FREITAG NACH OCULI
Franz sah den Waffenknecht erstaunt an, der ihm am nächsten Morgen Brot und Wein brachte. Erst allmählich wurde ihm klar, was die Laute auf seinem Waffenrock zu bedeuten hatte: Er stand im Dienst der Familie von Alzey.
Alle Jubelrufe, die er je gesungen hatte, sammelten sich in seinem Herzen. Ihre Gefangenschaft würde nun doch schnell vorübergehen. Franz hatte schon an vielen unangenehmen Orten genächtigt, aber dieser übertraf sie alle.
Das Beste, was man von ihm sagen konnte, war, dass er kaum Ritzen hatte, durch die der Wind pfeifen konnte. Dafür fiel auch kein Licht herein. Feucht war der Boden aus anderen Gründen, nicht vom Regen. Aber wenn selbst Reichsfürsten in einer Abortgrube ertrinken konnten, mochte das auch für einen Spielmann einen ehrenvollen Tod bedeuten. Besser als der Scheiterhaufen war es allemal.
Sein Mut sank wieder, als sich noch einmal die Tür öffnete und jemand Else hereinstieß. Die Arme vor dem Gesicht ließ sie sich ins nasse Stroh fallen und widerstandslos anketten. Ihr Kleid sah zerrissen aus. Der Wächter spuckte sie an, dann schloss sich die Tür, und die Dunkelheit kehrte wieder.