Alice findet sich im Traumland wieder. Dort trifft sie auf das weiße Kaninchen, das Alice in seinen unterirdischen Bau führt, um dort nach einer illustrierten Ausgabe von H.C. Artmanns »Frankenstein in Sussex« zu suchen. Im Laufe der Handlung trifft Alice wiederholt auf das Kaninchen, das auch aus anderen literarischen Werken zitiert, sei es von Herman Melville oder E.M. Cioran. Anders als bei Carroll befindet sich diese Alice nicht im Wunderland, sondern in einem tiefen Haus unter der Erde. Dort begegnet sie in verschiedenen Stockwerken den bekannten Schöpfungen Lewis Carrolls: der pfeiferauchenden Raupe, der grinsenden Katze, der Suppenschildkröte und anderen mehr. Wiederholt werden von diesen Kreaturen die Schrecknisse der Kindheit und Jugend angesprochen. Als Alice, im Erdgeschoss des Hauses angekommen, Frankensteins Monster begegnet, erwacht sie aus ihrem schrecklichen Traum.
Nicolas Mahler, geboren 1969, lebt und arbeitet als Comiczeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Magazinen wie Die Zeit, NZZ am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und in der Titanic. Für sein umfangreiches Werk wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet; zuletzt erhielt er den Max-und Moritz-Preis als »Bester deutschsprachiger Comic-Künstler«.
Die Themenskala von Natalie Angiers hier versammelten Bio-Miniaturdramen ist so bunt wie die schier unerschöpfliche Vielfalt der Natur. Die nach Grundmomenten des Lebens wie Lieben, Tanzen, Anpassen oder Sterben gruppierten Texte handeln etwa von den Rätseln der genetischen Information im Zellkern, von der Beziehung zwischen Parasiten und Sex, von der Schönheit der Bestie und des Ungeziefers, von menschlicher Kreativität anhand eines Porträts von Stephen Jay Gould, von Partnerwerbung und Elternschaft, von Menstruation und Tod. Gemeinsam ist ihnen die spürbare Lust, das scheinbar Vertraute aus ungewohnter Perspektive zu beleuchten. Angiers inspirierende Ansichten von der Natur räumen auch mit Legenden auf wie der vom Bienenfleiß oder der Treue im Tierreich und eröffnen eine neue Sicht auf unseren Mikro-wie Makrokosmos.