannt wurde. Sie hatte langes blondes Haar, das offen und unordentlich über ihre Schultern fiel, trug einen weißen Malerkittel und ging wie immer barfuß.
Ich hörte sie mit dem Entwurfzeichner sprechen, aber die Worte drangen nicht in mein Bewusstsein. Erst als ich eine Seite beendet hatte und ein neues Blatt in die Maschine spannte, nahm ich auf, was sie sagten. Ich sah, dass beide Spiegel, die im rechten Winkel in der Zimmerecke aufgestellt waren, ihre Bilder gegenseitig reflektierten, sodass ich in jedem Spiegel mein Bild und das der beiden hinter mir erblickte.
Mimi saß auf dem Tisch des Entwurfzeichners. Ihr rechtes Bein ruhte auf einem Hocker, auf dem Zeichnungen abgelegt waren. Ihr linker nackter Fuß stand auf seinem linken Oberschenkel, und ich sah, wie sich dieser Fuß auf seinem Schenkel bewegte. Das war in jenem Spiegel, der uns alle im Profil zeigte.
Das andere Bild ließ mich des Entwurfzeichners Rücken sehen, der mir seltsam gespannt schien. Er musste auf dem Stuhlsitz bis zur äußersten Vorderkante gerutscht sein, jedenfalls hatte er schon fast eine liegende Stellung erreicht.
Mimi und mich sah ich von vorn. Ihren weißen Kittel hatte sie bis über den Bauch geöffnet. Darunter war sie nackt.
Zwischen den langen, weit gespreizten Oberschenkeln, die mir von makellosen Proportionen zu sein schienen, erkannte ich das, was wir kleines Kätzchen zu nennen pflegen. Es war vollkommen enthaart!
»Verdammt«, sagte der Entwurfzeichner, »wir sind doch nicht allein!«
»Kümmere dich nicht um die Kleine hinter dir! Sieh mich an«, antwortete Mimi.
»Aber wenn...«
»Ach was«, unterbrach ihn Mimi, »ich mag es gern, wenn jemand zusieht.« Mir lief ein Schauer über den Rücken, und vor Scham stieg mir das Blut ins Gesicht.
Ihr linker Fuß bewegte sich auf seinem Oberschenkel hin und her.
Ich blickte auf mein Stenogramm, und dann schloss ich die Augen. Es nützte nichts. Mimis nackte, offene Schenkel sah ich auch mit geschlossenen Augen. Sie waren gespannt wie ein Bogen auf der Sehne, die vor Erwartung zittert. Eine geheime Kraft entfachte dieselbe Erwartung in mir.
Sie hatte sich zurückgelehnt und auf ihren linken Arm aufgestützt. Ihre rechte Hand lag zwischen ihren Schenkeln und spielte, die Fingerspitzen waren zwischen den Schamlippen vergraben.
»Hör auf«, flüsterte er. »Hör auf - es...«
»Du widerlicher kleiner Feigling«, sagte Mimi heiser.
Er wirkte wie einer, der nach innen horcht!
»Hör auf!«, bettelte er wieder, aber er hatte nicht die Kraft, ihren nackten Fuß einfach abzuschütteln.
Ein irres Gefühl von Wollust, Gier oder Glück, undefinierbar, aber von unbezwingbarer Intensität, erfasste mich, spannte meine Wirbelsäule und elektrisierte meinen Unterkörper.
Mimi presste ihre weit geöffneten Schenkel plötzlich zusammen.
Sie stöhnte auf, und ein Schauer überlief sie.
Ich stand kurz vor einer Krise und konnte sie kaum erwarten, sondern fieberte ihr entgegen. Am liebsten wäre ich aufgesprungen und hinübergelaufen, um Mimi in die Arme zu nehmen.
»Mimi!«, stöhnte seine Stimme.
»Wenn du nicht so feige wärst...«, sagte sie. Dabei öffnete sie die letzten Knöpfe ihres Malerkittels.
Da sprang er auf und trat vor sie hin.
Seine Hände nestelten nervös an seiner Hose.
»Komm«, flüsterte sie.
Er stieß mehrmals zu! Aber schon war er am Ende. Schwer atmend blieb er zwischen ihren Schenkeln stehen. Zuerst noch gespannt, dann wohl langsam erschlaffend.
Es dauerte eine Weile, bis er sich aufrichtete und von Mimi löste.
»Es war zu spät.«
»Schon gut«, sagte sie, nahm sich eine Zigarette, während er seine Kleidung richtete, und machte ein paar tiefe Züge.
»Ich muss weg«, sagte er dann.
»Ja? Geh nur«, antwortete Mimi. Sie sah ihm nicht nach.
Ich war entspannt und aufgeregt zugleich. An meine Arbeit konnte ich nicht mehr denken, und ich hatte auch keine Lust, weitere Überstunden zu machen. Mimi saß da und rauchte, zeigte sich immer noch nackt unter dem offenen Malerkittel. Sie war eine Schlampe, aber ein vollendet schönes Mädchen mit üppigen, festen Brüsten und steifen Brustwarzen.
Ich habe selten geraucht, aber ich musste etwas tun, um mich abzulenken. Mein Mund war wie ausgedörrt und meine Kehle wie zugeschnürt.
»Haben Sie eine Zigarette für mich, Mimi?« Ich sah mich dabei gar nicht um, denn wir blickten uns gegenseitig im Spiegel an.
Sie rutschte vom Tisch und kam zu mir herüber.
»Bitte, mein Kleines«, sagte sie.
Ich nahm eine Zigarette, und sie gab mir Feuer. Der Geruch ihrer nackten Haut, der mit ihrem Sex und einer Spur von Mann vermischt war, hüllte mich ein wie eine Wolke.
»Danke«, sagte ich. Das Wort kam seltsam rau von meinen Lippen.
»Wofür?«, antwortete sie und streichelte mein Haar. »Du hast mir mehr gegeben als er!«
»Ich weiß nicht, wovon Sie reden!« Ich schob ihre Hand von meinem Haar.
Sie legte sie auf eine Schulter und beugte sich herunter.
Ihr Mund lag an meinem Ohr, und eine Brustwarze berührte fast meinen Mund.
»Wir sind beide gleichzeitig gekommen«, flüsterte sie.
»Nein«, schrie ich und bäumte mich auf.
Aber es war schon zu spät. Während mich ihr linker Arm, um meine Schulter gelegt, hielt, war ihre rechte Hand zwischen meine Schenkel gefahren, und ihre Finger hatten den Eingang gefunden, der sie nur allzu gern erwartete.
Ich öffnete meinen Mund. Die Spitze ihrer Brust drang ein. Meine Zunge berührte sie, als hätte sie die ganze Zeit darauf gewartet.
»Du süße, kleine, schamhafte Nutte«, flüsterte Mimi.
Ich schloss die Augen und versank im Rausch.
Mehr als eine Woche war seitdem vergangen. Heute, am Samstag, saß ich allein zu Hause, nur mit dem Morgenmantel bekleidet, und änderte meine Kleider. Sie gefielen mir plötzlich nicht mehr. Ich hatte bisher nur knielang getragen. Jetzt wollte ich Mini.
Jedes Mal, wenn ich ein Kleid abgeschnitten hatte, streifte ich den Morgenmantel ab und zog das Kleid über meinen nackten Körper. Dann stellte ich mich vor den Spiegel, um zu sehen, ob meine Beine wohl richtig zur Geltung kämen. Ich setzte mich auch davor und versuchte, unter dem Rock zwischen meinen Schenkeln meine kleine Muschi zu entdecken. Ich war schwarzhaarig und hatte einen ziemlich üppigen Haarwuchs.
Das Spiel erregte mich ein bisschen. Es schien fast so, als sei ich in der Lage, mich an meinem eigenen Körper aufzugeilen.
Mimi hatte ich noch nicht wieder gesehen. Ich hörte, dass sie bei der Ausgestaltung einer Villa mitarbeitete, die sich ein Millionär einrichten ließ.
Ich war zuerst froh darüber. Am Tag nach der Begegnung mit ihr bekam ich Komplexe. Ich fühlte mich sündig und verworfen. Dabei fieberte ich immer noch und hatte nur den einen Wunsch, jene Ekstase, jenen Punkt körperlichen Glücksgefühls erneut zu erleben, den ich bei Mimi mit solcher Kraft kennen gelernt hatte.
>Ich bin einfach verkommen< dachte ich, >eine Nymphomanin oder so was Ähnliches.<
Als Mimi mich fragte, ob ich es schon mit einem Mann oder einer Frau gemacht hätte, habe ich ihr meine Geschichte erzählt und gestanden, dass sie die erste war. Doch sie hatte nur ungläubig gelacht. Aber es ist wahr. Deshalb bin ich trotzdem kein Engel gewesen.
Ich weiß noch, wie erschrocken ich war, als es mir zum ersten Male gekommen ist. Ich war gerade dreizehn Jahre alt und liebte es damals, in einem Kunstatlas meiner Eltern die Reproduktionen berühmter Gemälde zu betrachten. Es gab zwei Bilder, die mich besonders berührten: die nackte Maja, die auf ihrem Bett ruhte und so aussah, als spiele sie an sich selbst. Und das Bild eines nackten Kriegers, auf dem ich seine Hoden und sein Glied genau betrachten konnte. Dabei war es zum ersten Mal über mich gekommen.
Ich begann dann, bei jeder Gelegenheit an mir zu spielen und wurde richtig süchtig. Jedes Alleinsein nutzte ich aus. Ich machte es mit meinen Fingern, aber ich nahm auch eine Kerze, die auf unserem Rauchtisch gestanden hatte.
Ich schnitt ein Loch in die Tasche meines Kleides, durch das ich auch in Gegenwart anderer unbemerkt mit der Hand zwischen meine Schenkel gelangen konnte. Damit mir nichts im Wege war, habe ich oft kein Höschen angezogen. Ich habe es mir sogar gemacht, wenn meine Mutter und ich abends beieinander saßen und lasen. Wir waren oft allein, denn mein Vater ist Reisender.
Doch ich habe mich immer schuldig gefühlt und war überzeugt, dass andere Mädchen so etwas nicht täten. - Aber ich musste es tun, wenn ich mir auch hinterher oft versprach, dass ich es nicht wieder machen wollte.
Seit ich Mimi gesehen hatte, wusste ich, dass alles falsch war. Andere Mädchen taten es auch und noch viel öfter! Mimi trat ganz von selbst immer wieder in meine Gedanken, und ich konnte sie mir noch genau vorstellen. Wie der Entwurfzeichner es sich von Mimi mit dem nackten Fuß hatte machen lassen. Wie ich ihr im Spiegel zwischen die Schenkel gesehen hatte. Wie ich selbst geil wurde beim Anblick ihrer enthaarten, nackten Muschi.
Meine Finger waren schon wieder dran. Sie spielten mit allem, was sie fanden, Meine Haut begann zu brennen. »Mimi«, flüsterte ich, als ich mir zwei Finger bis an die Wurzel hineinstieß.
Es kam mir gerade, als meine Mutter die Tür öffnete.
»Hab ich dich erschreckt?«, fragte sie.
Glücklicherweise waren meine Beine nicht mehr gespreizt, denn als ich auf den Höhepunkt kam, musste ich sie zusammenpressen. Aber ich hatte noch die Hand dazwischen und die Finger drin. Nun saß ich steif da und wusste nicht, wie ich sie unbemerkt herausbringen könnte.
»Du machst deine Kleider kürzer?« Sie nahm eines der abgeschnittenen Stücke in die Hand. »Das ist ja eine ganz radikale Umstellung.«
»Ich hab mich dabei in den Finger gestochen«, sagte ich und zog meine Hand zwischen den Schenkeln hervor.
»Das passiert schon mal«, meinte die Mutter und sah auf meine Hand.
Ich wusste nicht, wohin ich damit sollte. Mein Zeigefinger und der Mittelfinger schimmerten feucht, und ohne Zweifel rochen sie.
»Jetzt sieht man erst, was du für feste Schenkel hast«, stellte meine Mutter fest. »Für wen tust du das? -Hast du einen Freund?«
»Nein«, sagte ich, »ich will auch keinen. - Das hat noch viel Zeit.«
»Ich weiß nicht recht«, antwortete meine Mutter nachdenklich.
»Es ist eine schreckliche Hitze draußen«, meinte sie dann. »Ich werde mich schnell ausziehen.« Sie ging ins Schlafzimmer. Ich atmete auf. Dann sah ich an mir herunter. Es war besser gegangen, als ich gedacht hatte. Mein Rock war ganz von selber heruntergefallen und bedeckte gerade noch diese unersättliche Katze zwischen meinen Schenkeln, die keine Ruhe geben wollte.
Meine Mutter hatte ihren seidenen Hausmantel angezogen, der nicht gerade durchsichtig war, aber wenn sie vor dem Fenster stand, konnte man gegen das Licht die Konturen ihrer Figur gut erkennen.
Meine Mutter war jetzt Ende dreißig. Ich schien nach ihr geraten zu sein, und wenn ich einmal so alt bin wie sie, werde ich wohl genauso einen Atombusen haben!
Obwohl er so schwer war, hing er nicht, und ihre Taille wirkte noch schlank. Sie begoss mit einem Kännchen die Blumen am Fenster. Da sie die Arme anheben musste, kam ihre Figur besonders gut zur Geltung. Von der Taille abwärts wölbten sich zwei kühne Kurven nach außen und verliefen dann in die Schenkel.
Sie hat einen dicken, geilen Hintern, dachte ich. Doch dann schämte ich mich dieser Gedanken. Es gehört sich nicht, dass ich den Hintern meiner Mutter geil finde! Ich sah ihn nochmals an und glaubte, auch die tiefe Spalte in seiner Mitte zu sehen und zu beiden Seiten die Hügel der schimmernden Backen. Und sie hat doch einen geilen Hintern!, dachte ich.
»Findest du es nicht schrecklich, dass Vater so selten hier ist?«, fragte ich aus einer Eingebung heraus.
»Ich bin daran gewöhnt«, antwortete meine Mutter.
»Vermisst du ihn nicht?«
»Es gab Zeiten, da habe ich ihn vermisst.«
»Und jetzt?«
»Das ist nun mal nicht anders.«
»Könnte er nicht doch zwischendurch mal kommen?«
»Vielleicht hat er seine Gründe!«
»Verstehe ich nicht!«
Sie kam ein paar Schritte näher, dann blieb sie stehen
und sah auf das Gießkännchen, das sie mit beiden Händen hielt.
»Du bist doch jetzt schon so gut wie erwachsen und auch nicht dumm. - Könnte es nicht sein, dass dein Vater eine Freundin hat - und deshalb so selten kommt?«
»Hat er eine?«, fragte ich verblüfft.
»Ich will es nicht wissen!«, sagte meine Mutter mit rauer Stimme. Sie ging hinaus.
Mein Vater mit einer anderen Frau im Bett! - Das konnte ich mir nicht vorstellen - damit musste ich erst fertig werden.
Und was macht sie?, überlegte ich dann.
Ob sie wohl gemerkt hat, dass ich es mir selbst gemacht habe, als sie kam? Wenn sie es wusste, hatte sie sich jedenfalls nichts anmerken lassen. - Aber es war gerade in dem Augenblick gekommen. Sie müsste das gemerkt haben!
Es gab einen Haufen von Problemen: meine Mutter, mein Vater und ich. Was wussten wir schon voneinander?
Im Büro hatte ich sehr viel Arbeit. Während der Pausen sah ich nur zu, wie die anderen ihre Späße trieben und herumalberten. Ich war die Jüngste und gehörte noch nicht dazu.
Und abends nach der Geschäftszeit? Nun, ich galt immer als scheue Einzelgängerin und war dabei sogar zufrieden gewesen.
Jetzt plötzlich fühlte ich mich unausgefüllt und konnte mich allein auch nicht mehr so recht befriedigen.
Es war heiß. Die Linde gegenüber der Autobushaltestelle blühte, ihr süßer Duft hüllte alles ein. Die nackten Rücken, aber auch die nackten Schenkel unter den Miniröcken der Mädchen und Frauen schimmerten feucht vom Schweiß. Die meisten jungen Männer trugen nur ein offenes Hemd und leichte Sommerhosen. Über dem Asphalt flirrte die Luft. Das machte zugleich müde und gespannt.
Der Bus war übervoll. Ich wäre gar nicht mehr hineingekommen, wenn nicht zwei junge Männer mir dadurch Platz geschaffen hätten, dass sie sich mit dem Rücken zurückstemmten. So konnte ich mich gerade noch seitlich zwischen sie schieben.
Nun standen wir hautnah in dem Gedränge. In den Kurven hielten uns nur die zusammengepressten Körper.
Ich fühlte die Schenkel und den Bauch des Jungen vor mir an meinem Bauch - aber dann spürte ich noch etwas. Das stieß genau gegen meine Schamlippen und zuckte - ganz leicht - dann lebhafter... Durch den dünnen Stoff meines Nylonkleides - und darunter trug ich nichts als einen ganz kleinen Slip - konnte ich ihn genau fühlen. Der Junge brachte es fertig, ihn zwischen uns hochzustellen. Als wir uns gegeneinander drücken ließen und er hart genug geworden war, fühlte ich seine Form in jeder Einzelheit.
Wir wiegten uns leise im Rhythmus des Busses hin und her und sahen uns in die Augen. Er war ein netter Junge, blond, nicht unbedingt hübsch, aber sicher intelligent. Einzelheiten drangen nicht in mein Bewusstsein. - Das war ein ganz neues Gefühl! Ich wünschte mir, ich könnte in seinen Armen liegen - ganz still und mit geschlossenen Augen.
»Haben Sie heute Abend Zeit?«, fragte er mit leiser Stimme.
»Wann?«, fragte ich.
»Um acht!«
»Ja«, flüsterte ich.
Dann verabredeten wir einen Treffpunkt.
»Wo bleibe ich?«, fragte der Freund des Jungen, der hinter mir stand.
»Du bleibst zu Hause«, erklärte der Junge vor mir über meine Schulter hinweg und lächelte gönnerhaft.
Er würde wahrscheinlich nicht so lächeln, wenn er gewusst hätte, dass sein Freund mir gerade in diesem Augenblick seinen Dicken genau zwischen die Backen meines Hinterteils praktiziert hatte.
Nun vibrierte der eine, der von vorn gegen meinen Venushügel gepresst wurde, und dann zuckte der andere zwischen meinem Hintern. Das brachte mich schnell auf Touren. Es lief mir heiß den Rücken hinunter, es lief zwischen meinen Beinen. Alles verkrampfte sich. Ich glaube, dass ich den Hintern ganz schön zusammengeklemmt habe.
Die beiden Jungen atmeten schneller, und sie wiegten sich - unmerklich für andere, aber deutlich für mich - in den Hüften. Sie drückten sich fester an mich, ihre Schwänze bewegten sich noch mehr.
Meine Lippen waren trocken und brannten. Ich fuhr mit der Zunge darüber.
»Kommst du?«, fragte der Junge vor mir mit rauer Stimme.
»Ja.«
Dann schwiegen wir wieder. Seine Hände fassten meine Taille, als müsse er sich festhalten. Ich glaube, er hatte ganz vergessen, wo wir waren. Es kam beiden fast zur gleichen Zeit. Ich hätte beinahe geschrien. -Ihre Schwänze waren angeschwollen, als ob sie platzen wollten, dann fühlte ich, wie sie spritzten.
An der nächsten Haltestelle leerte sich der Bus, auch die Jungen waren ausgestiegen.
»Kommst du?«, hatte er nochmals gefragt.
Ich fand einen freien Platz und musste mich setzen, denn meine Knie waren weich, und ich fühlte mich wie ausgehöhlt. - Mir war es dreimal gekommen.
Aber ich war auch glücklich, denn ich hatte mich verliebt! - Natürlich in den Jungen, der vor mir stand und mit dem ich für heute Abend verabredet war. Als ich an seine Augen dachte, hoffte ich, dass auch er mich lieben würde.
Ich liebe, dachte ich glücklich und: Du sollst mich auch lieben!
Am Abend erlebte ich eine Überraschung. Der Junge, mit dem ich verabredet war, besaß ein Auto, einen kleinen Citroën. Selbstverständlich zeigte ich ihm nicht, dass er mich damit beeindruckte. Ich stieg ein, als hätte ich gar nichts anderes erwartet.
Unterwegs sagte er mir, dass er Claude heiße.
Natürlich wollte er auch meinen Namen wissen.
»Brigitte, aber du kannst mich Gitti nennen.«
»Gitti«, wiederholte er. »Komischer Name. - Aber deine Beine gefallen mir.«
Tatsächlich, wie ich in der Kiste sitzen musste, bot ich ihm unter meinem Minirock eine ganze Menge Schenkel.
»Pass lieber auf die Straße auf«, antwortete ich.
Eine Zeit lang sprach keiner von uns ein Wort. Wir erreichten eine der Ausfallstraßen.
»Wohin fährst du?«
»Das wirst du schon sehen!«
Ich betrachtete sein Profil. Das blonde Haar war ziemlich lang, aber doch nicht so, wie die Gammler es tragen. Er hatte eine hohe Stirn und eine für Jungen vielleicht zu weich geformte Nase. Sein Mund war breit, und seine Lippen wirkten voll. Er gefiel mir jetzt noch viel besser, aber für einen Mann war er fast zu schön.
Er nahm seine rechte Hand vom Lenkrad und legte sie um meine Schulter. Ich kuschelte mich an ihn, und so fuhren wir weiter.
Doch dann brauchte er wieder beide Hände am Steuer. Wir bogen ab und hoppelten einen schmalen Waldweg entlang. Er schwenkte schließlich in eine kleine Lichtung ein und hielt.
»Da wären wir«, sagte er und stieg aus.
Wir gingen ein ganzes Stück durch den Kiefernwald. Der mit Nadeln gepolsterte Boden federte weich unter unseren Schritten. Nach der glühend heißen Sonne dieses Sommertages lag der schwere Atem dieser schwülen, fast windstillen Nacht als würziger Duft über uns.
Dann war der Wald zu Ende, und vor uns breitete sich ein See aus. Seine Ufer waren mit Gras, Heide und einigen jungen Fichten bestanden. Ein voller roter Mond stand niedrig über der Landschaft und spiegelte sich im dunklen Wasser.
Wir blieben stehen. Er ließ mir Zeit, das vor mir liegende Bild in seiner bleichen nächtlichen Schönheit aufzunehmen. - Ich fühlte die laue, duftgesättigte Luft auf meiner Haut.
Es war, als stiege sie direkt ins Blut, wie etwas Berauschendes, das süchtig macht.
Eine Nacht, in der man lieben müsste.
»Das ist unbeschreiblich schön«, sagte ich.
»Nicht wahr?«, antwortete er.
»Wie heißt der See?«
»Das ist eine ehemalige Sandkuhle, der Baggersee.«
»Tief?«
»Nur an wenigen Stellen, und die liegen am anderen Ufer. Wollen wir baden?«
»Badezeug?«, fragte ich.
»Brauchen wir nicht!«, antwortete Claude.
Wir küssten uns lange und innig. Dann gingen wir eng umschlungen zum Ufer des Sees.
Eine junge Fichte stand zwischen uns, als wir die Kleider ablegten.
Zum ersten Mal in meinem Leben stand ich völlig nackt in der freien Natur. Ich fühlte mich leicht und glücklich. In dem bleichen Mondlicht sah ich die breiten Schultern von Claude, seine Brust, die mit einem Flaum gelockter Haare bewachsen war, und seine schmalen Hüften.
Ich fühlte, wie die Spitzen meiner Brüste hart wurden.
Claude war ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte.
Er sprang ins Wasser, ohne mich berührt zu haben.
Ich ging ihm nach.
Das Wasser schien noch wärmer zu sein als die Luft. Ich legte mich auf den Rücken und ließ mich treiben. Claude schwamm um mich herum. Ich hätte nie gedacht, dass er so scheu sein könnte. Ich erreichte ihn mit schnellen Stößen, stürzte mich auf ihn und tauchte ihn unter.
Er kam prustend wieder hoch, schnappte Luft und versuchte dasselbe bei mir. Aber ich war darauf vorbereitet. Ich klammerte mich an ihn und zog ihn mit mir herunter. Unsere Körper waren dicht zusammengepresst. Wir kämpften miteinander. Dann riss ich mich los und schwamm zum Ufer.
Claude kam und warf mich um. Halb im Wasser liegend küsste er meinen Mund. Seine Zunge schob sich hinein und begann mit meiner zu spielen. Seine rechte Hand ertastete mein Knie, streichelte die Innenseite meiner Schenkel und schob sich immer weiter hinauf, bis seine Finger eindringen konnten.
Ich griff ihm zwischen die Beine und nahm seinen Speer vorsichtig in die Hand. Ich fühlte, wie er wuchs und wuchs. Meine andere Hand war genauso neugierig. Sie suchte, was dazu gehörte, und streichelte es sanft.
Das machte Claude ganz wild.
»Ich liebe dich!«, flüsterte er. »Ich liebe dich«, wiederholte er mehrmals.
Dann küsste er meine Brüste, nahm eine Brustwarze zwischen seine Lippen und spielte daran mit seiner Zunge.
Ich stöhnte. Seine Finger waren tief in mir. Der Schwanz wurde in meiner Hand immer dicker und länger, sodass ich hin und her fahren musste, um ihn ganz zu fühlen. Plötzlich bäumte er sich auf und zuckte wild. Claude barg seinen Kopf zwischen meinen Brüsten. Sein Atem ging stoßweise, sein Körper verkrampfte sich, und eine heiße Fontäne spritzte auf meinen Bauch. Da kam es mir auch.
Wir lagen einen Augenblick ganz still. Er war auf mich niedergesunken, und wir hielten uns in den Armen.
»Ich liebe dich«, flüsterte er wieder. »Liebst du mich auch?«
Er löste sich von mir und legte sich neben mich ins Gras.
Immer noch war die Luft still und schwül. Ich roch das Wasser des Sees und den Duft der Tannen vom Walde.
Ich fühlte das Blut in meinen Adern und wartete, dass Claude mehr täte. Ich hatte gerade erst angefangen und konnte noch nicht aufhören...
Doch Claude unternahm nichts. Er lag einen Meter von mir entfernt, hatte die Hände unter seinen Kopf gelegt und hielt die Augen geschlossen.
Ich kroch zu ihm und griff nach seinem Schwanz. Er war jetzt ganz klein. Ich spielte mit beiden Händen. Es dauerte einige Zeit, ehe er wieder wuchs. Da leckte ich mit meiner Zunge über den violetten Kopf. Das schien ihm zu gefallen, denn sofort nahm er wieder seine imponierende Größe an.
Claude lag da und grunzte manchmal wollüstig, das war alles. -
Ich war geil zum Zerspringen und wollte endlich wissen, wie es wäre, wenn man es richtig tut. Ich konnte nicht mehr warten, setzte mich rittlings über ihn und schob ihn in mich hinein, erst nur seinen Kopf, und dann senkte ich mich langsam, ganz langsam, bis ich endlich unten war und seine Haare zwischen meinen Beinen fühlte.
Ich hatte gehört, dass es beim ersten Mal schmerzen würde, aber mir tat nichts weh! Anscheinend hatte ich mich schon selbst entjungfert. Ich empfand ein unbeschreibliches Gefühl, das meinen ganzen Körper erfüllte und mich alles vergessen ließ.
Ich begann ganz langsam zu reiten, dann legte ich einen leichten Trab vor, dann wieder Schritt, dann wieder Trab. Claude nahm den Rhythmus auf, und schließlich erreichten wir in rasendem Galopp das Ziel.
Ich weiß nicht, wie lange es gedauert hat. Aber als wir aus unserem Traum erwachten, standen drei nackte Kerle bei uns, die zugesehen hatten.
»Wo kommt ihr denn her?«, fragte Claude. Zu meinem Erstaunen schien er gar nicht überrascht, nur ein bisschen verärgert zu sein.
»Das hättest du wohl nicht gedacht!«, antwortete der Kleinste. Der Bursche konnte kaum mehr als sechzehn Jahre alt sein und sah aus wie ein Gymnasiast, denn er hatte ein kluges Gesicht.
»Ich will euch nicht hier haben«, sagte Claude.
»So?«, rief der Größte von ihnen, ein Schrank von ein Meter achtzig mit breiten Schultern.
»Du willst uns hier nicht haben! - Aber wenn wir Mädchen hatten, dann warst du dabei, dann hast du mitgemacht, dann konntest du gar nicht genug bekommen. - Nein, mein lieber Claude.«
»Hör zu, Coco«, unterbrach ihn Claude, »dies ist ein anderer Fall. Mit Gitti ist das so...«
»Nichts ist anders«, versetzte der Schrank, den Claude Coco nannte. »Alle Mädchen, die -wir hier zu viert vernascht haben, waren so nett und sauber wie die hier, und nun halt’s Maul.«
Ich musste doch kräftig schlucken, als mir der Sinn ihres Disputs richtig aufging. Dieser Claude, der mir eben noch soviel von seiner Liebe erzählte, hatte hier mit seinen drei Kumpanen...
»Ich rate euch, fasst dieses Mädchen nicht an!«, stieß Claude drohend hervor.
»Ach«, sagte der Schrank und kam auf mich zu.
Claude sprang hoch und stürzte sich auf ihn. Er hatte seine Arme um Cocos Hals gelegt und versuchte ihn zu würgen. Der Schrank legte seine Handfläche unter Claudes Kinn und schob ihn zurück, musste aber aufgeben, sonst hätte ihm Claude den Hals gebrochen. Beide sprangen wieder aufeinander zu. Claude schlug seinem Gegner die geballte Faust ins Gesicht. Es war, als wenn er gegen eine Mauer geschlagen hätte, Coco beachtete den Schlag gar nicht. Er holte mächtig aus, doch Claude konnte unter Cocos Arm hinwegtauchen. Das brachte den Schrank aus dem Gleichgewicht, und Claude vermochte erneut einen Schwinger auf Cocos Brust zu landen. Aber dabei vergaß er seine Deckung, Coco schlug seine Faust von tief unten unter Claudes Kinn.
Der flog drei Meter weiter und landete im Gras. Ich dachte, er wäre k. o., aber Claude rappelte sich wieder hoch und stand schwankend auf den Beinen.
Er torkelte, wie in einer Reflexbewegung, auf Coco zu.
Ich hatte bis dahin atemlos und voller Spannung zugesehen.
Niemals war ich zu Boxkämpfen gegangen und hatte nicht verstehen können, warum die Besucher so gern zusahen, wenn zwei Männer sich schlugen. Jetzt wusste ich es!
Coco stand ganz einfach da und ließ Claude an sich herankommen. Ich wusste, dass Coco ihm jetzt den Rest geben würde. Claude hatte keine Chance.
»Hört auf!«, schrie ich und sprang Coco an. Ich packte seinen Schwanz und riss ihn herum. Er fiel lang hin.
Doch es nützte nichts, denn die anderen stürzten sich auf Claude.
Coco sprang wieder hoch und sah sich nach mir um. Er schrie wie ein wildes Tier.
Ich wollte nicht in seine Hände fallen, darum rannte ich zum See und sprang hinein.
Erst als ich weit draußen war, ließ ich mich treiben, um wieder zu Atem zu kommen.
Würden sie sich damit zufrieden geben, Claude zusammengeschlagen zu haben, und nun Weggehen -oder war ich die Beute, die sie erringen wollten? Ich suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, hier unbehelligt fortzukommen. Aber ich wusste nicht einmal, wo ich mich befand. Wir waren mindestens zwanzig Kilometer gefahren.
Ich wunderte mich, dass ich keine Angst fühlte. Die Gefahr, in der ich mich befand, wirkte auf mich sogar wie ein perverser Nervenkitzel, und ich trieb in dieser duftenden Nacht im lauen Wasser unter dem Mond.
Plötzlich waren sie da, kamen von drei Seiten auf mich zu. Das Wasser schäumte unter meinen schnellen Schlägen. Aber es nützte nichts. Der Kleine, der wie ein Gymnasiast aussah, war noch schneller als ich. Er überholte mich.
»Halt sie fest, Manuel!«, rief Coco.
Claude, Coco, Manuel; den langen Dünnen nannten sie Bebe. Ich kannte nun alle mit ihren Namen.
Im seichten Wasser kam ich auf die Beine und stand Manuel gegenüber. Hinter mir bemerkte ich Coco und Bebe.
»Fass mich nicht an, Manuel, ich laufe nicht weg«, sagte ich. Wir stiegen alle vier ans Ufer.
Claude lag im Gras und hielt die Augen geschlossen. Ich fühlte kein Mitleid mit ihm, im Gegenteil, alle Sympathien, die ich am Anfang für ihn empfunden hatte, waren wie weggeblasen.
»Wo sind deine Zigaretten, Claude?«, fragte Coco.
Claude richtete sich auf und gab Coco sein Päckchen.
»Feuer«, sagte Coco.
Folgsam reichte Claude sein Feuerzeug.
Coco verteilte die Zigaretten. Er bot mir auch eine an, und ich nahm sie, obwohl ich bisher kaum geraucht hatte.
Coco fasste in meine schwarzen Haare, die, nass und offen, fast bis zu meinen Hüften reichten.
»Lass mich los!«, fauchte ich.
»Sie ist die Größte!«, sagte Coco.
»Das tollste Stück, das wir bis jetzt hatten«, erklärte Bebe.
»Die Tigerin«, sagte Manuel.
»Blöde Kerle«, erwiderte ich und zog an der Zigarette, die mir gar nicht schmeckte.
»Zeig uns deine Votze«, befahl Coco.
Ich holte aus, knallte ihm meine Hand ins Gesicht, sprang zurück und landete bei Bebe.
Der hielt mich an den Schultern fest. Coco lachte röhrend.
Ich wollte mich losreißen. Aber der Lange hatte Kraft. Er fasste meine Oberarme und drehte sie nach hinten.
»Sie soll sich bücken«, sagte Coco.
Bebe drehte fester, und ich musste herunter, sonst hätte er mir die Arme ausgekugelt. Meine Stirn rutschte bis unter seinen Bauchnabel.
Coco streichelte meinen Rücken. Seine Finger strichen sacht über meine Wirbelsäule. Soviel Zartheit hatte ich ihm gar nicht zugetraut. Es war, als liefen elektrische Ströme durch meinen Körper. Dann befühlte er meine Hüften und fasste fest mit beiden Händen an meinen Hintern.
Ich stöhnte, weil Bebe mir wehtat und Cocos Hände mich geil machten. Coco griff mit einer Hand zwischen meine Beine, während die andere das tiefe Tal zwischen den beiden Backen meines Hintern erkundete. Direkt vor meinem Gesicht stand, lang und steif wie eine Lanze, Bebes Schwanz. Ich biss mit aller Kraft hinein.
Bebe schrie auf; er knallte mir eine, und ich torkelte gegen Coco.
»Seid ihr verrückt?«, fragte Coco.
»Sie hat mich in den Schwanz gebissen!«, stöhnte Bebe.
»Die Tigerin!«, rief Manuel bewundernd.
»Sie ist die Größte«, sagte Coco. »Halt du sie fest, Manuel. Du weißt, wie man so was macht.«
Sie drückten meinen Oberkörper wieder runter. Manuel griff mir brutal in die Haare. Ich verlor fast das Gleichgewicht. Um nicht zu fallen, hielt ich mich an seinen Hüften fest. Der Junge war gut gebaut.
»Du tust mir weh«, sagte ich.
»Ich reiße sie dir aus«, drohte Manuel und zog an meinen Haaren.
»Ihr Feiglinge!«, schrie ich. »Ihr miesen Gammler. Ihr Ärsche...«
Ich fühlte, wie Cocos linke Hand meinen Hintern auseinander schob, gleichzeitig drückte er seinen Schwanz langsam in mich hinein.
Ich schimpfte, aber nicht mehr lange. Er machte es wirklich gut: Erst langsam, mit geruhsamen Stößen, die mir süße Schauer durch den Körper jagten. Dann wurde er immer schneller, und ich gab seine Stöße zurück. Manuel hatte alle Mühe, dass er von uns nicht umgeworfen wurde.
Ich schrie jetzt nur noch: »Fick mich, fick!«
Aber da war’s auch schon zu Ende. Coco hielt nicht durch. Dabei war ich gerade erst auf Touren.
Jetzt packten andere Hände meinen Hintern.
Bebe stöhnte bei jedem Stoß, und er stieß nur langsam und sehr zart. Ich hatte ganz schön hineingebissen, und das tat ihm wohl noch weh. Ich meinte zu fühlen, wie angeschwollen er war, und das bereitete mir ein zusätzliches Vergnügen.
Ich merkte kaum, wie Coco den kleinen Manuel ablöste. Ich hielt mich an Cocos Hüften fest, bis er meinen Rücken streichelte und dann mit meinen Brüsten spielte. Da war ich schnell auf Hundert. Danach war Coco auch gleich fertig.
Ich kam jetzt gar nicht erst zur Besinnung, so schnell war Manuel drin. Der Kleine hatte einen Großen, und der war einfach eine Wucht! Ich geriet derartig in Ekstase, dass ich von einem Höhepunkt zum anderen raste. Ich konnte vor lauter Wonne nur noch stammeln. Ich wusste nicht mal, dass ich Cocos klein gewordenes Ding mit meinen Händen bearbeitete, bis es wieder anschwoll, noch ehe Manuel, schwer atmend und erledigt, über meinem Rücken liegen blieb.
»Claude«, rief Bebe.
»Der hat schon seinen Vorschuss gehabt«, sagte Coco und legte mich ins Gras.
Er kniete zwischen meinen Beinen, schob seine Hände unter meinen Hintern, und schon begann er von neuem. Das zweite Mal konnte er viel länger, es dauerte mindestens eine Viertelstunde, ehe Bebe seinen Platz einnehmen durfte.
Ich war im siebenten Himmel und hatte nur einen Gedanken, dass die Kerle nicht aufhören sollten, weil ich mehr brauchte, immer mehr.
Manuel wurde wieder wild. Seine Hände waren überall, hinten und vorn. Seine Lippen küssten meine Brust, und seine Zunge spielte mit meinen Brustwarzen. Ich war so verrückt, dass ich vor lauter Geilheit schrie.
Claude, der die ganze Zeit abseits gelegen hatte, den Kopf in seinen Armen vergraben, sollte nun auch seinen Anteil haben. Er wollte nicht, und da zwangen ihn die drei Kumpane.
Ich musste ihm helfen, damit er überhaupt konnte, so hatte ihn die Prügelei mitgenommen. Er war mir jetzt ganz gleichgültig. Ich verachtete ihn sogar, weil er sich so schnell damit abgefunden hatte, dass seine drei Freunde es mit mir trieben. Während er sich Mühe gab, mich zu befriedigen, erkannte ich, was mir dieses Erlebnis bewiesen hatte: Niemals würde ein einzelner Mann mich echt befriedigen können!
Schließlich lagen alle um mich herum und rauchten. Ich dachte über mich selber nach und wunderte mich.
»Jetzt liegt sie still«, sagte Coco, »und hat nicht mal mehr die Kraft, aufzustehen.«
»Völlig geschwächt!«, erklärte Bebe.
»Am Boden zerstört!«, stellte Manuel fest.
Ich stand auf und reckte mich, fühlte unbändige Kraft in meinen Armen und Beinen und konnte über die vier Typen nur lachen.
»Glaubt ihr etwa, dass vier so billige kleine Bumser mich fertig machen könnten?«, rief ich höhnisch. Ich sah sie mir an. »Ihr kriegt ja schon jetzt keinen mehr hoch.«
»Seit du ihn gebissen hast, steht meiner immer, aber das tut weh«, erklärte Bebe.
Ich setzte mich mit dem Rücken zu seinem Gesicht auf seinen Schwanz. Bebe schrie, als er reinglitt, aber das störte mich nicht. Ich beugte mich vor und griff mit einer Hand den Pimmel von Coco, mit der anderen den von Manuel. Am Schluss waren sie so fertig, dass sie sicherlich für längere Zeit kein Mädchen mehr anfassen würden! Ich lief tänzelnd zum See hinunter. Mir war, als hätte ich eine Prüfung bestanden.
Ich sprang am Ufer herum und freute mich, wie das Wasser aufspritzte, ich warf mich hinein und wälzte mich darin. Es war herrlich!
Als ich wieder an Land kam, war niemand mehr da.
Ich hörte, dass ein Auto gestartet wurde. Meinem Gefühl nach musste es Claude sein, der abfuhr.
Ich suchte mein Kleid, meinen Slip und meine Sandaletten, mehr hatte ich nicht angehabt. Ich fand auch meine Handtasche. Meine Uhr zeigte halb zwei Uhr nachts.
Ich horchte. Es war diesen Typen zuzutrauen, dass sie mich hier allein zurückließen.
»Diese Säcke, diese billigen Ficker, diese...«
Ich fand noch eine ganze Reihe anderer Schimpfwörter.
Dann hörte ich Schritte und versteckte mich hinter einer Kiefer.
»Gitti!« Es war Manuels Stimme, und ich atmete auf.
»Ich fahre dich heim«, sagte Manuel. »Claude ist schon weg, Coco und Bebe fahren zusammen in Cocos Wagen.«
Manuel hatte einen kleinen MG-Zweisitzer. Ich legte mich tief in den niedrigen Sitz. Mit dunklem, kraftvollem Röhren raste der Wagen davon. Wir sprachen nicht. Ich schloss die Augen und ließ meine Haare vom Fahrtwind trocknen.
»Hinterher hat man immer einen Moralischen«, erklärte Manuel plötzlich.
»So?«, sagte ich.
»Du etwa nicht?«
»Nein«, meinte ich.
»Die Tigerin«, stellte Manuel fest. »Ich glaube, Coco hat Angst vor dir.«
»Waren die anderen Mädchen, die ihr verschleppt habt, auch so wie ich?«
»Manche haben zuerst ganz schön geschrien!«
»Und dann...?«
»Und dann - und dann!«, rief Manuel ungeduldig.
»Du weißt doch ganz genau, wie es dann ist. Sie haben das Schreien vergessen.« Er machte eine Pause, und an seinem Gesichtsausdruck merkte ich, dass er sich nicht gern erinnerte.
»Aber hinterher, verdammt noch mal! Manche haben geheult.«
»Und warum macht ihr das?«, wollte ich wissen.
»Es war Cocos Idee«, sagte Manuel. »Wenn man so zu einer Clique gehört...« Er unterbrach sich. »Ach was, reden wir nicht davon!«
Dann lachte er vor sich hin.
»So was wie dich hatten wir noch nie! - Du bist einmalig, Gitti! - Du bist die Größte, denn die Tigerin ist stärker als vier Männer!«
Ich lachte.
Dann schwiegen wir wieder. Die Komplimente, die mir Manuel gemacht hatte, taten mir gut. Ich lächelte vor mich hin, während Manuels Gesicht nicht gerade glücklich war. Offenbar hatte er wirklich Gewissensbisse, und das machte ihn noch sympathischer.
Nicht weit von unserer Wohnung ließ ich ihn anhalten. Er brauchte nicht zu wissen, wo ich wohnte, und ich wollte deshalb lieber zu Fuß heimgehen.
»Wir werden uns nicht Wiedersehen«, erklärte Manuel, »denn wir machen es mit jedem Mädchen nur einmal.«
»Ich werde weinen«, sagte ich. »Immerhin danke für die Heimfahrt.«
»Tigerin - ich denke an dich!« Manuel sah mir noch nach. Dann gab er Gas.
Am Gehsteig hielt eine große Amikiste. Zwei Paare stiegen aus: zwei Damen im großen Abendkleid und zwei Herren im Smoking. Sie versperrten mir den Weg, und ich wollte sie umgehen. Die eine Dame drehte sich um. Sie stand direkt vor mir, wir sahen uns an und waren beide überrascht. Es war Mimi, die Dekorateurin aus unserem Geschäft.
Sie fasste meine Schulter und schob mich ihrer Begleiterin zu.
»Das ist die Jüngste in unserer Firma. Sie heißt Gitti, ist neunzehn Jahre alt und immer noch Jungfrau!«
Ich musste mir das Lachen verbeißen. Wenn du wüsstest, dachte ich. Denn es war schon fünf Stunden her, seit ich defloriert wurde.
»Das muss gefeiert werden«, sagte die andere Dame. »Eine Jungfrau wollte ich schon lange. Wir nehmen sie mit.«
»Aber doch nicht in dem Aufzug, Anette«, protestierte der ältere Mann. »Wie stellst du dir das vor?«
»Wir gehen zu Madame Rici und kleiden sie ein«, bestimmte Anette.
»Na gut«, sagte ihr Mann.
Ob ich überhaupt wollte, interessierte nicht, und ich war viel zu neugierig, als dass ich mich gesträubt hätte.
»Sind denn um diese Zeit noch Geschäfte auf?«, fragte ich.
»Madame Rici hat die ganzen Nutten als Kundschaft«, antwortete Mimi. Dann stellte sie mir ihre Freunde vor: den Konsul Tamburino, seine Frau Anette und ihren Freund Carlo, einen Börsenmakler.
Madame Rici, eine alte Dame, sah sehr distinguiert aus. Auch der Laden war verdammt elegant. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass sie mit Nutten Geschäfte machte.
Anette sprach mit ihr, während die anderen drei in den bequemen Sesseln Platz nahmen, die überall herumstanden. Madame Rici sah mich an, und dann suchte sie zwischen den Kleidern.
»Ich möchte sie anziehen«, sagte Anette zu Madame Rici, als sie wiederkamen.
»Ich werde den anderen Gesellschaft leisten«, erwiderte Madame Rici. »Sie kennen ja die Räumlichkeiten.«
Der Ankleideraum war verhältnismäßig groß. An drei Wänden hingen Spiegel. Es gab zwei Sessel, ein Tischchen und einige Kleiderhaken. Ich zog mein Kleid aus, an dem noch ein paar Grashalme hingen. Anette hatte auf den einen Sessel zwei Abendkleider, einen hauchdünnen kleinen Slip, Strümpfe und ein Paar Schuhe gelegt. Nun zog sie mir meinen Slip aus.
Dabei stand sie hinter mir, fasste mit beiden Händen ins Gummiband und schob es über meinen Hintern herunter. Sie tastete ihn dabei ab. Dann fuhr sie am Gummi entlang um meinen Körper herum, streifte es über meinen Bauch sowie über die Schenkel und ließ das Höschen herunterfallen.
Nun glitten die Hände an meinen Schenkeln wieder nach oben und suchten meine Muschi. Ihre Fingerspitzen berührten die Schamlippen, zogen sie sanft auseinander und streichelten mich. Ich lehnte mich gegen ihre Brüste.
Bei mir war alles überempfindlich und leicht erregbar, weil jenes Erlebnis, das hinter mir lag, meine ero-genen Zonen in einen fiebrigen Zustand versetzt hatte. Ich meinte, die Lippen meiner Muschi wären ganz dick geschwollen.
Deshalb machte ich gleich wieder die Beine breit und presste meinen Venushügel gegen ihre Hände. Dabei fasste ich hinter mich und begann ihre Schenkel zu streicheln.
»Du bist ein süßes, kleines, behaartes Äffchen«, flüsterte sie, und dann: »Wir werden diesen Urwald da unten lichten müssen.«
Dabei betrachteten wir uns beide im Spiegel vor uns. Wir erblickten ein sehr geiles Bild! Das regte uns so auf, dass wir es gleichzeitig schafften. Ich drehte mich um und küsste sie auf den Mund.
»Du kannst dir schon die Strümpfe anziehen. Die Schuhe werden passen. Kämm dir die Haare. Ich hab noch etwas vergessen und komme gleich wieder.«
Als ich vor dem Spiegel stand, nun mit goldenen Sandaletten und langen Strümpfen bekleidet, die fast bis zu meiner Muschi hinaufreichten, da sah ich ganz schön gemein aus!
Anette kam wieder und brachte einen silbernen Haarreif, der mit vielen glitzernden Steinen besetzt war. Mithilfe dieses Reifes steckte sie mein Haar hoch. Ich fühlte mich wie eine Gräfin. Wie ich später erfahren sollte, war Anette tatsächlich eine.
Dann wollte sie unbedingt meine Muschi enthaaren, und dagegen protestierte ich zuerst heftig. Ich gab dann aber doch nach, als sie mir erklärte, dass sie mich mit diesem Urwald unmöglich ihrem Mann zeigen könnte.
So streckte ich mich denn bequem in dem tiefen Sessel aus, legte meine Beine auf die Seitenlehnen und sah zu, wie Anette mit einer Schere und einem elektrischen Rasierapparat dazwischen kniete. Schließlich war auf meinem Venushügel und um die geschwollenen Lippen meiner Muschi nichts mehr als nackte, glatte Haut zu sehen.
Nun kuschelte sie ihr Gesicht auf das gerodete Neuland und freute sich, weil es seidenweich war. Sie küsste meine Lippen und fuhr mit ihrer Zunge dazwischen.
Ich muss zugeben, dass ich jetzt alles viel intensiver fühlte als vorher.
Wir kamen gerade richtig in Fahrt, als die Tür aufgerissen wurde. Anettes Mann blieb verblüfft in der Tür stehen und betrachtete das Bild.
Als ich die ganze Szene im Spiegel vor mir sah, musste ich an mein erstes Erlebnis mit Mimi denken. Da spielte sich auch alles zwischen Spiegeln ab. Vielleicht war es mir bestimmt, entweder im Freien oder zwischen lauter Spiegeln zu lieben!
»Während wir draußen warten, habt ihr...« Anettes Mann hatte zu schimpfen begonnen. Aber dann besann er sich anders. »Dreh dich um«, befahl er mir, »und knie dich auf den Sessel. So, stütz deine Arme auf die Lehne.«
Ich tat alles, was er wollte. Er trat hinter mich.
»Nein!«, schrie Anette.
Aber da war es schon zu spät, ihr Mann hatte ihn längst bei mir drin. Mit beiden Händen hielt er die Backen meines Hinterns auseinander und machte es mit gewaltigen Stößen. Ich drückte das Kreuz durch, presste ihm meine Muschi entgegen und wackelte mit meinem Popo.
Anette weinte herzzerbrechend.
»Sie war doch noch Jungfrau!, sagte sie immer wieder. Auch Mimi, die hereinkam, weil man draußen Anettes Proteste und Weinen gehört hatte, konnte die Konsulin nicht trösten.
Ich registrierte das nur ganz am Rande, denn ich war längst wieder in das Stadium der Ekstase geraten. Jetzt merkte ich, dass ein Mann, der etwa fünfundvierzig Jahre zählte, etwas ganz anderes war als die jungen Bürschchen.
»Nun zieh dich an«, befahl er. Er wandte sich seiner
Frau zu, als er fortfuhr: »Und macht euch so zurecht, dass man sich mit euch sehen lassen kann. - Wir wollen endlich raus hier.«
Erst jetzt konnte ich ihn richtig betrachten. Anette nannte ihn Bernard. Er war Aristokrat und sah auch so aus: sportlich, mit braunen Haaren, die an den Schläfen bereits weiß wurden. Er hatte braune Augen, warme Augen, dachte ich, als er hinausging.
Mimi half mir beim Umziehen, während Anette ihr Make-up erneuerte.
Mein Kleid war purpurrot, es passte gut zu meinem schwarzen Haar und meiner gelblich getönten Haut. Es enthielt eine Korsage, die unter der Brust mit einer Spange zusammengehalten wurde. Daran hingen lose Bahnen aus Seidengeorgette, die bis zu den Füßen herunterfielen und so den Rock bildeten. Es sah fantastisch aus und war auch ganz raffiniert. Oben bedeckte die Korsage gerade noch meine Brustwarzen und unten - eine schnelle Drehung meines Körpers würde mich wahrscheinlich bis über die Hüften nackt zeigen.
»Nun kommt endlich«, forderte Mimi, »die Männer sind schon lange ungeduldig.«
»Sie sollen sich zum Teufel scheren, die grässlichen Kerle«, schimpfte Anette.
Als wir dann aber draußen standen und uns von Madame Rici verabschiedeten, waren alle wieder so liebenswürdig und ruhig, dass ich mich zwischen ihnen schon fast wie eine Dame der Gesellschaft fühlte.
Es war etwa gegen drei Uhr morgens, aber die schwüle Sommernacht brachte es wohl mit sich, dass das Nachtleben jetzt erst auf vollen Touren lief.
Nun bemerkte ich auch Mimis Begleiter, den Börsenmakler Carlo. Er war untersetzt, kleiner als Bernard und auch jünger, mit rundem Gesicht und roten Haaren. Er schien ein geistreicher Plauderer zu sein, der ununterbrochen mit frivolen Witzen brillierte.
In einer Seitenstraße, vor einer unbeleuchteten Tür, blieben wir stehen. Daneben war eine kleine Tafel mit der Aufschrift >Privat-Klub< angebracht.
Auf Bernards Klingeln öffnete man. Wir wurden eingelassen, als man Bernard und Carlo als Klubmitglieder erkannte.
Eine Halle von gediegener, intimer Eleganz nahm uns auf. An einer Bar vorbei gelangten wir in einen achteckigen Raum. Seine Mitte bestand aus einer um zwei Stufen erhöhten Tanzfläche aus quadratmetergroßen Tafeln weißen und roten Glases, die von unten beleuchtet wurden. Um die Tanzfläche herum führte ein breiter, mit Teppichen belegter Gang. Dahinter lag eine Reihe von Nischen, die jeweils Platz für vier bis sechs Personen boten und mit weich gepolsterten Sitzbänken sowie tiefen Sesseln sehr komfortabel ausgestattet waren. So blieben die Gäste beinahe unsichtbar, wenn sie nicht gerade tanzten.
Carlo, der Börsenmakler, nahm in einem Sessel Platz. Auf der Bank, zwischen Mimi und mir, saß Bernard, und neben mir im Sessel Anette. Bernard bestellte für uns Champagner und Kaviar mit Toast. Ich genoss begeistert das gut gekühlte, herbe Getränk.
Dieser Tag hatte mir so verschiedene, aber auch so verrückte Erlebnisse und Eindrücke gebracht, dass ich ganz wirr im Kopf war. Ich spürte ein Gefühl, als würde ich von geheimnisvollen Strömen getrieben, und ich empfand keine Lust, mich dagegen aufzulehnen, sondern war nur neugierig darauf, wohin dieses Abenteuer noch führen würde.
Die Musik - ich sah keine Band und wusste nicht, woher sie kam - verklang. Alle Paare, die eben noch getanzt hatten, verschwanden in den Nischen. Die Lichter erloschen bis auf kleine rote Lämpchen.
Ein einzelner Scheinwerfer erstrahlte jetzt, und auf dem Parkett erschien ein Paar. Er trug eine Frackjacke und einen Kragen mit weißer Fliege. Unter der Taille war er, bis auf die Frackschöße, nackt. Sie hatte ein Diadem auf dem Haar und um die Hüften ein rotes, vielleicht acht Zentimeter breites seidenes Band, das über ihrem Hintern zu einer großen Schleife gebunden war, die Enden hingen zwischen den Pobacken herunter.
Sie begannen zu den Klängen eines Blues einen Tanz aufzuführen. Der nackte Bauch des Mannes und sein Penis wirkten vor den dunklen Frackschößen unglaublich obszön. Sie umkreisten sich - tanzten voreinander und machten laszive Gesten, um den Partner zu reizen.
Da man ihre Brustwarzen auf dunklen, großen Monden und ihre Schamlippen schimmern sah, musste ich annehmen, dass sie sich mit Leuchtfarbe geschminkt hatte.
Nun kamen sie aufeinander zu und blieben stehen, schwangen im Rhythmus der Musik. Ihre Hand ergriff den Phallus.
Anette beugte sich vor, stützte ihr Kinn auf ihre Hand und den Ellenbogen auf den Tisch. Sie sagte zu Bernard: »Du wusstest von Mimi, dass Gitti noch Jungfrau war. Du hättest es nicht tun sollen. Ich wollte doch...«
»Ach was!«, unterbrach Bernard. »Sie hat es gern gehabt, das konntest du sehen. Für dich ist sie noch genauso gut.«
»Du bist gemein«, schimpfte Anette.
»Vor sieben Stunden bin ich noch Jungfrau gewesen!«, mischte ich mich ein. »Als Bernard es gemacht hat, war ich keine mehr. Aber das konnte Mimi natürlich nicht wissen.«
»Nein!«, schrie Anette.
»Doch«, sagte ich einfach.
»Also, das ist doch...« Bernard sah mich wütend an, verschluckte aber den Rest seiner Worte. Dann wandte er sich an Anette: »Du - mit deiner Jungfrau! - Dass ich nicht lache!«
»Du ärgerst dich nur, weil du nun doch nicht der Erste gewesen bist«, zischte Anette giftig.
Carlo, der Börsenmakler, grinste stillvergnügt vor sich hin und blinzelte mir zu.
»Erzähle, wie es war«, forderte Mimi.
Der Tänzer auf dem Parkett stand breitbeinig da und wiegte sich in den Hüften. Die Musik klang sehr verhalten. Die Tänzerin hing kopfüber an den Schultern des Tänzers. Sein Kopf ruhte zwischen ihren Schenkeln. Durch die tiefe Furche ihres Popos sah man auf seine Nase. Sie stemmte sich mit den Armen von seinem Körper weg; dabei umklammerten ihre Hände seine Hüften. Sein Phallus steckte jetzt in ihrem Mund.
Ich erzählte die Erlebnisse des vergangenen Tages: Wie die beiden Jungen sich im überfüllten Bus an mir aufgegeilt hatten. - Die Verabredung mit Claude. - Die Fahrt an den See. - Dass ich mich mithilfe von Claude quasi selbst entjungfert hatte. - Und dann das Auftauchen von Coco, Bebe und Manuel. - Die Schlägerei zwischen Claude und Coco. - Wie es mir alle abwechselnd gemacht hatten, erst von hinten im Stehen, dann im Liegen und schließlich ich obendrauf.
Je länger ich erzählte, desto unruhiger wurde Anette, und ich sah, dass sie geil wurde. Deshalb begann ich ins Detail zu gehen und schmückte alles mit obszönen Worten aus, um sie möglichst scharf zu machen.
Allerdings muss ich zugeben, dass meine eigene Erzählung mich erneut auf Touren brachte. Als ich alles noch mal vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen ließ, hätte ich am liebsten gleich wieder begonnen.
»Dann haben dich drei der Kerle je dreimal gevögelt, und der vierte hat es dir sogar viermal gemacht«, Anette unterbrach sich und rechnete: »Das sind im ganzen dreizehn Mal.«
»Bernard war also der vierzehnte«, stellte Mimi sachlich fest. Carlo lachte aus vollem Hals.
»Das Mädchen ist eine einzige Wucht«, erklärte Bernard säuerlich. »Sie wäre im Stande, es gleich noch mal zu tun!«
»Warum nicht?«, fragte ich lässig.
Anette beugte sich spontan zu mir, zog mich an sich und küsste mich auf den Mund. Ihre linke Hand forschte unter den Bahnen meines Rockes.
»Lass das jetzt«, sagte Bernard scharf.
Anette lehnte sich in den Sessel zurück. Sie schluckte trocken und nahm ihre Zigarette, die im Aschenbecher glühte.
»Der Herr ist eifersüchtig«, meinte sie dann.
»Quatsch!«, stieß Bernard hervor.
Das Tanzpaar war inzwischen abgetreten. Die Lampen leuchteten auf. Ein Beat-Rhythmus ertönte. Aus den Nischen tauchten erneut Paare auf und gingen aufs Parkett.
»Wollen Sie mit mir tanzen?«, fragte Carlo Anette.
»Gern!«
Sie gingen. Bernard bat dann Mimi, und so blieb ich allein zurück. Es war das erste Mal seit acht Stunden, dass ich einen Augenblick für mich hatte. Ich lehnte mich in die weichen Polster zurück, schloss die Augen, dachte nach und bereute nichts. - Alles konnte ich noch überdeutlich spüren. Ich fühlte meine Brustwarzen, und zwischen meinen Schenkeln brannte ein Feuer.
Bernard hatte Recht gehabt, ich würde es gleich wieder tun. Diese Erkenntnis erschreckte mich ein bisschen. Offenbar machte mich meine Veranlagung unersättlich. Als ich über meine augenblickliche Lage nachdachte, wusste ich nicht, mit wem ich es lieber treiben würde: mit Bernard, Anette oder mit Mimi.
Ich spreizte meine Schenkel auseinander, ließ das Mittelstück meines Kleides dazwischenfallen, schob die Seitenbahnen fort und entblößte so meine Beine von den Hüften abwärts. Die hauchdünnen Nylons bedeckten zwei Drittel meiner Schenkel. Zwischen dem purpurfarbenen Georgette wirkte das sehr aufreizend. Ich fand, dass ich in die nackte Haut meiner eigenen Schenkel verliebt war, fuhr mit meiner rechten Hand unter die Mittelbahn des Kleides und entblößte so noch einen Teil meines Bauches. Meine Hand schob sich unter den Slip. Ich befühlte die glatte, weiche Haut dort, wo Anette mich enthaart hatte, zwischen meinen Schenkeln neben den Lippen meiner Muschi. Wo vorher verhältnismäßig rauborstige Haare wuchsen, war es jetzt wirklich seidenweich, und man konnte auch die zarteste Liebkosung spüren.
Der Gedanke, dass eine Frau wie Anette zwischen meinen Schenkeln gekniet und mich zum Schluss dort geküsst hatte, überwältigte mich geradezu.
Doch wurde ich von meinen eigenen Gedanken, Vorstellungen und Wünschen auch immer wieder schockiert.
Wie nennt man so eine wie mich?, überlegte ich. Eine Nymphomanin - ein geiles Luder? Verdammt! Ich vergehe vor Geilheit!
Aber ich war kein Mensch, der sich von seinen eigenen Skrupeln unterkriegen lässt.
Meine Hand ruhte schon wieder zwischen den Schamlippen und spielte damit. Ich merkte gar nicht, dass die anderen von der Tanzfläche zurückkamen.
»Es ist nicht zu fassen!«, hörte ich Mimi sagen.
»Ein Vulkan«, ertönte die Stimme von Carlo.
Ich sah Bernard an, und unsere Augen trafen sich. Eine Sekunde lang rechnete ich damit, dass er sich auf mich stürzen würde. Dann aber riss er seinen Blick von meinen Augen los, nahm sein Glas und trank es gierig aus.
»Ich vergehe vor Hitze«, bekannte Anette und ließ die Träger ihres Abendkleides über die Schultern fallen. Ihr Kleid rutschte bis zum Bauchnabel herunter. Sie hatte süße, fest stehende Brüste. Ich beugte mich zu ihr und küsste die Spitzen.
Um das tun zu können, musste ich natürlich meine Hand von meiner Muschi nehmen. Anette ergriff sie und schob meine Finger in ihren Mund.
»Dass fast alle Weiber diesen Hang zum Lesbischen haben«, brummte Bernard missgünstig.
»Mit jenen knapp fünf Minuten, in denen die meisten Männer fertig werden«, ließ sich Mimi vernehmen, »können richtige Frauen nicht viel anfangen.«
»Mein liebes Kind...«, begann Bernard, aber da ging gerade das Licht wieder aus. Ein chinesischer Gong dröhnte durch den Raum, der Klang schwoll wieder ab.
Zwei farbige Mädchen waren auf der Tanzfläche erschienen. Sie offenbarten jenen klassisch schönen Wuchs, den Mischlinge aus Weiß und Schwarz oft haben. Ihre einzige Kleidung bestand aus glitzernden Armbändern, Halsketten und Schmuckspangen an den Fußgelenken. Die eine hatte sich einen künstlichen Penis umgeschnallt, und der falsche Hodensack war mit kleinen bunten Federn gespickt.
Eine Couch wurde mitten auf die Tanzfläche geschoben.
Die beiden Mulattinnen umschritten die Tanzfläche, um sich allen vorzustellen. Sie vollführten dabei graziöse Drehungen, bückten sich ein wenig, um ihre Hintern zu zeigen, oder demonstrierten sich mit gespreizten Beinen von vom.
Dann begaben sich die beiden zur Couch. Es wurde eine aufregende Darbietung. In den Nischen war es jetzt ganz still. Das Mädchen mit dem künstlichen Glied machte es der anderen von vorn. Wer geglaubt hatte, alles sei nur Show, der musste seine Ansicht bald korrigieren.
Wie zwei wilde Katzen tobten die beiden miteinander. Man hörte ihre hektischen Schreie, ihr Stöhnen, das Herein- und Herausgleiten, man meinte sogar zu spüren, wie die Federn des künstlichen Sacks bei jedem Stoß den Hintern der anderen streichelten.
Bernard stand plötzlich auf und verließ die Nische.
Auf dem Parkett machte es nun eine der anderen von hinten. Die Luft war geschwängert vom Rauch der Zigaretten, von teurem Parfüm und dem Geruch weiblicher Geilheit.
Wir alle schauten stumm zu. Ich weiß nicht, was die anderen dabei empfanden, mich ließ es seltsam kalt. Die beiden besonders schönen Körper waren in ihren ekstatischen Bewegungen ästhetisch anzusehen, aber ich wollte viel lieber selber erleben, fühlen und handeln.
Der chinesische Gong beendete die Darbietung wieder. Die Scheinwerfer erloschen.
Als die kleinen roten Lichter aufflammten, war das Parkett leer. Der Ober prüfte die Flaschen im Kühler und tauschte die leeren gegen volle um.
Bernard kam zurück, er brachte die beiden Mulattinnen mit, wie sie von der Tanzfläche heruntergekommen waren, nur mit ihrem Schmuck bekleidet, die eine trug immer noch ihren raffiniert nachgemachten Penis.
Es wurde eng in unserer Nische. Mehr als fünf Sitzgelegenheiten waren nicht vorhanden.
Die bei dem Spiel als Frau aufgetreten war, setzte sich auf Carlos Sessellehne. Sie hatte nichts dagegen, dass er gleich seinen Arm um sie legte.
Die andere kam zu mir. Ich sagte ihr anerkennende Worte über ihre Darbietung und fragte, ob sie dabei nicht zu kurz gekommen wäre. Denn zweifellos hatte sie ihrer Partnerin einen Mann ersetzen können, aber sich selbst?
Sie erklärte mir das raffinierte Machwerk. Der künstliche Hodensack bedeckte bei ihr gerade die richtige Stelle. Durch den Druck, der sich bei jedem Stoß ergab, kam aus dem Gerät ein Schwanz, der mit den ihn umgebenden Federn durchaus im Stande war, auch noch sie selbst fertig zu machen.
Sie ließ es zu, dass ich alles befühlte. Nachdem ich ihre Schenkel gestreichelt hatte, spielte ich ein wenig mit ihrer Muschi, die genauso dick aufgeworfene Lippen zeigte wie ihr Mund.
Bernard zog die Vorhänge der Nische zu. Die Mulattin schob meine Hände weg, als Bernard hinter den Sessel von Anette trat. Er legte beide Hände auf die Schultern der Mulattin und begann sie sanft zu streicheln.
Ich sah, dass sie ihm in die Augen blickte.
Plötzlich sagte Bernard: »Jetzt!«
Die Mulattin bückte sich blitzschnell, fasste die Beine von Anette und zog sie nach vorn. Anette lag dadurch nur noch mit dem Rücken in den Sesselkissen.
Ihr Kleid war hochgerutscht und zeigte ihren nackten Unterkörper. Der Popo schwebte frei in der Luft. Sie wollte sich aufrichten, aber Bernard hielt sie an den Schultern fest. Ehe Anette etwas sagen konnte, hatte sich die Mulattin zwischen ihre Beine gestellt, das Kleid bis zum Bauchnabel hochgeschoben und den Spieß in das Kätzchen hineingestoßen.
In Anettes Gesicht wechselten Überraschung, Ärger und Zorn. Sie stöhnte und versuchte vergebens, sich zu befreien. Aber es war wohl auch schon zu spät. Nachdem die Mulattin mehrfach zugestoßen hatte, entspannte sich Anettes Miene. Ihr Kopf sank zurück, und ihr Mund öffnete sich. Mit unwahrscheinlich glänzenden Augen schien sie etwas zu erblicken, was wir nicht sahen.
Bernard merkte, dass er Anette nicht mehr festzuhalten brauchte, lächelte zynisch und kehrte an seinen Platz zurück.
Die Mulattin bewegte sich jetzt sehr langsam. Ganz zärtlich zog sie ihren Liebespfeil bis zur äußersten Spitze heraus. Dann schob sie ihn ebenso sanft wieder hinein, bis er in seiner ganzen Länge drinnen war und der federgeschmückte Sack den süßen Popo kitzelte.
Anette war wirklich toll gebaut. Sie besaß jene goldgelbe Haut einer Blondine, die lange Zeit nackt in der Sonne gelegen hatte. Die Proportion ihrer Glieder war einfach vollkommen.
Verdammt, überlegte ich, bist du etwa eifersüchtig?
Ich blickte zur Seite. Mimis Kopf war über Bernards Schoß gebeugt. Sie hatte seinen Schwanz im Mund.
Die andere Mulattin saß mit breiten Beinen über Carlos Schoß. Carlo hielt in jeder Hand eine ihrer vollen Brüste, aber sie bewegten sich kaum. Ich bemerkte, wie die braune Mulattin die Muskeln ihrer Schenkel spannte und entspannte, wodurch ihr Pfläumchen kleine Bewegungen ausführte.
Nun waren alle beschäftigt, nur ich allein schien übriggeblieben zu sein. Da ich seit dem vergangenen Nachmittag fast immer im Mittelpunkt gestanden hatte, kam ich mir jetzt direkt überflüssig vor. Es beleidigte mich, dass mich keiner zur Kenntnis nahm.
Direkt vor mir glitt der braune, glänzende Hintern der Mulattin hin und her. Anette hatte ihre Beine um die Taille der Farbigen geschlungen. Die Mulattin machte es ihr mal mit schnellen, kurzen Stößen, mal langsam, mal fest, mal zart.
Anette kam es wohl gerade, denn die Mulattin hielt still, um mitzugenießen, wie Anettes Körper von wilder Wonne geschüttelt wurde. Kaum war es vorbei, da warf Anette schon wieder ihren Kopf herum, der eben noch mit geschlossenen Augen in höchster Verzückung dagelegen hatte. Sie ergriff mit beiden Händen die Brüste der Farbigen und schrie: »Fick mich, du braune Bestie, los, ich will was spüren, mach mich noch mal fertig!«
Mich erfasste plötzlich eine wahnsinnige Wut. Ich glaube, ich war eifersüchtig. Ich holte aus und knallte meine Hand mit aller Kraft auf den Hintern der Mulattin. Das erregte sie offensichtlich, denn sie stieß kräftiger in Anette hinein. Ich schlug wieder und wieder, aber das schien sie nur noch mehr aufzureizen. Anette und die Mulattin gerieten in ungeahnte Erregung. Die eine stammelte ununterbrochen Koseworte, während die andere sie mit vulgären Rufen aufstachelte. Ich schlug im Takt ihrer Stöße. Ich war völlig außer mir und fast ohne Atem, als die Mulattin endlich, nach mehr als einer halben Stunde, restlos ermattet auf Anette liegen blieb.
»Ich muss weg«, stammelte die Mulattin nach einer Weile der Ruhe und stand auf.
Bernard drückte ihr ein paar Scheine in die Hand. Beide Mädchen verschwanden wie Schatten aus unserer Nische.
Die drei anderen wirkten so, als wäre hier niemals eine Orgie gefeiert worden.
Bernard blickte mit zwiespältigem Ausdruck auf seine Frau, die noch mit entblößtem Bauch und weit geöffneten Schenkeln im Sessel lag, so wie die Mulattin sie verlassen hatte.
Ich glaube, Bernard bereute inzwischen, dass er Anette mit der Mulattin verkuppelt hatte.
Anette riss sich zusammen und stand auf. Der Rock ihres Kleides aus feinster, knitterfreier Seide fiel herunter.
Sie schaute in die Augen ihres Mannes.
»Bist du zufrieden?«, fragte sie ironisch.
Er zuckte die Schultern.
»Dir hat es ja gefallen«, sagte er.
»So restlos fertig hat mich noch niemand gemacht«, antwortete Anette. Ich fühlte wieder die blödsinnige Eifersucht. Jede Stimmung der anderen schien restlos verflogen zu sein.
Anette und ich richteten uns wieder her. Dann tranken wir alle noch einen Schluck, aber es wollte keine Unterhaltung mehr aufkommen, und so brachen wir auf.
Es war schon heller Tag. Bernard rief mir ein Taxi, und ich fuhr nach Hause.
Als der Wagen endlich hielt, war es halb sieben Uhr morgens. Ich freute mich, dass die Leute heute nicht zur Arbeit mussten, weil Samstag war. Ein Abendkleid, wie ich es trug, kannte man in dieser Gegend nicht. Hätte mich jemand so gesehen, dann würden sich die Weiber der ganzen Gegend die Mäuler darüber zerreißen! Aber die Straße blieb menschenleer.
Ich überquerte den Gehsteig und wollte schnell ins Haus, als sich die Tür öffnete und ich fast mit Jeanette zusammengestoßen wäre. Wir wirkten beide gleichermaßen überrascht, standen uns gegenseitig im Wege und wussten nicht, wie wir aneinander vorbeikommen sollten.
Sonst sprachen wir kaum miteinander. Jeanette war die Tochter einer über uns wohnenden Witwe.
Jeanette schien älter als ich zu sein, mindestens einundzwanzig. Sie war ein hübsches Mädchen von interessantem slawischem Typ, aber es lag etwas Asketisches in ihrem Gesicht. Ihre Bewegungen wirkten linkisch. Ihre Augen blickten scheu, vielleicht sogar voller Angst. Die Klatschtanten unserer Gegend wollten wissen, dass sie von ihrer Mutter terrorisiert wurde.
»Sie gehen doch hoffentlich heute nicht zur Arbeit?«, fragte ich schließlich, um etwas zu sagen.
»Doch«, antwortete sie und erklärte, dass sie in einer Dienststelle als Dolmetscherin angestellt sei. »Was für ein kostbares Kleid Sie tragen!«, rief sie dann aus.
»Möchten Sie es mal anprobieren?«, fragte ich, denn ich sah eine Gelegenheit, dieses eigenartige Wesen näher kennen zu lernen.
Sie lehnte entsetzt ab und hatte es plötzlich eilig, von mir wegzukommen. Sie wirkte jetzt eigenartig verkrampft, als habe sie sich selbst dabei ertappt, etwas Verbotenes getan zu haben. Vielleicht war sie sich bewusst geworden, der leibhaftigen Sünde begegnet zu sein.
Ich schlich leise die Treppe hinauf und versuchte die
Wohnungstür ohne Geräusch zu öffnen. Ich meinte auch, das sei mir gelungen, aber da irrte ich mich.
Meine Mutter kam aus ihrem Schlafzimmer, blieb im Türrahmen stehen und blickte mich an. Sie hatte sich den Morgenmantel übergeworfen und ihn in der Eile nicht richtig geschlossen. Ich sah, dass sie darunter nackt war.
»Wo hast du das Abendkleid her?« Ihre Stimme ließ keinen Zweifel daran, was mich erwartete.
»Ein Geschenk«, sagte ich.
»Von einem Mann?«
»Von einer Frau.«
Meine Mutter musterte mich von oben bis unten. Sie überlegte, und das fand ich verwirrend.
»Ich weiß nicht, ob ich es lieber sehen würde, wenn du das Kleid von einem Mann bekommen hättest«, meinte sie dann nachdenklich. Sie strich sich dabei mit dem rechten Zeigefinger über die Lippen. Da sie vergessen hatte, den Gürtel zuzumachen, fiel ihr Mantel durch die Armbewegung vollends auseinander, und ich fand, dass ihre Brüste mit meinen konkurrieren konnten. Na, und ihre Schenkel! Sie war nicht rasiert wie ich, aber sie musste ohne Zweifel eine Schere benutzt haben.
»Dreh dich um«, befahl sie nun.
Ich tat es, und ein leichtes Lächeln glitt über ihre Züge.
»Du bist richtig schön«, erklärte sie. »Ich wusste gar nicht, dass ich schon so eine erwachsene Tochter habe.«
Nach dem Lob kam die Gardinenpredigt: »Aber ich müsste dich jetzt übers Knie legen und dir den Hintern verhauen. Ich habe die ganze Nacht gewacht, weil du nicht heimgekommen bist. Als ich so jung war wie du und zum ersten Mal die halbe Nacht weggeblieben bin, hat mich mein Vater erwartet und mir mit einem Stock den nackten Hintern so bearbeitet, dass ich noch acht Tage später Striemen hatte und nicht sitzen konnte. Außerdem bekam ich Hausarrest. Weil ich trotzdem immer wieder ausgerückt bin, wurde ich dann endgültig als das schwarze Schaf der Familie verschrien.«
Sie befühlte die Seide meines Kleides, aber das wirkte nur wie eine Geste, ihre Gedanken waren bei den Erinnerungen. Sie legte ihren Arm um meine Schulter und führte mich ins Wohnzimmer. Wir setzten uns nebeneinander auf die Couch.
Ich war verwirrt. Noch niemals hatte sie von sich erzählt.
Ob glücklich oder unglücklich, davon war keine Rede gewesen, und ich machte mir auch keine Gedanken darüber. Ich arbeitete die meiste Zeit des Tages im Geschäft; die paar Stunden danach waren kurz genug.
Nun saßen wir lange schweigend nebeneinander. Ich war hundemüde, aber auch eigenartig gerührt.
Wir müssen ein seltsames Bild abgegeben haben, ich noch immer in meinem Abendkleid und neben mir meine Mutter im offenen Morgenmantel, so als ob ihre Nacktheit etwas ganz Normales wäre.
»Ich habe sehr darunter gelitten«, nahm sie ihre Erzählung wieder auf. »Dabei verspürte ich selbst mein schlechtes Gewissen und kam mir verworfen vor. Manchmal war ich so verzweifelt, dass ich mir am liebsten das Leben genommen hätte!«
Sie spielte gedankenverloren mit ihrer Brustwarze.
»Den ganzen Tag fühlte ich mich geil. Ich stellte mir in meinen Träumen die verrücktesten Sachen vor. Dieses Biest zwischen meinen Schenkeln...« Sie spreizte ihre Beine und strich mit der Hand über den kurz geschorenen Venushügel. »Dieses Biest ließ mir keine
Ruhe.« Nun zog sie ihren Morgenrock zusammen. »Ich fühlte mich schuldig und sündig, aber ich träumte gleichzeitig von Schwänzen und allem, was man damit machen könnte.«
Sie nahm erregt eine Packung Zigaretten, holte eine heraus und bot auch mir an. Ich nahm das Feuerzeug vom Tisch, hielt ihr die Flamme hin und zündete auch meine Zigarette an. Ich schwieg. Was sollte ich schon sagen?
Sie stand auf, machte ein paar Schritte, blieb wieder stehen und blickte mich an. Dann kam sie zurück und setzte sich erneut. Sie sah mich voll an und lächelte scheu.
»Du bist meine Tochter«, stellte sie fest, »und ich weiß, daß du nicht anders bist als ich.«
Ich warf meine Arme um ihren Hals und küsste sie innig. Sie drückte mich fest an sich, und mir war, als hätte ich erst jetzt verstanden, wie sehr wir einander verbunden waren.
»Jedes gesunde Mädchen, das in dein Alter kommt, ist so. Man braucht sich nicht verworfen und sündig zu fühlen.«
»Ich liebe dich«, flüsterte ich.
Sie streichelte im tiefen Ausschnitt des Abendkleides meinen nackten Rücken.
»Ich bin so müde«, sagte ich dann.
»Ich auch«, antwortete sie.
Wir lösten uns voneinander.
»Also marsch ins Bett!«
»Darf ich bei dir schlafen?«, bat ich sie.
»Das hast du seit sechs Jahren nicht mehr getan.« Und dann erklärte sie: »Aber ich schlafe nackt!«
»Ich auch!«, sagte ich.
Als ich aufwachte, war ich völlig verblüfft, weil ich im breiten Bett meiner Mutter lag. Dann erinnerte ich mich wieder, aber mir kam alles ganz unglaubhaft vor, wie ein Traum.
Ich setzte mich auf und blickte umher.
Das purpurrote Abendkleid lag da, mein Nichts von einem Slip, die Strümpfe und goldenen Sandaletten.
»Der Kaffee ist fertig!«, rief meine Mutter von der Tür her. »Ich nehme an, dass dein Vater heute kommt. Bis dahin solltest du dich ein wenig zurechtgemacht haben.«
»Meinst du wirklich?«
»Ein Wochenende im Monat verbringt er doch meistens bei uns.«
Meine Mutter sah zu, wie ich aus dem Bett kletterte. Sie schaute mir demonstrativ zwischen die Beine und hatte natürlich entdeckt, dass ich da unten rasiert war. Ihr Blick machte mich ein bisschen verlegen.
Ich sammelte meine Kleider zusammen, drückte mich an ihr vorbei und lief in mein Zimmer.
Nachdem ich geduscht hatte, frühstückten wir zusammen.
Erstaunlich: Seit Jahren waren wir uns recht fremd gewesen. Wenn ich vom Geschäft nach Hause kam, machten wir mühsam Konversation, um die Tatsache zu verdecken, dass wir uns eigentlich nichts zu sagen hatten.
Heute saßen wir zusammen, aßen mit viel Vergnügen, schwiegen verständnisvoll und fühlten uns, wie mir schien, alle beide wirklich wohl. Es gab etwas Neues zwischen uns, nämlich, dass wir uns plötzlich verstanden und dadurch zu Komplizinnen geworden waren.
»Meist kommt er so gegen vier Uhr nachmittags.«
»Vater?«, fragte ich.
»Wer wohl sonst?«, antwortete meine Mutter.
Ich hatte über das Verhältnis meiner Eltern zueinander niemals nachgedacht.
Mein Vater blieb, bis auf wenige Ausnahmen, auch an den Wochenenden auf Reisen. Meine Mutter war immer im Hause. Ich hatte meinen Job und beschäftigte mich in meiner Freizeit mit mir selbst.
Ich vermisste meinen Vater nicht - oder nicht mehr. Vielfach war ich zufrieden, dass meine Mutter auch mit sich selber beschäftigt schien. Für mich hatte es niemals Probleme gegeben.
Nun stellte ich mit Erstaunen fest, dass ich über beide nachdachte.
»Tust du’s noch mit ihm?«
Meine Frage traf sie wie ein Schlag. Sie starrte mich mit offenem Mund an. Es dauerte eine Weile, bis sie heiser fragte: »Was meinst du damit?«
»Ob du es mit ihm machst? Im Bett, meine ich.«
Sie schluckte, einen Augenblick lang sah es so aus, als ob sie auf mich losgehen wollte. Aber sie war vernünftiger, als ich es für möglich gehalten hätte.
»Ich weiß nicht, ob eine Tochter das jemals ihre Mutter gefragt hat«, sagte sie dann. »Wahrscheinlich ist es nur Dummheit, wenn Eltern ihren Kindern weismachen wollen, dass sie blütenreine Engel sind, die etwas so Animalisches nicht tun, besonders da Kinder ein Beweis dafür sind, dass sie es getan haben. - So gesehen, wäre gegen deine Frage gar nichts einzuwenden.«
Sie nahm sich eine Zigarette, und ich griff auch in die Schachtel. Sie machte einen tiefen Zug und blies den Rauch in die Luft: »Aber deine Frage ist unverschämt, weil dich das nichts angeht.«
»Entschuldige!«, bat ich kleinlaut.
Sie lächelte überlegen.
»Aber da du nun schon gefragt hast: Ja, ich werde es mit ihm tun.«
»Und die andere?«, fragte ich.
»Ich bin seine Frau.«
Sie stand auf und begann, das Kaffeegeschirr abzuräumen. Ich half ihr dabei. Wir scheuerten die Küche und machten die Wohnung sauber. Dabei sprachen wir
wenig.
Einmal fragte meine Mutter, wie ich mich nach meiner ersten durchbummelten Nacht fühle.
»Gut!«, sagte ich einfach. »Mir hat das gar nichts ausgemacht.«
»Es erweckt ganz den Eindruck«, stellte sie fest. »War’s denn auch schön?«
»Ich bin zufrieden.«
Sie lächelte hintergründig. »Hast du’s getan?«
Sie sah, dass mich ihre Frage schockierte.
»Mach nicht so ein Gesicht. Du hast mich vorhin dasselbe gefragt.«
Sie hatte Recht, und ich musste über mich selber lachen.
»Ja«, sagte ich dann.
»Liebst du ihn?«
»Es waren mehrere!«
»Mehrere?«
»Ja, zuerst vier Jungen. Sie haben mich mehr oder weniger vergewaltigt, aber das hat mir gut gefallen.«
»Das hat dir gefallen?«, wiederholte sie. Meine Eröffnung verschlug ihr offenbar den Atem, sie fand keine richtigen Worte.
»Seitdem glaube ich nicht mehr, dass ein einzelner Mann eine richtige Frau überhaupt befriedigen kann.«
»Meinst du? - Aber das Abendkleid?«
»Ach! Das war eine andere Clique, zwei Damen und zwei Herren, die ich erst später getroffen habe, kauften mir das Kleid, weil sie sich in ihrem Klub sonst nicht mehr sehen lassen könnten.«
»So, und wie geht das weiter?«
»Überhaupt nicht«, antwortete ich, »denn ich werde niemanden davon Wiedersehen.«
Meine Mutter machte jetzt ein sehr nachdenkliches Gesicht. Sie versuchte offenbar, sich über die Situation klar zu werden.
»Schlafwandler soll man nicht wecken, sonst stürzen sie ab«, sagte sie dann.
Ich verstand nicht, was sie damit ausdrücken wollte, und ärgerte mich fast, dass ich ihr die Wahrheit gesagt hatte. Aber schließlich war ich doch ganz froh darüber.
Wir gingen dann noch zum Einkäufen. Hinterher bummelten wir herum, bis mein Vater endlich kam.
Er umarmte meine Mutter geradezu stürmisch, sodass man glauben konnte, er hätte sich die ganze Zeit über nur nach ihr gesehnt.
Von mir forderte er einen Kuss und fragte mich dann, was ich im Geschäft mache, ob ich Freude am Beruf habe und so weiter.
Das bewies nur, wie wir uns auseinander gelebt hatten. Offensichtlich kannten wir uns kaum noch und wussten uns nichts mehr zu sagen.
Dabei gebe ich zu, dass ich ihn seit dem Gespräch mit meiner Mutter viel kritischer betrachtete.
Eins musste man ihm lassen: Er sah immer noch sehr gut aus. Ich konnte mir vorstellen, dass es für ihn nicht schwer war, eine Freundin zu finden.
Da ich mir sagte, dass die beiden sicherlich gern allein sein wollten, beschloss ich, ins Kino zu gehen.
Der Krimi, den ich dann sah, langweilte mich, und ich blieb in Gedanken mit mir selbst beschäftigt.
Ich wunderte mich! Irgendwie war die vergangene Nacht für mich schon so unwirklich wie ein Traum. Wenn das Abendkleid nicht so ein sichtbarer Beweis gewesen wäre, könnte ich kaum glauben, alles erlebt zu haben. Dabei versuchte ich immer wieder an mir zu entdecken, was sich verändert hatte. Eine solche Nacht müsste doch Spuren hinterlassen! Aber ich fand nichts. Ich war noch dieselbe wie gestern und sogar schon wieder genauso allein wie vorher.
Das kam mir zum Bewusstsein, als ich nach dem Film auf der Straße stand und sah, wie sich der Menschenstrom aus den Türen ergoss und schnell verlief.
Die Lichter erloschen, und wenn mich jemand angesprochen hätte, würde mich das gefreut haben.
Ich kaufte mir eine Schachtel Zigaretten und Streichhölzer. Das Rauchen schmeckte mir zwar nicht, aber es machte mir Spaß, eine Zigarette in der Hand zu halten.
Ich bummelte langsam die Straßen entlang, blieb vor manchen Modehäusern stehen, besonders wenn ich fühlte, dass mir jemand nachblickte. Ich wollte mich im Licht der Schaufenster zeigen, doch niemand kam. Es wurde Mitternacht, ehe ich heimging.
Am Sonntag stand ich spät auf. Meine Eltern waren nicht da. Ich duschte und machte mir Frühstück. Wenig später kamen sie von einem Besuch bei unseren Nachbarn zurück.
Sie machten einen gelösten und glücklichen Eindruck. Ich konnte mir jedenfalls jetzt nicht vorstellen, dass mein Vater eine andere Frau mehr lieben sollte als meine Mutter.
Sie bildeten ein gut aussehendes Paar. Er war vierundvierzig Jahre, schlank und sportlich mit seinem dunkelblonden Haar und ein paar weißen Strähnen an der Schläfe, mit klaren, blauen Augen, einer etwas gebogenen Adlernase und kräftigem Kinn. Er war groß und zeigte, vielleicht ein wenig zu gewollt, weltmännische Bewegungen. Aber die brauchte er wahrscheinlich in seinem Beruf.
Er war mir heute sympathischer, ich fühlte mich ihm näher als am Vortag.
Sie war eine nur etwas ältere Ausgabe von mir. Schwarzes Haar, volle, rote Lippen, breiter Mund, aber mehr Kurven: füllige Brüste, darunter eine schmale Taille, mit üppiger Rundung ausladende Hüften: eine Sexbombe!
Solange mein Vater da war, verlief alles verhältnismäßig einfach. Er lud uns zum Essen ein. Es gab ein ausgezeichnetes Menü, wir trafen Bekannte und unterhielten uns gut.
Ich verzeichnete große Erfolge, denn alle fanden, dass ich viel aufgeschlossener wäre als früher.
Ich fühlte mich auch tatsächlich gelöster und hatte keine Angst mehr, dass ich irgendetwas über mich verraten könnte. Ja, das war es wohl.
Bis zur Affäre mit Mimi hatte ich mich gefühlt, als sei ich eine Gezeichnete, die geheime Laster hat, denen sie unentrinnbar verfallen ist. Denn es brannte immer in mir, ich musste es machen, mir selbst immer wieder, wo ich nur Gelegenheit dazu fand.
Manchmal habe ich geglaubt, man müsse es mir ansehen, sodass ich mich verstecken wollte. Dann war ich verzweifelt.
Seit die vier Jungen es mit mir getrieben hatten und ich den Rest der Nacht mit Mimi und den Tamburinos im Klub verbrachte, war ich frei geworden. Frei von jedem Schuldkomplex und frei von aller Angst. Jetzt fühlte ich mich stark und voller Lebensmut.
Ich war noch niemals so glücklich gewesen!
Als mein Vater abends wieder abfuhr, umarmte ich ihn herzlich.
In der nächsten Woche schien alles wie vorher. Am Tage acht Stunden Schreibmaschine - anschließend allein ohne jeden Kontakt.
Dann musste meine Mutter zu ihrer Schwester fahren, die schwer erkrankt war. Die Wohnung stand also leer. Das bedrückte mich immer mehr, wenn ich aus dem Geschäft nach Hause kam, als ich für möglich gehalten hätte. Es fehlte jede Atmosphäre. Ich vermisste das Gefühl, jemand ist da, von dem Geborgenheit ausgeht, selbst wenn man nicht immer miteinander spricht.
Ich sah mir Filme an und bummelte durch die Straßen, nur um nicht allein in der Wohnung sein zu müssen.
Meine Laune sank auf den Tiefpunkt.
In dieser Stimmung war ich, als es eines Abends an der Wohnungstür läutete. Ich erwartete niemand und konnte mir auch nicht denken, wer mich um diese Zeit hätte besuchen sollen.
Ich war unschlüssig, aber meine Neugierde siegte über meine Bedenken. So zog ich den Morgenmantel an und ging an die Tür.
Jeanette Briancourt, die mit ihrer Mutter über uns wohnte, stand draußen.
»Darf ich hereinkommen?«, flüsterte sie. Sie sah mich dabei nicht an.
Ich war ihr nicht mehr begegnet seit dem Morgen, als ich in dem neuen Abendkleid nach Hause gekommen war. Heute wirkte sie verstört, und ihre dünnen Arme schienen zu zittern.
»Lassen Sie mich rein, ich möchte nicht gesehen werden.« Ich ließ sie hereinkommen.
»Was haben Sie, Jeanette?«
»Meine Mutter hat mir verboten, mit Ihnen zu sprechen.«
»Und dann kommen Sie?«
»Sie ist zur Versammlung vom Wohlfahrtsverein.«
»Gibt es einen Grund, zu mir zu kommen?«
»Ich spüre Angst!«
»Na, und?«
»Ich habe einen Geliebten!«
»Gratuliere! - Lieben Sie ihn?«
»Ja - sehr!«
»Und er liebt Sie?«
»Ich war mit ihm zusammen!«
»Zusammen?«
»Ja, im Bett.«
Sie stand da mit hängenden Armen und gesenktem Kopf. Die Fußspitzen ihrer dünnen, mageren Beine zeigten nach innen. Sie konnte einem Leid tun.
»Das ist ganz natürlich«, sagte ich. »Deshalb brauchen Sie doch keine Angst zu haben. Na - und vielleicht heiratet er Sie.«
»Er ist doch verheiratet und hat auch schon zwei Kinder.«
»Ach du meine Güte! - Wie alt ist er denn?«
»Sechsundvierzig. «
Also, das haute mich um. Der Kerl war auch noch fünfundzwanzig Jahre älter als dieses verschüchterte Wesen!
»Sie sind wohl wahnsinnig«, platzte ich heraus. »Der Kerl könnte Ihr Vater sein.«
»Ich liebe ihn«, flüsterte sie trotzig.
»Lieben ihn! - Haben Sie denn schon mal was mit einem anderen gehabt?«
»Was glauben Sie von mir? - Er ist meine erste Liebe.«
»Auch das noch. - Ich will Ihnen mal was sagen: Gehen Sie, und suchen Sie sich einen Jungen. Einen netten Bengel, der im Alter zu Ihnen passt, und treiben Sie’s mit ihm, ganz egal wo, im Park auf einer Bank oder vor der Haustür. Dann werden Sie sehen, wie schnell Sie den anderen vergessen haben.«
»Niemals!«, meinte sie stur. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt, und sie zitterte. »Er wird sich scheiden lassen, und dann wollen wir heiraten!«
»Sie blödes Ding«, fuhr es mir heraus. Ich hatte jetzt wirklich genug. »Sie sind so skrupellos, sich in eine Ehe zu drängen? Wollen Sie andere Menschen unglücklich machen?«
Nun wurde ich ungeduldig. Ich wollte mich anziehen und einen Abendspaziergang machen.
Ich zog meinen Morgenmantel aus und bückte mich nach meinem Slip. Da fühlte ich ihre Blicke auf meiner nackten Haut. Sie tasteten meinen Körper ab und blieben zwischen meinen Schenkeln haften.
Ihr Gesicht glühte vor Hitze.
»Er hat’s mir gemacht, und er liebt mich!«, flüsterte sie heiser. »Es gibt keinen Menschen außer ihm, und ich werde niemals einen anderen lieben.«
Einerseits tat sie mir Leid - andererseits war mir dieses durch und durch verkrampfte Wesen zuwider.
Ich erkannte die hinterhältige Lüsternheit in diesen verschlagenen Augen, die von meinem enthaarten Kätzchen nicht loskamen. Ich sah ihre Unterlippe zittern.
»Was wissen Sie schon von Liebe?«, sagte ich spöttisch. »Sie kennen den Mann doch gar nicht, Sie wissen nichts von seinen Gewohnheiten, von seinen Interessen. Warum sollte er Sie lieben? Der war nur mal neugierig, und Sie werden es ihm leicht gemacht haben. Jetzt ist er befriedigt und weiß nun, dass seine Frau besser ist als Sie.«
Da hob sie den Blick. Augen voller Hass sahen mich an. Ihr Mund verzerrte sich. Sie ging auf mich los und wollte mich schlagen, aber ich war stärker als sie. Ich fasste ihre Arme und presste sie zusammen.
»Sie verdorbenes Miststück!«, schrie sie. »Meine Mutter hat Recht. Sie treiben es mit jedem - ohne echtes Gefühl und wahrer Liebe nicht fähig. Ich danke Gott, dass ich nicht bin wie Sie - Sie...«
Sie war so voller Hass, dass sie gar nicht merkte, wie meine rechte Hand unter ihren Rock fuhr und ihr Höschen zur Seite schob. Da sie breitbeinig stand, hatte ich es leicht. Ehe sie reagieren konnte, steckten mein Mittel- und Zeigefinger in ihrer Pflaume, die ganz nass war. Sie hatte sich also bereits an meinem nackten Körper erregt.
Sie schrie, presste die Schenkel zusammen und hielt dadurch meine Hand fest. Ich konnte nur die Fingerspitzen in ihr bewegen. Das genügte vollkommen. Sie hörte auf zu schreien und schloss die Augen.
Dann stieß sie mit einem Stöhnen die Luft aus. Ihre Schenkel öffneten sich. Ihre Knie wurden weich und knickten ein. Ihre Pflaume presste sich gegen meine Hand. Ihr Mund war weit geöffnet, der Kopf zurückgelegt.
Ich machte es ihr mit langen, harten Stößen. Schon nach dem zehnten Stoß war sie nichts mehr als ein von Geilheit geschütteltes Wesen.
»Ah! - Herrlich! - Jetzt!«
Es kam ihr. Ich machte weiter, und sie hatte gleich drei Orgasmen hintereinander.
Sie stieß jetzt entgegengesetzt zum Rhythmus meiner Finger und verstärkte dadurch die Stöße. Dabei klammerte sie sich mit den Händen an meine Schultern, weil sie sonst keinen Halt gehabt hätte.
Sie leckte ihre Lippen. Ihre linke Hand ließ meine Schulter los. Sie taumelte, und ich konnte mit meiner freien Hand gerade noch zwischen die Backen ihres Hinterns greifen und sie festhalten.
Ich hatte sie da, wo ich sie haben wollte. Sie, die eben noch von ihrer einzigen, einmaligen Liebe gesprochen, die mich eben noch ein verdorbenes Miststück genannt hatte, sie zitterte vor Geilheit unter meinen Händen, konnte nicht genug kriegen - und machte es sich noch selbst. Immer wieder kam es ihr, schier endlos!
Ich hörte abrupt auf, ließ ihren Hintern los, und sie taumelte gegen die Wand. Sie lehnte nun mit dem Rücken dagegen und sah mich an, wartete, dass ich zu ihr käme, aber ich tat es nicht.
Ich ging in mein Zimmer, zog mir meine langen schwarzen Hosen an und dazu einen Kaschmirpullover.
Nachdem ich mein Make-up erneuert hatte, war Jeanette Briancourt verschwunden.
Ich freute mich darüber. Zwar war ich mindestens zwei Jahre jünger als Jeanette, aber ich kam mir gegenüber diesem verklemmten Wesen sehr erhaben vor.
Wenn sie, ermutigt durch das Erlebnis mit mir, tatsächlich einen Jungen fände, der im Alter zu ihr passte, der sie lieben und vielleicht sogar heiraten würde, könnte sie ein anderer Mensch werden.
Ich wünschte es ihr! Aber wahrscheinlicher war, dass sie sich mit ihrer Verschrobenheit in diese, wie sie meinte, einzige Liebe zu dem älteren, verheirateten Mann verrennen würde. Dann würden sich ihre Schuldgefühle ins Unerträgliche steigern.
Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zur Avenue Foch.
Ich suchte nach einer Klingel, aber die Tür besaß nur einen Klopfer, den ein bronzener Löwenkopf im Maul hatte. Ich bediente ihn und wartete.
Als die Tür endlich geöffnet wurde, sah ich einen alten, würdigen Herrn vor mir, einen Butler vermutlich, im Dienste seiner Herrschaft in Ehren ergraut. Er blickte mir reserviert entgegen.
»Ich bin Brigitte, Frau Gräfin erwartet mich.«
»Man hat es mir gesagt.« Er machte eine feierliche Verbeugung. »Wenn Sie mir bitte folgen wollen.«
Ich ging hinter ihm in eine Halle, die mir so groß vorkam wie ein Tanzsaal. Eine breite Freitreppe führte von der Mitte nach oben und teilte sich im ersten Stock zu einer Balustrade. Der Butler führte mich zu einem Louis-XV.-Sessel und bat mich, Platz zu nehmen. Dann ging er gemessen davon, ich war allein.
Hoch über mir wölbte sich eine gläserne Kuppel, die der Halle ein besonderes, stimmungsvolles Licht spendete. Von den Wänden blickten riesige Porträts von Männern und Frauen in Kostümen verschiedener Jahrhunderte auf mich herab. Der Fußboden war aus Marmor, auf dem echte Teppiche malerisch lagen.
Ich sah wieder auf die feierlichen Gesichter der Ahnen, die mich anzustarren schienen, und dachte an den Grafen Bernard und seine Frau Anette, mit denen ich es schon getrieben hatte. Ich dachte: Man muss sich die Adeligen nur nackt vorstellen, dann verlieren sie ihren tierischen Ernst. Der Gedanke machte mir Spaß.
Die Zofe der Gräfin weckte mich aus meinen Träumen. Sie mochte 26 Jahre alt sein, war mittelgroß und vollschlank. Auf ihrem braunen Haar thronte ein kleines weißes Häubchen.
Ihr Make-up war makellos mit getuschten Augenwimpern, Lidschatten und modern bleichen Lippen. Sie trug eine schwarzseidene Bluse und einen schwarzen Faltenrock, so mini, dass fünf Zentimeter weniger ihren Venushügel sichtbar gemacht hätten. Die Andeutung eines weißen Schürzchens darüber vertiefte noch die kokette Note der Aufmachung.
Ihre wohlgeformten Beine steckten in schwarzen Strümpfen.
Sie stieg vor mir die Freitreppe hinauf. Der dicke Teppich schluckte jedes Geräusch. Es war so still, dass ich ihren Atem hören konnte.
Ich sah zu ihr auf und blickte ihr direkt unter das Röckchen, das bei jedem Schritt graziös wippte. Ihre schwarzen Nylons waren keine Strumpfhosen. Sie endeten kurz vor dem Punkt, an dem ihre kräftigen Schenkel sich vermählten. Ein klitzekleiner schwarzer Slip hatte sich in die Furche ihres Hinterns gezogen, und so sah ich die beiden sich im Rhythmus ihrer Schritte bewegenden Backen in strahlender Nacktheit vor mir.
Für jeden, dem weibliche Rundungen nicht gleichgültig sind, ist das eine recht aufregende Angelegenheit.
Anette empfing mich in einem Raum, der ganz in Weiß und Gold gehalten war und den ich Salon genannt hätte, wäre nicht auch ein großer, dreiteiliger Frisierspiegel vorhanden gewesen. Es mochte also ein Ankleideraum sein oder ein Boudoir. Sie ruhte auf einer Ottomane und war mit einem durchsichtigen Nichts bekleidet, das wohl einen Hausmantel darstellte.
»Na, da bist du ja, Chérie!«, begrüßte sie mich und lud mich ein, neben ihr zu sitzen.
Dann bemerkte sie, dass die Zofe noch wartend dastand und fuhr sie an: »Steh hier nicht herum, Jeanette. Du kannst das Kleid schon richten. Ich läute, wenn du es bringen sollst.«
Jeanette knickste schnippisch, sodass ihr Röckchen hochflog und damit einen schnellen Blick auf das kaum bedeckte schwarze Dreieck gewährte.
»Sie ist ein Luder!«, erklärte die Gräfin, doch es klang mehr wie eine Anerkennung.
»Aber dir gefällt das«, stellte ich fest und lächelte viel sagend.
Der Ausdruck ihres Gesichtes wechselte. Hochmut und Arroganz glitten darüber hinweg.
Anscheinend fiel es ihr schwer, so etwas von mir anzuhören.
»Wie eine Tigerkatze reagiert, das kann ich mir genau vorstellen«, sagte sie dann. »Wie zahme Katzen reagieren, das ist unberechenbar. Die sind mir unheimlich.«
»Deshalb umgibst du dich mit Bestien!«
Sie lachte lauthals: »Schmeichlerin!«
Ich suchte zwischen den Falten ihres Hausmantels und legte meine Hand auf ihren Oberschenkel. Zu meiner Genugtuung stellte ich fest, dass sie sofort reagierte. Ihre Zähne gruben sich in ihre Unterlippe. Aber sie entspannte sich gleich wieder.
»Ich will dir sagen, warum ich dich heute sprechen wollte, Brigitte. Wir veranstalten ein Wohltätigkeitsfest. Vorgesehen ist eine amerikanische Auktion. Die Kleider eines jungen Mädchens sollen versteigert werden einschließlich Schuhen, Strümpfen und Slip. Das wird die Sensation des Abends! Wir können dafür keine berufsmäßige Stripperin gebrauchen. Bei dem Mädchen, das zum Schluss splitternackt dastehen soll, muss man überzeugt sein können, dass es sich für den guten Zweck zur Verfügung stellt. - Eine Unschuld, die ein großes Opfer bringt, das dann auch entsprechend hohe Preise erzielt. - Der Slip wird die höchste Versteigerungssumme einbringen, verstehst du?«
»Soll etwa ich die Unschuld sein?«
»Na klar. Ich kenne niemanden, dem man das eher glauben würde als dir.«
Ich musste so lachen, dass mir die Tränen kamen, und konnte gar nicht wieder aufhören.
»Lach nicht!«, befahl mir die Gräfin. »Du sollst das auch nicht umsonst machen. Du bekommst zehn Prozent der Versteigerungssumme. Ich schätze, dass die Sache 30 000 bis 50 000 Francs einbringen wird.«
»Das wären ja drei- bis fünftausend Francs!«, rief ich verblüfft und rechnete mir dabei aus, dass ich soviel sonst in einem halben Jahr verdienen würde. »Trotzdem: Ich als Unschuld, die ein Opfer bringt«, gab ich zu bedenken. »Du vergisst, dass ich einen vollständig enthaarten Körper habe. Statt für unschuldig, werden sie mich für pervers halten!«
»Dass du keine Haare dran hast, wird sie nur von deiner Kindlichkeit überzeugen. Die alten Schachteln müssen ganz gerührt sein.« - Sie unterbrach sich und biss sich auf die Lippen. Dann erklärte sie: »Du brauchst keine Angst zu haben, dass du Perlen vor die Säue wirfst. Es wird nur das exklusivste Publikum da sein. Also, wie ist es? D’accord?«
Ich hatte mich im Geheimen längst entschieden. Erstens lockte mich natürlich das Geld, und zweitens besaß ich eine exhibitionistische Ader. Allein und nackt einer prominenten Gesellschaft von mehreren hundert Menschen gegenüber zu stehen und die Reaktion auf ihren Gesichtern abzulesen - der Gedanke erregte mich schon jetzt.
Gräfin Anette stöhnte, und ich wusste erst gar nicht, warum. Aber dann merkte ich, wie meine Hand während unserer Unterhaltung, ohne dass es mir bewusst wurde, an ihrem Schenkel hochgerutscht war. Schon glitten meine Finger in der nassen Spalte auf und ab.
»Tut das gut?«, fragte ich.
Sie blickte mir in die Augen. Ich streichelte sie schneller, und sie drückte fest dagegen. Ihr Mund öffnete sich, ihre Lippen schimmerten voller Erwartung.
Ich sah, dass die Tür sich öffnete. Jeanette kam mit Kleidern über dem Arm herein. Sie legte alles sorgfältig über eine Sessellehne. Dann blickte sie zu uns herüber. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Nicht die kleinste Regung an ihr verriet, dass die Szene irgendeine Überraschung für sie wäre.
»Madame la Comtesse«, sagte sie mit völlig gleichgültiger Stimme, »wir können das Kostüm probieren.«
Anette schloss die Augen. Sie schluckte erst einmal, bevor sie sprechen konnte. Ihr Bauch bewegte sich im gleichen Rhythmus wie meine Hand.
»Warte!«, brachte sie heiser heraus, und dann, nach einiger Zeit: »Gleich!«
Jeanette stützte sich auf die Sessellehne und sah uns zu.
Es dauerte nicht mehr lange. Die Gräfin reagierte genau umgekehrt wie andere Frauen. Während die meisten ihre Schenkel zusammenpressen, wenn es soweit ist, riss sie die Beine weit auseinander und streckte mir den Unterkörper entgegen.
Ich hörte einen kurzen, hastigen Atemzug von Jeanette, ihre einzige Regung, die zeigte, dass auch sie nicht ganz aus Holz war.
Dann fiel die Gräfin zusammen und lag still.
Ich schaute in die Augen von Jeanette, aber die waren wieder unbeteiligt und gleichgültig. Sie hatte sich längst gefangen.
»Probieren wir also!« Die Gräfin richtete sich auf. »Hilf ihr beim Aus- und Anziehen, Jeanette, und mach ihr das Make-up.«
Ich ging zur Frisiertoilette hinüber, wollte es genießen, mich von Jeanette ausziehen zu lassen.
»Sie ist ein Luder«, hatte die Gräfin gesagt, und ich merkte nun, wie sehr sie Recht hatte.
Während Jeanette mir das Minikleid auszog, ließ sie ihre Fingerspitzen an meiner Wirbelsäule entlanggleiten und berührte mit der anderen Hand meine Brustwarzen, denn ich trug keinen BH.
Als sie mir die Strumpfhose herunterzog, benutzte sie diese Gelegenheit, um an meiner Muschi und an meinem Hintern herumzuspielen, und sie war dabei so geschickt, dass man ihr nicht mal eine Absicht hätte nachsagen können.
Gräfin Anette war aufgestanden und zu uns herübergekommen. Sie stand nun hinter Jeanette und betrachtete mich.
»Sie hat eine süße Votze, stimmt’s, Jeanette?«
»Ich stehe nicht auf Weiber«, antwortete Jeanette rüde.
Die Gräfin zog ihr Knie an und stieß es Jeanette in den Hintern. »Werd nicht frech!«
Ich ärgerte mich. »Musst du unbedingt den Ausdruck Votze gebrauchen?«
Sie sah mich verblüfft und ratlos an, dann lachte sie: »Was soll ich denn dazu sagen?«
»Meinetwegen Kätzchen!«, erklärte ich nach einigem Überlegen.
»Worum geht der Streit?«, fragte Graf Bernard, der unbemerkt hereingekommen war.
»Mademoiselle will, dass Madame la Comtesse Kätzchen zu ihrer Votze sagt«, beantwortete Jeanette seine Frage.
Er griente. »Wie man’s auch nennt, es bleibt, was es ist.«
Er griff mit seiner Hand nach meiner, aber ich ahnte das und wich rechtzeitig aus. Doch auch die Gräfin fasste ihn am Arm und riss ihn herum. »Wenn du das tust, dann...«
Er drängte sie gegen einen Sessel und schob ihr mit einer geschickten Bewegung den Hausmantel von den Schultern.
»Wenn du eifersüchtig bist, wirkst du am schönsten!« Er drängte sich zwischen ihre Beine, und sie hatte seinen Schwanz schon drinnen, ehe sie sich überhaupt besann.
Jeanette begann mich anzuziehen. Einen winzig kleinen Slip, rot mit schwarzen Spitzen, schwarze Nylons, dann Wäsche, wie sie die Damen zur Rokokozeit trugen, statt der Krinoline einen Petticoat, eine Rokokorobe, und zum Schluss eine weiße Perücke.
Während Jeanette mir die Lippen nachzog, hörte ich das Hin und Her seiner Stöße, und wie die beiden bei jedem Ruck mit einem rauen »He« die Luft herausstießen.
Ich saß vor der Frisiertoilette auf einem Hocker, Jeanette stand breitbeinig vor mir. Ihre Hände waren jetzt mit dem Tuschen meiner Augenlider beschäftigt. Meine Hände lagen im Schoß. Doch ihr Rock war so kurz, dass ich nur die Hand zu heben brauchte, und das tat ich auch.
Sie war eine vollendete Zofe von untadeliger Haltung, verbindlich und unpersönlich in jeder Lage. Aber da, wo meine Hand jetzt spielte, da fühlte ich es nass und heiß. Sie federte leicht in den Knien, während sie weiterhin mit ruhiger Hand meine Augen herrichtete.
Trotzdem kam es ihr mindestens zweimal, ehe das gräfliche Paar fertig wurde.
Übrigens war das Kostüm reizend. Es musste einfach ein Erfolg werden. Dass ich mich einigermaßen mit Grazie ausziehen konnte, habe ich schnell noch bewiesen.
Auf der anderen Seite der Straße, unserem Haus gegenüber, stand Manuels roter MG. Ich freute mich darüber, denn von allen Männern, die ich bisher kennen gelernt hatte, tauchte er als Einziger immer wieder in meinen Gedanken auf. Er gab Hupzeichen, als ich auf seiner Höhe war. Ich blieb stehen und winkte hinüber, ging aber nicht zu ihm. Wenn er etwas von mir wollte, dann sollte er gefälligst aussteigen und zu mir kommen.
Schließlich tat er es.
»Ich habe auf dich gewartet«, sagte er.
»Wieso konntest du annehmen, dass ich kommen würde?«
»Einmal musstest du ja auftauchen!«
»Wie lange stehst du schon hier?«
»Auf die Minute genau eine Stunde und fünfundzwanzig Minuten.«
»Wie komme ich zu der Ehre?«
»Ich wollte dich zum Essen einladen.«
»Komm, setzen wir uns ein paar Minuten in deinen Wagen, so lange habe ich noch Zeit. Wenn du ehrlich bist, wirst du zugeben, dass du es heute Abend gerne machen möchtest, und weil du gerade kein Mädchen hast, dachtest du, du brauchtest nur hierher zu kommen.«
Manuel verzog sein Gesicht zu einer Grimasse. Er stieß einen tiefen Seufzer aus, ehe er sagte: »Da sieht man es wieder!«
»Was?«, fragte ich.
»Dass wir Verlorene sind. - Zwei Menschen, die füreinander bestimmt waren und sich durch eigene Schuld verloren haben.«
Seine Worte setzten mich in Erstaunen, aber ich fühlte auch eine tiefe Freude. Mir wurde voller Erschütterung bewusst, dass Manuel mir eben die erste Liebeserklärung meines Lebens gemacht hatte. Das war etwas so Wunderbares - ich konnte es nicht fassen!
»Wenn du noch lange so redest, fange ich an zu weinen«, erklärte ich und versuchte, das möglichst zynisch herauszubringen, obwohl mir die Tränen wirklich in der Kehle saßen.
Er sah mich an, und der angewiderte Ausdruck in seinem Gesicht ließ mich meine Worte schon bedauern, aber etwas hinderte mich, ihm das zu sagen.
Manuel deutete mein Schweigen falsch.
»Jetzt muss ich annehmen, dass ich zu viel Fantasie besitze und alles in unsere Beziehung hineingeheimnisst habe. - Dir gefällt, was dich befriedigt, hast du vorhin gesagt. Du erwartest von mir nur, dass ich dich umlege.«
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag. Sie erweckten einen unbändigen Zorn und eine abgrundtiefe Enttäuschung in mir. Ich sprang so schnell aus dem Wagen, dass ich selbst kaum wusste, wie ich herausgekommen war.
Ich beugte mich durchs Fenster zu ihm hinein: »Du hast Recht«, stieß ich hervor. »Ich bin eine Nutte, und du bist ein sturer Hund!«
Dann raste ich über die Straße auf unser Haus zu.
Bremsen kreischten, und ich schrie auf. Der Fahrer brachte seinen Wagen dicht vor mir zum Stehen. Hinter mir hörte ich Manuel rufen, aber ich schaute mich nicht mehr um.
Auf der Treppe kam mir meine Mutter entgegen, die am gleichen Tag zurückgekommen war. Sie hatte vom Fenster aus alles mit angesehen und fast einen Schock bekommen. Sie umarmte mich und schluchzte.
Ich heulte hemmungslos, aber nicht, weil ich der Gefahr entronnen war, sondern über meine eigene Dummheit.
Sie führte mich in die Wohnung und versuchte mich zu beruhigen.
»Der hätte mich ruhig überfahren sollen«, wimmerte ich.
Sie drückte mich an sich und ließ mich weinen.
»Ich habe alles verdorben. Oh, ich bin ja so gemein!«
Ich heulte von neuem los.
Sie streichelte mein Haar. »Du liebst ihn?«
Ich konnte nicht sprechen, nickte aber.
»Er macht einen sehr guten Eindruck!«
»Er ist der Sohn eines bekannten Arztes«, antwortete ich und gewann meine Fassung langsam wieder.
»Weshalb habt ihr euch denn gestritten, und warum hast du alles verdorben?«
»Ich war ja so gemein - wenn ich daran denke, wie nett er gewesen ist, ich könnte mich einfach...«
»Kennt ihr euch denn schon lange?«
»Er ist einer von den vieren, die mich vergewaltigt haben - damals war ich noch Jungfrau«, das fuhr mir wieder so raus.
Sie regte sich natürlich mächtig auf, das hatte ich aber nicht gewollt.
»Es hat mir nichts ausgemacht«, erklärte ich deshalb. »Im Gegenteil, ich habe alle viere so fertig gemacht, dass sie nicht mehr gekonnt hätten.«
Sie sah mich eine Zeit lang stumm an. Dann gab sie mir plötzlich eine kräftige Backpfeife.
Sie stand auf, ging zum Fenster und sah hinaus. Ich saß versteinert vor Überraschung und hielt meine Backe, die ganz schön brannte.
Jetzt mochte ich nicht einmal mehr heulen. Wenn man einen Fehler macht, dann ist das schon schlimm genug. Wenn man den gleichen Fehler jedoch wiederholt, so ist das absolut idiotisch. Ich war zu weit gegangen, erst bei Manuel, und jetzt bei meiner Mutter. Das verzieh ich mir nicht, und ich hätte mich am liebsten selbst geohrfeigt.
Während ich noch darüber grübelte, hörte ich meine Mutter lachen. Ich blickte zu ihr. Sie hatte sich herumgedreht und sah in mein dummes Gesicht.
»Als ich sechzehn Jahre war«, erzählte sie dann, »habe ich immer davon geträumt - mir immer gewünscht, dass ein Mann käme, der mich vergewaltigen würde. Es ist natürlich nie einer gekommen. - So viel Glück habe ich nicht gehabt. Bei uns zu Hause war alles stickig und engstirnig. - Aber ich habe mir dauernd plastisch vorgestellt, was er mit mir machen könnte. Auf diese Weise konnte ich mich aufregen. Da brauchte ich gar nicht mehr viel zu machen, um dahin zu kommen, wohin ich wollte.«
Als ich meiner Mutter davon erzählte, dass mich Gräfin Anette zum Wohltätigkeitsfest, zur >Fancy faire<, eingeladen hatte, war sie hin- und hergerissen. Sie versuchte zwar, das nicht so zu zeigen, aber ich glaubte, Eifersucht an ihr zu bemerken. Wenn sie gewusst hätte, was ich dort sollte, würde sie wahrscheinlich noch ganz anders reagieren, aber wohlweislich habe ich davon nichts gesagt.
Sie sah mir zu, während ich mich zurechtmachte. Ich war ihr dankbar, weil sie kein Wort darüber verlor, dass ich deswegen einen Tag blaumachte. Ich fühlte fast ein schlechtes Gewissen, zumal ich in letzter Zeit schon eine gewisse Übung darin erworben hatte.
Das Anziehen war das Wenigste. Ein winziger Slip und das rote Abendkleid von der Gräfin. Dazu golden gefärbte Finger- und Zehennägel und Sandaletten. Langwieriger war es, mein Make-up so hinzukriegen, wie ich wollte.
Meine Mutter betrachtete sich mit mir zusammen im Spiegel. Ich fand, dass sie mir im Aussehen immer noch Konkurrenz machen konnte, wenn sie das gewollt hätte.
Unten auf der Straße hupte ein Auto. Das musste mein Taxi sein! Ich hatte noch ein paar Handgriffe zu machen, und das dauerte so lange, bis der Fahrer ungeduldig wurde. Er klingelte an der Tür.
Der Weg von der Haustür war kurz, aber die Nachbarschaft neugierig, wer sich wohl ein Taxi leisten könne. Aus den Fenstern beugten sich Frauen, und ein paar Jungen stießen schrille Pfiffe aus, als sie mich in meiner Aufmachung erblickten. Ich war froh, als ich im Wagen saß.
Vor dem Haus in der Avenue Foch - es war fast ein Stadtschloss - kam es noch schlimmer. Ein roter Baldachin war über den Gehsteig gespannt, und ein roter Teppich reichte bis an den Rinnstein. An jeder Seite sorgte ein Polizist mit weißem Helm dafür, dass die ankommenden Gäste nicht durch Passanten gestört wurden. Eine Menge Schaulustiger hatte sich eingefunden, sodass jeder Besucher durch eine Gasse von Gaffern schreiten musste.
Zwei Wagen hielten noch vor mir, natürlich keine armseligen Taxis.
Der Chauffeur des ersten Wagens, eines weißen Mercedes, öffnete gerade den Schlag. Das aussteigende Paar wurde von der Menge mit lautem Händeklatschen empfangen. Die Polizisten konnten nicht verhindern, dass einige Teenager die Sperre durchbrachen, um Autogramme zu fordern.
»Das ist Charles Libier, der Filmstar«, erklärte mein Fahrer, und ich lächelte herablassend, als hätte ich ihn selbstverständlich erkannt, was natürlich nicht der Fall war.
Dann stieg aus dem Wagen vor uns eine alte Dame, die keinerlei Aufsehen erregte.
Jetzt war ich an der Reihe. Ich genoss das Angestarrtwerden. Doch wieder erntete ich, neben Beifall, einige Pfiffe von jungen Männern. Warum, das weiß ich nicht, denn ich glaube kaum, dass man mich verwechselt haben könnte.
Am Eingang der Halle stand Monsieur le Comte Bernard mit seiner Frau, der Comtesse Anette, sie empfingen die Besucher.
»Jeanette erwartet dich um drei viertel fünf zum Umkleiden. Für halb sechs ist die Versteigerung angesetzt. Sei bitte pünktlich.«
»Selbstverständlich«, versicherte ich, aber die Comtesse hatte sich schon einem neuen Gast zugewandt, der auch vor mir eine Verbeugung machte.
»Übrigens, Monsieur Lapin, Brigitte braucht Begleitung, wenn sie sich in die Fährnisse dieses Festes stürzt. Sie wären der richtige Mann, um sie zu beschützen.« Die Gräfin machte das sehr charmant, und so hatte ich jetzt einen gut aussehenden Begleiter, der etwa vierzig Jahre alt sein musste.
Die >Fancy faire< fand in sämtlichen Parterreräumen statt. Ich hatte zwar schon von solchen Festen gehört, zum ersten Mal durfte ich aber selbst eins besuchen, und ich war sehr gespannt.
Viele Damen der Gesellschaft hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Eine von ihnen leitete einen Schießstand, an dem man mit Luftpistolen auf Scheiben und Blumen schießen konnte. Es gab Horoskopverkäuferinnen und einen Wahrsager. Man durfte mit Bällen oder mit Ringen werfen. Ich entdeckte aber auch einen richtigen Spielsaal. Alles Geld, das eingenommen wurde, ging an ein Hilfswerk.
Dies war eine amüsante Art, Wohltätigkeit zu üben, und nicht nur die Besucher, sondern auch die Amateurverkäufer und -Verkäuferinnen fanden viel Vergnügen dabei.
Alles war versammelt, was man >Creme< nennt, vom Adel bis zum Filmstar, Großkaufleute wie Industrielle und Politiker.
Mein Begleiter, Monsieur Lapin, war sehr nett zu mir. Ich glaube, ich gefiel ihm, und er mir ebenfalls. Er kannte schrecklich viele Menschen. Es gab immer neue Vorstellungen, und ich hörte Namen, die ich ebenso schnell wieder vergaß.
Ich musste schießen, werfen, spielen und was es sonst noch gab - er bezahlte alles. Die Zeit verging so schnell, dass ich fast mein Umkleiden verpasst hätte.
Er ließ mich ungern gehen, und da ich ihm weder meine Adresse noch einen Termin für ein Rendezvous geben wollte, drängte er mir seine Karte auf.
Ich ging in die Halle und dann die breite Treppe hinauf. Auf der Balustrade wartete Jeanette bereits. Sie nahm mich mit in den Ankleideraum der Comtesse.
Da ich nur Abendkleid, Slip und Sandaletten trug, war ich schnell nackt.
»Ihren Schmuck lassen Sie besser hier«, meinte Jeanette. »Sonst laufen Sie Gefahr, dass auch er versteigert wird.«
Jeanette sah mir zu: »Sie besitzen die heißeste Figur, die ich je gesehen habe!«
»Sagten Sie nicht, dass Sie nicht auf Frauen stehen?«, fragte ich amüsiert.
»Ich mag nicht, wenn jemand zusieht. Heute habe ich Sie für mich allein.«
»Aber nur solange Sie mir beim Ankleiden helfen.«
Ich beugte mich zum Toilettentisch, um mein Ohrgehänge hinzulegen. Als ich mich aufrichtete, fühlte ich plötzlich Jeanettes Hände und Mund an meinem Rücken hinuntergleiten. Ihr Gewicht bewirkte, dass ich die Balance verlor. Ich musste meine Hände auf den Hocker stützen, um nicht hinzufallen. Sie beugte ihren Kopf über meinen Hintern. Ihre Zunge schoss heraus, sie leckte gierig und stieß gurrende Laute aus. Ihre Rechte schob sich zwischen meine Beine und begann zu spielen.
Aus den unteren Räumen drangen Fetzen von Musik herauf.
Ich hätte mich nur von dem Hocker abzustoßen brauchen, dann wäre sie rückwärts auf den Teppich geflogen. Aber ich besaß nicht die Kraft dazu. Ihre verrückten Berührungen trafen mich wie ein Blitz, der mich auflud und alle meine Glieder in Hochspannung versetzte, die sich an einem einzigen Punkt entladen wollte.
Nur einmal, dachte ich, wenn es mir gekommen ist, schiebe ich sie weg!
Mein Höhepunkt nahte. Ich hielt die Augen geschlossen und war eingefangen von der steigenden Ekstase. Jeanettes Kopf hatte bis dahin ruhig zwischen meinen Beinen gelegen, nur Zunge und Hände trieben ihr irres Spiel. Aber nun begann alles in Schwingungen zu geraten, und das irritierte mich, denn diese Rhythmen setzten sich auch bei mir in Bewegung um. Ich blickte zurück: Ein Herr im Frack fickte sie von hinten.
Der weiche Teppich, die Musikfetzen von unten und unsere intensive Beschäftigung hatten bewirkt, dass ich die Ankunft des dritten nicht bemerkte. Jeanette musste unvorstellbare Wollust empfinden. Sie stöhnte geiler. Ihre Zunge flitzte schneller in mir hin und her. Ich ahnte, wie sie mit verdrehten Augen und herausgestreckter Zunge zwischen meinen Backen lag, während sie Stoß um Stoß mit Gegendruck beantwortete.
Das machte mich fertig! Es kam mir in starken Wellen, ich schrie laut.
Daran, dass ich sie wegschicken wollte, war natürlich nicht mehr zu denken. Noch einmal erlebte ich Höhepunkte, ehe die beiden hinter mir zusammensackten.
Als wir wieder einigermaßen klar denken konnten, war natürlich höchste Eile geboten, denn wir hatten eine halbe Stunde vertan.
Deshalb kümmerten wir uns nicht um den Mann im Frack, der, abgewandt von uns, seine Hose in Ordnung brachte. Er verschwand ebenso wie er gekommen war, während wir hastig mit dem Ankleiden begannen.
Zuerst meine langen Strümpfe mit schwarzen Strumpfbändern, die mit roten Röschen geschmückt waren. Ein frischer Slip aus roten Spitzen, dann altmodische Hosen aus Leinen mit einem Leibchen dran. Statt der Krinoline, die ich eigentlich für das Kostüm gebraucht hätte, der Petticoat. Schließlich ein weiter Rock und eine Art von Korsage, dazu eine weiße Perücke.
Dann kam das Make-up, wobei ein Schönheitspflästerchen nicht vergessen werden durfte.
»Brigitte, wo bleiben Sie denn? Es ist bereits zehn Minuten nach halb sechs, alles wartet auf die Versteigerung!«
Comte Bernard stand in der Tür und schaute ärgerlich zu uns herüber.
Ich machte ein paar Handgriffe und blickte nochmals prüfend in den Spiegel.
»Es ist alles in Ordnung«, sagte Jeanette.
»Nun kommen Sie doch,«, rief Bernard.
Mir wurde noch ein Fächer in die Hand gedrückt. Dann ging ich am Arm des Grafen die Treppe hinunter. Das war gar nicht so einfach in dem Rokokokostüm. Ich schaffte es aber, mit Würde hinunterzukommen.
In der Mitte des großen Festsaales hatte man ein Podest aufgebaut. Die Plattform war mit dicken Teppichen belegt, und darauf stand nur ein Hocker im Rokokostil.
In diesem Saal hatten sich nun alle Besucher der >Fancy faire< zusammengefunden. Sie plauderten in Gruppen oder promenierten auf und ab.
Als man uns kommen sah, bildete sich ein Spalier von Menschen, durch das wir zum Podest schritten. Nachdem wir oben waren, gab es rauschenden Beifall. Ich schätzte, dass aber nur zwei Drittel der Besucher applaudierten. Es gab also auch Gäste, die diese Art von Wohltätigkeit ablehnten.
Es war für mich ein ganz neues, sensationell erregendes Gefühl, Mittelpunkt einer händeklatschenden Menge zu sein. Der Graf machte seine Verbeugung nach allen Seiten, und ich tat es ihm mit Knicksen nach. Dann hob er seine Hand, und im Saal wurde es still.
»Meine Damen und Herren!«, begann Graf Bernard. »Wir kommen nun zum Höhepunkt unseres Wohltätigkeitsfestes.
Eine französische Jungfrau, unsere charmante, liebenswerte Brigitte, hat sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie lässt es zu, dass wir jetzt jedes Stück ihrer Kleider amerikanisch versteigern. Von Ihren Geboten, meine Damen und Herren, wird es abhängen, welchen Erlös wir erzielen, um die Not auf dieser Welt zu lindern.«
Spontaner Beifall dankte ihm für seine Rede. Dann eröffnete er die Versteigerung mit meinem Fächer.
Er setzte das Mindestgebot auf 100 Francs fest und wurde ihn schließlich für 650 Francs los. Meine Handschuhe brachten fast das Gleiche. Das Bieten vollzog sich schnell und geschäftsmäßig.
Das Stillstehen fiel mir schwer. Ich bin nun mal so, dass ich nicht mehr aufhören kann, wenn ich erst angefangen habe. Jeanette hatte es geschafft, dass alle meine Nerven vibrierten.
Der Comte hob jetzt meinen langen, weiten Rock. Da wurde das Gebot schon lebhafter, er brachte 21 000 Francs.
Als ich den Rock ausgezogen hatte und man unter dem Petticoat die langen, weißleinenen Beinkleider sah, die bis zum Knöchel herunterreichten, da kamen die Käufer langsam in Stimmung. Ich drehte mich kokett, damit man mich von allen Seiten bewundern konnte. Blitzlichter flammten auf. Mir wurde erst jetzt bewusst, dass man schon bei meiner Vorstellung und der Rede des Comte fotografiert hatte.
Es mussten also auch Presseleute im Saal sein.
Die Korsage brachte 25 000 Francs, aber das Publikum schien enttäuscht, weil ich darunter noch ein leinenes Hemdchen trug.
Auf den Petticoat, der dann zur Versteigerung kam, waren einige schon ziemlich wild. Er brachte 36 000 Francs.
»Du musst jetzt ein bisschen mit dem Hintern wackeln!«, flüsterte Comte Bernard mir zu, bevor ich mich wie üblich mit ein paar Drehungen dem Publikum präsentierte. Jetzt kamen die Zuschauer auf ihre Kosten, denn die Beinkleider waren, wie im Rokoko üblich, hinten offen, und darunter trug ich nur einen winzigen Slip aus durchsichtigen Spitzen.
Man pfiff und klatschte begeistert, und das feuerte mich an, meinen Hintern erst richtig herauszudrücken, sodass der Schlitz hinten weit auseinander klaffte.
Wenn die wüssten, dass Jeanettes Zunge..., dachte ich, und jetzt machten mich der Beifall und der ganze Zirkus langsam toll. Mittelpunkt dieser snobistischen Menge zu sein, überkam mich wie ein Rausch.
Nach jedem Kleidungsstück, das ich abgelegt hatte, klickten die Kameras der Reporter.
Inzwischen bot man bereits auf mein Hemd, das noch die Spitzen meiner Brüste bedeckte. Ich legte es für 40 000 Francs ab. Ein kleiner Teil der Gäste verließ jetzt den Saal. Dafür gerieten die gebliebenen Zuschauer fast in Ekstase, als sie meine großen, festen Brüste nackt sahen, und ich fühlte, wie die Knospen hart wurden. Ich war jetzt nackt bis zu den Hüften und bedeckte meine Brüste mit den Händen, als wäre ich schamhaft. Ich spürte jeden Zentimeter meiner Haut. Als ich von Jeanette kam, war ich schon geil gewesen, aber jetzt machten mich die unzähligen Augen, die auf mich gerichtet waren, noch viel schärfer. Ein heißer, kribbelnder Strom rann meinen Rücken hinunter.
Ich hörte die Stimmen der Bieter und das Geraune, das mit jedem Gebot durch den Saal lief, nur als Laute, deren Bedeutung nicht in mein Gehirn drangen. Trotzdem erfasste ich instinktiv den Zeitpunkt, zu dem ich das Beinkleid ablegen musste.
Als ich rausstieg, brandete es auf wie ein Sturm. Ich stand breitbeinig da, mit Schuhen, langen schwarzen Strümpfen, die von mit Röschen verzierten Strumpfbändern gehalten wurden, und einem kleinen Slip aus roter Spitze.
Gafft nur, dachte ich. Ihr könnt mich alle haben! Dabei drehte ich mich in den Hüften. Ich fasste mit beiden Händen nach oben, nahm die weiße Perücke ab und schleuderte sie in den Saal, was eine neue Welle der Begeisterung hervorrief. Mein langes schwarzes Haar löste sich. Ich warf es nach vorn und ließ es um die Brüste fallen, als wollte ich sie bedecken. Während ich mich bewegte, spielte das Haar um sie.
In diesem Augenblick wollte Comte Bernard die Versteigerung beenden. Er begann zu sprechen, wurde aber unterbrochen.
»10 000 für den Slip!«, rief eine Stimme. »20 000, 25 000!« Alles an mir vibrierte. Ich machte ein paar Tanzschritte, weil ich nicht mehr still stehen konnte, hob meine Hände hinter den Kopf, um sie an dem zu hindern, was sie so gern tun wollten, und nahm alle Kraft zusammen, um mich selbst und meine Glieder zu kontrollieren. Ich blieb stehen, ging ganz leicht in die Knie. Meine Hände fielen auf meine Oberschenkel. Meine Fingernägel zogen sich eine Bahn über sie hinweg nach oben an meiner Muschi vorbei. Plötzlich kam es mir mit einer Wucht wie niemals zuvor.
Ich glaube, ich behielt mich trotzdem in der Gewalt. Nichts wies darauf hin, dass jemand es gemerkt hatte.
»Zieh den Slip aus!«, hörte ich Graf Bernards Stimme. Damit brachte er mich über die Krise hinweg.
Ich tat es. Nur der stolze Gewinner dieser Trophäe würde merken, dass sie feucht war.
Noch einmal blitzten die Kameras und tobte der Beifall.
Ich stand nur noch mit Strümpfen und Strumpfbändern bekleidet da, die Lippen meiner fieberheißen, nackten Muschi waren von Jeanettes Händen dick geschwollen.
Für die Strümpfe und Schuhe interessierte sich niemand mehr - die Versteigerung war vorbei.
Comte Bernard wurde abgerufen, und glücklicherweise kam Jeanette mit einem Frisiermantel. Er bestand aus teefarbenem Georgette und schien nur die Illusion eines Kleidungsstückes, denn es war durchsichtig. Trotzdem gab es mir das Gefühl, angezogen zu sein.
Als ich ging, traten die Nächststehenden beiseite und applaudierten.
Ich kam an einer Gruppe vorbei und stieß fast mit Manuel zusammen, Manuel im Smoking! Ich hätte ihn fast nicht erkannt.
»Manuel!«, rief ich. »Was für eine Überraschung.«
Manuel wurde rot wie ein Primaner, dem seine erste Liebe begegnet. Er machte eine Handbewegung zu einem älteren Herrn, der hinter ihm stand.
»Darf ich dir meinen Vater vorstellen, Professor Montand.«
»Oh, der berühmte Chirurg! Ich bin entzückt, Monsieur.«
»Ach, lassen Sie das«, antwortete er. »Sprechen wir lieber von Ihnen, Brigitte. Sie waren ganz entzückend!«
Ich wollte Manuel ansehen, aber er war verschwunden, hatte sich einfach verdrückt.
»Finden Sie mich nicht sehr unmoralisch?«, fragte ich, als ich sah, wie seine Blicke über meinen Körper glitten, der sich ihm durch die dünne Seide sehr offen darbot.
»Ach, wissen Sie«, erklärte er dann, »die Moral hat weder mit Sex noch mit Nacktheit irgendetwas zu tun. Unsere verrottete Gesellschaft hat diese Märchen nur erfunden, um jene wirkliche Unmoral zu verschleiern, die sich unter Verkleidungen und guten Sprüchen versteckt!« Er lächelte vor sich hin. »Na ja, ich bin Chirurg, das wissen Sie. Ich sehe die Menschen immer erst, wenn sie krank sind, wenn sie zwischen Leben und Tod schweben. Können Sie sich nicht vorstellen, dass auch ich gern mal einen Menschen im Stadium der Vollkommenheit anschaue? - So wie die Schöpfung ihn gewollt hat?«
»Sie sind sehr gut zu mir«, sagte ich.
Er sah sich um. »Mein Sohn hat sich verdrückt! -Dann werde ich mich um Sie kümmern.«
Ich erklärte ihm, dass ich jetzt zum Ankleidezimmer gehen müsse, um mich umzuziehen.
Er begleitete mich in die Halle hinaus. »Übrigens, ich hätte meinem Sohn die Bekanntschaft einer so netten jungen Dame, wie Sie es sind, gar nicht zugetraut. Wie hat er Sie überhaupt kennen gelernt? - Mögen Sie ihn?«
Wenn ich ihm erzählen würde, wie ich Manuel kennen gelernt habe - dass er mich mit drei Kumpanen vergewaltigt hat -, was würde er wohl sagen?
»Kennen gelernt habe ich ihn auf irgendeiner Party, ich weiß schon gar nicht mehr, auf welcher. - Er ist ein netter Junge.«
»Ich kenne ihn zu wenig«, erklärte sein Vater. »Ich wollte, ich könnte glauben, was Sie sagen.«
Die Comtesse Anette kam vorbei, begrüßte den Professor und wandte sich dann an mich.
»Der Filmregisseur Schasigue möchte dich sprechen. Ich habe ihn in den blauen Salon geführt. Jeanette wird dich hinbringen.«
Wir waren in der Halle, am Fuß der Treppe angekommen, und ich verabschiedete mich vom Professor, ging hinauf, fand Jeanette, und sie geleitete mich in den Salon.
Schasigue war nicht gerade Roger Vadim, aber er kam bald nach ihm. Er war jünger und begann gerade, von sich reden zu machen.
Als ich eintrat, saß er in einem Sessel und hatte den Kopf in seine rechte Hand gestützt. Er war in Gedanken versunken, oder aber er ruhte sich einfach aus.
»Sie wollten mich sprechen, Monsieur Schasigue? -Jedenfalls sagte die Comtesse das.«
»Ich möchte Sie zu Ihrem Erfolg beglückwünschen. Sie waren nicht die kleine Jungfrau, für die man Sie verkaufen wollte, im Gegenteil, der Sex sprühte nur so... Sie waren reinstes Dynamit.«
»Wenn Sie so weiterreden, Monsieur, bekomme ich noch Angst vor mir selbst!«
Er griente. Schasigue war nicht sehr groß und etwas untersetzt. Jetzt wirkte er noch gut proportioniert, aber eines Tages würde er fett werden, das war vorauszusehen.
»Sie besitzen offenbar auch noch Köpfchen!«, meinte er dann. »Sie haben Mumm, knistern vor Sex, sind verdammt schön - und dazu noch Köpfchen -, das ist eine gefährliche Mischung.«
Er tastete meinen Körper mit hungrigen Blicken ab.
Sein Haar war aschblond. Seine Zunge leckte die Lippen eines zu klein geratenen Mundes. Sein Typ war in meiner Sammlung bis jetzt noch nicht vorgekommen. Es gab also etwas Neues auszuprobieren! Der Teufel sollte es holen, ich fühlte mich schon stundenlang auf Hundert und hatte immer noch keine echte Befriedigung gefunden.
»Aber bitte, setzen wir uns doch. Möchten Sie etwas trinken? Man hat mir Pernod und Wasser zur Verfügung gestellt.«
Er machte mir ein Glas zurecht, und ich sah zu, wie der grüngelbe Pernod sich durch Zusatz von Wasser in milchiges Perlmutt verwandelte. Ich spürte erst jetzt, wie durstig ich geworden war, und trank gierig.
»Um zu meinem Anliegen zu kommen«, begann er, als ich mein Glas abgestellt hatte, »ich bin Regisseur und habe etwas für Sie, das vielleicht eine Chance oder gar ein Start sein könnte. Ich drehe zur Zeit einen Film, dessen Buch einige Liebesszenen vorschreibt, die nackt gespielt werden müssen. - Nun, meine Hauptdarstellerin hat einen Namen, aber sie hat nicht den Körper, der sich dafür besonders eignet. Ich denke, Sie verstehen, was ich meine.«
»Sie wollen mich also als Double«, sagte ich abfällig.
»Viele große Filmschauspielerinnen haben so angefangen. - Aber ich will Sie nicht überreden. Es ist ziemlich einfach, mit jemandem ins Bett zu gehen, das weiß normalerweise außer den Beteiligten überhaupt niemand. Das Problem beginnt erst, wenn eine junge Dame sich auf der überdimensionalen Leinwand wiedersieht. Dann erschrickt sie vor sich selbst, dann fühlt sie Katzenjammer und Ärger.«
Er machte eine Pause, sah mich an und wartete offenbar auf eine Stellungnahme von mir. Ich legte den
Knöchel meines linken Beines auf mein rechtes Knie. Klar, dass mein durchsichtiges Gewand dabei auseinanderfiel und diese Pose ziemlich vulgär aussehen musste.
»Wenn Sie es mit mir treiben wollen, mein lieber Monsieur Schasigue, dann brauchen Sie mir nichts zu versprechen! Falls ich Lust dazu und Spaß daran haben sollte, dann mache ich es nämlich nur zu meiner eigenen Befriedigung, weil ich es gern mag. Ob ich es mit Ihnen gern tun werde, hängt von Ihnen ab.«
Er erhob sich aus seinem Sessel, hielt mitten in der Bewegung inne und setzte sich wieder. Während er sich mit der rechten Hand über Stirn und Haar fuhr, holte er tief Luft. Dann trank er einen Schluck Pernod.
»Mein Glas ist leer!«, sagte ich.
Er füllte mein Glas und schob es mir hin. Einen Augenblick lang sah er mir zwischen die Beine, aber dann riss er seinen Blick los.
»Sie irren sich«, erklärte er dann, »Sie sollen mich nicht fertig machen. Sie sollen auf der Leinwand Millionen Männer auf Hundert bringen. Millionen sollen von Ihnen träumen und sich vorstellen, wie es wäre, wenn sie mit Ihnen schlafen könnten. - Lockt Sie das nicht?«
Ich trank mein Glas in einem Zug leer. Dann stand ich auf und ging zu ihm hinüber. Mit einem einzigen sicheren Griff fasste ich nach seiner Hose. Er schnaufte nur überrascht und saß wie erstarrt da.
»Ich wollte wissen«, sagte ich beiläufig, »ob er Ihnen steht. Wenn nicht, würde ich bezweifeln, ob ich je Millionen von Männern auf der Leinwand verrückt machen könnte.«
Was ich in der Hand hielt, befriedigte mich durchaus. Es war glashart, zuckte kräftig, und seine Länge wirkte verlockend.
»Aber - gut für mein Selbstbewusstsein - er steht! Man sollte...«
Plötzlich kam Leben in ihn. Er stieß mich kraftvoll weg, sodass ich rückwärts auf den Teppich fiel. Ich blieb liegen und schaute ihm zu.
So schnell wie er war selten jemand aus seinen Kleidern gekommen. Dann kniete er zwischen meinen Schenkeln. Ich nahm seinen langen, dicken Schwanz in meine Hand und führte ihn an meine Muschi, die schon den ganzen Tag vor Geilheit brannte.
»Langsam«, bat ich, »ganz langsam. Ich will jeden Zentimeter genießen.«
Es kostete ihn viel Überwindung, aber er tat, was ich wünschte. Unter Stöhnen schob er ihn mir ganz sachte immer tiefer hinein, bis sich unsere Körper gegeneinander pressten.
»Bleib!«, befahl ich. »Ich fühle, wie er in mir zuckt!«
»Deine Muschi saugt an ihm!«, flüsterte er.
Jetzt zog ich meinen rechten Schenkel so hoch ich konnte und fasste dann nach seinem Sack. Da war’s bei mir schon soweit.
»Mir kommt’s!«, schrie ich.
Ich fühlte, wie er anhalten wollte, aber das nützte ihm nichts. Er war schon viel zu überreizt gewesen, als wir anfingen. So spritzte auch er, und wir ließen uns eng umschlungen und berauscht von den Wogen der Wollust überfluten.
Mund an Mund blieben wir liegen, und unsere Zungen spielten miteinander. Langsam wurde der Schwanz in mir kleiner, aber er blieb drinnen. Ich umklammerte ihn so fest, dass er nicht weg konnte. Seine Hand tastete nach meiner rechten Brust und begann mit der Warze zu spielen. Meine Fingernägel bohrten sich in seinen Sack. Unsere Körper waren feucht und klebten aufeinander. Es dauerte nicht lange, bis sein Schwanz in meiner Muschi wieder zu wachsen begann. Es war ein herrliches Gefühl, wie er nach und nach seine alte Größe erreichte.
Ich hörte, dass die Zimmertür geöffnet wurde und blickte hin. Die Comtesse blieb überrascht stehen, machte einen Schritt zurück, aber dann überlegte sie es sich anders. Sie schloss leise die Tür hinter sich und kam dann zu dem Sessel, der uns am nächsten stand. Hier hob sie den Rock ihres Kleides bis über den Bauchnabel, ließ sich in den Sessel fallen und spreizte die Beine.
»Stoß jetzt schneller!«, flüsterte ich, nachdem ich meinen Mund von seinem gelöst hatte.
Er begann zu stoßen.
»Fester! - Noch fester!«
Die Comtesse spielte mit beiden Händen an ihren Schamlippen, während sie uns zusah.
»Lass mich meine Beine über deinen Rücken legen!«, flüsterte ich heiser. Schon lagen sie auf seinen Schultern. Ich hing jetzt halb in der Luft. Mit Stoß und Gegenstoß klatschten unsere Körper gegeneinander.
Es kam mir laufend, aber er konnte jetzt auch sehr lange. Jedes Mal, wenn es mir kam, stöhnte auch die Comtesse laut.
Ich weiß nicht, wie lange das andauerte.
Kraft hatte der Kerl! Er blieb auch jederzeit Herr der Lage. Ich glaube, er steuerte mich bewusst von Orgasmus zu Orgasmus und beobachtete mich dabei. Er studierte mein Gesicht, die Reflexion der Gefühle, und ich denke, er belauschte jede meiner Regungen.
Trotz aller Willenskraft, mit der er jede Krise verlangsamen konnte, um das Spiel zu verlängern, wurde er schließlich doch von meiner Ekstase mitgerissen, und sein Wunsch, mir alles hineinzujagen, war überwältigend.
»Ich spritze!«, schrie er laut.
Die Comtesse heulte auf und onanierte wie wild. Mich durchflutete es glühend heiß. Meine Votze empfand eine so wilde Lust, dass ich glaubte, ich würde auf einer roten Wolke in die Unendlichkeit geschossen.
Ich merkte kaum, dass er sich von mir löste, sondern blieb mit geschlossenen Augen liegen.
Ich meinte, immer weitermachen zu können, niemals dieser Geilheit überdrüssig zu werden, keine Sättigung zu finden.
Morgens um halb zehn Uhr kam ich nach Hause. Um zehn Minuten vor acht hatte ich die Wohnung verlassen, um ins Geschäft zu gehen. Ich fühlte mich zwar frei, doch vielleicht hätte es mir gut getan, ein bisschen zu weinen. Ich spürte auch etwas Angst vor dem, was jetzt kam.
Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man weiß, dass ein Abschnitt des Lebens vorbei ist.
Ich klingelte an unserer Wohnungstür - doch vergebens. Ich holte meinen Schlüssel aus meiner Handtasche und schloss auf.
Nachdem ich die Tür wieder geschlossen hatte, kam meine Mutter aus ihrem Zimmer. Sie war durch mich geweckt worden.
»Du?«, rief sie erstaunt. »Ist dir nicht gut? Bist du etwa krank?«
»Mir fehlt nichts! - Man hat mich rausgeworfen, oder, wenn du es lieber hörst, mir gekündigt, mich entlassen und für die Kündigungsfrist auf meine Arbeit verzichtet.«
Ich ging an ihr vorbei in mein Zimmer.
Sie folgte mir.
»Aber warum?«, fragte sie entgeistert. »Was hast du angestellt?«
Ich hielt ihr ein paar Zeitungen hin. Mein Auftritt bei dem Wohltätigkeitsfest war in allen Phasen fotografisch festgehalten worden. Man sah mich im Rokokokostüm, mit nackten Brüsten, in den langen, altmodischen Beinkleidern, während mein Petticoat demjenigen übergeben wurde, der ihn ersteigert hatte - und natürlich die Pose, als ich den Slip abstreifte.
»Eine Jungfrau, die sich im Dienste der Wohltätigkeit opferte«, las meine Mutter laut vor. »Die unberührte Jungfrau als Sexbombe«, stand in einem anderen Blatt.
Meine Mutter betrachtete abwechselnd die beiden Zeitungen mit den gegensätzlichen Urteilen. Dann lachte sie auf: »Es gibt also doch Leute, die nicht auf dich reinfallen!«
»Das kommt drauf an, von welchem Standpunkt aus man es sieht«, antwortete ich kühl. »Sexbombe ist in vieler Beziehung besser als unberührte Jungfrau.«
»Nur deine Stellung hast du dadurch verloren, das ist schlimm. - Wie kam das?«
»Wie soll’s schon gewesen sein. Ich wurde zum Chef gerufen, und der tat, als ob ihm das sehr unangenehm sei, aber die Damen aus dem Büro hätten erklärt, man könne ihnen nicht zumuten, mit so einer wie mir zusammenzuarbeiten. Das war zum Schreien! Ausgerechnet dort im Büro hat es zum ersten Mal in meinem Leben ein Mädchen bei mir gemacht. Natürlich keine von diesen Ziegen, die an der Schreibmaschine sitzen. Deshalb musste ich mir das Lachen verbeißen, während mir mein Chef erklärte, nachdem sie ihm die Zeitungen mit den Nacktaufnahmen vorgelegt hätten, könne er nichts anderes tun, als mich zu entlassen. Um den Frieden in seinem Büro zu wahren, solle ich die Arbeit sofort beenden, aber er würde mir noch ein Monatsgehalt auszahlen. Selbstverständlich habe er nichts gegen mich, aber er bäte mich, seinen Standpunkt zu verstehen. Damit ich sähe, dass er mir weiterhin gewogen sei, bat er mich, heute Abend mit ihm essen zu gehen.
»Du hast die Einladung angenommen?«
»Ich? Wie komme ich dazu? Ich habe ihn ausgelacht.«
Auch meine Mutter lachte kurz auf, wurde aber gleich wieder ernst. Sie betrachtete nachdenklich ihre Hände, sah sich dann suchend im Raum um, entdeckte mein Päckchen Zigaretten und nahm sich eine. Ich gab ihr Feuer.
»Na schön«, sagte sie, »dann bleibst du eben zu Hause. Nur - du weißt sicher, dass ich dir nicht viel Taschengeld geben kann.«
Jetzt musste ich lachen und wollte sie aufklären, dass ich ein eigenes Bankkonto hätte..., aber sie ließ mich nicht zu Wort kommen.
»Ich bin ein bisschen unglücklich darüber, was du mit diesem Striptease angerichtet hast. Du weißt, ich habe viel Verständnis, weil ich dir das ersparen wollte, was ich erleiden musste. Es ist aber etwas anderes, wenn man mal irgendwo liiert ist und in einem fremden Bett schläft, das hinterlässt meist keine Spuren. Doch du...«
Jetzt ging sie mir auf die Nerven, und ich hatte genug. »Das ist genau die Einstellung aller so genannten Moralisten. Nach außen, vor der Welt, den Biedermann spielen und heimlich alles nur Erdenkliche treiben...«
Ich hatte noch eine ganze Menge auf Lager, wurde aber unterbrochen. Es klingelte an der Wohnungstür.
Ich ging hin und öffnete. Es war die Hausmeisterin.
Sie wollte meine Mutter ans Telefon holen, weil mein Vater sie zu sprechen wünschte.
Ich zog mich aus und duschte. Nachdem ich mich frottiert hatte, öffnete ich mein Haar. Schwarz und lang fiel es bis zum Hintern runter. Ich holte meine Schmuckkassette, setzte mich vor den Spiegel und begann mich zu schmücken. Ich nahm alles, was ich hatte: die goldene Fußspange, die Ohrgehänge mit den Amethysten und die Armbänder. Ich bemalte auch meine Fuß- und Fingernägel mit goldenem Nagellack. Dann betrachtete ich mich, ich gefiel mir. Nur meine Brüste kamen mir etwas nackt vor, und ich beschloss, mir einen schönen Halsschmuck zu beschaffen.
Meine Mutter kam zurück.
»Lieber Himmel«, sagte sie verzweifelt, als sie mich so sah. »Was soll jetzt nur aus dir werden?«
»Mach dir keine Gedanken«, sagte ich. »Ich stehe unter Vertrag bei einer Filmgesellschaft. Der Regisseur Schasigue hat mich für einen Film engagiert. - Zufrieden?«
Sie entgegnete nichts, sondern nahm sich wieder eine Zigarette und setzte sie etwas umständlich in Brand. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich fast feindselig ansah. Es könnte sein, dass zum ersten Mal etwas wie Eifersucht in ihr erwachte.
»Dein Vater hat die Zeitungen mit den Bildern von dir gesehen. Er ist stocksauer. Wenn er hier wäre, würde er dich verprügeln.«
»Ausgerechnet!«, rief ich und konnte nur lachen. »Er, der mit einer anderen herumzieht, der Frau und Tochter allein lässt.«
»Ganz egal«, antwortete meine Mutter. »Ich möchte nicht dauernd von Hotel zu Hotel ziehen, und das bringt sein Beruf nun mal mit sich.«
»Sag nur, dass er nicht öfter hier sein könnte, wenn er ernstlich wollte.«
»Er kommt am nächsten Samstag.«
Sie zog ihren Morgenmantel aus und stellte sich neben mich vor den Spiegel.
»Willst du mit mir konkurrieren?«
»Ich will nur sehen, ob ich notfalls noch neben dir bestehen könnte!«
»Deine Brüste sind besser als meine!«
»Sie werden schon ein bisschen schwer.« Dann fuhr sie leise und unsicher fort: »Ich habe seine Freundin mit eingeladen!«
»Und?«, fragte ich neugierig. »Bringt er sie mit?«
»Zugesagt hat er es!«
»Na, das wird ja heiter«, erklärte ich. »Meinst du, dass du so eine Sache zu dritt mit deinem Mann und seiner Freundin durchstehen kannst?«
»Vor nicht allzu langer Zeit, als ich dich und deine Touren noch nicht so kannte wie jetzt, hätte ich es für unmöglich gehalten.« Ihre Stimme vibrierte. »Jetzt aber meine ich, ich müsste ihm beweisen, dass ich besser bin als sie.«
»Du bist bestimmt besser!«
»Sag mal«, wandte sich meine Mutter an mich, »könntest du nicht über das Wochenende verreisen? -Du ersparst dir die Auseinandersetzung mit deinem Vater - na ja, und dann... «
Sie sprach nicht weiter, aber ich verstand schon. Über ein Wochenende verreisen! - Das hatte ich noch niemals ausprobiert, sofort fiel mir Manuel ein.
Ich sagte ihr, dass ich verreisen würde, und ich war fest entschlossen, Manuel soweit zu bringen, ein Wochenende mit mir zu verleben.
Die Studios, in denen Schasigue seinen Film drehte, befanden sich auf der Avenue Delattre.
Ich war um neun Uhr zu den Aufnahmen bestellt und kam dort voller Erwartung und Erregung an. Aber ich spürte auch ein bisschen Angst. Tatsächlich brauchte ich erst einmal Geduld, denn ich musste mich bis zur Halle B durchfragen, in der Schasigue drehte, und als ich am Ziel war, wollte niemand etwas von mir wissen. Dann erwischte ich schließlich den Produktionsleiter, und er ließ mich zum Aufnahmeleiter bringen. Der Aufnahmeleiter rief seinen Assistenten, und dieser musste mich über lange, wirre Gänge endlich zum Maskenbildner bringen.
Wir kamen in einen Raum, der ähnlich wie ein Frisörsalon eingerichtet war. Der Maskenbildner, ein Mann mit weißem Haar, musste über fünfzig Jahre alt sein. Sein verlebt wirkendes Gesicht war mir nicht sonderlich sympathisch. Er schminkte gerade einen männlichen Darsteller. Eine Frau und ein junges Mädchen saßen da und warteten noch. Der Maskenbildner sah uns unfreundlich entgegen.
»Charles«, sagte der Aufnahmeleiterassistent, »das hier ist Brigitte oder Gitti, wie sie sich nennt. Sie macht das Double der Mimi Sedat in den Nacktszenen, verstehst du? Trimm sie auf die Sedat zurecht -es eilt.«
»Ich brauche ein Szenenfoto von der Sedat.«
»Hab’ ich!«, erklärte der Assistent und kramte eins aus der Mappe, die er mit sich herumschleppte. Er gab es dem Maskenbildner, und ich musste mich zu den anderen Frauen setzen und warten.
Ich guckte zu und muss sagen, dass der Mann sein Handwerk verstand. Er verzauberte die Gesichter in wenigen Minuten. Wie er aus der nichts sagenden alten
Frau eine interessante Type machte, das war wirklich beachtlich.
»Du kannst dich schon ausziehen«, wandte er sich an mich, als er begann, das junge Mädchen zu schminken.
»Ganz?«, fragte ich.
»Frag nicht so dämlich, du bist doch ein Double für Nacktszenen!«
Ich zog mich aus und setzte mich wieder hin, holte Zigaretten aus meiner Handtasche und rauchte.
Das junge Mädchen verließ fertig geschminkt den Raum.
Charles wandte sich mir zu und sah mich prüfend an. »Mach die Beine auseinander!«
Ich machte meine Schenkel breit, und während er dazwischenschaute, blies ich ihm den Rauch meiner Zigarette ins Gesicht.
Er sagte nichts, drehte sich um, ging zum Telefon und wählte eine Nummer.
»Charles«, meldete er sich. »Kannst du Michele an den Apparat rufen?« Er wartete.
»Hör zu, Michele, ich habe hier das Double für die Nacktaufnahmen - ja, für die Sedat -, sie hat keine Haare dran. - Wo? - Sei doch nicht so stur, an ihrer Pflaume natürlich. - Verstanden? - Na endlich!« Er lachte und horchte.
»Sie sollte aber welche dran haben, denn sie ist eine bürgerliche, verheiratete Frau, die zum ersten Male fremdgeht. - Ja, verstanden - soll welche dran haben -, na, ich mach ihr eine Perücke.«
Er legte den Hörer auf und drehte sich wieder zu mir.
»Also, du hast’s gehört. Ich muss Haare dranmachen, aber wenn du mich fragst, ich finde sie nackt auch schöner!«
»Ich frage aber nicht, Opa«, sagte ich und griente.
»Glaub nur nicht, dass ich schon impotent bin. Aber der, mit dem du die Szene spielen musst, mein Kind, der ist impotent, das weiß jeder hier im Bau. - Also brauchst du gar keine Angst zu haben, dass dir was passieren könnte.«
»Glaubst du, ich hätte Angst davor, Opa?«
Er nahm das Bild der Sedat in die Hand und verglich ihr Gesicht mit meinem.
»Sie haben tatsächlich gut gewählt, ein gewisse Ähnlichkeit in der Gesichtsform ist vorhanden. Das lässt sich leicht machen. Übrigens habe ich deine Bilder von der >Fancy faire< in den Zeitungen gesehen. Du verspürst exhibitionistische Neigungen. Ich bin überzeugt, du hast was davon, wenn sie dich anstarren, und ich glaube, dass es dir gekommen ist, als du deinen Slip abgestreift hast.«
»Du hast eine schmutzige Fantasie, Opa!«
Als er begann, mein Gesicht in das der Sedat zu verwandeln, sah er mich mit dem nachsichtigen Lächeln eines Mannes an, dem soviel Menschen durch seine Hände gegangen sind, dass er alles über sie weiß.
Er arbeitete eine Zeit lang schweigend, und ich sah zu, wie langsam eine andere aus mir wurde. Dann trat er zurück und verglich das Foto der Sedat noch mal mit mir.
»Ich will dir weissagen«, meinte er dann. »Du wirst deinen Weg machen. Dies ist nur der Anfang. Schasigue müsste verrückt sein, falls er dich nicht groß herausbringen würde. Aber wenn du glaubst, dass es nur Glück wäre, dann bist du im Irrtum.«
Er kniete sich zwischen meine Beine und begann, mir die für meine Rolle nötigen Haare hinzuzaubern. Dabei musste ich mich beherrschen, keinerlei Regungen zu zeigen, denn das wirkte ganz so, als ob mir jemand dran herumspielte, um mich geil zu machen.
»Es wird eine Menge Leute geben, die dir zujubeln«, erklärte er weiter. »Aber du darfst nicht vergessen, es kann mindestens ebenso viele geben, die dir nachsagen, dass du nur eine schamlose kleine Nutte bist. Das wird dich ganz schön belasten, mein Kind, aber ob du es ertragen kannst, wird schließlich deinen Erfolg entscheiden.«
»Ich fange gleich an zu weinen, Opa. Aber wenn du noch lange an mir herumfummelst...«
Ich kam nicht mehr so weit, den Satz zu beenden. Das Telefon läutete, und gleichzeitig stürzten die Garderobiere und der Aufnahmeassistent herein.
Ich musste eilends die Kleider anziehen, die ich während der Aufnahmen wieder ausziehen sollte, und dann ging’s ins Atelier.
Nun stand ich inmitten all der Menschen, zwischen Regisseur, Hilfsregisseur, Produktionsleiter, Aufnahmeleiter und ihren Gehilfen, zwischen Kameramann und Assistent, Beleuchter, Skriptgirl, Drehbuchautor und schließlich noch neben der Sedat, die ihr Double sehen wollte.
Librie, der die Szene mit mir spielen musste, war älter, als ich nach seinen Filmen angenommen hatte. Er tat so, als ob es für ihn eine Zumutung wäre, mit jemand so Unbedeutendem wie mir zu spielen. Ich fand ihn ausgesprochen widerlich. Seine Arroganz hätte mir vielleicht das Selbstbewusstsein genommen, aber da ich von Opa Charles wusste, dass er impotent war, war er für mich nur ein armer Irrer.
»Also, pass auf«, erklärte Regisseur Schasigue, »du stehst draußen vor der Tür und hörst, wie ich rufe: >Kamera ab!< Der Kameramann antwortet: >Kamera läuft!<
Dann Kommando: >Ton ab!< - >Ton läuft!< Dann Klappe. - Mach’s ihr vor«, sagte er zu einem Assistenten, und der demonstrierte mir die Klappe.
»Wenn alles vorbei ist, zählst du im Geiste bis drei. Dann klopfst du an. Librie geht zur Tür, macht auf und lässt dich vorbei ins Zimmer. Du gehst in Richtung Kamera bis zu dem weißen Kreidestrich auf dem Fußboden. Da bleibst du stehen, drehst dich um und sagst: >Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass ich so etwas einmal tun würde. < - Dann nimmt Librie dich in den Arm und versucht, dich auf den Mund zu küssen. Aber du drehst den Kopf weg, und er küsst deinen Hals. Du sagst: >Ich bin ja wahnsinnige Librie antwortet: >Komm... <, und zieht dich nach rechts aus dem Bild.«
Das wurde zwanzigmal geprobt und dann noch fünfmal gedreht. Bis wir endlich im Bett lagen, wurde die Kamera umgebaut und jede neue Einstellung endlos geprobt, sechsmal umgebaut und mehrmals gedreht. Ich wollte kaum glauben, dass aus diesen Einzelszenen je was werden könnte.
Das Bett war eine dieser französischen Lustwiesen, ein wirkliches Prachtstück. Ich sollte nackt darauf liegen, dann musste Librie versuchen, zwischen meine Beine zu kommen. Ich sollte ihn erst daran hindern. So würde er nach der Seite wegkippen, damit ich über ihm liegen könnte. Das geschah natürlich nur, weil sie auch meinen Hintern zeigen wollten. Das Ganze war eine blöde Rangelei. Librie hatte nasse Schweißpfoten und war tatsächlich impotent. Sein kleines, schlappes Ding und sein leerer, langer Sack schlenkerten um uns herum. Das wirkte grässlich auf mich, und jedes Gefühl in mir war abgestorben.
Dann kam die wichtigste Aufnahme, wie man mir sagte. Ich hatte unten zu liegen, und Librie sollte sich über mir aus der Umarmung aufrichten, als ob er mich nun kniend ficken wolle. Die Kamera behielt nur meinen Kopf und meine Brüste im Bild. An meinem Gesichtsausdruck sollte der Zuschauer später im Kino erkennen, wie ich langsam zum Höhepunkt kam, und mitten im Orgasmus musste ich dann schreien: >Ich liebe dich! - Ich liebe dich!<
Wir probten es über zwanzigmal, bis Schasigue endlich die Geduld verlor.
»In deinem Gesicht geht weniger vor als in einem Holzklotz, und wenn du schreist: >Ich liebe dich<, klingt das, als hätte man einer Katze in den Schwanz gekniffen.«
»So was können Sie doch auch nicht von einer Amateurin spielen lassen«, stieß Librie arrogant hervor.
Das brachte mich auf die Palme. »Reden Sie doch nicht so dumm. Glauben Sie, ich könnte etwas empfinden oder Gefühle wiedergeben, wenn Sie mich mit Ihren nassen Froschhänden betatschen?«
»Werden Sie nicht frech, Sie kleines Flittchen!«
Ich haute ihm eine runter. »Sie impotenter nasser Sack!«
In diesem Augenblick war mir alles egal. Ich keuchte vor Wut. Librie sah Schasigue Hilfe suchend an, aber der drehte sich einfach um, und unser Produktionsleiter lachte aus vollem Halse.
Librie sprang plötzlich auf und tat mir weh dabei. Ich schrie auf. Er ergriff seine Kleider und raste auf die Tür zu, durch die ich gekommen war.
Keiner lachte.
»Scheiße!«, sagte der Kameramann und holte sich eine Zigarette aus einer Packung.
»Schenken Sie mir auch eine!«, bat ich und kletterte aus dem Bett. Er hielt mir die Packung hin, und nachdem ich eine genommen hatte, gab er mir Feuer.
Schasigue drehte sich zu mir um, sah mich an und schüttelte resigniert den Kopf.
»Aus!«, erklärte er dann.
»Wenn das echt aussehen soll«, sagte der Kameramann, »dann müssen es die beiden auch wirklich machen. Keine Frau kann diese innige Hingabe, diese selige Verzückung spielen, die sie empfindet, wenn sie auf dem Höhepunkt der Ekstase ist.«
»Wie willste das mit dem Impotenten machen?«, fragte der Aufnahmeleiter.
»Woll’n wir nicht einen wegschicken, der den Librie zurückholt?«, fragte der Produktionsleiter. »Mit dummem Gerede kommen wir nicht weiter, und ein besseres Double für die Sedat als Gitti finden wir bestimmt nicht!«
»Mich kotzt der ganze Kram hier an!« Schasigues Stimme klang dumpf. Er ließ sich müde in seinen Regiesessel fallen und stützte den Kopf auf die rechte Hand.
»Kinder, es ist letzten Endes meine Rolle, und die lass ich mir nicht ohne weiteres schmeißen!« Die Sedat erwachte plötzlich zum Leben. Sie fasste in ihr Haar und zog sich die Perücke vom Kopf. Darunter trug sie das Haar ganz kurz geschnitten. Sie begann sich in aller Ruhe auszuziehen und legte jedes Kleidungsstück sorgfältig gefaltet auf ihren Stuhl.
Der ganze Verein sah ihr mit gemischten Gefühlen zu.
Als sie nackt war, kam sie zu mir, zog mich an sich und küsste mich auf den Mund, während ihre rechte Hand mit einem einzigen gekonnten Griff in meine Muschi fuhr. Ich glaube, die anderen hatten das nicht einmal bemerkt.
»Wir beide machen es zusammen«, erklärte sie dann. »Ich spiele den Librie«, wandte sie sich anschließend an die Kameraleute. »Gitti liegt unter mir. Mein Kopf ruht auf ihrer rechten Schulter. Die Kamera sieht mich von hinten, meinen Hinterkopf neben Gittis zur Seite gewandtem Kopf. Ich bewege mich ganz leicht, als ob wir es miteinander trieben. Dann richte ich mich auf, mit dem Rücken zur Kamera. Während ich hochkomme, schwenkt die Kamera über mich hinweg und hat nur noch Gittis Brüste und ihren Kopf im Bild. -Kannst du das machen?«
»Wenn Schasigue einverstanden ist!«, antwortete der Kameramann.
»Glaubst du, dass du Gitti beibringen kannst, was ihr bisher gefehlt hat?«
»Mach dir keine Gedanken darum, Schasigue, du bekommst jetzt, was du brauchst!«
»Ich lass mich überraschen!«, rief Schasigue uns nach, während die Sedat und ich zum Bett marschierten.
»Schieb dir ein Kissen unter den Hintern!«
Ich schob mir eins drunter. Der Kameramann und sein Assistent setzten sich auf ihren Kamerakran. Die Sedat zog meine Schenkel auseinander. Sie war mindestens zwanzig Jahre älter als ich, aber gut gebaut. Ihre trainierten Beine waren mit schwarzen Haaren bewachsen. Sie schien tatsächlich ein ähnlicher Typ wie ich zu sein, denn ich war ja auch behaart gewesen, bevor man alles entfernt hatte. Sie strahlte etwas Animalisches aus, das mich scharf machte.
Sie kniete sich zwischen meine Schenkel. Ihren stark gewölbten Venushügel presste sie gegen meine Muschi. Ihre Hände griffen nach meinen Hüften. Ihre Brüste hingen etwas, aber das störte mich nicht.
»Meine Pflaume küsst deine Votze!«, sagte sie so,
dass nur ich es verstehen konnte. Die Schamlippen ihrer Muschi rieben sich an meiner. Ich spürte, dass sie wirklich scharf auf mich war. Diese Erkenntnis weckte sofort meine Geilheit. Ich schob meine linke Hand dazwischen.
»Ja, gut - bleib da, so kannst du es mir und dir gleichzeitig besorgen.«
Nun legte sie sich auf mich, gestützt auf ihre Ellbogen. Mit jeder Hand ergriff sie eine meiner Brüste und nahm die Brustwarzen zwischen Mittel- und Zeigefinger. Ihren Kopf bettete sie auf meine rechte Schulter. Die Zunge schob sich in meine Ohrmuschel und spielte darin.
Ich begann mit der rechten Hand und mit den Fingernägeln auf ihrer Wirbelsäule hin und her zu fahren und spürte, wie es ihr schnell kam.
Danach richtete sie sich auf.
Der Kamerakran schwenkte über sie hinweg. Die Sedat griff mit beiden Händen fest in meine Hüften. »Jetzt«, flüsterte sie.
»Ich liebe dich! - Ich liebe dich«, hauchte ich und vibrierte vor Geilheit.
»So, jetzt wird’s Ernst!«, schrie Schasigue. »Kamera bereit?«
»Bereit!«, schrie der Kameramann.
»Kamera läuft!«
»Ton ab!«
»Ton läuft!«
»Klappe!«
Der Assistent schlug die Klappe zusammen und sagte die Einstellung an.
Die Sedat lag wieder über mir. Ihre Zunge war in meinem Ohr. Sie drückte meine Brustwarzen zwischen ihren gierigen Fingern.
Dann richtete sie sich auf. Die Kamera schwenkte wieder über sie hinweg. Sie beugte sich weit zurück, fasste zwischen meine Beine und schob mir zwei Finger tief hinein.
»Ich liebe dich! - Ich liebe dich!«, stöhnte ich und schrie laut, weil es mir kam.
Wir haben dann die Szene noch zweimal gedreht, und die Sedat, dieses raffinierte Luder, brachte es fertig, dass es mir jedes Mal stärker und länger kam.
»Merkt man nicht, dass der Mann eine Frau ist?«, fragte der Aufnahmeleiter.
»Unmöglich!«, antwortete der Kameramann.
»Warten wir die Bildproben ab«, erklärte Schasigue.
Die Sedat nahm mich mit bis in die Stadt. Ich musste versprechen, sie bald zu besuchen. Wir küssten uns zum Abschied, und ich glaube, wir waren auch über die Aufnahmen hinaus noch scharf aufeinander.
Ich hätte die Metro oder auch ein Taxi nehmen können, um nach Hause zu kommen, aber ich war noch zu aufgewühlt. Ich konnte mir nicht darüber klar werden, was ich von dieser Filmerei halten sollte. Was immer ich tat, zum Schluss kam eine Sexorgie dabei heraus. Trotzdem fühlte ich mich ausgesprochen wohl!
Es tat mir gut, noch etwas zu gehen. Zu dieser späten Stunde waren die Straßen still und leer. Mir ging soviel im Kopf herum, dass ich nicht darauf achtete, was um mich herum vorging.
Plötzlich sagte eine raue Stimme dicht hinter mir: »Ich habe ein Messer in der Hand. Ein Schrei, und du bist im Eimer. Geh weiter und tu genau, was ich dir sage.«
Im ersten Augenblick war ich starr vor Schrecken und bekam kein Wort heraus. Die Knie wurden mir weich, mit äußerster Kraft musste ich mich zwingen, weiterzugehen. Ich hatte zu oft von Sexualmördern und ihren Taten gelesen, um nicht zu ahnen, was mir bevorstand.
Ich wünschte mir sehnlichst, dass jetzt ein Mensch die Straße entlangkommen möge, am liebsten natürlich ein Polizist. - Wie konnte es in Paris eine Straße geben, auf der außer einem Mädchen und einem Mörder kein einziger Mensch war? Aber hier war diese Straße. Kalter Schweiß stand mir auf der Stirn.
»Sie haben ja gar kein Messer«, sagte ich schließlich. »Sie wollen mich nur erschrecken.«
»Du kannst es fühlen«, antwortete er, und dann spürte ich einen leichten Stich zwischen meinen Schulterblättern, direkt über dem Ausschnitt meines Kleides. Es tat weh!
»Na, glaubst du mir jetzt?«
»Ich habe Ihnen doch nichts getan. Warum wollen Sie mich töten?«
»Was weiß ich, was ich will? - Aber du kannst ruhig du zu mir sagen!«
»Wie heißt du denn?«, fragte ich, nur um ihn zum Reden zu veranlassen.
»Dodo, und du?«
»Gitti.«
»Blöder Name. - So, jetzt links abbiegen.«
Der nur noch schwach beleuchtete Weg eines Parks lag vor mir. Ich tappte in die Dunkelheit, während die nackte Angst immer stärker in mir wurde und kaltes Grauen in mir aufstieg.
Ich lief jetzt schon ein ganzes Stück vor diesem Verrückten her. Obwohl wir mutterseelenallein waren, hatte er mich noch nicht ein einziges Mal berührt, außer mit seinem Messer. Der Stich zwischen meinen Schulterblättern schmerzte noch immer. Wenn er meine Brüste befummeln würde, hätte ich ihn für einen normalen Mann gehalten. Aber er war bestimmt nicht normal.
Lieber Himmel, dachte ich, ist das etwa der Preis für mein intensives Leben der letzten Zeit, nun in einem Gebüsch ermordet zu werden? Das kann nicht sein, das darf nicht sein. - Um alles in der Welt, ich will nicht schlappmachen!
»Bleib stehen, Gitti!«
Wir standen vor einer Parkbank. Unweit brannte eine Laterne, ihr bleiches Licht erhellte die Szene. Er setzte sich vor mich auf die Bank, und jetzt sah ich das Messer in seiner rechten Hand, es hatte eine lange, zweischneidige Klinge.
»Zieh dein Höschen aus!«
Ich tat es nicht.
»Du kannst das Messer gleich zwischen die Rippen kriegen! Wenn du aber tust, was ich sage, bleibt dir noch ein bisschen Zeit.«
Tränen traten mir in die Augen. Mir blieb gar nichts anderes übrig, also zog ich meinen Slip aus. Dann musste ich meinen Rock bis über die Hüften hochschieben.
Er blickte zwischen meine Beine. »Du hast ja noch nicht mal Haare dran.« Er deutete mit dem Messer darauf, und die Spitze war nicht mehr als einen Zentimeter von meinem Kitzler entfernt. Wenn doch ein Mensch käme, nur ein einziger! - Aber keiner kam. Ich musste mich herumdrehen und mich bücken. Lange glotzte er meinen Hintern an.
»Weiberhintern!«, murmelte er endlich abfällig und piekte mit der Messerspitze auf meine rechte Backe.
Ich schrie auf und fühlte, wie ein Tropfen Blut an meinem Schenkel herunterlief.
»Noch ein einziger Schrei, und du hast deinen letzten Schnaufer getan!«
Er piekte schon wieder, dieses Mal an einer anderen Stelle. Ich presste meine Zähne zusammen, um nicht zu schreien.
Weit weg hörte ich Schritte auf der leeren nächtlichen Straße. Ich hoffte, sie möchten ihm entgangen sein, und betete still, dass sie nach hier gelenkt würden.
Er befahl mir, mich aufzurichten und mich wieder herumzudrehen.
Die Schritte waren verstummt, er lachte leise und zynisch. Wahrscheinlich amüsierte er sich über mich.
»Fass meinen Schwanz an.«
»Bist du schwul, Dodo?«, fragte ich.
»Ich? Warum?«
Meine Frage verblüffte ihn anscheinend.
»Weil Männer, die Mädchen abschlachten wollen, doch was gegen Mädchen haben müssen!«
»Mach die Beine breit und spiel daran. Wichsen sollst du deine Votze!«
»Bestimmt bist du impotent, Dodo!«
»Was?«
»Dein Schwanz steht nicht, und dein Sack ist leer. Gib zu, du kannst überhaupt kein Mädchen befriedigen. Deshalb brauchst du auch ein Messer.« In meiner Stimme lagen der ganze Hass und die Angst, die sich in mir aufgespeichert hatten.
»Halt die Klappe!« Sein Messer schoss wieder vor, aber es zog nur eine hauchzarte Linie über die Innenseite meines linken Oberschenkels. Feucht und rot blieb ihre Spur zurück.
»Wichsen sollst du.«
»Wenn du einen Schwanz hättest, der steht, dann würdest du dein Messer wegwerfen und mich ficken.
Du wärst dann so zufrieden, dass du mich nach Hause bringen könntest. - Warum tust du es nicht? Warum fasst du mich nicht an? Warum nimmst du nur dein
Messer?«
Seine Augen ließen mich los und betrachteten das Messer in seiner Rechten. Die Klinge blinkte im fahlen Licht. Er lächelte blöde vor sich hin. Ich bemerkte erst jetzt, wie er aussah. Er konnte kaum älter als fünfunddreißig sein und schien nicht missgestaltet. Er wirkte wie ein zu fett gewordener Ringkämpfer. Sein Gesicht lag etwas im Schatten.
»Blöde Zicke, ich könnte dir einen reinwürgen, dass er dir zum Halse rauskäme, das kannst du glauben!« Während er diese Worte herausstieß, hatte er die Augen niedergeschlagen, als ob er sich schäme.
»Ich glaube nichts, was ich nicht gesehen habe. Du bist doch nur ein Angeber.«
Er hob den Kopf und lauschte. Wieder waren Schritte von der Straße her zu hören, kamen näher und verklangen. Er wog sein Messer in der Hand und sah mich überlegend an. Gleich wird er sich auf mich stürzen, dachte ich. Das Herz schlug mir bis zum Halse.
»Zeig ihn mir doch!«, presste ich mühsam und heiser hervor. »Aber du kannst ihn nicht rausholen, weil er nicht steht!«
Er starrte mich mit offenem Mund an, und seine Nasenflügel schienen sich eigenartig zusammenzuziehen. Seine Hand mit dem Messer hob sich. Ich spürte seinen Atem und wollte schreien, zu meinem Glück brachte ich aber nur einen würgenden Laut hervor.
Da lehnte er sich zurück und begann mit der linken Hand seine Hose aufzuknöpfen. Er holte seinen Schwanz heraus.
»Hier, ist das nichts?«
»Na ja«, sagte ich, »aber doll ist er nicht. Der knickt ja vorher um.« Ich wollte danach greifen.
»Fass ihn nicht an!« Die Hand mit dem Messer zuckte vor.
»Ich möchte nur ein bisschen wichsen...«
»Das kann ich selbst...«
Er legte das Messer aus der Hand.
Ich machte eine schnelle Drehung und raste davon. Fast hatte ich schon die Straße erreicht, als ich ihn hinter mir herkommen hörte. Er war schneller als ich und holte auf. In wahnsinniger Panik erreichte ich die Straße, überquerte das Trottoir und raste auf die Fahrbahn, direkt zwischen zwei Fahrräder, und schon lag ich auf der Erde.
Zwei Flics fuhren Streife, Dodo lief ihnen direkt in die Arme.
Dann saß ich stundenlang auf der Polizeiwache. Ich musste ein Dutzend Mal den Hergang erzählen und schließlich das Protokoll meiner Aussage unterschreiben.
Einer Polizistin zeigte ich den Stich zwischen meinen Schulterblättern und die Schnitte auf meinem Hintern und über meinem Schenkel.
Schließlich haben sie dann noch einen Polizeiarzt geholt. Es war aber alles nicht mehr so schlimm. Beim Hinfallen hatte ich mir nur den Ellbogen aufgeschlagen.
Der Arzt meinte, nach dem, was ich erlebt hätte, müsse ich einen Schock haben. Ich glaubte das nicht. Schließlich fuhr mich die Polizei mit einem Streifenwagen nach Hause.
An diesem Abend, es war Mitternacht geworden, kroch ich zu meiner Mutter ins Bett und ließ mich von ihr beruhigen.
Es gibt Sachen auf dieser Welt! Vor noch gar nicht langer Zeit hatte ich das Leben einer einfachen Stenotypistin geführt und nicht einmal im Traum daran gedacht, diesen Beruf aufzugeben. - Und nun?
Ich kam mir vor, als wäre ich in einen Strudel geraten, würde durcheinander gewirbelt, von einer Strömung erfasst und in eine ganz andere Richtung getrieben! Für mich wird die Frage ewig ungeklärt bleiben, warum ausgerechnet mir das alles passieren musste.
Wir wurden von einem heftigen Geklingel an der Wohnungstür geweckt. Meine Mutter sprang aus dem Bett, zog sich schnell was über und lief zur Tür. Ich drehte mich auf die andere Seite und bemühte mich, wieder einzuschlafen, doch daraus wurde nichts!
»Steh auf!«, rief meine Mutter. »Das ganze Wohnzimmer sitzt voller Reporter. Sie wollen dich sprechen.«
Ich hatte meiner Mutter nichts von dem Erlebnis mit dem Sexualverbrecher erzählt, weil ich sie nicht aufregen wollte. Jetzt hatte sie es durch die Reporter erfahren, und das war fast noch schlimmer. Als ich aus dem großen Ehebett krabbeln wollte, hielt sie mich fest und versohlte mir den Hintern. Das hatte sie seit Urzeiten nicht mehr getan. Es tat ihr hinterher gleich Leid, denn ich wäre schließlich fast das Opfer des Gangsters geworden.
Ich nahm ihr die Aufregung nicht übel. Im Gegenteil, ich mochte sie deswegen noch viel lieber. Sie hatte mir aber den Schorf, der sich auf den Einstichen bildete, aufgeschlagen, und nun bluteten sie wieder.
Aber was nützte es, ich musste mich den Fragen der Reporter stellen. Wir machten uns schnell ein bisschen zurecht, bevor wir ins Wohnzimmer gingen.
Was ich bei der Polizei ausgesagt hatte, wussten sie natürlich schon. Aber sie vermuteten, dass ich nicht alle Einzelheiten erzählt hätte. Warum sollte ich auch?
Die Reporter waren raffinierte Kerle, sie stellten mir Fangfragen und brachten mich schließlich dazu, ihnen zu erzählen, dass Dodo mich mit seinem Messer gezwungen hatte, bei mir selbst zu spielen. Aber wie ich Dodo dazu gekriegt hatte, seinen Schwanz herauszuholen und sogar sein Messer wegzulegen, weil er mir beweisen wollte, dass er ihn hart machen könne, das habe ich auch ihnen verschwiegen.
Natürlich wollten sie die Beweise fotografieren, den Schnitt auf der Innenseite meines Oberschenkels und die Stiche auf meinem Popo.
Deshalb zog ich also meinen kleinsten Bikini an. Die besorgte Mutti kam mit aufs Bild, und so landeten wir wieder in den Zeitungen.
Diesmal lauteten die Schlagzeilen: >Filmstarlett entkommt Sexualmörder<, >Filmstarlett Brigitte und der keusche Sexualmörder< und auch: >Sexualmörder bedroht Filmstarlett mit Messer<.
Dazu brachten alle Zeitungen drei Bilder, eines von meiner Mutter und mir, eine Großaufnahme von meinem Oberschenkel mit der Schnittnarbe und eine von meinem Popo mit den drei Stichen.
Nachdem die Zeitungen erschienen waren, ging der Zirkus erst richtig los. Ich bekam Hunderte von Briefen aus dem Leserkreis, mehrere Angebote als Mannequin und Fotomodell, und drei Filmgesellschaften wollten mich unter Vertrag nehmen.
Ich blieb bei Schasigue, denn ich hatte schon den Vertrag mit ihm, außerdem waren die Aufnahmen gut geworden. Es gab auch bereits ein neues Drehbuch: Die
Sedat würde sich in die jüngere Schwester ihres Mannes verlieben, und diese Rolle sollte ich spielen. Seine Bedingung war, dass ich Schauspielunterricht nähme, den er bezahlen wollte.
In dem Durcheinander hatten wir gar nicht bedacht, dass schon Freitag war. Am nächsten Tag sollte mein Vater mit seiner Freundin ankommen!
Manuel wollte mit mir über das Wochenende wegfahren, und das fiel mir erst wieder ein, als er vor unserer Haustür hupte
»Wohin fährst du mich?«
»Hast du dir nicht ein Wochenende an der Loire gewünscht?«
»Wir fahren hin?«
»Dein Wunsch ist mir Befehl!«
»Danke.«
Ich beugte mich hinüber und küsste ihn.
Er wehrte ab.
»Willst du im Krankenhaus landen?«
Das wollte ich natürlich nicht. Wir schwiegen eine Zeit lang und genossen die Fahrt. Zu unserer Rechten versank die Sonne hinter dem Horizont. Die Dämmerung kam schnell.
Manuel hatte von meinen Erlebnissen nach dem Wohltätigkeitsfest nur in den Zeitungen gelesen. Ich musste ihm während der Fahrt erzählen, wie sich alles wirklich abgespielt hatte. Dabei verging die Zeit.
Eher als ich erwartet hätte, sahen wir hinter den Bäumen die Loire glitzern.
»Weißt du schon, wo wir wohnen? - In einem kleinen Gasthaus oder...?«
»Das ist meine Überraschung! Wir sind im Landhaus einer Industriellen-Witwe eingeladen.«
»Schade«, sagte ich. »Ich hätte mir nichts mehr gewünscht, als mit dir allein zu sein, Manuel.«
Manuel zog eine Grimasse. »Ein über Nacht aufgegangener Stern und ein Student, der sich noch vier Jahre lang abquälen muss, bis er anfängt, etwas zu werden. Wofür sollte das gut sein?«
Ich fühlte mich tief enttäuscht. Die ganze Fahrt war mir verdorben.
»Als wir letztes Mal zusammen in diesem Auto fuhren, warst du noch anderer Ansicht.«
»Damals warst du ein unbedeutendes kleines Mädchen«, erklärte er.
»Daran hat sich bis heute nichts geändert!«, antwortete ich.
Wir bogen in eine Allee ein, die von alten Pappeln eingesäumt wurde. Manuel hielt an. Er gab mir eine Zigarette, nahm sich selbst eine, und dann rauchten wir schweigend. Es war ein lastendes Schweigen.
»Hör zu«, sagte er endlich, »es hat doch keinen Sinn, an den Realitäten vorbeizugehen. Wir wissen, was wir voneinander zu halten haben, und das bindet uns ein bisschen aneinander. - Na und? - Tatsache bleibt, dass unsere Lebenswege unabänderlich auseinander laufen, das musst du einsehen.«
Ich verbiss mir das Heulen und sagte nichts mehr.
Am Ende der Pappelallee lag das Landhaus. Es war schon gegen 23 Uhr, als wir ankamen, aber wir wurden erwartet. Eine alte Frau, wahrscheinlich die Hausverwalterin, öffnete uns. Im Salon empfing uns Madame Mercantier, eine vollbusige und auch sonst mollige Rothaarige, nicht übermäßig schön, aber auch nicht hässlich. Ich fand, sie hatte einen ordinären Zug um den Mund. Ihr Hauskleid saß so eng, dass es die üppigen Berge ihrer Brüste und den dicken, ausladenden
Popo in geradezu gemeiner Weise betonte, umso mehr, als man die tiefe Spalte zwischen den Pobacken gar nicht übersehen konnte.
Sie schien ohne Zweifel sehr gastfrei und liebenswürdig. Manuel war sicherlich schon oft ihr Gast gewesen, denn sie küssten sich zur Begrüßung, und dies wirkte herzlicher als die leichte Berührung der Wangen, die zwischen Franzosen üblich ist.
Wir tranken noch einen guten Rosé und aßen ein paar belegte Brote. Danach wurden uns die Zimmer angewiesen, das heißt, ich bekam ein Zimmer, in dem ich zu meiner Bestürzung allein wohnen sollte.
Ich schlief aber noch lange nicht ein, denn meine Enttäuschung über diese Fahrt musste erst mal überwunden werden! Ich hatte gehofft, dass sich zwischen Manuel und mir eine Freundschaft auf der Basis von Verstehen, Vertrauen und Zuneigung entwickeln würde. Diese Hoffnung erwies sich als Traum, und der war verflogen. Schließlich erlöste mich aber doch der Schlaf vom vielen Nachdenken.
Als ich erwachte, sah ich mich in dem großen, komfortablen Raum um.
Es war fast zehn Uhr morgens.
Ich lag allein in einem riesigen Doppelbett.
Das ist also die erste Nacht meines Wochenendes mit Manuel gewesen! »Das Ende einer Affäre«, sagte ich leise und reckte mich. Meine Hand lag zwischen meinen gespreizten Schenkeln. Wenn auch alle Illusionen, die ich um die Freundschaft mit Manuel gewoben hatte, nun geplatzt waren, so brauchte ich trotzdem einen Mann!
Doch plötzlich erkannte ich deutlich: Man könnte mit halb Paris schlafen und dennoch allein voller Sehnsucht nach einem Menschen bleiben, der zu einem gehört, der alles versteht, der einen ergänzt. - Sex hat absolut nichts mit Liebe zu tun. Man kann sich zwar auf alle möglichen Arten befriedigen. Liebe jedoch ist etwas ganz anderes!
Ich schwenkte meine Beine aus dem Bett, stand auf und ging ans Fenster. Über die Auffahrt schaute ich direkt in jene lange Pappelallee, die schnurgerade zur Straße führte. So gerade wie dieser Weg würde ein Lebensweg nur selten sein.
Ich fand im Zimmer keine Möglichkeit, mich zu waschen. Eine Tür, durch die ich am letzten Abend hereingekommen war, führte in die Halle. Ich probierte eine andere Tür und fand das Badezimmer.
»Komm ruhig herein!«, sagte eine Mädchenstimme von der Wanne her. »Wir haben beide Platz hier! Ich habe gehofft, dass du kommen würdest, denn ich warte schon eine halbe Stunde.«
Sie hatte rote Haare wie ihre Mutter, denn ich sah sofort, dass sie die Tochter des Hauses sein müsse.
»Warum hast du denn auf mich gewartet?«
»Na, Filmschauspielerin und dann noch dieses Erlebnis mit dem Sexualmörder!«
»Willst du mir die Wanne nicht überlassen?«
»Ich will dich abseifen«, sagte sie lachend, »komm nur rein.«
»Ich werde deine Mutter rufen und ihr sagen, wie du ihre Gäste behandelst!«
Sie stand auf. Das grüne, mit Fichtennadeln angereicherte Wasser lief an ihrem Körper herab, der schon fast so füllig war wie der ihrer Mutter.
Sie lächelte mich überlegen an. »Ich würde nicht raten, meine Mutter zu rufen; die schläft nämlich, und Manuel auch. Vor dem Mittagessen werden Sie die beiden nicht sehen.«
Sie hob ihre Arme und legte sie um meinen Hals. Ihr Mund suchte meinen Mund und saugte sich daran fest. Eine unverschämt lange, spitze Zunge bohrte sich zwischen meine Lippen. Ihr Bauch presste sich gegen meinen Bauch. Ich musste meine Beine spreizen, damit ich nicht umgerissen wurde.
Schließlich haben wir uns dann gegenseitig abgewaschen.
Dabei erzählte sie mir, dass sie Myriam heiße und gerade erst sechzehn Jahre alt sei. Ich hätte sie für neunzehn gehalten.
Dann zogen wir uns jede ein Minikleid an, sonst nichts, keinen Slip, keine Strümpfe, keine Schuhe. Die Haare ließen wir offen.
Während wir am Frühstückstisch saßen, traf ihre Tante ein. Diese Schwester ihrer Mutter war der gleiche Typ, aber fünf Jahre jünger. Sie hieß Esther und brachte einen Playboy mit, der vielleicht fünfundzwanzig Jahre zählte. Er war groß, schlank und blond, trug einen Bürstenschnitt und sah dadurch aus wie ein Ami. Er war mit einem roten Freizeithemd und weißen Leinenshorts bekleidet.
Myriam saß so, dass er sehen konnte, was sie unter ihrem kurzen Röckchen zu bieten hatte. Es machte ihr höllischen Spaß zu bemerken, wie das Ding in den Shorts des jungen Mannes lebendig wurde.
Das tiefe Röhren eines Sportwagens erklang lauter und lauter, um vor dem Haus zu ersterben. Weitere Gäste trafen ein. Myriam lief hinaus und kam mit zwei jungen Männern zurück. Sie hießen Antoine und Gerard. Jetzt waren also vier Männer im Haus, nämlich diese beiden, dann Manuel und der Begleiter von Esther. Er hieß Kurt. Die gleiche Anzahl von Frauen hatte sich schon zusammengefunden: Madame mit
Myriam, Esther und ich. Hier hatte man also sorgfältig geplant. Ich fand, Manuel hätte unbedingt davon sprechen müssen, bevor wir losfuhren.
Inzwischen war mir aber alles egal, denn bei mir war Manuel seit den schlaflosen Stunden dieser letzten Nacht restlos abgeschrieben.
Ärgerlich war ich nur, dass mich jeder sogleich erkannte, spätestens, wenn er meinen Vornamen erfuhr, um sich dann automatisch an meine Bilder in den Zeitungen zu erinnern.
So kam bei jedem Neuankömmling wieder die leidige Geschichte von dem Sexualmörder ins Gespräch, dem inzwischen drei Morde nachgewiesen sein sollten.
Jeder hatte natürlich andere Vorstellungen davon, wie ich mich in der Situation hätte verhalten müssen.
Esther behauptete, sie würde keinerlei Angst gehabt haben. Sie stand auf und stellte sich vor Antoine, der an meiner Seite saß.
»Antoine mag mich nicht«, erklärte sie. »Stellt euch also vor, Antoine wäre der Mörder. Er hätte ein Messer in der Hand.« Sie gab ihm eins vom Tisch.
»Er befiehlt mir, meinen Rock hochzuraffen und meinen Slip auszuziehen.«
Sie schürzte ihren Rock bis über den Bauchnabel hoch. Er saß so eng, dass er ohne weiteres oben blieb. Gelassen zog sie ihren Slip über ihren dicken Popo und ließ ihn dann einfach auf die Erde fallen, so wie ich es getan hatte. Aber dann fasste sie mit gespreiztem Zeige- und Mittelfinger zwischen ihre Beine.
»Ist das genau so, wie du es haben möchtest, Süßer?«, fragte Esther mit kehliger Stimme.
Ich bemerkte, dass Kurt etwas sagen wollte, aber Myriam beugte sich vor, flüsterte einige Worte und legte die Hand auf sein linkes Hosenbein.
Antoine schluckte trocken und leckte sich die Lippen. Er schloss und öffnete seine Augen und fummelte hilflos mit dem Messer herum.
»Süßer«, kam die kehlige Stimme wieder, »warum willst du, da ich es mir selber mache? Glaub mir, es ist nicht nur für dich schwer, ein Mädchen zu finden, das es gut macht. Es ist auch für ein Mädchen wie mich schwer, einen Jungen zu finden! Mir selbst dran rumspielen, das kann ich immer. Ich möchte viel lieber deinen Schwanz haben, das musst du doch verstehen.«
Sie redete und redete, und ich musste zugeben: das hatte etwas Hypnotisches. Wir saßen alle wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange.
Sie brachte es sogar fertig, schließlich Antoines Schwanz in der Hand zu halten. Wortlos sahen wir zu, wie ihre Finger auf und nieder fuhren, immer wieder, bis er in gewaltigen Eruptionen gegen ihren Bauch spritzte.
»Es wird Zeit, sich zum Essen umzuziehen!«, sagte Kurt und ging.
Wir zogen uns alle um. Es wurde ein sehr konventionelles Essen, das ausgezeichnet schmeckte. Dazu trieben wir artige, gepflegte Konversation. Sogar Manuel und ich wechselten ein paar unverbindliche Freundlichkeiten. Madame geruhte, mir ein paar Schmeicheleien zu sagen. Ich hätte schreien mögen!
Nach dem Essen wollte Madame bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse pokern. Ich verspürte keine Lust dazu, außerdem hatte ich noch nie gespielt.
Ich sagte ihnen, dass ich einen Spaziergang zur Loire machen wollte. Sie erklärten mir, der Park hinter dem Haus grenze direkt ans Ufer. Antoine und Gerard beschlossen, mich zu begleiten, damit mir nichts zustoßen könne. Wir wollten auch Badezeug anziehen.
Myriam durfte nicht mit, was sie sehr zu bedauern schien.
Die beiden Jungen schleppten einen Plattenspieler, Schallplatten und einige Flaschen Cola mit sowie diverse Zigarettenpackungen.
Wir suchten uns einen netten Platz am Ufer. Hier war es wirklich wunderschön: Dichte weiße Lämmerwolken standen am blauen Himmel. Die Sonnenstrahlen brachen sich golden in den tiefhängenden Zweigen der riesigen Weiden, unter denen wir saßen. Ihr Filigran in Goldgelb und Grün umgab uns wie ein Vorhang.
Ich beobachtete die beiden, als sie den Plattenspieler in Betrieb setzten. Eines musste ich meiner Gastgeberin lassen, sie umgab sich mit wirklich gut gewachsenen jungen Männern, die alle auch noch dicke Sportwagen fuhren.
Beatrhythmen ertönten. Ich machte ein paar Tanzschritte, und die beiden starrten mich an. Ich hatte schon einen Minibikini an, aber diese Jungen trugen Badehöschen, die im Verhältnis zu dem, was sie zu bedecken hatten, noch knapper saßen.
Die Platte ging zu Ende, und ich ließ mich ins Gras fallen.
»Sagen Sie, Gitti - oder darf ich du sagen? -, hätte Esther den Sexualmörder deiner Ansicht nach überzeugen können?«
»Nein, mein Lieber«, antwortete ich und griente ihn an. »Der war nämlich, im Gegensatz zu dir, völlig impotent, und das ist der Schlüssel zu seinen Verbrechen!«
»Impotent ist Antoine nicht, aber faul. Er steht darauf, dass die Frauen ihm die Arbeit abnehmen«, erklärtete Gerard gehässig.
»Du willst mich nur bei Gitti schlecht machen.«
»Wozu? Du bist doch sowieso erst mal bedient.«
»Du unterschätzt ihn, Gérard«, mischte ich mich ein. Dann wandte ich mich wieder an Antoine. »Du solltest dir eine andere Badehose kaufen, sein Kopf guckt raus.«
Er sah an sich herunter.
»Verdammt noch mal!«, meinte er und zog das Höschen einfach aus. Sein Schwanz sprang bis zum Bauchnabel hoch, weil er schon wieder wie eine Eins stand!
»Wenn einer, dann alle!«, rief Gerard, und im Nu zeigte auch er sich nackt. Was er besaß, das war ebenfalls nicht zu verachten, aber sein Schwanz hatte einen leichten Linksdrall.
Wenn mich der Anblick dieser beiden jungen Hengste nicht angeregt hätte, müsste ich aus Stein sein! Es lief mir verdammt heiß den Rücken herunter. Sie wollten nun, dass auch ich meinen Bikini ablege.
»Ihr müsst mich schon ausziehen«, sagte ich, »Antoine das Höschen und Gerard den BH.«
Ich machte es ihnen absichtlich schwer und ließ sie ordentlich an mir herumfummeln, weil ich merkte, dass beide zärtliche Hände hatten. Sie durften mich scharf machen, bis ich sie erst mal wegjagte. Gehorsam gingen sie auch, da keiner mich dem anderen gönnte.
Ich wusste aber schon längst, was ich wollte. Nur müsste ich sie erst soweit kriegen. Immerhin kostete es Mühe, mich zu beherrschen, und ich nahm mir eine Zigarette, um mich abzureagieren.
Die beiden Jungen waren ein Stück weggegangen, sie sprachen leise miteinander. Dann brach Antoine einen kleinen Zweig ab und machte daraus ein kurzes und ein langes Stück. Es war mir klar, dass um mich geknobelt werden sollte.
Sie kamen wieder, und Antoine griff nach seinem Badehöschen.
»Ich geh zu meinem Wagen, weil ich etwas vergessen habe«, erklärte er lahm.
Ich riss ihm sein Höschen aus der Hand.
»Das könnte euch so passen! Erst wird um mich geknobelt, dann hat Gerard gewonnen und glaubt nun, er könne mich hier so einfach vernaschen. Das kommt nicht in Frage, ihr Feiglinge!«
Sie machten ziemlich dämliche Gesichter.
»Na, dann eben nicht«, erklärte Gerard, ließ sich ins Gras fallen und streckte sich aus.
Das war mein Stichwort. Ich stellte mich hinter seinen Kopf und ließ mich auf die Knie nieder. Dadurch geriet sein Gesicht zwischen meine Schenkel. Dann ließ ich mich vornüber auf seinen Körper fallen.
Er schrie wild auf. Dann versuchte er, meinen Kitzler zu küssen, aber er kam zu spät. Wie erwartet, kniete Antoine bereits hinter mir und schob seinen dicken Schwanz schön langsam, Zentimeter für Zentimeter, in meine vor Gier längst ungeduldige Muschi. Ich drückte sie ihm entgegen und half, ihn bis ans Heft hineinzupressen. Er besaß das richtige Format, das brachte mich gleich in den siebenten Himmel. Ich drehte meinen Hintern, während er eine Zeit lang bewegungslos blieb, bis er endlich wie rasend zu stoßen begann. Mir kam es zweimal hintereinander.
Als er dann die Taktik änderte und im Zeitlupentempo jeden Millimeter des Rein- und Rausgleitens auskostete, brachte mich das auf ungeahnte Höhepunkte. Ich war nur noch ein Bündel vibrierender Nerven. Unter mir stöhnte Gerard, weil meine Fingernägel ebenso wüteten, wie mein Mund zärtlich war. Meine Zunge wirkte als kreisende Flamme.
Es war wie die Detonation einer Bombe, als wir alle drei, ich mindestens zum zehnten Male und die beiden fast gleichzeitig, das Finale im Weltraum unserer Leidenschaften erlebten.
Wir wälzten uns auseinander und lagen keuchend im Gras
Das Abendessen verlief wieder sehr korrekt. Die vier Männer kamen im Smoking, die Damen trugen kleine Abendkleider, lediglich ich war darauf nicht vorbereitet und hatte nur mein hübsches Minikleid.
Später wurde zur Musik eines Plattenspielers getanzt und Champagner getrunken. Es war nett, doch nicht aufregend.
Was die Männer später trieben, weiß ich nicht.
Ich jedenfalls lag wieder allein in meinem großen, komfortablen Bett. Doch dann stahl sich Myriam auf einige genussvolle Stunden zu mir. Das süße Ding wollte mich nach allen Regeln der Kunst verführen.
Am nächsten Tag fuhren wir mit den vier Sportwagen in der Gegend umher und besichtigten Schlösser. Im Garten eines Gasthauses gab es Mittagessen. Alles verlief sehr harmonisch und lustig, sodass wir am Abend in bester Stimmung zurückkamen.
Manuel und ich hatten verabredet, erst am Montag früh wieder abzufahren, weil ich sicher sein wollte, dass mein Vater und seine Freundin auch wirklich bereits fort wären. So beschlossen auch die anderen, bis zum nächsten Morgen zu bleiben. Nach dem Abendessen begann eine letzte Party, die sich bis spät in die Nacht hinzog, und am Montag früh saß ich dann wieder in Manuels rotem MG; wir waren auf der Rückfahrt nach Paris.
»Warum bist du eigentlich mit mir ins Wochenende gefahren?«
»Weil du mir gesagt hast, dass du an diesem Wochenende unter keinen Umständen zu Hause sein wolltest.«
»Nur deswegen, das war alles?«, fragte ich.
»Ja, warum?« Manuel heftete den Blick fest auf die Fahrbahn. »Bist du etwa nicht auf deine Kosten gekommen?«
Ich sagte nichts, und er schwieg auch. Nur der MG röhrte. So rasten wir eine Zeit lang dahin.
»Du solltest bedenken, dass ich noch vier Jahre studieren muss«, brach er schließlich unser Schweigen. »In dieser Zeit kann ich noch ein bisschen verrückt spielen.«
Er machte eine Pause und schaute für eine Sekunde zu mir herüber. Jetzt sah ich geradeaus und schwieg weiter.
»Du musst nicht denken, dass ich dich nicht gern hätte, Gitti. Wir sind zwei gefallene Engel, die alles voneinander wissen, auch dass einer den anderen versteht. Sollen wir deswegen gleich sentimental werden?«
Er wartete nun wieder auf ein Wort von mir, aber da ich nichts sagte, sprach er weiter.
»Siehst du, in dir steckt irgendeine magische Kraft, die dich vorwärts treibt. Was du auch tust, es schiebt dich voran, schneller als mein MG fahren kann. Ich -ich bin nur ein Opportunist. Eines Tages werde ich Rechtsanwalt sein, auf meinen Ruf achten, und natürlich muss man mir dann alle Jugendsünden, die ich während des Studiums begangen habe, verzeihen!«
»Zu diesen Jugendsünden gehören auch Judith und Myriam - und natürlich ich!«, sagte ich ein wenig bitter.
Er lächelte. »Ich werde Myriam heiraten!«
»Du willst Myriam heiraten?« Darauf wäre ich wirklich nicht gekommen.
Er blickte wieder auf die Fahrbahn.
»Sie wird ein riesiges Vermögen erben. Ich habe dann die Möglichkeit, mir eine Praxis einzurichten und nur solche Fälle zu übernehmen, die mir Spaß machen.«
»...und sie wird dann Vorsitzende im Verein zur Rettung gefallener Mädchen!«, sagte ich.
»Das kann schon sein«, antwortete er. Dann sprachen wir nicht mehr.
Ich ließ mich von ihm direkt zum Atelier fahren. Dort nahm ich meinen Unterricht, aß in der Kantine zu Mittag und lief eine Stunde lang auf dem Gelände herum.
Ich fühlte einen schrecklichen Kater, doch er war nicht das Schlimmste. Alle schienen immer bereit, meine Sinne, meine Gelüste und meine Süchte zu befriedigen, aber sonst... Ich blieb allein, so allein, wie ich immer gewesen war.
Später traf ich mich mit Schasigue, um mit ihm das Drehbuch für den neuen Film zu besprechen. Ich sollte darin erstmals eine kleine Rolle haben.
Er merkte sofort, wie mies mir zu Mute war, und musterte mich eingehend.
»Weltuntergangsstimmung! - Gesumpft, was?«
Ich sah den leisen Spott in seinem Gesicht, und da drehte ich plötzlich durch.
»Ich weiß nicht, was du von mir willst, Schasigue«, stöhnte ich. »An mir ist doch gar nichts dran. Oh, ich fühle mich so dreckig! Was bin ich für ein Miststück, hemmungslos und geil.« Meine Hände bedeckten mein Gesicht. Am liebsten hätte ich geheult...
Ich fühlte, wie Schasigue hinter mich trat. Er strich mir sanft übers Haar.
»Kleines«, seine Stimme war sehr lieb, »Gitti, Brigitte, bis heute warst du für mich nur eine unbedeutende Spekulation. Aber nach dem, was du jetzt gesagt hast, glaube ich an dich!«
Mir kamen die Tränen, und ich versuchte, in seine Augen zu blicken.
»Du glaubst an mich?«
»Ja«, sagte er, »ich glaube an dich!«
Ich barg meinen Kopf an seiner Brust. Ich würde arbeiten, etwas leisten - und nicht nur auf dem Gebiet der Lust...