Rom. Irgendwo am nördlichen Stadtrand

51

Gegen halb zwei in der Nacht klingelte in einem kleinen Privathaus am Rand der italienischen Hauptstadt das Telefon. Der Hausbesitzer griff noch im Halbschlaf nach dem Hörer.

»Was war denn das?«, schnauzte ihn der Anrufer an. »Ich hatte dir ausdrücklich gesagt, du sollst von Keipen nicht verletzen. Er sollte nervös werden, sonst nichts.«

»Es war ein Versehen«, brummte der Mann zerknirscht.

»So, ein Versehen. Dann hör mir jetzt gut zu: Wir sind nach über zwanzig Jahren kurz vor dem Ziel. Von Keipen soll seine Rolle im Schlussakt meines Stückes spielen. Ich möchte seine Augen sehen, wenn er erkennt, dass alles umsonst war. Ich möchte sehen, wie er zusammenbricht, wenn ihm bewusst wird, wer wir sind. Wenn du mir diese innere Befriedigung noch einmal durch ein Versehen gefährdest, wirst du Besuch bekommen. Und ich garantiere dir, dass dir das nicht gefallen wird. Haben wir uns verstanden?«

»Ich wollte«, stotterte der Mann kleinlaut, »knapp vorbeischießen, aber er ist mir praktisch in die Kugel gesprungen.«

»Du bist ein Stümper. Mit seinem Tod hättest du alles zunichte machen können. Ich werde kein weiteres Versehen hinnehmen. Wir haben nur diese eine Chance. Es muss alles so laufen, wie ich es geplant habe.«